{"id":62671,"date":"2014-06-18T11:25:53","date_gmt":"2014-06-18T09:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62671"},"modified":"2014-06-18T11:25:53","modified_gmt":"2014-06-18T09:25:53","slug":"grs-2-13-tatsaechlicher-zugang-eines-zuzustellenden-dokuments-bei-verstoss-gegen-zwingende-zustellungsvorschriften-begriff-der-entscheidung-is-von-par-11-abs-3-fgo-umfasst-auch-beschluesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/grs-2-13-tatsaechlicher-zugang-eines-zuzustellenden-dokuments-bei-verstoss-gegen-zwingende-zustellungsvorschriften-begriff-der-entscheidung-is-von-par-11-abs-3-fgo-umfasst-auch-beschluesse\/","title":{"rendered":"GrS&nbsp;2\/13 &#8211; Tats&auml;chlicher Zugang eines zuzustellenden Dokuments bei Versto&szlig; gegen zwingende Zustellungsvorschriften &#8211; Begriff der &quot;Entscheidung&quot; i.S. von &sect; 11 Abs. 3 FGO umfasst auch Beschl&uuml;sse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.5.2014, GrS 2\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Tats&auml;chlicher Zugang eines zuzustellenden Dokuments bei Versto&szlig; gegen zwingende Zustellungsvorschriften &#8211; Begriff der &quot;Entscheidung&quot; i.S. von &sect; 11 Abs. 3 FGO umfasst auch Beschl&uuml;sse<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verst&ouml;&szlig;t eine Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten gegen zwingende Zustellungsvorschriften, weil der Zusteller entgegen &sect; 180 Satz 3 ZPO auf dem Umschlag des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks das Datum der Zustellung nicht vermerkt hat, ist das zuzustellende Dokument i.S. des &sect; 189 ZPO in dem Zeitpunkt dem Empf&auml;nger tats&auml;chlich zugegangen, in dem er das Schriftst&uuml;ck in die Hand bekommt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. I. Vorgelegte Rechtsfrage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat durch Beschluss vom 7.&nbsp;Februar&nbsp;2013 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/09 (BFHE 241, 107, BStBl II 2013, 823) dem Gro&szlig;en Senat des BFH folgende Rechtsfrage zur Entscheidung vorgelegt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist im Fall einer zul&auml;ssigen Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten, die gegen zwingende Zustellungsvorschriften verst&ouml;&szlig;t, weil der Zusteller entgegen &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 der Zivilprozessordnung (ZPO) auf dem Umschlag des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks das Datum der Zustellung nicht vermerkt hat, das zuzustellende Schriftst&uuml;ck i.S. von &sect;&nbsp;189 ZPO bereits in dem Zeitpunkt dem Empf&auml;nger tats&auml;chlich zugegangen und gilt deshalb als zugestellt, in dem nach dem gew&ouml;hnlichen Geschehensablauf mit einer Entnahme des Schriftst&uuml;cks aus dem Briefkasten und der Kenntnisnahme gerechnet werden kann, auch wenn der Empf&auml;nger das Schriftst&uuml;ck erst sp&auml;ter in die Hand bekommt?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Sachverhalt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; unter dem 22.&nbsp;August 2005 gegen&uuml;ber den zusammenveranlagten Kl&auml;gern und Revisionskl&auml;gern (Kl&auml;ger) einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch wies das Finanzgericht (FG) die Klage mit aufgrund m&uuml;ndlicher Verhandlung verk&uuml;ndetem Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2008&nbsp; 10&nbsp;K&nbsp;4614\/05 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 554) ab und lie&szlig; die Revision zu. Die f&uuml;r die Kl&auml;ger bestimmte Ausfertigung des Urteils wurde den damaligen Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger, drei in einer Soziet&auml;t zusammengeschlossenen Rechtsanw&auml;lten, im Wege eines Zustellungsauftrags durch die Deutsche Post AG zugestellt. In der vom Zusteller unterzeichneten Zustellungsurkunde wird angegeben, dass der Umschlag nach dem vergeblichen Versuch der &Uuml;bergabe in einen zum Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung eingelegt wurde. Als Tag der Zustellung wurde der 24.&nbsp;Dezember 2008 (Mittwoch) ohne Angabe einer Uhrzeit in die Zustellungsurkunde eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revisionsschrift der Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger vom 26.&nbsp;Januar 2009 ging am Dienstag, den 27.&nbsp;Januar 2009, beim BFH ein. Nach einem telefonischen Hinweis der Gesch&auml;ftsstelle des zust&auml;ndigen VIII.&nbsp;Senats, dass die Frist zur Einlegung der Revision bereits am 26.&nbsp;Januar 2009 abgelaufen sei, widersprachen die Prozessbevollm&auml;chtigten dem mit Schriftsatz vom 28.&nbsp;Januar 2009 und stellten zugleich (hilfsweise) namens der Kl&auml;ger einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hinsichtlich der Revisionsfrist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger tragen vor, das Urteil sei ihren Prozessbevollm&auml;chtigen erst am 29.&nbsp;Dezember 2008 (Montag) zugegangen. Die Kanzlei sei vom 24. bis 28.&nbsp;Dezember 2008 nicht ge&ouml;ffnet gewesen. Die f&uuml;r die Leerung des Briefkastens sowie die &Ouml;ffnung und Verteilung der Eingangspost zust&auml;ndige Rechtsanwaltsfachangestellte B habe die Sendung am 29.&nbsp;Dezember 2008 im Kanzleibriefkasten vorgefunden. Dem bearbeitenden Rechtsanwalt habe B auf sofortige Nachfrage gesagt, der Brief sei am 29.&nbsp;Dezember 2008 eingegangen. Auf dem Briefumschlag fehle die Angabe des Tags der Zustellung. F&uuml;r den Beginn der Revisionsfrist komme es auf den Tag an, an dem der Prozessbevollm&auml;chtigte das zuzustellende Urteil in die Hand bekommen habe, also den 29.&nbsp;Dezember 2008. Danach sei die Revision rechtzeitig eingelegt worden. Hilfsweise sei Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren; ein m&ouml;glicher Fehler von B k&ouml;nne den Kl&auml;gern nicht zugerechnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Glaubhaftmachung ihres Vortrags haben die Kl&auml;ger einen Briefumschlag f&uuml;r eine f&ouml;rmliche Zustellung mit einem Absenderstempel des FG &uuml;bersandt und beziehen sich im &Uuml;brigen auf Versicherungen an Eides statt ihres bearbeitenden Prozessbevollm&auml;chtigten und B. Der Briefumschlag enth&auml;lt im Feld &quot;zugestellt am&quot; keine Eintragung. Handschriftlich ist auf dem Umschlag vermerkt: &quot;Eingang am Montag 29.12.08 laut Frau B &#8230; und Frau T &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vorlegende Senat hat Beweis erhoben durch Vernehmung des Briefzustellers als Zeugen &uuml;ber die Frage, zu welcher Tageszeit das Urteil des FG (am 24.