{"id":62677,"date":"2014-06-18T11:25:55","date_gmt":"2014-06-18T09:25:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62677"},"modified":"2014-06-18T11:25:55","modified_gmt":"2014-06-18T09:25:55","slug":"iii-b-156-13-kindergeldanspruch-fuer-entfuehrte-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-156-13-kindergeldanspruch-fuer-entfuehrte-kinder\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;156\/13 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r entf&uuml;hrte Kinder"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2014, III B 156\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch f&uuml;r entf&uuml;hrte Kinder<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine beiden im Jahr 2000 und 2003 geborenen Kinder ab deren Geburt Kindergeld. Das Kindergeld wurde entsprechend der im Kindergeldantrag vom Kl&auml;ger erteilten Anweisung auf ein Konto der Kindesmutter &uuml;berwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11.&nbsp;Oktober 2010 wurden die Kinder nach unbekannt abgemeldet, nachdem die Kindesmutter mit ihnen nach X (Afrika) verzogen war. Der Kl&auml;ger teilte der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) auf deren Anfrage mit, dass die Kinder seit August 2010 im Haushalt der Mutter gelebt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2012 hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung ab August 2010 auf und forderte das f&uuml;r den Zeitraum August 2010 bis M&auml;rz 2012 bereits ausgezahlte Kindergeld in H&ouml;he von 7.360&nbsp;EUR vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. In dem hiergegen gerichteten Einspruchsverfahren legte der Kl&auml;ger einen Antrag an das Amtsgericht auf einstweilige Anordnung eines Ausreiseverbots vor, aus dem sich ergab, dass sich der Lebensmittelpunkt der Kinder bereits seit der im Juli 2009 erfolgten Trennung der Eltern bei der Kindesmutter befand. Die Familienkasse hob daraufhin &#8211;nach Verb&ouml;serungshinweis&#8211; mit Bescheid vom 13.&nbsp;August 2012 die Kindergeldfestsetzung auch f&uuml;r den Zeitraum ab Juli 2009 auf und forderte nunmehr f&uuml;r den Zeitraum Juli&nbsp;2009 bis M&auml;rz&nbsp;2012 insgesamt 11.904&nbsp;EUR zur&uuml;ck. Der Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;August 2013).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung verwies es im Wesentlichen darauf, dass die Kindesmutter f&uuml;r den Zeitraum Juli&nbsp;2009 bis Oktober&nbsp;2010 wegen der bei ihr bestehenden Haushaltsaufnahme vorrangig vor dem Kl&auml;ger kindergeldberechtigt gewesen sei. F&uuml;r den sp&auml;teren Zeitraum scheitere ein Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers an dem fehlenden Wohnsitz der Kinder im Inland. Die R&uuml;ckforderung habe sich zu Recht gegen den Kl&auml;ger gerichtet, da dieser trotz der zugunsten der Kindesmutter erfolgten Zahlungsanweisung Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes gewesen sei und die Voraussetzungen f&uuml;r ein Absehen von der R&uuml;ckforderung mangels einer wirksamen Weiterleitungserkl&auml;rung nicht vorgelegen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) und wegen Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO). Sofern Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) oder zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung setzt voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellt. Daf&uuml;r ist erforderlich, dass er die entscheidungserhebliche Rechtsfrage hinreichend konkretisiert; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;116 FGO Rz&nbsp;171). Des Weiteren muss die Beschwerdebegr&uuml;ndung schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darlegen, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss ausgef&uuml;hrt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grunde die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32, 35, m.w.N.). Insbesondere muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer auch mit der bereits vorhandenen Rechtsprechung auseinandersetzen und substantiiert darlegen, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (vgl. nur BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;10\/10, BFH\/NV 2012, 953, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Vorgaben gen&uuml;gen die Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdeschrift nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger tr&auml;gt vor, das FG habe &sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung fehlerhaft ausgelegt, weil es einen fortbestehenden Wohnsitz der Kinder im Inland verneint habe, obwohl dem Kl&auml;ger das Aufenthaltsbestimmungsrecht f&uuml;r seine Kinder &uuml;bertragen worden sei, er geeigneten Wohnraum f&uuml;r die Aufnahme der Kinder vorgehalten habe und weitere Schritte zur R&uuml;ckf&uuml;hrung der Kinder &#8211;angesichts des Umstands, dass X nicht Vertragsstaat des Haager Kindesentf&uuml;hrungsabkommens sei&#8211; nicht hilfreich gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit fehlt es zum einen bereits an der Formulierung einer hinreichend konkretisierten abstrakten Rechtsfrage. Zum