{"id":62351,"date":"2014-05-14T12:51:54","date_gmt":"2014-05-14T10:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62351"},"modified":"2014-05-14T12:51:54","modified_gmt":"2014-05-14T10:51:54","slug":"vii-r-26-10-gewerbliches-inkasso-einer-steuerberatungsgesellschaft-grundsaetzlich-unzulaessig-verfassungsmaessigkeit-des-grundsaetzlichen-verbots-einer-gewerblichen-neben-taetigkeit-einer-steuerberatu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-10-gewerbliches-inkasso-einer-steuerberatungsgesellschaft-grundsaetzlich-unzulaessig-verfassungsmaessigkeit-des-grundsaetzlichen-verbots-einer-gewerblichen-neben-taetigkeit-einer-steuerberatu\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;26\/10 &#8211; Gewerbliches Inkasso einer Steuerberatungsgesellschaft grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des grunds&auml;tzlichen Verbots einer gewerblichen (Neben-)T&auml;tigkeit einer Steuerberatungsgesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.1.2014, VII R 26\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbliches Inkasso einer Steuerberatungsgesellschaft grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des grunds&auml;tzlichen Verbots einer gewerblichen (Neben-)T&auml;tigkeit einer Steuerberatungsgesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Einer Steuerberatungsgesellschaft ist eine gewerbliche Inkassot&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich nicht gestattet. Sie kann ihr allenfalls durch eine Ausnahmegenehmigung nach &sect; 57 Abs. 4 StBerG gestattet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Erkl&auml;rt die Steuerberatungsgesellschaft eine solche T&auml;tigkeit zum Gegenstand ihres Unternehmens, ohne eine Ausnahmegenehmigung zu besitzen, kann die Steuerberaterkammer ihre Anerkennung widerrufen. Sie muss nicht abwarten, ob die T&auml;tigkeit tats&auml;chlich aufgenommen oder eine Ausnahmegenehmigung doch noch erteilt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine seit 2008 bestehende, anerkannte Steuerberatungsgesellschaft, deren T&auml;tigkeit in ihrer Satzung zun&auml;chst als gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen und damit zu vereinbarende T&auml;tigkeiten im Sinne des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) beschrieben war. Durch Gesellschafterbeschluss erg&auml;nzte die Kl&auml;gerin im Jahr 2009 den Unternehmensgegenstand durch die Angabe &quot;insbesondere des &sect;&nbsp;64 StBerG&quot;. Sie vertrat dazu zun&auml;chst die Auffassung, ein Steuerberater d&uuml;rfe &#8211;auch gewerblich&#8211; &quot;im Inkassobereich&quot; t&auml;tig sein. Jedenfalls k&ouml;nne ihr eine Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 StBerG erteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Steuerberaterkammer) erteilte keine Genehmigung und widerrief die Anerkennung der Kl&auml;gerin mit Bescheid vom 7.&nbsp;August 2009. Sie sieht die Erweiterung des Unternehmensgegenstandes als unzul&auml;ssig an, weil ein gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;iger Forderungseinzug mit dem Beruf des Steuerberaters unvereinbar sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage ist ohne Erfolg geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1251 ver&ouml;ffentlichten Urteil, die Anerkennung der Kl&auml;gerin als Steuerberatungsgesellschaft sei zu widerrufen gewesen, weil diese durch Satzungs&auml;nderung ihre Absicht zum Ausdruck gebracht habe, eine f&uuml;r einen Steuerberater unzul&auml;ssige gewerbliche Nebent&auml;tigkeit aufzunehmen. Unbeschadet der Bezugnahme lediglich auf &sect;&nbsp;64 StBerG sei den Gesamtumst&auml;nden auch nach au&szlig;en hin erkennbar zu entnehmen, dass die Kl&auml;gerin gewerbliches Inkasso betreiben wolle. Das lasse &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 StBerG &#8211;auch in der jetzt geltenden neuen Fassung&#8211; nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen die Versagung einer Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG erhobene verwaltungsgerichtliche Klage ist in allen Instanzen erfolglos geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, die geltend macht, aus &sect;&nbsp;64 StBerG ergebe sich, dass Inkasso eine vereinbare T&auml;tigkeit von Steuerberatungsgesellschaften sei. Die Zul&auml;ssigkeit einer solchen