{"id":62644,"date":"2014-06-18T11:32:23","date_gmt":"2014-06-18T09:32:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62644"},"modified":"2014-06-18T11:32:23","modified_gmt":"2014-06-18T09:32:23","slug":"v-r-14-13-zusatzverpflegung-an-bord-von-flugzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-14-13-zusatzverpflegung-an-bord-von-flugzeugen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;14\/13 &#8211; Zusatzverpflegung an Bord von Flugzeugen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.2.2014, V R 14\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zusatzverpflegung an Bord von Flugzeugen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Snacks, kleine S&uuml;&szlig;igkeiten und Getr&auml;nke, die an Bord eines Flugzeugs w&auml;hrend einer Bef&ouml;rderung innerhalb des Gemeinschaftsgebiets gegen gesondertes Entgelt abgegeben werden, werden nach &sect; 3e UStG am Abgangsort des Flugzeugs geliefert. Es handelt sich nicht um eine Nebenleistung zur Flugbef&ouml;rderung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Fluggesellschaft, stellte in den Streitjahren (1999 bis 2001) auf grenz&uuml;berschreitenden Fl&uuml;gen ihren Flugg&auml;sten Speisen und Getr&auml;nke zur Verf&uuml;gung, die die Kunden durch den Flugpreis verg&uuml;teten. Dar&uuml;ber hinaus stellte sie den Flugg&auml;sten gegen gesondertes Entgelt weitere Speisen und Getr&auml;nke wie z.B. Snacks, S&uuml;&szlig;igkeiten und (alkoholische) Getr&auml;nke zur Verf&uuml;gung. Die Kl&auml;gerin war der Auffassung, dass auch die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken gegen gesondertes Entgelt nicht der Umsatzsteuer unterliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken gegen gesondertes Entgelt nicht steuerfrei sei und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderte Steuerbescheide. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 973 ver&ouml;ffentlichten Urteil der Klage insoweit statt, als die Kl&auml;gerin Speisen und Getr&auml;nke gegen gesondertes Entgelt bei Fl&uuml;gen in Drittstaaten im Inland als nichtsteuerbare Leistung abgegeben habe. Demgegen&uuml;ber sei die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken gegen gesondertes Entgelt bei Fl&uuml;gen im Gemeinschaftsgebiet gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3e des Umsatzsteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung (UStG) steuerbar und auch steuerpflichtig gewesen. Die entgeltliche Abgabe von S&uuml;&szlig;igkeiten und (alkoholischen) Getr&auml;nken an Bord eines Flugzeugs sei &#8211;anders als die sog. inkludierte Restauration&#8211; nicht als unselbst&auml;ndige Nebenleistung Teil eines Flugbef&ouml;rderungsgesch&auml;fts, das gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG von der Umsatzbesteuerung auszunehmen sei. Es handele sich um eigenst&auml;ndige Lieferungen von Gegenst&auml;nden, nicht aber &#8211;auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Inanspruchnahme von Klapptischen&#8211; um sonstige Leistungen. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;6 Buchst.&nbsp;e UStG sei nicht anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision, f&uuml;r die sie Verletzung materiellen Rechts anf&uuml;hrt. Die Abgabe der Speisen und Getr&auml;nke zum Verzehr an Bord der Flugzeuge gegen gesondertes Entgelt unterliege als Teil der grenz&uuml;berschreitenden Personenbef&ouml;rderung im Luftverkehr nicht der Umsatzsteuer. Zumindest sei &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;6 Buchst.&nbsp;e UStG analog anzuwenden. Die eigenst&auml;ndige Bestellung und Bezahlung der Speisen und Getr&auml;nke stehe der Annahme einer Nebenleistung nicht entgegen. Es sei nicht zwischen einer Grundversorgung mit Nahrungsmitteln an Bord und einer dar&uuml;ber hinausgehenden Genussbefriedigung zu unterscheiden. Eine derartige Differenzierung stehe nicht mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) in Einklang. Der Verzehr der Speisen und Getr&auml;nke sei &ouml;rtlich und zeitlich an den Flug gebunden. Zwischen Schiffs- und Flugreisen sei nicht zu differenzieren. Auf die Preisgestaltung komme es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>unter teilweiser Aufhebung des Urteils des FG und unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;April 2009 und unter Ab&auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide 1999 bis 2001 vom 6.