{"id":62346,"date":"2014-05-14T12:46:31","date_gmt":"2014-05-14T10:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62346"},"modified":"2014-05-14T12:46:31","modified_gmt":"2014-05-14T10:46:31","slug":"x-r-39-10-abweichende-steuerfestsetzung-aus-billigkeitsgruenden-wegen-eines-sanierungsgewinns-rechtlicher-hinweis-nach-par-76-abs-2-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-39-10-abweichende-steuerfestsetzung-aus-billigkeitsgruenden-wegen-eines-sanierungsgewinns-rechtlicher-hinweis-nach-par-76-abs-2-fgo\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;39\/10 &#8211; Abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden wegen eines Sanierungsgewinns &#8211; rechtlicher Hinweis nach &sect; 76 Abs. 2 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2013, X R 39\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden wegen eines Sanierungsgewinns &#8211; rechtlicher Hinweis nach &sect; 76 Abs. 2 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 2005 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Der Kl&auml;ger betreibt eine Handelsvertretung, den Gewinn ermittelt er durch Bestandsvergleich. Der Gewinn 2005 in H&ouml;he von 454.118&nbsp;EUR enthielt einen au&szlig;erordentlichen Ertrag in H&ouml;he von 511.608,13&nbsp;EUR, der aus einem teilweisen Darlehensverzicht der A-Bank resultierte. Hierzu war es wie folgt gekommen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1997 errichtete der Kl&auml;ger auf dem Grundst&uuml;ck B ein Einfamilienhaus. Im Rahmen des sog. Zwei-Konten-Modells entnahm er seinem Unternehmen finanzielle Mittel f&uuml;r den Hausbau und finanzierte anschlie&szlig;end den betrieblichen Mittelbedarf in H&ouml;he eines Betrags von 3.065.000&nbsp;DM &uuml;ber mehrere Darlehen bei der A-Bank. Die Darlehen wurden durch Grundschulden sowie mehrere Lebensversicherungen gesichert. Im Jahr 2000 erfolgten erste Umfinanzierungen, da der Kl&auml;ger &#8211;bedingt durch r&uuml;ckl&auml;ufige betriebliche Ertr&auml;ge, steigende betriebliche Kosten und hohe Privataufwendungen&#8211; die Kapitaldienste gegen&uuml;ber der A-Bank nur noch schwer leisten konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Kl&auml;ger aufgrund eines stetigen R&uuml;ckgangs der betrieblichen Ertr&auml;ge mit Beginn des Jahres 2002 seine Verpflichtungen gegen&uuml;ber der A-Bank nicht mehr rechtzeitig und vollst&auml;ndig erf&uuml;llen konnte, k&uuml;ndigte diese am 17.&nbsp;Juli 2002 die Darlehen. Der Kl&auml;ger leistete zun&auml;chst keine R&uuml;ckzahlungen. Die A-Bank betrieb daraufhin aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts X aus April 2003 die Zwangsvollstreckung in das Grundst&uuml;ck&nbsp;B, deren Vollziehung gegen auflagegem&auml;&szlig;e Zahlungen des Kl&auml;gers von monatlich 6.000&nbsp;EUR ausgesetzt wurde. Der Beleihungswert der Immobilie&nbsp;B wurde zu dieser Zeit auf 950.000&nbsp;EUR gesch&auml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte ab dem Fr&uuml;hjahr des Jahres 2004 Verhandlungen mit der A-Bank und der Sparkasse Y, die der Umfinanzierung der Verbindlichkeiten und der Vermeidung der Zwangsvollstreckung in die Immobilie&nbsp;B dienten. Ein Sanierungsplan wurde nicht aufgestellt. Ende des Jahres 2004 kamen der Kl&auml;ger und die Kreditinstitute &uuml;berein, dass fortan die Sparkasse die Finanzierung &uuml;bernehmen w&uuml;rde. Diese gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger zwei Darlehen in H&ouml;he von insgesamt 1,1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR, die in H&ouml;he von 920.000&nbsp;EUR zur Kredittilgung an die A-Bank flossen. Zudem verwertete der Kl&auml;ger drei Lebensversicherungen und verwandte die Erl&ouml;se in H&ouml;he von 231.388&nbsp;EUR ebenfalls zur Tilgung seiner Verbindlichkeiten bei der A-Bank. Im Gegenzug verpflichtete sich diese, die zu ihren Gunsten bestellten Grundschulden an die Sparkasse abzutreten und die restlichen Darlehensverbindlichkeiten des Kl&auml;gers zu erlassen. Im Januar 2005 best&auml;tigte die A-Bank, dass nach Zahlungseingang die Grundpfandrechte an die Sparkasse abgetreten und keine weiteren Anspr&uuml;che gegen den Kl&auml;ger geltend gemacht w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr 2005 erfolgte im Wesentlichen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; und ist bestandskr&auml;ftig. Im M&auml;rz 2007 beantragten die Kl&auml;ger unter Bezugnahme auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2003 IV&nbsp;A&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;2140-&nbsp;8\/03 (BStBl I 2003, 240), den Sanierungsgewinn nicht der Besteuerung zu unterwerfen und die Einkommensteuer 2005 aus Billigkeitsgr&uuml;nden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 der Abgabenordnung (AO) entsprechend herabzusetzen. