{"id":63009,"date":"2014-07-31T10:31:38","date_gmt":"2014-07-31T08:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63009"},"modified":"2014-07-31T10:31:38","modified_gmt":"2014-07-31T08:31:38","slug":"iii-b-153-13-zufluss-von-verguetungen-bei-einem-beherrschenden-gesellschafter-einer-kapitalgesellschaft-voraussetzungen-einer-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-153-13-zufluss-von-verguetungen-bei-einem-beherrschenden-gesellschafter-einer-kapitalgesellschaft-voraussetzungen-einer-divergenz\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;153\/13 &#8211; Zufluss von Verg&uuml;tungen bei einem beherrschenden Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft; Voraussetzungen einer Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.6.2014, III B 153\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zufluss von Verg&uuml;tungen bei einem beherrschenden Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft; Voraussetzungen einer Divergenz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden im Streitjahr 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte u.a. Eink&uuml;nfte aus freiberuflicher T&auml;tigkeit und ermittelte seinen Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung. Der Kl&auml;ger war dar&uuml;ber hinaus Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer mehrerer Gesellschaften, die mit der Planung, Errichtung und Vermarktung von Geb&auml;uden besch&auml;ftigt waren, u.a. einer Bautr&auml;ger GmbH (nachfolgend BT GmbH) und einer Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH (nachfolgend Immo GmbH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren bis 1998 erbrachte der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der BT GmbH Leistungen. Zum 31.&nbsp;Dezember 2000 wies die BT GmbH Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger aus abgerechneten Leistungen in H&ouml;he von 1.229.525,77&nbsp;DM aus. Daneben hatte sie eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r nicht abgerechnete Leistungen in H&ouml;he von 650.000&nbsp;DM gebildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer die Vorjahre 1997 bis 2000 betreffenden Au&szlig;enpr&uuml;fung hatte der Pr&uuml;fer keine Schlussrechnungen f&uuml;r die verwirklichten Bauprojekte erhalten. Er ging davon aus, dass der Kl&auml;ger bewusst keine Schlussrechnungen gestellt hatte und es im Jahr 2001 zu einer Aufrechnung zwischen dem Kl&auml;ger, der BT GmbH und der Immo GmbH gekommen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2001 erf&uuml;llte die BT GmbH ihre gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger bestehenden Verbindlichkeiten teilweise durch Zahlung in H&ouml;he von insgesamt 559.000&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren schloss der Kl&auml;ger mit der BT GmbH und der Immo GmbH eine Vereinbarung vom 10.&nbsp;Dezember 2000 ab, aufgrund derer die Immo GmbH zum einen zum 1.&nbsp;Januar 2001 die Verbindlichkeit der BT GmbH gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger in H&ouml;he von 1.320.525,77&nbsp;DM (670.525,77&nbsp;DM aus abgerechneten, 650.000&nbsp;DM aus nicht abgerechneten Leistungen) &uuml;bernahm und zum anderen der Kl&auml;ger diese Forderungen an die Immo GmbH abtrat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In zwei weiteren Vereinbarungen vom 7.&nbsp;Januar 2001 erkl&auml;rte die Immo GmbH, dass dem Kl&auml;ger die Betr&auml;ge in H&ouml;he von 670.525,77&nbsp;DM und 650.000&nbsp;DM zust&uuml;nden und sie auf die Einrede der Verj&auml;hrung verzichte. Der Kl&auml;ger erkl&auml;rte, dass er bis zur Vermarktung eines bestimmten Bauprojekts auf die Geltendmachung der bereits abgerechneten Honorare und auf die Abrechnung der noch nicht abgerechneten Leistungen verzichte und mit diesen Forderungen im Rang hinter s&auml;mtliche Verbindlichkeiten der Immo GmbH zur&uuml;cktrete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer u.a. das Streitjahr umfassenden Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der Pr&uuml;fer zu dem Ergebnis, dass dem Kl&auml;ger die Honorare in H&ouml;he von 1.320.525,77&nbsp;DM im Jahr 2001 zugeflossen seien. Zur Begr&uuml;ndung verwies er u.a. darauf, dass die Verrechnungskonten zwischen der BT GmbH und der Immo GmbH per Saldo unver&auml;ndert geblieben seien, w&auml;hrend sich die Verbindlichkeiten des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber der BT GmbH um den betreffenden Betrag verringert h&auml;tten. Die Buchungen seien laut Belegdaten am 1. und 2.&nbsp;Januar 2001 erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) erlie&szlig; am 21.