{"id":62991,"date":"2014-07-31T10:31:17","date_gmt":"2014-07-31T08:31:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=62991"},"modified":"2014-07-31T10:31:17","modified_gmt":"2014-07-31T08:31:17","slug":"x-b-12-14-fehlende-entscheidungserheblichkeit-der-eignung-eines-zeitreihen-vergleichs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-12-14-fehlende-entscheidungserheblichkeit-der-eignung-eines-zeitreihen-vergleichs\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;12\/14 &#8211; Fehlende Entscheidungserheblichkeit der Eignung eines &quot;Zeitreihen-Vergleichs&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2014, X B 12\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlende Entscheidungserheblichkeit der Eignung eines &quot;Zeitreihen-Vergleichs&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erzielte in den Jahren 1997 und 1998 aus einer Eisdiele Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Sie ermittelte ihren Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich, erzielte im Wesentlichen Barums&auml;tze und setzte zu deren Erfassung zwei Registrierkassen ein. Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung konnte sie dem Pr&uuml;fer keine Tagesendsummenbons vorlegen. In den monatlichen Kassenberichten fehlte die Angabe der t&auml;glichen Kassenbest&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer f&uuml;hrte einen Zeitreihen-Vergleich durch. Dabei ergaben sich f&uuml;r das Verh&auml;ltnis zwischen den Einnahmen aus Eisverk&auml;ufen (ohne Getr&auml;nke und sonstige Ums&auml;tze) und der Menge der Eiseink&auml;ufe f&uuml;r zwei Zeitr&auml;ume im Vergleich zum Durchschnittswert Abweichungen von +&nbsp;20,8&nbsp;% bzw. +&nbsp;19,7&nbsp;%. Der Pr&uuml;fer f&uuml;hrte aus: &quot;Aufgrund der Ergebnisse des Zeitreihen-Vergleichs werden Zusch&auml;tzungen i.H.v. 20&nbsp;% der erkl&auml;rten Brutto-erl&ouml;se vorgenommen&quot;. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem Pr&uuml;fer und erlie&szlig; erstmalige bzw. ge&auml;nderte Gewinnfeststellungs-, Umsatzsteuer- sowie Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Jahre 1997 und 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb ohne Erfolg. Dabei begr&uuml;ndete das FA auch in der Einspruchsentscheidung die H&ouml;he der Hinzusch&auml;tzung mit den Ergebnissen des Zeitreihen-Vergleichs. Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren bestritt es hingegen, diese Sch&auml;tzungsmethode zur Begr&uuml;ndung der Sch&auml;tzung der H&ouml;he nach herangezogen zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) beauftragte den gerichtseigenen Pr&uuml;fer mit einer Stellungnahme. Dieser f&uuml;hrte aus, die Buchf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin sei wegen des Fehlens aufbewahrungspflichtiger Unterlagen formell nicht ordnungsgem&auml;&szlig;. Dies gebe Anlass, auch die sachliche Richtigkeit des Buchf&uuml;hrungsergebnisses anzuzweifeln. Der Zeitreihen-Vergleich k&ouml;nne im Streitfall aber keine aussagekr&auml;ftigen Ergebnisse liefern, weil die Werte bei Eisdielen saisonal stark schwanken k&ouml;nnten und das FA in seinen Berechnungen die vorhandenen Warenbest&auml;nde au&szlig;er Acht gelassen habe. Im Ergebnis schlug der gerichtseigene Pr&uuml;fer vor, auf die erkl&auml;rten Ums&auml;tze einen Sicherheitszuschlag von 15&nbsp;% vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage in Bezug auf die f&uuml;r das Jahr 1997 ergangenen Bescheide wegen des Eintritts der Festsetzungs- bzw. Feststellungsverj&auml;hrung statt. In Bezug auf die f&uuml;r das Jahr 1998 ergangenen Bescheide wies das FG die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, die Buchf&uuml;hrung sei wegen des Fehlens der Tagesendsummenbons formell nicht ordnungsgem&auml;&szlig;. Der Senat sehe es als sicher an, dass diese erheblichen formellen M&auml;ngel sich auch auf die H&ouml;he der von der Kl&auml;gerin angegebenen Tageseinnahmen ausgewirkt h&auml;tten. Dies folge auch aus einem Vergleich mit der Richtsatzsammlung. Die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 1998 erkl&auml;rten Werte l&auml;gen sowohl beim Rohgewinnaufschlagsatz als auch beim Reingewinn noch unter der Untergrenze der jeweiligen Richtsatzspanne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der H&ouml;he nach sei eine Sch&auml;tzung nach den Grunds&auml;tzen des Zeitreihen-Vergleichs hier nicht