{"id":62381,"date":"2014-05-14T12:57:20","date_gmt":"2014-05-14T10:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62381"},"modified":"2014-05-14T12:57:32","modified_gmt":"2014-05-14T10:57:32","slug":"ix-r-45-13-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-im-falle-der-nicht-steuerbaren-veraeusserung-einer-immobilie-zurechnung-eines-von-einer-vermoegensverwa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-45-13-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-im-falle-der-nicht-steuerbaren-veraeusserung-einer-immobilie-zurechnung-eines-von-einer-vermoegensverwa\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;45\/13 &#8211; Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung im Falle der nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie; Zurechnung eines von einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft aufgenommenen, der Immobilienfinanzierung dienenden Anschaffungsdarlehens nach Beendigung der Gesellschaft &#8211; Sog. &quot;Surrogationsbetrachtung&quot; und Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.4.2014, IX R 45\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung im Falle der nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie; Zurechnung eines von einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft aufgenommenen, der Immobilienfinanzierung dienenden Anschaffungsdarlehens nach Beendigung der Gesellschaft &#8211; Sog. &quot;Surrogationsbetrachtung&quot; und Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Schuldzinsen, die auf Verbindlichkeiten entfallen, welche der Finanzierung von Anschaffungskosten eines zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Wohngrundst&uuml;cks dienten, k&ouml;nnen auch nach einer nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie grunds&auml;tzlich weiter als (nachtr&auml;gliche) Werbungskosten abgezogen werden, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht getilgt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Auch auf ein Refinanzierungs- oder Umschuldungsdarlehen gezahlte Schuldzinsen k&ouml;nnen im Einzelfall durch die (fr&uuml;here) Eink&uuml;nfteerzielung veranlasst sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. War der Steuerpflichtige an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft beteiligt, ist ihm ein von der Gesellschaft zur Finanzierung der Anschaffungskosten eines zur Vermietung bestimmten Wohngrundst&uuml;cks aufgenommenes und urspr&uuml;nglich durch diese Eink&uuml;nfteerzielung veranlasstes Darlehen nach der Beendigung der Gesellschaft grunds&auml;tzlich in dem Umfang zuzurechnen, in dem ihm vormals auch Eink&uuml;nfte anteilig zuzurechnen waren.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute; sie wurden in den Streitjahren (2009 und 2010) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war, neben zwei weiteren Gesellschaftern (A und B), an einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) beteiligt, die im Jahr 1996 ein Mehrfamilienhaus in X errichtete, welches nach Fertigstellung der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung diente. Die GbR ver&auml;u&szlig;erte das Mehrfamilienhaus &#8211;nach Ablauf der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG)&#8211; mit notariell beurkundetem Vertrag vom 9.&nbsp;Oktober 2007; der Ver&auml;u&szlig;erungspreis wurde dem Konto der GbR im Januar 2008 gutgeschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erl&ouml;s aus der nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung des Mehrfamilienhauses reichte indes nicht aus, um die im Zeitpunkt der Zahlung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises bestehenden Darlehensverbindlichkeiten der GbR vollst&auml;ndig auszugleichen. Das verbliebene Darlehen wurde anteilig in H&ouml;he von 75.000&nbsp;EUR durch den Gesellschafter A am 29.&nbsp;Dezember 2008 getilgt. Die nach anteiliger Tilgung noch verbliebene Darlehensrestschuld in H&ouml;he von 59.550,27&nbsp;EUR &uuml;bernahm der Kl&auml;ger ebenso wie die am Jahresende 2008 bestehende Kontokorrentschuld der GbR bei der D Bank in H&ouml;he von 12.158,60&nbsp;EUR. Sodann wurde die GbR von den Gesellschaftern noch im Jahr 2008 aufgel&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Finanzierung der &uuml;bernommenen Darlehensrestschuld sowie der Kontokorrentschuld der GbR nahm der Kl&auml;ger unter dem 6.