{"id":62844,"date":"2014-07-21T05:41:20","date_gmt":"2014-07-21T03:41:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62844"},"modified":"2014-07-21T05:41:20","modified_gmt":"2014-07-21T03:41:20","slug":"ii-r-44-12-eugh-vorlage-befugnis-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-zur-geschaeftsmaessigen-hilfeleistung-in-steuersachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-44-12-eugh-vorlage-befugnis-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-zur-geschaeftsmaessigen-hilfeleistung-in-steuersachen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; EuGH-Vorlage: Befugnis einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 20.5.2014, II R 44\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage: Befugnis einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Steht Art. 5 der Richtlinie 2005\/36\/EG einer Einschr&auml;nkung der Dienstleistungsfreiheit f&uuml;r den Fall entgegen, dass eine nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndete Steuerberatungsgesellschaft im Mitgliedstaat ihrer Niederlassung, in dem die steuerberatende T&auml;tigkeit nicht reglementiert ist, eine Steuererkl&auml;rung f&uuml;r einen Leistungsempf&auml;nger in einem anderen Mitgliedstaat erstellt und an die Finanzbeh&ouml;rde &uuml;bermittelt, und in dem anderen Mitgliedstaat nationale Vorschriften vorsehen, dass eine Steuerberatungsgesellschaft f&uuml;r die Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen einer Anerkennung bedarf und von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt werden muss?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Kann sich eine Steuerberatungsgesellschaft unter den in der Frage zu 1. genannten Umst&auml;nden mit Erfolg auf Art. 16 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 2006\/123\/EG berufen, und zwar unabh&auml;ngig davon, in welchem der beiden Mitgliedstaaten sie die Dienstleistung erbringt?<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ist Art. 56 AEUV dahin auszulegen, dass er unter den in der Frage zu 1. genannten Umst&auml;nden einer Einschr&auml;nkung der Dienstleistungsfreiheit durch im Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers geltende Vorschriften entgegensteht, wenn die Steuerberatungsgesellschaft nicht im Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers niedergelassen ist?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Kapitalgesellschaft britischen Rechts mit Sitz in Gro&szlig;britannien und Niederlassungen in den Niederlanden sowie in Belgien. Gegenstand des Unternehmens der Kl&auml;gerin ist die Wirtschaftsberatung, Steuerberatung und das Rechnungswesen. Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (&quot;director&quot;) sind die in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans&auml;ssige S und der in Belgien ans&auml;ssige Y. Y war in Deutschland als Steuerberater bestellt gewesen. Seine Bestellung wurde im Jahr 2000 widerrufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Deutschland ist die Kl&auml;gerin nicht als Steuerberatungsgesellschaft nach den &sect;&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3, 49&nbsp;ff. des Steuerberatungsgesetzes in der f&uuml;r 2012 geltenden Fassung (StBerG) anerkannt. Sie ber&auml;t mehrere in Deutschland ans&auml;ssige Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten und tritt f&uuml;r diese in steuerlichen Verwaltungsverfahren auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Postsendungen benannte die Kl&auml;gerin als Zustellungsbeauftragte die A-Ltd., eine Firma f&uuml;r B&uuml;roservice mit Sitz in Deutschland. Aus mehreren dem Finanzgericht (FG) vorliegenden Zustellungsurkunden ist ersichtlich, dass Y in den B&uuml;ror&auml;umen der A-Ltd. gesch&auml;ftlich t&auml;tig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wirkte bei der Anfertigung der Umsatzsteuererkl&auml;rung der in Deutschland niedergelassenen C-Ltd. f&uuml;r 2010 mit. Diese Erkl&auml;rung ging Anfang 2012 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Das FA wies mit Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 die Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte der C-Ltd. f&uuml;r das Umsatzsteuer-Festsetzungsverfahren des Kalenderjahres 2010 nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung (AO) zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung war angegeben, dass die Kl&auml;gerin nicht befugt sei, gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das FG teilte die Auffassung des FA, dass die Kl&auml;gerin keine Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfe in Steuersachen habe. Auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen nach &sect;&nbsp;3a StBerG l&auml;gen nicht vor. Die Kl&auml;gerin habe keine schriftliche Meldung, die den Anforderungen des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 StBerG entspreche, an die f&uuml;r die Niederlande zust&auml;ndige Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf\/Deutschland gerichtet. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2174 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; die Verletzung der Dienstleistungsfreiheit i.S. von<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 7.&nbsp;September 2005 &uuml;ber die Anerkennung von Berufsqualifikationen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;255, 22), zuletzt ge&auml;ndert durch die Verordnung Nr.&nbsp;623\/2012 der Kommission vom 11.&nbsp;Juli 2012 (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;180, 9) &#8211;Richtlinie 2005\/36\/EG&#8211;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 12.&nbsp;Dezember 2006 &uuml;ber Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;376, 36) &#8211;Richtlinie 2006\/123\/EG&#8211;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Art.&nbsp;56 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (ABlEU 2008, Nr.&nbsp;C-115, 47) &#8211;AEUV&#8211; und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Art.&nbsp;3 der Richtlinie 2000\/31\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 8.