{"id":62645,"date":"2014-06-18T11:32:28","date_gmt":"2014-06-18T09:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62645"},"modified":"2014-06-18T11:32:28","modified_gmt":"2014-06-18T09:32:28","slug":"vi-r-40-12-haeusliches-arbeitszimmer-bei-telearbeitsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-40-12-haeusliches-arbeitszimmer-bei-telearbeitsplatz\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;40\/12 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Telearbeitsplatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.2.2014, VI R 40\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Telearbeitsplatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Auch ein Raum, in dem ein Steuerpflichtiger zuhause einen Telearbeitsplatz unterh&auml;lt, kann dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers entsprechen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer, in dem ein so genannter Telearbeitsplatz eingerichtet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr als Oberregierungsrat beim X-Amt in W nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Als Werbungskosten machte er neben Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsst&auml;tte Kosten f&uuml;r ein Arbeitszimmer in H&ouml;he von 509&nbsp;EUR (11&nbsp;% der Hausfl&auml;che) geltend. Er legte dazu eine &quot;Einvernehmliche Anordnung&quot; zwischen ihm und seinem Dienstherrn &uuml;ber die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes vor. Danach verpflichtete sich der Kl&auml;ger, in seiner Wohnung einen geeigneten Arbeitsbereich zur Verf&uuml;gung zu stellen und Beauftragten seines Dienstherrn nach Ank&uuml;ndigung den Zutritt zu gestatten. Von der regelm&auml;&szlig;igen w&ouml;chentlichen Arbeitszeit sollten 24 Stunden (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag) in der Dienststelle, die restliche Arbeitszeit zu Hause abgeleistet werden. Der Telearbeitsplatz sollte vom Dienstherrn in Absprache mit dem Kl&auml;ger eingerichtet und vom Dienstherrn mit Arbeitsmitteln ausgestattet werden; eine Kostenerstattung f&uuml;r Raumnutzung, Energie und Mobiliar war nicht vorgesehen. Auf Anfrage des Kl&auml;gers versagte der Arbeitgeber eine Best&auml;tigung des Inhalts, dass dem Kl&auml;ger sein B&uuml;ro an den Heimarbeitstagen nicht zur Verf&uuml;gung stehe. Eine solche Vereinbarung f&uuml;r Telearbeiter, die eine solche Best&auml;tigung rechtfertige, gebe es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage war in Bezug auf den hier im Revisionsverfahren allein noch streitigen Werbungskostenabzug f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) entsprach der Klage insoweit dem Grunde nach, berechnete allerdings die Kosten auf Grundlage einer geringeren Fl&auml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 19.&nbsp;Januar 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;1270\/09 insoweit aufzuheben, als das FG der Klage stattgegeben hat, die Klage insgesamt abzuweisen und den Kl&auml;gern die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Entgegen der Auffassung des FG waren die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Die Vorentscheidung ist dementsprechend aufzuheben und die Klage in vollem Umfang abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;1 EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen. Dies gilt nicht, wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung steht (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG). In diesem Fall wird die H&ouml;he der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250&nbsp;EUR begrenzt; die Beschr&auml;nkung der H&ouml;he nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;3 EStG). Die genannte Regelung kommt auch im Streitfall zur Anwendung. Denn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;9 EStG gilt sie f&uuml;r alle offenen F&auml;lle ab dem Veranlagungszeitraum 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der im Gesetz nicht n&auml;her bestimmte Begriff des h&auml;uslichen Arbeitszimmers erfasst nach der mittlerweile st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) das h&auml;usliche B&uuml;ro, d.h. einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 8.