{"id":62826,"date":"2014-07-21T05:39:41","date_gmt":"2014-07-21T03:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62826"},"modified":"2014-07-21T05:39:41","modified_gmt":"2014-07-21T03:39:41","slug":"i-r-44-13-keine-gewaehrung-der-gewerbesteuerrechtlichen-kuerzung-nach-par-9-nr-2a-gewstg-bei-einem-sog-qualifizierten-anteilstausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-44-13-keine-gewaehrung-der-gewerbesteuerrechtlichen-kuerzung-nach-par-9-nr-2a-gewstg-bei-einem-sog-qualifizierten-anteilstausch\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;44\/13 &#8211; Keine Gew&auml;hrung der gewerbesteuerrechtlichen K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 2a GewStG bei einem sog. qualifizierten Anteilstausch"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2014, I R 44\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Gew&auml;hrung der gewerbesteuerrechtlichen K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 2a GewStG bei einem sog. qualifizierten Anteilstausch<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Hinzurechnungsvorschrift des &sect; 8 Nr. 5 GewStG 2009 stellt abstrakt auf die Voraussetzungen des &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2009 ab; des Ansatzerfordernisses in &sect; 9 Nr. 2a Satz 1 letzter Satzteil GewStG 2009 bedarf es deswegen nicht (Best&auml;tigung des Senatsbeschlusses vom 9. November 2011 I B 62\/11, BFH\/NV 2012, 449).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Nach entsprechender Anwendung von &sect; 4 Abs. 2 Satz 3 (i.V.m. &sect; 23 Abs. 1) UmwStG 2006 ist bei einem sog. qualifizierten Anteilstausch unter der Voraussetzung des Ansatzes des eingebrachten Betriebsverm&ouml;gens mit einem unter dem gemeinen Wert liegenden Wert durch die &uuml;bernehmende Gesellschaft der Zeitraum der Zugeh&ouml;rigkeit eines Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft dem &uuml;bernehmenden Rechtstr&auml;ger anzurechnen, wenn die Dauer der Zugeh&ouml;rigkeit des Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen f&uuml;r die Besteuerung bedeutsam ist. Daran mangelt es f&uuml;r die Gew&auml;hrung des sog. gewerbesteuerrechtlichen Schachtelprivilegs nach Ma&szlig;gabe von &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2009, das eine Beteiligung von mindestens 15 v.H. am Grund- oder Stammkapital zu Beginn des Erhebungszeitraums verlangt, also zu einem Zeitpunkt und nicht f&uuml;r einen Zeitraum (entgegen BMF-Schreiben vom 11. November 2011, BStBl I 2011, 1314, Tz. 04.15).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, wurde im Streitjahr 2009 am 26.&nbsp;November mit einem Stammkapital von 25.000&nbsp;EUR gegr&uuml;ndet und am 3.&nbsp;Dezember in das Handelsregister eingetragen. Ihr alleiniger Gesellschafter ist SC. Am 21.&nbsp;Dezember 2009 beschloss die Gesellschafterversammlung, das Stammkapital der Kl&auml;gerin um 25.000&nbsp;EUR zu erh&ouml;hen. Der neue Gesch&auml;ftsanteil wurde von SC &uuml;bernommen und sollte durch Einbringung der von ihm gehaltenen Alleinbeteiligung am Stammkapital der C-GmbH geleistet werden. Die Beteiligung an der C-GmbH geh&ouml;rte bei SC seit L&auml;ngerem zum Privatverm&ouml;gen. Die eingebrachte Beteiligung wurde von der Kl&auml;gerin mit dem Buchwert angesetzt und als sog. qualifizierter Anteilstausch nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG 2006) behandelt. Der neue Gesch&auml;ftsanteil nahm laut Gesellschafterbeschluss &quot;ab dem heutigen Tage&quot; am Gewinn der Kl&auml;gerin teil. Am selben Tag &uuml;bertrug SC seinen Gesch&auml;ftsanteil an der C-GmbH mit sofortiger Wirkung auf die Kl&auml;gerin. Die Eintragung der Kapitalerh&ouml;hung im Handelsregister erfolgte am 19.