{"id":62853,"date":"2014-07-21T05:40:47","date_gmt":"2014-07-21T03:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62853"},"modified":"2014-07-21T05:40:47","modified_gmt":"2014-07-21T03:40:47","slug":"iii-b-152-13-zugehoerigkeit-von-kraftfahrzeugen-zum-notwendigen-betriebsvermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-152-13-zugehoerigkeit-von-kraftfahrzeugen-zum-notwendigen-betriebsvermoegen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;152\/13 &#8211; Zugeh&ouml;rigkeit von Kraftfahrzeugen zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.5.2014, III B 152\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zugeh&ouml;rigkeit von Kraftfahrzeugen zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielt als Rechtsanwalt Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit, die er durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelte. In den Streitjahren nutzte er f&uuml;r betriebliche Fahrten einen Porsche und einen Volkswagen. Die Kfz-Aufwendungen ermittelte er aufgrund einer Kilometerpauschale von 0,30&nbsp;EUR. Die daraus resultierenden Betriebsausgaben lagen in den Streitjahren zwischen etwa 5.800&nbsp;EUR und 6.600&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Auffassung, dass die beiden zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzten Fahrzeuge zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rten. Die private Nutzung wurde nach der sog. Ein-Prozent-Regelung angesetzt (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Da die so ermittelten Nutzungswerte die gesch&auml;tzten PKW-Aufwendungen &uuml;berschritten, wurden sie auf den Betrag der Gesamtkosten des jeweiligen Kfz begrenzt (sog. Kostendeckelung nach dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 21.&nbsp;Januar 2002, BStBl I 2002, 148, Tz.&nbsp;14). Dies f&uuml;hrte dazu, dass sich der Gewinn um die vom Kl&auml;ger nach der Kilometerpauschale ermittelten Betriebsausgaben erh&ouml;hte. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner gegen die Nichtzulassung der Revision gerichteten Beschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, die Frage, ob privates Verm&ouml;gen, welches dauernd oder von Zeit zu Zeit wechselnd zu &uuml;ber 50&nbsp;% betrieblich genutzt werde, allein dadurch zu notwendigem Betriebsverm&ouml;gen werde, oder ob dies weitere Erkl&auml;rungen oder Buchungen erfordere, sei grunds&auml;tzlich bedeutsam. Eine ungewollte &Uuml;berleitung von Privatverm&ouml;gen in Betriebsverm&ouml;gen allein wegen &uuml;berwiegender betrieblicher Nutzung f&uuml;hre zu willk&uuml;rlichen und mit Art.&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG) nicht zu vereinbarenden Ergebnissen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Sache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO), denn die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, weil sie offenkundig so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die vom FA zutreffend angewandte Regelung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG gilt f&uuml;r die Bewertung der Privatnutzung eines zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzten Kfz des Betriebsverm&ouml;gens; sie betrifft nicht die private Nutzung eines Fahrzeugs, das nicht zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;November 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;31\/09, BFH\/NV 2013, 527, mit Hinweisen zu gemieteten und geleasten Fahrzeugen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) W&auml;hrend ein Grundst&uuml;ck steuerrechtlich in mehrere Wirtschaftsg&uuml;ter zerfallen kann, scheidet eine derartige Aufteilung bei beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern aus (Schmidt\/Heinicke, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;206; Musil in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;119). Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211;wie z.B. ein sowohl betrieblich als auch privat genutzter PKW&#8211; sind daher entweder voll dem Betriebsverm&ouml;gen oder voll dem Privatverm&ouml;gen zuzurechnen. Werden sie &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht nur vor&uuml;bergehend &uuml;berwiegend eigenbetrieblich genutzt, d.h. zu mehr als 50&nbsp;%, dann geh&ouml;ren sie zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1964 IV&nbsp;158\/61&nbsp;S, BFHE 79, 605, BStBl III 1964, 455; vom 23.&nbsp;Mai 1991 IV&nbsp;R&nbsp;58\/90, BFHE 164, 537, BStBl II 1991, 798; vom 2.&nbsp;Oktober 2003 IV&nbsp;R&nbsp;13\/03, BFHE 203, 373, BStBl II 2004, 985).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zugeh&ouml;rigkeit eines &#8211;nicht nur vor&uuml;bergehend&#8211; &uuml;berwiegend betrieblich genutzten Wirtschaftsgutes zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen h&auml;ngt nicht davon ab, ob es in der Bilanz aktiviert worden ist (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2001 X&nbsp;R&nbsp;153\/97, BFHE 197, 105, BStBl II 2002, 75; vom 14.&nbsp;Januar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;86\/06, BFH\/NV 2010, 1096). Werden die Eink&uuml;nfte &#8211;wie hier vom Kl&auml;ger&#8211; nicht durch Bestandsvergleich, sondern durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung ermittelt, h&auml;ngt die Zugeh&ouml;rigkeit zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen dementsprechend nicht davon ab, ob sie in ein Anlagenverzeichnis (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG) aufgenommen wurden (vgl. demgegen&uuml;ber BFH-Urteil vom 21.&nbsp;August 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;11\/11, BFHE 239, 195, BStBl II 2013, 117, zu gewillk&uuml;rtem Betriebsverm&ouml;gen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wenn ein Wirtschaftsgut vor seiner Zugeh&ouml;rigkeit zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen Privatverm&ouml;gen war, wird es dem Betriebsverm&ouml;gen infolge der nicht nur vor&uuml;bergehenden Nutzungs&auml;nderung durch Einlage (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG a.F., jetzt &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;8 EStG) zugef&uuml;hrt. Die Einlagehandlung stellt einen tats&auml;chlichen Vorgang dar; sie erfordert kein Rechtsfolgebewusstsein und kann darin bestehen, dass der Steuerpflichtige dem Wirtschaftsgut durch eine Nutzungs&auml;nderung eine betriebliche Funktion zuweist (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 1991 X&nbsp;R&nbsp;57\/88, BFHE 164, 246, BStBl II 1991, 829; Bl&uuml;mich\/Wied, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;506).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Unter welchen Voraussetzungen ein zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rendes Wirtschaftsgut aus diesem infolge einer Verringerung des betrieblichen Nutzungsanteils ausscheidet und ob die Zugeh&ouml;rigkeit zum Betriebsverm&ouml;gen &quot;von Zeit zu Zeit&quot; wechseln kann, k&ouml;nnte in einem Revisionsverfahren nicht gekl&auml;rt werden, denn der betriebliche Nutzungsanteil der Fahrzeuge hat nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) durchweg &uuml;ber 50&nbsp;% gelegen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 239, 195, BStBl II 2013, 117, betreffend gewillk&uuml;rtes Betriebsverm&ouml;gen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) F&uuml;r den Senat ist nicht erkennbar, warum eine ungewollte &Uuml;berleitung von Privatverm&ouml;gen in Betriebsverm&ouml;gen allein wegen einer l&auml;ngerfristigen &uuml;berwiegend betrieblichen Nutzung zu willk&uuml;rlichen und mit Art.&nbsp;3 GG nicht zu vereinbarenden Ergebnissen f&uuml;hren soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.5.2014, III B 152\/13 Zugeh&ouml;rigkeit von Kraftfahrzeugen zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielt als Rechtsanwalt Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit, die er durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelte. In den Streitjahren nutzte er f&uuml;r betriebliche Fahrten einen Porsche und einen Volkswagen. 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