{"id":62803,"date":"2014-07-21T05:37:19","date_gmt":"2014-07-21T03:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62803"},"modified":"2014-07-21T05:37:19","modified_gmt":"2014-07-21T03:37:19","slug":"ii-r-54-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-54-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;54\/12 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.2.2014, II R 54\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erwarben mit notariell beurkundetem Vertrag vom 23.&nbsp;September 2011 von V ein unbebautes Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 76.500&nbsp;EUR zu h&auml;lftigem Miteigentum. Ebenfalls am 23.&nbsp;September 2011 schlossen sie mit I einen Vertrag &uuml;ber die Bebauung des Grundst&uuml;cks f&uuml;r 264.480&nbsp;EUR. In diesem Betrag waren die in der Baubeschreibung aufgef&uuml;hrten Aufpreise f&uuml;r Sonderw&uuml;nsche in H&ouml;he von insgesamt 11.370&nbsp;EUR enthalten. Das Geb&auml;ude wurde in der Folgezeit von der I errichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Grunderwerbsteuer zun&auml;chst lediglich auf der Grundlage des vereinbarten Grundst&uuml;ckskaufpreises fest. Nachdem das FA von dem Abschluss des Bebauungsvertrags Kenntnis erlangt hatte, bezog es in den &Auml;nderungsbescheiden vom 17.&nbsp;November 2011 die Baukosten in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ein und setzte gegen die Kl&auml;ger die Steuer jeweils in H&ouml;he von 5.967&nbsp;EUR fest. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 808 ver&ouml;ffentlichte Urteil mit der Begr&uuml;ndung statt, das FA habe zu Unrecht ein einheitliches Vertragswerk angenommen. V und der f&uuml;r ihn auftretende Makler (M) h&auml;tten mit der I nicht aufgrund von Abreden durch abgestimmtes Verhalten zusammengearbeitet, um auf die Bebauung des von den Kl&auml;gern erworbenen Grundst&uuml;cks hinzuwirken. V habe lediglich das Grundst&uuml;ck verkaufen wollen, kein Interesse an dessen Bebauung gehabt und die I vor Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags nicht gekannt. M habe lediglich der I die Bewerbung des Grundst&uuml;cks mit deren Bebauungskonzept erlaubt, ihr Vermessungspl&auml;ne zur Verf&uuml;gung gestellt und den Grundst&uuml;ckskaufpreis genannt, der dann im Internetauftritt der I als Teil des den potentiellen Erwerber interessierenden Gesamtpreises angegeben gewesen sei. Da M den Kl&auml;gern aber keine Vorgaben hinsichtlich der Bebauung gemacht habe, gen&uuml;ge dies nicht f&uuml;r die Annahme eines einheitlichen Erwerbsgegenstands.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA Verletzung von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG). Entgegen der Ansicht des FG liege ein einheitlicher Erwerbsgegenstand vor. Entscheidend sei das Vorliegen eines Komplettangebots f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck zu einem bestimmten Preis, das die Kl&auml;ger angenommen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger, die im finanzgerichtlichen Verfahren nicht durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vertreten waren, haben sich zu der Revision nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG war das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand Gegenstand des Erwerbsvorgangs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Gegenstand des Erwerbsvorgangs, nach dem sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG die als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer anzusetzende Gegenleistung richtet, wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich jedoch aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das beim Abschluss des Kaufvertrags unbebaute Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;, vgl. z.B. Urteile vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;R&nbsp;57\/10, BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920; vom 27.&nbsp;September 2012 II&nbsp;R&nbsp;7\/12, BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, und vom 19.&nbsp;Juni 2013 II&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965), allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Ver&auml;u&szlig;ererseite zur Bebauung des Grundst&uuml;cks verpflichtet ist (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;November 2013 II&nbsp;R&nbsp;56\/12, BFH\/NV 2014, 454).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und weiteren Vereinbarungen besteht, ist nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls zu ermitteln (BFH-Urteile in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, und in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965). Ein solcher Zusammenhang ist zum einen gegeben, wenn der Erwerber beim Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite in seiner Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der Bauma&szlig;nahme nicht mehr frei war und deshalb feststand, dass er das Grundst&uuml;ck nur in einem bestimmten (bebauten) Zustand erhalten werde (BFH-Urteile in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, und in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen Kauf- und Bauvertrag wird zum anderen indiziert, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer dem Erwerber vor Abschluss des Kaufvertrags &uuml;ber das Grundst&uuml;ck aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf dem Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis angeboten hatte und der Erwerber dieses Angebot sp&auml;ter unver&auml;ndert oder mit geringen Abweichungen, die den Charakter der Bauma&szlig;nahmen nicht ver&auml;ndert haben, angenommen hat. Es ist dabei nicht erforderlich, dass das Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite dem Erwerber in einem Schriftst&uuml;ck und zu einem einheitlichen Gesamtpreis unterbreitet wurde (BFH-Urteile in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, und in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965). Dem Vorliegen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands &quot;bebautes Grundst&uuml;ck&quot; steht es nicht entgegen, wenn die bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehene Vorplanung inhaltlich ma&szlig;gebend von der Erwerberseite mit beeinflusst oder gar veranlasst worden ist (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;September 