{"id":62665,"date":"2014-06-18T11:26:05","date_gmt":"2014-06-18T09:26:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62665"},"modified":"2014-06-18T11:26:05","modified_gmt":"2014-06-18T09:26:05","slug":"xi-b-127-13-beiladung-einer-organgesellschaft-zur-ermoeglichung-einer-folgeaenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-127-13-beiladung-einer-organgesellschaft-zur-ermoeglichung-einer-folgeaenderung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;127\/13 &#8211; Beiladung einer Organgesellschaft zur Erm&ouml;glichung einer Folge&auml;nderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2014, XI B 127\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiladung einer Organgesellschaft zur Erm&ouml;glichung einer Folge&auml;nderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), nunmehr in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG, wurden durch die gegen sie ergangenen Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r die Jahre 2004 bis 2007 (Streitjahre) als Organtr&auml;gerin die Ums&auml;tze und Leistungsbez&uuml;ge der Beigeladenen (GmbH) als Organgesellschaft zugerechnet. Sie beantragte beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre dahingehend, dass bei ihrer Besteuerung die Ums&auml;tze und Leistungsbez&uuml;ge der GmbH au&szlig;er Ansatz bleiben, da die Voraussetzungen einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) nicht erf&uuml;llt seien. Der Antrag und der Einspruch der Kl&auml;gerin blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren beantragte das FA am 29.&nbsp;Juli 2011 die Beiladung der GmbH, &quot;um im Falle des Erfolgs der Klage die Umsatzbesteuerung hinsichtlich der Besteuerungsgrundlagen dieser Organgesellschaft &uuml;ber &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Abgabenordnung [AO] sicherstellen zu k&ouml;nnen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 25.&nbsp;Oktober 2013 hat das Finanzgericht (FG) die GmbH zum Verfahren beigeladen. Gegen diesen Beiladungsbeschluss hat die Kl&auml;gerin Beschwerde eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, den Beiladungsbeschluss des FG vom 25.&nbsp;Oktober 2013 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;132 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Voraussetzungen einer Beiladung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO zu Recht angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO enth&auml;lt einen selbst&auml;ndigen Beiladungsgrund; danach ist eine Beiladung unabh&auml;ngig davon zul&auml;ssig, ob auch die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;60 FGO erf&uuml;llt sind (vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;Februar 2010 IX&nbsp;B&nbsp;176\/09, BFH\/NV 2010, 832; vom 15.&nbsp;Oktober 2010 III&nbsp;B&nbsp;149\/09, BFH\/NV 2011, 404, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r eine Beiladung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO ist lediglich erforderlich, dass ein Steuerbescheid wegen irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts m&ouml;glicherweise aufzuheben oder zu &auml;ndern ist und hieraus rechtliche Folgerungen bei einem Dritten zu ziehen sind (BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Mai 1994 IV&nbsp;B&nbsp;84\/93, BFH\/NV 1995, 87; vom 22.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;B&nbsp;16\/00, BFH\/NV 2002, 308; vom 14.&nbsp;Dezember 2004 I&nbsp;B&nbsp;137\/04, BFH\/NV 2005, 835). Denn die M&ouml;glichkeit zur Korrektur von Steuerbescheiden wegen irriger Beurteilung von bestimmten Sachverhalten besteht nicht nur gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen, aufgrund dessen Antrag der urspr&uuml;nglich ergangene Steuerbescheid aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO auch gegen&uuml;ber Dritten. Um diese Korrekturm&ouml;glichkeit zu gew&auml;hrleisten, kann das FA die Beiladung des Dritten in dem gegen den urspr&uuml;nglich ergangenen Bescheid angestrengten Klageverfahren beantragen. F&uuml;r diese Beiladung gen&uuml;gt es, dass die M&ouml;glichkeit einer Folge&auml;nderung besteht (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2005, 835; vom 24.&nbsp;November 2010 II&nbsp;B&nbsp;48\/10, BFH\/NV 2011, 408). Voraussetzung einer solchen Beiladung ist insbesondere nicht, dass der Beizuladende bereits zum Einspruchsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;360 AO hinzugezogen war (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Mai 1993 X&nbsp;R&nbsp;111\/91, BFHE 171, 400, BStBl II 1993, 817, unter 3.a; von Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;310).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall besteht die M&ouml;glichkeit, dass die Kl&auml;gerin mit ihrer Klage durchdringt, dass die Voraussetzungen einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG nicht erf&uuml;llt und damit ihr die Ums&auml;tze und Leistungsbez&uuml;ge der GmbH nicht zuzurechnen seien. Entsprechende Folgerungen w&auml;ren dann ggf. bei der Besteuerung der GmbH zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Beiladung des Dritten i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO kann nur dann unterbleiben, wenn dessen Interessen durch den Ausgang des anh&auml;ngigen Rechtsstreits eindeutig nicht ber&uuml;hrt sein k&ouml;nnen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2010, 832; in BFH\/NV 2011, 404). Mit Blick auf den erhobenen Verj&auml;hrungseinwand k&auml;me eine Beiladung mithin nur dann nicht in Betracht, wenn dem Erlass auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO gest&uuml;tzter neuerlicher Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2004 bis 2006 sowie eines erstmaligen Umsatzsteuerbescheides f&uuml;r 2007 gegen&uuml;ber der GmbH zweifelsfrei der Ablauf der Festsetzungsfrist entgegenst&uuml;nde. Dies ist hier im Hinblick auf die Vorschriften von &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO (vgl. hierzu BFH-Beschluss in BFH\/NV 1995, 87) nicht der Fall. Zudem darf die Beiladung die Entscheidung &uuml;ber eine etwaige Verj&auml;hrung des Steueranspruchs nicht vorwegnehmen; diese Frage ist nicht im Beiladungsverfahren, sondern ggf. in einem Folge&auml;nderungsverfahren zu entscheiden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;April 1989 V&nbsp;B&nbsp;153\/88, BFHE 156, 389, BStBl II 1989, 539; in BFH\/NV 2010, 832; in BFH\/NV 2011, 404).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Von einer Kostenentscheidung ist lediglich dann abzusehen, wenn &uuml;ber einen Beiladungsbeschluss im Beschwerdeverfahren im Sinne des Rechtsmittelantrags entschieden wird. F&uuml;r ein erfolgloses Beschwerdeverfahren ist indes eine Kostenentscheidung zu treffen (z.B. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Juli 2012 IV&nbsp;B&nbsp;1\/11, BFH\/NV 2012, 1929).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2014, XI B 127\/13 Beiladung einer Organgesellschaft zur Erm&ouml;glichung einer Folge&auml;nderung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), nunmehr in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. 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