{"id":62669,"date":"2014-06-18T11:31:59","date_gmt":"2014-06-18T09:31:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62669"},"modified":"2014-06-18T11:31:59","modified_gmt":"2014-06-18T09:31:59","slug":"x-k-3-13-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19032014-x-k-8-13-entschaedigungsklage-27-monatige-gesamtverfahrensdauer-in-einem-finanzgerichtlichen-klageverfahren-ohne-wesentliche-besonderheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-13-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19032014-x-k-8-13-entschaedigungsklage-27-monatige-gesamtverfahrensdauer-in-einem-finanzgerichtlichen-klageverfahren-ohne-wesentliche-besonderheiten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;3\/13 &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.03.2014 X K 8\/13 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: 27-monatige Gesamtverfahrensdauer in einem finanzgerichtlichen Klageverfahren ohne wesentliche Besonderheiten nicht unangemessen &#8211; Aussagekraft statistischer Durchschnittswerte &#8211; Gleichzeitige Zuweisung mehrerer F&auml;lle an einen Richter &#8211; &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes auf den Gerichtspr&auml;sidenten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2014, X K 3\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.03.2014 X K 8\/13 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: 27-monatige Gesamtverfahrensdauer in einem finanzgerichtlichen Klageverfahren ohne wesentliche Besonderheiten nicht unangemessen &#8211; Aussagekraft statistischer Durchschnittswerte &#8211; Gleichzeitige Zuweisung mehrerer F&auml;lle an einen Richter &#8211; &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes auf den Gerichtspr&auml;sidenten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin begehrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) Entsch&auml;digung wegen der von ihr als unangemessen angesehenen Dauer eines vom 14.&nbsp;Juli 2010 (Klageeingang) bis zum 24.&nbsp;Oktober 2012 (Zustellung des Urteils an den Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin) vor dem Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg anh&auml;ngigen Klageverfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Ausgangsverfahren liegt der folgende Sachverhalt zugrunde: Im Einspruchsverfahren wandte sich die Kl&auml;gerin gegen ihre Einkommensteuerbescheide 2005 bis 2008 mit der Begr&uuml;ndung, die von ihr gezahlten Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung seien einkommensteuerrechtlich nicht nur in beschr&auml;nktem Umfang als Sonderausgaben, sondern in voller H&ouml;he als Werbungskosten abzuziehen. Sie beantragte im Hinblick auf bereits beim Bundesfinanzhof (BFH) zu dieser Frage anh&auml;ngige Verfahren das Ruhen der Einspruchsverfahren. Die angefochtenen Bescheide enthielten zun&auml;chst Vorl&auml;ufigkeitsvermerke u.a. hinsichtlich der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der beschr&auml;nkten Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen. W&auml;hrend der Einspruchsverfahren erweiterte das Finanzamt (FA) die Vorl&auml;ufigkeitsvermerke um die einfachgesetzliche Frage der Abziehbarkeit von Rentenversicherungsbeitr&auml;gen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Leibrenten. Das FA betrachtete die Einspr&uuml;che damit als erledigt. Dem widersprach die Kl&auml;gerin. Daraufhin verwarf das FA die Einspr&uuml;che als unzul&auml;ssig und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, der Kl&auml;gerin fehle wegen der Vorl&auml;ufigkeitsvermerke das erforderliche Rechtsschutzbed&uuml;rfnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;Juli 2010 erhob die Kl&auml;gerin Klage. Sie f&uuml;hrte in der 38-seitigen Klageschrift, die durch 78&nbsp;Seiten Anlagen erg&auml;nzt wurde, im Wesentlichen aus, jedenfalls angesichts des in ihrer Person gegebenen Sonderfalls (nur geringe Nettoeink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit) seien die Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung als Werbungskosten anzusehen, um das objektive Nettoprinzip zu wahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA nahm am 14.&nbsp;Oktober 2010 zur Klagebegr&uuml;ndung Stellung. Die Kl&auml;gerin beantragte am 19.&nbsp;November 2010 die &Uuml;bersendung der Akten an eine nahegelegene Beh&ouml;rde zur Akteneinsicht und k&uuml;ndigte eine weitere Stellungnahme an. Die Akten gingen am 12.