{"id":63092,"date":"2014-08-07T09:19:16","date_gmt":"2014-08-07T07:19:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63092"},"modified":"2014-08-07T09:19:16","modified_gmt":"2014-08-07T07:19:16","slug":"xi-b-126-13-juristische-person-des-oeffentlichen-rechts-als-unternehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-126-13-juristische-person-des-oeffentlichen-rechts-als-unternehmer\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;126\/13 &#8211; Juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts als Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2014, XI B 126\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts als Unternehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) ist als st&auml;dtische Gemeinde Eigent&uuml;merin des Stadtbades, das sie zun&auml;chst selbst als Betrieb gewerblicher Art (BgA) f&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab dem 1.&nbsp;Januar 2007 verpachtete sie das Freibad. In der Pr&auml;ambel des entsprechenden &quot;Pacht- und Betriebsf&uuml;hrungsvertrages&quot; hielten die Vertragsparteien fest, dass die Kosten f&uuml;r den Betrieb nicht durch die Einnahmen gedeckt w&uuml;rden und der Vertrag das Ziel habe, den sicheren Betrieb des Bades weiterhin zu gew&auml;hrleisten sowie dessen Effektivit&auml;t und Wirtschaftlichkeit zu erh&ouml;hen. Zu diesem Zweck wurde vereinbart, dass der P&auml;chter das gesamte Grundst&uuml;ck des Bades einschlie&szlig;lich der kompletten Badeanlage pachtete, das Bad im Auftrag der Stadt betrieb und es in gleicher Weise der &Ouml;ffentlichkeit zur Verf&uuml;gung stellte, wie dies bisher die Kl&auml;gerin selbst getan hatte. Die Kl&auml;gerin sollte dem P&auml;chter die aus Eintrittsgeldern und sonstigen Einnahmen nicht zu erwirtschaftenden Betriebsaufwendungen erstatten, sofern diese allein aus einem ordnungsgem&auml;&szlig;en und wirtschaftlichen Badebetrieb entstanden waren. Als konkrete Kostenbeteiligung der Kl&auml;gerin war in &sect;&nbsp;6 des Pachtvertrages vorgesehen, dass diese zum Ausgleich der durch den Betrieb des Bades nicht deckungsf&auml;higen Kosten (ungedeckter Aufwand) an den P&auml;chter einen j&auml;hrlichen Zuschuss in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zuz&uuml;glich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zahlte. Dabei richteten sich lt. &sect;&nbsp;7 des Pachtvertrages die Eintrittspreise nach der von der Stadt erlassenen Entgeltordnung. Der P&auml;chter trug die Betriebskosten und war verpflichtet, eine j&auml;hrliche Pacht von &#8230;&nbsp;EUR zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hob im Einspruchsverfahren gegen die f&uuml;r die Jahre 2007, 2008 und 2009 (Streitjahre) ergangenen Umsatzsteuerfestsetzungen nach Hinweis auf eine m&ouml;gliche Verb&ouml;serung die entsprechenden Umsatzsteuer-Jahresbescheide mit Einspruchsentscheidung vom 9.&nbsp;Juli 2013 unter Hinweis darauf auf, dass die Kl&auml;gerin im Hinblick auf das verpachtete Freibad nicht als Unternehmerin i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetztes (UStG) anzusehen sei und ihr deshalb der von ihr geltend gemachte Vorsteuerabzug nicht zustehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der anschlie&szlig;end erhobenen Klage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt das FA Divergenz i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom FA behauptete Divergenz nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die vom FA begehrte Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO wegen Divergenz setzt voraus, dass das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als ein anderes Gericht oder ein anderer Spruchk&ouml;rper desselben Gerichts; die Entscheidung des FG muss auf der Abweichung beruhen (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;August 2013 XI&nbsp;B&nbsp;79\/12, BFH\/NV 2013, 1953; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;115 FGO Rz&nbsp;176, 185). Ferner muss die Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich sein (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FA f&uuml;hrt aus, die Entscheidung des FG stehe im Widerspruch zum Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 13.&nbsp;November 2008&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;407\/05. Der behaupteten Divergenzentscheidung und dem im Streitfall ergangenen FG-Urteil habe jeweils ein vergleichbarer Sachverhalt zugrunde gelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Nieders&auml;chsische FG habe in seiner Entscheidung konkludent folgenden Rechtssatz aufgestellt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;&Uuml;berl&auml;sst eine [juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts (jP&ouml;R)] einen Betrieb vertraglich an einen privaten Dritten zur Betriebsf&uuml;hrung, sind f&uuml;r die Feststellung, ob die jP&ouml;R den Betrieb dadurch zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen i.S.v. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 KStG (wirtschaftliche T&auml;tigkeit i.S.v. Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL) nutzt, alle Umst&auml;nde seiner Nutzung zu pr&uuml;fen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz habe seiner Entscheidung demgegen&uuml;ber stillschweigend folgenden Rechtssatz zugrunde gelegt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;&Uuml;berl&auml;sst eine jP&ouml;R einen Betrieb vertraglich an einen privaten Dritten zur Betriebsf&uuml;hrung, gen&uuml;gt f&uuml;r die Feststellung, ob die jP&ouml;R den Betrieb dadurch zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen &#8230; nutzt, ein f&uuml;r die &Uuml;berlassung geschuldeter Zins; eine korrespondierende Verpflichtung der jP&ouml;R zum Ausgleich ungedeckten betrieblichen Aufwands ist unbeachtlich.