{"id":62656,"date":"2014-06-18T11:26:14","date_gmt":"2014-06-18T09:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62656"},"modified":"2014-06-18T11:26:14","modified_gmt":"2014-06-18T09:26:14","slug":"v-r-25-11-von-einem-hotelier-ausgefuehrte-verpflegungsleistungen-sind-nebenleistungen-zur-uebernachtungsleistung-anwendbarkeit-der-margenbesteuerung-bei-der-erbringung-von-reiseleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-25-11-von-einem-hotelier-ausgefuehrte-verpflegungsleistungen-sind-nebenleistungen-zur-uebernachtungsleistung-anwendbarkeit-der-margenbesteuerung-bei-der-erbringung-von-reiseleistungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;25\/11 &#8211; Von einem Hotelier ausgef&uuml;hrte Verpflegungsleistungen sind Nebenleistungen zur &Uuml;bernachtungsleistung &#8211; Anwendbarkeit der Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, V R 25\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Von einem Hotelier ausgef&uuml;hrte Verpflegungsleistungen sind Nebenleistungen zur &Uuml;bernachtungsleistung &#8211; Anwendbarkeit der Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Art. 26 der Richtlinie 77\/388\/EWG &uuml;ber die Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen ist nach der Rechtsprechung des EuGH unabh&auml;ngig von der Unternehmereigenschaft des Leistungsempf&auml;ngers anzuwenden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Demgegen&uuml;ber setzt &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 UStG voraus, dass die vom Unternehmer erbrachten Reiseleistungen nicht f&uuml;r das Unternehmen des Leistungsempf&auml;ngers erbracht werden. F&uuml;r Reiseleistungen an andere Unternehmer (sog. Kettengesch&auml;ft) ist &sect; 25 UStG daher nicht anwendbar. Art. 26 der Richtlinie 77\/388\/EWG kommt in diesem Fall nur zur Anwendung, wenn sich der Steuerpflichtige auf diese Regelung beruft.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Dienstleistungen eines Hotelunternehmers, wie z.B. Verpflegungsleistungen, die gew&ouml;hnlich mit Reisen verbunden sind, nur einen im Vergleich zu den Ums&auml;tzen, die die Unterbringung betreffen, geringen Teil des pauschalen Entgelts ausmachen und zudem zu den traditionellen Aufgaben eines Hoteliers geh&ouml;ren, stellen f&uuml;r die Kundschaft lediglich das Mittel dar, um die Hauptdienstleistung des Hoteliers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Sie sind deshalb Nebenleistungen zu den von &sect; 4 Nr. 12 UStG umfassten und deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG am Belegenheitsort des Hotels ausgef&uuml;hrten &Uuml;bernachtungsleistungen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob im Zusammenhang mit im Ausland gelegenen Hotels erbrachte Verpflegungsleistungen im Inland ausgef&uuml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, stellte im Streitjahr Leistungspakete zusammen, die sie an Busreiseunternehmer verkaufte, die Pauschalreisen anbieten. Die Leistungspakete umfassten &Uuml;bernachtungsleistungen mit Verpflegung (Halb- oder Vollpension) sowie erg&auml;nzende Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Berechnungen der Kl&auml;gerin entfielen von den im Zusammenhang mit ausl&auml;ndischen Hotels erbrachten Leistungen 2\/3 auf den Hotelbereich und 1\/3 auf die erg&auml;nzenden Leistungen. Innerhalb des Bereichs Hotel ordnete die Kl&auml;gerin 87,5&nbsp;% der Aufwendungen dem Bereich &Uuml;bernachtungen und 12,5&nbsp;% der Aufwendungen dem Bereich Verpflegung im Rahmen von Voll- oder Halbpension zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der am 26.&nbsp;November 2007 beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingegangenen Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2006 behandelte die Kl&auml;gerin die im Rahmen der Leistungspakete im Zusammenhang mit im Ausland gelegenen Hotels erbrachten Verpflegungsleistungen zun&auml;chst als steuerbar und steuerpflichtig. Dieser Erkl&auml;rung stimmte das FA zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 6.&nbsp;April 2009 beantragte die Kl&auml;gerin unter Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15.