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte diesen Antrag ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einspruchsverfahren gegen den Ablehnungsbescheid blieb ohne Erfolg. Das FA war der Auffassung, zwar sei nicht auszuschlie&szlig;en, dass die A-Bank in Sanierungsabsicht gehandelt habe. Das Unternehmen des Kl&auml;gers sei aber weder sanierungsbed&uuml;rftig noch der Schulderlass zu dessen Sanierung geeignet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 644 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Das FA habe ermessensfehlerfrei entschieden, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden (&sect;&nbsp;163 AO) wegen sachlicher Unbilligkeit nicht gegeben seien. Die Kl&auml;ger h&auml;tten nicht substantiiert dargelegt, dass die Betriebssubstanz des Unternehmens ohne den Schulderlass der A-Bank nicht h&auml;tte erhalten werden k&ouml;nnen, mithin sanierungsbed&uuml;rftig gewesen sei. Zu ber&uuml;cksichtigen sei dabei u.a., dass die Handelsvertretung als solche trotz r&uuml;ckl&auml;ufiger Ums&auml;tze profitabel gewesen und die Krisensituation der Kl&auml;ger vordergr&uuml;ndig privat veranlasst sei. Ihr &uuml;berwiegendes Privatverm&ouml;gen in Gestalt der Immobilie&nbsp;B h&auml;tten diese bei ihren L&ouml;sungsversuchen aber verschont. Zudem l&auml;gen keine &uuml;berzeugenden Anhaltspunkte f&uuml;r ein Handeln der A-Bank in Sanierungsabsicht vor. Ob der Schulderlass der A-Bank geeignet gewesen sei, eine Sanierung des Unternehmens zu bewirken, bed&uuml;rfe nach alledem keiner Entscheidung mehr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen und formellen Rechts. Das FG habe in rechtsfehlerhafter Auslegung und Anwendung des &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO das Vorliegen eines Sanierungsgewinns verneint. Das FG-Urteil verletze zudem den Grundsatz des rechtlichen Geh&ouml;rs, da es zum einen eine unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung darstelle, weil das FG dort ausf&uuml;hre, die Kl&auml;ger h&auml;tten die Voraussetzungen der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit und der Sanierungsabsicht nicht substantiiert dargelegt. Hiermit h&auml;tten sie nach dem Verfahrensverlauf nicht rechnen m&uuml;ssen. Zum anderen habe das FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht versto&szlig;en, weil es angebotene Beweise nicht erhoben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, das FG-Urteil, den Ablehnungsbescheid vom 12.&nbsp;Juli 2007 sowie die Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juni 2008 aufzuheben und das FA zu verpflichten, im Wege der Billigkeit den au&szlig;erordentlichen Ertrag in H&ouml;he von 511.608,13&nbsp;EUR bei der Ermittlung der Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2005 au&szlig;er Ansatz zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend erkannt, dass die Ablehnung des Billigkeitsantrags durch das FA nicht ermessensfehlerhaft war. Erst recht steht den Kl&auml;gern kein Anspruch auf die begehrte abweichende Festsetzung der Einkommensteuer aus Billigkeitsgr&uuml;nden zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;163 AO k&ouml;nnen Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne Besteuerungsgrundlagen bei der Festsetzung der Steuern unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach Lage des einzelnen Falles unbillig w&auml;re. Der Zweck des &sect;&nbsp;163 AO liegt darin, sachlichen und pers&ouml;nlichen Besonderheiten des Einzelfalles, die der Gesetzgeber in der Besteuerungsnorm nicht ber&uuml;cksichtigt hat, durch eine nicht den Steuerbescheid selbst &auml;ndernde Korrektur des Steuerbetrags insoweit Rechnung zu tragen, als sie die steuerliche Belastung als unbillig erscheinen lassen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;29\/10, BFHE 238, 518, BStBl II 2013, 505, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Entscheidung &uuml;ber die abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden ist eine Ermessensentscheidung der Finanzverwaltung (&sect;&nbsp;5 AO), die von den Gerichten nur in den von &sect;&nbsp;102 FGO &#8211;ggf. i.V.m. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO&#8211; gezogenen Grenzen &uuml;berpr&uuml;ft werden kann (Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB&nbsp;3\/70, BFHE 105, 101, BStBl II 1972, 603). Nach dieser Vorschrift ist die gerichtliche Pr&uuml;fung darauf beschr&auml;nkt, ob die Beh&ouml;rde bei ihrer Entscheidung die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten oder von dem ihr einger&auml;umten Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht hat. Nur ausnahmsweise kann das Gericht eine Verpflichtung zum Erlass aussprechen (&sect;&nbsp;101 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;121 FGO), wenn der Ermessensspielraum derart eingeschr&auml;nkt ist, dass nur eine einzige Entscheidung als ermessensgerecht in Betracht kommt (Ermessensreduzierung auf Null; st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteil vom 14.&nbsp;Juli 2010 X&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r den Erlass von Sanierungsgewinnen aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden hat das BMF im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder eine Verwaltungsvorschrift in BStBl I 2003, 240 erlassen, die die Anwendung der Billigkeitsregeln in diesen F&auml;llen vereinheitlichen soll. Dies hat der erkennende Senat im Hinblick auf den Willen des Gesetzgebers, nach dem der Besteuerung von Sanierungsgewinnen trotz Aufhebung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. vor Aufhebung dieser Norm durch das Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform (EStG a.F.) vom 29.&nbsp;Oktober 1997 (BGBl I 1997, 2590) in begr&uuml;ndeten H&auml;rtef&auml;llen durch eine Billigkeitsma&szlig;nahme begegnet werden k&ouml;nne, im Grundsatz nicht beanstandet (vgl. im Einzelnen die Begr&uuml;ndung in BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916, unter B.II.4. und B.II.6.b.&nbsp;aa). Hierdurch ist der Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung nicht tangiert (vgl. die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil in BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916, unter B.II.4.; zweifelnd BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;Februar 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/08, BFH\/NV 2012, 1135).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ob die m&ouml;glichen Billigkeitsma&szlig;nahmen der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240 gemessen an der Intention des Gesetzgebers zu weit reichen, braucht der Senat nicht zu entscheiden, da schon die von der Verwaltung selbst formulierten Voraussetzungen im Streitfall nicht erf&uuml;llt sind. Eine auf sachlichen Gr&uuml;nden beruhende Billigkeitsma&szlig;nahme ist damit ausgeschlossen (so bereits Senatsurteil in BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916, unter B.II.6.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Verwaltungsanweisung in BStBl I 2003, 240 ist eine Billigkeitsma&szlig;nahme m&ouml;glich in F&auml;llen einer unternehmensbezogenen Sanierung, d.h. einer Ma&szlig;nahme, die darauf gerichtet ist, ein Unternehmen oder einen Unternehmenstr&auml;ger (juristische oder nat&uuml;rliche Person) vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren und wieder ertragsf&auml;hig zu machen (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240, Tz&nbsp;1). Erh&ouml;ht sich das Betriebsverm&ouml;gen dadurch, dass Schulden zum Zwecke der Sanierung ganz oder teilweise erlassen werden, ist ein beg&uuml;nstigter Sanierungsgewinn anzunehmen, wenn kumulativ das Unternehmen sanierungsbed&uuml;rftig und sanierungsf&auml;hig sowie der Schulderlass zur Sanierung geeignet ist und die Gl&auml;ubiger in Sanierungsabsicht handeln (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240, Tz&nbsp;3 und 4). Damit kn&uuml;pft die Billigkeitsma&szlig;nahme an die von der Rechtsprechung in der Vergangenheit &#8211;insbesondere zu &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 EStG a.F.