T&auml;tigkeit k&ouml;nne auch nicht von ihrem quantitativen Umfang abh&auml;ngig gemacht werden. Die Abgrenzung zwischen einer gewerblichen T&auml;tigkeit und einer auch von der Steuerberaterkammer f&uuml;r vereinbar gehaltenen T&auml;tigkeit sei &quot;v&ouml;llig flie&szlig;end&quot;, die Einhaltung einer Grenze &uuml;berhaupt nicht kontrollierbar. Im &Uuml;brigen handele es sich um eine &quot;blo&szlig;e T&auml;tigkeitsabsicht&quot;, die allein nicht zur Gesetzwidrigkeit des Gesellschaftszwecks und erst recht nicht zum schwerwiegenden Eingriff des Widerrufs f&uuml;hren k&ouml;nne. Unter dem Aspekt des Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes und des Gebots der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit m&uuml;ssten T&auml;tigkeitsverbote Vorrang haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen habe sie entgegen der Ansicht der Verwaltungsgerichte Anspruch auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG. Die Argumentation insbesondere des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) verm&ouml;ge nicht zu &uuml;berzeugen. Die vom Oberverwaltungsgericht beanstandete personelle Verflechtung mit einer Genossenschaft habe sie beseitigt und bei der Steuerberaterkammer erneut einen Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG gestellt, &uuml;ber den noch nicht entschieden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiter tr&auml;gt die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; vor, sie erw&auml;ge, ihren Sitz in den Bereich der Steuerberaterkammer X zu verlegen, welche offenbar der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nicht ablehnend gegen&uuml;berstehe. Aufgrund der inzwischen ergangenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 23.&nbsp;August 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2912\/11 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2013, 1058) best&uuml;nden zumindest ernstliche Aussichten, dass sie eine solche Genehmigung erhalten werde oder erstreiten k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Widerruf der Anerkennung sei daher jedenfalls unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, solange &uuml;ber die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung unter Ber&uuml;cksichtigung der vom BVerfG aufgestellten verfassungsrechtlichen Grunds&auml;tze nicht abschlie&szlig;end entschieden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig, insbesondere nicht unter dem Gesichtspunkt des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Sie ist jedoch nicht begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG entspricht im Ergebnis dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 StBerG hat die Steuerberaterkammer die Anerkennung einer Steuerberatungsgesellschaft zu widerrufen, wenn Voraussetzungen f&uuml;r die Anerkennung der Gesellschaft nachtr&auml;glich fortfallen. Das ist der Fall, wenn die Gesellschaft &#8211;z.B. durch Satzungs&auml;nderung&#8211; T&auml;tigkeiten zu ihrem Unternehmensgegenstand bestimmt, denen nachzugehen einem Steuerberater und dementsprechend gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;72 Abs.&nbsp;1 StBerG auch einer Steuerberatungsgesellschaft nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG nicht gestattet ist, insbesondere wenn diese gewerbliche T&auml;tigkeiten i.S. des &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 StBerG sind. Die Steuerberaterkammer muss in diesem Fall nicht etwa abwarten, ob die Steuerberatungsgesellschaft die von ihr bekundete Absicht, unzul&auml;ssige T&auml;tigkeiten aufzunehmen, auch tats&auml;chlich verwirklicht. Ebenso wie die Bekundung einer solchen Absicht die Anerkennung der Gesellschaft ausschl&ouml;sse, rechtfertigt sie den Widerruf einer bereits ausgesprochenen Anerkennung. Es ist auch &#8211;anders als die Kl&auml;gerin geltend machen will&#8211; nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, der Ank&uuml;ndigung vors&auml;tzlicher Missachtung des Berufsrechts nicht blo&szlig; mit einem &quot;T&auml;tigkeitsverbot&quot; oder &#8211;wie die Kl&auml;gerin anregt&#8211; einer &quot;Auflage&quot; entgegenzutreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat durch die 2009 beschlossene und im Handelsregister eingetragene Erg&auml;nzung ihrer Satzung die Absicht