&nbsp;Dezember 2008 ein neues Darlehen &uuml;ber 71.000&nbsp;EUR bei der D Bank auf; die auf dieses Darlehen gezahlten Schuldzinsen in H&ouml;he von 4.801&nbsp;EUR (2009) und 4.053&nbsp;EUR (2010) machten die Kl&auml;ger im Rahmen ihrer Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre als Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Schuldzinsen in den Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre vom 6.&nbsp;Dezember 2010 (2009) und vom 15.&nbsp;September 2011 (2010) nicht. In seiner Einspruchsentscheidung f&uuml;hrte das FA unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;67\/10 (BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275) aus, dass ein Abzug der nachtr&auml;glichen Schuldzinsen im Streitfall ausscheide, weil das ma&szlig;gebliche Objekt &#8211;anders als im Verfahren IX&nbsp;R&nbsp;67\/10&#8211; nicht steuerbar ver&auml;u&szlig;ert worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) vertrat in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1990 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Auffassung, dass auch im Falle einer Ver&auml;u&szlig;erung des Vermietungsobjektes au&szlig;erhalb der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG der wirtschaftliche Zusammenhang nachtr&auml;glicher Schuldzinsen zu den fr&uuml;heren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung nicht aufgehoben werde, so dass auch solche Aufwendungen als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA. Es vertritt die Ansicht, ein Veranlassungszusammenhang von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen mit fr&uuml;heren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung sei ausschlie&szlig;lich in jenen F&auml;llen anzunehmen, in denen das Vermietungsobjekt auch innerhalb der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG und damit steuerbar und steuerpflichtig ver&auml;u&szlig;ert worden sei. Allenfalls komme eine Ber&uuml;cksichtigung der im Streitfall geltend gemachten nachtr&auml;glichen Schuldzinsen als Werbungskosten bei den sonstigen Eink&uuml;nften i.S. der &sect;&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, 23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen,<br \/>hilfsweise, die angefochtenen Bescheide dahin zu &auml;ndern, dass die im Streitfall geltend gemachten nachtr&auml;glichen Schuldzinsen nur bei den sonstigen Eink&uuml;nften i.S. der &sect;&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, 23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG Ber&uuml;cksichtigung finden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung). Nach den bisherigen Feststellungen des FG kann nicht entschieden werden, ob die von den Kl&auml;gern in den Streitjahren geltend gemachten Schuldzinsen als Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Hierzu z&auml;hlen auch Schuldzinsen, soweit diese mit einer Einkunftsart, vorliegend den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein steuerrechtlich anzuerkennender wirtschaftlicher Zusammenhang von Schuldzinsen mit Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung ist nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats gegeben, wenn ein objektiver Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der &Uuml;berlassung eines Vermietungsobjektes zur Nutzung besteht und subjektiv die Aufwendungen zur F&ouml;rderung dieser Nutzungs&uuml;berlassung gemacht werden. Mit der erstmaligen (d.h. tats&auml;chlichen) Verwendung einer Darlehensvaluta zur Anschaffung eines Vermietungsobjektes wird die ma&szlig;gebliche Verbindlichkeit diesem Verwendungszweck unterstellt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mit dem genannten Urteil in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275 hat der BFH die in der fr&uuml;heren Rechtsprechung vertretene Auffassung zur beschr&auml;nkten Abziehbarkeit nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung (vgl. etwa BFH-Urteile vom 25.&nbsp;April 1995 IX&nbsp;R&nbsp;114\/92, BFH\/NV 1995, 966; vom 7.&nbsp;August 1990 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/86, BFHE 162, 48; vom 21.