2005 II&nbsp;R&nbsp;49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269) oder wenn tats&auml;chlich (oder rechtlich) auch eine andere als die planm&auml;&szlig;ige Gestaltung h&auml;tte vorgenommen werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920 Rz&nbsp;12, m.w.N.). Gegen diese Rechtsprechung bestehen weder unions- noch verfassungsrechtliche Bedenken (BFH-Urteile in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920 Rz&nbsp;11, und in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite k&ouml;nnen auch mehrere Personen als Vertragspartner auftreten, so dass sich die Anspr&uuml;che des Erwerbers auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks und auf Errichtung des Geb&auml;udes zivilrechtlich gegen verschiedene Personen richten. Entscheidend ist insoweit, dass (auch) der den Grundst&uuml;cks&uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndende Vertrag in ein Vertragsgeflecht miteinbezogen ist, das unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde darauf gerichtet ist, dem Erwerber als einheitlichen Erwerbsgegenstand das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand zu verschaffen (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 1994 II&nbsp;R&nbsp;53\/94, BFHE 176, 450, BStBl II 1995, 331; in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, und in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965). Dies ist regelm&auml;&szlig;ig anzunehmen, wenn die auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite auftretenden Personen entweder personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich eng verbunden sind (BFH-Urteil in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, m.w.N.) oder aufgrund von Abreden bei der Ver&auml;u&szlig;erung zusammenarbeiten oder durch abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss sowohl des Grundst&uuml;ckskaufvertrags als auch der Vertr&auml;ge, die der Bebauung des Grundst&uuml;cks dienen, hinwirken (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;August 2003 II&nbsp;R&nbsp;52\/01, BFH\/NV 2004, 663; in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, und in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86), insbesondere Angebote &uuml;ber Grundst&uuml;ck und Bebauung abgeben (BFH-Urteil in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eines schriftlichen Vertrags zwischen den auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite verbundenen bzw. auftretenden Personen bedarf es nicht (BFH-Urteil in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269). Es gen&uuml;gt vielmehr, wenn der Eigent&uuml;mer das Grundst&uuml;ck dem Bauunternehmer, der die Bebauung angeboten hat, lediglich &quot;an die Hand&quot; gegeben und dabei f&uuml;r den Eigent&uuml;mer ein als Mittelsperson eingeschalteter Dritter gehandelt hat. Die Abgabe eines auf den Kauf des Grundst&uuml;cks und dessen Bebauung gerichteten Angebots des Bauunternehmers ist kaum denkbar, ohne dass dem eine Abstimmung mit dem Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer pers&ouml;nlich oder mit einer f&uuml;r diesen handelnden Person zugrunde liegt oder das Grundst&uuml;ck dem Bauunternehmer vom Eigent&uuml;mer anderweitig &quot;an die Hand&quot; gegeben worden ist (BFH-Urteil in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269; BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2010 II&nbsp;B&nbsp;130\/09, BFH\/NV 2010, 1659). Dies gen&uuml;gt f&uuml;r das Vorliegen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands &quot;bebautes Grundst&uuml;ck&quot;. Dem steht es nicht entgegen, wenn der Eigent&uuml;mer im &Uuml;brigen passiv ist (BFH-Urteil in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das abgestimmte Verhalten auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite muss f&uuml;r den Erwerber nicht erkennbar sein. Es ist vielmehr ausreichend, wenn es anhand &auml;u&szlig;erer Merkmale objektiv festgestellt werden kann (BFH-Urteil in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist zwar von diesen Grunds&auml;tzen ausgegangen, hat aber verkannt, dass danach die Voraussetzungen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands &quot;bebautes Grundst&uuml;ck&quot; aufgrund des von ihm festgestellten Sachverhalts (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) erf&uuml;llt sind. Die Bebauung des Grundst&uuml;cks wurde den Kl&auml;gern bereits vor Abschluss des Kaufvertrags aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis angeboten. Die Kl&auml;ger haben dieses Angebot bereits an dem Tag angenommen, an dem der Grundst&uuml;ckskaufvertrag beurkundet wurde. Dass die Kl&auml;ger auf die Vorplanung Einfluss genommen hatten, steht dieser Beurteilung nicht entgegen. I ist der Ver&auml;u&szlig;ererseite zuzurechnen, da V ihr &uuml;ber M das Grundst&uuml;ck &quot;an die Hand&quot; gegeben hatte. M hatte der I die Bewerbung des Grundst&uuml;cks mit deren Bebauungskonzept erlaubt, ihr Vermessungspl&auml;ne zur Verf&uuml;gung gestellt und den Grundst&uuml;ckskaufpreis genannt und sie so in die Lage versetzt, das bebaute Grundst&uuml;ck im Internet zu einem Gesamtpreis anzubieten. Dies gen&uuml;gt, um einen einheitlichen Erwerbsgegenstand &quot;bebautes Grundst&uuml;ck&quot; anzunehmen. Wenn V im &Uuml;brigen passiv war und das durch M vermittelte Zusammenwirken mit I aus seiner Sicht nur der von ihm angestrebten Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung diente, spielt dies demgegen&uuml;ber keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung war daher aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.2.2014, II R 54\/12 Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erwarben mit notariell beurkundetem Vertrag vom 23.&nbsp;September 2011 von V ein unbebautes Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 76.500&nbsp;EUR zu h&auml;lftigem Miteigentum. Ebenfalls am 23.&nbsp;September 2011 schlossen sie mit I einen Vertrag &uuml;ber die Bebauung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-54-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;54\/12 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62803"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62803\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}