{"id":63170,"date":"2014-08-13T18:06:29","date_gmt":"2014-08-13T16:06:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63170"},"modified":"2014-08-13T18:06:29","modified_gmt":"2014-08-13T16:06:29","slug":"xi-r-44-12-zur-frage-der-anwendung-der-sog-mindestbemessungsgrundlage-bei-steuerpflichtiger-verpachtung-an-einen-zum-vollen-vorsteuerabzug-berechtigten-unternehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-12-zur-frage-der-anwendung-der-sog-mindestbemessungsgrundlage-bei-steuerpflichtiger-verpachtung-an-einen-zum-vollen-vorsteuerabzug-berechtigten-unternehmer\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Zur Frage der Anwendung der sog. Mindestbemessungsgrundlage bei steuerpflichtiger Verpachtung an einen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, XI R 44\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Frage der Anwendung der sog. Mindestbemessungsgrundlage bei steuerpflichtiger Verpachtung an einen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die sog. Mindestbemessungsgrundlage ist bei Leistungen an einen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer jedenfalls dann nicht anwendbar, wenn der vom Leistungsempf&auml;nger in Anspruch genommene Vorsteuerabzug keiner Vorsteuerberichtigung i.S. des &sect; 15a UStG unterliegt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Weist der leistende Unternehmer in einer berichtigten Rechnung &uuml;ber eine steuerpflichtige Leistung (Nachberechnung) einen h&ouml;heren Steuerbetrag aus, als er nach dem Gesetz schuldet, entsteht die nach &sect; 14c Abs. 1 UStG geschuldete Mehrsteuer nicht vor Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die berichtigte Rechnung erteilt worden ist (entgegen Abschn. 13.7. Satz 2 UStAE).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine aus den Eheleuten X bestehende Grundst&uuml;cksgemeinschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2005 begann sie auf einem im Eigentum der Gemeinschafter stehenden Grundst&uuml;ck mit der Errichtung einer Schweinezuchtanlage. Die vorsteuerbelasteten Anschaffungs- und Herstellungskosten betrugen f&uuml;r die Geb&auml;ude und die damit verbundenen Betriebsvorrichtungen &#8230;&nbsp;EUR und f&uuml;r sonstige Betriebsvorrichtungen &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Pachtvertrag vom 1.&nbsp;Oktober 2005 verpachtete die Kl&auml;gerin diese Anlage unter Verzicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) auf die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG ab Juni 2006 an den gemeinsamen Sohn der Gemeinschafter, S, der einen landwirtschaftlichen Betrieb f&uuml;hrte, auf die Durchschnittsbesteuerung nach &sect;&nbsp;24 UStG verzichtet hatte (&sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;4 UStG) und deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 UStG zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt war. Als monatlicher Pachtzins wurden &#8230;&nbsp;EUR zzgl. Mehrwertsteuer vereinbart. Ab dem 1.&nbsp;Juli 2020 betr&auml;gt der Pachtzins &#8230;&nbsp;EUR netto pro Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Zusammenhang mit der Anschaffung und Herstellung anfallenden Vorsteuerbetr&auml;ge machte die Kl&auml;gerin in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007 geltend. Aus der Verpachtung erkl&auml;rte sie steuerpflichtige Ums&auml;tze f&uuml;r das Streitjahr 2006 zu 16&nbsp;% in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und f&uuml;r das Streitjahr 2007 zu 19&nbsp;% in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, dass als Bemessungsgrundlage der Verpachtungsums&auml;tze der Kl&auml;gerin nicht der vereinbarte &#8211;dem S (zuz&uuml;glich gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer) in Rechnung gestellte&#8211; Pachtzins in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR netto pro Monat, sondern die Mindestbemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG anzusetzen sei. Der Pr&uuml;fer ermittelte unter Ber&uuml;cksichtigung der Anschaffungs- und Herstellungskosten des Stalles und der Betriebsvorrichtungen unter Verteilung der Kosten f&uuml;r das Geb&auml;ude auf zehn Jahre und der f&uuml;r die Betriebsvorrichtungen auf f&uuml;nf Jahre eine Mindestbemessungsgrundlage in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR netto pro Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erh&ouml;hte die monatlichen Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin dementsprechend um &#8230;&nbsp;EUR und setzte mit Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheiden vom 22.