&nbsp;Dezember 1982 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/82, BFHE 138, 47, BStBl II 1983, 373) aufgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat ging in der genannten Grundsatzentscheidung davon aus, dass die die bisherige Rechtsprechung pr&auml;gende Erw&auml;gung, ein urspr&uuml;nglich bestehender wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen einem zur Finanzierung von Anschaffungskosten aufgenommenen Darlehen und den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung sei mit der Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks beendet und das anschlie&szlig;end fortbestehende (Rest-)Darlehen habe seine Ursache in dem im privaten Verm&ouml;gensbereich erlittenen, nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erungsverlust, vor dem Hintergrund der mit dem Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 getroffenen gesetzgeberischen Grundentscheidung, Wertsteigerungen bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Privatverm&ouml;gens in deutlich erweitertem Umfang zu erfassen, nicht l&auml;nger tragen k&ouml;nne. Der Senat hat diese systempr&auml;genden und -ver&auml;ndernden gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Anlass genommen, seine von der sog. &quot;Surrogationsbetrachtung&quot; getragene Rechtsprechung, mit der er auch schon bisher den Abzug &quot;nachtr&auml;glicher&quot; Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen hat, zu erweitern, um die notwendige steuerrechtliche Gleichbehandlung von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen bei den Gewinn- und den &Uuml;berschusseink&uuml;nften wieder herzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die bei allen Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 EStG zur Anwendung kommende Surrogationsbetrachtung geht von folgender Grund&uuml;berlegung aus: Wird ein einzelnes Wirtschaftsgut (oder eine komplette Organisationseinheit von Wirtschaftsg&uuml;tern, wie etwa ein Betrieb), in das (oder in die) der Steuerpflichtige Darlehensmittel investiert hat, ver&auml;u&szlig;ert und der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s seinerseits zum Zwecke der Einkunftserzielung eingesetzt, k&ouml;nnen die f&uuml;r das zur&uuml;ckbehaltene bzw. aufrechterhaltene Darlehen gezahlten Zinsen unter bestimmten Voraussetzungen weiter als Werbungskosten oder Betriebsausgaben bei der neuen Einkunftsquelle zu ber&uuml;cksichtigen sein. Die Anwendung der Surrogationsbetrachtung bei der Pr&uuml;fung des &#8211;fortdauernden&#8211; Veranlassungszusammenhangs im Falle von &Auml;nderungen in der Verwendung von Darlehensmitteln entspricht der st&auml;ndigen, von der Finanzverwaltung in vollem Umfang akzeptierten Rechtsprechung des BFH (z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Oktober 1996 VIII&nbsp;R&nbsp;68\/94, BFHE 182, 312, BStBl II 1997, 454; vom 7.&nbsp;Juli 1998 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209; vom 8.&nbsp;April 2003 IX&nbsp;R&nbsp;36\/00, BFHE 202, 280, BStBl II 2003, 706; vom 17.&nbsp;August 2005 IX&nbsp;R&nbsp;23\/03, BFHE 211, 143, BStBl II 2006, 248; vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/04, BFHE 217, 460, BStBl II 2007, 699) und ist auch in der Literatur allgemein anerkannt (z.B. Bl&uuml;mich\/Wied, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;438 &quot;&Auml;nderung der Darlehensqualifikation\/Umwidmung&quot;; Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;210; Schmidt\/Loschelder, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;82; Bl&uuml;mich\/ Ebling, &sect;&nbsp;17 EStG Rz&nbsp;546; Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;300 &quot;Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen&quot; und &quot;Umwidmung von Darlehen&quot;, jeweils als Unterpunkt bei &quot;Schuldzinsen&quot;; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;276; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;24 EStG Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Finanzverwaltung sieht es im Hinblick auf den Grundsatz der steuerlichen Gleichbehandlung von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen bei Gewinn- und &Uuml;berschusseinkunftsarten als notwendig an, Schuldzinsen, die bisher ohne R&uuml;ckgriff auf die Surrogationsbetrachtung aus anderen Erw&auml;gungen als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung Anerkennung fanden (s. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 1999 IX&nbsp;R&nbsp;42\/97, BFHE 190, 165, BStBl II 2001, 528; vom 12.&nbsp;Oktober 2005 IX&nbsp;R&nbsp;28\/04, BFHE 211, 255, BStBl II 2006, 407, zu Schuldzinsen f&uuml;r darlehensfinanzierte Erhaltungsaufwendungen), k&uuml;nftig nach diesem, f&uuml;r alle Eink&uuml;nfte einheitlichen Ma&szlig;stab und unter Ber&uuml;cksichtigung des sog. Grundsatzes des Vorrangs der Schuldentilgung &#8211;s. unter II.4.b&nbsp;aa der Gr&uuml;nde&#8211; zu behandeln (Schreiben des Bundesministers der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 15.