{"id":62836,"date":"2014-07-21T05:39:31","date_gmt":"2014-07-21T03:39:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62836"},"modified":"2014-07-21T05:39:31","modified_gmt":"2014-07-21T03:39:31","slug":"vii-b-228-13-ruege-eines-verfassungsverstosses-in-der-nichtzulassungsbeschwerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-228-13-ruege-eines-verfassungsverstosses-in-der-nichtzulassungsbeschwerde\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;228\/13 &#8211; R&uuml;ge eines Verfassungsversto&szlig;es in der Nichtzulassungsbeschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.4.2014, VII B 228\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ge eines Verfassungsversto&szlig;es in der Nichtzulassungsbeschwerde<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie&szlig;end genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger h&auml;lt die Frage f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, &quot;welche Auswirkungen ein Versto&szlig; gegen das Zitiergebot bei Einzelregelungen im Fall der als Rechtsgrundlagen f&uuml;r die angefochtenen Bescheide herangezogenen Gesetze in Bezug auf die Nichtigkeit des jeweiligen Gesetzes als Ganzes hat&quot;. Wie sich aus dem Urteil des Finanzgerichts (FG) ergibt, meint er damit wohl, dass das Umsatzsteuergesetz (UStG) wegen Verst&ouml;&szlig;en gegen das Zitiergebot in &sect;&nbsp;26c und &sect;&nbsp;27b UStG, aber auch die Abgabenordnung und die FGO nichtig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Darlegung der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) verlangt ebenso wie die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der Rechtsprechung des BFH und den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum auseinandersetzen. Insbesondere sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Derartige Ausf&uuml;hrungen sind auch dann erforderlich, wenn die Verfassungswidrigkeit einer Norm geltend gemacht wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 4.&nbsp;Januar 2005 III&nbsp;B&nbsp;1\/04, BFH\/NV 2005, 1080, und vom 31.&nbsp;Januar 2005 III&nbsp;B&nbsp;59\/04, BFH\/NV 2005, 1081). Der Beschwerdef&uuml;hrer muss in der Beschwerdeschrift den behaupteten Verfassungsversto&szlig; im Einzelnen darlegen. Erforderlich ist hierzu eine substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) orientierte rechtliche Auseinandersetzung mit dem erstinstanzlichen Urteil (BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;September 2002 VII&nbsp;B&nbsp;270\/01, BFH\/NV 2003, 480, und vom 3.&nbsp;April 2001 VI&nbsp;B&nbsp;224\/99, BFH\/NV 2001, 1138).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Ausf&uuml;hrungen der Beschwerde zu den behaupteten Verst&ouml;&szlig;en gegen Bestimmungen des GG gen&uuml;gen nicht den Mindestanforderungen, die an eine solche R&uuml;ge zu stellen sind, denn der Kl&auml;ger setzt sich mit der Rechtsprechung des BFH und des BVerfG zu den in Bezug genommenen Artikeln des GG nicht einmal ansatzweise auseinander. Die unsubstantiierte Behauptung von Verfassungsverst&ouml;&szlig;en kann nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren (Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;Oktober 2011 VII&nbsp;S&nbsp;6\/11&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2012, 242).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger zitiert selbst die &#8211;auch vom FG herangezogene&#8211; Senatsentscheidung vom 18.&nbsp;Mai 2011 VII&nbsp;B&nbsp;195\/10 (BFH\/NV 2011, 1743), in welcher unter Bezugnahme auf die BFH-Entscheidung vom 9.&nbsp;Januar 2009 V&nbsp;B&nbsp;23\/08 (BFH\/NV 2009, 801) ausgef&uuml;hrt ist, selbst bei einem Versto&szlig; des &sect;&nbsp;27b UStG gegen das Zitiergebot des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG erg&auml;be sich allenfalls eine Teilnichtigkeit des UStG, nicht jedoch dessen vollst&auml;ndige Nichtigkeit. Denn die Verletzung des Zitiergebots durch eine einzelne Vorschrift eines Gesetzes begr&uuml;ndet nur die Nichtigkeit dieser Vorschrift und damit nur eine Teilnichtigkeit des Gesetzes. Die Nichtigkeit des gesamten Gesetzes kommt nach allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tzen nur in Betracht, wenn der ung&uuml;ltige Gesetzesteil mit dem Gesetz im &Uuml;brigen derart verflochten ist, dass beide eine untrennbare Einheit bilden. Dies trifft auf das Verh&auml;ltnis von &sect;&nbsp;27b UStG zu den weiteren Vorschriften des UStG nicht zu. Entsprechendes hat der BFH zum Versto&szlig; einzelner Vorschriften der FGO gegen das Zitiergebot ausgef&uuml;hrt (Beschluss vom 19.&nbsp;Januar 2012 VI&nbsp;B&nbsp;98\/11, BFH\/NV 2012, 759).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Rechtsprechung hat der Kl&auml;ger lediglich entgegengehalten, &quot;dass der BFH insbesondere in der Frage der Beurteilung der Verfassungskonformit&auml;t einzelner Normen im Verh&auml;ltnis zum sog. Bundesverfassungsgericht in der Entscheidungskompetenz nachgeordnet&quot; sei. Inwiefern mit dieser Begr&uuml;ndung die Zulassung der Revision gerechtfertigt werden soll, erschlie&szlig;t sich dem Senat nicht, zumal sich das BVerfG in seiner ebenfalls vom FG zitierten Entscheidung (Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2003&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;9-12\/98, BVerfGE 108, 1) auf eben den vom BFH angewandten Grundsatz bezieht, eine Norm, die mit dem f&uuml;r nichtig erkl&auml;rten Normgef&uuml;ge nicht so verflochten ist, dass beide eine untrennbare Einheit bilden, sei von der Nichtigerkl&auml;rung auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger meint, vor der Entscheidung des Senats m&uuml;sse eine &quot;Vorlage gem. Art.&nbsp;267 AEUV&quot; zum Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union erfolgen, um vorab zu kl&auml;ren, &quot;inwieweit die genannten nationalen Gesetze, die wohl unstreitig zu Eingriffen in die Verm&ouml;genssph&auml;re des Steuerpflichtigen f&uuml;hren, mit EU-Recht in Einklang stehen&quot;, fehlt es an jeglicher Darlegung. Jede weitere Befassung mit diesem Vorbringen er&uuml;brigt sich au&szlig;erdem im Hinblick auf die Unzul&auml;ssigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.4.2014, VII B 228\/13 R&uuml;ge eines Verfassungsversto&szlig;es in der Nichtzulassungsbeschwerde Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie&szlig;end genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise schl&uuml;ssig dargelegt. 2&nbsp; 1. Der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-228-13-ruege-eines-verfassungsverstosses-in-der-nichtzulassungsbeschwerde\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;228\/13 &#8211; R&uuml;ge eines Verfassungsversto&szlig;es in der Nichtzulassungsbeschwerde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62836","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62836\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}