&nbsp;Juni 2000 &uuml;ber bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Gesch&auml;ftsverkehrs, im Binnenmarkt (&quot;Richtlinie &uuml;ber den elektronischen Gesch&auml;ftsverkehr&quot;), Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;178, 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, einem in den Niederlanden ans&auml;ssigen Dienstleister, der dort in zul&auml;ssiger Weise steuerberatend t&auml;tig sei, k&ouml;nne es nicht untersagt werden, seine Dienstleistungen von den Niederlanden aus, also ohne die Grenze physisch zu &uuml;berschreiten, an in Deutschland ans&auml;ssige Wirtschaftsteilnehmer zu erbringen. Das gelte unabh&auml;ngig davon, dass die steuerberatende T&auml;tigkeit in Deutschland &#8211;anders als in den Niederlanden&#8211; bestimmten Berufstr&auml;gern vorbehalten sei. Im Streitfall sei zur Erbringung der Dienstleistung an die C-Ltd. kein Grenz&uuml;bertritt erfolgt; sie &#8211;die Kl&auml;gerin&#8211; habe die Umsatzsteuererkl&auml;rung in ihrer Niederlassung in den Niederlanden angefertigt und von dort aus an das FA &uuml;bermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung, soweit sie den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 betrifft, und den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) die in der Entscheidungsformel bezeichneten Fragen zur Auslegung von Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG, Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 und 2 der Richtlinie 2006\/123\/EG und Art.&nbsp;56 AEUV zur Vorabentscheidung vor und setzt das Verfahren bis zur Entscheidung des EuGH aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Rechtlicher Rahmen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unionsrecht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Richtlinie 2005\/36\/EG<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;1 legt diese Richtlinie die Vorschriften fest, nach denen ein Mitgliedstaat, der den Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Aus&uuml;bung in seinem Hoheitsgebiet an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen kn&uuml;pft, f&uuml;r den Zugang zu diesem Beruf und dessen Aus&uuml;bung die in einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten erworbenen Berufsqualifikationen anerkennt, die ihren Inhaber berechtigen, dort denselben Beruf auszu&uuml;ben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;2 bestimmt den Anwendungsbereich. Die Richtlinie gilt danach f&uuml;r alle Staatsangeh&ouml;rigen eines Mitgliedstaats, die als Selbstst&auml;ndige oder abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte, einschlie&szlig;lich der Angeh&ouml;rigen der freien Berufe, einen reglementierten Beruf in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem sie ihre Berufsqualifikationen erworben haben, aus&uuml;ben wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Zwecke dieser Richtlinie gelten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 folgende Begriffsbestimmungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;a) &#8218;reglementierter Beruf&#8216; ist eine berufliche T&auml;tigkeit oder eine Gruppe beruflicher T&auml;tigkeiten, bei der die Aufnahme oder Aus&uuml;bung oder eine der Arten der Aus&uuml;bung direkt oder indirekt durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden ist; eine Art der Aus&uuml;bung ist insbesondere die F&uuml;hrung einer Berufsbezeichnung, die durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften auf Personen beschr&auml;nkt ist, die &uuml;ber eine bestimmte Berufsqualifikation verf&uuml;gen. Trifft Satz&nbsp;1 dieser Begriffsbestimmung nicht zu, so wird ein unter Absatz&nbsp;2 fallender Beruf als reglementierter Beruf behandelt;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &#8218;Berufsqualifikationen&#8216; sind die Qualifikationen, die durch einen Ausbildungsnachweis, einen Bef&auml;higungsnachweis nach Artikel&nbsp;11 Buchstabe&nbsp;a Ziffer&nbsp;i und\/oder Berufserfahrung nachgewiesen werden;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;5 dieser Richtlinie regelt den Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Unbeschadet spezifischer Vorschriften des Gemeinschaftsrechts sowie der Artikel&nbsp;6 und 7 dieser Richtlinie k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die Dienstleistungsfreiheit nicht aufgrund der Berufsqualifikationen einschr&auml;nken,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) wenn der Dienstleister zur Aus&uuml;bung desselben Berufs rechtm&auml;&szlig;ig in einem Mitgliedstaat niedergelassen ist (nachstehend &#8218;Niederlassungsmitgliedstaat&#8216; genannt) und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) f&uuml;r den Fall, dass sich der Dienstleister in einen anderen Mitgliedstaat begibt, wenn er diesen Beruf mindestens zwei Jahre w&auml;hrend der vorhergehenden zehn Jahre im Niederlassungsmitgliedstaat ausge&uuml;bt hat, sofern der Beruf dort nicht reglementiert ist. Die Bedingung, dass der Dienstleister den Beruf zwei Jahre ausge&uuml;bt haben muss, gilt nicht, wenn entweder der Beruf oder die Ausbildung zu diesem Beruf reglementiert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Bestimmungen dieses Titels gelten nur f&uuml;r den Fall, dass sich der Dienstleister zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen Aus&uuml;bung des Berufs nach Absatz&nbsp;1 in den Aufnahmemitgliedstaat begibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vor&uuml;bergehende und gelegentliche Charakter der Erbringung von Dienstleistungen wird im Einzelfall beurteilt, insbesondere anhand der Dauer, der H&auml;ufigkeit, der regelm&auml;&szlig;igen Wiederkehr und der Kontinuit&auml;t der Dienstleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Begibt sich der Dienstleister in einen anderen Mitgliedstaat, so unterliegt er im Aufnahmemitgliedstaat den berufsst&auml;ndischen, gesetzlichen oder verwaltungsrechtlichen Berufsregeln, die dort in unmittelbarem Zusammenhang mit den Berufsqualifikationen f&uuml;r Personen gelten, die denselben Beruf wie er aus&uuml;ben, und den dort geltenden Disziplinarbestimmungen; zu diesen Bestimmungen geh&ouml;ren etwa Regelungen f&uuml;r die Definition des Berufs, das F&uuml;hren von Titeln und schwerwiegende berufliche Fehler in unmittelbarem und speziellem Zusammenhang mit dem Schutz und der Sicherheit der Verbraucher.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Richtlinie 2006\/123\/EG<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Richtlinie enth&auml;lt allgemeine Bestimmungen, die die Wahrnehmung der Niederlassungsfreiheit durch Dienstleistungserbringer sowie den freien Dienstleistungsverkehr erleichtern sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;16 (&quot;Dienstleistungsfreiheit&quot;) dieser Richtlinie sieht vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Die Mitgliedstaaten achten das Recht der Dienstleistungserbringer, Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen ihrer Niederlassung zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Mitgliedstaat, in dem die Dienstleistung erbracht wird, gew&auml;hrleistet die freie Aufnahme und freie Aus&uuml;bung von Dienstleistungst&auml;tigkeiten innerhalb seines Hoheitsgebiets.