anderen setzt sich der Kl&auml;ger auch nicht hinreichend mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung auseinander. Nach der vom FG zitierten Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/00, BFH\/NV 2002, 1146, m.w.N.) ist die Aufgabe des Wohnsitzes im Inland vollzogen, sobald Umst&auml;nde eingetreten sind, die erkennen lassen, dass der Steuerpflichtige nicht mehr in die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) zur&uuml;ckkehren wird. Dies kann bei einer Auslandsreise der Zeitpunkt der Ausreise oder ein sp&auml;terer Zeitpunkt sein, wenn sich der Steuerpflichtige zun&auml;chst nur vor&uuml;bergehend im Ausland aufgehalten hat. Bei einem urspr&uuml;nglich vor&uuml;bergehenden Auslandsaufenthalt ist dann entscheidend, in welchem Zeitpunkt Umst&auml;nde eingetreten sind, die die Annahme rechtfertigen, dass der Steuerpflichtige nicht mehr nach Deutschland zur&uuml;ckkehren wird. Das FG hat insoweit aufgrund der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls eine Prognoseentscheidung &uuml;ber das zuk&uuml;nftige Verhalten der betreffenden Person zu treffen, die als Teil der tats&auml;chlichen Feststellungen (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) durch das Revisionsgericht nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 1146, m.w.N.). Der Kl&auml;ger legt insoweit nicht dar, inwieweit sich aus der &Uuml;berzeugung des FG, wonach die nach Ausreise der Kinder erfolgten und allein auf das Inland beschr&auml;nkten rechtlichen Schritte keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr der Kinder in das Inland zu begr&uuml;nden verm&ouml;gen, eine &uuml;ber die W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls hinausgehende rechtsgrunds&auml;tzlich bedeutsame Fragestellung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit der Kl&auml;ger die Rechtsfrage aufwirft, ob er sich f&uuml;r den Zeitraum Juli&nbsp;2009 bis Oktober&nbsp;2010 die Zahlung an die kindergeldberechtigte Mutter anrechnen lassen m&uuml;sse, fehlt es schon an einer Auseinandersetzung mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Senats, wonach das Kindergeld auch dann von dem im Bescheid bezeichneten Kindergeldberechtigten als Leistungsempf&auml;nger zur&uuml;ckzufordern ist, wenn es aufgrund seiner Weisung an einen Dritten ausgezahlt wurde (z.B. Senatsurteil vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;82\/08, BFHE 235, 336, BStBl II 2012, 734; Senatsbeschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Mai 2005 III&nbsp;B&nbsp;197\/04, BFH\/NV 2005, 1486; vom 29.&nbsp;Januar 2007 III&nbsp;B&nbsp;169\/05, BFH\/NV 2007, 858).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus den vorgenannten Gr&uuml;nden ergibt sich zugleich, dass die Revision auch nicht zur Rechtsfortbildung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO zuzulassen ist. Denn hierbei handelt es sich um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (vgl. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;August 2012 III&nbsp;B&nbsp;21\/12, BFH\/NV 2012, 1973).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;131\/08, BFH\/NV 2010, 1487).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das angegriffene FG-Urteil weiche vom Urteil des FG Hessen vom 26.&nbsp;Mai 2011&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1724\/10 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 714) insoweit ab, als in der Divergenzentscheidung erst nach Ablauf von neun Jahren eine Erwartung auf R&uuml;ckkehr der Kinder verneint worden sei, in der angegriffenen Entscheidung hingegen bereits bei Abreise der Kinder, liegt eine Divergenz nicht vor. Zum einen sind die Entscheidungen nicht zu vergleichbaren Sachverhalten ergangen. In der angegriffenen Entscheidung hatte das FG &uuml;ber einen Kindergeldanspruch f&uuml;r einen Zeitraum vor der Ausreise und f&uuml;r einen Zeitraum von knapp drei Jahren (November&nbsp;2010 bis zur Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung im August&nbsp;2013) nach der Ausreise der Kinder zu entscheiden. In der vorgeblichen Divergenzentscheidung war hingegen nur &uuml;ber einen Zeitraum zu entscheiden, der mehrere Jahre nach der mutma&szlig;lichen Entf&uuml;hrung begann (Entf&uuml;hrung im Mai&nbsp;2002; Streitzeitraum laut Klageantrag: Oktober&nbsp;2008 bis Juni&nbsp;2010). &Uuml;berdies befand sich der Entf&uuml;hrer nach dem der Divergenzentscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt im Jahr nach der Entf&uuml;hrung wieder f&uuml;r geraume Zeit im Inland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch ergibt sich aus der vorgeblichen Divergenzentscheidung nicht &#8211;wie vom Kl&auml;ger behauptet&#8211;, dass f&uuml;r den Zeitraum vor Ablauf von neun Jahren die berechtigte Erwartung auf R&uuml;ckkehr akzeptiert worden sei. Vielmehr wurde die ebenfalls ab Ausreise der Kinder erfolgte Aufhebung der Kindergeldfestsetzung bestandskr&auml;ftig. Ferner war der Zeitraum vor Oktober&nbsp;2008 nicht Streitgegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger eine Abweichung vom BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 