&nbsp;Februar 2010 die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr 2006 auf &#8230;&nbsp;EUR sowie f&uuml;r das Streitjahr 2007 auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2011 wies das FA die Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) setzte unter &Auml;nderung der angefochtenen Umsatzsteuerbescheide die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre antragsgem&auml;&szlig; auf &#8230;&nbsp;EUR bzw. &#8230;&nbsp;EUR herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es f&uuml;hrte in den Gr&uuml;nden seiner Entscheidung aus, &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG sei &#8211;m&ouml;glicherweise entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH)&#8211; nicht anwendbar, wenn &#8211;wie vorliegend&#8211; Leistungsbeziehungen zwischen voll zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmern betroffen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Ausnahmeregelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG sei nicht durch die ihr zugrunde liegende Ratserm&auml;chtigung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;27 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) gedeckt, soweit der fragliche Umsatz zwischen zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmen stattfinde, weil auf dieser Stufe keine Steuerhinterziehung oder -umgehung stattfinden k&ouml;nne. Dies entspreche auch Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL), auf dem zwar die Vorschrift des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG nicht beruhe, der aber allgemeine Grunds&auml;tze beinhalte, die bei der richtlinienkonformen Auslegung der Sonderregelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG zu beachten seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es komme demnach nicht darauf an, ob sich die Kl&auml;gerin unmittelbar auf Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der MwStSystRL berufen k&ouml;nne, und ob im Streitfall ein markt&uuml;bliches Entgelt ermittelbar bzw. gezahlt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 402 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bringt im Wesentlichen vor, die Vorentscheidung stehe im Widerspruch zum BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;R&nbsp;39\/06 (BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786), wonach eine Gefahr f&uuml;r eine Steuerumgehung, die zur Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG f&uuml;hren m&uuml;sse, auch dann vorliege, wenn diese Gefahr sich &#8211;wie hier&#8211; erst sp&auml;ter verwirkliche. Das FG habe insoweit nicht ber&uuml;cksichtigt, dass S als Leistungsempf&auml;nger mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2012 &#8211;mithin noch innerhalb des zehnj&auml;hrigen Berichtigungszeitraums des &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 UStG&#8211; wieder zur Durchschnittssatzbesteuerung nach &sect;&nbsp;24 UStG zur&uuml;ckgekehrt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Grundst&uuml;cksgemeinschaft k&ouml;nne &#8211;trotz der R&uuml;ckkehr des S zur Durchschnittssatzbesteuerung&#8211; weiterhin auf die Steuerfreiheit ihrer Vermietungsums&auml;tze verzichten und m&uuml;sse ihren Vorsteuerabzug selbst nicht i.S. des &sect;&nbsp;15a UStG berichtigen. Bei S w&auml;re ab 2012 &#8211;ohne Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage&#8211; ein zu niedriger Umsatzsteuerbetrag nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 UStG vom Vorsteuerausschluss betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gefahr einer Steuerumgehung, die bei Rechtsgesch&auml;ften zwischen nahen Angeh&ouml;rigen grunds&auml;tzlich bestehe, k&ouml;nne nur durch &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG begegnet werden, wenn nicht ausschlie&szlig;lich der Zeitpunkt der Leistungserbringung betrachtet werde. Eine Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG erst in einem nachfolgenden Besteuerungszeitraum widerspreche wegen des &Uuml;berwachungsaufwands und der damit steigenden Gefahr des Steuerausfalls dem Neutralit&auml;tsgrundsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 26.