&nbsp;Dezember 2008) in den Briefkasten der Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger eingeworfen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Vorlagebeschluss des VIII. Senats<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorlagefrage ist nach Auffassung des VIII.&nbsp;Senats zu bejahen. Das Dokument sei dem Empf&auml;nger i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO (hier i.V.m. &sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) bereits in dem Zeitpunkt tats&auml;chlich zugegangen, in dem nach dem gew&ouml;hnlichen Geschehensablauf mit einer Entnahme des Schriftst&uuml;cks aus dem Briefkasten und der Kenntnisnahme gerechnet werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Begriff des Zugangs i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO sei auf den allgemeinen Zugangsbegriff in &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zur&uuml;ckzugreifen. Da &sect;&nbsp;189 ZPO f&uuml;r unterschiedliche Fallgruppen fehlerhafter und deswegen unwirksamer Zustellungen Heilungsm&ouml;glichkeiten anbieten solle, sei die Vorschrift fallgruppenbezogen auszulegen, n&auml;mlich zumindest einerseits f&uuml;r die F&auml;lle, in denen sich die formgerechte Zustellung nicht nachweisen lasse, sowie andererseits f&uuml;r die F&auml;lle, in denen das Dokument unter Verletzung zwingender Zustellungsvorschriften zugegangen sei. Der Zustellungsfiktion k&ouml;nne nur der Regelungswille entnommen werden sicherzustellen, dass dem Adressaten das Schriftst&uuml;ck ungeachtet etwaiger Zustellungsm&auml;ngel auch tats&auml;chlich &#8211;in der vom Zustellenden in den Verkehr gegebenen verk&ouml;rperten Form&#8211; zug&auml;nglich gemacht worden sei. Die Adressaten fehlerhaft zugestellter Schriftst&uuml;cke d&uuml;rften nicht schlechter gestellt werden als die Adressaten ordnungsgem&auml;&szlig; zugestellter Dokumente. Sie dar&uuml;ber hinaus gegen&uuml;ber Adressaten verfahrensfehlerfreier Ersatzzustellungen besser zu stellen, sei nicht Regelungszweck des &sect;&nbsp;189 ZPO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den Umst&auml;nden des Streitfalls seien die objektiv-rechtlichen Zwecke der Zustellungsvorschriften h&ouml;her als der Schutz des Adressaten zu bewerten. F&uuml;r die normative Bestimmung des Heilungszeitpunkts spreche vor allem, dass nur sie dem objektiven Zustellungszweck zum Durchbruch verhelfe, den Zeitpunkt der Zustellung auch im Fall der Heilung einer zun&auml;chst fehlgeschlagenen Zustellung rechtssicher bestimmen zu k&ouml;nnen. Der Zustellungsempf&auml;nger k&ouml;nne den durch das Fehlen des Datumsvermerks hervorgerufenen Zweifel &uuml;ber das Datum der Zustellung durch einen Anruf bei Gericht beseitigen; dadurch seien seine Interessen ausreichend gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der VIII.&nbsp;Senat h&auml;lt die vorgelegte Rechtsfrage f&uuml;r entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach seiner Meinung hat die Einlegung der Sendung in den Briefkasten nicht zu einer nach &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;2 ZPO wirksamen Ersatzzustellung gef&uuml;hrt, weil das Datum der Zustellung nicht auf dem Umschlag vermerkt und damit gegen die Formvorschrift des &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 ZPO versto&szlig;en worden sei. Die Missachtung dieser Formvorschrift f&uuml;hre zur Unwirksamkeit der Ersatzzustellung. Der Zustellungsmangel k&ouml;nne nur nach &sect;&nbsp;189 ZPO geheilt worden sein. Danach gelte das Dokument in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem es dem Empf&auml;nger tats&auml;chlich zugegangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sei das zuzustellende FG-Urteil am Vormittag des 24.&nbsp;Dezember 2008 in den Briefkasten der Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger eingeworfen worden. Der Senat vertrete im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Zustellungen an auf einen Werktag fallenden Silvestertagen die Auffassung, dass am 24.&nbsp;Dezember zumindest bis zum Mittag mit einer Kenntnisnahme von Gesch&auml;ftspost gerechnet werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Revisionseinlegungsfrist sei nicht zu gew&auml;hren. Die Kl&auml;ger h&auml;tten die Frist nicht ohne Verschulden vers&auml;umt, denn sie m&uuml;ssten sich ein Verschulden ihres Bevollm&auml;chtigten zurechnen lassen. Im Fall von Zustellungen von Amts wegen nach &sect;&sect;&nbsp;166&nbsp;ff. ZPO m&uuml;sse der Prozessbevollm&auml;chtigte die Fristberechnung anhand des auf dem Zustellungskuvert angebrachten Zustellungsvermerks des Postbediensteten selbst nachpr&uuml;fen. Fehle der Datumsvermerk, so m&uuml;sse sich der Prozessbevollm&auml;chtigte auf andere Weise &#8211;z.B. durch R&uuml;ckfrage beim FG&#8211; &uuml;ber das Zustellungsdatum erkundigen. Dies sei hier unterblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Wegen der Begr&uuml;ndung der Vorlage im Einzelnen wird auf den Vorlagebeschluss in BFHE 241, 107, BStBl II 2013, 823 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Rechtsgrund der Vorlage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der VIII.&nbsp;Senat st&uuml;tzt die Vorlage sowohl auf &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO als auch auf Abs.&nbsp;4 der Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;rung der vorgelegten Rechtsfrage habe grunds&auml;tzliche Bedeutung. Wegen der unterschiedlichen Auffassungen der mit der Rechtsfrage bisher befassten BFH-Senate I, II, VI und VIII sowie den verschiedenen Ansichten in der Literatur sei eine Entscheidung durch den Gro&szlig;en Senat erforderlich, um eine einheitliche Rechtsauslegung f&uuml;r die Zukunft zu gew&auml;hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Auslegung des Merkmals &quot;tats&auml;chlich zugegangen&quot; des &sect;&nbsp;189 ZPO weiche der vorlegende Senat von dem Beschluss des VI.