{"id":62659,"date":"2014-06-18T11:26:09","date_gmt":"2014-06-18T09:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62659"},"modified":"2014-06-18T11:26:09","modified_gmt":"2014-06-18T09:26:09","slug":"vi-r-56-12-aufwendungen-fuer-einen-hausanschluss-als-steuerbeguenstigte-handwerkerleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-56-12-aufwendungen-fuer-einen-hausanschluss-als-steuerbeguenstigte-handwerkerleistung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;56\/12 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r einen Hausanschluss als steuerbeg&uuml;nstigte Handwerkerleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 56\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r einen Hausanschluss als steuerbeg&uuml;nstigte Handwerkerleistung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, die jenseits der Grundst&uuml;cksgrenze auf fremdem, beispielsweise &ouml;ffentlichem Grund erbracht werden, kann als Handwerkerleistung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG beg&uuml;nstigt sein (entgegen BMF-Schreiben vom 10. Januar 2014 IV C 4-S 2296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Es muss sich dabei allerdings um T&auml;tigkeiten handeln, die in unmittelbarem r&auml;umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef&uuml;hrt werden und dem Haushalt dienen. Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Haushalt des Steuerpflichtigen an das &ouml;ffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob und in welchem Umfang auch die auf das &ouml;ffentliche Stra&szlig;enland vor dem Grundst&uuml;ck entfallenden Aufwendungen f&uuml;r den Anschluss eines Grundst&uuml;cks an zentrale Anlagen der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung durch den zust&auml;ndigen Zweckverband als Handwerkerleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der bis zum Streitjahr geltend Fassung (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger), zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute, erwarben mit Kaufvertrag vom Dezember 2001 das Grundst&uuml;ck X in Y-Dorf und errichteten darauf in 2002 ein Einfamilienhaus, das sie seit der Fertigstellung f&uuml;r eigene Wohnzwecke nutzten. Zun&auml;chst wurde das Objekt durch einen Brunnen mit Trinkwasser versorgt. Das Abwasser wurde &uuml;ber eine Grube entsorgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab 2005 schloss der zust&auml;ndige Zweckverband das Grundst&uuml;ck an zentrale Anlagen der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung an. F&uuml;r die Herstellung der Hausanschl&uuml;sse setzte der Zweckverband gegen&uuml;ber den Kl&auml;gern mit Bescheiden vom Juni 2007 Kostenersatzbetr&auml;ge in H&ouml;he von 910,21&nbsp;EUR und 651,99&nbsp;EUR fest, die die Kl&auml;ger am 31.&nbsp;Juli 2007 durch &Uuml;berweisung von ihrem Bankkonto beglichen. Dar&uuml;ber hinaus sind den Kl&auml;gern Kosten f&uuml;r die Installation eines Wasserz&auml;hlers in H&ouml;he von 58,75&nbsp;EUR entstanden, die ebenfalls durch &Uuml;berweisung getilgt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Aufwendungen machten die Kl&auml;ger in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) erfolglos als Handwerkerleistungen i.S. des &sect;&nbsp;35a EStG geltend. Auch der Einspruch der Kl&auml;ger blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 2208 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 15.&nbsp;August 2012&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;7310\/10 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass den Kl&auml;gern f&uuml;r die streitigen Kosten f&uuml;r den Haus(wasser)anschluss (Trink- und Abwasser) die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG zu gew&auml;hren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG erm&auml;&szlig;igt sich auf Antrag die tarifliche Einkommensteuer f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die in einem inl&auml;ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, um 20&nbsp;%, h&ouml;chstens um 600&nbsp;EUR. Nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG gilt die Erm&auml;&szlig;igung nur f&uuml;r Arbeitskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Handwerkerleistungen sind einfache wie qualifizierte handwerkliche T&auml;tigkeiten, unabh&auml;ngig davon, ob es sich um regelm&auml;&szlig;ig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder um Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen handelt (vgl. Senatsurteil vom 6.