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;17 Nr.&nbsp;6 dieser Richtlinie findet Art.&nbsp;16 auf die Angelegenheiten, die unter Titel&nbsp;II der Richtlinie 2005\/36\/EG fallen, sowie Anforderungen im Mitgliedstaat der Dienstleistungserbringung, die eine T&auml;tigkeit den Angeh&ouml;rigen eines bestimmten Berufs vorbehalten, keine Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Art.&nbsp;56, 57, 62 AEUV<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 AEUV sind Beschr&auml;nkungen des freien Dienstleistungsverkehrs innerhalb der Union f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Mitgliedstaaten, die in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen des Leistungsempf&auml;ngers ans&auml;ssig sind, nach Ma&szlig;gabe der folgenden Bestimmungen verboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dienstleistungen im Sinne der Vertr&auml;ge sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;1 AEUV Leistungen, die in der Regel gegen Entgelt erbracht werden, soweit sie nicht den Vorschriften &uuml;ber den freien Waren- und Kapitalverkehr und &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit der Personen unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Dienstleistungen gelten insbesondere freiberufliche T&auml;tigkeiten (Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeschadet des Kapitels &uuml;ber die Niederlassungsfreiheit kann der Leistende zwecks Erbringung seiner Leistungen seine T&auml;tigkeit vor&uuml;bergehend in dem Mitgliedstaat aus&uuml;ben, in dem die Leistung erbracht wird, und zwar unter den Voraussetzungen, welche dieser Mitgliedstaat f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen vorschreibt (Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;3 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;62 AEUV finden die Bestimmungen der Art.&nbsp;51 bis 54 auf das in Kapitel&nbsp;3 geregelte Sachgebiet &quot;Dienstleistungen&quot; Anwendung. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 AEUV stehen die nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndeten Gesellschaften, die ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung innerhalb der Union haben, den nat&uuml;rlichen Personen gleich, die Angeh&ouml;rige der Mitgliedstaaten sind. Als Gesellschaften gelten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 AEUV die Gesellschaften des b&uuml;rgerlichen Rechts und des Handelsrechts einschlie&szlig;lich der Genossenschaften und die sonstigen juristischen Personen des &ouml;ffentlichen und privaten Rechts mit Ausnahme derjenigen, die keinen Erwerbszweck verfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nationales Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sind Bevollm&auml;chtigte und Beist&auml;nde zur&uuml;ckzuweisen, wenn sie gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne dazu befugt zu sein. Hilfeleistung in Steuersachen darf nach &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig nur von Personen und Vereinigungen ausge&uuml;bt werden, die hierzu befugt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 StBerG befugt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte, Rechtsanw&auml;lte, niedergelassene europ&auml;ische Rechtsanw&auml;lte, Wirtschaftspr&uuml;fer und vereidigte Buchpr&uuml;fer,<br \/>2. Partnerschaftsgesellschaften, deren Partner ausschlie&szlig;lich die in Nummer 1 genannten Personen sind,<br \/>3. Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften und Buchpr&uuml;fungsgesellschaften.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;3a StBerG regelt eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz beruflich niedergelassen sind und dort befugt gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen nach dem Recht des Niederlassungsstaates leisten, sind zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befugt. Der Umfang der Befugnis zur Hilfeleistung in Steuersachen im Inland richtet sich nach dem Umfang dieser Befugnis im Niederlassungsstaat. Bei ihrer T&auml;tigkeit im Inland unterliegen sie denselben Berufsregeln wie die in &sect;&nbsp;3 genannten Personen. Wenn weder der Beruf noch die Ausbildung zu diesem Beruf im Staat der Niederlassung reglementiert ist, gilt die Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen im Inland nur, wenn die Person den Beruf dort w&auml;hrend der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat. Ob die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen vor&uuml;bergehend und gelegentlich erfolgt, ist insbesondere anhand ihrer Dauer, H&auml;ufigkeit, regelm&auml;&szlig;iger Wiederkehr und Kontinuit&auml;t zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen nach Absatz&nbsp;1 ist nur zul&auml;ssig, wenn die Person vor der ersten Erbringung im Inland der zust&auml;ndigen Stelle schriftlich Meldung erstattet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zust&auml;ndige Stelle ist f&uuml;r Personen aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. den Niederlanden und Bulgarien die Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Meldung der Person muss enthalten:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. den Familiennamen und die Vornamen, den Namen oder die Firma einschlie&szlig;lich der gesetzlichen Vertreter,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. das Geburts- oder Gr&uuml;ndungsjahr,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. die Gesch&auml;ftsanschrift einschlie&szlig;lich der Anschriften aller Zweigstellen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. die Berufsbezeichnung, unter der die T&auml;tigkeit im Inland zu erbringen ist,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. eine Bescheinigung dar&uuml;ber, dass die Person in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union, in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz rechtm&auml;&szlig;ig zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen niedergelassen ist und dass ihr die Aus&uuml;bung dieser T&auml;tigkeit zum Zeitpunkt der Vorlage der Bescheinigung nicht, auch nicht vor&uuml;bergehend, untersagt ist,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. einen Nachweis &uuml;ber die Berufsqualifikation,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. einen Nachweis dar&uuml;ber, dass die Person den Beruf im Staat