&nbsp;September 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;April 2009 die Umsatzsteuer 1999 auf &#8230;&nbsp;EUR, die Umsatzsteuer 2000 auf &#8230;&nbsp;EUR und die Umsatzsteuer 2001 auf &#8230;&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es l&auml;gen gesonderte Lieferungen vor, die gegen&uuml;ber der Flugbef&ouml;rderung eigenst&auml;ndig seien. Die Lieferungen seien nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass es sich bei den von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistungen um Lieferungen i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG handelte, die bei den im Revisionsverfahren noch streitigen Bef&ouml;rderungen innerhalb des Gemeinschaftsgebiets gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3e UStG als am Abgangsort des jeweiligen Bef&ouml;rderungsmittels im Gemeinschaftsgebiet erbracht gelten. Diese Lieferungen sind nicht steuerfrei und unterliegen auch keinem Besteuerungsverzicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat mit der Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken im Inland steuerbare Lieferungen ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird ein Gegenstand an Bord eines Schiffes, in einem Luftfahrzeug oder in einer Eisenbahn w&auml;hrend einer Bef&ouml;rderung innerhalb des Gemeinschaftsgebiets geliefert, gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3e Abs.&nbsp;1 UStG der Abgangsort des jeweiligen Bef&ouml;rderungsmittels im Gemeinschaftsgebiet als Ort der Lieferung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtlich beruht diese Vorschrift auf Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). F&uuml;r den Fall, dass die Lieferung von Gegenst&auml;nden an Bord eines Schiffes, eines Flugzeugs oder in einer Eisenbahn und w&auml;hrend des innerhalb der Gemeinschaft stattfindenden Teils einer Bef&ouml;rderung erfolgt, gilt danach als Ort der Lieferung der Abgangsort des Personenbef&ouml;rderungsmittels.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Ber&uuml;cksichtigung der unionsrechtlichen Vorgaben ist entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht ersichtlich, dass &sect;&nbsp;3e Abs.&nbsp;1 UStG im Widerspruch zu seinem eindeutigen Wortlaut, der nicht nach der Art der gelieferten Gegenst&auml;nde unterscheidet, auf bestimmte Arten von Lieferungen wie etwa der Lieferung &quot;abgabenfreier Ware&quot; zu beschr&auml;nken sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Leistungen sind umsatzsteuerrechtlich als Lieferungen i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG und nicht als sonstige Leistungen anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG sind Lieferungen eines Unternehmers Leistungen, durch die er oder in seinem Auftrag ein Dritter den Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef&auml;higt, im eigenen Namen &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht). Demgegen&uuml;ber war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 UStG die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken zum Verzehr an Ort und Stelle eine sonstige Leistung, wobei Speisen und Getr&auml;nke in diesem Sinne zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben wurden, wenn sie nach den Umst&auml;nden der Abgabe dazu bestimmt waren, an einem Ort verzehrt zu werden, der mit dem Abgabeort in einem r&auml;umlichen Zusammenhang stand, und besondere Vorrichtungen f&uuml;r den Verzehr an Ort und Stelle bereitgehalten wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Wortlaut dieser Regelungen nicht in vollem Umfang richtlinienkonform war (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Dezember 2008 V&nbsp;R&nbsp;55\/06, BFHE 223, 539, BFH\/NV 2009, 673, unter II.4.a), bestimmten &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 UStG nicht abschlie&szlig;end, unter welchen Voraussetzungen die Abgabe von Speisen als sonstige Leistung zu beurteilen ist (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Oktober 2011 V&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 235, 525, BStBl II 2013, 250, unter II.2.c), d.h. allein der Umstand, dass Speisen und Getr&auml;nke zum &quot;Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden&quot;, rechtfertigt nicht die Annahme einer sonstigen Leistung (BFH-Urteil in BFHE 223, 539, BFH\/NV 2009, 673). Vielmehr liegt bei der Abgrenzung zwischen Lieferungen und sonstigen Leistungen im Bereich der Speisenzubereitung bei der Abgabe frisch zubereiteter Speisen oder Nahrungsmittel zum sofortigen Verzehr eine Lieferung vor, wenn es sich um die Abgabe von &quot;Standardspeisen&quot; als Ergebnis einer &quot;einfachen, standardisierten Zubereitung&quot; handelt (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2011 Bog u.a. in den verbundenen Rechtssachen C-497\/09, C-499\/09, C-501\/09 und C-502\/09, Slg. 2011, I-1457).