&nbsp;April 2012 C-621\/10 und C-129\/11 &#8211;Balkan and Sea Properties&#8211; (Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2012, 435, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2012, 675) obliege es dem nationalen Gericht zu pr&uuml;fen, ob Steuerpflichtige vorhanden seien, die zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt seien, und damit keine Gefahr einer Steuerumgehung bestehe. Der EuGH &uuml;berlasse es in Rz&nbsp;48 dieses Urteils den nationalen Gerichten, unter welchen zeitlichen Aspekten ein Unternehmer als Leistungsempf&auml;nger gelte, der zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn das FG die Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG zu Recht auf Leistungen zwischen nicht zum vollen Vorsteuerabzug Berechtigten beschr&auml;nkt h&auml;tte, w&auml;ren die angefochtenen Steuerfestsetzungen rechtm&auml;&szlig;ig, weil die Kl&auml;gerin am 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 den sich bei einer Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG ergebenden Betrag dem S zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer nachberechnet habe, sodass insoweit ein unrichtiger Steuerausweis i.S. des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG vorliege. Nach dem BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2011 V&nbsp;R&nbsp;5\/10 (BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620) entstehe die Steuer in den F&auml;llen des unrichtigen Steuerausweises in dem Zeitpunkt, in dem die Steuer &#8211;vorliegend in den Streitjahren&#8211; entstanden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem ergebe sich aus dem Gesetzeswortlaut und der Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG, dass ein nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG geschuldeter Mehrbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 UStG nur dann mit der Ausgabe der Rechnung entstehe, soweit &uuml;ber eine nicht steuerbare oder steuerfreie Leistung abgerechnet werde, was hier nicht der Fall sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise die Rechtswidrigkeit der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2006 und 2007 vom 22.&nbsp;Februar 2010 festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tritt der Revision entgegen und f&uuml;hrt dazu im Kern aus, die Mindestbemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG komme &#8211;wie sich aus dem EuGH-Urteil &#8211;Balkan and Sea Properties&#8211; in UR 2012, 435, HFR 2012, 675 ergebe&#8211; schon deshalb nicht zur Anwendung, weil der Leistungsempf&auml;nger &#8211;der S&#8211; in den Streitjahren zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FA behauptete Ver&auml;nderung der f&uuml;r den Vorsteuerabzug ma&szlig;gebenden Verh&auml;ltnisse zum 1.&nbsp;Januar 2012 rechtfertige die Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage in den Streitjahren 2006 und 2007 nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vorsteuerabzug des P&auml;chters S als Leistungsempf&auml;nger unterliege &#8211;anders als der des Empf&auml;ngers einer Lieferung, wozu der BFH in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786 entschieden habe&#8211; keiner Vorsteuerberichtigung. Die in den Streitjahren bei S angefallenen Vorsteuerbetr&auml;ge seien endg&uuml;ltig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA k&ouml;nne mit seinem neuen tats&auml;chlichen Vorbringen zu der am 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 ausgestellten Rechnung, mit der die Kl&auml;gerin den sich nach der Mindestbemessungsgrundlage ergebenden Mehrbetrag dem S zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer nachberechnet habe, im Revisionsverfahren nicht mehr geh&ouml;rt werden. Im &Uuml;brigen entstehe die nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG geschuldete Steuer erst mit Ausstellung der Rechnung und nicht schon r&uuml;ckwirkend in den Festsetzungszeitr&auml;umen, in denen die Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt worden seien, f&uuml;r die eine zu hohe Steuer ausgewiesen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die infolge des Verzichts auf die Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG in vollem Umfang steuerpflichtigen Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin aus der Verpachtung einer Schweinezuchtanlage nicht nach der Mindestbemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG, sondern nach dem Entgelt i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 UStG zu bemessen sind. Es kann im Streitfall dahinstehen, ob &#8211;wie das FG meint&#8211; die Vorschriften &uuml;ber die sog. Mindestbemessungsgrundlage (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG) nicht anwendbar sind, soweit Leistungsbeziehungen zwischen voll zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmern betroffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 UStG unterliegen entgeltliche Leistungen, die K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen sowie Gemeinschaften im Rahmen ihres Unternehmens an ihre Anteilseigner, Gesellschafter, Mitglieder, Teilhaber oder diesen nahestehende Personen ausf&uuml;hren, der sog. Mindestbemessungsgrundlage. Gegen&uuml;ber nahestehenden Personen &#8211;wie dem S&#8211; erfolgt die Besteuerung dann nicht auf der Grundlage des vereinbarten Entgelts, sondern nach den Bemessungsgrundlagen des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 UStG (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG stellt eine abweichende Sonderma&szlig;nahme i.S. des Art.