{"id":62831,"date":"2014-07-21T05:39:23","date_gmt":"2014-07-21T03:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62831"},"modified":"2014-07-21T05:39:23","modified_gmt":"2014-07-21T03:39:23","slug":"ix-r-4-13-anteilsveraeusserung-vertrag-zwischen-nahen-angehoerigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-4-13-anteilsveraeusserung-vertrag-zwischen-nahen-angehoerigen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;4\/13 &#8211; Anteilsver&auml;u&szlig;erung &#8211; Vertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.4.2014, IX R 4\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anteilsver&auml;u&szlig;erung &#8211; Vertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob &Uuml;bertragungen von GmbH-Gesellschaftsanteilen vom Vater auf die Kinder zu steuerlich beachtlichen Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten gef&uuml;hrt haben oder mangels Entgeltlichkeit nicht unter &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute. Der Kl&auml;ger war Alleingesellschafter der A-GmbH und der B-GmbH. Mit Vertr&auml;gen vom 19.&nbsp;Dezember 2007 &uuml;bertrug der Kl&auml;ger s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH auf seinen Sohn und s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der B-GmbH auf seine Tochter. Der Kaufpreis betrug jeweils 1&nbsp;EUR. In den Vertr&auml;gen hei&szlig;t es dazu, der Kaufpreis trage der dauerhaften Ertraglosigkeit der Gesellschaften Rechnung. Der Gewinn des laufenden Gesch&auml;ftsjahres sollte dem jeweiligen K&auml;ufer zustehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide Gesellschaften hatten in den f&uuml;nf vor der Ver&auml;u&szlig;erung abgeschlossenen Wirtschaftsjahren jeweils nur Verluste erzielt. Kurz vor &Uuml;bertragung der Gesch&auml;ftsanteile hatte der Kl&auml;ger in die A-GmbH &#8230; EUR und in die B-GmbH &#8230; EUR verdeckt eingelegt und dazu vorgetragen, die Zahlungen h&auml;tten dem Ausgleich der verlustbedingt angesammelten Bankverbindlichkeiten gedient und w&auml;ren in jedem Fall verloren gewesen. Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Einlagen als nachtr&auml;glicher Anschaffungskosten ermittelte der Kl&auml;ger aus der Ver&auml;u&szlig;erung der A-GmbH einen Verlust von &#8230; EUR und aus der Ver&auml;u&szlig;erung der B-GmbH einen Verlust von &#8230; EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Verluste nicht und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, die Anteile seien unentgeltlich &uuml;bertragen worden (Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2007 vom 5.&nbsp;Februar 2010). Der Einspruch blieb erfolglos. In der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;Oktober 2010 bezifferte das FA den Substanzwert der Anteile entsprechend dem bilanziellen Eigenkapital und unter Ber&uuml;cksichtigung der geleisteten Einlagen f&uuml;r die A-GmbH auf &#8230; EUR und f&uuml;r die B-GmbH auf &#8230; EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts bei der Bewertung der &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteile. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung haben die Kl&auml;ger u.a. vorgetragen, der Ansatz des Substanzwerts als Untergrenze bei der Unternehmensbewertung versto&szlig;e gegen geltendes Recht (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes in der im Streitfall anwendbaren Fassung). Er versto&szlig;e au&szlig;erdem gegen Denk- und Erfahrungss&auml;tze und sei weder anerkannt noch im Gesch&auml;ftsleben &uuml;blich. Beim Verkauf dauernder Verlustquellen sei es vielmehr &uuml;blich, dass der Verk&auml;ufer dem K&auml;ufer Geld dazu gebe. Das habe der Kl&auml;ger hier mit R&uuml;cksicht auf die Arbeitspl&auml;tze und die famili&auml;ren Beziehungen ebenfalls getan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid vom 5.