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit es sich bei den von der Kl&auml;gerin verkauften Snacks &uuml;berhaupt um frisch zubereitete Speisen gehandelt hat, hat es sich jedenfalls um Standardspeisen in diesem Sinn gehandelt, bei deren Verkauf von einer Lieferung auszugehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall erfolgte die Abgabe von Snacks, kleinen S&uuml;&szlig;igkeiten und Getr&auml;nken als Lieferung i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG. Es handelt sich insbesondere nicht um die Abgabe frisch zubereiteter Speisen oder Nahrungsmittel zum sofortigen Verzehr, bei denen unter bestimmten Voraussetzungen die Annahme einer sonstigen Leistung in Betracht kommen kann (vgl. hierzu allgemein EuGH-Urteil Bog u.a. in Slg. 2011, I-1457, und BFH-Urteil in BFHE 235, 525, BStBl II 2013, 250).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Vorliegen einer sonstigen Leistung ergibt sich schlie&szlig;lich auch nicht daraus, dass die Kl&auml;gerin Speisen und Getr&auml;nke an die von ihr sitzend bef&ouml;rderten Flugg&auml;ste abgab. Denn als Dienstleistungselement ist bereitgestelltes Mobiliar des Leistenden nicht zu ber&uuml;cksichtigen, wenn es &#8211;wie im Streitfall die Sitze und die an ihnen angebrachten Klapptische&#8211; nicht ausschlie&szlig;lich dazu bestimmt ist, den Verzehr von Lebensmitteln zu erleichtern (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2011 V&nbsp;R&nbsp;3\/07, BFHE 234, 484, BStBl II 2013, 241, Leitsatz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei den Lieferungen der Kl&auml;gerin handelte es sich nicht um Nebenleistungen zur Flugbef&ouml;rderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist in der Regel jede Lieferung oder Dienstleistung eine eigene, selbst&auml;ndige Leistung. Bei einem Umsatz, der ein B&uuml;ndel von Einzelleistungen umfasst, ist aber im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu bestimmen, ob zwei oder mehr getrennte Ums&auml;tze vorliegen oder ein einheitlicher Umsatz. Dabei sind unter Ber&uuml;cksichtigung eines Durchschnittsverbrauchers die charakteristischen Merkmale des Umsatzes zu ermitteln. Insoweit darf einerseits eine wirtschaftlich einheitliche Leistung nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden. Andererseits sind mehrere formal getrennt erbrachte Einzelums&auml;tze als einheitlicher Umsatz anzusehen, wenn sie nicht selbst&auml;ndig sind (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Januar 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 240, 380, BStBl II 2013, 352, unter II.1.a&nbsp;aa). Danach liegt eine einheitliche Leistung insbesondere dann vor, wenn eine oder mehrere Einzelleistungen eine Hauptleistung bilden und die andere Einzelleistung oder die anderen Einzelleistungen eine oder mehrere Nebenleistungen bilden, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Eine Leistung ist insbesondere dann Neben- und nicht Hauptleistung, wenn sie f&uuml;r die Kundschaft keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (vgl. z.B. EuGH-Urteil Bog u.a. in Slg. 2011, I-1457, Rdnr.&nbsp;54, und Senatsurteil in BFHE 240, 380, BStBl II 2013, 352, unter II.1.a&nbsp;bb&nbsp;(1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH sind bei einer auch Unterkunft und Verpflegung umfassenden Pauschalreise auf einem Schiff &Uuml;bernachtung und Verpflegung Nebenleistungen zur Bef&ouml;rderung als Hauptleistung (BFH-Urteile vom 1.&nbsp;August 1996 V&nbsp;R&nbsp;58\/94, BFHE 181, 208, BStBl II 1997, 160, unter III.2.a&nbsp;bb; vom 29.&nbsp;August 1996 V&nbsp;R&nbsp;103\/93, BFH\/NV 1997, 383, und vom 19.