{"id":63112,"date":"2014-08-07T09:21:37","date_gmt":"2014-08-07T07:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63112"},"modified":"2014-08-07T09:21:37","modified_gmt":"2014-08-07T07:21:37","slug":"ii-r-1-13-erhebung-der-grunderwerbsteuer-fuer-gesellschafterwechsel-bei-einer-grundbesitzenden-personengesellschaft-aufgrund-abspaltung-bei-einer-gesellschafterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-1-13-erhebung-der-grunderwerbsteuer-fuer-gesellschafterwechsel-bei-einer-grundbesitzenden-personengesellschaft-aufgrund-abspaltung-bei-einer-gesellschafterin\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;1\/13 &#8211; Erhebung der Grunderwerbsteuer f&uuml;r Gesellschafterwechsel bei einer grundbesitzenden Personengesellschaft aufgrund Abspaltung bei einer Gesellschafterin"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.6.2014, II R 1\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Erhebung der Grunderwerbsteuer f&uuml;r Gesellschafterwechsel bei einer grundbesitzenden Personengesellschaft aufgrund Abspaltung bei einer Gesellschafterin<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Tatbestand des &sect; 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG ist auch dann erf&uuml;llt, wenn die Gesellschafterstellung einer zu 100 % am Verm&ouml;gen einer grundbesitzenden Personengesellschaft beteiligten GmbH aufgrund Abspaltung auf eine andere Personengesellschaft &uuml;bergeht, an deren Verm&ouml;gen der Alleingesellschafter der GmbH zu 100 % beteiligt ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Nichterhebung der Steuer nach &sect; 6 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 Satz 1 GrEStG sind in einem solchen Fall nicht erf&uuml;llt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH &#038; Co. KG, war im Jahr 2005 Eigent&uuml;merin mehrerer Grundst&uuml;cke, die in den Bezirken verschiedener Finanz&auml;mter lagen. Ihre Gesch&auml;ftsleitung befand sich im Bezirk des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;). An ihrem Verm&ouml;gen war im Innenverh&auml;ltnis allein ihre einzige Kommanditistin, die &#8230; GmbH (GmbH&nbsp;1) beteiligt. Das Stammkapital ihrer Komplement&auml;r-GmbH (GmbH&nbsp;2) wurde ebenfalls von der GmbH&nbsp;1 gehalten. Alleiniger Gesellschafter der GmbH&nbsp;1 war A. Diese Beteiligungsverh&auml;ltnisse bestanden bereits seit dem Jahr 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch notariell beurkundeten Vertrag vom 23.&nbsp;August 2005 &uuml;bertrug die GmbH&nbsp;1 einen Teilbetrieb als Gesamtheit durch Abspaltung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umwandlungsgesetzes (UmwG) auf die dadurch neu entstandene &#8230; GmbH &#038; Co. KG (KG&nbsp;2). &Uuml;bertragen wurden insbesondere die Beteiligungen der GmbH&nbsp;1 an der Kl&auml;gerin und an der GmbH&nbsp;2. A wurde der einzige Kommanditist der KG&nbsp;2. Die GmbH&nbsp;2 wurde die pers&ouml;nlich haftende Gesellschafterin der KG&nbsp;2 ohne Beteiligung an deren Verm&ouml;gen im Innenverh&auml;ltnis. Die Abspaltung wurde am 15.&nbsp;Dezember 2005 in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA nahm an, dass durch die Abspaltung der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) verwirklicht worden sei, und stellte demgem&auml;&szlig; gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin durch Bescheid vom 8.&nbsp;Oktober 2008 die Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Grunderwerbsteuer auf den 15.&nbsp;Dezember 2005 mit Ausnahme der Grundst&uuml;ckswerte gesondert fest. Der Einspruch blieb erfolglos. W&auml;hrend des Klageverfahrens erkl&auml;rte das FA durch die &Auml;nderungsbescheide vom 27.&nbsp;Mai und 25.&nbsp;August 2010 die Feststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 und 4 der Abgabenordnung hinsichtlich der Frage, ob die Heranziehung der Grundbesitzwerte i.S. des &sect;&nbsp;138 des Bewertungsgesetzes als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer verfassungsgem&auml;&szlig; ist bzw. ob die Steuer nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 GrEStG (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3a GrEStG) zu bemessen ist, f&uuml;r vorl&auml;ufig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG sei durch die Abspaltung verwirklicht worden. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 GrEStG f&uuml;r eine Nichterhebung der Steuer seien nicht erf&uuml;llt. Dass der vor der Abspaltung mittelbar am Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin beteiligte A Kommanditist der KG&nbsp;2 sei, spiele insoweit keine Rolle. Die an der Kl&auml;gerin urspr&uuml;nglich als Gesellschafterin beteiligte GmbH&nbsp;1 sei n&auml;mlich im Hinblick auf &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 GrEStG nicht transparent. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 315 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision vertritt die Kl&auml;gerin die Ansicht, die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG f&uuml;r eine Nichterhebung der Steuer seien erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung, die Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Mai 2009 und die Feststellungsbescheide vom 8.&nbsp;Oktober 2008, 27.&nbsp;Mai 2010 und 25.&nbsp;August 2010 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht angenommen, dass durch die Abspaltung der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG verwirklicht wurde und die Voraussetzungen f&uuml;r eine Nichterhebung der Steuer nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG wurde durch die Abspaltung verwirklicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Geh&ouml;rt zum Verm&ouml;gen einer Personengesellschaft ein inl&auml;ndisches Grundst&uuml;ck und &auml;ndert sich innerhalb von f&uuml;nf Jahren der Gesellschafterbestand unmittelbar oder mittelbar dergestalt, dass mindestens 95&nbsp;% der Anteile am Gesellschaftsverm&ouml;gen auf neue Gesellschafter &uuml;bergehen, gilt dies nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG als ein auf die &Uuml;bereignung dieses Grundst&uuml;cks auf eine neue Personengesellschaft gerichtetes Rechtsgesch&auml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unmittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft liegt vor, wenn ein Mitgliedschaftsrecht an der Gesellschaft zivilrechtlich wirksam auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft &uuml;bergeht (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Mai 2013 II&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFHE 242, 169, BStBl II 2013, 963, Rz&nbsp;8, m.w.N., und vom 25.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;17\/12, BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;14). Wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen dabei keine Rolle (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Februar 2012 II&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;10&nbsp;ff.; vom 16.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;R&nbsp;66\/11, BFHE 240, 191, BStBl II 2014, 266, Rz&nbsp;18; vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 241, 53, BStBl II 2013, 833, Rz&nbsp;10, und in BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;14). Neue Mitglieder einer grundbesitzenden Personengesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG k&ouml;nnen nat&uuml;rliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften sein. Personen- und Kapitalgesellschaften werden dabei auf der Tatbestandsebene dieser Vorschrift (anders als bei der Nichterhebung der Steuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 GrEStG, vgl. dazu unten II.2.) gleich behandelt (BFH-Urteile in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917; in BFHE 241, 53, BStBl II 2013, 833, Rz&nbsp;10, und in BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;14). Ob der ausscheidende Gesellschafter an der Personen- oder Kapitalgesellschaft, auf die sein Anteil an der grundbesitzenden Personengesellschaft &uuml;bergeht, beteiligt ist, ist f&uuml;r den Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG unerheblich (BFH-Urteil in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;11, und in BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unmittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft kann auch auf Umwandlungsvorg&auml;ngen wie etwa einer Abspaltung beruhen (Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, 10.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;104; Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;294; Fischer in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;833).