&nbsp;Januar 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;Dezember 2009 beschloss die C-GmbH eine Gewinnaussch&uuml;ttung an die Kl&auml;gerin, die der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bei der Errechnung des Gewerbeertrages nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 2009), gek&uuml;rzt um 5&nbsp;v.H. gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878, BStBl I 2007, 28) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211;, zun&auml;chst au&szlig;er Ansatz lie&szlig;, sodann aber dem Gewinn in H&ouml;he von 95&nbsp;v.H. nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 wieder hinzurechnete. Die Voraussetzungen des sog. gewerbesteuerrechtlichen Schachtelprivilegs und damit der K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG 2009 sah er nicht als erf&uuml;llt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln gab ihr durch Urteil vom 8.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;3547\/12 statt. Das Urteil ist in Betriebs-Berater (BB) 2014, 358 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision st&uuml;tzt das FA auf Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Klageabweisung. Die stichtagsbezogenen tatbestandlichen Voraussetzungen des gewerbesteuerrechtlichen Schachtelprivilegs werden von der Kl&auml;gerin nicht erf&uuml;llt, was zur Folge hat, dass ihrem Gewinn die an sie ausgesch&uuml;tteten Gewinne der C-GmbH nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 in rechnerischer H&ouml;he von 95&nbsp;v.H. hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;7 Satz 1 GewStG 2009 ist Gewerbeertrag der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG 2009) oder des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, vermehrt und vermindert um die in den &sect;&sect;&nbsp;8 und 9 GewStG 2009 bezeichneten Betr&auml;ge. Dem Gewinn aus Gewerbebetrieb hinzugerechnet werden nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 (u.a.) die nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 KStG 2002 au&szlig;er Ansatz bleibenden Gewinnanteile (Dividenden) und die diesen gleichgestellten Bez&uuml;ge und erhaltenen Leistungen aus Anteilen an einer K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse im Sinne des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes, soweit sie nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a oder Nr.&nbsp;7 GewStG 2009 erf&uuml;llen, nach Abzug der mit diesen Einnahmen, Bez&uuml;gen und erhaltenen Leistungen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben, soweit diese nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 2002 n.F. unber&uuml;cksichtigt bleiben. Nach dem im Streitfall einschl&auml;gigen &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GewStG 2009 wird die Summe des Gewinns und der Hinzurechnungen u.a. gek&uuml;rzt um die Gewinne aus Anteilen (u.a.) an einer nicht steuerbefreiten Kapitalgesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 GewStG 2009, wenn die Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15&nbsp;v.H. des Grund- oder Stammkapitals betr&auml;gt und die Gewinnanteile bei der Ermittlung des Gewinns (&sect;&nbsp;7 GewStG 2009) angesetzt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der letzteren Voraussetzung &#8211;dem Erfordernis, dass die betreffenden Gewinnanteile bei der Gewinnermittlung angesetzt worden sind&#8211; ist gen&uuml;gt. Zwar k&ouml;nnte der Gesetzestext so verstanden werden, dass &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 einerseits und &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG 2009 andererseits sich strenggenommen ausschlie&szlig;en. Denn einerseits steht die Hinzurechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 unter dem Vorbehalt der K&uuml;rzungsvoraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG 2009, andererseits verlangen beide Vorschriften, dass die entsprechenden Gewinnanteile bei der Ermittlung des Gewinns &uuml;berhaupt angesetzt worden sind. Daran fehlt es aber, wenn die Gewinnanteile infolge der Freistellung nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 