&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art.&nbsp;395 Abs.&nbsp;1 der MwStSystRL&#8211; dar. Die Vorschrift ist als abweichende nationale Ma&szlig;nahme zur Verh&uuml;tung von Steuerhinterziehungen und -umgehungen eng auszulegen und darf nur angewandt werden, soweit dies hierf&uuml;r unbedingt erforderlich ist (vgl. BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Oktober 1997 XI&nbsp;R&nbsp;8\/86, BFHE 183, 314, BStBl II 1997, 840; in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786; vom 27.&nbsp;Februar 2008 XI&nbsp;R&nbsp;50\/07, BFHE 221, 410, BStBl II 2009, 426; vom 29.&nbsp;Mai 2008 V&nbsp;R&nbsp;12\/07, BFHE 221, 525, BStBl II 2009, 428; vom 7.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;4\/10, BFHE 232, 537, BFH\/NV 2011, 930; vom 19.&nbsp;Juni 2011 XI&nbsp;R&nbsp;8\/09, BFHE 234, 455, BFH\/NV 2011, 2184; ferner EuGH-Urteil vom 29.&nbsp;Mai 1997 C-63\/96 &#8211;Skripalle&#8211;, Slg. 1997, I-2847, BStBl II 1997, 841, Rz&nbsp;22&nbsp;f.)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der EuGH hat zu Art.&nbsp;80 der MwStSystRL &#8211;der die Bestimmungen des Art.&nbsp;11 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG in der durch die Richtlinie 2006\/69\/EG des Rates vom 24.&nbsp;Juli 2006 ge&auml;nderten Fassung &uuml;bernommen hat&#8211; f&uuml;r den Fall der Lieferung von Gegenst&auml;nden oder der Erbringung von Dienstleistungen zu einem k&uuml;nstlich niedrigen oder hohen Preis, der zwischen Beteiligten vereinbart wird, die beide zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt sind, entschieden, dass auf dieser Stufe keine Steuerhinterziehung oder -umgehung stattfinde (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Balkan and Sea Properties&#8211; in UR 2012, 435, HFR 2012, 675, Rz&nbsp;47). Erst beim Endverbraucher oder bei einem eine &quot;Mischung&quot; von Ums&auml;tzen bewirkenden Steuerpflichtigen, der nur zu einem Pro-Rata-Abzug berechtigt sei, k&ouml;nne ein k&uuml;nstlich hoher oder niedriger Preis zu einem Steuerausfall f&uuml;hren. Nur wenn die von dem Vorgang betroffene Person nicht zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt sei, bestehe ein Risiko von Steuerhinterziehung oder -umgehung, dem die Mitgliedstaaten vorbeugen d&uuml;rften (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Balkan and Sea Properties&#8211; in UR 2012, 435, HFR 2012, 675, Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gemessen daran kommt die Mindestbemessungsgrundlage &#8211;wie das FG zutreffend entschieden hat und wovon das FA inzwischen auch selbst ausgeht&#8211; in den Streitjahren nicht zur Anwendung; denn S war in den Streitjahren zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die Situation ab 2012 ist vorliegend nicht zu befinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit das FA vorbringt, eine Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG erst in einem nachfolgenden Besteuerungszeitraum widerspr&auml;che wegen des &Uuml;berwachungsaufwands und der damit steigenden Gefahr des Steuerausfalls dem Neutralit&auml;tsgrundsatz, rechtfertigt dies nicht die Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG in den Streitjahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn als blo&szlig;e Vereinfachungsregelung f&uuml;r die Steuererhebung darf die Vorschrift nicht herangezogen werden (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 183, 314, BStBl II 1997, 840; in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786; ferner EuGH-Urteil &#8211;Skripalle&#8211; in Slg. 1997, I-2847, BStBl II 1997, 841, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Danach bedarf es &#8211;entgegen der Ansicht des FA&#8211; keiner Er&ouml;rterung, ob vorliegend die Mindestbemessungsgrundlage das markt&uuml;bliche Entgelt &uuml;bersteigt (vgl. dazu EuGH-Urteil &#8211;Skripalle&#8211; in Slg. 1997, I-2847, BStBl II 1997, 841, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dies steht im Ergebnis im Einklang mit der Rechtsprechung des V.&nbsp;Senats des BFH in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der &#8211;vor dem EuGH-Urteil &#8211;Balkan and Sea Properties&#8211; in UR 2012, 435, HFR 2012, 675 ergangenen&#8211; Rechtsprechung des V.&nbsp;Senats des BFH besteht die Gefahr von Steuerhinterziehungen und -umgehungen grunds&auml;tzlich bei Rechtsgesch&auml;ften zwischen nahestehenden Personen, und zwar nicht nur bei Leistungen an Personen, die nicht oder nur eingeschr&auml;nkt zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, sondern auch bei Leistungen an Personen, die den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 UStG vollumf&auml;nglich in Anspruch nehmen k&ouml;nnen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786, unter II.2.b), wenn nach Art.