{"id":62815,"date":"2014-07-21T05:40:25","date_gmt":"2014-07-21T03:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62815"},"modified":"2014-07-21T05:40:25","modified_gmt":"2014-07-21T03:40:25","slug":"vii-r-27-13-keine-zollbefreiung-fuer-eine-waessrige-loesung-der-etidronsaeure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-27-13-keine-zollbefreiung-fuer-eine-waessrige-loesung-der-etidronsaeure\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;27\/13 &#8211; Keine Zollbefreiung f&uuml;r eine w&auml;ssrige L&ouml;sung der Etidrons&auml;ure"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2014, VII R 27\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Zollbefreiung f&uuml;r eine w&auml;ssrige L&ouml;sung der Etidrons&auml;ure<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aus Anmerkung 1 Buchst. d zu Kapitel 29 KN, wonach zur Position 2931 KN &quot;andere organisch-anorganische Verbindungen&quot; auch w&auml;ssrige L&ouml;sungen geh&ouml;ren, ergibt sich nicht die Zollbefreiung einer w&auml;ssrigen L&ouml;sung der unter CAS RN 2809-21-4 genannten Etidrons&auml;ure.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine w&auml;ssrige L&ouml;sung von Etidrons&auml;ure f&auml;llt nicht unter die in Anhang 3 des Teils I Titel II C Nr. 1 Ziff. 1 KN gelistete CAS RN 2809-21-4 (Etidrons&auml;ure). In dieser Liste aufgef&uuml;hrte Substanzen sind nur in ihrer reinen Form zollbefreit. Der Wassergehalt der L&ouml;sung ist nicht Teil der reinen Etidrons&auml;ure und keine &#8211;der Zollbefreiung unsch&auml;dliche&#8211; bei der chemischen Herstellung des Endproduktes verbliebene Verunreinigung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrt aus China eine w&auml;ssrige L&ouml;sung (HEDP-60) ein, die &#8211;abgesehen von hier nicht beachtlichen geringen Mengen anderer chemischer Substanzen&#8211; zu 60&nbsp;% aus Hydroxyethandiphosphons&auml;ure (auch bezeichnet als Etidrons&auml;ure, HEDP) und zu 40&nbsp;% aus Wasser besteht. Der Wasseranteil ist der verbleibende Rest des Wassers, das der aus den fl&uuml;ssigen Ausgangsprodukten Phosphortrichlorid und Essigs&auml;ure gewonnenen Masse an Polykondensaten im &Uuml;berschuss zugesetzt wird, um einerseits diese vollst&auml;ndig in Etidrons&auml;ure umzuwandeln und andererseits die entstandene Salzs&auml;ure durch Destillation aus dem Produkt zu entfernen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;M&auml;rz 2012 erteilte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) der Kl&auml;gerin eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA), mit der die Ware antragsgem&auml;&szlig; in die Unterposition 2931&nbsp;90&nbsp;90 der Kombinierten Nomenklatur (KN) eingereiht wurde. Weiter wurde der Zusatzcode 2501 vergeben, der f&uuml;r pharmazeutische Stoffe gilt, die nicht nach Teil&nbsp;I Titel&nbsp;II&nbsp;C Nr.&nbsp;1 i.V.m. Teil&nbsp;III Abschnitt&nbsp;II Anhang&nbsp;3 KN (in der Fassung der Verordnung (EU) Nr.&nbsp;1006\/2011 &#8211;VO&nbsp;Nr.&nbsp;1006\/2011&#8211; der Kommission vom 27.&nbsp;September 2011 zur &Auml;nderung von Anhang&nbsp;I der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2658\/87 des Rates &uuml;ber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L&nbsp;282\/1, 734) zollfrei eingef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer (Sprung-)Klage wandte sich die Kl&auml;gerin lediglich gegen die Vergabe des Zusatzcodes 2501. Sie meinte, es m&uuml;sse der Zusatzcode 2500 f&uuml;r zollfrei einzuf&uuml;hrende pharmazeutische Stoffe vergeben werden. Die Ware werde mit der CAS RN (Chemical Abstracts Service Registry Number) 2809-21-4 