&nbsp;September 1996 V&nbsp;R&nbsp;129\/93, BFHE 181, 216, BStBl II 1997, 164). Hiervon geht der BFH auch bei einer mehrt&auml;gigen Hochseeangelreise aus (BFH-Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 XI&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall waren die Lieferungen der Speisen und Getr&auml;nke keine Nebenleistungen zur Flugbef&ouml;rderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Gr&uuml;nden die Abgabe dieser Gegenst&auml;nde, die der Befriedigung eigenst&auml;ndiger Konsum- und Verbrauchszwecke dient, ein Mittel ist, um die Flugbef&ouml;rderung als Hauptleistung unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Welche Bedeutung vollwertigen Mahlzeiten an Bord eines Flugzeugs zukommt, deren Abgabe im Hinblick auf die Flugdauer erforderlich sein kann, ist im Streitfall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Behandlung als Nebenleistung spricht zudem die eigenst&auml;ndige Preisbildung. Insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, &quot;dass die Rechnungsstellungs- und Preisbildungsmodalit&auml;ten Hinweise auf die Einheitlichkeit einer Leistung liefern k&ouml;nnen (&#8230;) &#8230; und eine gesonderte Rechnungsstellung und eine eigenst&auml;ndige Bildung des Leistungspreises f&uuml;r das Vorliegen selbst&auml;ndiger Leistungen [sprechen], ohne dass diesen Faktoren allerdings eine entscheidende Bedeutung zuk&auml;me&quot; (EuGH-Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2013 C-224\/11, BGZ Leasing, Umsatzsteuer-Rundschau 2013, 262, Rdnr.&nbsp;44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Lieferungen der Kl&auml;gerin sind nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Steuerfrei waren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;6 Buchst.&nbsp;e UStG &quot;die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken zum Verzehr an Ort und Stelle (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9 Satz 4) im Verkehr mit Wasserfahrzeugen f&uuml;r die Seeschiffahrt zwischen einem inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Seehafen und zwischen zwei ausl&auml;ndischen Seeh&auml;fen. &#8230;&quot; F&uuml;r die Vorschrift besteht im Unionsrecht keine Rechtsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall sind die Lieferungen der Kl&auml;gerin nicht nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;6 Buchst.&nbsp;e UStG steuerfrei, da sie Speisen und Getr&auml;nke nicht im Verkehr mit Wasserschiffen, sondern im Flugverkehr geliefert hat. Eine &uuml;ber den Wortlaut hinausgehende Auslegung dieser Vorschrift kommt im Hinblick auf ihre Unionsrechtswidrigkeit nicht in Betracht. Hierf&uuml;r spricht neben dem allgemeinen Grundsatz enger Auslegung von Ausnahmetatbest&auml;nden, dass Vorschriften des nationalen Rechts auch dann eng auszulegen sind, wenn sie ansonsten nicht der Richtlinie entsprechen (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2012 V&nbsp;R&nbsp;14\/11, BFHE 237, 279, BStBl II 2012, 630, unter II.2.c&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin kann im Streitfall auch keinen Besteuerungsverzicht beanspruchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;3 Satz 1 UStG kann das Bundesministerium der Finanzen unbeschadet der Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;163 und 227 der Abgabenordnung anordnen, da&szlig; die Steuer f&uuml;r grenz&uuml;berschreitende Bef&ouml;rderungen von Personen im Luftverkehr niedriger festgesetzt oder ganz oder zum Teil erlassen wird, soweit der Unternehmer keine Rechnungen mit gesondertem Ausweis der Steuer (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1) erteilt hat. Da es sich hierbei um eine besonders geregelte Billigkeitsentscheidung handelt, ist hier&uuml;ber nicht im Besteuerungsverfahren, sondern in einem gesonderten Billigkeitsverfahren zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.2.2014, V R 14\/13 Zusatzverpflegung an Bord von Flugzeugen Leits&auml;tze Snacks, kleine S&uuml;&szlig;igkeiten und Getr&auml;nke, die an Bord eines Flugzeugs w&auml;hrend einer Bef&ouml;rderung innerhalb des Gemeinschaftsgebiets gegen gesondertes Entgelt abgegeben werden, werden nach &sect; 3e UStG am Abgangsort des Flugzeugs geliefert. Es handelt sich nicht um eine Nebenleistung zur Flugbef&ouml;rderung. Tatbestand 1&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-14-13-zusatzverpflegung-an-bord-von-flugzeugen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;14\/13 &#8211; Zusatzverpflegung an Bord von Flugzeugen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62644\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}