&nbsp;20 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art.&nbsp;184 der MwStSystRL&#8211; und &sect;&nbsp;15a UStG ggf. eine Berichtigung des vom Leistungsempf&auml;nger in Anspruch genommenen Vorsteuerabzugs bei einer sp&auml;teren &Auml;nderung der hierf&uuml;r ma&szlig;geblichen Verh&auml;ltnisse in Betracht kommt. Die Berichtigung nach &sect;&nbsp;15a UStG beziehe sich auf den Vorsteuerabzug des Leistungsempf&auml;ngers und erfolge somit auf der Grundlage des Entgelts f&uuml;r die an diesen erbrachte Leistung. W&auml;re &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 UStG aufgrund der Berechtigung des Leistungsempf&auml;ngers zum Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 UStG nicht anwendbar, w&uuml;rden Berichtigungen nach &sect;&nbsp;15a UStG auf der Grundlage eines Vorsteuerbetrags vorgenommen, der auf einem verbilligten Entgelt beruhe, woraus sich die Gefahr von Steuerumgehungen ergebe (vgl. BFH-Urteil in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzverwaltung hat sich dem angeschlossen und festgelegt, dass es der Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage nicht entgegenstehe, wenn &uuml;ber eine ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrte Lieferung an einen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer abgerechnet werde (Abschn.&nbsp;10.7. Abs.&nbsp;6 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch danach w&auml;ren vorliegend die streitigen Ums&auml;tze nicht nach der Mindestbemessungsgrundlage zu bemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn auch soweit S &#8211;wie das FA nunmehr vorbringt, wozu das FG jedoch keine Feststellungen getroffen hat&#8211; zum 1.&nbsp;Januar 2012 von der allgemeinen Besteuerung zur Durchschnittssatzbesteuerung zur&uuml;ckgekehrt sein sollte, was nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;7 UStG als eine &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse zu werten w&auml;re, kommt keine Berichtigung des in den Streitjahren 2006 und 2007 aus dem streitigen Leistungsbezug in Anspruch genommenen Vorsteuerabzugs i.S. des &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 und 2 UStG in Betracht, sodass vorliegend eine die Anwendung der abweichenden Vorschriften &uuml;ber die Mindestbemessungsgrundlage rechtfertigende Gefahr von Steuerhinterziehung und -umgehung nicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Streitjahr 2006 galt &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 UStG in der durch das Gesetz zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Steuerrecht und zur &Auml;nderung weiterer Vorschriften (Richtlinien-Umsetzungsgesetz) vom 9.&nbsp;Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3310) eingef&uuml;gten Fassung. Die Vorschrift lautete: &quot;Die Abs&auml;tze&nbsp;1 und 2 sind auf sonstige Leistungen, die nicht unter Absatz&nbsp;3 Satz&nbsp;1 fallen, entsprechend anzuwenden.&quot; Danach war der Vorsteuerabzug zu berichtigen, wenn der Unternehmer eine sonstige Leistung bezieht, die nicht in einen Gegenstand eingeht oder an diesem ausgef&uuml;hrt wird und deren Verwendung anders zu beurteilen ist, als dies im Zeitpunkt des Leistungsbezugs beabsichtigt war (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 6.&nbsp;Dezember 2005 IV&nbsp;A&nbsp;5-S&nbsp;7316-25\/05, BStBl I 2005, 1068, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine sonstige Leistung, die unter die Berichtigungspflicht nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 UStG fiel, war u.a. die Anmietung eines Wirtschaftsguts (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1068, Rz&nbsp;44). Hiernach war die Pacht der Schweinezuchtanlage grunds&auml;tzlich eine nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 UStG berichtigungspflichtige sonstige Leistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings wurde es aus Vereinfachungsgr&uuml;nden nicht beanstandet, wenn der Unternehmer die Berichtigung des Vorsteuerabzugs auf solche sonstigen Leistungen beschr&auml;nkte, f&uuml;r die in der Steuerbilanz ein Aktivposten gebildet werden m&uuml;sste. Dies galt jedoch nicht, soweit es sich um sonstige Leistungen handelte, f&uuml;r die der Leistungsempf&auml;nger bereits f&uuml;r einen Zeitraum vor Ausf&uuml;hrung der sonstigen Leistung den Vorsteuerabzug vornehmen konnte (Voraus- und Anzahlung). Unerheblich war, ob der Unternehmer nach den &sect;&sect;&nbsp;140, 141 der Abgabenordnung (AO) tats&auml;chlich zur Buchf&uuml;hrung verpflichtet war (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1068, Rz&nbsp;46; Abschn.