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das im Streitfall ergangene FG-Urteil beruhe auf dieser Abweichung, weil es anders ausgefallen w&auml;re, wenn es von der divergierenden Auffassung des Nieders&auml;chsischen FG ausgegangen w&auml;re. Denn eine das Pachtentgelt und die Zuschussgew&auml;hrung verkn&uuml;pfende Betrachtungsweise f&uuml;hre vorliegend zu einer Belastung der Kl&auml;gerin. Bei dieser Gesamtschau sei das Tatbestandsmerkmal einer Einnahmeerzielung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) nicht erf&uuml;llt. Es bestehe daher ein urs&auml;chlicher Zusammenhang zwischen der Abweichung und dem Ergebnis der Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieses Vorbringen des FA vermag indes die behauptete Divergenz nicht zu begr&uuml;nden. Denn entgegen der Auffassung des FA ist eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BFH sind jP&ouml;R nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG nur im Rahmen ihrer BgA unternehmerisch und damit wirtschaftlich t&auml;tig. Bei diesen Betrieben handelt es sich nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 i.V.m. &sect;&nbsp;4 KStG um alle Einrichtungen, die einer nachhaltigen wirtschaftlichen T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen dienen und die sich innerhalb der Gesamtbet&auml;tigung der juristischen Person wirtschaftlich herausheben. Die Absicht, Gewinn zu erzielen, und eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr sind nicht erforderlich (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KStG). Betriebe, die &uuml;berwiegend der Aus&uuml;bung der &ouml;ffentlichen Gewalt dienen (Hoheitsbetriebe), geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 KStG nicht hierzu. Diese Vorschriften sind unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem bzw. des bis zum 31.&nbsp;Dezember 2006 geltenden Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern richtlinienkonform auszulegen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 XI&nbsp;R&nbsp;17\/08, BFHE 230, 466, BFH\/NV 2010, 2359, Rz&nbsp;23 ff.; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 XI&nbsp;R&nbsp;65\/07, BFHE 233, 264, BFH\/NV 2011, 1454, Rz&nbsp;17; vom 1.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;1\/11, BFHE 236, 235, BFH\/NV 2012, 534, Rz&nbsp;14; vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012 XI&nbsp;R&nbsp;8\/10, BFH\/NV 2012, 1667, Rz&nbsp;27&nbsp;ff., jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Handelt die jP&ouml;R dabei auf privatrechtlicher Grundlage durch Vertrag, kommt es f&uuml;r ihre Unternehmereigenschaft auf weitere Voraussetzungen nicht an (vgl. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 V&nbsp;R&nbsp;23\/10, BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, Rz&nbsp;21, und vom 10.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 235, 554, BFH\/NV 2012, 670, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat ferner in diesem Zusammenhang gekl&auml;rt, dass grunds&auml;tzlich von einem steuerbaren Leistungsaustausch auszugehen ist, wenn ein Unternehmer aufgrund eines gegenseitigen Vertrages Leistungen zur Erf&uuml;llung der von ihm &uuml;bernommenen Aufgaben einer jP&ouml;R gegen Entgelt &uuml;bernimmt (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Juni 2009 V&nbsp;R&nbsp;4\/08, BFHE 226, 382, BStBl II 2010, 310, und vom 19.&nbsp;November 2009 V&nbsp;R&nbsp;29\/08, BFH\/NV 2010, 701).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Daraus ist ersichtlich, dass die Rechtsgrunds&auml;tze in der behaupteten Divergenzentscheidung des Nieders&auml;chsischen FG vom 13.&nbsp;November 2008&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;407\/05 durch die neuere Rechtsprechung des BFH &uuml;berholt sind, wonach es bei Vorliegen eines privatrechtlichen Vertrages zwischen der jP&ouml;R und dem Vertragspartner f&uuml;r die Unternehmereigenschaft auf weitere Voraussetzungen gerade nicht ankommt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, Rz&nbsp;21, und in BFHE 235, 554, BFH\/NV 2012, 670, Rz&nbsp;14) und au&szlig;erdem grunds&auml;tzlich von einem steuerbaren Leistungsaustausch auszugehen ist, wenn ein Unternehmer aufgrund eines gegenseitigen Vertrages Leistungen zur Erf&uuml;llung der von ihm &uuml;bernommenen Aufgaben einer jP&ouml;R gegen Entgelt &uuml;bernimmt (BFH-Urteile in BFHE 226, 382, BStBl II 2010, 310, und in BFH\/NV 2010, 701). Das FG hat seiner Entscheidung im Streitfall diese Rechtsprechung zugrunde gelegt und ist dabei zum Ergebnis gelangt, dass die Kl&auml;gerin als Unternehmerin in diesem Sinne t&auml;tig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund besteht kein Allgemeininteresse an einer weiteren Entscheidung des BFH zu der vom FG im Rahmen der Divergenzr&uuml;ge aufgeworfenen Rechtsfrage zur Wahrung der Rechtseinheit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem vom FA zitierten Urteil des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union vom 20.&nbsp;Juni 2013 C-219\/12 &#8211;Fuchs&#8211; (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2013, 752, MehrwertSteuerrecht 2013, 371). Denn diese Entscheidung ist nicht zur Unternehmereigenschaft einer jP&ouml;R ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2014, XI B 126\/13 Juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts als Unternehmer Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) ist als st&auml;dtische Gemeinde Eigent&uuml;merin des Stadtbades, das sie zun&auml;chst selbst als Betrieb gewerblicher Art (BgA) f&uuml;hrte. 2&nbsp; Ab dem 1.&nbsp;Januar 2007 verpachtete sie das Freibad. 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