&nbsp;Januar 2009 V&nbsp;R&nbsp;9\/06 (BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433) die steuerpflichtigen Ums&auml;tze um 52.159,66&nbsp;EUR zu mindern, da in dieser H&ouml;he Nebenleistungen zu &Uuml;bernachtungsleistungen vorl&auml;gen, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 26.&nbsp;Oktober 2009 lehnte das FA den Antrag der Kl&auml;gerin ab. Die streitigen Verpflegungsleistungen seien selbst&auml;ndige Leistungen, deren Leistungsort sich nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 UStG richte. Das Urteil des BFH in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433 k&ouml;nne im Streitfall nicht angewendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die mit Zustimmung des FA zum Finanzgericht (FG) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;45 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erhobene Sprungklage hatte Erfolg. Das FG f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen aus, dass die im Rahmen der Leistungspakete im Zusammenhang mit im Ausland gelegenen Hotels erbrachten Verpflegungsleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG nicht steuerbar seien. Entsprechend der Rechtsprechung des BFH in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433 und des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 22.&nbsp;Oktober 1998 C-94\/97 (Slg. 1998, 6229) handele es sich bei der Verpflegung von Hotelg&auml;sten um eine Nebenleistung zur &Uuml;bernachtung, die als Teil der Gesamtleistung nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG am Ort des Hotels steuerbar sei. Soweit das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in seinem Schreiben vom 4.&nbsp;Mai 2010 (BStBl I 2010, 490) eine andere Auffassung vertrete, binde dies das FG nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA habe keine Umst&auml;nde ermittelt, die es &#8211;abweichend von den im Urteil des BFH in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433 aufgestellten Grunds&auml;tzen&#8211; rechtfertigen w&uuml;rden, die streitigen Verpflegungsleistungen als selbst&auml;ndige Leistungen zu bewerten. Es habe auch nicht eingewandt, dass es den Busreiseunternehmern, die die Leistungspakete erworben haben, nicht darauf angekommen sei, Pauschalpakete aus &Uuml;bernachtungs- und Verpflegungsleistungen zu erwerben, um diese als einheitliche Leistung gegen&uuml;ber den Reisenden anbieten zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Steueranspruch ergebe sich auch nicht aus &sect;&nbsp;25 UStG. F&uuml;r Reiseleistungen eines Unternehmers an andere Unternehmer sei &sect;&nbsp;25 UStG nicht anwendbar. Ob Art.&nbsp;26 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) eine Margenbesteuerung auch bei solchen Gesch&auml;ften gebiete, k&ouml;nne dahinstehen, da eine richtlinienkonforme Auslegung ihre Grenzen in dem eindeutigen Wortlaut des Gesetzes finde und eine unmittelbare Anwendung zu Lasten der Kl&auml;gerin nicht in Betracht komme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA Verletzung materiellen Rechts geltend. Das FG habe &sect;&nbsp;3a UStG unzutreffend angewandt, indem es den Ort der Verpflegungsleistungen nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG und nicht nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG bestimmt habe. Es handele sich bei den zu beurteilenden Verpflegungsleistungen nicht um Nebenleistungen zur Hotel&uuml;bernachtung. In der Regel sei davon auszugehen, dass die Verpflegungsleistung &#8211;beginnend beim Fr&uuml;hst&uuml;ck, &uuml;ber Halb- und Vollpension bis hin zur &quot;all-inclusive&quot;-Verpflegung&#8211; f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger einen eigenen Zweck habe. &Uuml;bernachtungsleistungen w&uuml;rden h&auml;ufig ohne Verpflegungsleistungen angeboten. Art und Umfang der Verpflegungsleistungen seien in der Regel vom Hotelgast frei w&auml;hl- und buchbar. Sie dienten nicht nur dazu, die &Uuml;bernachtungsleistung unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Keineswegs k&ouml;nne es aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers unterstellt werden, dass gerade mit der Buchung einer Pauschalreise neben der &Uuml;bernachtung auch s&auml;mtliche Verpflegungsleistungen zum Leistungsumfang geh&ouml;rten. Der durchschnittliche Endverbraucher suche das Hotel zu &Uuml;bernachtungszwecken aus, plane aber ansonsten seinen Tagesablauf individuell, versorge sich selbst oder gehe bewusst au&szlig;erhalb des Hotels essen. Insbesondere bei Busrundreisen werde allenfalls das Fr&uuml;hst&uuml;ck im Hotel eingenommen. Die weitere Verpflegung sei sodann &uuml;blicherweise individuell durch den Verbraucher zu planen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beruft sich auf das Urteil des BFH in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433, in dem ein identischer Fall entschieden worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die durch Beschluss des Senats vom 19.