KStG 2002 au&szlig;erbilanziell in Abzug gebracht wurden. Das Schachtelprivileg k&ouml;nnte deswegen im Ergebnis leerlaufen (s. Prinz\/Simon, Deutsches Steuerrecht 2002, 149). Eine derartige Lesart des Gesetzestextes wird den Normzusammenh&auml;ngen aber nicht gerecht. Vielmehr ist &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2009 insoweit als Sonderregelung aufzufassen, die abstrakt auf die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG 2009 abstellt; das Ansatzerfordernis in &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 letzter Satzteil GewStG 2009 ist bei diesem Verst&auml;ndnis verzichtbar. Das alles hat der Senat bereits in seinem Beschluss vom 9.&nbsp;November 2011 I&nbsp;B&nbsp;62\/11 (BFH\/NV 2012, 449; s. auch Bl&uuml;mich\/Gosch, &sect;&nbsp;9 GewStG Rz&nbsp;294; Gosch, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8b Rz&nbsp;75) zum Ausdruck gebracht und darauf ist deswegen zu verweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Gegenstand des Rechtsstreits ist vor diesem Regelungshintergrund die f&uuml;r den gesetzlichen Tatbestand der K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GewStG 2009 erhebliche Frage, ob die Kl&auml;gerin mit ihrer Beteiligung das stichtagsbezogene Beteiligungserfordernis &#8211;Beteiligung von mindestens 15&nbsp;v.H. zu Beginn des Erhebungszeitraums&#8211; erf&uuml;llt. Das k&auml;me unter den gegebenen Umst&auml;nden der erst zum 26.&nbsp;November 2009 notariell beurkundeten Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin nur in Betracht, wenn ihr die von SC bis dahin gehaltene (Privat-)Beteiligung an der C-GmbH nach dem qualifizierten Anteilstausch zum 1.&nbsp;Januar 2009 zugerechnet werden k&ouml;nnte. Das FG hat das angenommen. Es st&uuml;tzt sich dabei auf &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 UmwStG 2006, der f&uuml;r den Fall, dass die &uuml;bernehmende Gesellschaft das eingebrachte Betriebsverm&ouml;gen mit einem unter dem gemeinen Wert liegenden Wert (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UmwStG 2006) ansetzt, die entsprechende Anwendung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 sowie von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 erster Halbsatz UmwStG 2006 verf&uuml;gt. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 ist der Zeitraum der Zugeh&ouml;rigkeit eines Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft dem &uuml;bernehmenden Rechtstr&auml;ger anzurechnen, wenn die Dauer der Zugeh&ouml;rigkeit des Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen f&uuml;r die Besteuerung bedeutsam ist, und nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 erster Halbsatz UmwStG 2006 tritt die &uuml;bernehmende K&ouml;rperschaft in die steuerliche Rechtsstellung der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft ein. Folgt man dem FG, wird vermittels der entsprechenden Anwendung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 sowohl dem stichtagsbezogenen Beteiligungserfordernis nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GewStG 2009 als auch dem Erfordernis der Zugeh&ouml;rigkeit des Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen Rechnung getragen. Diese Rechtsauffassung wird im Schrifttum vielfach geteilt (vgl. z.B. Ernst, Die Unternehmensbesteuerung 2012, 678, 684; Bilitewski in Haritz\/Menner, Umwandlungssteuergesetz, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;30; Intemann in Haase\/Hruschka, UmwStG, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;42&nbsp;f.; Sch&ouml;nherr\/Kr&uuml;ger, daselbst, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;65; Herfort\/ Viebrock, daselbst, &sect;&nbsp;12 Rz&nbsp;163&nbsp;ff., 166; Ritzer in R&ouml;dder\/ Herlinghaus\/van Lishaut, UmwStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;46&nbsp;ff.; R&ouml;dder, daselbst, &sect;&nbsp;12 