sachgerecht, weil die vom FA vorgenommene Berechnung wegen des Fehlens der erforderlichen Unterlagen nicht &uuml;berpr&uuml;fbar w&auml;re. Zudem habe das FA mitgeteilt, dass es diese Sch&auml;tzungsmethode nicht zur Findung der H&ouml;he der Hinzusch&auml;tzung herangezogen habe. Vielmehr halte das FG eine griffweise Sch&auml;tzung durch Vornahme eines Sicherheitszuschlags von 20&nbsp;% der erkl&auml;rten Erl&ouml;se f&uuml;r sachgerecht. Auch danach liege der Rohgewinnaufschlagsatz und der Reingewinnsatz noch unterhalb des jeweiligen Mittelwerts der Richtsatzspannen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat sowohl f&uuml;r das Jahr 1997 als auch f&uuml;r das Jahr 1998 Beschwerde eingelegt, diese aber nur f&uuml;r das Jahr 1998 begr&uuml;ndet. Insoweit begehrt sie die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache und Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Soweit die Beschwerde das Jahr 1997 betrifft, ist sie wegen des Fehlens der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erforderlichen Beschwerdebegr&uuml;ndung sowie wegen fehlender Beschwer unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat die Beschwerde bei ihrer Einlegung ausdr&uuml;cklich auch auf die f&uuml;r das Jahr 1997 ergangenen Bescheide erstreckt. Eine Beschwerdebegr&uuml;ndung ist indes nur f&uuml;r das Jahr 1998 eingereicht worden. Soweit die Beschwerde auch f&uuml;r das Jahr 1997 eingelegt worden ist, fehlt es daher an der Einreichung der erforderlichen Beschwerdebegr&uuml;ndung. Im &Uuml;brigen w&uuml;rde die Zul&auml;ssigkeit der Beschwerde in Bezug auf das Jahr 1997 auch an der fehlenden Beschwer der Kl&auml;gerin scheitern, da das FG der Klage insoweit in vollem Umfang stattgegeben hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Beschwerde das Jahr 1998 betrifft, ist sie &#8211;bei Zweifeln daran, ob die gesetzlichen Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sind&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde kann nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zugelassen werden, weil die von der Kl&auml;gerin im Zusammenhang mit der Sch&auml;tzungsmethode des Zeitreihen-Vergleichs aufgeworfenen Rechtsfragen in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren im Streitfall nicht kl&auml;rungsf&auml;hig w&auml;ren (vgl. zum Erfordernis der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;Januar 2013 X&nbsp;B&nbsp;84\/12, BFH\/NV 2013, 771, unter II.1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat seine Sch&auml;tzung ausdr&uuml;cklich nicht mit den Ergebnissen des vom FA vorgenommenen Zeitreihen-Vergleichs begr&uuml;ndet, sondern sich ausschlie&szlig;lich auf die Sch&auml;tzungsmethode des Sicherheitszuschlags gest&uuml;tzt. Die Rechtsfrage, ob der Zeitreihen-Vergleich eine sachgerechte Sch&auml;tzungsmethode darstellt (vgl. dazu die beim erkennenden Senat anh&auml;ngigen Revisionsverfahren X&nbsp;R&nbsp;20\/13 und X&nbsp;R&nbsp;19\/14), ist daher f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob das FA seine Sch&auml;tzung dem Grunde und der H&ouml;he nach auf den Zeitreihen-Vergleich gest&uuml;tzt hat &#8211;was ausweislich der im Betriebspr&uuml;fungsbericht und in der Einspruchsentscheidung enthaltenen Formulierungen recht offensichtlich ist, vom FA nunmehr aber bestritten wird&#8211;, ist f&uuml;r das vorliegende Verfahren ohne Belang, weil dem FG eine eigene Sch&auml;tzungsbefugnis zusteht (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) und es diese &#8211;wenn auch nicht im betragsm&auml;&szlig;igen Ergebnis, so doch jedenfalls, was die Wahl der Sch&auml;tzungsmethode anbelangt&#8211; abweichend vom FG ausge&uuml;bt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Verfahrensm&auml;ngel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) hat die Kl&auml;gerin nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;genden Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies gilt zun&auml;chst f&uuml;r die R&uuml;ge, das FG h&auml;tte den Sachverhalt in Bezug auf die Besonderheiten des Franchise-Systems, dem die Kl&auml;gerin angeschlossen gewesen sei, weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird ein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) mit der Begr&uuml;ndung ger&uuml;gt, das FG h&auml;tte auch ohne entsprechenden Beweisantritt von Amts wegen den Sachverhalt weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, sind nach st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich, welche Beweise das FG von Amts wegen h&auml;tte erheben bzw. welche Tatsachen es h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, aus welchen Gr&uuml;nden sich ihm die Notwendigkeit einer Beweiserhebung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern die Beweiserhebung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (Senatsbeschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;B&nbsp;124\/10, BFH\/NV 2011, 1838, unter II.2.d, und vom 22.