&nbsp;Juli 2012 entsprechend &sect;&nbsp;74 FGO erfolgte Aussetzung des Verfahrens bis zur Entscheidung des EuGH in den Rechtssachen C-189\/11, C-193\/11, C-236\/11, C-269\/11, C-293\/11, C-296\/11 und C-309\/11 ist durch die Urteile des EuGH vom 26.&nbsp;September 2013 (Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 835) beendet. Zur Fortf&uuml;hrung des Verfahrens bedarf es keines gesonderten Beschlusses (BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Oktober 2003 II&nbsp;B&nbsp;131\/00, BFH\/NV 2004, 237; BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 1990 I&nbsp;R&nbsp;143\/87, BFHE&nbsp;162, 208, BStBl II&nbsp;1991, 101; zum Ruhen des Verfahrens: BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2013 V&nbsp;B&nbsp;23\/12, BFH\/NV 2013, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Das FG geht zutreffend davon aus, dass es sich bei den von der Kl&auml;gerin erbrachten Verpflegungsleistungen um Nebenleistungen zur Unterbringung handelt, die nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG im &uuml;brigen Gemeinschaftsgebiet am Belegenheitsort des jeweiligen Hotels steuerbar sind. Ein Steueranspruch ergibt sich auch weder aus &sect;&nbsp;25 UStG noch aus Art.&nbsp;26 der Richtlinie 77\/388\/EWG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz 1 UStG unterliegen der Umsatzsteuer Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt. Dabei wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG eine sonstige Leistung vorbehaltlich der &sect;&sect;&nbsp;3b und 3f UStG an dem Ort ausgef&uuml;hrt, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Abweichend hiervon wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG eine sonstige Leistung im Zusammenhang mit einem Grundst&uuml;ck dort ausgef&uuml;hrt, wo das Grundst&uuml;ck liegt. Als sonstige Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundst&uuml;ck sind insbesondere sonstige Leistungen der in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 UStG bezeichneten Art anzusehen (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG). Hierzu geh&ouml;rt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 UStG auch die Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von der Kl&auml;gerin erbrachten Verpflegungsleistungen sind Nebenleistungen zu den am Belegenheitsort des jeweiligen Hotels ausgef&uuml;hrten &Uuml;bernachtungsleistungen. Dienstleistungen, die gew&ouml;hnlich mit Reisen verbunden sind, nur einen im Vergleich zu den Ums&auml;tzen, die die Unterbringung betreffen, geringen Teil des Pauschalbetrags ausmachen und zudem zu den traditionellen Aufgaben eines Hoteliers geh&ouml;ren, stellen f&uuml;r die Kundschaft lediglich das Mittel dar, um die Hauptdienstleistung des Hoteliers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen und sind deshalb reine Nebenleistungen (EuGH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1998 C-308\/96 und C-94\/97, Madgett und Baldwin, Slg. 1998, I-6229, Rdnr.&nbsp;24). Der Senat hat im Anschluss daran mit Urteil in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433 in einem Fall, in dem &#8211;wie hier&#8211; Leistungspakete bestehend aus &Uuml;bernachtungsleistungen mit Halb- oder Vollpension sowie erg&auml;nzende Leistungen an Busreiseunternehmer verkauft wurden, bereits entschieden, dass es sich bei den Verpflegungsleistungen um Nebenleistungen zur Hotelunterbringung handelt. Die Verpflegung von Hotelg&auml;sten geh&ouml;rt zu den traditionellen Aufgaben eines Hoteliers und bei einem auf die Verpflegung entfallenden Anteil von nur 12,5&nbsp;% macht die Verpflegung im Vergleich zur Unterbringung einen nur geringen Teil des Pauschalbetrags aus. An dieser Rechtsprechung, der sich der XI.