im Teil&nbsp;III Abschnitt II Anhang 3 KN unter der Bezeichnung &quot;Etidrons&auml;ure&quot; genannt und sei somit vom Zoll befreit. Dass die Etidrons&auml;ure nur 60&nbsp;% der Gesamtsubstanz ausmache, sei unerheblich. Pharmazeutische Substanzen m&uuml;ssten zwar grunds&auml;tzlich in reiner Form vorliegen, um in den Genuss der Zollfreiheit zu kommen. Nur Substanzen, die der Grundsubstanz nachtr&auml;glich hinzugef&uuml;gt w&uuml;rden, f&uuml;hrten dazu, dass die pharmazeutische Substanz nicht mehr in Reinform vorliege. Nur mit Hilfe des zugef&uuml;hrten Wassers k&ouml;nnten die Polykondensat-Zwischenprodukte vollst&auml;ndig in die gew&uuml;nschte Grundsubstanz &quot;Etidrons&auml;ure&quot; umgesetzt werden. Wasser sei damit Teil der Grundsubstanz &quot;Etidrons&auml;ure&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben und das HZA verpflichtet, eine vZTA zu erteilen, mit der die streitige Ware in die Unterposition 2931&nbsp;90&nbsp;90&nbsp;KN unter Anwendung des Zusatzcodes 2500 f&uuml;r zollfrei einzuf&uuml;hrende pharmazeutische Erzeugnisse eingereiht wird. Etidrons&auml;ure der Warennummer 2931&nbsp;90&nbsp;90&nbsp;KN sei in der VO Nr.&nbsp;1006\/2011 unter der CAS&nbsp;RN als pharmazeutischer Stoff, f&uuml;r den Zollfreiheit gelte, aufgef&uuml;hrt. F&uuml;r diese Stoffe sei der Zusatzcode 2500 zu verwenden. Bei der streitgegenst&auml;ndlichen Ware handele es sich trotz des Wasseranteils von 40&nbsp;% um Etidrons&auml;ure in diesem Sinne. Unter Bezugnahme auf die vom Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mit Urteil vom 17.&nbsp;Februar 2011 C-11\/10 &#8211;Marishipping and Transport&#8211; (Slg. 2011, I-677) vorgenommene Auslegung der Vorg&auml;ngerverordnung zur VO Nr.&nbsp;1006\/2011, wonach die Zollbefreiung nur pharmazeutischen Substanzen zugutekomme, die &#8211;abgesehen von eventuellen in diesen Substanzen vorhandenen Verunreinigungen aus R&uuml;ckst&auml;nden&#8211; in reiner Form vorl&auml;gen, denen also keine anderen Substanzen hinzugef&uuml;gt worden seien, ist es zu der Auffassung gelangt, das Wasser k&ouml;nne nicht als eine der Etidrons&auml;ure im Sinne des EuGH-Urteils hinzugef&uuml;gte Substanz angesehen werden. Da die bei der Herstellung ablaufende Reaktion noch nicht bis ins Letzte bekannt und daher unklar sei, welche Wassermenge mindestens ben&ouml;tigt werde, m&uuml;sse zwingend Wasser im &Uuml;berschuss zugef&uuml;hrt werden, damit sichergestellt werde, dass sich die Etidrons&auml;ure vollst&auml;ndig ausbilde. Unstreitig sei, dass Etidrons&auml;ure durch Reduktion des Wassers eine feste, kristalline Struktur bekomme, die jedoch wegen ihres hygroskopischen Charakters gleichwohl noch Wasserreste enthalte und sich an der Luft wieder verfl&uuml;ssige. Auch die vom Vertreter des Bildungs- und Wissenschaftszentrums der Bundesfinanzverwaltung vorgelegte Warenprobe sei, obwohl es sich um ein Pulver gehandelt habe, als Hydrat, also als wasserhaltig, gekennzeichnet gewesen. Das Wasser sei also eine f&uuml;r den Herstellungsprozess notwendige und auch in dem fertig hergestellten Erzeugnis zwangsl&auml;ufig vorhandene Substanz, deren Anteil unterschiedlich gro&szlig; sein k&ouml;nne, die aber letztlich, wenn nicht gar als Bestandteil der Ware, so doch zumindest als herstellungsbedingter R&uuml;ckstand angesehen werden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision verteidigt das HZA seine Auffassung, es handele sich bei der eingef&uuml;hrten Ware nicht um reine und damit zollfrei einzuf&uuml;hrende Etidrons&auml;ure. Der EuGH habe im Urteil in Slg. 2011, I-677 die Anwendung der Zollbefreiung nach