der Niederlassung w&auml;hrend der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat, wenn weder der Beruf noch die Ausbildung zu diesem Beruf im Staat der Niederlassung reglementiert ist,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. eine Information &uuml;ber Einzelheiten zur Berufshaftpflichtversicherung oder eines anderen individuellen oder kollektiven Schutzes in Bezug auf die Berufshaftpflicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Meldung ist j&auml;hrlich zu wiederholen, wenn die Person nach Ablauf eines Kalenderjahres erneut nach Absatz&nbsp;1 gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfeleistung in Steuersachen im Inland erbringen will. In diesem Fall sind die Bescheinigung nach Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 und die Information nach Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 erneut vorzulegen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StBerG hat folgenden Wortlaut:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Andere als die in den &sect;&sect;&nbsp;3, 3a und 4 bezeichneten Personen und Vereinigungen d&uuml;rfen nicht gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten, insbesondere nicht gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Rat in Steuersachen erteilen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;32 StBerG lautet wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;(1) Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte und Steuerberatungsgesellschaften leisten gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen nach den Vorschriften dieses Gesetzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Steuerberater und Steuerbevollm&auml;chtigte bed&uuml;rfen der Bestellung; sie &uuml;ben einen freien Beruf aus. Ihre T&auml;tigkeit ist kein Gewerbe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Steuerberatungsgesellschaften bed&uuml;rfen der Anerkennung. Die Anerkennung setzt den Nachweis voraus, dass die Gesellschaft von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt wird.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Steuerberater darf nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StBerG nur bestellt werden, wer die Pr&uuml;fung als Steuerberater bestanden hat oder von dieser Pr&uuml;fung befreit worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Satz&nbsp;1 StBerG haben Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte und Steuerberatungsgesellschaften die Aufgabe, im Rahmen ihres Auftrags ihre Auftraggeber in Steuersachen zu beraten, sie zu vertreten und ihnen bei der Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten und bei der Erf&uuml;llung ihrer steuerlichen Pflichten Hilfe zu leisten. Dazu geh&ouml;ren auch die Hilfeleistung in Steuerstrafsachen und in Bu&szlig;geldsachen wegen einer Steuerordnungswidrigkeit sowie die Hilfeleistung bei der Erf&uuml;llung von Buchf&uuml;hrungspflichten, die auf Grund von Steuergesetzen bestehen, insbesondere die Aufstellung von Steuerbilanzen und deren steuerrechtliche Beurteilung (&sect;&nbsp;33 Satz&nbsp;2 StBerG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Antrag auf Anerkennung einer Gesellschaft als Steuerberatungsgesellschaft ist nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 StBerG die Steuerberaterkammer zust&auml;ndig, in deren Kammerbezirk die Gesellschaft ihren Sitz hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Beurteilung des Streitfalls nach nationalem Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall sind die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO f&uuml;r eine Zur&uuml;ckweisung der Kl&auml;gerin erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat durch die Erstellung und Mitwirkung bei der Abgabe der Umsatzsteuererkl&auml;rung der C-Ltd. gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen geleistet, ohne hierzu befugt zu sein. Eine Befugnis ergibt sich nicht aus &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 StBerG. Die Kl&auml;gerin ist nicht nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 StBerG als Steuerberatungsgesellschaft anerkannt. Einer solchen Anerkennung steht entgegen, dass die Kl&auml;gerin nicht von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin war auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StBerG befugt, die Steuererkl&auml;rung zu erstellen und an das FA zu &uuml;bermitteln. &sect;&nbsp;3a StBerG dient der Umsetzung der Richtlinie 2005\/36\/EG in Bezug auf die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen in Deutschland durch Personen und Vereinigungen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;3a StBerG f&uuml;r eine gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen auf deutschem Hoheitsgebiet liegen jedoch nicht vor. Das FG hat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f&uuml;r den Bundesfinanzhof (BFH) bindend festgestellt, dass die schriftliche Meldung der Kl&auml;gerin an die Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 StBerG entsprochen hat. Die Kl&auml;gerin hat weder eine Bescheinigung &uuml;ber eine rechtm&auml;&szlig;ige Niederlassung in den Niederlanden (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 StBerG) noch einen Nachweis &uuml;ber ihre Berufsqualifikation (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 StBerG) noch einen Nachweis dar&uuml;ber vorgelegt, dass sie ihren Beruf im Staat ihrer Niederlassung mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 StBerG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da nach Auffassung des FG keine Befugnis der Kl&auml;gerin zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfe in Steuersachen besteht, hat es &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; nicht festgestellt, ob die Kl&auml;gerin die konkrete Dienstleistung an die C-Ltd. in Deutschland oder &#8211;wie von ihr geltend gemacht&#8211; in den Niederlanden erbracht hat. Das FG hat auch keine ausreichenden Feststellungen dazu getroffen, ob die Kl&auml;gerin in Deutschland niedergelassen ist, weil die Gesch&auml;ftsr&auml;ume der A-Ltd. eine st&auml;ndige Pr&auml;senz der Kl&auml;gerin begr&uuml;nden, und deshalb die Bestimmungen &uuml;ber die Niederlassungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;49&nbsp;ff. AEUV anzuwenden sind (vgl. Urteile Kommission\/Portugal, C-171\/02, EU:C:2004:270, Rn.&nbsp;24; Sto&szlig; u.a., C-316\/07 u.a., EU:C:2010:504, Rn.&nbsp;59; Duomo Gpa u.a., C-357\/10 u.a., EU:C:2012:283, Rn.