&nbsp;Senats vom 19.&nbsp;September 2007 VI&nbsp;B&nbsp;151\/06 (BFH\/NV 2007, 2332) ab. Der VI.&nbsp;Senat habe mitgeteilt, er stimme einer Abweichung von seiner Rechtsauffassung nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. I. Zul&auml;ssigkeit der Vorlage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorlage des VIII.&nbsp;Senats ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Zul&auml;ssigkeit der Vorlage ergibt sich bereits aus &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 und 3 FGO. Der Gro&szlig;e Senat entscheidet nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO, wenn ein Senat des BFH in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Senats oder des Gro&szlig;en Senats abweichen will. Die Auffassung des vorlegenden Senats weicht von derjenigen des VI.&nbsp;Senats des BFH in BFH\/NV 2007, 2332 ab. Dieser Beschluss kann Gegenstand einer Divergenz i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der von &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;3 FGO vorausgesetzte Begriff der &quot;Entscheidung&quot; umfasst grunds&auml;tzlich auch Beschl&uuml;sse (BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;November 1977 GrS&nbsp;4\/77, BFHE 124, 130, BStBl II 1978, 229, unter C.I.1., und vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1969 GrS&nbsp;4\/68, BFHE 95, 366, BStBl II 1969, 435, unter&nbsp;1.). Eine Abweichung i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO setzt weiter voraus, dass mit dem Beschluss das seinerzeitige Verfahren abgeschlossen und die nach Meinung des anfragenden Senats nun abweichend zu beantwortende Rechtsfrage endg&uuml;ltig entschieden wurde (vgl. Brandis in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;11 FGO Rz&nbsp;4; M&uuml;ller-Horn in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;8; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;11; Sunder-Plassmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;11 FGO Rz&nbsp;29). Diese Voraussetzungen k&ouml;nnen auch erf&uuml;llt sein, wenn mit dem Beschluss eine Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckgewiesen wird und die abschlie&szlig;ende Entscheidung &uuml;ber die Rechtsfrage die Entscheidung tr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Beschluss in BFH\/NV 2007, 2332 hat der VI.&nbsp;Senat eine Nichtzulassungsbeschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, nachdem er sie zuvor als zul&auml;ssig, insbesondere fristgerecht eingelegt beurteilt hat. Die Entscheidung &uuml;ber die Begr&uuml;ndetheit der Nichtzulassungsbeschwerde setzt deren Zul&auml;ssigkeit voraus und beinhaltet deshalb eine abschlie&szlig;ende Beantwortung der f&uuml;r die Wahrung der Einlegungsfrist bedeutsamen Rechtsfragen. Der Beschluss des VI.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2007, 2332 ist danach eine Entscheidung, von der i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO in Bezug auf Rechtsfragen abgewichen werden kann, die die Zul&auml;ssigkeit der Beschwerde betreffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Bezug auf eine solche Rechtsfrage, n&auml;mlich die Frage, wann ein Dokument i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO als bekanntgegeben gilt, weicht die Auffassung des vorlegenden Senats von dem Beschluss des VI.&nbsp;Senats des BFH in BFH\/NV 2007, 2332 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der VI.&nbsp;Senat hat auf Anfrage des vorlegenden Senats mit Beschluss vom 13.&nbsp;November 2012 VI&nbsp;ER-S&nbsp;3\/12 der Abweichung nicht zugestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zul&auml;ssigkeit der Vorlage ergibt sich dar&uuml;ber hinaus auch aus &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;4 FGO. Eine Vorlage, die nach Durchf&uuml;hrung des Anfrageverfahrens auf Divergenz gest&uuml;tzt wird, kann zus&auml;tzlich auch auf den Anfragegrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgelegte Rechtsfrage war bereits Gegenstand von Entscheidungen mehrerer Senate und kann in Entscheidungen jedes Senats entscheidungserheblich zu beantworten sein. Der vorlegende Senat hat der Rechtsfrage deshalb zutreffend grunds&auml;tzliche Bedeutung beigemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Entscheidungserheblichkeit der Vorlage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgelegte Rechtsfrage ist f&uuml;r die Entscheidung des VIII.&nbsp;Senats erheblich. Bei Verneinung der Vorlagefrage entsprechend der Rechtsauffassung des VI.&nbsp;Senats w&auml;re die Revision der Kl&auml;ger zul&auml;ssig, denn der Zustellungsmangel w&auml;re dann am 29.&nbsp;Dezember 2008 dadurch geheilt worden, dass der Bevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger die Ausfertigung des FG-Urteils &quot;in den H&auml;nden hielt&quot;. Die Frist zur Einlegung der Revision w&auml;re bei Eingang der Revisionsschrift am 27.&nbsp;Januar 2009 noch nicht abgelaufen gewesen. Der vorlegende Senat ginge dann ausweislich des Vorlagebeschlusses von der Zul&auml;ssigkeit der Revision aus, so dass die Revision nicht nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO durch Beschluss zu verwerfen w&auml;re. Es m&uuml;sste vielmehr durch Urteil &uuml;ber die Begr&uuml;ndetheit der Revision entschieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Entscheidung des Gro&szlig;en Senats &uuml;ber die vorgelegte Rechtsfrage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Rechtsgrundlagen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ist ein aufgrund m&uuml;ndlicher Verhandlung verk&uuml;ndetes Urteil den Beteiligten zuzustellen. Zugestellt wird von Amts wegen nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung (&sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zustellung ist nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;1 ZPO die Bekanntgabe eines Dokuments an eine Person in der von &sect;&sect;&nbsp;166&nbsp;ff. ZPO bestimmten Form. Ein Zustellungsauftrag kann der Post erteilt werden, indem dieser das zuzustellende Schriftst&uuml;ck in einem verschlossenen Umschlag sowie ein vorbereitetes Formular einer Zustellungsurkunde &uuml;bergeben wird (&sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 ZPO). F&uuml;r die Ausf&uuml;hrung der Zustellung gelten &sect;&sect;&nbsp;177 bis 181 ZPO (&sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 ZPO). Das Schriftst&uuml;ck kann der Person, der zugestellt werden soll, an jedem Ort &uuml;bergeben werden, an dem sie angetroffen wird (&sect;&nbsp;177 ZPO). Wird die Person, der zugestellt werden soll, in ihrer Wohnung, in dem Gesch&auml;ftsraum oder in einer Gemeinschaftseinrichtung, in der sie wohnt, nicht angetroffen, und kann das Schriftst&uuml;ck auch nicht einer der in &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2 ZPO genannten Personen &uuml;bergeben werden, kann nach &sect;&nbsp;180 Satz 1 ZPO das Schriftst&uuml;ck in einen zu der Wohnung oder dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung, die der Adressat f&uuml;r den Postempfang eingerichtet hat und die in der allgemein &uuml;blichen Art f&uuml;r eine sichere Aufbewahrung geeignet ist, eingelegt werden. Mit der Einlegung gilt das Schriftst&uuml;ck als zugestellt (&sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;2 ZPO). Nach &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 ZPO vermerkt der Zusteller auf dem Umschlag des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks das Datum der Zustellung. Zum Nachweis der Zustellung ist eine Urkunde auf dem hierf&uuml;r vorgesehenen Formular anzufertigen (&sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ZPO), die u.a. die Bemerkung enthalten muss, dass der Tag der Zustellung auf dem Umschlag, der das zuzustellende Schriftst&uuml;ck enth&auml;lt, vermerkt ist (&sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;6 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zustellungsm&auml;ngel werden unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;189 ZPO geheilt. Die Vorschrift lautet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;L&auml;sst sich die formgerechte Zustellung eines Dokuments nicht nachweisen oder ist das Dokument unter Verletzung zwingender Zustellungsvorschriften zugegangen, so gilt es in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem das Dokument der Person, an die die Zustellung dem Gesetz gem&auml;&szlig; gerichtet war oder gerichtet werden konnte, tats&auml;chlich zugegangen ist.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Rechtsentwicklung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschriften &uuml;ber die Zustellung im Gerichtsverfahren sind durch das Zustellungsreformgesetz (ZustRG) vom 25.&nbsp;Juni 2001 (BGBl I 2001, 1206) novelliert worden. Die Neuregelungen sind am 1.&nbsp;Juli 2002 in Kraft getreten (Art.&nbsp;4 ZustRG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zum Inkrafttreten des Zustellungsreformgesetzes hatte &sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO&nbsp;a.F. bestimmt, dass Zustellungen von Amts wegen nach den Vorschriften des Verwaltungszustellungsgesetzes (VwZG) vorzunehmen waren. F&uuml;r Zustellungen durch die Post verwies &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;3 VwZG auf &sect;&sect;&nbsp;180 bis 186 und 195 Abs.&nbsp;2 ZPO damaliger Fassung (ZPO a.F.). Eine Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten war dort nicht vorgesehen. Zur Heilung von Zustellungsm&auml;ngeln bestimmte &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 VwZG f&uuml;r den Fall, dass sich die formgerechte Zustellung des Schriftst&uuml;cks nicht nachweisen lie&szlig; oder das Schriftst&uuml;ck unter Verletzung zwingender Zustellungsvorschriften zugegangen war, dass dieses als in dem Zeitpunkt zugestellt gelte, in dem der Empfangsberechtigte es nachweislich erhalten habe. Dies galt nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 VwZG aber nicht, wenn mit der Zustellung eine Rechtsmittelfrist begann. In &auml;hnlicher Weise war auch f&uuml;r nach der Zivilprozessordnung zu bewirkende Zustellungen eine Heilung nur m&ouml;glich (&sect;&nbsp;187 Satz&nbsp;1 ZPO a.F.), soweit nicht durch die Zustellung der Lauf einer Notfrist in Gang gesetzt werden sollte (&sect;&nbsp;187 Satz&nbsp;2 ZPO a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Zustellungsreformgesetz verfolgte das Ziel, das Zustellungsrecht zu vereinfachen. Insbesondere sollte &quot;die kostenaufwendige und f&uuml;r den Zustellungsadressaten oftmals umst&auml;ndliche beurkundete Zustellung durch Niederlegung soweit wie vertretbar vermieden&quot; werden (Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs, BTDrucks 14\/4554, 13). Dies sollte u.a. durch Einf&uuml;hrung der beurkundeten Ersatzzustellung durch Einlegen des Schriftst&uuml;cks in den Briefkasten sowie durch eine erweiterte Heilung von Zustellungsm&auml;ngeln erreicht werden. Zustellungszweck sei es, dem Adressaten angemessene Gelegenheit zur Kenntnisnahme eines Schriftst&uuml;cks zu verschaffen und den Zeitpunkt dieser Bekanntgabe zu dokumentieren. Lasse sich die formgerechte Zustellung nicht nachweisen oder seien zwingende Zustellungsvorschriften verletzt worden, gelte ein Schriftst&uuml;ck in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem es der Adressat oder ein Empfangsberechtigter erhalten habe. Das Gericht pr&uuml;fe in diesen F&auml;llen in freier Beweisw&uuml;rdigung des Sachverhalts, ob der Zustellungszweck erreicht und wann das geschehen sei. Das gelte auch dann, wenn die Zustellung eine Notfrist in Gang setze (BTDrucks 14\/4554, 14). In der Einzelbegr&uuml;ndung zu der Neuregelung der Heilung in &sect;&nbsp;189 ZPO hei&szlig;t es (BTDrucks 14\/4554, 24&nbsp;f.):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Nach dem Vorbild des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 [VwZG] soll deshalb ein Schriftst&uuml;ck als zu dem Zeitpunkt zugestellt gelten, in dem es der Zustellungsadressat oder ein Empfangsberechtigter nachweislich erhalten hat. Unter diesen Voraussetzungen ist ein Zustellungsmangel auch dann geheilt, wenn durch die Zustellung der Lauf einer Notfrist in Gang gesetzt werden soll. Wenn eine fehlerhafte Zustellung mit dem Zeitpunkt des tats&auml;chlichen Zugangs an den Adressaten oder einen Empfangsberechtigten wirksam wird, muss das f&uuml;r jede Zustellung gelten. Treten Fehler auf, so darf deren Beseitigung nicht zu Lasten einer Partei gehen, wenn feststeht, dass das zuzustellende Schriftst&uuml;ck der Person tats&auml;chlich zugegangen ist, an die es gerichtet war oder dem Gesetz gem&auml;&szlig; gerichtet werden konnte.