&nbsp;Senat des BFH angeschlossen hat (Urteil vom 3.&nbsp;Juni 2009 XI&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 226, 369, BStBl II 2010, 857), h&auml;lt der Senat trotz des zum Urteil in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433 ergangenen Nichtanwendungserlasses des BMF in BStBl I 2010, 490 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegen die Annahme einer Nebenleistung spricht &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; nicht, dass &Uuml;bernachtungsleistungen auch ohne Verpflegung in Anspruch genommen werden k&ouml;nnen. F&uuml;r die Annahme einer Nebenleistung ist es nicht erforderlich, dass beide Leistungen derart miteinander verbunden sind, dass die eine Leistung nicht ohne die andere erbracht werden k&ouml;nnte. Ma&szlig;geblich ist vielmehr, ob die zu beurteilende Leistung aus der Sicht des Durchschnittsverbrauchers im Vergleich zur Hauptleistung nebens&auml;chlich ist, mit ihr eng &#8211;im Sinne einer wirtschaftlich gerechtfertigten Abrundung und Erg&auml;nzung&#8211; zusammenh&auml;ngt und &uuml;blicherweise in ihrem Gefolge vorkommt (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Januar 2009 V&nbsp;R&nbsp;91\/07, BFHE 224, 172, BStBl II 2009, 615).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist im Ergebnis auch zu Recht davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r die Besteuerung der Reiseleistungen nach &sect;&nbsp;25 UStG nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG setzt nach seinem eindeutigen Wortlaut voraus, dass die vom Unternehmer erbrachten Reiseleistungen nicht f&uuml;r das Unternehmen des Leistungsempf&auml;ngers erbracht werden. F&uuml;r Reiseleistungen an andere Unternehmer (sog. Kettengesch&auml;ft) ist &sect;&nbsp;25 UStG daher nicht anwendbar (BFH-Urteil in BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433). Da die Kl&auml;gerin nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) die streitigen Reiseleistungen an andere Unternehmer erbracht hat, liegen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 UStG nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch Art.&nbsp;26 der Richtlinie 77\/388\/EWG (ab 1.&nbsp;Januar 2007 Art.&nbsp;306 bis 310 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem) gebietet im vorliegenden Fall keine andere Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hat inzwischen der EuGH mit Urteil vom 26.&nbsp;September 2013 C-189\/11, Kommission\/Spanien (UR 2013, 835) entschieden, dass Art.&nbsp;26 der Richtlinie 77\/388\/EWG &uuml;ber die Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen unabh&auml;ngig von der Unternehmereigenschaft des Leistungsempf&auml;ngers anzuwenden ist. Die Kl&auml;gerin hat sich jedoch auf diese Vorschrift nicht berufen, sodass es ohne die Anwendung des &sect;&nbsp;25 UStG bei der Einzelbetrachtung der Leistungen verbleibt (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;November 2013 V&nbsp;R&nbsp;33\/10, BFH\/NV 2014, 800).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, V R 25\/11 Von einem Hotelier ausgef&uuml;hrte Verpflegungsleistungen sind Nebenleistungen zur &Uuml;bernachtungsleistung &#8211; Anwendbarkeit der Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen Leits&auml;tze 1. Art. 26 der Richtlinie 77\/388\/EWG &uuml;ber die Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen ist nach der Rechtsprechung des EuGH unabh&auml;ngig von der Unternehmereigenschaft des Leistungsempf&auml;ngers anzuwenden. 2. Demgegen&uuml;ber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-25-11-von-einem-hotelier-ausgefuehrte-verpflegungsleistungen-sind-nebenleistungen-zur-uebernachtungsleistung-anwendbarkeit-der-margenbesteuerung-bei-der-erbringung-von-reiseleistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;25\/11 &#8211; Von einem Hotelier ausgef&uuml;hrte Verpflegungsleistungen sind Nebenleistungen zur &Uuml;bernachtungsleistung &#8211; Anwendbarkeit der Margenbesteuerung bei der Erbringung von Reiseleistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62656\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}