Rz&nbsp;100; van&nbsp;Lishaut, daselbst, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;63; Roser in Lenski\/Steinberg, GewStG, &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Rz&nbsp;36; Schmitt in Schmitt\/H&ouml;rtnagl\/Stratz, UmwG\/UmwStG, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 UmwStG Rz&nbsp;35; Seer\/Krumm, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2010, 677; Widmann in Widmann\/Mayer, Umwandlungsrecht, &sect;&nbsp;23 UmwStG Rz&nbsp;45; Braunagel in Bergemann\/Wingler, Gewerbesteuer, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat pflichtet jedoch nicht dem, vielmehr &#8211;jedenfalls im Ergebnis und unter Umst&auml;nden mit der Finanzverwaltung im sog. Umwandlungssteuer-Erlass (vgl. Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 11.&nbsp;November 2011, BStBl I 2011, 1314, Tz.&nbsp;18.04 Satz&nbsp;2, jedoch wom&ouml;glich anders Tz.&nbsp;04.15)&#8211; der Gegenauffassung bei (vgl. z.B. FG M&uuml;nchen, Urteil vom 17.&nbsp;September 1991&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;7191\/85, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 1992, 201; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1386\/07, EFG 2010, 1714; J&auml;schke in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;23 UmwStG Rz&nbsp;5; Schnitter in Frotscher\/Maas, KStG, GewStG, UmwStG, &sect;&nbsp;18 UmwStG Rz&nbsp;44; Mutscher, daselbst, &sect;&nbsp;23 UmwStG Rz&nbsp;34&nbsp;ff.; Bl&uuml;mich\/Gosch, &sect;&nbsp;9 GewStG Nr.&nbsp;2a Rz&nbsp;175; Patt in D&ouml;tsch\/Patt\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Umwandlungssteuerrecht, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 UmwStG Rz&nbsp;86; Hahn, juris PraxisReport Steuerrecht &#8211;jurisPR-SteuerR&#8211; 3\/2014 Anm.&nbsp;5), und zwar bereits deswegen, weil es an dem stichtagsbezogenen Beteiligungserfordernis in &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GewStG 2009 mangelt und dieses Fehlen nicht durch &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 ersetzt wird:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist zweifelsfrei, dass die Kl&auml;gerin zu Beginn des Erhebungszeitraums tats&auml;chlich nicht an der C-GmbH beteiligt war und auch nicht beteiligt sein konnte, weil sie zu jenem Zeitpunkt als solche noch nicht errichtet gewesen war. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 verhilft ihr aber nicht, diesen tatbestandlichen Mangel zu &uuml;berbr&uuml;cken. Das l&auml;sst sich in letztlich unmissverst&auml;ndlicher Weise dem Regelungswortlaut entnehmen, welcher die Anrechnung des Zeitraums der Zugeh&ouml;rigkeit des eingebrachten Wirtschaftsguts (nur) erm&ouml;glicht, falls die Dauer der Zugeh&ouml;rigkeit des Wirtschaftsguts zum Betriebsverm&ouml;gen f&uuml;r die Besteuerung bedeutsam ist. Letzteres betrifft aber nicht die Situation des gewerbesteuerrechtlichen Schachtelprivilegs nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GewStG 2009. Denn daf&uuml;r ist der Beginn des Erhebungszeitraums, also ein Zeit<em>punkt<\/em> und eben nicht &#8211;wie etwa in &sect;&nbsp;6b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009 f&uuml;r die sog. Reinvestitionsr&uuml;cklage, in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Investitionszulagengesetzes 1999 oder auch in &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG 2009 f&uuml;r das gewerbesteuerrechtliche Auslands-Schachtelprivileg&#8211; ein Zeit<em>raum<\/em>, rechtsfolgenausl&ouml;send. Ist &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 aber seinem Wortlaut nach von vornherein nicht einschl&auml;gig, entf&auml;llt insoweit die Wirkkraft der Vorschrift. Diese ist als spezifische Ausnahmevorschrift konzipiert und unterliegt tatbestandlich gesonderten Voraussetzungen. In Anbetracht dessen verbietet sich ihre ausweitende Auslegung, indem der danach vorausgesetzte Beteiligungszeitraum (&quot;Vorbesitzzeit&quot;, s. BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 1314, Tz.