{"id":63006,"date":"2014-07-31T10:32:34","date_gmt":"2014-07-31T08:32:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63006"},"modified":"2014-07-31T10:32:34","modified_gmt":"2014-07-31T08:32:34","slug":"iii-r-14-05-keine-zusammenveranlagung-fuer-nicht-eingetragene-lebenspartner-steuerliche-ungleichbehandlung-von-ehegatten-einerseits-und-zusammenlebenden-homosexuellen-paaren-andererseits-vor-einfuehru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-14-05-keine-zusammenveranlagung-fuer-nicht-eingetragene-lebenspartner-steuerliche-ungleichbehandlung-von-ehegatten-einerseits-und-zusammenlebenden-homosexuellen-paaren-andererseits-vor-einfuehru\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;14\/05 &#8211; Keine Zusammenveranlagung f&uuml;r nicht eingetragene Lebenspartner &#8211; Steuerliche Ungleichbehandlung von Ehegatten einerseits und zusammenlebenden homosexuellen Paaren andererseits vor Einf&uuml;hrung des LPartG nicht zu beanstanden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2014, III R 14\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Zusammenveranlagung f&uuml;r nicht eingetragene Lebenspartner &#8211; Steuerliche Ungleichbehandlung von Ehegatten einerseits und zusammenlebenden homosexuellen Paaren andererseits vor Einf&uuml;hrung des LPartG nicht zu beanstanden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Partner einer Lebensgemeinschaft k&ouml;nnen f&uuml;r Jahre, in denen das LPartG noch nicht in Kraft war, keine Zusammenveranlagung w&auml;hlen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) lebte seit dem Jahr 1997 mit dem brasilianischen Einwanderer C, der mangels Arbeitsgenehmigung kein Einkommen bezog, in einer Lebensgemeinschaft. Am 19.&nbsp;Februar 1999 schlossen der Kl&auml;ger und C einen notariell beurkundeten &quot;Partnerschaftsvertrag&quot;, aufgrund dessen der Kl&auml;ger an C Unterhalt zu leisten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wurde vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r das Jahr 2000 (Streitjahr) einzeln zur Einkommensteuer veranlagt. Er wandte sich gegen den Einkommensteuerbescheid 2000 vom 3.&nbsp;Juni 2002 mit Einspruch. Im Verlauf des Rechtsbehelfsverfahrens erlie&szlig; das FA unter dem Datum des 8.&nbsp;Juli 2002 einen &Auml;nderungsbescheid und ber&uuml;cksichtigte Unterhaltszahlungen des Kl&auml;gers an C in H&ouml;he von 13.500&nbsp;DM. Gegen diesen Bescheid legte der Kl&auml;ger unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 17.&nbsp;Juli 2002&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/01, 1&nbsp;BvF&nbsp;2\/01 (BVerfGE 105, 313) ein weiteres Mal Einspruch ein und beantragte die Zusammenveranlagung mit C. Das FA lehnte dies ab (Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Januar 2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren begehrte der Kl&auml;ger weiterhin, zusammen mit C zur Einkommensteuer veranlagt zu werden<em>, <\/em>hilfsweise, Unterhaltszahlungen an C von 40.000&nbsp;DM als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen. Das Finanzgericht wies die Klage ab. Es war der Ansicht, nur Ehegatten stehe das Recht zur Wahl der Zusammenveranlagung zu, auch sei ein weitergehender Abzug von Unterhaltsleistungen nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, er lebe mit C in einer auf Dauer angelegten, lebenslangen F&uuml;rsorge- und Einstandsgemeinschaft, ebenso wie dies bei Ehegatten der Fall sei. Er sei im Streitjahr steuerlich wie ein Lediger behandelt worden, obwohl seine wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit der eines Verheirateten entsprochen habe. Das von ihm erwirtschaftete Einkommen sei geteilt und gemeinsam verwendet worden. Der Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) gebiete es, Lebenspartner ebenso nach &sect;&nbsp;26b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zusammen zu veranlagen wie Ehegatten. Er, der Kl&auml;ger, k&ouml;nne wegen seiner sexuellen Identit&auml;t keine Ehe eingehen. Die sexuelle Orientierung sei das Ergebnis einer fr&uuml;hkindlich abgeschlossenen Entwicklung. Dieses personenbezogene Merkmal sei ebenso Bestandteil seiner Identit&auml;t wie seine Haar- und Hautfarbe oder seine Rasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 5.&nbsp;Juli 2006 setzte der Senat das Verfahren nach &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bis zur Entscheidung des BVerfG in der Sache 2&nbsp;BvR&nbsp;909\/06 aus. Mit Schreiben vom 12.