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgeschlagenen neuen &sect;&sect;&nbsp;181 und 189 ZPO wurden im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens zum Zustellungsreformgesetz nicht ge&auml;ndert und gingen deshalb in der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Fassung in den Gesetzesbeschluss ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Rechtsprechung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vor Ergehen des Vorlagebeschlusses war der BFH &#8211;soweit anhand der ver&ouml;ffentlichten Entscheidungen ersichtlich&#8211; in vier F&auml;llen mit der Auslegung des &sect;&nbsp;189 ZPO befasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Fall des Beschlusses vom 19.&nbsp;Januar 2005 II&nbsp;B&nbsp;38\/04 (BFH\/NV 2005, 900) war ein Urteil des FG durch Einlegen in den Briefkasten am 13.&nbsp;M&auml;rz 2004, einem Samstag, zugestellt worden, ohne dass der Zusteller das Datum der Zustellung auf dem Briefumschlag vermerkt hatte. Die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde war am 14.&nbsp;Mai 2004 beim BFH eingegangen. Der BFH kam zu dem Ergebnis, dass die Frist von zwei Monaten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO noch nicht abgelaufen gewesen sei, und entschied, die Beschwerdebegr&uuml;ndung sei zwar rechtzeitig eingegangen, sie entspreche aber nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO. Weil der Prozessbevollm&auml;chtigte erkl&auml;rt hatte, dass in seiner Kanzlei an Samstagen &uuml;blicherweise nicht gearbeitet werde, und das Urteil in der Kanzlei mit dem Eingangsstempel vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 (Montag) versehen worden war, ging der II.&nbsp;Senat davon aus, dass das Urteil dem Prozessbevollm&auml;chtigten am 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 tats&auml;chlich zugegangen sei. Dieser Zeitpunkt &#8211;nicht der Zeitpunkt des Einlegens in den Briefkasten der Kanzlei des Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers (13.&nbsp;M&auml;rz 2004)&#8211; sei f&uuml;r die Zustellung des FG-Urteils ma&szlig;gebend (&sect;&nbsp;189 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem zur Anrufung des Gro&szlig;en Senats wegen Divergenz f&uuml;hrenden Beschluss des VI.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2007, 2332 liegt die Auffassung zugrunde, f&uuml;r den Zeitpunkt des tats&auml;chlichen Zugangs i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO komme es darauf an, dass das zuzustellende Schriftst&uuml;ck derart in die H&auml;nde des Zustellungsadressaten gelangt sei, dass dieser es behalten und von seinem Inhalt Kenntnis nehmen k&ouml;nne. Im dortigen Fall war das angefochtene FG-Urteil ausweislich der Zustellungsurkunde am 17.&nbsp;November 2006 (Freitag) durch Einlegen in den Briefkasten des Kl&auml;gers zugestellt worden. Auf dem Briefumschlag befand sich kein Vermerk &uuml;ber das Datum der Zustellung. Die Beschwerde war am 21.&nbsp;Dezember 2006 eingelegt worden. Nach eigenen Angaben hatte der Kl&auml;ger am 23.&nbsp;November 2006 Kenntnis von der Zustellung erhalten. Diesen Tag betrachtete der VI.&nbsp;Senat als Zeitpunkt des tats&auml;chlichen Zugangs i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der IX.&nbsp;Senat hat mit Beschluss vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 IX&nbsp;B&nbsp;120\/08 (BFH\/NV 2009, 964) den rechtzeitigen Eingang einer Nichtzulassungsbeschwerde unter Hinweis auf &sect;&nbsp;189 ZPO bejaht. Von den n&auml;heren Umst&auml;nden der Zustellung ist dem Beschluss nur zu entnehmen, dass durch Einlegen in den Briefkasten zugestellt wurde, die Zustellungsurkunde aber in Folge des Fehlens einer Unterschrift unvollst&auml;ndig war. Der IX.&nbsp;Senat f&uuml;hrte aus, der Zustellungsmangel f&uuml;hre nicht zur Unwirksamkeit der Zustellung, sondern das FG-Urteil gelte nach &sect;&nbsp;189 ZPO in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem es der betreffenden Person tats&auml;chlich zugegangen sei. Das sei hier Montag, der 26.&nbsp;Mai 2008, gewesen. Aufgrund welcher Umst&auml;nde dieser Tag als Tag des Zugangs angesehen wurde, ist aus dem Beschluss nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) In seinem Urteil vom 21.&nbsp;September 2011 I&nbsp;R&nbsp;50\/10 (BFHE 235, 255, BStBl II 2012, 197) hat der I.&nbsp;Senat der Revision gegen ein Urteil stattgegeben, das nach Angaben des FG am 29.&nbsp;Mai 2010 (Samstag) durch Einlegen in den Briefkasten des Prozessbevollm&auml;chtigten zugestellt und gegen das Revision am 30.&nbsp;Juni 2010 eingelegt worden war. Auf dem Umschlag fehlte der Vermerk &uuml;ber das Datum der Zustellung. Der I.&nbsp;Senat hielt die Revisionsfrist nicht f&uuml;r vers&auml;umt, weil er den Angaben des Prozessbevollm&auml;chtigten folgend davon ausging, diesem sei das Schriftst&uuml;ck mit &Ouml;ffnen der Post am Montag, dem 31.&nbsp;Mai 2010, tats&auml;chlich zugegangen. Unter Bezugnahme auf den Beschluss des VI.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2007, 2332 vertrat der I.&nbsp;Senat die Auffassung, der tats&auml;chliche Zugang i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO setze voraus, dass das zuzustellende Schriftst&uuml;ck derart in die H&auml;nde des Zustellungsadressaten gelangt sei, dass dieser es behalten und von seinem Inhalt Kenntnis nehmen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen war die Frage, zu welchem Zeitpunkt ein nach &sect;&nbsp;180 ZPO durch Einlegen in den Briefkasten des Adressaten unter Verletzung von Formvorschriften zugestelltes Dokument i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO dem Adressaten tats&auml;chlich zugegangen ist, &#8211;soweit ersichtlich&#8211; nur in einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen (Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2013 L&nbsp;9&nbsp;AL&nbsp;173\/11, juris) von entscheidungserheblicher Bedeutung. In diesem Urteil hei&szlig;t es, eine Heilung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;189 ZPO setze die Feststellung des Zeitpunktes voraus, in dem das Schriftst&uuml;ck (ggf. sp&auml;testens) in die H&auml;nde des Adressaten gelangt sei. Das LSG bezog sich dabei auf einen Beschluss des BGH (Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 1983 IVb&nbsp;ZB&nbsp;29\/82, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1984, 926), der allerdings die Auslegung des &sect;&nbsp;187 ZPO a.F. betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schrifttum<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Schrifttum wird &uuml;berwiegend in Anlehnung an die Formel des BGH-Beschlusses in NJW 1984, 926 (ebenso BGH-Urteile vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2001 VIII ZR 244\/00, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2001, 1200; vom 22.