&nbsp;04.15) schlicht durch den f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Schachtelprivilegs verlangten Beteiligungsstichtag &#8211;als &quot;tatbestandliches Weniger&quot; im Rahmen einer &quot;modifizierten Betrachtung des Dauerhaftigkeitskriteriums&quot; (so aber Seer\/Krumm, FR 2010, 677, 681)&#8211; ersetzt wird (ebenso Hahn, jurisPR-SteuerR 3\/2014, Anm.&nbsp;5). Auch die Verweisung in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 UmwStG 2006 auf &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 erster Halbsatz des Gesetzes &auml;ndert daran nichts, weil diese als &quot;Generalklausel&quot; (vgl. R&ouml;dder in R&ouml;dder\/ Herlinghaus\/van&nbsp;Lishaut, a.a.O., &sect;&nbsp;12 Rz&nbsp;98) f&uuml;r F&auml;lle des Eintritts in (zur&uuml;ckliegende) Zeiterfordernisse hinter der insoweit spezielleren Verweisungsnorm des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 systematisch zur&uuml;cktritt; das liegt auf der Hand und best&auml;tigt sich nicht zuletzt aus der gesondert angeordneten entsprechenden Anwendung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 im zweiten Halbsatz von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 UmwStG 2006. Und der allgemeine sog. Fu&szlig;stapfengedanke, wie er in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UmwStG 2006 f&uuml;r den Eintritt der Rechtsnachfolge bei der umwandlungssteuerrechtlich unter bestimmten Voraussetzungen erm&ouml;glichten steuerlichen R&uuml;ckwirkung niedergelegt ist, hilft schlie&szlig;lich nicht weiter, weil im Rahmen des sog. qualifizierten Anteilstauschs eine solche R&uuml;ckwirkung im Gesetz nicht vorgesehen und wohl deswegen in casu nach den vom FG getroffenen und den Senat bindenden (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) Feststellungen eine solche R&uuml;ckwirkung auch nicht vereinbart worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es er&uuml;brigen sich damit zugleich weitere Erw&auml;gungen, namentlich solche dazu, ob infolge der durch &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 2006 erm&ouml;glichten Besitzzeitanrechnung ggf. auch die f&uuml;r die Schachtelprivilegierung notwendige, zuvor jedoch fehlende Eigenschaft des Betriebsverm&ouml;gens durch ein bis zum Aussch&uuml;ttungszeitpunkt &quot;werdendes&quot; Betriebsverm&ouml;gen substituiert werden k&ouml;nnte (das bef&uuml;rwortend vor allen Seer\/Krumm, FR 2010, 677, sowie die weiteren oben unter 4. einleitend Zitierten; s. dazu und noch zu weiteren einschl&auml;gigen Erw&auml;gungen erneut auch Hahn, jurisPR-SteuerR 3\/2014, Anm.&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Vorinstanz hat einen abweichenden Rechtsstandpunkt eingenommen, weswegen ihr Urteil aufzuheben ist. Die Sache ist spruchreif und die Klage ist abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2014, I R 44\/13 Keine Gew&auml;hrung der gewerbesteuerrechtlichen K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 2a GewStG bei einem sog. qualifizierten Anteilstausch Leits&auml;tze 1. Die Hinzurechnungsvorschrift des &sect; 8 Nr. 5 GewStG 2009 stellt abstrakt auf die Voraussetzungen des &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2009 ab; des Ansatzerfordernisses in &sect; 9 Nr. 2a Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-44-13-keine-gewaehrung-der-gewerbesteuerrechtlichen-kuerzung-nach-par-9-nr-2a-gewstg-bei-einem-sog-qualifizierten-anteilstausch\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;44\/13 &#8211; Keine Gew&auml;hrung der gewerbesteuerrechtlichen K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 2a GewStG bei einem sog. qualifizierten Anteilstausch<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62826"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62826\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}