&nbsp;217c Abs.&nbsp;3 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Verwaltungsregelung wurde ab dem 1.&nbsp;Januar 2007 Gesetz. Nach der mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2007 durch Art.&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Ersten Gesetzes zum Abbau b&uuml;rokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelst&auml;ndischen Wirtschaft (B&uuml;rokratieabbauG) vom 22.&nbsp;August 2006 (BGBl I 2006, 1970) ge&auml;nderten Fassung des &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 UStG ist die Berichtigung auf solche sonstigen Leistungen zu beschr&auml;nken, f&uuml;r die in der Steuerbilanz ein Aktivierungsgebot best&uuml;nde (&sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 UStG). Dies gilt jedoch nicht, soweit es sich um sonstige Leistungen handelt, f&uuml;r die der Leistungsempf&auml;nger bereits f&uuml;r einen Zeitraum vor Ausf&uuml;hrung der sonstigen Leistung den Vorsteuerabzug vornehmen konnte (&sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 UStG). Unerheblich ist, ob der Unternehmer nach den &sect;&sect;&nbsp;140, 141 AO tats&auml;chlich zur Buchf&uuml;hrung verpflichtet ist (&sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung zum B&uuml;rokratieabbauG wird durch &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 bis 4 UStG &quot;klargestellt, welche sonstigen Leistungen der Berichtigung des Vorsteuerabzugs unterliegen&quot; (BRDrucks 302\/06, S.&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Berichtigung des Vorsteuerabzugs bei sonstigen Leistungen, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht unter &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;3 UStG fallen, ist demnach &#8211;mit Ausnahme f&uuml;r sonstige Leistungen, f&uuml;r die der Unternehmer wie bei An- oder Vorauszahlungen den Vorsteuerabzug geltend machen kann, bevor er die Leistung bezogen hat&#8211; auf solche zu beschr&auml;nken, f&uuml;r die in der Steuerbilanz ein Aktivierungsgebot besteht, wobei es nicht darauf ankommt, ob der Unternehmer nach den &sect;&sect;&nbsp;140, 141 AO selbst zur Buchf&uuml;hrung verpflichtet ist (vgl. dazu Bunjes\/Heidner, UStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15a Rz&nbsp;53; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;15a A&nbsp;27 bis A&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist hier nicht der Fall. Denn ein &#8211;wie hier von S&#8211; fortlaufend gezahltes Leistungsentgelt kann nicht als Anschaffungskosten eines immateriellen Wirtschaftsguts &quot;Nutzungsrecht&quot; aktiviert werden (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juni 1997 IV&nbsp;R&nbsp;16\/95, BFHE 183, 484, BStBl II 1997, 808, unter II.3.; vom 20.&nbsp;November 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;31\/09, BFH\/NV 2013, 527, Rz&nbsp;17; ferner Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;176, jeweils m.w.N.). Zwar ist das aus einem Mietverh&auml;ltnis &#8211;gleiches gilt f&uuml;r ein hier vorliegendes Pachtverh&auml;ltnis&#8211; folgende Nutzungsrecht durch einen laufend zu entrichtenden Mietzins entgeltlich erworben; gleichwohl ist das Nutzungsrecht nicht zu bilanzieren, weil ihm ein schwebendes Gesch&auml;ft zugrunde liegt, das nach den Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung nicht in die Bilanz aufzunehmen ist, solange &#8211;wie hier&#8211; das bestehende Gleichgewicht zwischen Rechten und Pflichten nicht durch Vorleistungen oder Erf&uuml;llungsr&uuml;ckst&auml;nde gest&ouml;rt ist (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile in BFHE 183, 484, BStBl II 1997, 808, unter II.3.; in BFH\/NV 2013, 527, Rz&nbsp;17; ferner zur Aktivierung von Nutzungsrechten aus einem Mietvertrag Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;100, Beispiele). Die von S aus der in den Streitjahren 2006 und 2007 von der Kl&auml;gerin mit gesondertem Steuerausweis in Rechnung gestellten Pacht der Schweinezuchtanlage in Anspruch genommenen Vorsteuerbetr&auml;ge sind mithin &#8211;selbst bei einer &Auml;nderung der f&uuml;r den Vorsteuerabzug ma&szlig;geblichen Verh&auml;ltnisse i.S. des &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;7 UStG&#8211; bei S nicht zu berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es kann dahinstehen, ob &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; bei der vom Senat zu treffenden Revisionsentscheidung unber&uuml;cksichtigt bleiben muss, dass &#8211;wie das FA nunmehr unter Hinweis auf &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG vorbringt, wozu das FG zwar keine Feststellungen getroffen hat, was die Kl&auml;gerin jedoch mit Schriftsatz vom 8.