{"id":63000,"date":"2014-07-31T10:31:29","date_gmt":"2014-07-31T08:31:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63000"},"modified":"2014-07-31T10:31:29","modified_gmt":"2014-07-31T08:31:29","slug":"vii-b-147-13-nichtigkeit-des-leistungsgebots-fuehrt-nicht-zur-nichtigkeit-der-vollstreckungsmassnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-147-13-nichtigkeit-des-leistungsgebots-fuehrt-nicht-zur-nichtigkeit-der-vollstreckungsmassnahme\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;147\/13 &#8211; Nichtigkeit des Leistungsgebots f&uuml;hrt nicht zur Nichtigkeit der Vollstreckungsma&szlig;nahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.5.2014, VII B 147\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtigkeit des Leistungsgebots f&uuml;hrt nicht zur Nichtigkeit der Vollstreckungsma&szlig;nahme<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Keiner der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie&szlig;end genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wenn dem Beschwerdevorbringen zu entnehmen sein sollte, das Finanzgericht (FG) habe seiner Entscheidung verfahrensfehlerhaft den Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit von Pf&auml;ndungen und Vollstreckungsank&uuml;ndigungen zugrunde gelegt, ohne auf sachgerechte, sich aus dem Streitfall ergebende Antr&auml;ge hinzuwirken, so erg&auml;be sich aus diesem Einwand kein Revisionszulassungsgrund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO. Denn das FG hat bereits in dem der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) zugestellten Gerichtsbescheid den Klageantrag der von ihr &#8211;als Steuerberaterin Sachkundigen&#8211; erstellten Klageschrift entnommen. Mit ihrem Antrag auf m&uuml;ndliche Verhandlung h&auml;tte sie auf einen &Auml;nderungsantrag hinweisen und diesen sp&auml;testens in der m&uuml;ndlichen Verhandlung stellen m&uuml;ssen. Da sie insoweit nichts unternommen hat, insbesondere auch nicht zur Verhandlung erschienen ist, ist sie mit diesem Vorbringen nunmehr ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es war auch nicht verfahrensfehlerhaft, insbesondere keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r, dass das FG in Abwesenheit der Kl&auml;gerin m&uuml;ndlich verhandelt hat. Denn mit ihrem am Morgen des Verhandlungstags eingegangenen Telefax hat sie nur mitgeteilt, erkrankt zu sein. Es mag offenbleiben, ob das FG dieses Schreiben &uuml;berhaupt als einen Verlegungsantrag erkennen musste. Jedenfalls war die blo&szlig;e Mitteilung einer Erkrankung kein Verlegungsgrund. Nach &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect;&nbsp;155 FGO ist das Gericht nur dann verpflichtet, einen anberaumten Verhandlungstermin zu verlegen, wenn hierf&uuml;r erhebliche Gr&uuml;nde vorliegen. Die Umst&auml;nde, die im Einzelfall eine Verlegung des Termins erforderlich machen, muss derjenige, der die Verlegung beantragt, dem FG darlegen. Wird der Antrag auf Terminverlegung mit einer pl&ouml;tzlichen Erkrankung begr&uuml;ndet, muss der Antragsteller &#8211;wenn er kein &auml;rztliches Attest beibringen kann&#8211; die Umst&auml;nde so genau schildern, dass das FG selbst beurteilen kann, ob die Erkrankung ein Erscheinen zum Termin unzumutbar macht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 21.&nbsp;November 2012 VIII&nbsp;B&nbsp;144\/11, BFH\/NV 2013, 240, m.w.N.). Das ist im Streitfall nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin meint weiter sinngem&auml;&szlig;, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO ergebe sich daraus, dass das FG eine ihr nach englischem Recht aufgrund eines in Gro&szlig;britannien durchgef&uuml;hrten Insolvenzverfahrens erteilte Restschuldbefreiung wegen Versto&szlig;es gegen den ordre public nicht anerkannt und damit gegen europ&auml;isches Recht versto&szlig;en habe.<br \/>Unbeschadet der Zweifel, ob damit eine grunds&auml;tzlich bedeutende Rechtsfrage in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise dargelegt ist, liegt dieser Revisionszulassungsgrund schon deshalb nicht vor, weil es f&uuml;r die Abweisung der Nichtigkeitsklage &#8211;wie im Urteil des FG (S.&nbsp;7 unten) ausdr&uuml;cklich festgestellt&#8211; nicht darauf ankam, ob dem Insolvenzverfahren aufgrund eines Versto&szlig;es gegen den ordre public die Anerkennung zu versagen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Einen die Revision rechtfertigenden schwerwiegenden Fehler der angefochtenen Entscheidung sieht die Kl&auml;gerin schlie&szlig;lich darin, dass das FG den Nichtigkeitsgrund des &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) nicht beachtet habe. Denn h&auml;tte sie die vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) geforderten Zahlungen geleistet, h&auml;tte sie sich nach ihrem Vortrag nach englischem Recht strafbar gemacht, weil ihr w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens Zahlungen ohne Zustimmung des &quot;Receivers&quot; nicht erlaubt gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zulassung der Revision, die nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung grunds&auml;tzlich in Betracht kommen kann, wenn das angefochtene Urteil auf einem so schweren Rechtsfehler beruht, dass sein Fortbestand das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digen k&ouml;nnte (Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;Juli 2004 VII&nbsp;B&nbsp;344\/03, BFHE 206, 226, BStBl II 2004, 896), kommt im Streitfall aber nicht in Betracht. Denn die Vollstreckungsma&szlig;nahmen, gegen die sich die Klage richtet, sind selbst dann nicht nichtig, wenn die diesen zugrunde liegenden Leistungsgebote nichtig sein sollten, weil sie, wie die Kl&auml;gerin wohl meint, w&auml;hrend des englischen Insolvenzverfahrens nicht mehr gegen sie, sondern nur noch gegen den Insolvenzverwalter als alleinigen Verf&uuml;gungsberechtigten &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen h&auml;tten ergehen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn nach &sect;&nbsp;257 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO ist die Vollstreckung einzustellen und bereits getroffene Vollstreckungsma&szlig;nahmen sind aufzuheben, wenn der zu vollstreckende Verwaltungsakt aufgehoben oder &#8211;was der Aufhebung gleichsteht&#8211; nichtig ist (vgl. Klein\/Brockmeyer, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;257 Rz&nbsp;5, m.w.N.). Dieser Anspruch kann &#8211;sofern das FA nicht von Amts wegen t&auml;tig wird&#8211; mit der Verpflichtungsklage verfolgt werden. Die von der Kl&auml;gerin beschworene Gefahr, zur Abwendung der Vollstreckung eine strafbare Handlung begehen zu m&uuml;ssen, besteht mithin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect; 135 Abs. 2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.5.2014, VII B 147\/13 Nichtigkeit des Leistungsgebots f&uuml;hrt nicht zur Nichtigkeit der Vollstreckungsma&szlig;nahme Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Keiner der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie&szlig;end genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt vor. 2&nbsp; 1. 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