&nbsp;Januar 2011 wieder beim FG ein. Am 5.&nbsp;April 2011 erinnerte das FG die Kl&auml;gerin an die angek&uuml;ndigte Stellungnahme. Am 8.&nbsp;April 2011 antwortete die Kl&auml;gerin, die Akteneinsicht habe keine neuen Erkenntnisse erbracht. Sie bat um baldige Anberaumung eines Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung. Das FG teilte am 14.&nbsp;April 2011 mit, aufgrund zahlreicher &auml;lterer Verfahren sei derzeit nicht absehbar, wann die Sache terminiert werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22.&nbsp;Dezember 2011 erhob die Kl&auml;gerin Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge. Das FG teilte am 12.&nbsp;Januar 2012 mit, die durchschnittliche Verfahrensdauer f&uuml;r zul&auml;ssige Klagen liege derzeit bei &uuml;ber drei Jahren, was wenig akzeptabel sei. Im Dezernat des Berichterstatters seien noch 50 &auml;ltere Verfahren zu bearbeiten; die Termine w&uuml;rden grunds&auml;tzlich nach dem Alter der Verfahren vergeben. Die Sache sei f&uuml;r eine &Uuml;bertragung auf den Einzelrichter nicht geeignet. Ein Verzicht auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung k&ouml;nne das Verfahren allerdings beschleunigen. Ein solcher Verzicht wurde am 26.&nbsp;Januar 2012 vom FA und am 24.&nbsp;Februar 2012 von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Juli 2012 beantragte die Kl&auml;gerin die Anberaumung eines Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung. Das FG bat am 27.&nbsp;Juli 2012 um Mitteilung, ob dieses Schreiben als Widerruf des erkl&auml;rten Verzichts auf m&uuml;ndliche Verhandlung auszulegen sei. Daraufhin teilte die Kl&auml;gerin am 14.&nbsp;August 2012 mit, es bleibe bei dem Verzicht auf m&uuml;ndliche Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2012, das dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 24.&nbsp;Oktober 2012 zugestellt wurde, wies das FG die Klage ab. Die Entscheidung wurde rechtskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;Februar 2013 hat die Kl&auml;gerin die vorliegende Entsch&auml;digungsklage erhoben. Sie verweist darauf, dass die durchschnittliche Dauer finanzgerichtlicher Klageverfahren in Deutschland nach dem Gesch&auml;ftsbericht der Finanzgerichte f&uuml;r die Jahre 2009 und 2010 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 1578) bei ca.&nbsp;18 Monaten gelegen habe, w&auml;hrend das FG im Streitfall 27&nbsp;Monate ben&ouml;tigt habe, ohne dass hierf&uuml;r ein anderer Grund als die schlechte Personalausstattung des Gerichts erkennbar sei. Die Sache sei sp&auml;testens im April 2011 entscheidungsreif gewesen. Auch nach dem Schreiben des FG vom 12.&nbsp;Januar 2012 sei keine weitere Sachaufkl&auml;rung erforderlich gewesen. Nach verschiedenen Entscheidungen des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) belaufe sich die angemessene Verfahrensdauer auf etwa ein Jahr pro Instanz. Als Entsch&auml;digung sei f&uuml;r jedes angefangene Jahr der Verz&ouml;gerung ein Betrag von 1.200&nbsp;EUR zu gew&auml;hren. Die Kl&auml;gerin habe durch das &quot;Erleiden einer &uuml;ber Jahre v&ouml;llig ungekl&auml;rten Steuerrechtslage&quot; einen kausal durch die Verz&ouml;gerungen des Gerichtsverfahrens verursachten immateriellen Schaden erlitten. Die Klage sei f&uuml;r sie angesichts des Umstands, dass der Streitwert sich auf etwa 30&nbsp;% der festgesetzten Einkommensteuer belaufen habe, von besonderer Bedeutung gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner beanstandet die Kl&auml;gerin, dass der Beklagte sich in Entsch&auml;digungsklageverfahren durch den Pr&auml;sidenten des FG vertreten l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>den Beklagten zu verurteilen, ihr wegen der &uuml;berlangen Dauer des Verfahrens vor dem FG Berlin-Brandenburg 14&nbsp;K&nbsp;14233\/10 eine Entsch&auml;digung in H&ouml;he von 2.400&nbsp;EUR nebst Zinsen seit Rechtsh&auml;ngigkeit in H&ouml;he von 5&nbsp;% &uuml;ber dem Basiszinssatz zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verfahrensdauer von 27&nbsp;Monaten sei bei Zugrundelegung der bisher ergangenen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;198 GVG noch hinzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Klage ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes Berlin auf den Pr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg (Anordnung &uuml;ber die Vertretung des Landes Berlin im Gesch&auml;ftsbereich der Senatsverwaltung f&uuml;r Justiz vom 20.