&nbsp;Mai 2014 einger&auml;umt hat&#8211; diese am 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 den sich nach der Mindestbemessungsgrundlage ergebenden Mehrbetrag dem S zuz&uuml;glich Umsatzsteuer nachtr&auml;glich in Rechnung gestellt hat (zur grunds&auml;tzlichen Nichtber&uuml;cksichtigung von neuem tats&auml;chlichen Vorbringen im Revisionsverfahren vgl. z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 2014 VII&nbsp;R&nbsp;26\/10, BFHE 244, 480, BFH\/NV 2014, 990, Rz&nbsp;16). Die Revision des FA w&auml;re selbst bei Ber&uuml;cksichtigung dieses neuen Sachverhalts unbegr&uuml;ndet, weil eine von der Kl&auml;gerin mit Rechnung vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 ausgewiesene &uuml;berh&ouml;hte Steuer nicht in den Streitjahren 2006 und 2007 entstanden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hat der Unternehmer in einer Rechnung f&uuml;r eine Lieferung oder sonstige Leistung einen h&ouml;heren Steuerbetrag ausgewiesen, als er nach diesem Gesetz f&uuml;r den Umsatz schuldet (unrichtiger Steuerausweis), schuldet er auch den Mehrbetrag (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG). Die Steuer entsteht in diesem Fall gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG in dem Zeitpunkt, in dem die Steuer f&uuml;r die Lieferung oder sonstige Leistung entsteht, sp&auml;testens jedoch mit der Ausgabe der Rechnung. &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 UStG wurde auf Initiative des Bundesrats durch das Zweite Gesetz zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (Steuer&auml;nderungsgesetz &#8211;St&Auml;ndG&#8211; 2003) vom 15.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) eingef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies entspricht dem Unionsrecht. Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen &#8211;da der Steuertatbestand bei einer zu hoch ausgewiesenen Steuer die Ausgabe der Rechnung ist&#8211; gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;3 Spiegelstrich&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art.&nbsp;66 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der MwStSystRL&#8211; als Entstehungszeitpunkt sp&auml;testens die Ausstellung der Rechnung vorsehen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird &uuml;ber eine bisher steuerfreie oder nicht steuerbare Leistung erstmals mit Umsatzsteuer abgerechnet, entsteht die Steuer bei richtlinienkonformer Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG erst im Zeitpunkt der Ausstellung der Rechnung (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz&nbsp;25, m.w.N.). Dem hat sich die Finanzverwaltung in Abschn.&nbsp;13.7. Satz&nbsp;3 UStAE angeschlossen (vgl. dazu auch Abschn.&nbsp;13.7. Beispiel&nbsp;2 UStAE).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nichts anderes gilt, wenn der leistende Unternehmer &#8211;was hier mit der Nachberechnung des sich nach der Mindestbemessungsgrundlage ergebenden Mehrbetrags zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 der Fall w&auml;re&#8211; in einer berichtigenden Rechnung &uuml;ber eine steuerbare und steuerpflichtige Leistung einen h&ouml;heren Steuerbetrag ausweist, als er nach dem Gesetz schuldet. Entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung in Abschn.&nbsp;13.7. Satz&nbsp;2 UStAE (vgl. dazu auch Abschn.&nbsp;13.7. Beispiel&nbsp;1 UStAE) kann auch in diesem Fall die nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG geschuldete Steuer jedenfalls nicht vor Ablauf des Voranmeldungszeitraums entstehen, in dem die Rechnung erteilt worden ist (vgl. Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;389; Bunjes\/Leonard, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;28; Bunjes\/Korn, a.a.O., &sect;&nbsp;14c Rz&nbsp;30; Rei&szlig;\/Seite in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;51; Leipold in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;85; ferner Hundt-E&szlig;wein in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;14c UStG Rz&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hatten die gesetzgebenden K&ouml;rperschaften &#8211;worauf das FA zutreffend hinweist und wie sich aus den Gesetzesmaterialien ergibt&#8211; bei Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 UStG, wonach die Steuer im Fall des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG &quot;sp&auml;testens jedoch im Zeitpunkt der Ausgabe der Rechnung&quot; entsteht, (nur) den Fall des &uuml;berh&ouml;hten Steuerausweises bei Berechnung von Umsatzsteuer f&uuml;r nicht steuerbare oder steuerfreie Ums&auml;tze im Blick (vgl. dazu Gesetzesentwurf der Fraktionen, BTDrucks 15\/1562, S.