&nbsp;August 2008 einen entsprechenden &Auml;nderungsbescheid. Der Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Es ging davon aus, dass dem Kl&auml;ger neben den in H&ouml;he von 559.000&nbsp;DM gezahlten Honoraren auch der Betrag in H&ouml;he von 1.320.525,77&nbsp;DM im Jahr 2001 zugeflossen sei. Bei einem beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft k&ouml;nne ein Zufluss von Einnahmen zwar auch vor Zahlung oder Gutschrift eintreten. Die insoweit erforderliche F&auml;lligkeit des Anspruchs sei jedoch erst durch die Vereinbarungen vom 7.&nbsp;Januar 2001 eingetreten, nachdem der Kl&auml;ger keine Schlussrechnungen vorgelegt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehren die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Divergenz i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO ist anzunehmen, wenn das FG mit einem das angegriffene Urteil tragenden und entscheidungserheblichen Rechtssatz von einem ebensolchen Rechtssatz einer anderen Gerichtsentscheidung abgewichen ist. Das angefochtene Urteil und die vorgebliche Divergenzentscheidung m&uuml;ssen dabei dieselbe Rechtsfrage betreffen und zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sein (z.B. Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;Oktober 2011 III&nbsp;B&nbsp;56\/11, BFH\/NV 2012, 178). Die voneinander abweichenden Rechtss&auml;tze m&uuml;ssen sich aus dem angefochtenen Urteil des FG und der Divergenzentscheidung unmittelbar und mit hinreichender Deutlichkeit ergeben (Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;Dezember 2013 III&nbsp;B&nbsp;55\/12, BFH\/NV 2014, 575, m.w.N.). Nicht erforderlich ist dabei, dass der abstrakte Rechtssatz nach Art eines Leitsatzes in den Gr&uuml;nden des angefochtenen Urteils formuliert ist; er kann sich auch aus scheinbar nur fallbezogenen Rechtsausf&uuml;hrungen ergeben (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;April 1992 VIII&nbsp;B&nbsp;49\/90, BFHE 167, 488, BStBl II 1992, 671).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Abweichung des FG-Urteils von dem BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Februar 1965 IV&nbsp;213\/64&nbsp;U (BFHE 82, 440, BStBl III 1965, 407) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger r&uuml;gen, dass das FG konkludent folgenden Rechtssatz aufgestellt habe:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Gehaltsbetr&auml;ge oder sonstige Verg&uuml;tungen eines beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers gegen&uuml;ber der von ihm beherrschten Kapitalgesellschaft flie&szlig;en auch dann, wenn sie (sich) schon zu eine(m) fr&uuml;heren Zeitpunkt bei der Kapitalgesellschaft einkommensmindernd ausgewirkt haben, fr&uuml;hestens mit ihrer zivilrechtlichen F&auml;lligkeit zu.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Widerspruch hierzu habe der BFH in BFHE 82, 440, BStBl III 1965, 407 folgenden Rechtssatz aufgestellt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;T&auml;tigkeitsverg&uuml;tungen, die aufgrund eines ernstgemeinten Dienstvertrages gegen&uuml;ber dem (beherrschenden) Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft zugesagt wurden und f&uuml;r die (die) Kapitalgesellschaft eine R&uuml;ckstellung bildet, die sich einkommensmindernd auswirkt, sind dem (beherrschenden) Gesellschafter auch dann bereits zugeflossen, wenn er seine Eink&uuml;nfte nach der &Uuml;berschu&szlig;rechnung ermittelt.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht leiten die Kl&auml;ger indes aus dem BFH-Urteil in BFHE 82, 440, BStBl III 1965, 407 ab, dass es f&uuml;r einen Zufluss (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) beim beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer allein auf die R&uuml;ckstellungsbildung bei der Gesellschaft ankommt. Vielmehr f&uuml;hrte der BFH in der genannten Entscheidung aus, dass den Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft Betr&auml;ge, die die Gesellschaft ihnen schuldet, bereits &quot;mit der F&auml;lligkeit&quot; zuflie&szlig;en, wenn die Gesellschafter die Gesellschaft beherrschen. Nichts anderes ergibt sich auch aus dem von den Kl&auml;gern zitierten BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Februar 2011 VI&nbsp;R&nbsp;66\/09 (BFHE 232, 497). Auch in dieser Entscheidung hat der BFH ausgef&uuml;hrt, dass dem alleinigen oder jedenfalls beherrschenden Gesellschafter eine eindeutige und unbestrittene Forderung gegen die Kapitalgesellschaft &quot;bereits mit deren F&auml;lligkeit&quot; zuflie&szlig;t. Zudem wies er darauf hin, dass zivilrechtliche Vereinbarungen &uuml;ber die F&auml;lligkeit einer Verg&uuml;tung grunds&auml;tzlich auch im Steuerrecht beachtlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch soweit die Kl&auml;ger eine Abweichung des FG-Urteils vom BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Mai 1973 VIII&nbsp;R&nbsp;97\/70 (BFHE 109, 573, BStBl II 1973, 815) r&uuml;gen, liegt diese nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machen geltend, das FG weiche mit dem dort unter 1.b dargestellten Rechtssatz von dem in BFHE 109, 573, BStBl II 1973, 815 aufgestellten Rechtssatz ab, der wie folgt laute:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Weist eine GmbH eine gegen sie gerichtete Forderung der Alleingesellschafterin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin als Verbindlichkeit aus, so gilt die Forderung der Gesellschafterin nur dann nicht als im Sinne des &sect;&nbsp;11 EStG zugeflossen, wenn die Gesellschaft im ma&szlig;gebenden Zeitpunkt infolge Zahlungsunf&auml;higkeit konkursreif war.