&nbsp;Februar 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;Oktober 2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass der Besteuerung negative Eink&uuml;nfte (des Kl&auml;gers) aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; EUR zugrunde gelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerfrei erkannt, dass die Anteils&uuml;bertragungen nicht entgeltlich und deshalb keine Ver&auml;u&szlig;erungen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ver&auml;u&szlig;erung ist die &Uuml;bertragung von Anteilen gegen Entgelt (st&auml;ndige Rechtsprechung vgl. nur Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1.&nbsp;August 1996 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/92, BFH\/NV 1997, 215, und Senatsurteil vom 7.&nbsp;Juli 2011 IX&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFHE 234, 199, BStBl II 2012, 20). Der Erwerber muss grunds&auml;tzlich eine Gegenleistung erbringen. Eine Ver&auml;u&szlig;erung kann allerdings auch vorliegen, wenn ein Entgelt nicht oder lediglich in symbolischer H&ouml;he von z.B. 1&nbsp;EUR vereinbart und geleistet wird. Das ist der Fall, wenn der &uuml;bertragene Anteil sowohl in den Augen der Vertragsparteien als auch objektiv wertlos ist (st&auml;ndige Rechtsprechung BFH-Urteile vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1991 VIII&nbsp;R&nbsp;163\/86, BFHE 164, 50, BStBl II 1991, 630; vom 18.&nbsp;August 1992 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/90, BFHE 169, 90, BStBl II 1993, 34; vom 18.&nbsp;August 1992 VIII&nbsp;R&nbsp;90\/89, BFH\/NV 1993, 158; vom 6.&nbsp;April 2011 IX&nbsp;R&nbsp;61\/10, BFHE 233, 446, BStBl II 2012, 8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob in einem solchen Fall eine Ver&auml;u&szlig;erung (ohne Entgelt) oder eine Schenkung (ohne Bereicherung) vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtbild der objektiven Umst&auml;nde sowie dem Willen und den Vorstellungen der Parteien (BFH-Urteil in BFHE 164, 50, BStBl II 1991, 630; BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;B&nbsp;85\/08, juris). Bei der &Uuml;bertragung eines wertlosen GmbH-Anteils ohne Entgelt zwischen fremden Dritten ist in der Regel eine Ver&auml;u&szlig;erung anzunehmen (BFH-Urteile in BFHE 169, 90, BStBl II 1993, 34; in BFH\/NV 1997, 215). Diese Vermutung hat jedoch keine Grundlage f&uuml;r Vertr&auml;ge zwischen einander nahestehenden Personen, denn bei ihnen kann nicht unterstellt werden, dass sie Leistung und Gegenleistung im Regelfall nach kaufm&auml;nnischen Gesichtspunkten ausgehandelt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Haben einander nahestehende Personen f&uuml;r die &Uuml;bertragung eines Anteils keinen oder lediglich einen symbolischen Kaufpreis vereinbart, kann eine Ver&auml;u&szlig;erung (ohne Gegenleistung) nur angenommen werden, wenn feststeht, dass der &uuml;bertragene Anteil sowohl in den Augen der Vertragsparteien als auch objektiv wertlos ist. Dies erfordert im Regelfall eine Bewertung des Anteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach der Rechtsprechung des BFH ist die Feststellung der Wertlosigkeit eines Anteils eine Schlussfolgerung aus Tatsachen, die allein dem FG als Tatsacheninstanz obliegt (BFH-Urteil in BFH\/NV 1997, 215). In diesem Zusammenhang hat der BFH bislang keine rechtlichen Vorgaben dazu gemacht, welche Tatsachen das FG gegebenenfalls feststellen muss, welche Schl&uuml;sse es daraus ziehen darf (BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;November 1994 VIII&nbsp;B&nbsp;28\/94, BFH\/NV 1995, 386) und nach welcher Methode der Wert eines Anteils zu bestimmen ist. Entscheidend kommt es vielmehr auf die Umst&auml;nde des Einzelfalls an (BFH-Urteil in BFH\/NV 1997, 215).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben, zu deren Fortentwicklung der vorliegende Fall keine Veranlassung bietet, ist die Vorentscheidung nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ohne Rechtsversto&szlig; ist das FG zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteile nicht wertlos waren. Es hat dies zum einen aus Vertragsformulierungen geschlossen, die darauf hindeuten, dass nach der Vorstellung der Vertragsparteien beide Unternehmen fortgef&uuml;hrt werden sollten. Dass dies beabsichtigt war und auch so geschehen ist, wird auch von den Kl&auml;gern nicht in Abrede gestellt. Das FG hat deshalb eine Bewertung mit den Zerschlagungswerten im Streitfall abgelehnt. Es hat weiter ber&uuml;cksichtigt, dass der Kl&auml;ger beide Gesellschaften durch hohe Bareinlagen kurz vor der &Uuml;bertragung im Au&szlig;enverh&auml;ltnis weitgehend entschuldet und dadurch zugleich eine bestehende bilanzielle &Uuml;berschuldung beseitigt hat. Dabei hat es in Anlehnung an die Beurteilung durch das FA den positiven Substanzwert der Unternehmen (in H&ouml;he des bilanziellen Eigenkapitals) als Indiz f&uuml;r eine Werthaltigkeit der Anteile im Streitfall h&ouml;her bewertet als die unstreitig in beiden Unternehmen anhaltende negative Ertragssituation.