&nbsp;Dezember 2011 VI&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFHE 236, 92, BStBl II 2012, 236, m.w.N.) Der Nutzung entsprechend ist das h&auml;usliche Arbeitszimmer typischerweise mit B&uuml;rom&ouml;beln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelm&auml;&szlig;ig das zentrale M&ouml;belst&uuml;ck darstellt (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Oktober 2002 XI&nbsp;R&nbsp;89\/00, BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185; vom 20.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;3\/02, BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Anderes gilt f&uuml;r R&auml;umlichkeiten, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem B&uuml;ro entsprechen. Solche R&auml;ume sind nicht dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers zuzuordnen. Dies gilt auch dann, wenn sie nach ihrer Lage mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden und deswegen in dessen h&auml;usliche Sph&auml;re eingebunden sind. Von der Rechtsprechung dazu bisher entschiedene F&auml;lle betrafen Lager, Werkst&auml;tten, Arztpraxen oder Ausstellungsr&auml;ume (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2003 VI&nbsp;R&nbsp;40\/01, BFH\/NV 2003, 1163; vom 19.&nbsp;September 2002 VI&nbsp;R&nbsp;70\/01, BFHE 200, 336, BStBl II 2003, 139; in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203; vom 5.&nbsp;Dezember 2002 IV&nbsp;R&nbsp;7\/01, BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463; vom 26.&nbsp;Juni 2003 VI&nbsp;R&nbsp;10\/02, BFH\/NV 2003, 1560; in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185; vom 20.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;30\/03, BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775). Im Einzelfall ist das h&auml;usliche Arbeitszimmer von anderen beruflich oder betrieblich genutzten Zimmern im h&auml;uslichen Bereich aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls abzugrenzen (BFH-Urteil in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185). Ist eine Zuordnung zum Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers nicht m&ouml;glich, so sind die durch die berufliche Nutzung veranlassten Aufwendungen grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkt als Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG abziehbar, sofern die betreffenden R&auml;umlichkeiten nahezu ausschlie&szlig;lich beruflich genutzt werden (BFH-Urteile in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203; vom 22.&nbsp;November 2006 X&nbsp;R&nbsp;1\/05, BFHE 216, 110, BStBl II 2007, 304).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist teilweise von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen, die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist entscheidungsreif. Die Klage ist auch in Bezug auf den einzig verbliebenen Streitpunkt, den Werbungskostenabzug f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer, abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Auffassung des FG entspricht der vom Kl&auml;ger genutzte Raum grunds&auml;tzlich dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zutreffend verweist das FG zwar hinsichtlich der Frage, ob die Abzugsbeschr&auml;nkungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer ohne weiteres auf Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r einen h&auml;uslichen Telearbeitsplatz &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen, auf das Urteil des erkennenden Senats vom 23.&nbsp;Mai 2006 VI&nbsp;R&nbsp;21\/03 (BFHE 214, 158, BStBl II 2006, 600). Danach k&ouml;nnen Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f&uuml;r einen Telearbeitsplatz derart zwangsl&auml;ufig durch die Erwerbst&auml;tigkeit veranlasst sein, dass bereits zweifelhaft sein kann, ob der Anwendungsbereich der Vorschrift &uuml;berhaupt er&ouml;ffnet ist. In der genannten Entscheidung hat der Senat allerdings auch darauf hingewiesen, dass es die unterschiedlichsten Formen der Telearbeit gibt. Insbesondere ist das Urteil nicht dahingehend zu verstehen, dass der Tatbestand des h&auml;uslichen Arbeitszimmers stets schon dann ausgeschlossen ist, wenn der Arbeitnehmer zuhause &uuml;ber einen Telearbeitsplatz verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im hier vorliegenden Streitfall tragen entgegen der Auffassung des FG dessen Feststellungen &uuml;ber die Vereinbarungen hinsichtlich der Einrichtung des Telearbeitsplatzes nicht dessen W&uuml;rdigung, dass der vom Kl&auml;ger genutzte Raum schon prinzipiell nicht dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers entspreche. Denn der Raum wird vom Kl&auml;ger im Sinne