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG wurde demgem&auml;&szlig; im Wege einer unmittelbaren &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes der Kl&auml;gerin dadurch verwirklicht, dass mit der Eintragung der Abspaltung in das Handelsregister gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;131 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UmwG die an der Kl&auml;gerin bestehende Kommanditbeteiligung der GmbH&nbsp;1, die zu 100&nbsp;% an deren Verm&ouml;gen beteiligt war, auf die KG&nbsp;2 &uuml;bergegangen ist. Die an der GmbH&nbsp;1 und der KG&nbsp;2 bestehenden Beteiligungsverh&auml;ltnisse spielen insoweit keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Annahme des FG, der Erhebung der Steuer f&uuml;r diesen Erwerbsvorgang stehe &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht entgegen, ist ebenfalls zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Beim &Uuml;bergang eines Grundst&uuml;cks von einer Gesamthand auf eine andere Gesamthand wird nach diesen Vorschriften die Steuer nicht erhoben, soweit Anteile der Gesellschafter am Verm&ouml;gen der erwerbenden Gesamthand den jeweiligen Anteilen dieser Gesellschafter am Verm&ouml;gen der &uuml;bertragenden Gesamthand entsprechen. &sect;&nbsp;6 GrEStG ist auf alle steuerbaren Erwerbsvorg&auml;nge des &sect;&nbsp;1 GrEStG anwendbar, auch auf den fiktiven Erwerbsvorgang nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG. Die Steuer wird in den F&auml;llen des fiktiven Erwerbsvorgangs nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht erhoben, soweit die Gesellschafter der &#8211;fiktiv&#8211; &uuml;bertragenden Personengesellschaft an der &#8211;fiktiv&#8211; aufnehmenden Personengesellschaft beteiligt bleiben. Bei doppelst&ouml;ckigen Gesamthandsgemeinschaften, bei denen eine Gesamthand unmittelbar an einer anderen beteiligt ist, ist dabei nicht die Gesamthand als solche als Zurechnungssubjekt anzusehen, sondern ein R&uuml;ckgriff auf die am Verm&ouml;gen der Gesamthand Beteiligten geboten (BFH-Urteile in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;17, und in BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die zun&auml;chst allein am Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin beteiligte GmbH&nbsp;1 hat aufgrund der Abspaltung ihre Stellung als Gesellschafterin der Kl&auml;gerin verloren. An ihre Stelle ist im Hinblick auf &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG A getreten, der seit dem Wirksamwerden der Abspaltung allein am Verm&ouml;gen der KG&nbsp;2 beteiligt ist, die ihrerseits neue Gesellschafterin der Kl&auml;gerin wurde und allein an deren Verm&ouml;gen beteiligt ist. Es fehlt somit an der erforderlichen Gesellschafteridentit&auml;t zwischen der &#8211;fiktiv&#8211; &uuml;bertragenden Personengesellschaft (Kl&auml;gerin vor der Abspaltung) an der &#8211;fiktiv&#8211; aufnehmenden Personengesellschaft (Kl&auml;gerin nach der Abspaltung). Dass A vor der Abspaltung &uuml;ber die GmbH&nbsp;1 und die GmbH&nbsp;2 mittelbar an der Kl&auml;gerin beteiligt gewesen war, kann die Gesellschafteridentit&auml;t nicht begr&uuml;nden. Kapitalgesellschaften sind im Rahmen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG anders als Personengesellschaften nicht transparent; denn der Gesellschafter der Kapitalgesellschaft ist nicht wie von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG vorausgesetzt dinglich an dem zum Gesamthandsverm&ouml;gen der Personengesellschaft geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck mitberechtigt (BFH-Urteile in BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268, Rz&nbsp;27&nbsp;ff., und vom 25.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;2\/12, BFHE 243, 398, BStBl II 2014, 329, Rz&nbsp;14&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aus den von der Kl&auml;gerin zur Begr&uuml;ndung ihrer Auffassung herangezogenen Ausf&uuml;hrungen des BFH im Urteil in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;19&nbsp;ff., zur Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG auf den Anteil der S&nbsp;GmbH an der grundbesitzenden S&nbsp;KG l&auml;sst sich nichts anderes entnehmen. Der BFH hat seine Entscheidung nicht damit begr&uuml;ndet, dass die S&nbsp;GmbH im dortigen Fall im Rahmen dieser Vorschriften ebenso wie eine Personengesellschaft transparent sei. Er hat vielmehr in Rz&nbsp;20 des Urteils ausgef&uuml;hrt, dass anders als bei an Personengesellschaften beteiligten Gesamthandsgemeinschaften f&uuml;r Zwecke des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht durch die unmittelbar beteiligte Kapitalgesellschaft auf die dahinter