{"id":63153,"date":"2011-11-20T18:39:00","date_gmt":"2011-11-20T16:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=63153"},"modified":"2018-01-02T16:08:06","modified_gmt":"2018-01-02T14:08:06","slug":"beruecksichtigung-von-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/beruecksichtigung-von-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/","title":{"rendered":"Ber\u00fccksichtigung von Zivilprozesskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen"},"content":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 12. Mai 2011 \u2013 VI R 42\/10 \u2013 ( BStBl 2011 II S. 1015) hat der <a href=\"http:\/\/www.finanzgericht.org\/BFH-Revision.htm\">Bundesfinanzhof<\/a> entschieden, dass Zivilprozesskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen nach \u00a7 33 EStG zu ber\u00fccksichtigen sind, wenn der Steuerpflichtige darlegen kann, dass die Rechtsverfolgung oder -verteidigung eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf die Er\u00f6rterung mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder bitte ich, Folgendes zu beachten: Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 12. Mai 2011 ist \u00fcber den entschiedenen Einzelfall hinaus nicht anzuwenden.<\/p>\n<p>Nach der langj\u00e4hrigen h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs galt bislang in \u00dcbereinstimmung mit der Verwaltungsauffassung, dass Kosten von Zivilprozessen regelm\u00e4\u00dfig nicht zwangsl\u00e4ufig erwachsen und daher keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen darstellen. Eine Ber\u00fccksichtigung als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen kam nur ausnahmsweise in Betracht, wenn der Steuerpflichtige ohne den Rechtsstreit Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bed\u00fcrfnisse in dem \u00fcblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit seiner neuen Entscheidung hat der Bundesfinanzhof seine Rechtsauffassung ge\u00e4ndert und l\u00e4sst den Abzug von Zivilprozesskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen dann zu, wenn die Prozessf\u00fchrung eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. F\u00fcr eine eindeutige, zuverl\u00e4ssige und rechtssichere Einsch\u00e4tzung der Erfolgsaussichten eines Zivilprozesses bzw. der Motive der Verfahrensbeteiligten stehen der Finanzverwaltung keine Instrumente zur Verf\u00fcgung. Betroffen von dieser neuen Rechtsprechung ist eine erhebliche Anzahl von F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf eine m\u00f6gliche gesetzliche Neuregelung der steuerlichen Ber\u00fccksichtigung von Zivilprozesskosten, die auch die r\u00fcckwirkende Ankn\u00fcpfung an die bisher geltende Rechtslage einschlie\u00dft, k\u00f6nnen daher grunds\u00e4tzlich Prozesskosten auch f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Anwendung des BFH-Urteils vom 12. Mai 2011 \u2013 VI R 42\/10 \u2013 BMF v. 20.12.2011 &#8211; IV C 4 &#8211; S 2284\/07\/0031: 002 BStBl 2011 I S. 1286<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 12. 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