&nbsp;Januar 2014, BStBl I 2014, 108).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vollst&auml;ndige &Uuml;bertragung dieser Erw&auml;gungen auf die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;hrt dazu, dass ein einmal begr&uuml;ndeter (und zwischenzeitlich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden weggefallener) wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang eines Darlehens mit Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG nicht allein deshalb entf&auml;llt, weil die mit den Darlehensmitteln angeschaffte Immobilie ver&auml;u&szlig;ert wird. Vielmehr setzt sich der urspr&uuml;ngliche Veranlassungszusammenhang zwischen dem Darlehen und den Eink&uuml;nften aus der Vermietung &#8211;unabh&auml;ngig von der Ver&auml;u&szlig;erung und mithin auch unabh&auml;ngig von der Frage ihrer Steuerbarkeit&#8211; am Ver&auml;u&szlig;erungspreis fort. Daher sind nachtr&auml;gliche Schuldzinsen, die auf ein solches Darlehen entfallen, grunds&auml;tzlich auch nach einer Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie au&szlig;erhalb der Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG weiter als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht getilgt werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ist daher ma&szlig;geblich, was mit dem Ver&auml;u&szlig;erungspreis geschieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Schafft der Steuerpflichtige damit eine neue Einkunftsquelle &#8211;etwa ein zur Vermietung bestimmtes Immobilienobjekt&#8211; an, besteht der Zusammenhang (ggf. anteilig in H&ouml;he des verwendeten Erl&ouml;ses) am neuen Objekt fort (so schon BFH-Urteil in BFHE 202, 280, BStBl II 2003, 706).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird kein neues Objekt und auch keine anderweitige Einkunftsquelle angeschafft, kommt es darauf an, ob der Verkaufserl&ouml;s ausreicht, um das Darlehen abzul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ist dies der Fall, endet der wirtschaftliche Zusammenhang i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob der Steuerpflichtige tats&auml;chlich das Darlehen abl&ouml;st, oder ob er den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s anderweitig (privat) verwendet und das Darlehen bestehen l&auml;sst. Denn im letztgenannten Fall wird der grunds&auml;tzlich fortbestehende Veranlassungszusammenhang von einer privat motivierten Entscheidung &#8211;die Nichtabl&ouml;sung des Darlehens bzw. der anderweitigen Verwendung des Verkaufserl&ouml;ses&#8211; ersetzt (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2009 IX&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFH\/NV 2009, 1255).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein dahin gehendes, privat motiviertes Verhalten st&uuml;nde zudem im Widerspruch zu dem aus den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen der &sect;&sect;&nbsp;734, 735 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches und &sect;&nbsp;145 des Handelsgesetzbuches abgeleiteten und im Rahmen der Ber&uuml;cksichtigung nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung sinngem&auml;&szlig; anzuwendenden sog. Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung (vgl. allg. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;November 1984 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/81, BFHE 143, 120, BStBl II 1985, 323). Nach diesem Grundsatz hat die Tilgung von Schulden der Gesellschaft im Zuge ihrer Aufl&ouml;sung &#8211;mittels des dem Gesellschafter zur Verf&uuml;gung stehenden (Betriebs-)Verm&ouml;gens&#8211; Vorrang vor der Befriedigung privater Bed&uuml;rfnisse der Gesellschafter oder ihrer Anspr&uuml;che gegen&uuml;ber der Gesellschaft (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Februar 1996 VIII&nbsp;R&nbsp;18\/92, BFHE 180, 79, BStBl II 1996, 291; vom 12.&nbsp;November 1997 XI&nbsp;R&nbsp;98\/96, BFHE 184, 502, BStBl II 1998, 144; vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2007 X&nbsp;R&nbsp;15\/04, BFHE 217, 507, BStBl II 2007, 642, sowie in BFHE 143, 120, BStBl II 1985, 323, und in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275). Verwertungshindernisse rechtfertigen im Einzelfall eine Ausnahme vom Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung; dies gilt jedoch nur f&uuml;r solche Verwertungshindernisse, die ihren Grund in der urspr&uuml;nglichen eink&uuml;nftebezogenen Sph&auml;re haben (vgl. BFH-Urteile in BFHE 217, 507, BStBl II 2007, 642; vom 19.