{"id":62834,"date":"2014-07-21T05:40:21","date_gmt":"2014-07-21T03:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62834"},"modified":"2014-07-21T05:40:21","modified_gmt":"2014-07-21T03:40:21","slug":"v-b-48-13-vorsteuerabzug-bei-strohmannverhaeltnis-teilweise-zulassung-der-revision-teils-begruendete-teils-unzulaessige-nichtzulassungsbeschwerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-48-13-vorsteuerabzug-bei-strohmannverhaeltnis-teilweise-zulassung-der-revision-teils-begruendete-teils-unzulaessige-nichtzulassungsbeschwerde\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;48\/13 &#8211; Vorsteuerabzug bei Strohmannverh&auml;ltnis &#8211; Teilweise Zulassung der Revision &#8211; Teils begr&uuml;ndete, teils unzul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.4.2014, V B 48\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug bei Strohmannverh&auml;ltnis &#8211; Teilweise Zulassung der Revision &#8211; Teils begr&uuml;ndete, teils unzul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob Vorsteuern aus Gutschriften &uuml;ber Schrottlieferungen verschiedener Firmen in den Streitjahren (2006 bis 2008) abziehbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH&nbsp;&#038; Co.&nbsp;KG, betreibt einen Entsorgungsfachbetrieb. In diesem Zusammenhang kaufte sie von verschiedenen Firmen Schrotte an, die ihr von einem &#8211;nunmehr als Vermittler auftretenden&#8211; ehemaligen Lieferanten angeboten wurden. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) versagte den Vorsteuerabzug aus diesen Lieferungen, weil es davon ausging, dass die Lieferungen an die Kl&auml;gerin tats&auml;chlich von dem ehemaligen Lieferanten und nicht von den jeweiligen Unternehmen erfolgt seien, in deren Namen der fr&uuml;here Lieferant auftrat. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren gegen die &Auml;nderungsbescheide erhobene Klage hatte zum Teil Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hob den ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid 2006 auf und &auml;nderte den Umsatzsteuerbescheid 2007 dahingehend, dass weitere Vorsteuern zu ber&uuml;cksichtigen seien. Im &Uuml;brigen wies es die Klage wegen Umsatzsteuer 2007 und 2008 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen hat die Kl&auml;gerin Beschwerde eingelegt und beantragt, die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, Divergenz und Verfahrensm&auml;ngeln des FG zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zum Teil begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde hat insoweit Erfolg, als sie von der Kl&auml;gerin wegen Umsatzsteuer 2007 und 2008 eingelegt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zulassung der Revision wegen Umsatzsteuer 2007 und 2008 erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache. Mit Blick auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (vgl. z.B. Urteile vom 21.&nbsp;Juni 2012 C-80\/11, 142\/11, Mahageb&eacute;n und D&aacute;vid, Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 591; vom 13.&nbsp;Februar 2014 C-18\/13, Maks Pen EOOD, Mehrwertsteuerrecht 2014, 197) ist die aufgeworfene Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob der Leistungsempf&auml;nger &#8211;bei einem der Leistungsbeziehung zu Grunde liegenden Strohmannverh&auml;ltnis&#8211; zum Abzug der Vorsteuerbetr&auml;ge berechtigt ist, wenn er auf die Angaben des Lieferanten vertraute und sich diese Angaben sp&auml;ter als falsch herausstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist dagegen unzul&auml;ssig, soweit sie die Umsatzsteuer 2006 betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die rechtskundig vertretene Kl&auml;gerin hat ihre Nichtzulassungsbeschwerde auch wegen Umsatzsteuer 2006 eingelegt. Sie hat mit Schreiben vom 3.&nbsp;Mai 2013 unter Benennung des angefochtenen Urteils des FG und dem ausdr&uuml;cklichen Hinweis auf alle Streitgegenst&auml;nde dieses Urteils (&quot;Umsatzsteuer 2006 bis 2008&quot;) beantragt, die Revision gegen dieses Urteil zuzulassen und damit eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass sich ihr Rechtsmittel auf das gesamte Urteil bezieht. Angesichts dessen ist f&uuml;r eine abweichende Auslegung kein Raum. Insbesondere kann die von einem rechtskundigen Prozessbevollm&auml;chtigten stammende eindeutige Prozesserkl&auml;rung nicht deshalb einschr&auml;nkend ausgelegt oder umgedeutet werden, weil der Klage wegen Umsatzsteuer 2006 stattgegeben wurde. Denn es ist ein Gebot der Rechtssicherheit, Rechtskundige mit ihren Prozesserkl&auml;rungen beim Wort zu nehmen (vgl. z.B Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4.&nbsp;November 2008 V&nbsp;B&nbsp;114\/08, BFH\/NV 2009, 400, und vom 18.&nbsp;August 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;95\/09, BFH\/NV 2010, 217).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Voraussetzung f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit eines Rechtsmittels ist, dass der Rechtsmittelf&uuml;hrer durch die angefochtene Entscheidung beschwert wird (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;August 2013 XI&nbsp;B&nbsp;79\/12, BFH\/NV 2013, 1953, unter II.2.). Eine Beschwer der Kl&auml;gerin liegt jedoch insoweit nicht vor, als das FG der Klage wegen Umsatzsteuer 2006 vollumf&auml;nglich stattgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Liegen die Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung der Revision nur zum Teil vor, kann die Revision auch nur teilweise zugelassen werden (vgl. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Dezember 2006 V&nbsp;B&nbsp;55\/06, BFH\/NV 2007, 985, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sowie der weiteren Darstellung des Sachverhalts wird nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Soweit die Beschwerde unzul&auml;ssig ist, beruht die Kostenentscheidung auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Im &Uuml;brigen bleibt die Kostenentscheidung dem Revisionsverfahren vorbehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.4.2014, V B 48\/13 Vorsteuerabzug bei Strohmannverh&auml;ltnis &#8211; Teilweise Zulassung der Revision &#8211; Teils begr&uuml;ndete, teils unzul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob Vorsteuern aus Gutschriften &uuml;ber Schrottlieferungen verschiedener Firmen in den Streitjahren (2006 bis 2008) abziehbar sind. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH&nbsp;&#038; Co.&nbsp;KG, betreibt einen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-48-13-vorsteuerabzug-bei-strohmannverhaeltnis-teilweise-zulassung-der-revision-teils-begruendete-teils-unzulaessige-nichtzulassungsbeschwerde\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;48\/13 &#8211; Vorsteuerabzug bei Strohmannverh&auml;ltnis &#8211; Teilweise Zulassung der Revision &#8211; Teils begr&uuml;ndete, teils unzul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62834","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62834\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}