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese W&uuml;rdigung ist zumindest m&ouml;glich. Sie bindet den Senat deshalb in tats&auml;chlicher Hinsicht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Es liegt insbesondere weder ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze noch gegen Erfahrungss&auml;tze vor. Die von den Kl&auml;gern begehrte h&ouml;chstrichterliche Aussage, dass eine Ber&uuml;cksichtigung des Substanzwerts bei der Bewertung von Unternehmen generell au&szlig;er Betracht bleiben m&uuml;sse, hat weder den Charakter eines Denkgesetzes noch eines Erfahrungssatzes. Es entspricht im &Uuml;brigen der Rechtsprechung des BFH, dass der Substanzwert bei der Bewertung von Unternehmen nicht generell unbeachtlich ist (vgl. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;September 2004 I&nbsp;R&nbsp;7\/02, BFHE 207, 429, BStBl II 2005, 867, und vom 19.&nbsp;August 2009 III&nbsp;R&nbsp;79\/07, BFH\/NV 2010, 610).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine andere Bewertung h&auml;tten die Kl&auml;ger vor dem FG nur erreichen k&ouml;nnen, wenn sie ihre Behauptung, dass beide Gesellschaften wegen anhaltender Verluste f&uuml;r einen Erwerber mit Null anzusetzen waren, substantiiert und nachvollziehbar (z.B. durch ein unabh&auml;ngiges Sachverst&auml;ndigengutachten) dargelegt h&auml;tten. Die allgemeine Aussage, dass dauernde Verluste f&uuml;r eine Bewertung mit Null sprechen, ersetzt nicht den konkreten Vortrag, dass dies auch im Einzelfall so ist. Da das FG nicht festgestellt hat, dass eine Bewertung der &uuml;bertragenen Gesellschaftsanteile nach Ertragswertgrunds&auml;tzen zu einer Bewertung mit Null gef&uuml;hrt h&auml;tte, bedarf es keiner Entscheidung, ob der Ansatz des Substanzwerts als Untergrenze bei der Unternehmensbewertung rechtsfehlerhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Hauptbegr&uuml;ndung des Urteils Bestand hat, muss der Senat nicht entscheiden, ob er sich auch der Hilfsbegr&uuml;ndung des FG anschlie&szlig;en k&ouml;nnte. Im Ausgangspunkt zutreffend ist das FG allerdings davon ausgegangen, dass auch Vertr&auml;ge &uuml;ber Anteilsver&auml;u&szlig;erungen i.S. des &sect;&nbsp;17 EStG dem Fremdvergleich unterliegen, wenn sie unter einander nahestehenden Personen geschlossen werden (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFH\/NV 2010, 623). Fraglich ist indes, ob die zu beurteilenden Vertr&auml;ge, wie das FG meint, schon deshalb nicht fremd&uuml;blich sind, weil die Beteiligten davon abgesehen haben, die Unternehmen vor der &Uuml;bertragung sachverst&auml;ndig bewerten zu lassen. Insoweit kann aber jedenfalls nicht unwiderleglich von der fehlenden Fremd&uuml;blichkeit auf die Unentgeltlichkeit der &Uuml;bertragung geschlossen werden. Vielmehr muss es den Beteiligten auch in einem solchen Fall m&ouml;glich sein nachtr&auml;glich darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen, dass der &uuml;bertragene Anteil wertlos war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.4.2014, IX R 4\/13 Anteilsver&auml;u&szlig;erung &#8211; Vertrag zwischen nahen Angeh&ouml;rigen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob &Uuml;bertragungen von GmbH-Gesellschaftsanteilen vom Vater auf die Kinder zu steuerlich beachtlichen Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten gef&uuml;hrt haben oder mangels Entgeltlichkeit nicht unter &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fallen. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute. 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