&nbsp;August 1998 X&nbsp;R&nbsp;96\/95, BFHE 187, 21, BStBl II 1999, 353).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;bertragen auf die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung bedeutet dies, dass der Steuerpflichtige den aus der Ver&auml;u&szlig;erung der bislang vermieteten Immobilie erzielten Erl&ouml;s &#8211;soweit nicht Tilgungshindernisse entgegenstehen&#8211; stets und in vollem Umfang zur Abl&ouml;sung eines im Zusammenhang mit der Eink&uuml;nfteerzielung aufgenommenen Darlehens verwenden muss (in diesem Sinne auch zutreffend BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 108, zu Schuldzinsen f&uuml;r darlehensfinanzierte Erhaltungsaufwendungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ver&auml;u&szlig;ert der Steuerpflichtige demgegen&uuml;ber die vermietete Immobilie, reicht der Verkaufserl&ouml;s aber nicht aus, ein hierf&uuml;r aufgenommenes Darlehen abzul&ouml;sen, bleibt &#8211;in einem ersten Schritt&#8211; der nicht abl&ouml;sbare Teil des (fortgef&uuml;hrten) Anschaffungsdarlehens im Zusammenhang mit den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da die Rechtsprechung des BFH zur Anerkennung von Schuldzinsen als Werbungskosten indes nicht allein auf den urspr&uuml;nglichen, mit der Schuldaufnahme verfolgten Zweck und damit ausschlie&szlig;lich auf die erstmalige Verwendung der Darlehensmittel abstellt, k&ouml;nnen &#8211;in einem zweiten Schritt&#8211; auch auf ein Refinanzierungs&#8211; oder Umschuldungsdarlehen gezahlte Schuldzinsen dem Grunde nach durch die (fr&uuml;here) Eink&uuml;nfteerzielung veranlasst sein (so schon BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juli 1998 VIII&nbsp;R&nbsp;57\/96, BFH\/NV 1999, 594). Vor diesem Hintergrund kann auch ein Darlehen, das nicht unmittelbar dazu dient, Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Immobilie zu finanzieren, sondern aufgenommen wird, um ein bereits fr&uuml;her aufgenommenes und nach Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie fortgef&uuml;hrtes Anschaffungsdarlehen umzuschulden, mit Blick auf die Surrogationsbetrachtung noch in einem mittelbaren &#8211;und damit hinreichenden (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Juli 2007 IX&nbsp;R&nbsp;2\/05, BFHE 218, 353, BStBl II 2007, 941)&#8211; wirtschaftlichen Zusammenhang i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung stehen. Hat das &quot;Altdarlehen&quot; der Finanzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts gedient, dient in diesen F&auml;llen &#8211;wirtschaftlich gesehen&#8211; auch das umgeschuldete &quot;neue Darlehen&quot; (noch immer) der Finanzierung dieser Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, soweit die Valuta des Umschuldungsdarlehens nicht &uuml;ber den abzul&ouml;senden Restdarlehensbetrag hinausgeht und die Umschuldung sich im Rahmen einer markt&uuml;blichen Finanzierung &#8211;wozu regelm&auml;&szlig;ig auch eine vertraglich fixierte Tilgungsvereinbarung geh&ouml;rt&#8211; bewegt (vgl. hierzu auch BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Januar 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;40\/06, BFHE 228, 216, BStBl II 2011, 254, zur steuersch&auml;dlichen Darlehensverwendung bei Lebensversicherungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Hat der Steuerpflichtige seine urspr&uuml;ngliche steuerbare T&auml;tigkeit in gesellschaftsrechtlicher Verbundenheit ausge&uuml;bt, ist es f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen nach Ver&auml;u&szlig;erung der bislang zur Eink&uuml;nfteerzielung genutzten Immobilie &uuml;berdies von Bedeutung, in welchem Umfang der Steuerpflichtige seinerzeit den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG selbst erf&uuml;llt hat. Die Frage nach dem objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;21 EStG ist dabei vornehmlich eine Frage der Zurechnung von Eink&uuml;nften (s. Bl&uuml;mich\/ Heuermann, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;41); f&uuml;r die Zurechnung von zur Eink&uuml;nfteerzielung genutzten Wirtschaftsg&uuml;tern &#8211;auch f&uuml;r Darlehen&#8211; gilt insoweit die Bruchteilsbetrachtung (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;29\/11, BFH\/NV 2012, 1952). War der Steuerpflichtige &#8211;wie im Streitfall&#8211; an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft beteiligt, ist ihm daher ein von der Gesellschaft zur Finanzierung der Anschaffungskosten einer zur Vermietung bestimmten Immobilie aufgenommenes und urspr&uuml;nglich durch diese Eink&uuml;nfteerzielung veranlasstes Darlehen nach der Beendigung der Gesellschaft grunds&auml;tzlich in dem gleichen Umfang zuzurechnen, in dem ihm vormals auch Eink&uuml;nfte anteilig zuzurechnen waren. Jedenfalls in diesem Umfang kann der Steuerpflichtige &#8211;unter den eingangs genannten weiteren Voraussetzungen&#8211; grunds&auml;tzlich auch Schuldzinsen als nachtr&auml;gliche Werbungskosten geltend machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben, weil es diesen Grunds&auml;tzen nicht in vollem Umfang entspricht. Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann auf der Grundlage der vom FG getroffenen Feststellungen nicht entscheiden, ob und ggf. inwieweit ein Abzug der von den Kl&auml;gern geltend gemachten Zinsaufwendungen als Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die ma&szlig;geblichen Schuldzinsen wurden nicht auf ein Darlehen geleistet, das der Kl&auml;ger &#8211;als Gesellschafter der GbR&#8211; zur Finanzierung der Herstellungskosten einer der Vermietung dienenden Immobilie aufgenommen und tats&auml;chlich verwendet hat. Soweit die Herstellungskosten des Mehrfamilienhauses fremdfinanziert worden sind, wurden die in diesem Zusammenhang aufgenommenen Darlehen nach der Ver&auml;u&szlig;erung des Objektes und der Aufl&ouml;sung der GbR nicht fortgef&uuml;hrt, sondern zur&uuml;ckgezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall wurden die von den Kl&auml;gern als Werbungskosten geltend gemachten Schuldzinsen vielmehr auf ein Darlehen geleistet, das (auch) der Finanzierung einer (anteiligen) R&uuml;ckf&uuml;hrung der nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie und Aufl&ouml;sung der GbR verbliebenen Darlehensverbindlichkeiten diente. Nimmt der Steuerpflichtige in einem solchen Fall ein neues Darlehen auf, das der Finanzierung einer vom Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht gedeckten Restschuld dient, steht auch ein solches &quot;Umschuldungsdarlehen&quot; dem Grunde nach noch in einem mittelbaren und damit ausreichenden Veranlassungszusammenhang mit den fr&uuml;heren Eink&uuml;nften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt nach Ma&szlig;gabe der unter II.5. der Gr&uuml;nde erl&auml;uterten Rechtsgrunds&auml;tze im Streitfall jedoch nur, soweit<br \/>(1) dem Kl&auml;ger im Umfang der neu begr&uuml;ndeten Darlehensverpflichtung vormals die in gesellschaftsrechtlicher Verbundenheit erzielten Eink&uuml;nfte auch pers&ouml;nlich zuzurechnen waren,<br \/>(2) die Valuta des Umschuldungsdarlehens nicht &uuml;ber den insoweit abzul&ouml;senden Restdarlehensbetrag hinausgeht und<br \/>(3) die Umschuldung sich im Rahmen einer &uuml;blichen Finanzierung bewegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG wird im zweiten Rechtsgang pr&uuml;fen, ob und ggf. inwieweit das vom Kl&auml;ger aufgenommene Umschuldungsdarlehen nach den dargelegten Grunds&auml;tzen noch immer der Finanzierung der Herstellungskosten des Mehrfamilienhauses dient und mithin durch die fr&uuml;heren Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung veranlasst ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.4.2014, IX R 45\/13 Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung im Falle der nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie; Zurechnung eines von einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft aufgenommenen, der Immobilienfinanzierung dienenden Anschaffungsdarlehens nach Beendigung der Gesellschaft &#8211; Sog. &quot;Surrogationsbetrachtung&quot; und Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung Leits&auml;tze 1. Schuldzinsen, die auf Verbindlichkeiten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-45-13-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-im-falle-der-nicht-steuerbaren-veraeusserung-einer-immobilie-zurechnung-eines-von-einer-vermoegensverwa\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;45\/13 &#8211; Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung im Falle der nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie; Zurechnung eines von einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft aufgenommenen, der Immobilienfinanzierung dienenden Anschaffungsdarlehens nach Beendigung der Gesellschaft &#8211; Sog. &quot;Surrogationsbetrachtung&quot; und Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62381\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}