&nbsp;August 2013 fragte die Senatsgesch&auml;ftsstelle beim Kl&auml;ger an, ob dieser die Revision im Hinblick auf den Beschluss des BVerfG vom 7.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;909\/06, 2&nbsp;BvR&nbsp;1981\/06 und 2&nbsp;BvR&nbsp;288\/07 (BVerfGE 133, 377) aufrecht erhalten wolle, da im Streitjahr 2000 eingetragene Lebenspartnerschaften noch nicht existiert h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger teilte daraufhin mit, dass die Revision nicht zur&uuml;ckgenommen werde. Das BVerfG habe in der Entscheidung in BVerfGE 133, 377 den Obersatz aufgestellt, dass die Besserstellung der Ehe nicht zu einer Diskriminierung gegen&uuml;ber anderen rechtlich geordneten Lebensgemeinschaften f&uuml;hren d&uuml;rfe. Dem BVerfG komme es vor allem auf den Bindungsgrad einer Paarbeziehung an. Er, der Kl&auml;ger, habe im Streitjahr noch keine Partnerschaft nach dem erst sp&auml;ter in Kraft getretenen Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) eingehen k&ouml;nnen. Er habe jedoch mit dem Abschluss des notariellen Partnerschaftsvertrags diejenige Gestaltung gew&auml;hlt, die zur st&auml;rksten Bindung gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und das FA zu verpflichten, ihn zusammen mit C zur Einkommensteuer zu veranlagen,<br \/>hilfsweise, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2000 vom 8.&nbsp;Juli 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Januar 2003 dahingehend zu &auml;ndern, dass Unterhaltszahlungen an C in H&ouml;he von 40.000&nbsp;DM steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA hat es zu Recht abgelehnt, den Kl&auml;ger zusammen mit C zur Einkommensteuer zu veranlagen. Der hierauf gerichtete Verpflichtungsantrag des Kl&auml;gers (vgl. Senatsurteil vom 31.&nbsp;Januar 2013 III&nbsp;R&nbsp;15\/10, BFH\/NV 2013, 1071) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger und C erf&uuml;llen nicht die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zusammenveranlagung. Nach &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EStG haben Ehegatten bei Vorliegen der weiteren gesetzlichen Voraussetzungen das Recht, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;26b EStG zusammen zur Einkommensteuer veranlagt zu werden. Der Kl&auml;ger und C sind jedoch nicht Ehegatten. Dies k&ouml;nnen nur zwei Menschen verschiedenen Geschlechts sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch aus der in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;8 EStG i.d.F. des Gesetzes vom 15.&nbsp;Juli 2013 zur &Auml;nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7.&nbsp;Mai 2013 (BGBl I 2013, 2397) bestimmten Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten ergibt sich kein Anspruch des Kl&auml;gers auf Zusammenveranlagung, da der Kl&auml;ger und C im Streitjahr 2000 noch keine Lebenspartner waren; in diesem Jahr galt das LPartG, das erst zum 1.&nbsp;August 2001 in Kraft trat, noch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;8 EStG sind die Regelungen des EStG zu Ehegatten und Ehen auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden. Die Vorschrift ist r&uuml;ckwirkend in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Einkommensteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt worden ist (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2a EStG i.d.F. des Gesetzes in BGBl I 2013, 2397). Das Gesetz spricht in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;8 EStG zwar lediglich von Lebenspartnern und Lebenspartnerschaften und nicht von Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaften. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Partner von Lebensgemeinschaften, die keine Lebenspartner im Sinne des LPartG sind, in den Genuss der steuerlichen Vorteile kommen k&ouml;nnen, die bis zur Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;8 EStG allein Ehegatten vorbehalten waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die genannte Vorschrift ist eine Reaktion des Gesetzgebers auf die Entscheidung des BVerfG in BVerfGE 133, 377. Das BVerfG war der Ansicht, die Versagung des Splittingtarifs f&uuml;r Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sei eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung und damit ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Der besondere Schutz, unter den Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG die Ehe als besondere Verantwortungsbeziehung stelle, rechtfertige die Besserstellung der Ehe im Verh&auml;ltnis zu ungebundenen Partnerbeziehungen, nicht aber ohne Weiteres im Verh&auml;ltnis zu einer rechtlich verbindlich verfassten Lebensgemeinschaft, die sich von der Ehe durch die Gleichgeschlechtlichkeit der Partner unterscheide. Durch die gesetzliche Einf&uuml;hrung des Instituts der Lebenspartnerschaft h&auml;tten sich die jeweils durch eine Ehe und die Lebenspartnerschaft begr&uuml;ndeten rechtlichen Bindungen und die gegenseitigen Einstandspflichten weitgehend angeglichen. Auch sei die Lebenspartnerschaft taugliche Grundlage f&uuml;r eine Familie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r das BVerfG war ausschlaggebend, dass wegen der seit dem 1.&nbsp;August 2001 f&uuml;r gleichgeschlechtlich veranlagte Menschen bestehenden M&ouml;glichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen, derartige Partnerschaften sich herk&ouml;mmlichen Ehen derart angen&auml;hert h&auml;tten, dass eine steuerliche Ungleichbehandlung nicht mehr zu rechtfertigen sei. Vor der Einf&uuml;hrung des LPartG war somit auch aus der Sicht des BVerfG eine steuerliche Ungleichbehandlung von Ehegatten einerseits und zusammenlebenden homosexuellen Paaren andererseits nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Nach der Entscheidung des BVerfG in BVerfGE 133, 377 haben somit nur zwei Menschen, die als Ehegatten oder als Lebenspartner im Sinne des LPartG eine Gemeinschaft bilden, einen Anspruch auf Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer. Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft sind die gesetzlich vorgesehenen Ankn&uuml;pfungspunkte f&uuml;r eine einkommensteuerrechtliche Privilegierung gegen&uuml;ber anderen Formen des Zusammenlebens. Andere denkbare Gemeinschaften sind nicht beg&uuml;nstigt, auch dann nicht, wenn die Partner ihre Rechtsbeziehungen auf eine vertragliche Grundlage gestellt haben. So kann z.B. ein nicht verheiratetes verschiedengeschlechtliches Paar, das einen Partnerschaftsvertrag mit weitreichenden Unterhalts- und Beistandsverpflichtungen abgeschlossen hat, nicht die Zusammenveranlagung beanspruchen; auf die Gr&uuml;nde, weshalb das Paar keine Ehe schlie&szlig;en will oder kann, kommt es nicht an. Auch ein Geschwisterpaar, das nach jetziger Rechtslage keine Lebenspartnerschaft eingehen kann (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 LPartG), ist von einer steuerlichen Zusammenveranlagung ausgeschlossen, unabh&auml;ngig von etwaigen vertraglich vereinbarten Unterhalts- und Beistandspflichten. Entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers ist somit aus der Formulierung des BVerfG in BVerfGE 133, 377 (Rz&nbsp;85), wonach eine Besserstellung der Ehe im Vergleich zu ungebundenen Partnerbeziehungen m&ouml;glich sei, nicht abzuleiten, dass eine solche Besserstellung schon dann nicht erlaubt ist, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern vertragliche Bindungen bestehen. Solche Bindungen f&uuml;hren nicht zu &quot;rechtlich verbindlich verfassten Lebensformen&quot; im Sinne des BVerfG-Beschlusses in BVerfGE 133, 377 (Rz&nbsp;84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch der hilfsweise gestellte Anfechtungsantrag, mit dem der steuermindernde Abzug von Unterhaltsaufwendungen in H&ouml;he von 40.000&nbsp;DM begehrt wird, hat keinen Erfolg. Das FA hat im ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2000 vom 8.&nbsp;Juli 2002 f&uuml;r Unterhaltsleistungen des Kl&auml;gers an C einen Abzug nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG in der maximalen H&ouml;he von 13.500&nbsp;DM gew&auml;hrt. F&uuml;r eine dar&uuml;ber hinausgehende Ber&uuml;cksichtigung fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage. Sie ist auch nicht verfassungsrechtlich geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2014, III R 14\/05 Keine Zusammenveranlagung f&uuml;r nicht eingetragene Lebenspartner &#8211; Steuerliche Ungleichbehandlung von Ehegatten einerseits und zusammenlebenden homosexuellen Paaren andererseits vor Einf&uuml;hrung des LPartG nicht zu beanstanden Leits&auml;tze Die Partner einer Lebensgemeinschaft k&ouml;nnen f&uuml;r Jahre, in denen das LPartG noch nicht in Kraft war, keine Zusammenveranlagung w&auml;hlen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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