&nbsp;August 2012 X&nbsp;B&nbsp;155\/11, BFH\/NV 2012, 2015, unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Daran fehlt es vorliegend. Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, das FG h&auml;tte wegen der Besonderheiten des Franchise-Systems nicht die sich aus der amtlichen Richtsatzsammlung ergebenden Richts&auml;tze heranziehen d&uuml;rfen, h&auml;tte sie zumindest darlegen m&uuml;ssen, weshalb sich dies dem FG h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Sie behauptet lediglich, &quot;im Rahmen des Verfahrens&quot; mehrfach vorgetragen zu haben, im Franchise-System t&auml;tig gewesen zu sein. Wann sie dem FG einen derartigen Vortrag unterbreitet haben will, legt sie indes nicht dar. Auch fehlt es an jeglichen Anhaltspunkten daf&uuml;r, dass die Kl&auml;gerin dem FG einen substantiierten Vergleich zwischen den Rohgewinnaufschlags&auml;tzen &quot;normaler&quot; Eisdielen und den von Franchisenehmern erzielbaren Aufschlags&auml;tzen vorgelegt haben k&ouml;nnte, der f&uuml;r das FG Anlass h&auml;tte sein m&uuml;ssen, von einer Anwendung der Richtsatzsammlung abzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor allem aber fehlt es an der Angabe, welche Beweise das FG zu den sich hierzu m&ouml;glicherweise stellenden Fragen h&auml;tte erheben m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, das FG habe einen Beweisantrag zum Umfang ihrer Lagerkapazit&auml;ten und zum Vorhandensein eines Warenbestands &uuml;bergangen, war dies f&uuml;r die angefochtene Entscheidung nicht erheblich, so dass damit kein Verfahrensmangel dargelegt werden kann. Der genannte Beweisantrag war darauf gerichtet, die Ergebnisse des Zeitreihen-Vergleichs zu ersch&uuml;ttern. Das FG hat seine Sch&auml;tzung aber &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht auf den Zeitreihen-Vergleich gest&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch ein Versto&szlig; des FG gegen den klaren Inhalt der Akten ist nicht schl&uuml;ssig ger&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten und damit eine Verletzung des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO ist gegeben, wenn das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem schriftlichen oder protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht, oder wenn es eine nach den Akten klar feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt gelassen hat und die angefochtene Entscheidung darauf beruht (Senatsbeschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;November 2010 X&nbsp;B&nbsp;159\/09, BFH\/NV 2011, 610, unter II.2., und vom 26.&nbsp;Juni 2013 X&nbsp;B&nbsp;244\/12, BFH\/NV 2013, 1578, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, das FG habe den Vorschlag des gerichtseigenen Pr&uuml;fers &uuml;bergangen, einen Sicherheitszuschlag von 15&nbsp;% vorzunehmen, wird damit kein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten dargelegt. Bei diesem Vorschlag handelt es sich nicht um eine &quot;klar feststehende Tatsache&quot;, sondern um eine eigene Sachverhaltsw&uuml;rdigung und Einsch&auml;tzung des gerichtseigenen Pr&uuml;fers, die f&uuml;r den beim FG entscheidenden Senat nicht bindend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin zum Zeitreihen-Vergleich waren f&uuml;r das FG nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2014, X B 12\/14 Fehlende Entscheidungserheblichkeit der Eignung eines &quot;Zeitreihen-Vergleichs&quot; Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erzielte in den Jahren 1997 und 1998 aus einer Eisdiele Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Sie ermittelte ihren Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich, erzielte im Wesentlichen Barums&auml;tze und setzte zu deren Erfassung zwei Registrierkassen ein. 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