{"id":62817,"date":"2014-07-21T05:39:36","date_gmt":"2014-07-21T03:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62817"},"modified":"2014-07-21T05:39:36","modified_gmt":"2014-07-21T03:39:36","slug":"vi-r-64-13-anteilige-beruecksichtigung-der-einkuenfte-und-bezuege-im-monat-des-erreichens-der-altersgrenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-64-13-anteilige-beruecksichtigung-der-einkuenfte-und-bezuege-im-monat-des-erreichens-der-altersgrenze\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;64\/13 &#8211; Anteilige Ber&uuml;cksichtigung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge im Monat des Erreichens der Altersgrenze"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2014, VI R 64\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anteilige Ber&uuml;cksichtigung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge im Monat des Erreichens der Altersgrenze<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge eines in Ausbildung stehenden Kindes sind f&uuml;r den Kalendermonat, in dem das Kind das 25. Lebensjahr vollendet, gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 6 EStG nur insoweit anzusetzen, als sie auf die Zeit bis zum Erreichen der Altersgrenze entfallen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Kindergeldberechtigung f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Juli 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erhielt f&uuml;r ihre am 8.&nbsp;Juli 1985 geborene Tochter B Kindergeld. B studierte an der Universit&auml;t Y und erzielte aus einer nebenberuflichen T&auml;tigkeit im streitigen Zeitraum Eink&uuml;nfte aus nichtselbstst&auml;ndiger Arbeit; daneben erhielt B Leistungen nach dem Bundesausbildungsf&ouml;rderungsgesetz (BAf&ouml;G). Nachdem B am 8.&nbsp;Juli 2010 ihr 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hatte, gelangte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (die Familienkasse) im Rahmen der &Uuml;berpr&uuml;fung der Anspruchsvoraussetzungen zu dem Ergebnis, dass B&#8216;s Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge im Streitzeitraum den ma&szlig;geblichen anteiligen Jahresgrenzbetrag &uuml;berschritten. Die Familienkasse hob darauf mit Wirkung ab Januar 2010 die Kindergeldfestsetzung auf und forderte das f&uuml;r die Zeit von Januar bis Juli 2010 gezahlte Kindergeld von der Kl&auml;gerin zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte dagegen mit ihrer Klage geltend, dass die Familienkasse f&uuml;r den Monat Juli 2010 zu Unrecht den vollen Monatslohn und die vollen BAf&ouml;G-Bez&uuml;ge zum Ansatz gebracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) folgte der Auffassung der Kl&auml;gerin und entschied, dass die f&uuml;r Juli erzielten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge abweichend von der Auffassung der Familienkasse nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Streitfall geltenden Fassung nur bis zur Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahrs &#8211;also zu 7\/30&#8211; zu ber&uuml;cksichtigen seien. Auf Grundlage dieser Berechnung &uuml;berschritten die anteiligen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nach Abzug der anteiligen Kostenpauschale mit 4.366,45&nbsp;EUR nicht den ma&szlig;geblichen anteiligen Jahresgrenzbetrag in H&ouml;he von 4.669&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung materiellen Rechts. Das FG habe &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG unzutreffend ausgelegt. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG verweise auf die Voraussetzungen nach Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2; zu diesen besonderen Tatbestandsvoraussetzungen geh&ouml;re aber nicht die Altersgrenze von 21 bzw. 25&nbsp;Jahren. Denn das Kindergeldrecht folge dem Monatsprinzip. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG bilde dazu zwar eine Ausnahme, indem Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nur f&uuml;r einen Teil des Kalendermonats ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rden. Aber wenn die Altersgrenze erreicht werde, f&uuml;hre dies nicht zu einem Teilmonat. Denn &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG solle lediglich Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge aus einer Berufsaus&uuml;bung aus der Grenzbetragsberechnung ausgrenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>das Urteil des Hessischen FG vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1171\/11 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nur