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFHE 229, 534, BStBl II 2011, 909). Beg&uuml;nstigt werden handwerkliche T&auml;tigkeiten, die von Mietern und Eigent&uuml;mern f&uuml;r die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung in Auftrag gegeben werden, z.B. das Streichen und Tapezieren von Innenw&auml;nden, die Beseitigung kleinerer Sch&auml;den, die Erneuerung eines Bodenbelags (Teppichboden, Parkett oder Fliesen), die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch von Fenstern. Hierzu geh&ouml;ren auch Aufwendungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten auf dem Grundst&uuml;ck, z.B. Garten- und Wegebauarbeiten (BTDrucks 16\/643, 10, und BTDrucks 16\/753, 11), aber auch die Reparatur, Wartung und Austausch von Gas- und Wasserinstallationen (Barein in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach allgemeiner Meinung ist nicht erforderlich, dass der Leistungserbringer in die Handwerksrolle eingetragen ist (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 15.&nbsp;Februar 2010 IV&nbsp;C&nbsp;4-S&nbsp;2296-b\/07\/0003, 2010\/0014334, BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;21, ersetzt durch BMF-Schreiben vom 10.&nbsp;Januar 2014 IV&nbsp;C&nbsp;4-S&nbsp;2296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;23). Auch Kleinunternehmer i.S. des &sect;&nbsp;19 des Umsatzsteuergesetzes (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;21, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;23) oder die &ouml;ffentliche Hand k&ouml;nnen steuerbeg&uuml;nstigte Handwerkerleistungen erbringen (Apitz in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;21; vgl. Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;86; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140 &lt;Schornsteinfeger&gt;). Dies gilt insbesondere dann, wenn eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts (beispielsweise ein Zweckverband) mit dem Verlegen der Hausanschlussleitungen (= die Verbindung des Wasser-Verteilungsnetzes mit der Anlage des Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mers, vgl. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 der Verordnung &uuml;ber Allgemeine Bedingungen f&uuml;r die Versorgung mit Wasser &#8211;AVBWasserV&#8211; vom 20.&nbsp;Juni 1980, BGBl I 1980, 750) gegen Kostenerstattung im Rahmen eines Betriebs gewerblicher Art unternehmerisch t&auml;tig geworden ist (vgl. hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8.&nbsp;Oktober 2008 V&nbsp;R&nbsp;61\/03, BFHE 222, 176, BStBl II 2009, 321; BMF-Schreiben vom 7.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;B&nbsp;8-S&nbsp;7100\/07\/10024, 2009\/0215132, BStBl I 2009, 531). Auf welcher Rechtsgrundlage die &ouml;ffentliche Hand die Kosten (Heranziehungsbescheid, &ouml;ffentlich-rechtlicher Vertrag) f&uuml;r den Hausanschluss erhebt, ist insoweit ebenso unerheblich wie der Umstand, ob diese Leistung &quot;eigenh&auml;ndig&quot; oder durch einen von ihr beauftragten bauausf&uuml;hrenden Dritten erbracht wird. Denn auch insoweit nimmt der Steuerpflichtige eine, wenn auch durch eine juristische Person vermittelte, Handwerkerleistung in Anspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Handwerkerleistung muss ferner &quot;in&quot; einem inl&auml;ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Hieraus wird geschlossen, dass nur handwerkliche T&auml;tigkeiten, die in der privaten Wohnung bzw. dem Haus nebst Zubeh&ouml;rr&auml;umen und Garten geleistet werden, nicht aber solche, die &quot;f&uuml;r&quot; den Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG beg&uuml;nstigt sind (BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;15; FG M&uuml;nchen vom 24.&nbsp;Oktober 2011&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;2544\/09, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2012, 1118).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses enge Verst&auml;ndnis der Vorschrift greift nach Auffassung des erkennenden Senats jedoch zu kurz. Denn der Begriff &quot;im Haushalt&quot; ist r&auml;umlich-funktional auszulegen (vgl. Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;77; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; Bode, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;D&nbsp;7, E&nbsp;7; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Deshalb werden die Grenzen des Haushalts i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nicht ausnahmslos &#8211;unabh&auml;ngig von den Eigentumsverh&auml;ltnissen&#8211; durch die Grundst&uuml;cksgrenzen abgesteckt (Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 VI&nbsp;R&nbsp;55\/12, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;15). Vielmehr kann auch die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, die jenseits der Grundst&uuml;cksgrenze auf fremdem, beispielsweise &ouml;ffentlichem Grund erbracht werden, nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG beg&uuml;nstigt sein. Es muss sich dabei allerdings um Leistungen handeln, die in unmittelbarem r&auml;umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef&uuml;hrt werden und dem Haushalt dienen (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4; vgl. auch K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;300&nbsp;f.). Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Haushalt des Steuerpflichtigen an das &ouml;ffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar handelt es sich bei Hausanschl&uuml;ssen (auch insoweit als die Anschlussleitung innerhalb des Privatgrundst&uuml;cks des Anschlussnehmers verl&auml;uft) um Betriebsanlagen des Wasserversorgungsunternehmens (vgl. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AVBWasserV; Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7.&nbsp;Februar 2008 III&nbsp;ZR&nbsp;307\/05, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2008, 771, und vom 1.&nbsp;Februar 2007 III&nbsp;ZR&nbsp;289\/06, NJW-RR 2007, 823). Gleichwohl ist der Hausanschluss insgesamt und damit auch, soweit er im &ouml;ffentlichen Stra&szlig;enraum verl&auml;uft, zum Haushalt i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG zu z&auml;hlen (entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;12, 15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;9, 15). Denn &uuml;ber diesen wird der auf dem Grundst&uuml;ck gelegene Haushalt des Steuerpflichtigen &uuml;ber das &ouml;ffentliche Versorgungsnetz mit den f&uuml;r eine Haushaltsf&uuml;hrung notwendigen Leistungen der Daseinsf&uuml;rsorge versorgt. Ein Hausanschluss stellt sich damit als notwendige Voraussetzung eines Haushalts dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechende Handwerkerleistungen sind folglich nicht nur anteilig, soweit sie auf Privatgel&auml;nde entfallen, sondern in vollem Umfang nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG beg&uuml;nstigt (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4; Bode, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;D&nbsp;7, E&nbsp;7; Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;71&nbsp;f., 77; Eversloh in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;92; W&uuml;llenkemper, EFG 2013, 52; a.A. Fischer in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;7; Durst in Korn, &sect;&nbsp;35a EStG Rz&nbsp;41; He&szlig;\/G&ouml;rn, Deutsches Steuerrecht 2007, 1804 &lt;1805&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Wortlaut sowie Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG stehen dieser Auslegung der Vorschrift nicht entgegen (vgl. Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 VI&nbsp;R&nbsp;55\/12, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.&nbsp;15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die streitigen Aufwendungen der Kl&auml;ger f&uuml;r den Wasserhausanschluss zu Recht in H&ouml;he der gesch&auml;tzten Arbeitskosten als Handwerkerleistungen f&uuml;r eine Modernisierungsma&szlig;nahme beurteilt, die den Kl&auml;gern die begehrte Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG vermitteln. Die vom FA erhobenen Einwendungen gegen die Sch&auml;tzung der Arbeitskosten greifen nicht durch. Die Erkenntnis des FG, dass die mit der Herstellung des Hausanschlusses verbundenen Tiefbauarbeiten h&ouml;here Arbeitskosten als Materialkosten nach sich gezogen h&auml;tten, diese Materialkosten jedoch nicht von g&auml;nzlich untergeordneter Bedeutung seien und die daraufhin vorgenommene Aufteilung der Gesamtkosten (60&nbsp;% Arbeitskosten) begegnet keinen revisionsrechtlichen Bedenken. Denn Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze sind insoweit weder vorgetragen noch ersichtlich. Damit war die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 56\/12 Aufwendungen f&uuml;r einen Hausanschluss als steuerbeg&uuml;nstigte Handwerkerleistung Leits&auml;tze 1. Auch die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, die jenseits der Grundst&uuml;cksgrenze auf fremdem, beispielsweise &ouml;ffentlichem Grund erbracht werden, kann als Handwerkerleistung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG beg&uuml;nstigt sein (entgegen BMF-Schreiben vom 10. 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