&nbsp;November 1988 VI&nbsp;ZR&nbsp;226\/87, NJW 1989, 1154) die Auffassung vertreten, es m&uuml;sse eine zuverl&auml;ssige Kenntnis von dem zuzustellenden Schriftst&uuml;ck vermittelt werden, was im Allgemeinen dann geschehen sei, wenn der Adressat der Zustellung trotz Verletzung der Zustellungsvorschriften das zuzustellende Schriftst&uuml;ck &quot;in die Hand bekommen&quot; habe (M&uuml;nchKommZPO\/H&auml;ublein, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;8; Pr&uuml;tting\/Gehrlein, ZPO, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;4; Stein\/Jonas\/Roth, ZPO, 23.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;7; H&uuml;&szlig;tege in Thomas\/Putzo, Zivilprozessordnung, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;8; Wittschier in Musielak, ZPO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;3; Z&ouml;ller\/ St&ouml;ber, ZPO, 30.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;4; ebenso zu &sect;&nbsp;8 VwZG: Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;8 VwZG Rz&nbsp;1; Schwarz in HHSp, &sect;&nbsp;8 VwZG Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Rohe (Wieczorek\/Sch&uuml;tze\/Rohe, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 ZPO Rz&nbsp;26) weist darauf hin, dass &sect;&nbsp;189 ZPO gegen&uuml;ber dem fr&uuml;heren &sect;&nbsp;187 ZPO a.F. pr&auml;ziser gefasst worden sei, indem der &quot;tats&auml;chliche&quot; Zugang beim Adressaten verlangt werde. Dies setze abweichend von den Zugangsregeln des b&uuml;rgerlichen Rechts die gegenst&auml;ndliche &Uuml;bernahme des Schriftst&uuml;cks durch den Adressaten selbst voraus. Der blo&szlig;e Eintritt in den Machtbereich gen&uuml;ge dagegen nicht. Eine Heilung sei nur gerechtfertigt, wenn das Recht des Adressaten auf rechtliches Geh&ouml;r tats&auml;chlich und nicht nur potenziell gewahrt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Zimmermann (ZPO, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;2) setzt der Zugang voraus, dass das Schriftst&uuml;ck gegenst&auml;ndlich in die H&auml;nde des Adressaten gelangt ist. Das Datum des Zugangs sei notfalls durch Beweisaufnahme zu ermitteln. In der Regel begn&uuml;ge man sich mit dem Datum, das der Empf&auml;nger einr&auml;ume (Hinweis auf Zustellung gegen Empfangsbekenntnis nach &sect;&nbsp;174 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Brandis (in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;53 FGO Rz&nbsp;31) vertritt die Auffassung, der tats&auml;chliche, nicht der vermutete Zugang heile den Zustellungsfehler. Die Frist beginne dann im Zeitpunkt dieser &quot;fiktiven Zustellung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Vorlagebeschluss des VIII.&nbsp;Senats (BFHE 241, 107, BStBl II 2013, 823) ist im Schrifttum teils zustimmend, teils ablehnend aufgenommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steinhauff (juris PraxisReport Steuerrecht 45\/2013 Anm.&nbsp;6) h&auml;lt die im Vorlagebeschluss vertretene Auffassung f&uuml;r zutreffend. Wenn auf den Zeitpunkt abgestellt werde, in dem der Empf&auml;nger das Schriftst&uuml;ck tats&auml;chlich in die H&auml;nde genommen habe, sei ein angemessener Ausgleich zwischen den Interessen des Zustellenden und des Zustellungsempf&auml;ngers nicht gew&auml;hrleistet. Der Empf&auml;nger habe es in der Hand, den Zeitpunkt der Heilung hinauszuz&ouml;gern, weil nur er &uuml;ber diesen Auskunft erteilen k&ouml;nne. Dies sei nicht damit zu vereinbaren, dass die Zustellungsvorschriften objektiv dazu dienten, den Zeitpunkt f&uuml;r alle Beteiligten gleicherma&szlig;en rechtssicher zu bestimmen. Marfels (Steuerberaterwoche 2013, 842) h&auml;lt den Vorlagebeschluss ebenfalls f&uuml;r &uuml;berzeugend begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kritisch wird der Vorlagebeschluss von Carl&eacute; (Deutsche Steuer-Zeitung 2013, 652) besprochen. Der Beschluss ber&uuml;cksichtige nicht, dass die Zugangsfiktion abweichend vom sonstigen Abgabenrecht auf die tats&auml;chliche Kenntnisnahme abstelle und nicht auf den dem gew&ouml;hnlichen Gang der Dinge entsprechenden unterstellten Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Auffassung des Gro&szlig;en Senats<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Als Vorfrage zur Vorlage hat der VIII.&nbsp;Senat &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 ZPO, wonach vom Zusteller auf dem Umschlag des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks das Datum der Zustellung zu vermerken ist, als eine der nach &sect;&nbsp;189 ZPO heilbaren zwingenden Zustellungsvorschriften beurteilt. An diese Rechtsauffassung ist der Gro&szlig;e Senat gebunden, er teilt sie auch (ebenso BFH-Urteil in BFHE 235, 255, BStBl II 2012, 197, Rz&nbsp;9, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des Gro&szlig;en Senats betrifft allein die Frage, zu welchem Zeitpunkt das Dokument als zugestellt gilt. Dass die Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO Kenntnis von dem zuzustellenden Dokument durch Einlegen in den zu ihren B&uuml;ror&auml;umen geh&ouml;renden Briefkasten erhalten haben, ist unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Dokument ist i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO in dem Zeitpunkt tats&auml;chlich zugegangen, in dem der Adressat das Dokument &quot;in den H&auml;nden h&auml;lt&quot;. Der Gro&szlig;e Senat teilt nicht die Auffassung des vorlegenden Senats, es sei auf den Zeitpunkt abzustellen, in dem eine Willenserkl&auml;rung i.S. des &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB als zugegangen gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem Wortlaut