&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Kl&auml;gerin kann sich m&ouml;glicherweise mit Erfolg unmittelbar auf die unionsrechtlichen Regelungen in Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG, Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG oder Art.&nbsp;56 AEUV berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Vereinbarkeit mit Unionsrecht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bedarf der Kl&auml;rung durch den EuGH, ob es mit Unionsrecht vereinbar ist, die Dienstleistungsfreiheit durch nationale Regelungen einzuschr&auml;nken, nach denen Hilfeleistung in Steuersachen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig nur von hierzu befugten Personen und Vereinigungen ausge&uuml;bt werden darf und eine Steuerberatungsgesellschaft f&uuml;r die Befugnis einer Anerkennung bedarf und von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt werden muss. Die zu kl&auml;renden Fragen betreffen den Fall, dass eine nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndete Steuerberatungsgesellschaft im Mitgliedstaat ihrer Niederlassung (Niederlassungsmitgliedstaat), in dem die steuerberatende T&auml;tigkeit nicht reglementiert ist, eine Steuererkl&auml;rung f&uuml;r einen Leistungsempf&auml;nger in einem anderen Mitgliedstaat erstellt und an die Finanzbeh&ouml;rde &uuml;bermittelt, und in dem anderen Mitgliedstaat nationale Vorschriften eine Reglementierung f&uuml;r diese T&auml;tigkeit vorsehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Vorlage steht nicht entgegen, dass das FG noch nicht festgestellt hat, ob die Kl&auml;gerin die konkrete Dienstleistung &#8211;Erstellung und &Uuml;bermittlung der Umsatzsteuererkl&auml;rung der C-Ltd.&#8211; tats&auml;chlich im Mitgliedstaat ihrer Niederlassung (Niederlande) erbracht hat und ob sie auch in dem Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers (Deutschland) niedergelassen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht der Aufgabenverteilung zwischen den nationalen Gerichten und dem EuGH wird nicht verlangt, dass das vorlegende Gericht vor einer Vorlage an den EuGH s&auml;mtliche Tatsachenerhebungen und die rechtliche W&uuml;rdigung vornimmt, die ihm im Rahmen seiner Rechtsprechungsaufgabe obliegen (vgl. Urteil Winner Wetten, C-409\/06, EU:C:2010:503, Rn.&nbsp;39). Es reicht vielmehr, dass sich der Gegenstand sowie diejenigen Punkte des Ausgangsrechtsstreits, die f&uuml;r die Unionsrechtsordnung haupts&auml;chlich von Interesse sind, aus dem Vorabentscheidungsersuchen ergeben, damit sich die Mitgliedstaaten &auml;u&szlig;ern und wirkungsvoll am Verfahren vor dem Gerichtshof beteiligen k&ouml;nnen (vgl. Urteil Liga Portuguesa de Futebol Profissional und Bwin International, C-42\/07, EU:C:2009:519, Rn.&nbsp;41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon, dass der BFH die fehlenden Tatsachenfeststellungen nicht selbst nachholen k&ouml;nnte, ist es nach dem derzeitigen Verfahrensstand m&ouml;glich, dass das f&uuml;r die Tatsachenfeststellung zust&auml;ndige FG feststellt, die Kl&auml;gerin habe die fragliche Dienstleistung im Niederlassungsmitgliedstaat (Niederlande) erbracht und sei im Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers (Deutschland) nicht niedergelassen. Von der Entscheidung des EuGH zu den gestellten Rechtsfragen h&auml;ngt es ma&szlig;gebend ab, ob und gegebenenfalls welche Feststellungen das FG nachzuholen haben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Vorlagefrage 1<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorlagefrage bezieht sich auf Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>84<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Richtlinie 2005\/36\/EG hat nach ihrem Art.&nbsp;1 zum Gegenstand, die Vorschriften festzulegen, nach denen ein Mitgliedstaat, der den Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Aus&uuml;bung in seinem Hoheitsgebiet an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen kn&uuml;pft, f&uuml;r den Zugang zu diesem Beruf und dessen Aus&uuml;bung die in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Berufsqualifikationen anerkennt, die ihren Inhaber berechtigen, dort denselben Beruf auszu&uuml;ben (Urteil Konstantinides, C-475\/11, EU:C:2013:542, Rn.&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>85<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anwendungsbereich ergibt sich aus Art.&nbsp;2 der Richtlinie 2005\/36\/EG. Die Richtlinie gilt f&uuml;r alle Staatsangeh&ouml;rigen eines Mitgliedstaats, die einen reglementierten Beruf in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem sie ihre Berufsqualifikationen erworben haben, aus&uuml;ben wollen (Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2005\/36\/EG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>86<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2005\/36\/EG k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die Dienstleistungsfreiheit nicht aufgrund der Berufsqualifikationen einschr&auml;nken, wenn der Dienstleister rechtm&auml;&szlig;ig in einem Mitgliedstaat niedergelassen ist, in dem der Beruf reglementiert ist (vgl. Urteil Kommission\/Portugal, C-458\/08, EU:C:2010:692, Rn.&nbsp;91). Ein solcher Dienstleister kann somit seine Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat unter seiner urspr&uuml;nglichen Berufsbezeichnung erbringen, ohne dass er die Anerkennung seiner Qualifikationen beantragen m&uuml;sste. Ist der fragliche Beruf im Niederlassungsmitgliedstaat nicht reglementiert, so muss der Dienstleister zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen (vgl. Urteil Kommission\/Portugal, EU:C:2010:692, Rn.&nbsp;91). Nach Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2005\/36\/EG gelten die Bestimmungen des Titels&nbsp;II, also der Art.&nbsp;5 bis 9 dieser Richtlinie nur f&uuml;r den Fall, dass sich der Dienstleister zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen Aus&uuml;bung des Berufs nach Abs.