{"id":62658,"date":"2014-06-18T11:26:11","date_gmt":"2014-06-18T09:26:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62658"},"modified":"2014-06-18T11:26:11","modified_gmt":"2014-06-18T09:26:11","slug":"vi-r-55-12-winterdienst-auf-oeffentlichen-gehwegen-als-haushaltsnahe-dienstleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-55-12-winterdienst-auf-oeffentlichen-gehwegen-als-haushaltsnahe-dienstleistung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;55\/12 &#8211; Winterdienst auf &ouml;ffentlichen Gehwegen als haushaltsnahe Dienstleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 55\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Winterdienst auf &ouml;ffentlichen Gehwegen als haushaltsnahe Dienstleistung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch die Inanspruchnahme von Diensten, die jenseits der Grundst&uuml;cksgrenze auf fremdem, beispielsweise &ouml;ffentlichem Grund geleistet werden, kann als haushaltsnahe Dienstleistung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG beg&uuml;nstigt sein (entgegen BMF-Schreiben vom 10. Januar 2014 IV C 4-S 2296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Es muss sich dabei allerdings um T&auml;tigkeiten handeln, die ansonsten &uuml;blicherweise von Familienmitgliedern erbracht und in unmittelbarem r&auml;umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef&uuml;hrt werden und dem Haushalt dienen. Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Steuerpflichtige als Eigent&uuml;mer oder Mieter zur Reinigung und Schneer&auml;umung von &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und (Geh)Wegen verpflichtet ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Kosten der Schneer&auml;umung auf &ouml;ffentlichen Gehwegen entlang der Grundst&uuml;cksgrenze als haushaltsnahe Dienstleistung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der bis zum Streitjahr geltend Fassung (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) beauftragten die Firma X mit der Schneer&auml;umung der in &ouml;ffentlichem Eigentum stehenden Stra&szlig;enfront entlang des von ihnen bewohnten Grundst&uuml;cks. Ausweislich der Rechnung vom 2.&nbsp;Juni 2008 entstanden ihnen hierf&uuml;r Kosten in H&ouml;he von 142,80&nbsp;EUR. Den Rechnungsbetrag haben die Kl&auml;ger im November 2008 auf ein Konto der Firma X &uuml;berwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2008) machten sie diesen Betrag als Aufwendungen f&uuml;r die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gew&auml;hrte die beantragte Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Kosten der Schneebeseitigung jedoch nicht. Nach dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 15.&nbsp;Februar 2010 IV&nbsp;C&nbsp;4-S&nbsp;2296-b\/07\/0003, 2010\/0014334 (BStBl I 2010, 140) seien Dienstleistungen (z.B. Stra&szlig;en- und Gehwegreinigung, Winterdienst), soweit sie auf &ouml;ffentlichem Gel&auml;nde durchgef&uuml;hrt w&uuml;rden, nicht nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 EStG beg&uuml;nstigt, und zwar auch dann nicht, wenn eine konkrete Verpflichtung, z.B. zur Reinigung und Schneer&auml;umung von &ouml;ffentlichen Gehwegen und B&uuml;rgersteigen, bestehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 51 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>den Gerichtsbescheid des FG Berlin-Brandenburg vom 23.&nbsp;August 2012&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;13287\/10 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass den Kl&auml;gern f&uuml;r die streitigen Kosten f&uuml;r den Winterdienst (Schneebeseitigung) die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG zu gew&auml;hren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuererm&auml;&szlig;igungen, auf Antrag um 20&nbsp;%, h&ouml;chstens 600&nbsp;EUR, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die nicht Dienstleistungen nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG sind und in einem in der Europ&auml;ischen Union oder dem Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff &quot;haushaltsnahe Dienstleistung&quot; ist gesetzlich nicht n&auml;her bestimmt. Nach der Rechtsprechung des Senats m&uuml;ssen die Leistungen eine hinreichende N&auml;he zur Haushaltsf&uuml;hrung aufweisen bzw. damit im Zusammenhang stehen. Dazu geh&ouml;ren hauswirtschaftliche Verrichtungen, die gew&ouml;hnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Besch&auml;ftigte erledigt werden und in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden anfallen (Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juli 2011 VI&nbsp;R&nbsp;61\/10, BFHE 234, 391, BStBl II 2012, 232). Auch die Reinigung von Stra&szlig;en und Gehwegen sowie der Winterdienst sind nach allgemeiner Meinung hierzu zu z&auml;hlen (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;12, ersetzt durch BMF-Schreiben vom 10.&nbsp;Januar 2014 IV&nbsp;C&nbsp;4-S&nbsp;2296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;9; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; Bode, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;E&nbsp;7; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; Barein in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG ist jedoch nur zu gew&auml;hren, wenn die haushaltsnahen Dienstleistungen in einem in der Europ&auml;ischen Union oder dem Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unter einem &quot;Haushalt&quot; im Sinne dieser Vorschrift ist die Wirtschaftsf&uuml;hrung mehrerer (in einer Familie) zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person zu verstehen, wobei die Wohnung der r&auml;umliche Bereich ist, in dem sich der Haushalt entfaltet (vgl. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Juli 2010 VI&nbsp;R&nbsp;60\/09, BFHE 230, 420, BStBl II 2014, 151, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) &quot;In&quot; einem Haushalt wird die haushaltsnahe Dienstleistung erbracht, wenn sie &quot;im r&auml;umlichen Bereich des vorhandenen Haushalts&quot; geleistet wird (Senatsurteil in BFHE 234, 391, BStBl II 2012, 232, unter II.2.b). Hierzu geh&ouml;rt zun&auml;chst die Wohnung des Steuerpflichtigen, aber auch der dazugeh&ouml;rige Grund und Boden, weil Arbeiten &quot;auf dem Grundst&uuml;ck&quot; ebenfalls beg&uuml;nstigt werden sollen (vgl. BTDrucks 16\/643, 10, sowie Senatsurteil vom 6.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFHE 229, 534, BStBl II 2011, 909). Nach Auffassung des Senats ist der Begriff &quot;im Haushalt&quot; daher r&auml;umlich-funktional auszulegen (vgl. Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;77; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; Bode, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;E&nbsp;7; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4; FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 12.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3887\/11, EFG 2013, 125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Deshalb werden die Grenzen des Haushalts i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nicht ausnahmslos &#8211;unabh&auml;ngig von den Eigentumsverh&auml;ltnissen&#8211; durch die Grundst&uuml;cksgrenzen abgesteckt (entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;15). Vielmehr kann auch die Inanspruchnahme von Diensten, die jenseits der Grundst&uuml;cksgrenze auf fremdem, beispielsweise &ouml;ffentlichem Grund geleistet werden, nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigt sein. Es muss sich dabei allerdings um T&auml;tigkeiten handeln, die ansonsten &uuml;blicherweise von Familienmitgliedern erbracht und in unmittelbarem r&auml;umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef&uuml;hrt werden und dem Haushalt dienen (Schmidt\/ Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4). Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Steuerpflichtige als Eigent&uuml;mer oder Mieter zur Reinigung und Schneer&auml;umung von &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und (Geh)Wegen verpflichtet ist. Denn entsprechende Dienstleistungen sind notwendiger Annex zur Haushaltsf&uuml;hrung (Bode, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;E&nbsp;7; Barein in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;20; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52&nbsp;f.) und deshalb nicht nur anteilig (entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;12, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;9), soweit sie auf Privatgel&auml;nde entfallen, sondern in vollem Umfang nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigt (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4; Bode, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;E&nbsp;7; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; Barein in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;20; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;300&nbsp;f.; a.A. Fischer in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;7; Durst in Korn, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;41; Bl&uuml;mich\/Erhard, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;23; He&szlig;\/G&ouml;rn, Deutsches Steuerrecht 2007, 1804 &lt;1805&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Wortlaut sowie Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG stehen dieser Auslegung der Vorschrift nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung sollten Garten- und Wegebauarbeiten im Haushalt durch &sect;&nbsp;35a EStG beg&uuml;nstigt werden. Dies zeigt, dass der Gesetzgeber selbst den Begriff &quot;Haushalt&quot; nicht nur als R&auml;umlichkeit, sondern dar&uuml;ber hinaus als funktionalen Bezugspunkt im Sinne von &quot;in der N&auml;he des Haushalts&quot; begriffen hat (vgl. Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;77; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem spricht der Normzweck des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG, die Bek&auml;mpfung der Schwarzarbeit (BTDrucks 15\/91, 19) daf&uuml;r, Aufwendungen f&uuml;r Dienstleistungen, die ansonsten &uuml;blicherweise von Familienmitgliedern erbracht und in unmittelbarem r&auml;umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef&uuml;hrt werden und dem Haushalt dienen (z.B. Stra&szlig;en- und Gehwegreinigung, Winterdienst) auch insoweit zu beg&uuml;nstigen, als sie auf fremdem oder &ouml;ffentlichem Gel&auml;nde durchgef&uuml;hrt werden. Denn Steuerpflichtiger und Dienstleistungsunternehmen k&ouml;nnten sich einig werden, nur noch den Winterdienst bez&uuml;glich des auf dem Grundst&uuml;ck liegenden Hauszugangs zum Gegenstand einer (steuererheblichen) Rechnung zu machen, die Reinigung oder R&auml;umung des &ouml;ffentlichen Gehweges dagegen &quot;schwarz&quot; zu bezahlen (W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52 &lt;53&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die streitigen Aufwendungen der Kl&auml;ger f&uuml;r den Winterdienst zu Recht als haushaltsnahe Dienstleitungen i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG beurteilt und den Kl&auml;gern die streitige Steuerm&auml;&szlig;igung gew&auml;hrt. Damit war die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 55\/12 Winterdienst auf &ouml;ffentlichen Gehwegen als haushaltsnahe Dienstleistung Leits&auml;tze 1. 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