&nbsp;September 2007, Amtsblatt Berlin 2007, 2641) ist aus Rechtsgr&uuml;nden nicht zu beanstanden. Zur n&auml;heren Begr&uuml;ndung verweist der Senat auf sein Urteil vom 17.&nbsp;April 2013 X&nbsp;K&nbsp;3\/12 (BFHE 240, 516, BStBl II 2014, 547, unter III.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Dauer des Verfahrens war nicht unangemessen i.S. des &sect;&nbsp;198 GVG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG richtet sich die Angemessenheit der Verfahrensdauer nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles, insbesondere nach der Schwierigkeit und Bedeutung des Verfahrens und nach dem Verhalten der Verfahrensbeteiligten und Dritter. Diese gesetzlichen Ma&szlig;st&auml;be beruhen auf der st&auml;ndigen Rechtsprechung des EGMR und des Bundesverfassungsgerichts (vgl. hierzu und zum Folgenden ausf&uuml;hrlich Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 2013 X&nbsp;K&nbsp;13\/12, BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, unter II.2., auf das zur Vermeidung von Wiederholungen wegen der Einzelheiten Bezug genommen wird).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Entscheidung ist der Begriff der &quot;Angemessenheit&quot; f&uuml;r Wertungen offen, die dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen dem Interesse an einem m&ouml;glichst z&uuml;gigen Abschluss des Rechtsstreits einerseits und anderen, ebenfalls hochrangigen sowie verfassungs- und menschenrechtlich verankerten prozessualen Grunds&auml;tzen &#8211;wie dem Anspruch auf Gew&auml;hrung eines effektiven Rechtsschutzes durch inhaltlich m&ouml;glichst zutreffende und qualitativ m&ouml;glichst hochwertige Entscheidungen, der Unabh&auml;ngigkeit der Richter und dem Anspruch auf den gesetzlichen Richter&#8211; Rechnung tragen. Danach darf die zeitliche Grenze bei der Bestimmung der Angemessenheit der Dauer des Ausgangsverfahrens nicht zu eng gezogen werden; dem Ausgangsgericht ist ein erheblicher Spielraum f&uuml;r die Gestaltung seines Verfahrens &#8211;auch in zeitlicher Hinsicht&#8211; einzur&auml;umen. Zwar schlie&szlig;t es die nach der Konzeption des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG vorzunehmende Einzelfallbetrachtung aus, im Rahmen der Auslegung der genannten Vorschrift konkrete Fristen zu bezeichnen, innerhalb der ein Verfahren im Regelfall abschlie&szlig;end erledigt sein sollte. Gleichwohl kann f&uuml;r ein finanzgerichtliches Klageverfahren, das im Vergleich zu dem typischen in dieser Gerichtsbarkeit zu bearbeitenden Verfahren keine wesentlichen Besonderheiten aufweist, die Vermutung aufgestellt werden, dass die Dauer des Verfahrens angemessen ist, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen, und die damit begonnene (&quot;dritte&quot;) Phase des Verfahrensablaufs nicht durch nennenswerte Zeitr&auml;ume unterbrochen wird, in denen das Gericht die Akte unbearbeitet l&auml;sst. Dies gilt nicht, wenn der Verfahrensbeteiligte rechtzeitig und in nachvollziehbarer Weise auf Umst&auml;nde hinweist, aus denen eine besondere Eilbed&uuml;rftigkeit des Verfahrens folgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobenen Einwendungen der Kl&auml;gerin geben keinen Anlass, von diesen Grunds&auml;tzen abzur&uuml;cken. Sie begehrt letztlich, dass das FG sich von Anfang an ausschlie&szlig;lich mit ihrer Klage h&auml;tte befassen m&uuml;ssen. Dabei &uuml;bersieht sie, dass stets parallel auch zahlreiche andere Verfahren zu bearbeiten sind. Verfassungs- und menschenrechtlich ist die gerichtsorganisatorische Grundentscheidung, einem Richter mehr als ein Verfahren gleichzeitig zuzuweisen, nicht zu beanstanden, weil die begrenzten staatlichen Ressourcen m&ouml;glichst effizient eingesetzt werden sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den unter a) dargestellten Grunds&auml;tzen war die Dauer des Ausgangsverfahrens nicht unangemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Anwendung der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG beispielhaft genannten Kriterien vermittelt im Streitfall kein einheitliches Bild.