der Regelung l&auml;sst sich entnehmen, dass der Zugang alleine f&uuml;r die Bestimmung des Zeitpunkts der Zustellung nicht ausreichen soll. Dass der Gesetzgeber das Adjektiv &quot;tats&auml;chlich&quot; verwendet hat, spricht daf&uuml;r, dass eine qualifizierte Form des Zugangs gemeint ist. Damit unterscheidet sich &sect;&nbsp;189 ZPO tatbestandlich von &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB, denn dort wird lediglich der Zugang der Willenserkl&auml;rung gefordert. Dies spricht dagegen, die f&uuml;r den Zugang von Willenserkl&auml;rungen geltenden Grunds&auml;tze bei der Auslegung des &sect;&nbsp;189 ZPO zu &uuml;bernehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Betrachtet man die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;189 ZPO, muss der Begriff des &quot;tats&auml;chlichen&quot; Zugangs im Zusammenhang mit den anderen Regelungen zur Reform des Zustellungsrechts im Zustellungsreformgesetz ausgelegt werden. &sect;&nbsp;189 ZPO unterscheidet sich von der Vorg&auml;ngerregelung in &sect;&nbsp;187 ZPO a.F. insbesondere dadurch, dass eine Heilung auch dann m&ouml;glich ist, wenn durch die Zustellung eine Notfrist in Gang gesetzt werden soll. &sect;&nbsp;187 Satz&nbsp;2 ZPO a.F. schloss eine Heilung in einem solchen Fall ausdr&uuml;cklich aus. Die Ausweitung der Heilung von Zustellungen nach der Zivilprozessordnung ist in gleicher Weise auch f&uuml;r Zustellungen nach dem Verwaltungszustellungsgesetz geregelt worden. W&auml;hrend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 VwZG a.F. eine Heilung f&uuml;r den Fall ausschloss, dass mit der Zustellung eine Klage-, Berufungs-, Revisions- oder Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist beginnt, kann nach &sect;&nbsp;8 VwZG auch eine fristausl&ouml;sende Zustellung geheilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sowohl in &sect;&nbsp;189 ZPO als auch in &sect;&nbsp;8 VwZG ist abweichend von den Vorg&auml;ngerregelungen jetzt der Zeitpunkt entscheidend, in dem das Dokument dem Adressaten &quot;tats&auml;chlich zugegangen&quot; ist. Nach &sect;&nbsp;187 Satz&nbsp;1 ZPO a.F. war auf den Zeitpunkt abzustellen, in dem das Schriftst&uuml;ck &quot;zugegangen&quot; war, nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 VwZG&nbsp;a.F. auf den Zeitpunkt, in dem der Empfangsberechtigte das Dokument &quot;nachweislich erhalten&quot; hatte. Beide Regelungen wurden in st&auml;ndiger Rechtsprechung dahingehend ausgelegt, dass der Empf&auml;nger das Schriftst&uuml;ck &quot;in den H&auml;nden halten&quot; musste (vgl. z.B. BGH-Beschluss in NJW 1984, 926, und BGH-Urteil in HFR 2001, 1200; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.&nbsp;Dezember 1996&nbsp; 6&nbsp;C&nbsp;6\/95, BVerwGE 104, 1, und vom 18.&nbsp;April 1997&nbsp; 8&nbsp;C&nbsp;43\/95, BVerwGE 104, 301). Daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber bei einer Ausweitung der Heilung auf fristausl&ouml;sende Zustellungen von diesen Anforderungen an den Zugang abweichen und sie herabsetzen wollte, gibt es keinen Anhaltspunkt. Bei der Neuordnung der Zustellungsvorschriften hat der Gesetzgeber daran festgehalten, dass eine Zustellung in ihrer Grundform durch k&ouml;rperliche &Uuml;bergabe stattfindet (vgl. &sect;&sect;&nbsp;173, 177 ZPO). In dieses Konzept f&uuml;gt sich danach auch weiterhin ein, dass die Heilung eines Formfehlers bei einer anderen Zustellungsart das &quot;In-den-H&auml;nden-Halten&quot; des Dokuments erfordert. Deshalb muss die jetzt gew&auml;hlte Formulierung in &sect;&nbsp;189 ZPO und in &sect;&nbsp;8 VwZG zumindest als klarstellende Festschreibung der bisherigen Zugangsanforderungen, wenn nicht sogar im Hinblick auf die versch&auml;rften Rechtsfolgen als weitere Erh&ouml;hung der Anforderungen an einen Zugang verstanden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine teleologische Auslegung des &sect;&nbsp;189 ZPO muss die mit der Reform des Zustellungsrechts verfolgten Ziele ber&uuml;cksichtigen. Die Ausweitung der Heilungsm&ouml;glichkeit auf fristausl&ouml;sende Zustellungen ist aus der Sicht eines Zustellungsadressaten eine deutliche Versch&auml;rfung. Vor diesem Hintergrund ist die gleichzeitige Aufnahme des Merkmals des &quot;tats&auml;chlichen&quot; Zugangs als Begrenzung der Wirkungen einer Heilung von Zustellungsfehlern zu verstehen. Die unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften ausgef&uuml;hrte Zustellung soll eine Frist erst dann ausl&ouml;sen, wenn der Zustellungsempf&auml;nger &quot;tats&auml;chlich&quot; und nicht nur potenziell Kenntnis von dem Dokument nehmen kann (Wieczorek\/Sch&uuml;tze\/Rohe, a.a.O., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;26). Das Merkmal &quot;tats&auml;chlich&quot; ist danach als das Gegenst&uuml;ck zu &quot;fiktiv&quot; zu verstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r diese Auslegung spricht auch das rechtsstaatliche Gebot einer folgerichtigen Ausgestaltung des Verfahrensrechts. Demjenigen, der Adressat einer hoheitlich betriebenen und unter Verletzung wesentlicher Formvorschriften ausgef&uuml;hrten Zustellung ist, d&uuml;rfen keine Nachteile aus der Heilung im Vergleich zu einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Zustellung entstehen. Soweit die Heilung eine Frist ausl&ouml;st, muss deshalb sichergestellt sein, dass die Frist auch in vollem Umfang genutzt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine an den Rechten des Adressaten orientierte Auslegung des &sect;&nbsp;189 ZPO ist insbesondere in Bezug auf die Heilung einer Ersatzzustellung nach &sect;&nbsp;180 ZPO geboten. Diese Form der Ersatzzustellung soll der Vereinfachung des Zustellungsverfahrens dienen (s. dazu unter B.III.2.) und hat den Umfang der formellen Anforderungen an eine Zustellung im Vergleich zur fr&uuml;heren Rechtslage weiter abgesenkt. W&auml;hrend die Zustellung in ihrer urspr&uuml;nglichen Gestalt als &Uuml;bergabe des Dokuments an den Adressaten die Bestimmung eines sicheren Zeitpunkts der m&ouml;glichen Kenntnisnahme gestattet, kann dieser Zeitpunkt im Fall der Ersatzzustellung nicht mehr konkret bestimmt werden. Die Zustellungsfiktion nach &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;2 ZPO wird deswegen durch eine Fiktion auch des