&#8211; entwickelten Voraussetzungen f&uuml;r das Vorliegen eines Sanierungsgewinns an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG hat das Vorliegen eines beg&uuml;nstigten Sanierungsgewinns, der nach dem BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240 Voraussetzung f&uuml;r eine Billigkeitsma&szlig;nahme ist, zutreffend verneint. Zun&auml;chst ist die W&uuml;rdigung des FG, im Streitfall sei bereits keine Sanierungsbed&uuml;rftigkeit gegeben, revisionsrechtlich im Ergebnis nicht zu beanstanden (hierzu unter&nbsp;a). Es fehlt zudem an der Sanierungseignung des Forderungserlasses (hierzu unter&nbsp;b). Die ablehnende Ermessensentscheidung des FA ist deshalb vom FG zu Recht nicht beanstandet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob ein Unternehmen sanierungsbed&uuml;rftig ist, richtet sich bei einem Einzelunternehmer danach, ob infolge der &Uuml;berschuldung die Existenz des Unternehmens derart bedroht ist, dass es ohne den Schulderlass nicht ertragbringend weitergef&uuml;hrt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ma&szlig;gebend sind die Gesamtumst&auml;nde. Zu &uuml;berpr&uuml;fen ist f&uuml;r den Zeitpunkt des Schulderlasses nicht nur die Ertragslage, das Verh&auml;ltnis der fl&uuml;ssigen Mittel zur H&ouml;he der Schuldenlast und die Gesamtleistungsf&auml;higkeit des Unternehmens und etwa vorhandener weiterer Unternehmen des Unternehmers, sondern auch die H&ouml;he dessen Privatverm&ouml;gens (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1990 I&nbsp;R&nbsp;129\/85, BFHE 161, 39, BStBl II 1990, 955). Da Gl&auml;ubiger des Einzelunternehmers unabh&auml;ngig von der Zuordnung ihrer Forderungen sowohl auf das Betriebsverm&ouml;gen wie auch auf das Privatverm&ouml;gen Zugriff nehmen k&ouml;nnen, ist in die Pr&uuml;fung der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit des Unternehmens au&szlig;er dem positiven auch das &uuml;berschuldete und ertraglose Privatverm&ouml;gen einzubeziehen, das die Leistungsf&auml;higkeit des Unternehmens beeintr&auml;chtigt und m&ouml;glicherweise zur nachhaltigen Zahlungsunf&auml;higkeit des Unternehmers f&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 1998 XI&nbsp;R&nbsp;48\/95, BFH\/NV 1998, 1214).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Zugrundelegung dieser Grunds&auml;tze ist die Verneinung der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit des Unternehmens revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Allerdings vermag der erkennende Senat der Auffassung des FG nicht zu folgen, wonach im Streitfall keine Anzeichen daf&uuml;r erkennbar seien, dass die unternehmerische Existenz des Kl&auml;gers ohne den Forderungserlass nicht gef&auml;hrdet gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So waren nach den Feststellungen des FG bereits im Jahr 2000 Umfinanzierungen erforderlich, da der Kl&auml;ger &#8211;bedingt durch r&uuml;ckl&auml;ufige betriebliche Ertr&auml;ge, steigende betriebliche Kosten und hohe Privataufwendungen&#8211; die Kapitaldienste gegen&uuml;ber der A-Bank nur noch schwer leisten konnte. Im Jahr 2002 kam es zu einem weiteren erheblichen Umsatzr&uuml;ckgang, so dass der Kl&auml;ger seine Verpflichtungen gegen&uuml;ber der A-Bank erneut nicht mehr rechtzeitig und vollst&auml;ndig erf&uuml;llen konnte, was zur K&uuml;ndigung s&auml;mtlicher Darlehen f&uuml;hrte. Dies konnte der Kl&auml;ger nicht verhindern, obwohl er in diesem Jahr infolge von Ausgleichszahlungen nach &sect;&nbsp;89b des Handelsgesetzbuchs in H&ouml;he von ca. 452.000&nbsp;EUR noch einen Gewinn von knapp 289.000&nbsp;EUR erwirtschaftete. Gerade das Gebrauchmachen der Hausbank von ihrem au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigungsrecht ist ein gravierendes Indiz daf&uuml;r, dass eine Unternehmenskrise sich bereits nach au&szlig;en sichtbar manifestiert hat. Durch die K&uuml;ndigung des Kreditengagements wird die Liquidit&auml;tskrise zudem weiter verst&auml;rkt. Ohne eine Umfinanzierung oder anderweitige Einigung mit der Bank droht in diesen F&auml;llen regelm&auml;&szlig;ig die Zahlungsunf&auml;higkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2003 gingen die Ums&auml;tze nochmals zur&uuml;ck; der Gewinn betrug nur noch etwas &uuml;ber 22.000&nbsp;EUR. Zwar kam es im Jahr 2004 wieder zu einer Umsatz- und Gewinnsteigerung. Trotz des Gewinns in H&ouml;he von ca.