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So war der Schwierigkeitsgrad des Verfahrens &#8211;trotz der fehlenden Notwendigkeit von Sachverhaltsermittlungen&#8211; jedenfalls nicht als gering anzusehen. Die Klageschrift war mit 38&nbsp;Seiten zzgl. 78&nbsp;Seiten Anlagen &uuml;berdurchschnittlich umfangreich. Zumindest das Argument der Kl&auml;gerin, ihr Fall sei wegen ihres geringen Einkommens anders gelagert als die bisher entschiedenen F&auml;lle, erforderte eine individuell auf den Streitfall zugeschnittene Begr&uuml;ndung der Entscheidung des FG, die sich in dessen Urteil dann auch tats&auml;chlich findet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Bedeutung des Verfahrens f&uuml;r die Kl&auml;gerin ist zum einen zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Streitwert in Relation zur insgesamt festgesetzten Einkommensteuer (f&uuml;r vier Veranlagungszeitr&auml;ume jeweils ca.&nbsp;30&nbsp;% der f&uuml;r das einzelne Streitjahr festgesetzten Steuer) nicht gering war. Andererseits ist aber darauf hinzuweisen, dass aus Sicht der Kl&auml;gerin jede inhaltliche Entscheidung des FG &uuml;ber die Frage des Werbungskostenabzugs der Altersvorsorgeaufwendungen das Verfahren wahrscheinlich nicht endg&uuml;ltig beendet h&auml;tte. Bis heute sind in diesem Zusammenhang zahlreiche Verfassungsbeschwerden anh&auml;ngig (zur Frage der Zuweisung der Altersvorsorgeaufwendungen zu den Sonderausgaben z.B. 2&nbsp;BvR&nbsp;288\/10; dar&uuml;ber hinaus zur Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des H&ouml;chstbetrags des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) z.B. 2&nbsp;BvR&nbsp;289, 290, 323\/10). Aufgrund der Vorl&auml;ufigkeitsvermerke war zudem sichergestellt, dass die Kl&auml;gerin von einem etwaigen Erfolg dieser Musterverfahren profitieren w&uuml;rde. Diese &uuml;bergreifenden Gesichtspunkte relativieren die Bedeutung des Verfahrensabschnitts &quot;erstinstanzliches Klageverfahren&quot; f&uuml;r die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die W&uuml;rdigung, dass die Verfahrensdauer noch angemessen war, ergibt sich aus einer Betrachtung des konkreten Verfahrensablaufs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) In dem seit dem 14.&nbsp;Juli 2010 beim FG anh&auml;ngigen Klageverfahren endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze zwischen den Beteiligten am 8.&nbsp;April 2011 mit der Mitteilung der Kl&auml;gerin, sie werde nach Durchf&uuml;hrung der Akteneinsicht keine weitere Stellungnahme einreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da Umst&auml;nde, die f&uuml;r eine besondere Eilbed&uuml;rftigkeit des Verfahrens sprachen, weder von der Kl&auml;gerin dargelegt wurden noch dem FG sonst ersichtlich waren, ist die Angemessenheit der Verfahrensdauer nach den unter 2. dargelegten Grunds&auml;tzen zu vermuten, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen. Demzufolge h&auml;tte das FG das Verfahren zu Beginn des zweiten Halbjahres 2012 wieder aufgreifen und durch kontinuierliches T&auml;tigwerden zur Entscheidung f&uuml;hren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Juli und August 2012 war das FG aber damit befasst, die prozessuale Unklarheit zu beseitigen, die dadurch entstanden war, dass die Kl&auml;gerin trotz ihres bereits ausgesprochenen Verzichts auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung erneut eine m&uuml;ndliche Verhandlung beantragt hatte. Ob dieser Antrag w&ouml;rtlich zu nehmen war oder &#8211;so das nunmehrige Vorbringen der Kl&auml;gerin&#8211; nur ein &quot;anwaltliches Druckmittel&quot; darstellen sollte, bei dem jedem Rechtskundigen h&auml;tte klar sein m&uuml;ssen, dass der gestellte Antrag unwirksam gewesen sei, ist ohne Belang. Entscheidend ist vielmehr, dass das FG w&auml;hrend der notwendigen Kl&auml;rungsphase an einer Entscheidung &#8211;jedenfalls ohne m&uuml;ndliche Verhandlung&#8211; gehindert war und daher die Dauer dieser Kl&auml;rungsphase nicht als unangemessen angesehen werden kann. Da die tats&auml;chliche Entscheidung am 17.&nbsp;Oktober 2012 &#8211;also innerhalb der n&auml;chsten zwei Monate&#8211; erging, kann auch die Gesamtverfahrensdauer noch nicht als unangemessen angesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der dem FG zuzugestehende Gestaltungsspielraum ist im Ausgangsverfahren nicht dadurch eingeschr&auml;nkt worden, dass die Kl&auml;gerin bereits am 22.