Zustellungszeitpunktes erg&auml;nzt, die an objektive Kriterien ankn&uuml;pft. Je zuverl&auml;ssiger diese Kriterien festgestellt werden k&ouml;nnen, umso eher kann angenommen werden, dass die Fiktion der Realit&auml;t nahe kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten kn&uuml;pft das Gesetz im Wesentlichen an Kriterien an, die nicht mit hoher Zuverl&auml;ssigkeit festgestellt werden k&ouml;nnen, weil ihre Verwirklichung nicht beobachtet werden kann und auch keine Amtstr&auml;ger t&auml;tig werden. Macht man die Fiktion des Zugangs von derartigen Kriterien abh&auml;ngig (kritisch etwa Meissner\/Schenk in Schoch\/Schneider\/Bier, VwGO &sect;&nbsp;56 Rz&nbsp;11), verliert die fiktive Bestimmung des Zugangszeitpunkts ihre Grundlage jedenfalls dann, wenn auch nur eines dieser Kriterien infolge eines Zustellungsfehlers entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des vorlegenden Senats bedeutet dies keine Besserstellung von Adressaten fehlerhafter Zustellungen gegen&uuml;ber Adressaten ordnungsgem&auml;&szlig; ausgef&uuml;hrter Zustellungen. Denn die Verwirklichung der Ankn&uuml;pfungskriterien f&uuml;r die Fiktion liegt nicht im Einflussbereich des Adressaten. Vielmehr kann nur anhand des von Dritten (Zusteller) verwirklichten Ankn&uuml;pfungskriteriums eine Zugangsfiktion begr&uuml;ndet werden, nicht aber ohne dieses Kriterium.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Werden bei Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten auf dem Umschlag (&sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 ZPO) und auf der Zustellungsurkunde (&sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 ZPO) nicht identische Datumsangaben angebracht, entf&auml;llt nach den vorstehenden &Uuml;berlegungen das Ankn&uuml;pfungskriterium f&uuml;r den fiktiven Zeitpunkt der Zustellung. Der Zeitpunkt kann dann nur in Anlehnung an den Zeitpunkt der realen Kenntnisnahme bestimmt werden. Dieser wird sich h&auml;ufig nicht sicher feststellen lassen, so dass im Zweifel auf den Zeitpunkt abzustellen ist, den der Adressat selbst als Zugangszeitpunkt angibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Soweit der vorlegende Senat &quot;objektiv-rechtlichen Zwecken der Zustellungsvorschriften&quot; Vorrang vor dem Schutz des Adressaten einr&auml;umt, folgt der Gro&szlig;e Senat dem nicht. Objektiver Zustellungszweck soll danach sein, &quot;den Zeitpunkt der Zustellung auch im Fall der Heilung einer zun&auml;chst fehlgeschlagenen Zustellung rechtssicher bestimmen zu k&ouml;nnen&quot;. Dieser Zweckbestimmung mag f&uuml;r den Fall der ordnungsgem&auml;&szlig; ausgef&uuml;hrten Zustellung zu folgen sein. Bei einer fehlerhaften Zustellung wird dieses Ziel aber gerade verfehlt, so dass zu seiner Erreichung an sich eine erneute und nun ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung erforderlich w&auml;re. Wenn das Gesetz aus Vereinfachungsgr&uuml;nden eine Heilung von Zustellungsm&auml;ngeln vorsieht, stellt es den Zweck der Zustellung, dem Empf&auml;nger die Kenntnis vom Inhalt eines Dokuments zu erm&ouml;glichen, in den Vordergrund. Die rechtssichere Bestimmung des Zeitpunkts der Zustellung tritt dahinter zur&uuml;ck. Sie kann dann auch keinen Vorrang vor den Regelungen des Zustellungsrechts haben, die den Empf&auml;nger sch&uuml;tzen, insbesondere die rechtssichere Bestimmung der ihm gegen&uuml;ber in Gang gesetzten Frist erm&ouml;glichen sollen (vgl. M&uuml;nchKommZPO\/H&auml;ublein, a.a.O., &sect;&nbsp;180 Rz&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;181 Rz&nbsp;12; a.A. Z&ouml;ller\/St&ouml;ber, a.a.O., &sect;&nbsp;189 Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Keinen Vorrang k&ouml;nnen auch die Interessen des Zustellenden haben. Das Risiko einer misslungenen Zustellung hat derjenige zu tragen, der mit der Zustellung fristgebundene Rechtsfolgen ausl&ouml;sen will. Dies war schon nach bisheriger Rechtslage so, als eine Heilung bei fristausl&ouml;senden Zustellungen nicht m&ouml;glich war. Es ist nicht ersichtlich, dass die Vereinfachung des Zustellungsrechts &Auml;nderungen an dieser Risikoverteilung mit sich bringen sollte. Soweit in der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs das Interesse der zustellenden Partei in den Vordergrund ger&uuml;ckt wird (BTDrucks 14\/4554, 24&nbsp;f.), betrifft dies nur den Zugang des Dokuments selbst, nicht aber den Zeitpunkt des Zugangs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>C. Der Gro&szlig;e Senat beantwortet die ihm vorgelegte Frage wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verst&ouml;&szlig;t eine Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten gegen zwingende Zustellungsvorschriften, weil der Zusteller entgegen &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;3 ZPO auf dem Umschlag des zuzustellenden Dokuments das Datum der Zustellung nicht vermerkt hat, ist das zuzustellende Dokument i.S. des &sect;&nbsp;189 ZPO in dem Zeitpunkt dem Empf&auml;nger tats&auml;chlich zugegangen, in dem er das Dokument in die Hand bekommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.5.2014, GrS 2\/13 Tats&auml;chlicher Zugang eines zuzustellenden Dokuments bei Versto&szlig; gegen zwingende Zustellungsvorschriften &#8211; Begriff der &quot;Entscheidung&quot; i.S. von &sect; 11 Abs. 3 FGO umfasst auch Beschl&uuml;sse Leits&auml;tze Verst&ouml;&szlig;t eine Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten gegen zwingende Zustellungsvorschriften, weil der Zusteller entgegen &sect; 180 Satz 3 ZPO auf dem Umschlag des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/grs-2-13-tatsaechlicher-zugang-eines-zuzustellenden-dokuments-bei-verstoss-gegen-zwingende-zustellungsvorschriften-begriff-der-entscheidung-is-von-par-11-abs-3-fgo-umfasst-auch-beschluesse\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">GrS&nbsp;2\/13 &#8211; Tats&auml;chlicher Zugang eines zuzustellenden Dokuments bei Versto&szlig; gegen zwingende Zustellungsvorschriften &#8211; Begriff der &quot;Entscheidung&quot; i.S. von &sect; 11 Abs. 3 FGO umfasst auch Beschl&uuml;sse<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62671"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62671\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}