&nbsp;116.000&nbsp;EUR musste der Kl&auml;ger jedoch die zur Abwendung der von der A-Bank eingeleiteten Zwangsvollstreckung in die Immobilie&nbsp;B vereinbarten Zahlungen von zun&auml;chst 6.000&nbsp;EUR auf 3.000&nbsp;EUR reduzieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht nachvollziehbar ist zudem die Annahme des FG, das Unternehmen w&auml;re im Streitjahr 2005 ohne den Forderungsverzicht nicht in die Verlustzone geraten; das Gegenteil w&auml;re der Fall gewesen. Ferner ist anzunehmen, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r das Weiterbestehen seiner Handelsvertretung auf Bankkredite angewiesen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Entgegen der Auffassung des FG kommt es f&uuml;r die Frage der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit bei einem Einzelunternehmen nicht allein darauf an, dass dieses bislang in der Lage war, seine betrieblichen Aufwendungen einschlie&szlig;lich der betrieblich bedingten Zinsen bedienen zu k&ouml;nnen. Infolge der umfassenden pers&ouml;nlichen Haftung des Betriebsinhabers ist vielmehr entscheidend, dass die (verbleibende) Liquidit&auml;t auch ausreicht, um dessen Lebenshaltung zu gew&auml;hrleisten sowie ggf. vorhandene private Verbindlichkeiten zu bedienen. Ein Unternehmen kann insbesondere auch dann sanierungsbed&uuml;rftig sein, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die unternehmerische Krise durch eine Krise im privaten Bereich verst&auml;rkt wird. So f&uuml;hren hohe Privatentnahmen, die ihre Ursache beispielsweise in einem (zu) hohen Lebensstandard haben, h&auml;ufig trotz einer noch zufriedenstellenden Ertragssituation im Unternehmen zu einer Liquidit&auml;tsbelastung, die in Liquidit&auml;tsengp&auml;ssen m&uuml;nden kann. Auch private finanzielle Engagements (z.B. Eigenheim) erfordern zur Abdeckung regelm&auml;&szlig;ige Liquidit&auml;tsentnahmen aus dem Unternehmen, die in Zeiten r&uuml;ckl&auml;ufiger Ertr&auml;ge nicht mehr vom Betrieb erwirtschaftet werden k&ouml;nnen. Erforderlich ist nach der Rechtsprechung allerdings, dass der Einzelunternehmer in seiner Existenz als Unternehmer bedroht ist, d.h. durch die &Uuml;berschuldung des Betriebs- und des Privatverm&ouml;gens muss der Zusammenbruch des Unternehmens drohen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1998, 1214).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In solch einem Fall einer durch das Zusammenspiel von betrieblichen (z.B. Wegfall von Einnahmen, steigende Kosten) und pers&ouml;nlichen Faktoren (hoher Lebensstandard und dadurch hohe Privatentnahmen, private Verschuldung) bedingten Unternehmenskrise stellt sich &#8211;neben der Heranziehung des Privatverm&ouml;gens&#8211; vielmehr verst&auml;rkt die Frage, ob die von dem Steuerpflichtigen ergriffenen Ma&szlig;nahmen zur Sanierung geeignet sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Haften nat&uuml;rliche Personen f&uuml;r die Unternehmensverbindlichkeiten, so lehnt die Rechtsprechung eine krisenbedingte Sanierungsbed&uuml;rftigkeit gleichwohl ab, wenn durch Heranziehen des Privatverm&ouml;gens die Verpflichtungen erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen (z.B. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Januar 1998 VIII&nbsp;R&nbsp;64\/96, BFHE 186, 12, BStBl II 1998, 537, unter II.3.c und m.w.N.). Allein der Austausch eines Gl&auml;ubigers unter Weitergabe von Sicherheiten an Gegenst&auml;nden des Privatverm&ouml;gens &#8211;wie im Streitfall&#8211; stellt indes keinen Beitrag des Steuerpflichtigen zur Sanierung dar. Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass er der Weitergabe der Sicherheit von dem alten an den neuen Gl&auml;ubiger zustimmen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG haben die Kl&auml;ger ihr wesentliches Privatverm&ouml;gen &#8211;n&auml;mlich die Immobilie&nbsp;B mit einem Beleihungswert von 950.000&nbsp;EUR sowie weitere Immobilien&#8211; vom Einsatz f&uuml;r eine Schuldentilgung verschont. Soweit die Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang einwenden, es sei reine Spekulation, ob ein freih&auml;ndiger Verkauf angesichts der Besonderheiten des Objekts&nbsp;B &uuml;berhaupt erfolgversprechend gewesen w&auml;re, vermag dies eine Sanierungsbed&uuml;rftigkeit nicht zu begr&uuml;nden. Die Kl&auml;ger haben &#8211;soweit ersichtlich&#8211; noch nicht einmal konkrete Versuche unternommen, mit dem Verkauf der Immobilien die bestehenden Verbindlichkeiten abzul&ouml;sen oder zumindest auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, um so die Liquidit&auml;t wieder herzustellen. Ihre Annahme, der Finanzbedarf habe nicht auf diese Weise gedeckt werden k&ouml;nnen, ist damit ebenfalls reine Spekulation. Da die Sanierungsbed&uuml;rftigkeit objektiv bestehen und vom Schuldner nachgewiesen werden muss (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 1963 I&nbsp;375\/60&nbsp;U, BFHE 78, 327, BStBl III 1964, 128), kommt es auch nicht darauf an, ob die A-Bank als Gl&auml;ubigerin einen freih&auml;ndigen Verkauf der Immobilie(n) f&uuml;r erfolgversprechend hielt oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar hat das FG die Sanierungseignung &#8211;anders als das FA in der Einspruchsentscheidung&#8211; dahinstehen lassen, die getroffenen Feststellungen reichen jedoch aus, um auch dieses Merkmal zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Sanierungseignung des Schulderlasses erfordert, dass dieser allein oder zusammen mit anderen Ma&szlig;nahmen das &Uuml;berleben des Betriebes herbeizuf&uuml;hren geeignet ist (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/84, BFHE 143, 420, BStBl II 1985, 501). Ein steuerfreier Sanierungsgewinn liegt nicht vor, wenn der Schulderlass das sanierungsbed&uuml;rftige Unternehmen zwar vor dem Zusammenbruch bewahrt, hierdurch jedoch die Ertragsf&auml;higkeit nicht wiederhergestellt wird (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 1972 VIII&nbsp;R&nbsp;30\/66, BFHE 105, 260, BStBl II 1972, 531). In diesem Zusammenhang ist zu untersuchen, welche Zahlungsverpflichtungen das Unternehmen im Zeitpunkt des Schulderlasses hat, wie weit diese Verpflichtungen aus dem laufenden Gesch&auml;ft erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen und ob nach Fortfall der erlassenen Schulden die Zahlungsf&auml;higkeit als gesichert angesehen werden kann (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Februar 1999 IV&nbsp;B&nbsp;153\/97, BFH\/NV 1999, 929).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies ist aufgrund der von dem FG getroffenen Feststellungen zu verneinen. Auch nach dem teilweisen Schulderlass im Rahmen der Umschuldung kann nicht davon ausgegangen werden, die Lage der Kl&auml;ger insgesamt, also die durch die Krise im privaten Bereich verst&auml;rkte Unternehmenskrise, habe sich so entspannt, dass eine gesicherte Wiederherstellung der Zahlungsf&auml;higkeit erreicht worden w&auml;re. So wurde durch den teilweisen Darlehensverzicht der A-Bank die j&auml;hrliche Zinslast lediglich geringf&uuml;gig gesenkt. Das Unternehmen blieb durch die nun von der Sparkasse gew&auml;hrten Darlehen in H&ouml;he von 1,1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR weiter hoch belastet. Die Kl&auml;ger haben nicht dargetan, dass und aus welchen Gr&uuml;nden im Zeitpunkt des Forderungserlasses davon ausgegangen werden konnte, das Unternehmen werde durch den Erlass wieder ausreichend ertragsf&auml;hig. Auch ist objektiv nicht erkennbar, wie sich die finanzielle Gesamtsituation der Kl&auml;ger allein durch die Umschuldung und ohne weitere, begleitenden Ma&szlig;nahmen wesentlich verbessern sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben ersichtlich ohne Erstellung eines