1146 r&uuml;gt, l&auml;sst sich dieser Entscheidung schon nicht der behauptete Rechtssatz entnehmen, wonach die vom FG anzustellende Prognoseentscheidung zugunsten desjenigen ausfallen m&uuml;sse, dem das Aufenthaltsbestimmungsrecht f&uuml;r die Kinder &uuml;bertragen worden sei, weil solche rechtskr&auml;ftigen Entscheidungen von den Beteiligten auch befolgt w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist nicht wegen Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, das FG habe den Sachverhalt hinsichtlich der dem Kl&auml;ger m&ouml;glichen R&uuml;ckf&uuml;hrungsbem&uuml;hungen weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO), gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insofern w&auml;re anzugeben gewesen, welche Tatsachen das FG mit welchen Beweismitteln noch h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen und weshalb sich dem FG eine Aufkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunkts h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, obwohl kein entsprechender Beweisantrag gestellt wurde; schlie&szlig;lich, welches Ergebnis die Beweiserhebung h&auml;tte erwarten lassen und inwiefern dieses zu einer f&uuml;r den Kl&auml;ger g&uuml;nstigeren Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (z.B. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Januar 2005 VII&nbsp;B&nbsp;61\/04, BFH\/NV 2005, 921, m.w.N.). Da es sich bei dem Gebot der Sachaufkl&auml;rungspflicht um eine Verfahrensvorschrift handelt, auf deren Beachtung der Betroffene verzichten kann, setzt die schl&uuml;ssige R&uuml;ge eines Verfahrensmangels zudem den Vortrag voraus, dass der im finanzgerichtlichen Verfahren fachkundig vertretene Kl&auml;ger den behaupteten Versto&szlig; in der Vorinstanz ger&uuml;gt hat oder aus welchen entschuldbaren Gr&uuml;nden er an einer derartigen R&uuml;ge gehindert gewesen sein soll (z.B. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;B&nbsp;150\/12, BFH\/NV 2013, 1431). Ein entsprechendes Vorbringen fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Den Darlegungsanforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung ebenso nicht, soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG sei von objektiv falschen Tatsachen ausgegangen, weil es angenommen habe, dass die Kinder das Inland freiwillig verlassen h&auml;tten, und weil es hierf&uuml;r die nur wegen Entziehung Minderj&auml;hriger und nicht wegen Freiheitsberaubung erfolgte Strafanzeige herangezogen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit man hierin die R&uuml;ge einer Verletzung des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO erblicken will, l&auml;ge ein solcher Verfahrensfehler nur vor, wenn das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem schriftlichen oder protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht, oder es eine nach den Akten klar feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt gelassen hat und die Entscheidung darauf beruhen kann (vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Februar 2006 XI&nbsp;B&nbsp;36\/05, BFH\/NV 2006, 1846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat indes weder dargelegt, welchem Vorbringen oder Akteninhalt die Annahme des FG widerspricht, noch ist er auf die Frage eingegangen, ob die Entscheidung des FG auf diesem angenommenen Sachverhalt beruht. Hierzu h&auml;tte jedoch Veranlassung bestanden, da das FG die entsprechende Begr&uuml;ndungspassage mit den Worten &quot;Im &Uuml;brigen durfte -ohne dass es f&uuml;r die Entscheidung noch darauf ank&auml;me- naheliegend sein&#8230;&quot; eingeleitet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO liegt &uuml;berdies nicht bereits deshalb vor, weil das FG den ihm vorliegenden Akteninhalt nicht entsprechend den kl&auml;gerischen Vorstellungen gew&uuml;rdigt hat oder die W&uuml;rdigung fehlerhaft erscheint. Insoweit w&uuml;rde es sich um nicht zur Revisionszulassung f&uuml;hrende materiell-rechtliche Fehler handeln, nicht indes um einen Verfahrensversto&szlig; (vgl. etwa BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;April 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;251\/05, BFH\/NV 2007, 1521; vom 12.&nbsp;September 1996 X&nbsp;B&nbsp;76\/96, BFH\/NV 1997, 246, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2014, III B 156\/13 Kindergeldanspruch f&uuml;r entf&uuml;hrte Kinder Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine beiden im Jahr 2000 und 2003 geborenen Kinder ab deren Geburt Kindergeld. Das Kindergeld wurde entsprechend der im Kindergeldantrag vom Kl&auml;ger erteilten Anweisung auf ein Konto der Kindesmutter &uuml;berwiesen. 2&nbsp; Am 11.&nbsp;Oktober 2010 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-156-13-kindergeldanspruch-fuer-entfuehrte-kinder\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;156\/13 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r entf&uuml;hrte Kinder<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62677"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62677\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}