stehenden &#8211;mittelbar&#8211; Beteiligten durchgeschaut werden k&ouml;nne, da Kapitalgesellschaften im Rahmen der &sect;&sect;&nbsp;5 und 6 GrEStG grunds&auml;tzlich nicht als transparent angesehen w&uuml;rden und ihnen als dinglich Berechtigten grunderwerbsteuerrechtlich das Verm&ouml;gen der Personengesellschaft zugeordnet werde. Wie sich aus Rz&nbsp;24 des Urteils ergibt, sah es der BFH f&uuml;r die Entscheidung des seinerzeitigen Streitfalls als entscheidend an, dass die H&nbsp;AG ihre Beteiligungen an der S&nbsp;KG und an deren weiterer Gesellschafterin, der S&nbsp;GmbH, auf eine weitere KG (H&nbsp;KG) &uuml;bertragen hatte, an deren Kapital die H&nbsp;AG zu 100&nbsp;% beteiligt war. Als im Hinblick auf &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG transparent angesehen wurde die H&nbsp;KG, nicht aber die S&nbsp;GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im BFH-Urteil in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917 genannten Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. A war vor der Abspaltung weder unmittelbar an der Kl&auml;gerin beteiligt noch hat er seine Beteiligung an der GmbH&nbsp;1 auf eine andere Personengesellschaft &uuml;bertragen. Er war vielmehr nach der Abspaltung weiterhin Alleingesellschafter der GmbH&nbsp;1. Auf die KG&nbsp;2 &uuml;bergegangen ist die Kommanditbeteiligung der GmbH&nbsp;1 an der Kl&auml;gerin. Da das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin vor der Abspaltung grunderwerbsteuerrechtlich der GmbH&nbsp;1 zugeordnet war, kann A f&uuml;r Zwecke des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG der GmbH&nbsp;1 nicht gleichgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Davon abgesehen hat der BFH im Urteil in BFHE 241, 53, BStBl II 2013, 833 entschieden, dass eine Ver&auml;nderung der Beteiligungsverh&auml;ltnisse an einer im ma&szlig;geblichen F&uuml;nfjahreszeitraum unmittelbar an der grundbesitzenden Personengesellschaft beteiligt gebliebenen Kapital- oder Personengesellschaft diese nur dann fiktiv zu einer neuen Gesellschafterin werden l&auml;sst, wenn sich in diesem Zeitraum deren Gesellschafterbestand unmittelbar oder mittelbar, d.h. auf den weiteren Beteiligungsebenen, im wirtschaftlichen Ergebnis vollst&auml;ndig ge&auml;ndert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Zugrundelegung dieser Rechtsgrunds&auml;tze war in dem Streitfall, der dem BFH-Urteil in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917 zugrunde lag, die Steuer insgesamt nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht zu erheben, weil hinsichtlich des Anteils der S&nbsp;GmbH an der grundbesitzenden S&nbsp;KG weder ein unmittelbarer Gesellschafterwechsel noch &#8211;abweichend von der in diesem Urteil in Rz&nbsp;19 vertretenen Ansicht&#8211; ein mittelbarer Gesellschafterwechsel eingetreten war. Die S&nbsp;GmbH war zivilrechtlich an der S&nbsp;KG beteiligt geblieben. Sie war auch nicht als fiktiv neue Gesellschafterin der S&nbsp;KG anzusehen, da sich auf der Ebene der H&nbsp;AG bzw. auf der Ebene von deren Gesellschaftern keine f&uuml;r einen mittelbaren Gesellschafterwechsel erforderliche &Auml;nderung ergeben hatte. Die S&nbsp;GmbH war somit &#8211;anders als im hiesigen Streitfall die GmbH&nbsp;1&#8211; i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG Altgesellschafterin der S&nbsp;KG geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.6.2014, II R 1\/13 Erhebung der Grunderwerbsteuer f&uuml;r Gesellschafterwechsel bei einer grundbesitzenden Personengesellschaft aufgrund Abspaltung bei einer Gesellschafterin Leits&auml;tze 1. Der Tatbestand des &sect; 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG ist auch dann erf&uuml;llt, wenn die Gesellschafterstellung einer zu 100 % am Verm&ouml;gen einer grundbesitzenden Personengesellschaft beteiligten GmbH aufgrund Abspaltung auf eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-1-13-erhebung-der-grunderwerbsteuer-fuer-gesellschafterwechsel-bei-einer-grundbesitzenden-personengesellschaft-aufgrund-abspaltung-bei-einer-gesellschafterin\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;1\/13 &#8211; Erhebung der Grunderwerbsteuer f&uuml;r Gesellschafterwechsel bei einer grundbesitzenden Personengesellschaft aufgrund Abspaltung bei einer Gesellschafterin<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63112\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}