insoweit anzusetzen sind, als die Voraussetzungen nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2 EStG vorliegen und zu diesen Voraussetzungen auch die dort ausdr&uuml;cklich genannten Altersgrenzen geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach &sect;&sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, 63 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG besteht ein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat, wenn es f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird. Nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG wird ein &uuml;ber 18&nbsp;Jahre altes Kind in Berufsausbildung nur ber&uuml;cksichtigt, wenn es Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge, die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, von nicht mehr als 8.004&nbsp;EUR im Kalenderjahr hat. Liegen die Voraussetzungen nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder 2 EStG nur in einem Teil des Kalendermonats vor, sind nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nur insoweit anzusetzen, als sie auf diesen Teil entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 EStG enthalten eine Reihe von Voraussetzungen. Zentrale Bedeutung hat allerdings das Lebensalter des Kindes, denn diese Voraussetzung strukturiert &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG. So kommt es nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zuvorderst darauf an, dass das Kind noch nicht das 21.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat. Entsprechendes gilt nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG f&uuml;r die Altersgrenze von 25&nbsp;Jahren. Erst im Weiteren kommt es dann auf die weiteren Voraussetzungen unter a) bis d) an. Wenn angesichts dessen der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG ausdr&uuml;cklich auf &quot;die Voraussetzungen nach Satz&nbsp;1 Nummer&nbsp;1 oder 2&quot; Bezug nimmt und im Hinblick darauf Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nur pro rata ansetzen will, ist dies so zu verstehen, dass &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG auch das Lebensalter zu diesen Voraussetzungen z&auml;hlt (ebenso ausdr&uuml;cklich D&uuml;rr, in Frotscher, EStG, &sect;&nbsp;32 Rz&nbsp;93; Greite, in Korn, EStG, &sect;&nbsp;32 Rz&nbsp;102; Wichert, in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;32 Rz&nbsp;257). Zutreffend verweist das FG insoweit auf den eindeutigen Wortlaut der Norm sowie auf den Umstand, dass der Gesetzgeber die Auffassung der Familienkasse, &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG beziehe sich nur auf die in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a bis d EStG genannten (besonderen) Anspruchsvoraussetzungen, im Gesetz entsprechend zum Ausdruck gebracht h&auml;tte, wenn er sie so h&auml;tte regeln wollen. Auch die von der Familienkasse herangezogenen Ausf&uuml;hrungen in den Gesetzesmaterialien (BTDrucks 14\/6160, S.&nbsp;12) st&uuml;tzen die gegenteilige Auffassung nicht. Zwar beschreibt das dort erl&auml;uterte Beispiel des &Uuml;bergangsmonats von der Berufsausbildung in die Berufsaus&uuml;bung den wohl typischen Fall in der Praxis. Das bedeutet aber nicht, dass der Gesetzgeber diese Regelung nicht auf den Fall der Vollendung des 21. oder 25.&nbsp;Lebensjahres h&auml;tte anwenden wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nachdem zwischen den Beteiligten die in die Ermittlung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge einzubeziehenden Betr&auml;ge im Grunde unstreitig sind, hat das FG nach Ma&szlig;gabe der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze diese Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge zutreffend ermittelt und insbesondere die von der Tochter der Kl&auml;gerin im Monat Juli erzielten Eink&uuml;nfte dementsprechend nur mit 7\/30 der ma&szlig;geblichen Betr&auml;ge angesetzt. Die so ermittelten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge in H&ouml;he von insgesamt 4.366,45&nbsp;EUR &uuml;berschritten damit nicht den ma&szlig;geblichen anteiligen Jahresgrenzbetrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2014, VI R 64\/13 Anteilige Ber&uuml;cksichtigung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge im Monat des Erreichens der Altersgrenze Leits&auml;tze Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge eines in Ausbildung stehenden Kindes sind f&uuml;r den Kalendermonat, in dem das Kind das 25. 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