Teil&nbsp;I Titel&nbsp;II&nbsp;C&nbsp;KN dahingehend eingeschr&auml;nkt, dass nur pharmazeutische Stoffe in reiner Form eine Zollbefreiung erhalten k&ouml;nnten. Die Zollbefreiung als Ausnahmeregelung sei eng auszulegen. Au&szlig;erdem w&uuml;rden nach den Leitlinien zur Anwendung der Internationalen Freinamen (INN), Freinamen nur f&uuml;r einzelne Substanzen, nicht f&uuml;r Mischungen vergeben. Im Streitfall bes&auml;&szlig;en beide Stoffe eigene CAS-Nummern (Etidrons&auml;ure 2809-21-4 und Wasser 7732-18-5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Reine Etidrons&auml;ure der CAS-Nummer 2809-21-4 sei nach &uuml;bereinstimmenden Aussagen in der Fachliteratur ein kristalliner Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 103&deg; bis 105&deg;&nbsp;C. Demgegen&uuml;ber liege die eingef&uuml;hrte Ware unstreitig in Form einer gallertartigen Masse vor, aus der die kristalline Etidrons&auml;ure erst in einem weiteren Arbeitsschritt gewonnen werden k&ouml;nne. Angesichts des Wasseranteils von 40&nbsp;% &#8211;der im &Uuml;brigen auf Wunsch der Kl&auml;gerin absichtlich im Erzeugnis belassen worden sei&#8211;, handele es sich also um ein Rohprodukt, das bei der gebotenen engen Auslegung von der Befreiungsvorschrift nicht erfasst werde. Reine Etidrons&auml;ure liege in Form des Monohydrats vor, in welchem Wassermolek&uuml;le in das Kristallgitter eingelagert seien, w&auml;hrend in der w&auml;ssrigen L&ouml;sung die Etidrons&auml;ure- und die Wassermolek&uuml;le statistisch verteilt seien, sich also gerade kein Kristallgitter ausbilde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hebt hervor, die enge Auslegung der Befreiungsvorschrift durch das EuGH-Urteil in Slg. 2011, I-677 sei nicht &uuml;bertragbar. In dem dort entschiedenen Fall seien der Grundsubstanz nachtr&auml;glich andere Substanzen hinzugef&uuml;gt worden, w&auml;hrend vorliegend Wasser im &Uuml;berschuss noch w&auml;hrend des Herstellungsprozesses dem Reaktionsgemisch beigegeben werde, um &uuml;berhaupt erst Etidrons&auml;ure in Form der Ware HEDP-60 herstellen zu k&ouml;nnen. W&auml;ssrige L&ouml;sungen k&ouml;nnten demnach reine Substanzen im Sinne des EuGH-Urteils sein, wenn und soweit es sich &#8211;wie hier&#8211; um herstellungsbedingte &quot;Verunreinigungen aus R&uuml;ckst&auml;nden&quot; handele, und zwar unabh&auml;ngig von der Menge der &quot;Verunreinigung&quot;. Entgegen der naturwissenschaftlichen &#8211;und teilweise unrichtigen&#8211; Argumentation des HZA habe der EuGH den Begriffen &quot;reine Form&quot; und &quot;Verunreinigung aus R&uuml;ckst&auml;nden&quot; ein juristisch wertendes Verst&auml;ndnis zugrunde gelegt, nach dem es nicht auf den Aggregatzustand der Etidrons&auml;ure ankomme, sondern allein darauf, ob die zus&auml;tzliche Substanz w&auml;hrend des Herstellungsprozesses oder erst nachtr&auml;glich dem Erzeugnis hinzugef&uuml;gt worden sei. Im &Uuml;brigen ergebe sich aus Anmerkung&nbsp;1&nbsp;d zu Kapitel 29&nbsp;KN, dass die Zollfreiheit auch f&uuml;r w&auml;ssrige L&ouml;sungen gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vZTA, mit der das Erzeugnis &quot;HEDP-60&quot; mit dem Zusatzcode 2501 in die Unterposition 2931&nbsp;90&nbsp;90 KN eingereiht worden ist, ist rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;gerin kann nicht darin gefolgt werden, dass sich die Zollfreiheit bereits aus der zolltariflichen Einreihung der Ware HEDP-60 in die Unterposition 2931&nbsp;90&nbsp;90&nbsp;KN ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar trifft es zu, dass nach Anmerkung 1 Buchst.