zum Ausdruck gebracht, eine gewerbliche Inkassot&auml;tigkeit &#8211;neben der bisher geleisteten Hilfe in Steuersachen&#8211; aufzunehmen. Ungeachtet des Wortlauts der damals beschlossenen Satzungs&auml;nderung steht dies f&uuml;r den erkennenden Senat aufgrund der vom FG vorgenommenen tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO fest. Eine solche gewerbliche T&auml;tigkeit ist nach der bereits angef&uuml;hrten Vorschrift des Steuerberatungsgesetzes grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig. &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 StBerG &auml;ndert daran nichts, wie bereits das FG eingehend und zutreffend dargelegt hat. Denn &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG erkl&auml;rt zwar die &Uuml;bertragung von Geb&uuml;hrenforderungen zur Einziehung an eine Steuerberatungsgesellschaft &#8211;auch ohne Zustimmung des Mandanten&#8211; f&uuml;r zul&auml;ssig. Es bedarf aber keiner n&auml;heren Ausf&uuml;hrung, dass damit nichts dar&uuml;ber gesagt ist, ob es dem Zessionar berufsrechtlich gestattet ist, den Erwerb solcher Forderungen bzw. den Auftrag zu einem Inkasso zum Gegenstand eines von ihm betriebenen Gewerbes zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn die Kl&auml;gerin demgegen&uuml;ber den bemerkenswerten Einwand meint erheben zu k&ouml;nnen, diesbez&uuml;gliche Verst&ouml;&szlig;e gegen das Berufsrecht k&ouml;nnten ohnehin nicht kontrolliert werden und die Abgrenzung zwischen einem erlaubten und einem verbotenen gewerblichen Inkasso sei flie&szlig;end, argumentiert sie zumindest in Unkenntnis der umfangreichen Rechtsprechung (auch) des Bundesfinanzhofs (BFH) zu den Merkmalen einer gewerblichen T&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das grunds&auml;tzliche Verbot einer gewerblichen (Neben-)T&auml;tigkeit einer Steuerberatungsgesellschaft ist auch nicht verfassungsrechtlich zu beanstanden. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass der Gesellschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG eine solche T&auml;tigkeit gestattet werden kann, wenn eine Pr&uuml;fung der Steuerberaterkammer ergibt, dass keine Bedenken gegen die Aufnahme einer solchen T&auml;tigkeit bestehen. Selbst wenn es aus der Sicht eines ge&auml;nderten Verst&auml;ndnisses der Berufsfreiheit auf dem Gebiet der Steuerberatung ausreichend erscheinen sollte, eine gewerbliche Nebent&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich zu gestatten und nur im Einzelfall bei konkreten Gefahren f&uuml;r die Steuerberatung zu verbieten, muss die bestehende gesetzliche Regelung gleichwohl verfassungsrechtlich hingenommen werden, wenn der Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers, der auch in diesem Zusammenhang besteht, hinreichend ber&uuml;cksichtigt wird. Denn diese Regelung bedeutet lediglich &#8211;wenn die f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG ma&szlig;geblichen Entscheidungskriterien so definiert werden, wie es die Kl&auml;gerin unter Berufung auf die Entscheidung des BVerfG in HFR 2013, 1058 f&uuml;r geboten h&auml;lt&#8211;, dass der Steuerberaterkammer zur Abwehr von Gefahren f&uuml;r die Steuerberatung ein vorg&auml;ngiges Pr&uuml;fungs- und Entscheidungsrecht einger&auml;umt wird, ob die beabsichtigte gewerbliche T&auml;tigkeit mit den Aufgaben einer Steuerberatungsgesellschaft vereinbar ist. Ein solcher Genehmigungsvorbehalt w&auml;re nur zu beanstanden, wenn eine Unvereinbarkeit von vornherein auszuschlie&szlig;en oder allenfalls ausnahmsweise zu gew&auml;rtigen w&auml;re, wovon keine Rede sein kann und was sich auch der vorgenannten Entscheidung des BVerfG nicht entnehmen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dass die zum Gegenstand ihres Unternehmens gemachte gewerbliche Inkassot&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin nicht gestattet ist, steht aufgrund der zwischen den Beteiligten ergangenen Entscheidung des BVerwG vom 26.