{"id":62814,"date":"2014-07-21T05:39:34","date_gmt":"2014-07-21T03:39:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62814"},"modified":"2014-07-21T05:39:34","modified_gmt":"2014-07-21T03:39:34","slug":"vi-r-11-13-auswaertstaetigkeit-im-ausland-werbungskostenabzug-abgrenzung-zwischen-lediglich-voruebergehender-entsendung-und-von-anbeginn-dauerhafter-entsendung-an-den-neuen-beschaeftigungsort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-11-13-auswaertstaetigkeit-im-ausland-werbungskostenabzug-abgrenzung-zwischen-lediglich-voruebergehender-entsendung-und-von-anbeginn-dauerhafter-entsendung-an-den-neuen-beschaeftigungsort\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;11\/13 &#8211; Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit im Ausland &#8211; Werbungskostenabzug &#8211; Abgrenzung zwischen lediglich &quot;vor&uuml;bergehender&quot; Entsendung und von Anbeginn dauerhafter Entsendung an den neuen Besch&auml;ftigungsort"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2014, VI R 11\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit im Ausland &#8211; Werbungskostenabzug &#8211; Abgrenzung zwischen lediglich &quot;vor&uuml;bergehender&quot; Entsendung und von Anbeginn dauerhafter Entsendung an den neuen Besch&auml;ftigungsort<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Arbeitnehmer, der zun&auml;chst f&uuml;r drei Jahre und anschlie&szlig;end wiederholt befristet von seinem Arbeitgeber ins Ausland entsandt worden ist, begr&uuml;ndet dort keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG, auch wenn er mit dem ausl&auml;ndischen Unternehmen f&uuml;r die Dauer des Entsendungszeitraums einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird der Arbeitnehmer bei seiner Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit von Familienangeh&ouml;rigen begleitet, sind Aufwendungen f&uuml;r &Uuml;bernachtungen nur anteilig als Werbungskosten nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Mietaufwendungen und Fahrtkosten, die im Rahmen einer zeitlich befristeten T&auml;tigkeit im Ausland entstanden sind, als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und werden im Streitjahr&nbsp;2007 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Zeitraums vom 1.&nbsp;April 2006 bis 31.&nbsp;Dezember 2011 entsandte ihn seine deutsche Arbeitgeberin, die Z-AG (AG), zu ihrer ausl&auml;ndischen Tochtergesellschaft T in X. Die AG war im Streitjahr zu 90&nbsp;% an der T beteiligt. Der Entsendezeitraum war urspr&uuml;nglich auf drei Jahre befristet. Auf Grund von ungeplanten Verz&ouml;gerungen musste er dreimal verl&auml;ngert werden und endete schlie&szlig;lich am 31.&nbsp;Dezember 2011. Der Kl&auml;ger wurde ab dem 1.&nbsp;Januar 2012 wieder &#8211;wie vor seiner Entsendung&#8211; in der betrieblichen Einrichtung der AG eingesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich des Entsendungsvertrags zwischen dem Kl&auml;ger und der AG verpflichtete sich der Kl&auml;ger, die ihm &uuml;bertragenen Aufgaben nach besten Kr&auml;ften zu erf&uuml;llen, seine gesamte Arbeitskraft seinem Arbeitgeber (der AG) und der T zur Verf&uuml;gung zu stellen und die Interessen des Arbeitgebers in jeder Hinsicht zu f&ouml;rdern (Punkt I.&nbsp;des Entsendungsvertrags).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben dem Entsendungsvertrag schloss der Kl&auml;ger einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag mit der T ab. Der Arbeitsvertrag wurde am 8.&nbsp;April 2008 um zwei Jahre und am 22.&nbsp;Juli 2010 unbefristet verl&auml;ngert. Das von der T gezahlte &#8211;ausl&auml;ndische&#8211; Gehalt rechnete die AG auf das deutsche Gehalt an und zahlte dem Kl&auml;ger sein insoweit gek&uuml;rztes inl&auml;ndisches Gehalt aus (Punkt II.&nbsp;des Entsendungsvertrags).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 1.&nbsp;April 2006 gr&uuml;ndete der Kl&auml;ger zusammen mit der Kl&auml;gerin und den beiden schulpflichtigen Kindern einen Wohnsitz in X. Die Kinder besuchten dort die deutsche Schule. Der Wohnsitz lag 51&nbsp;km vom Besch&auml;ftigungsort des Kl&auml;gers entfernt. Ihre Wohnung im Inland behielten die Kl&auml;ger w&auml;hrend der Entsendungszeit bei und benutzten sie w&auml;hrend der ausl&auml;ndischen Schulferien an ca. zwei bis drei Wochen pro Jahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf der Grundlage der eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr&nbsp;2007 veranlagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;ger und setzte zuletzt mit Bescheid vom 12.&nbsp;September 2011 die Einkommensteuer&nbsp;2007 fest. Die vom Kl&auml;ger in X erzielten Eink&uuml;nfte hat es dabei seinen inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften hinzu- und die dort entrichtete Einkommensteuer angerechnet. Die als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit des Kl&auml;gers geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung in X, im Wesentlichen Aufwendungen f&uuml;r die dortige Wohnung, hat das FA hingegen nicht ber&uuml;cksichtigt. Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 429 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 14.&nbsp;Januar 2013 11&nbsp;K&nbsp;3180\/11&nbsp;E und die Einkommensteuerfestsetzung&nbsp;2007 &#8211;zuletzt&#8211; vom 12.&nbsp;September 2011 dahingehend abzu&auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit Mietaufwendungen f&uuml;r die im Ausland angemietete Wohnung in H&ouml;he von 24.781&nbsp;EUR und Fahrtkosten in H&ouml;he von insgesamt 7.038&nbsp;EUR als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, hilfsweise den Mietzuschuss des Arbeitgebers in H&ouml;he von 13.737,78&nbsp;EUR steuerfrei nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;64 des Einkommensteuergesetztes (EStG) zu belassen, h&ouml;chst hilfsweise den angefochtenen Steuerbescheid mangels unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht im Inland aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Kosten des Kl&auml;gers f&uuml;r seine Unterkunft in X zu Unrecht nicht nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung und seine Aufwendungen f&uuml;r Fahrten von seinem Wohnort in X zu seiner ausl&auml;ndischen T&auml;tigkeitsst&auml;tte zu Unrecht nur begrenzt im Rahmen des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG zum Abzug als Werbungskosten zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den bindenden Feststellungen des FG haben die Kl&auml;ger w&auml;hrend des Entsendezeitraums in Y eine Wohnung beibehalten und benutzt und damit einen Wohnsitz im Inland innegehabt. Sie sind damit im Streitjahr mit ihrem Welteinkommen in Deutschland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG). Zutreffend ist das FA deshalb bei der angefochtenen Einkommensteuerfestsetzung davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger im Ausland erzielten Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit seinen inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften hinzuzurechnen sind und die in X entrichtete Einkommensteuer auf die deutsche Einkommensteuer anzurechnen ist (&sect;&nbsp;34c EStG). Denn in den Streitjahren bestand kein Doppelbesteuerungsabkommen mit X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit sind als Werbungskosten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG auch beruflich veranlasste Reisekosten abzuziehen. Hierzu z&auml;hlen auch Aufwendungen f&uuml;r &Uuml;bernachtungen anl&auml;sslich einer Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit (Senatsurteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 VI&nbsp;R&nbsp;48\/11, BFHE 237, 82, BStBl II 2012, 926, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit liegt u.a. vor, wenn der Arbeitnehmer vor&uuml;bergehend au&szlig;erhalb seiner Wohnung und seiner regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG) beruflich t&auml;tig wird. Dies ist nach der Rechtsprechung des Senats u.a. der Fall, wenn ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber f&uuml;r drei Jahre befristet (Senatsurteil vom 8.&nbsp;August 2013 VI&nbsp;R&nbsp;72\/12, BFHE 242, 358, BStBl II 2014, 68) oder wiederholt im Wege der &quot;Kettenabordnung&quot; (Senatsurteil vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;51\/12, BFHE 243, 215, BStBl II 2014, 342) an einem anderen Betriebsteil des Arbeitgebers als seinem bisherigen T&auml;tigkeitsort eingesetzt wird. Eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG begr&uuml;ndet er dort dann nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Bezug einer Unterkunft am Ort der Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit begr&uuml;ndet keine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung (Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;47\/11, BFHE 238, 53, BStBl II 2013, 169; Schmidt\/Loschelder, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;141). Die Kosten hierf&uuml;r sind deshalb in der im Streitjahr geltenden Fassung des EStG als &Uuml;bernachtungskosten in tats&auml;chlicher H&ouml;he abzugsf&auml;hig, wenn sie beruflich veranlasst sind; bei einer privaten Mitveranlassung sind sie nach den Grunds&auml;tzen des Gro&szlig;en Senats in der Sache GrS&nbsp;1\/06 &#8211;notfalls durch Sch&auml;tzung&#8211; aufzuteilen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;September 2009, BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Fahrtkosten eines Arbeitnehmers im Rahmen einer beruflich veranlassten Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit sind Erwerbsaufwendungen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in H&ouml;he des daf&uuml;r tats&auml;chlich entstandenen Aufwands als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG kommt insoweit nicht zur Anwendung. Denn ein Arbeitnehmer, der au&szlig;erhalb einer dem Arbeitgeber zuzuordnenden Betriebsst&auml;tte oder an einer solchen nur vor&uuml;bergehend und damit ausw&auml;rts t&auml;tig ist, hat typischerweise nicht die M&ouml;glichkeit, seine Wegekosten gering zu halten (Senatsurteile in BFHE 243, 215, BStBl II 2014, 342, sowie in BFHE 242, 358, BStBl II 2014, 68, und vom 8.