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht stellen die Kl&auml;ger dabei aber allein auf den ver&ouml;ffentlichten Leitsatz der Entscheidung ab und ziehen dabei nicht die vom BFH zur n&auml;heren Erl&auml;uterung dieses Rechtssatzes gemachten Ausf&uuml;hrungen heran. Daher &uuml;bersehen sie, dass der BFH auch in dieser vorgeblichen Divergenzentscheidung von dem Rechtssatz ausgeht, wonach Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft Betr&auml;ge, die die Gesellschaft ihnen schuldet, grunds&auml;tzlich bereits &quot;mit der F&auml;lligkeit&quot; i.S. des &sect;&nbsp;11 EStG zuflie&szlig;en, wenn die Gesellschafter die Gesellschaft beherrschen. Eine Ausnahme von dem Grundsatz des Zuflie&szlig;ens bereits bei F&auml;lligkeit l&auml;sst der BFH dann zu, wenn die Auszahlung infolge der Illiquidit&auml;t der Gesellschaft unterbleibt. Anders als der BFH in der genannten Entscheidung ging das FG indes &#8211;nach seinen nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und damit f&uuml;r den BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen&#8211; nicht von einer illiquiden Kapitalgesellschaft aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, wenn ihre Beantwortung durch den BFH aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei soll es sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein muss. Ein im allgemeinen Interesse liegendes Bed&uuml;rfnis nach Kl&auml;rung einer Rechtsfrage ist gegeben, wenn sich diese Frage nicht ohne weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst, wenn sie nicht bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt ist oder wenn neue Gesichtspunkte zu Unsicherheiten in der Beantwortung der Rechtsfrage f&uuml;hren und eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung durch den BFH erforderlich machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Frage, ob der Zufluss einer Verg&uuml;tung beim beherrschenden Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft im Falle fehlender Zahlung oder Gutschrift (auf dem Empf&auml;ngerkonto) zwingend voraussetzt, dass die Forderung des beherrschenden Gesellschafters zivilrechtlich f&auml;llig ist, bedarf keiner Kl&auml;rung, da sie durch die Rechtsprechung des BFH bereits hinreichend gekl&auml;rt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist bei einem beherrschenden Gesellschafter der Zufluss eines Verm&ouml;gensvorteils nicht erst im Zeitpunkt der Gutschrift auf dem Konto des Gesellschafters, sondern bereits im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit der Forderung anzunehmen, da ein beherrschender Gesellschafter es regelm&auml;&szlig;ig in der Hand hat, sich geschuldete Betr&auml;ge auszahlen zu lassen. Diese Zuflussregel gilt jedenfalls dann, wenn der Anspruch eindeutig, unbestritten und f&auml;llig ist und sich gegen eine zahlungsf&auml;hige Gesellschaft richtet (z.B. BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Mai 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/06, BFH\/NV 2007, 2249, m.w.N., und in BFHE 232, 497). Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung dieser Rechtsfrage geboten erscheinen lassen, ergeben sich aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Ob f&uuml;r den Zufluss von Gewinnanteilen beim beherrschenden Gesellschafter andere Grunds&auml;tze gelten (s. hierzu etwa vom 17.&nbsp;November 1998 VIII&nbsp;R&nbsp;24\/98, BFHE 187, 292, BStBl II 1999, 223), w&auml;re im Streitfall nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, da das FG keinen entsprechenden Sachverhalt festgestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.6.2014, III B 153\/13 Zufluss von Verg&uuml;tungen bei einem beherrschenden Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft; Voraussetzungen einer Divergenz Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden im Streitjahr 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte u.a. Eink&uuml;nfte aus freiberuflicher T&auml;tigkeit und ermittelte seinen Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung. 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