der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze b&uuml;rom&auml;&szlig;ig genutzt und dient der Erledigung gedanklicher, schriftlicher und verwaltungstechnischer Arbeiten. Der als Arbeitszimmer genutzte Raum zuhause weist auch ansonsten keine Besonderheiten auf, die den Raum nicht als typisches h&auml;usliches Arbeitszimmer erscheinen lie&szlig;en. Auch mit Blick auf den Arbeitsplatz in der Dienststelle folgt nichts anderes. Denn nach den Feststellungen war es dem Kl&auml;ger weder untersagt, seinen Arbeitsplatz dort auch an den eigentlichen h&auml;uslichen Arbeitstagen zu nutzen, noch war der in der Dienststelle zur Verf&uuml;gung gestellte Arbeitsplatz hinsichtlich der Nutzung eingeschr&auml;nkt. Dementsprechend war der Arbeitgeber nach den Feststellungen des FG auch nicht bereit, f&uuml;r steuerliche Zwecke eine Best&auml;tigung dar&uuml;ber zu erteilen, dass der Kl&auml;ger an seinen Telearbeitstagen kein B&uuml;ro zur Verf&uuml;gung habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts dessen kommt es nicht darauf an, dass nach den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen der Kl&auml;ger an zwei Tagen in der Woche zuhause arbeiten und daf&uuml;r einen Raum vorhalten sollte. Denn allein eine Vereinbarung dar&uuml;ber, in welchem Umfang das h&auml;usliche Arbeitszimmer genutzt werden kann oder genutzt werden soll, l&auml;sst den Tatbestand des h&auml;uslichen Arbeitszimmers nicht entfallen. Entsprechendes gilt f&uuml;r den auf unterschiedlichsten Motiven beruhenden Umstand, dass der Arbeitgeber die im Zusammenhang mit dem Arbeitszimmer entstehenden Kosten f&uuml;r Kommunikation und M&ouml;blierung &uuml;bernimmt. Anderes mag gelten, wenn der Arbeitgeber f&uuml;r den Arbeitnehmer schon keinen Arbeitsplatz vorh&auml;lt. Davon kann im Streitfall indessen, wie dargelegt, nicht ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG l&auml;sst sich der Werbungskostenabzug auch nicht unmittelbar auf &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b S&auml;tze&nbsp;2, 3 EStG mit der Annahme st&uuml;tzen, dass dem Kl&auml;ger ein anderer Arbeitsplatz im Sinne dieser Vorschrift nicht zur Verf&uuml;gung gestanden habe. Denn ein solcher &quot;anderer Arbeitsplatz&quot; ist grunds&auml;tzlich jeder Arbeitsplatz, sofern er zur Erledigung b&uuml;rom&auml;&szlig;iger Arbeiten geeignet ist (vgl. Senatsurteil vom 7.&nbsp;August 2003 VI&nbsp;R&nbsp;17\/01, BFHE 203, 130, BStBl II 2004, 78). Dazu muss dieser andere Arbeitsplatz allerdings so beschaffen sein, dass der Steuerpflichtige auf das h&auml;usliche Arbeitszimmer nicht angewiesen ist. Deshalb steht der andere Arbeitsplatz nur dann &quot;f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit &#8230; zur Verf&uuml;gung&quot;, wenn ihn der Steuerpflichtige in dem konkret erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Art und Weise tats&auml;chlich nutzen kann (vgl. Senatsurteil in BFHE 203, 130, BStBl II 2004, 78).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran gemessen tragen die Dienstvereinbarungen &uuml;ber die Einrichtung des Telearbeitsplatzes weder nach ihrem unmittelbaren Wortlaut noch nach ihrem Sinn und Zweck die Annahme, dass dem Kl&auml;ger am Dienstsitz kein anderer Arbeitsplatz im vorgenannten Sinne zur Verf&uuml;gung gestanden habe. Denn dieser Annahme stehen die Feststellungen entgegen, dass es dem Kl&auml;ger nicht untersagt war, seinen dienstlichen Arbeitsplatz auch an den h&auml;uslichen Arbeitstagen weiterhin zu nutzen, dass der dienstliche Arbeitsplatz hinsichtlich dessen Nutzung nicht eingeschr&auml;nkt war und der Arbeitgeber Gegenteiliges auch nicht best&auml;tigen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.2.2014, VI R 40\/12 H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Telearbeitsplatz Leits&auml;tze Auch ein Raum, in dem ein Steuerpflichtiger zuhause einen Telearbeitsplatz unterh&auml;lt, kann dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers entsprechen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer, in dem ein so genannter Telearbeitsplatz eingerichtet wurde. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-40-12-haeusliches-arbeitszimmer-bei-telearbeitsplatz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;40\/12 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Telearbeitsplatz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62645\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}