fundierten Sanierungsplans gehandelt. Dass sie konkrete Ma&szlig;nahmen zur Beseitigung der Krise im privaten Bereich getroffen, insbesondere ihr Ausgabeverhalten an die &uuml;ber die Jahre ver&auml;nderten Rahmenbedingungen angepasst h&auml;tten, haben sie nicht dargelegt. Der Forderungserlass hat zwar zun&auml;chst den Zusammenbruch des Unternehmens verhindert, eine hierdurch bewirkte Wiederherstellung der Ertragsf&auml;higkeit ist indes nicht substantiiert dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob die A-Bank als Gl&auml;ubigerin in Sanierungsabsicht handelte, braucht der Senat nach alledem nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die von den Kl&auml;gern erhobenen Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger sind der Auffassung, das FG habe eine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen, weil es in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausdr&uuml;cklich einen rechtlichen Hinweis erteilt habe, wonach im Streitfall die Merkmale der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit, Sanierungseignung und Sanierungsabsicht gegeben seien. Ein rechtlicher Hinweis nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 FGO h&auml;tte indes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung (ZPO) als wesentlicher Vorgang der Verhandlung protokolliert werden m&uuml;ssen (vgl. Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;94 FGO Rz&nbsp;19). Dazu ist dem Sitzungsprotokoll (zu dessen Beweiskraft: &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;165 ZPO) nichts zu entnehmen. Die Kl&auml;ger h&auml;tten insoweit bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung einen Antrag auf Protokollerg&auml;nzung nach &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;4 ZPO stellen m&uuml;ssen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Januar 2008 VII&nbsp;S&nbsp;56\/07 (PKH), BFH\/NV 2008, 809; vom 24.&nbsp;Februar 2003 III&nbsp;B&nbsp;117\/02, BFH\/NV 2003, 810, unter 3.b, m.w.N.). Der von dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst gefertigte &quot;Terminsbericht&quot; kann die fehlende Protokollierung nicht ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;ger das &Uuml;bergehen der in der Klageschrift zur Untermauerung ihres Sachvortrags f&uuml;r das Vorliegen der Sanierungsbed&uuml;rftigkeit und Sanierungsabsicht genannten Zeugen r&uuml;gen, liegt ein Verfahrensfehler, auf dem das FG-Urteil beruhen kann, jedenfalls nicht vor. Nach der insoweit ma&szlig;geblichen &#8211;und gem&auml;&szlig; den Ausf&uuml;hrungen unter II.5.a.&nbsp;bb&nbsp;(3) zutreffenden&#8211; Rechtsauffassung des FG war die Sanierungsbed&uuml;rftigkeit im Streitfall u.a. angesichts des fehlenden Einsatzes des vorhandenen Privatverm&ouml;gens zu verneinen. Hierauf bezogen sich der Sachvortrag und damit die angebotenen Zeugen jedoch nicht. Auf der unterbliebenen Vernehmung der Zeugen kann die Entscheidung des FG mithin nicht beruhen. Entsprechendes gilt, soweit das FG den zum Beweis des Handelns der A-Bank in Sanierungsabsicht genannten Zeugenangeboten nicht nachgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;ger k&ouml;nnen sich auch nicht darauf berufen, sie h&auml;tten f&uuml;r den Fall, dass das FG ihren Vortrag in tats&auml;chlicher und\/oder rechtlicher Hinsicht nicht als ausreichend erachte, ausdr&uuml;cklich um einen Hinweis gebeten. Ein Hinweis auf nahe liegende rechtliche oder tats&auml;chliche Gesichtspunkte ist zumindest dann nicht erforderlich, wenn die Kl&auml;ger &#8211;wie im Streitfall&#8211; fachkundig vertreten sind (z.B. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;B&nbsp;202\/07, BFH\/NV 2009, 118, unter&nbsp;5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2013, X R 39\/10 Abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden wegen eines Sanierungsgewinns &#8211; rechtlicher Hinweis nach &sect; 76 Abs. 2 FGO Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 2005 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Der Kl&auml;ger betreibt eine Handelsvertretung, den Gewinn ermittelt er durch Bestandsvergleich. 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