&nbsp;Dezember 2011 eine Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge erhoben hat. Die dargestellte Vermutung der Angemessenheit einer gut zweij&auml;hrigen Verfahrensdauer bis zum kontinuierlichen Ergreifen entscheidungsvorbereitender Ma&szlig;nahmen durch das FG gilt nur dann nicht, wenn der Verfahrensbeteiligte konkrete Umst&auml;nde vortr&auml;gt, die f&uuml;r eine besondere Eilbed&uuml;rftigkeit seines Verfahrens sprechen. Dies ist hier nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Dauer des dem finanzgerichtlichen Ausgangsverfahren vorangegangenen Verwaltungsverfahrens kann im Entsch&auml;digungsklageverfahren grunds&auml;tzlich nicht ber&uuml;cksichtigt werden (zur Begr&uuml;ndung vgl. Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;S&nbsp;18\/12&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2012, 1822).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Lediglich erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass die Gesamtverfahrensdauer von 27&nbsp;Monaten nur unwesentlich &uuml;ber der &#8211;bezogen auf alle deutschen Finanzgerichte&#8211; <em>durchschnittlichen <\/em>Dauer der durch Urteil erledigten zul&auml;ssigen Klagen liegt, die im Gesch&auml;ftsbericht der Finanzgerichte der Bundesrepublik Deutschland f&uuml;r die Jahre 2009 und 2010 (EFG 2011, 1578, 1581) mit ca. 25 Monaten angegeben wird. Zwar sind statistische Durchschnittswerte nur von sehr eingeschr&auml;nkter Aussagekraft f&uuml;r die Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer, weil es nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG auf die Verh&auml;ltnisse des jeweiligen Einzelfalls ankommt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 11.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;23\/12&nbsp;D, BVerwGE 147, 146, unter II.1.b&nbsp;aa&nbsp;(2)). Ihre Nicht&uuml;berschreitung kann aber jedenfalls dann als Indiz f&uuml;r die Angemessenheit der Verfahrensdauer herangezogen werden, wenn keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vorliegen, dass die durchschnittliche Verfahrensdauer, die den genannten statistischen Werten zugrunde liegt, unangemessen sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Solche Anhaltspunkte sind hier nicht ersichtlich. Insbesondere hat der EGMR die Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf Streitigkeiten um nicht existenzsichernde Geldanspr&uuml;che in F&auml;llen, in denen die Verfahrensdauer 25 Monate betrug, &#8211;soweit ersichtlich&#8211; bisher nicht wegen Verletzung des Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten verurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Divergenz zur Rechtsprechung des BVerwG ist nicht gegeben. Soweit die Kl&auml;gerin darauf verweist, dass eine Verfahrensdauer von zwei Jahren in einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren als unangemessen angesehen worden ist (vgl. BVerwG-Urteil vom 11.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;27\/12&nbsp;D, Bayerische Verwaltungsbl&auml;tter 2014, 149), ist der zugrunde liegende Sachverhalt nicht mit dem vorliegend zu beurteilenden Ausgangsverfahren vergleichbar. Vor dem Verwaltungsgericht ging es um die rechtswidrige Umsetzung einer Polizeibeamtin an eine andere &#8211;weit entfernte&#8211; Dienststelle, die f&uuml;r die Beamtin arbeitst&auml;glich erhebliche Fahrtkosten und Fahrzeiten zur Folge hatte. Sie war durch die lange Verfahrensdauer daher in erheblich st&auml;rkerem Ma&szlig;e in ihrer t&auml;glichen Lebensf&uuml;hrung betroffen als die Kl&auml;gerin des vorliegenden Verfahrens. Zudem war in dem von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten verwaltungsgerichtlichen Verfahren die eigentliche Rechtsfrage &#8211;die Rechtswidrigkeit der Umsetzung&#8211; bereits in einem vorangegangenen Rechtsstreit zwischen denselben Beteiligten gekl&auml;rt worden. An einer derartigen fr&uuml;heren gerichtlichen Kl&auml;rung der Streitfrage gerade zwischen den Beteiligten fehlte es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.3.2014, X K 3\/13 Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.03.2014 X K 8\/13 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: 27-monatige Gesamtverfahrensdauer in einem finanzgerichtlichen Klageverfahren ohne wesentliche Besonderheiten nicht unangemessen &#8211; Aussagekraft statistischer Durchschnittswerte &#8211; Gleichzeitige Zuweisung mehrerer F&auml;lle an einen Richter &#8211; &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes auf den Gerichtspr&auml;sidenten Tatbestand 1&nbsp; I. 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