&nbsp;d zu Kapitel&nbsp;29&nbsp;KN zur Position&nbsp;2931&nbsp;KN &quot;Andere organisch-anorganische Verbindungen:&quot; auch w&auml;ssrige L&ouml;sungen geh&ouml;ren. Mit der zolltariflichen Einreihung in die Unterposition 2931&nbsp;90&nbsp;90&nbsp;KN ist aber keine Aussage dar&uuml;ber getroffen, ob f&uuml;r w&auml;ssrige L&ouml;sungen einer Substanz Zollbefreiung gew&auml;hrt wird. Diese Entscheidung ist vielmehr eigenst&auml;ndig in Teil&nbsp;I Titel&nbsp;II&nbsp;C Nr.&nbsp;1 Ziff.&nbsp;1&nbsp;KN geregelt. Danach sind nur die pharmazeutischen Substanzen, die sowohl durch die CAS RN identifiziert als auch durch die INN, aufgelistet im Anhang 3, erfasst werden, von den Z&ouml;llen befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etidrons&auml;ure der Warennummer 2931 90&nbsp;90 KN ist in Anhang 3 der VO Nr.&nbsp;1006\/2011 unter der CAS RN 2809-21-4 als pharmazeutischer Stoff, f&uuml;r den Zollfreiheit gilt, aufgef&uuml;hrt. F&uuml;r diesen Stoff ist als Ma&szlig;nahme geregelt, dass der Zusatzcode 2500 zu verwenden ist, w&auml;hrend f&uuml;r &quot;andere&quot;, unter die Unterposition fallende Waren der Zusatzcode 2501 zu verwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG ist die zu tarifierende Ware HEDP-60 nicht identisch mit der unter der CAS RN 2809-21-4 gelisteten Etidrons&auml;ure. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass HEDP-60 nach den ausdr&uuml;cklichen und von der Kl&auml;gerin nicht in Frage gestellten Feststellungen des FG <span style=\"text-decoration:underline\">neben<\/span> der Etidrons&auml;ure zu 40&nbsp;% aus Wasser besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat teilt nicht die Auffassung des FG, der Wasseranteil sei f&uuml;r die Zollbefreiung als Etidrons&auml;ure nicht sch&auml;dlich, weil Wasser eine f&uuml;r den Herstellungsprozess notwendige und auch in dem fertig hergestellten Erzeugnis zwangsl&auml;ufig vorhandene Substanz sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn der hier zu beurteilende Wassergehalt der Ware HEDP-60 ist gerade nicht das f&uuml;r die chemische Reaktion erforderliche und verwendete Wasser, sondern der verbliebene &Uuml;berschuss. Erst durch eine Reduktion dieses &uuml;bersch&uuml;ssigen Wassers wird die feste kristalline Struktur der Etidrons&auml;ure erreicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit den Ausf&uuml;hrungen im EuGH-Urteil in Slg. 2011, I-677 l&auml;sst sich die Auffassung des FG nicht begr&uuml;nden. Der EuGH hatte die Frage zu beantworten, ob einer in der Liste der Substanzen in Anhang&nbsp;3 des Teils III KN aufgef&uuml;hrten pharmazeutischen Substanz, der andere, insbesondere pharmazeutische, Substanzen hinzugef&uuml;gt worden sind, noch die Zollbefreiung zugutekommen kann, die anwendbar gewesen w&auml;re, wenn diese Substanz in reiner Form vorgelegen h&auml;tte. Er legt die zollbefreiende Regelung der KN dahin aus, dass Substanzen nicht zollbefreit sind, wenn sie &#8211;abgesehen von eventuellen in diesen Substanzen vorhandenen Verunreinigungen aus R&uuml;ckst&auml;nden&#8211; nicht in reiner Form vorliegen. Substanzen wie die von ihm zu beurteilenden, die der Grundsubstanz in unterschiedlichen Mengen hinzugef&uuml;gt worden sind und die als solche nicht Teil dieser Substanz oder des Erzeugnisses sind, aus dem die Substanz gewonnen wurde, erkennt der EuGH nicht als solche &#8211;der Zollbefreiung unsch&auml;dliche&#8211; Verunreinigungen aus R&uuml;ckst&auml;nden an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG kann der Senat diesen Darlegungen nicht entnehmen, dass befreiungssch&auml;dlich <span style=\"text-decoration:underline\">nur<\/span> Substanzen