{"id":62837,"date":"2014-07-21T05:40:29","date_gmt":"2014-07-21T03:40:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62837"},"modified":"2014-07-21T05:40:29","modified_gmt":"2014-07-21T03:40:29","slug":"iii-b-44-13-zugang-eines-als-persoenlich-bezeichneten-telefaxes-beim-fa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-44-13-zugang-eines-als-persoenlich-bezeichneten-telefaxes-beim-fa\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;44\/13 &#8211; Zugang eines als &quot;pers&ouml;nlich&quot; bezeichneten Telefaxes beim FA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2014, III B 44\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zugang eines als &quot;pers&ouml;nlich&quot; bezeichneten Telefaxes beim FA<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Am letzten Tag der Einspruchsfrist ging beim Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein Fax des Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) ein, mit dem unter Angabe des Namens, der Identifikationsnummer und der Steuernummer Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 eingelegt und Aussetzung der Vollziehung beantragt wurde. Das Fax war wie folgt adressiert: &quot;Pers&ouml;nlich Herrn Vorsteher &#8230; Finanzamt &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Fax wurde entsprechend den Regelungen in der Gesch&auml;ftsordnung f&uuml;r die Finanz&auml;mter vom 16.&nbsp;November 2010 &#8211;FAGO 2010&#8211; (BStBl I 2010, 1315) aufgrund seiner pers&ouml;nlichen Adressierung dem Vorsteher zugeleitet und erreichte diesen erst am Folgetag, der auch als Eingangsdatum vermerkt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verwarf den Einspruch als unzul&auml;ssig. Das Schreiben habe die private Sph&auml;re des Vorstehers erst verlassen, nachdem er erkannt habe, dass es sich um eine dienstliche Sache handele. Der Prozessbevollm&auml;chtigte, der den &uuml;berwiegenden Teil seiner an das FA gerichteten Schreiben an den Vorsteher adressiere, sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass dies zu Fristvers&auml;umnissen f&uuml;hren k&ouml;nne. Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand seien weder vorgetragen noch ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die auf Aufhebung der Einspruchsentscheidung gerichtete Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, der Einspruch sei rechtzeitig eingegangen. Unerheblich sei, dass er an den Vorsteher unter Beif&uuml;gung des Zusatzes &quot;pers&ouml;nlich&quot; adressiert gewesen sei, denn die FAGO&nbsp;2010 entfalte keine nachteiligen Rechtsfolgen gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen. Das Einspruchsschreiben sei vor der Weiterleitung in den Gesch&auml;ftsgang nicht Bestandteil der pers&ouml;nlichen Sph&auml;re des Vorstehers gewesen, da es zweifelsfrei als Rechtsbehelf und damit als dienstlich zu erkennen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tr&auml;gt vor, die Rechtssache sei grunds&auml;tzlich bedeutsam und erfordere eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs zur Fortbildung des Rechts. Kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sei, ob ein mit dem Zusatz &quot;pers&ouml;nlich&quot; an die Amtsleitung gerichtetes Einspruchsschreiben, das dem FA vor Ablauf der Einspruchsfrist per Telefax &uuml;bermittelt werde, bereits im Zeitpunkt des Einganges in der Faxstelle bei der Beh&ouml;rde angebracht werde oder erst in dem Zeitpunkt, in dem der Vorsteher das Fax &#8211;nach Ablauf der Einspruchsfrist&#8211; in den Gesch&auml;ftsgang gebe, und ob f&uuml;r den Einspruchsf&uuml;hrer insoweit die Regelungen der FAGO&nbsp;2010 ma&szlig;geblich seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), denn die vom FA geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO), denn die vom FA f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltene Rechtsfrage ist offensichtlich so zu entscheiden, wie es das FG getan hat (vgl. Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;Oktober 2012 III&nbsp;B&nbsp;128\/11, BFH\/NV 2013, 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch ist eine empfangsbed&uuml;rftige Willenserkl&auml;rung, die bei der Beh&ouml;rde anzubringen ist, deren Verwaltungsakt angefochten wird (&sect;&nbsp;357 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung). Die einmonatige Einspruchsfrist ist gewahrt, wenn der Einspruch der Empfangsbeh&ouml;rde bis zum Ende der Frist zugeht. Geht beim FA ein Fax ein, das als Einspruch bezeichnet und auch auf den ersten Blick als Einspruchsschreiben erkennbar ist, so ist es dem FA auch dann zugegangen, wenn es an einen Bediensteten oder &#8211;wie hier&#8211; den Vorsteher pers&ouml;nlich adressiert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung in Nr.&nbsp;3.1 Abs.&nbsp;5 FAGO&nbsp;2010 steht dem nicht entgegen. Danach sind Eing&auml;nge mit dem Zusatz &quot;pers&ouml;nlich&quot; direkt und unge&ouml;ffnet dem Empf&auml;nger zuzuleiten, der sie, falls es sich um eine dienstliche Angelegenheit handelt, mit Eingangsdatum und Namenszeichen zu versehen und unverz&uuml;glich in den Gesch&auml;ftsgang zu geben hat. Eine unge&ouml;ffnete Weiterleitung kommt bei einem Fax jedoch nicht in Betracht. Sein Inhalt ist wie der einer Postkarte &quot;offen&quot;, so dass die Bediensteten der Eingangsstelle erkennen k&ouml;nnen, ob es sich um ein privates oder ein dienstliches Schreiben handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist aus denselben Gr&uuml;nden auch nicht zur Rechtsfortbildung zuzulassen (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative FGO), bei der es sich um einen speziellen Tatbestand der Grundsatzrevision handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ob die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung zuzulassen w&auml;re, wenn die Kl&auml;ger den Einspruch nicht mittels Telefax, sondern durch ein an den Finanzamtsvorsteher pers&ouml;nlich adressiertes verschlossenes Schreiben eingelegt h&auml;tten, braucht der Senat nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2014, III B 44\/13 Zugang eines als &quot;pers&ouml;nlich&quot; bezeichneten Telefaxes beim FA Tatbestand 1&nbsp; I. 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