&nbsp;1 in den Aufnahmemitgliedstaat begibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>87<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Fraglich ist zun&auml;chst, ob Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG im Fall einer dienstleistenden Gesellschaft &uuml;berhaupt anzuwenden ist. Dem k&ouml;nnte entgegenstehen, dass Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2005\/36\/EG eine Anwendung dieser Richtlinie nur f&uuml;r Staatsangeh&ouml;rige und nicht f&uuml;r Gesellschaften vorsieht. Es k&ouml;nnte jedoch sein, dass insoweit auf die Personen abzustellen ist, die f&uuml;r die Gesellschaft verantwortlich handeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>88<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Weiter ist fraglich, ob Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG Dienstleistungen erfasst, die eine Gesellschaft im Niederlassungsmitgliedstaat erbringt, in dem der ausge&uuml;bte Beruf nicht reglementiert ist, wenn der Leistungsempf&auml;nger in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssig ist, in dem die T&auml;tigkeit an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen im Sinne von Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2005\/36\/EG gebunden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>89<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen eine Anwendung auf solche Dienstleistungen spricht Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2005\/36\/EG. Danach sollen die Bestimmungen &uuml;ber die Dienstleistungsfreiheit nur f&uuml;r die Aus&uuml;bung des reglementierten Berufs in einem anderen Mitgliedstaat (Aufnahmemitgliedstaat), also nicht f&uuml;r die Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit im Niederlassungsmitgliedstaat gelten. Dies k&ouml;nnte bedeuten, dass eine Dienstleistung ohne physischen Grenz&uuml;bertritt der f&uuml;r die Gesellschaft handelnden Personen selbst bei Aus&uuml;bung eines reglementierten Berufs nicht unter Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG f&auml;llt. Die Bestimmung w&auml;re also f&uuml;r diesen Fall nicht anzuwenden. Die Folge w&auml;re, dass Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG einer Einschr&auml;nkung der Dienstleistungsfreiheit unter den in der Frage&nbsp;1 genannten Umst&auml;nden nicht entgegenst&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>90<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu Vorlagefrage 2<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>91<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorlagefrage betrifft die Anwendung von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 und 2 der Richtlinie 2006\/123\/EG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>92<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ziel dieser Richtlinie ist die Schaffung eines Rechtsrahmens, der die Niederlassungsfreiheit und den freien Dienstleistungsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten garantiert (Erw&auml;gungsgrund 12 der Richtlinie 2006\/123\/EG). Diese Richtlinie gilt nach Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 f&uuml;r Dienstleistungen, die von einem in einem Mitgliedstaat niedergelassenen Dienstleistungserbringer angeboten werden. Erfasst werden u.a. Dienstleistungen wie Rechts- oder Steuerberatung (Erw&auml;gungsgrund 33 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/123\/EG). Vorrangig ist nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d der Richtlinie 2006\/123\/EG die Richtlinie 2005\/36\/EG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>93<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Dienstleistungsfreiheit wird in Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG n&auml;her geregelt. Nach Abs.&nbsp;1 dieser Bestimmung achten die Mitgliedstaaten das Recht der Dienstleistungserbringer, Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen ihrer Niederlassung zu erbringen. Der Mitgliedstaat, in dem die Dienstleistung erbracht wird, gew&auml;hrleistet die freie Aufnahme und freie Aus&uuml;bung von Dienstleistungst&auml;tigkeiten innerhalb seines Hoheitsgebiets (Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/123\/EG). Ausnahmen ergeben sich aus Art.&nbsp;17 der Richtlinie 2006\/123\/EG. Nach Art.&nbsp;17 Nr.&nbsp;6 der Richtlinie 2006\/123\/EG ist Art.&nbsp;16 dieser Richtlinie nicht anzuwenden auf Angelegenheiten, die unter Titel&nbsp;II der Richtlinie 2005\/36\/EG fallen, sowie Anforderungen im Mitgliedstaat der Dienstleistungserbringung, die eine T&auml;tigkeit den Angeh&ouml;rigen eines bestimmten Berufs vorbehalten. Die Bestimmungen &uuml;ber die Dienstleistungsfreiheit sollten in F&auml;llen, in denen eine T&auml;tigkeit in einem Mitgliedstaat im Einklang mit dem Unionsrecht einem bestimmten Beruf vorbehalten ist, keine Anwendung finden, z.B. wenn Rechtsberatung nur von Juristen durchgef&uuml;hrt werden darf (Erw&auml;gungsgrund&nbsp;88 der Richtlinie 2006\/123\/EG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>94<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Fraglich ist, ob sich eine Steuerberatungsgesellschaft mit Erfolg auf Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG berufen kann, wenn die steuerberatende T&auml;tigkeit nicht im Niederlassungsmitgliedstaat, aber im Mitgliedstaat des Leistungsempf&auml;ngers reglementiert ist, und ob dies unabh&auml;ngig davon gilt, in welchem der beiden Mitgliedstaaten sie die Dienstleistung erbringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>95<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erbringt die Steuerberatungsgesellschaft die Dienstleistung im Mitgliedstaat ihrer Niederlassung, k&ouml;nnte Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/123\/EG schon nach seinem Wortlaut ausgeschlossen sein. Danach achten die Mitgliedstaaten das Recht der Dienstleistungserbringer, Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen ihrer Niederlassung zu erbringen. Dienstleistungen auf dem Gebiet des Niederlassungsmitgliedstaats d&uuml;rften deshalb nicht von Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG erfasst werden. Die Ausnahme von der Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;17 Nr.&nbsp;6 der Richtlinie 2006\/123\/EG w&auml;re in diesem Fall nicht mehr zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>96<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Dienstleistungen, die eine Steuerberatungsgesellschaft in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen ihrer Niederlassung erbringt, k&ouml;nnte Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG nach Art.&nbsp;17 Nr.&nbsp;6 dieser Richtlinie nicht anzuwenden sein, weil die steuerberatende T&auml;tigkeit in dem Mitgliedstaat der Dienstleistungserbringung den Angeh&ouml;rigen eines bestimmten Berufs vorbehalten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>97<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Auslegung der Bestimmungen der Richtlinie 2006\/123\/EG w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass sich eine Steuerberatungsgesellschaft unter den genannten Umst&auml;nden nicht auf die Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG berufen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>98<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zu Vorlagefrage 3<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>99<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Vorlagefrage ergeht zu Art.