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;8&nbsp;C&nbsp;26.11 (Neue Juristische Wochenschrift&nbsp;2013, 327) rechtskr&auml;ftig fest. Die umfangreichen Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin, dass das BVerwG nicht richtig entschieden habe, sind deshalb unbeachtlich. Es bedarf aufgrund der Rechtskraft der Entscheidung auch keiner Er&ouml;rterung der Frage, ob der erkennende Senat in dem vorliegenden Verfahren pr&uuml;fen und dar&uuml;ber entscheiden k&ouml;nnte, ob der Kl&auml;gerin eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen ist, oder ob dies einer gesonderten, gegebenenfalls vor den Verwaltungsgerichten zu erstreitenden Entscheidung der Steuerberaterkammer vorbehalten ist, wie das BVerwG in der eben angef&uuml;hrten Entscheidung erkannt hat (vgl. jedoch Beschluss des Senats vom 29.&nbsp;November 2011 VII&nbsp;B&nbsp;110\/09, BFH\/NV 2012, 797).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Kl&auml;gerin aufgrund ihres 2011 erneut gestellten Antrags auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG eine solche erhalten kann oder erhalten wird und ob der BFH grunds&auml;tzlich in einem Verfahren wegen des Widerrufs der Anerkennung als Steuerberatungsgesellschaft inzident pr&uuml;fen kann, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine Ausnahmegenehmigung erf&uuml;llt sind, ist f&uuml;r die hier zu treffende Entscheidung ohne Bedeutung, weshalb auch die von der Kl&auml;gerin angeregte Aussetzung des Verfahrens nicht in Betracht kommt. Wie sich &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO entnehmen l&auml;sst und den allgemeinen Grunds&auml;tzen des Revisionsrechts entspricht, ist neues tats&auml;chliches Vorbringen in einem Revisionsverfahren grunds&auml;tzlich nicht zu h&ouml;ren. Deshalb kann ein &#8211;wie hier&#8211; erst nach Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz, also vor dem FG, vorgetragener Sachverhalt wie die erneute Antragstellung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG bzw. die zur Vorbereitung dieses Antrags von der Kl&auml;gerin vorgenommene personelle Entflechtung bei der vom Senat zu treffenden Revisionsentscheidung nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Widerruf der Anerkennung der Kl&auml;gerin ist auch nicht deshalb unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, weil diese Aussicht haben mag, eine Ausnahmegenehmigung nach &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;4 StBerG doch noch zu erhalten. Wer eine T&auml;tigkeit zum Gegenstand seines Unternehmens erkl&auml;rt, f&uuml;r die er eine Ausnahmegenehmigung ben&ouml;tigt, aber (wenigstens noch) nicht besitzt, handelt, wie ausgef&uuml;hrt, gesetzwidrig. Das mag die Steuerberaterkammer m&ouml;glicherweise vor&uuml;bergehend dulden k&ouml;nnen, sie &uuml;berschreitet aber nicht die Grenzen, die der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz ihrem Handeln setzt, wenn sie die gesetzlich vorgesehene Rechtsfolge verh&auml;ngt &#8211;das Gesetz r&auml;umt ihr insofern ein Widerrufs-&quot;Ermessen&quot; &uuml;berhaupt nicht ein&#8211;, und die Bestellung bzw. die Anerkennung widerruft. Eine ernstzunehmende rechtliche Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, weshalb die Steuerberaterkammer ein solches Verhalten sollte tolerieren m&uuml;ssen, vermag der erkennende Senat weder dem Vorbringen der Revision zu entnehmen noch sonst zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.1.2014, VII R 26\/10 Gewerbliches Inkasso einer Steuerberatungsgesellschaft grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des grunds&auml;tzlichen Verbots einer gewerblichen (Neben-)T&auml;tigkeit einer Steuerberatungsgesellschaft Leits&auml;tze Einer Steuerberatungsgesellschaft ist eine gewerbliche Inkassot&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich nicht gestattet. Sie kann ihr allenfalls durch eine Ausnahmegenehmigung nach &sect; 57 Abs. 4 StBerG gestattet werden. Erkl&auml;rt die Steuerberatungsgesellschaft eine solche T&auml;tigkeit zum &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-10-gewerbliches-inkasso-einer-steuerberatungsgesellschaft-grundsaetzlich-unzulaessig-verfassungsmaessigkeit-des-grundsaetzlichen-verbots-einer-gewerblichen-neben-taetigkeit-einer-steuerberatu\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;26\/10 &#8211; Gewerbliches Inkasso einer Steuerberatungsgesellschaft grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des grunds&auml;tzlichen Verbots einer gewerblichen (Neben-)T&auml;tigkeit einer Steuerberatungsgesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62351\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}