&nbsp;August 2013 VI&nbsp;R&nbsp;59\/12, BFHE 242, 354, BStBl II 2014, 66, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Gemessen daran h&auml;lt die Vorentscheidung einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Der Arbeitsort in X stellt entgegen der Auffassung des FG nicht die regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte des Kl&auml;gers dar; vielmehr liegt eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn der Kl&auml;ger ist nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) von seinem inl&auml;ndischen Arbeitgeber zun&auml;chst f&uuml;r drei Jahre und mit dreimaliger Verl&auml;ngerung zweieinhalb weitere Jahre zu der ausl&auml;ndischen Tochtergesellschaft entsandt worden. Nach Ablauf der Entsendung sollte der f&uuml;r die Zeit der Entsendung ruhende Arbeitsvertrag wieder aufleben und der Kl&auml;ger wieder im Inland t&auml;tig werden (Punkt XVI.&nbsp;des Entsendungsvertrags). Aufgrund der Befristung des Auslandseinsatzes in der Entsendevereinbarung (Punkt VII.&nbsp;des Entsendungsvertrags) und dem Fortbestehen seines &#8211;wenn auch ruhenden&#8211; inl&auml;ndischen Arbeitsverh&auml;ltnisses hat der Kl&auml;ger an seinem Besch&auml;ftigungsort in X jedenfalls keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG begr&uuml;ndet. Er ist dort nicht dauerhaft, sondern vielmehr nur vor&uuml;bergehend t&auml;tig gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An der vor&uuml;bergehenden Natur der vorliegenden Arbeitnehmerentsendung &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass der Kl&auml;ger mit der ausl&auml;ndischen Tochtergesellschaft seines Arbeitgebers einen zun&auml;chst befristeten, sp&auml;ter unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen hat. Denn die (vor&uuml;bergehende) Dauer seines Auslandseinsatzes ist nicht dort geregelt, sondern bestimmt sich nach den mit seinem inl&auml;ndischen Arbeitgeber geschlossenen Vereinbarungen; im Streitfall der Entsendungsvereinbarung. Ihr Inhalt ist vorliegend ma&szlig;geblich, wenn zu beurteilen ist, ob sich der Arbeitnehmer zu Beginn der jeweiligen T&auml;tigkeit aus ex ante Sicht darauf hatte einrichten k&ouml;nnen, dort dauerhaft t&auml;tig zu sein, und damit, ob der Arbeitnehmer lediglich &quot;vor&uuml;bergehend&quot; oder von Anbeginn dauerhaft an den neuen Besch&auml;ftigungsort entsandt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die arbeitsvertraglichen Vereinbarungen mit der ausl&auml;ndischen Tochter f&uuml;r die Abgrenzung einer vor&uuml;bergehenden von einer dauerhaften T&auml;tigkeit ohne Aussagekraft sind, macht vorliegend nicht zuletzt der Umstand deutlich, dass der Kl&auml;ger von seinem inl&auml;ndischen Arbeitgeber zun&auml;chst f&uuml;r drei Jahre entsandt worden ist, mit der ausl&auml;ndischen Tochter jedoch zu Beginn des Entsendungszeitraums lediglich einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag geschlossen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Damit hat das FG im zweiten Rechtsgang die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Fahrten von seinem Wohnort in X nach seinem dortigen Besch&auml;ftigungsort nicht nach der Entfernungspauschale, sondern nach Dienstreisegrunds&auml;tzen mit den tats&auml;chlichen Kosten zu bemessen und als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Dar&uuml;ber hinaus sind die &Uuml;bernachtungskosten des Kl&auml;gers f&uuml;r &Uuml;bernachtungen anl&auml;sslich einer Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit dem Grunde nach als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit anzusetzen. Insoweit ist die Sache jedoch nicht spruchreif. Denn als Werbungskosten abzugsf&auml;hig sind diese Aufwendungen nur insoweit, als sie beruflich veranlasst sind. Soweit die &Uuml;bernachtungskosten auf dem Umstand beruhen, dass der Kl&auml;ger bei seiner Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit von seiner Familie begleitet worden ist, weisen die Aufwendungen keinen Erwerbsbezug auf und sind nicht abzugsf&auml;hig. Das FG hat die geltend gemachten &Uuml;bernachtungskosten deshalb nach den Grunds&auml;tzen des Gro&szlig;en Senats in der Sache GrS&nbsp;1\/06 &#8211;notfalls durch Sch&auml;tzung&#8211; aufzuteilen (BFH-Beschluss in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2014, VI R 11\/13 Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit im Ausland &#8211; Werbungskostenabzug &#8211; Abgrenzung zwischen lediglich &quot;vor&uuml;bergehender&quot; Entsendung und von Anbeginn dauerhafter Entsendung an den neuen Besch&auml;ftigungsort Leits&auml;tze 1. 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