&nbsp;56 AEUV. Fraglich ist, ob die Dienstleistungsfreiheit bei einer gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfe in Steuersachen, die eine nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndete Gesellschaft im Mitgliedstaat ihrer Niederlassung an einen Leistungsempf&auml;nger in einem anderen Mitgliedstaat erbringt, durch nationale Regelungen des anderen Mitgliedstaats eingeschr&auml;nkt werden kann, wenn die Gesellschaft in dem anderen Mitgliedstaat nicht niedergelassen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>100<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Richtlinie 2005\/36\/EG schlie&szlig;t, selbst wenn insoweit eine abgeschlossene Rechtsharmonisierung auf Unionsebene vorliegen w&uuml;rde, die Berufung auf den Grundsatz des freien Dienstleistungsverkehrs in Art.&nbsp;56 AEUV nicht aus, wenn das Ausgangsverfahren nicht in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2005\/36\/EG f&auml;llt (vgl. Urteil Konstantinides, EU:C:2013:542, Rn.&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>101<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Art.&nbsp;56 AEUV verlangt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nicht nur die Beseitigung jeder Diskriminierung des Dienstleistenden aufgrund seiner Staatsangeh&ouml;rigkeit oder des Umstands, dass er in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassen ist als dem, in dem die Dienstleistung erbracht werden soll, sondern auch die Aufhebung aller Beschr&auml;nkungen &#8211;selbst wenn sie unterschiedslos f&uuml;r inl&auml;ndische Dienstleistende wie f&uuml;r solche aus anderen Mitgliedstaaten gelten&#8211;, sofern sie geeignet sind, die T&auml;tigkeiten des Dienstleistenden, der in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassen ist und dort rechtm&auml;&szlig;ig vergleichbare Dienstleistungen erbringt, zu unterbinden, zu behindern oder weniger attraktiv zu machen (Urteil Konstantinides, EU:C:2013:542, Rn.&nbsp;44 und die dort angef&uuml;hrte Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>102<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem umfasst der Begriff der Beschr&auml;nkung insbesondere die von einem Mitgliedstaat getroffenen Ma&szlig;nahmen, die, obwohl sie unterschiedslos anwendbar sind, den freien Dienstleistungsverkehr in den &uuml;brigen Mitgliedstaaten ber&uuml;hren (vgl. Urteile Konstantinides, EU:C:2013:542, Rn.&nbsp;45, und Kommission\/Italien, C-565\/08, EU:C:2011:188, Rn.&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>103<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Dienstleistungsfreiheit steht auch den nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndeten Gesellschaften zu, die ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung innerhalb der Union haben (Art.&nbsp;62, 54 Abs.&nbsp;1 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>104<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die &sect;&sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG gelten zwar gleicherma&szlig;en f&uuml;r alle Steuerberatungsgesellschaften, die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten. Sie f&uuml;hren aber zu einer Beschr&auml;nkung des freien Dienstleistungsverkehrs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>105<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Beschr&auml;nkung besteht, wenn einem Dienstleister die M&ouml;glichkeit genommen wird, unter Bedingungen eines normalen und wirksamen Wettbewerbs in den Markt des Aufnahmemitgliedstaats einzutreten (vgl. Urteil Kommission\/Italien, EU:C:2011:188, Rn.&nbsp;51). Die in Deutschland geltenden Regelungen schlie&szlig;en es aus, dass eine nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats gegr&uuml;ndete Gesellschaft, die ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat hat und nicht von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt wird, in Deutschland als Steuerberatungsgesellschaft anerkannt wird und uneingeschr&auml;nkt gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten kann. Die Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfe in Steuersachen entsteht erst mit der Anerkennung als Steuerberatungsgesellschaft. Die Anerkennung setzt den Nachweis voraus, dass die Gesellschaft von Steuerberatern verantwortlich gef&uuml;hrt wird, wobei als Steuerberater nur bestellt werden darf, wer die Pr&uuml;fung als Steuerberater bestanden hat oder von dieser Pr&uuml;fung befreit worden ist (&sect;&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2, 35 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StBerG). F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Antrag auf Anerkennung ist die Steuerberaterkammer zust&auml;ndig, in deren Kammerbezirk die Gesellschaft ihren Sitz hat (&sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 StBerG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>106<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Gesellschaft, die keine Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen hat, kann allenfalls nach &sect;&nbsp;3a StBerG zu vor&uuml;bergehender und gelegentlicher Hilfeleistung in Steuersachen auf dem Gebiet von Deutschland befugt sein. &sect;&nbsp;3a StBerG erfasst aber nicht Dienstleistungen, die eine Gesellschaft in einem anderen Mitgliedstaat erbringt, ohne dass sich die f&uuml;r die Gesellschaft handelnden Personen auf das Gebiet von Deutschland begeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>107<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Zu kl&auml;ren ist, ob es gerechtfertigt ist, die Dienstleistungsfreiheit f&uuml;r die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfe in Steuersachen, die eine Gesellschaft von einem anderen Mitgliedstaat aus leistet, einzuschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>108<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH kann eine nationale Regelung, die in einem Bereich erlassen worden ist, der nicht Gegenstand einer Harmonisierung auf Unionsebene ist, und die unterschiedslos f&uuml;r alle im betreffenden Mitgliedstaat t&auml;tigen Personen oder Unternehmen gilt, trotz ihrer den freien Dienstleistungsverkehr beschr&auml;nkenden Wirkung gerechtfertigt sein, wenn sie auf zwingenden Gr&uuml;nden des Allgemeininteresses beruht und dieses Interesse nicht schon durch Vorschriften gesch&uuml;tzt wird, denen der Dienstleistende in dem Mitgliedstaat unterliegt, in dem er niedergelassen ist, und wenn sie geeignet ist, die Erreichung des mit ihr verfolgten Ziels zu gew&auml;hrleisten, ohne &uuml;ber das hinauszugehen, was dazu erforderlich ist (Urteil Jyske Bank Gibraltar, C-212\/11, EU:C:2013:270, Rn.