{"id":62341,"date":"2014-05-14T12:46:39","date_gmt":"2014-05-14T10:46:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62341"},"modified":"2014-05-14T12:46:39","modified_gmt":"2014-05-14T10:46:39","slug":"i-b-174-12-bestimmtheit-der-zinsfestsetzung-zusammenfassung-mehrerer-zinsansprueche-in-einem-bescheid-eigenstaendige-auslegung-eines-zinsbescheids-durch-den-bfh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-174-12-bestimmtheit-der-zinsfestsetzung-zusammenfassung-mehrerer-zinsansprueche-in-einem-bescheid-eigenstaendige-auslegung-eines-zinsbescheids-durch-den-bfh\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;174\/12 &#8211; Bestimmtheit der Zinsfestsetzung &#8211; Zusammenfassung mehrerer Zinsanspr&uuml;che in einem Bescheid &#8211; Eigenst&auml;ndige Auslegung eines Zinsbescheids durch den BFH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.12.2013, I B 174\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Bestimmtheit der Zinsfestsetzung &#8211; Zusammenfassung mehrerer Zinsanspr&uuml;che in einem Bescheid &#8211; Eigenst&auml;ndige Auslegung eines Zinsbescheids durch den BFH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer KG, wurden im Anschluss an den Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;November 2006 I&nbsp;R&nbsp;78-80\/05 (BFH\/NV 2007, 1091) mit Bescheid vom 19.&nbsp;Juli 2007 &quot;die Aussetzungszinsen (Zinsbetrag Abschnitt&nbsp;C) &#8230; auf &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt&quot;. In Abschnitt C werden in drei Zeilen u.a. die jeweils ausgesetzten Steuerbetr&auml;ge (K&ouml;rperschaftsteuer 1990 sowie f&uuml;r die K&ouml;rperschaftsteuer 1988 aufgeteilt auf zwei Zeilen), die jeweils nach &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) abgerundeten und zu verzinsenden Betr&auml;ge sowie in der Schlussspalte die jeweiligen &#8211;aus den Zinsmonaten errechneten&#8211; Zinsbetr&auml;ge ausgewiesen. Die Summe dieser letzten Spalte ergibt gem&auml;&szlig; der vierten Zeile die &quot;Zinsschuld\/Gesamtbetrag&quot; in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR sowie gem&auml;&szlig; der f&uuml;nften Zeile die (den) &quot;Zinsschuld\/Gesamtbetrag nach Rundung des jeweiligen Zinsbetrags&quot; in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Zwischen den Beteiligten ist umstritten, ob der innerhalb der Festsetzungsfrist des &sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;1 AO ergangene Bescheid inhaltlich hinreichend bestimmt oder &#8211;wie von der Kl&auml;gerin geltend gemacht&#8211; nichtig ist. W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens wurden die o.g. Betr&auml;ge zwar ge&auml;ndert; in der Sache blieb der Rechtsbehelf jedoch ohne Erfolg. Die Klage wurde vom Finanzgericht (FG) abgewiesen und die Revision nicht zugelassen (FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 23.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;128\/10). Gegen Letzteres richtet sich die Beschwerde der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat kann offen lassen, ob der Vortrag der Kl&auml;gerin den Anforderungen an die schl&uuml;ssige R&uuml;ge der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Zulassungsgr&uuml;nde gen&uuml;gt (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO). Die Beschwerde ist jedenfalls in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO zur&uuml;ckzuweisen, weil das FG im Ergebnis zu Recht die Klage abgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist &#8211;ebenso&#8211; wie die Kl&auml;gerin davon ausgegangen, dass auch die Zinsfestsetzung nach &sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO dem Bestimmtheitsgebot gen&uuml;gen m&uuml;sse. Dem sei im Streitfall entsprochen worden, da der Bescheid vom 19.&nbsp;Juli 2007 die zum jeweiligen Veranlagungszeitraum geh&ouml;rigen Zinsbetr&auml;ge hinreichend pr&auml;zise und nachvollziehbar dargestellt habe. Unsch&auml;dlich sei hierbei, dass der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) nicht f&uuml;r jeden Veranlagungszeitraum einen separaten Zinsbescheid erlassen, sondern f&uuml;r mehrere Jahre eine Zinsfestsetzung vorgenommen habe, da der Bescheid dieselbe Zinsart (Aussetzungszinsen nach &sect;&nbsp;237 AO) betreffe und erkennen lasse, f&uuml;r welchen Lebenssachverhalt in welcher H&ouml;he die jeweiligen Zinsen festgesetzt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Letztere Wendung ist zwar insoweit nicht eindeutig, als der Formulierung nicht zweifelsfrei entnommen werden kann, ob das FG von der Festsetzung nur eines Zinsbetrags (Variante&nbsp;1) oder von einem sog. zusammengefassten Bescheid (Variante&nbsp;2) ausgegangen ist, mit dem mehrere