&nbsp;45; Gesetzesentwurf der Bundesregierung, BTDrucks 15\/1621, S.&nbsp;5; Stellungnahme des Bundesrats, BRDrucks 630\/03 &#8211;Beschluss&#8211;, S.&nbsp;20&nbsp;f.; Unterrichtung durch die Bundesregierung, BTDrucks 15\/1798, S.&nbsp;9; Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, BTDrucks 15\/1928, S.&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG ist jedoch &#8211;entgegen der Ansicht des FA&#8211; richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass eine nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG geschuldete Mehrsteuer nicht vor Ablauf des Voranmeldungszeitraums entsteht, in dem eine Rechnung, mit der der Unternehmer &uuml;ber einen Mehrbetrag abrechnet und insoweit einen &uuml;berh&ouml;hten Steuerbetrag ausweist, erteilt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuertatbestand ist nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art.&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 der MwStSystRL&#8211; der Tatbestand, durch den die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r den Steueranspruch verwirklicht werden. Das ist f&uuml;r eine &uuml;berh&ouml;ht ausgewiesene Steuer i.S. des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG nicht die Bewirkung der Lieferung oder Leistung, sondern die Begebung der Rechnung (vgl. Bunjes\/Leonard, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;28). Denn in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG wird der die Mehrsteuer ausl&ouml;sende Tatbestand erst in dem Moment verwirklicht, in dem der Unternehmer in einer Rechnung &uuml;berh&ouml;ht Umsatzsteuer ausgewiesen hat (vgl. Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;387). Soweit Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art.&nbsp;63 der MwStSystRL&#8211; den Entstehungszeitpunkt bei Leistungen an die Bewirkung des Umsatzes ankn&uuml;pft, betrifft dies allein die Entstehung der gesetzlichen Umsatzsteuerschuld (vgl. Nieskens in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;387; Leipold in S&ouml;lch\/Ringleb, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;85).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem entspricht der allgemeine Grundsatz des &sect;&nbsp;38 AO, wonach die Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis erst mit Verwirklichung des gesetzlichen Tatbestands entstehen (vgl. Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;387; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;14c Rz&nbsp;183).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Danach ist die nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG geschuldete Mehrsteuer nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG nicht bereits in dem Zeitpunkt entstanden, in dem die (gesetzliche) Steuer f&uuml;r die Lieferung oder sonstige Leistung entstanden ist, sondern erst im Zeitpunkt der Ausgabe der den &uuml;berh&ouml;hten Steuerausweis betreffenden Rechnung. Dies w&auml;re bezogen auf den Streitfall der 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 und betr&auml;fe daher nicht die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre 2006 und 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der V.&nbsp;Senat des BFH mit Urteil in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786 entschieden hat, dass die Steuerschuld aufgrund einer Rechnungserteilung auf das Jahr der Leistungserbringung zur&uuml;ckwirkt (s.a. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;November 2003 V&nbsp;R&nbsp;79\/01, BFHE 204, 332, BStBl II 2004, 375), hat er inzwischen klargestellt, dass dies &#8211;was das FA verkennt&#8211; lediglich die vor Inkrafttreten des St&Auml;ndG 2003 geltende Fassung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG betrifft, die ausschlie&szlig;lich auf die Steuerentstehung f&uuml;r die Leistung abstellte (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, XI R 44\/12 Zur Frage der Anwendung der sog. Mindestbemessungsgrundlage bei steuerpflichtiger Verpachtung an einen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer Leits&auml;tze 1. Die sog. Mindestbemessungsgrundlage ist bei Leistungen an einen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer jedenfalls dann nicht anwendbar, wenn der vom Leistungsempf&auml;nger in Anspruch genommene Vorsteuerabzug keiner Vorsteuerberichtigung i.S. des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-12-zur-frage-der-anwendung-der-sog-mindestbemessungsgrundlage-bei-steuerpflichtiger-verpachtung-an-einen-zum-vollen-vorsteuerabzug-berechtigten-unternehmer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Zur Frage der Anwendung der sog. 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