sein k&ouml;nnen, die der Grundsubstanz <span style=\"text-decoration:underline\">hinzugef&uuml;gt<\/span> wurden und die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Herstellung des Erzeugnisses stehen. Eine derart erweiternde Interpretation des EuGH-Urteils widerspricht der vorangestellten Grundaussage, wonach die Bestimmung, die die Anwendung einer Zollbefreiung vorsieht, eine Ausnahme von dem Grundsatz darstellt, dass in die Europ&auml;ische Union eingef&uuml;hrte Erzeugnisse generell zollpflichtig sind, und sie daher als abweichende Bestimmung eng auszulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon ist der 40%ige Wasseranteil der Ware HEDP-60 selbst unter Zugrundelegung der Auffassung des FG nicht als unsch&auml;dliche &quot;Verunreinigung aus R&uuml;ckst&auml;nden&quot; anzusehen. Zwar ist Wasser nach den Feststellungen des FG Teil der Grundsubstanz der Etidrons&auml;ure. Die reine Etidrons&auml;ure in ihrer festen, kristallinen Struktur entsteht aber erst durch Reduktion des Wassers. Auch wenn diese Substanz als chemisches Endprodukt ein Monohydrat, also wasserhaltig ist, ist es nicht identisch mit der w&auml;ssrigen L&ouml;sung der Ware HEDP-60. Der Wasseranteil der Ware HEDP-60 ist nach der chemischen Reaktion mit Wasser, die zur Herstellung der Etidrons&auml;ure erforderlich war, als &Uuml;berschuss an Wasser verblieben. Er ist gerade nicht Teil der &quot;reinen&quot; Etidrons&auml;ure der CAS&nbsp;RN&nbsp;2809-21-4, sondern Teil der w&auml;ssrigen L&ouml;sung der Etidrons&auml;ure, die in der Liste des Anhang&nbsp;3 zu Teil&nbsp;III&nbsp;KN nicht aufgef&uuml;hrt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einwand der Kl&auml;gerin, Etidrons&auml;ure sei in der vorliegenden L&ouml;sung am besten stabil zu halten und damit in dieser Form handelbar, &auml;ndert daran ebenfalls nichts. Der EuGH hat die Zollbefreiung f&uuml;r eine pharmazeutische Grundsubstanz (dort Chitosan) verneint, der andere Substanzen zum Schutz (vor Oxydation) beigef&uuml;gt waren, um ihre Haltbarkeit zu verl&auml;ngern, jedenfalls wenn es (wie dort vom EuGH festgestellt und vorliegend unstreitig) grunds&auml;tzlich m&ouml;glich ist, die Substanz durch Vakuumverpackung zu sch&uuml;tzen. Anders als das FG meint, kann es keinen Unterschied machen, dass im Streitfall Wasser Teil der Grundsubstanz Etidrons&auml;ure ist und nicht &#8211;wie im Fall des EuGH als &quot;Fremdsubstanz&quot;&#8211; zu einem Zweck zugef&uuml;hrt wurde, der f&uuml;r die Herstellung unerheblich ist. Denn wie oben bereits er&ouml;rtert, ist der Wassergehalt von HEDP-60 gerade nicht das Wasser, welches f&uuml;r die Herstellung der Etidrons&auml;ure erforderlich war, sondern die zu ihrem Schutz belassene &quot;Umh&uuml;llung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2014, VII R 27\/13 Keine Zollbefreiung f&uuml;r eine w&auml;ssrige L&ouml;sung der Etidrons&auml;ure Leits&auml;tze 1. Aus Anmerkung 1 Buchst. d zu Kapitel 29 KN, wonach zur Position 2931 KN &quot;andere organisch-anorganische Verbindungen&quot; auch w&auml;ssrige L&ouml;sungen geh&ouml;ren, ergibt sich nicht die Zollbefreiung einer w&auml;ssrigen L&ouml;sung der unter CAS RN 2809-21-4 genannten Etidrons&auml;ure. 2. Eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-27-13-keine-zollbefreiung-fuer-eine-waessrige-loesung-der-etidronsaeure\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;27\/13 &#8211; Keine Zollbefreiung f&uuml;r eine w&auml;ssrige L&ouml;sung der Etidrons&auml;ure<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62815\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}