materielle Zinsfestsetzungen auf dem n&auml;mlichen Schriftst&uuml;ck (Bescheid im formellen Sinne) zusammengefasst worden sind (vgl. dazu Schuster in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;157 AO Rz&nbsp;5). Dies kann jedoch dahinstehen, da der Vortrag der Kl&auml;gerin, es sei i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ob &quot;die Aussetzungszinsen f&uuml;r jeden K&ouml;rperschaftsteuerveranlagungszeitraum durch gesonderten Bescheid festzusetzen sind&quot;, die Revision nicht zu er&ouml;ffnen vermag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist aus der entsprechenden Geltung des &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO abzuleiten, dass der Zinsbescheid die Zinsen nach Art und Betrag bezeichnen und den Schuldner angeben muss (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Mai 1984 VIII&nbsp;R&nbsp;60\/79, BFHE 141, 211, BStBl II 1984, 697; vom 7.&nbsp;Mai 1993 VI&nbsp;R&nbsp;93\/92, BFH\/NV 1994, 2; Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;239 Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach kann nicht zweifelhaft sein, dass diesen Anforderungen an die Bestimmtheit des Bescheids durch den Erlass eines zusammengefassten Zinsbescheids (Variante 2) entsprochen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Fraglich kann allenfalls sein, ob auch ein einheitlicher Zinsbescheid i.S. der Variante 1 unter der Voraussetzung ergehen kann, dass die f&uuml;r verschiedene Veranlagungszeitr&auml;ume in einem Betrag festgesetzten Aussetzungszinsen die n&auml;mliche Steuerart (hier: K&ouml;rperschaftsteuer) betreffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r k&ouml;nnte sprechen, dass im Schrifttum eine nicht aufgegliederte Zusammenfassung mehrerer Steuerf&auml;lle dann als unsch&auml;dlich angesehen wird, wenn im Einzelfall der Bestimmtheitsgrundsatz nicht tangiert wird (Schuster in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;157 AO Rz&nbsp;5). Andere leiten hingegen aus dem Bestimmtheitsgebot ab, dass die Zinsanspr&uuml;che durchg&auml;ngig &#8211;also auch bei n&auml;mlicher Steuerart&#8211; f&uuml;r jeden einzelnen Veranlagungszeitraum&#8211; materiell gesondert festgesetzt werden m&uuml;ssen und die Zinsfestsetzungen nur formell miteinander verbunden werden k&ouml;nnen (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;239 AO Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitfrage k&auml;me jedoch in einem Revisionsverfahren keine entscheidungserhebliche Bedeutung zu, da der Senat zur eigenst&auml;ndigen Auslegung des Zinsbescheids vom 19.&nbsp;Juli 2007 befugt (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;25, m.w.N.) und danach vorliegend von Zinsfestsetzungen i.S. der Variante&nbsp;2 auszugehen ist. Dies ergibt sich bereits daraus, dass im Verf&uuml;gungsteil des Bescheids die festgesetzten Aussetzungszinsen mit dem Klammerzusatz &quot;Zinsbetrag Abschnitt C&quot; gekennzeichnet werden und in Abschnitt C die insgesamt angefallene Zinsschuld nicht auf der Basis eines &#8211;alle Veranlagungszeitr&auml;ume erfassenden&#8211; Zinsbetrags, sondern als &quot;Gesamtbetrag nach Rundung des jeweiligen Zinsbetrags&quot; ausgewiesen wird. Nimmt man hinzu, dass auch die jeweiligen Zinsbetr&auml;ge auf der Basis der jeweils nach &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;2 AO gerundeten zu verzinsenden Betr&auml;ge ermittelt wurden, so wird deutlich, dass der Bescheid nur auf die formell zusammengefasste Festsetzung der einzelnen materiellen Zinsanspr&uuml;che gerichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.12.2013, I B 174\/12 Bestimmtheit der Zinsfestsetzung &#8211; Zusammenfassung mehrerer Zinsanspr&uuml;che in einem Bescheid &#8211; Eigenst&auml;ndige Auslegung eines Zinsbescheids durch den BFH Tatbestand 1&nbsp; I. Gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer KG, wurden im Anschluss an den Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;November 2006 I&nbsp;R&nbsp;78-80\/05 (BFH\/NV 2007, 1091) mit Bescheid vom 19.&nbsp;Juli 2007 &quot;die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-174-12-bestimmtheit-der-zinsfestsetzung-zusammenfassung-mehrerer-zinsansprueche-in-einem-bescheid-eigenstaendige-auslegung-eines-zinsbescheids-durch-den-bfh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;174\/12 &#8211; Bestimmtheit der Zinsfestsetzung &#8211; Zusammenfassung mehrerer Zinsanspr&uuml;che in einem Bescheid &#8211; Eigenst&auml;ndige Auslegung eines Zinsbescheids durch den BFH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62341"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62341\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}