&nbsp;60).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>109<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Zielen, die als zwingende Gr&uuml;nde des Allgemeininteresses angesehen werden k&ouml;nnten und mit denen sich eine Beschr&auml;nkung des freien Dienstleistungsverkehrs rechtfertigen lie&szlig;e, k&ouml;nnte das &ouml;ffentliche Interesse an der Einhaltung steuerlicher Regelungen und an der Verhinderung von Steuerhinterziehung z&auml;hlen. Diesen Zielen dienen die nationalen Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG (vgl. Arbeitspapier der Europ&auml;ischen Kommission vom 2.&nbsp;Oktober 2013, SWD(2013)402, Ziffer&nbsp;4.4). Durch die Beschr&auml;nkung der Steuerberatungst&auml;tigkeit auf bestimmte Personen und Gesellschaften soll sichergestellt werden, dass Steuerpflichtige bei der Erf&uuml;llung ihrer steuerlichen Pflichten qualifizierte Hilfe erhalten. Die Regelungen &uuml;ber die Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen sind im Allgemeininteresse geboten; die mit der Steuerberatung verbundenen Berufsaufgaben dienen der Steuerrechtspflege, einem wichtigen Gemeinschaftsgut (Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 15.&nbsp;Februar 1967&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR 569,&nbsp;589\/62, BVerfGE 21, 173, 179, und vom 27.&nbsp;Januar 1982&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;807\/80, BStBl II 1982, 281, 286).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>110<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem sollen die Steuerpflichtigen vor Nachteilen bewahrt werden, die ihnen dadurch entstehen k&ouml;nnen, dass sie steuerlich von Personen beraten werden, die nicht die erforderliche berufliche oder pers&ouml;nliche Qualifikation besitzen (vgl. BVerfG-Beschluss in BStBl II 1982, 281, 286). Das in &sect;&nbsp;3 StBerG verankerte Beratungsprivileg dient deshalb zugleich den Interessen der Steuerpflichtigen, die als Verbraucher Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Der Verbraucherschutz ist als Rechtfertigungsgrund f&uuml;r eine Beschr&auml;nkung der Dienstleistungsfreiheit anerkannt (vgl. Urteile S&auml;ger\/Dennemeyer, C-76\/90, EU:C:1991:331, Rn.&nbsp;17, und Konstantinides, EU:C:2013:542, Rn.&nbsp;51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>111<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelungen in &sect;&sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG erscheinen im Hinblick auf die Komplexit&auml;t des deutschen Steuerrechts und die st&auml;ndigen &Auml;nderungen der steuerlichen Vorschriften als geeignet und erforderlich, um die vorgenannten Ziele zu verfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>112<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die dem EuGH vorgelegten Fragen sind entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>113<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte sich die Kl&auml;gerin nicht mit Erfolg auf die Bestimmungen in den Richtlinien 2005\/36\/EG und 2006\/123\/EG berufen k&ouml;nnen und w&auml;ren die &sect;&sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG unionsrechtskonform, w&auml;re die Zur&uuml;ckweisung der Kl&auml;gerin rechtm&auml;&szlig;ig. Die Revision w&auml;re in diesem Fall als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>114<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Fall, dass sich die Kl&auml;gerin mit Erfolg auf die unionsrechtlich gew&auml;hrleistete Dienstleistungsfreiheit berufen k&ouml;nnte, w&auml;re die Revision begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung des FG w&auml;re aufzuheben und der Rechtsstreit an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Das FG m&uuml;sste je nachdem, welche Entscheidung der EuGH zu den gestellten Rechtsfragen trifft, die danach f&uuml;r die Entscheidung der Streitsache erforderlichen Feststellungen nachholen. Insbesondere m&uuml;sste das FG, falls es nach der Entscheidung des EuGH darauf ankommt, noch feststellen, ob die Gesch&auml;ftsr&auml;ume der A-Ltd. in Deutschland eine Niederlassung der Kl&auml;gerin begr&uuml;nden. W&auml;re die Kl&auml;gerin in Deutschland niedergelassen, fiele sie in den Geltungsbereich des Grundsatzes der Niederlassungsfreiheit, wie er in Art.&nbsp;49 AEUV definiert ist (vgl. Urteil Duomo Gpa u.a., EU:C:2012:283, Rn.&nbsp;30). W&auml;re sie dagegen nicht in Deutschland niedergelassen, so w&auml;re sie ein grenz&uuml;berschreitender Dienstleister, der unter den Grundsatz des freien Dienstleistungsverkehrs nach Art.&nbsp;56 AEUV fiele (vgl. Urteil Kommission\/Portugal, EU:C:2004:270, Rn.&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>115<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH ist nach Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>116<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Aussetzung des Verfahrens beruht auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;74 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 20.5.2014, II R 44\/12 EuGH-Vorlage: Befugnis einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen Leits&auml;tze Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. Steht Art. 5 der Richtlinie 2005\/36\/EG einer Einschr&auml;nkung der Dienstleistungsfreiheit f&uuml;r den Fall entgegen, dass eine nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndete Steuerberatungsgesellschaft im Mitgliedstaat ihrer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-44-12-eugh-vorlage-befugnis-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-zur-geschaeftsmaessigen-hilfeleistung-in-steuersachen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; EuGH-Vorlage: Befugnis einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-62844","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62844","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62844"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62844\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62844"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62844"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62844"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}