{"id":63172,"date":"2014-08-13T18:06:32","date_gmt":"2014-08-13T16:06:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63172"},"modified":"2014-08-13T18:06:32","modified_gmt":"2014-08-13T16:06:32","slug":"v-r-50-13-voraussetzungen-des-umsatzsteuer-verguetungsverfahrens-unionsrecht-und-innerstaatliches-verfahrensrecht-auslegung-von-rechtsbehelfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-50-13-voraussetzungen-des-umsatzsteuer-verguetungsverfahrens-unionsrecht-und-innerstaatliches-verfahrensrecht-auslegung-von-rechtsbehelfen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;50\/13 &#8211; Voraussetzungen des Umsatzsteuer-Verg&uuml;tungsverfahrens; Unionsrecht und innerstaatliches Verfahrensrecht; Auslegung von Rechtsbehelfen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, V R 50\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen des Umsatzsteuer-Verg&uuml;tungsverfahrens; Unionsrecht und innerstaatliches Verfahrensrecht; Auslegung von Rechtsbehelfen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Prozessuale und au&szlig;erprozessuale Rechtsbehelfe sind gem&auml;&szlig; &sect; 133 BGB auszulegen, wenn eine eindeutige und zweifelsfreie Erkl&auml;rung fehlt. Liegt eine solche Erkl&auml;rung nicht vor, kommt es ma&szlig;geblich darauf an, welcher Sinn der von der klagenden Partei in der Klageschrift gew&auml;hlten Parteibezeichnung bei objektiver W&uuml;rdigung des Erkl&auml;rungsinhalts beizulegen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen an das nationale Steuerrecht obliegt den Mitgliedstaaten. Das Verfahrensrecht ist aus diesem Grund grunds&auml;tzlich einer richtlinienkonformen Auslegung nicht zug&auml;nglich.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die unionsrechtlichen Voraussetzungen einer Ans&auml;ssigkeit im Inland sind nicht erf&uuml;llt, wenn der Unternehmer im Inland lediglich eine &quot;Zweigniederlassung&quot; oder &quot;Betriebsst&auml;tte&quot; innegehabt hat, von der aus keine Ums&auml;tze bewirkt worden sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Da der deutsche Verordnungsgeber mit der in &sect; 59 UStDV getroffenen Regelung das Unionsrecht nicht zutreffend umgesetzt hat und &sect; 59 UStDV richtlinienkonform unter Einbeziehung der unionsrechtlichen Ans&auml;ssigkeitserfordernisse auszulegen ist, m&uuml;ssen von der &quot;Zweigniederlassung&quot; oder der &quot;Betriebsst&auml;tte&quot; i.S. von &sect; 59 UStDV aus &quot;Ums&auml;tze&quot; bewirkt worden sein.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Berechtigung der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kl&auml;gerin ist die Hauptniederlassung der &quot;A&nbsp;A\/S&quot;. Das Finanzgericht (FG) bezeichnet dagegen im Rubrum die &quot;AD als Zweigniederlassung der A&nbsp;A\/S, vertreten durch deren Vorstand MS&quot; als Kl&auml;gerin und behandelt in seinem Urteil auch die Zweigniederlassung und nicht die Hauptniederlassung als Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zweigniederlassung wurde als solche gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 des Handelsgesetzbuchs (HGB) in das Handelsregister des Amtsgerichts X eingetragen. Die Zweigniederlassung gab f&uuml;r sich als Unternehmerin ab 2008 Umsatzsteuererkl&auml;rungen ab. In ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2008 und 2009 sowie f&uuml;r das erste Quartal 2010 erkl&auml;rte sie keine steuerpflichtigen Ums&auml;tze, machte aber Vorsteuerbetr&auml;ge geltend. Der jeweilige Vorsteuer&uuml;berschuss wurde an die Zweigniederlassung ausgezahlt. Der Vorsteuerbetrag f&uuml;r das zweite Quartal 2010 wurde nicht ausgezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Durchf&uuml;hrung einer Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung verneinte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Unternehmereigenschaft der Zweigniederlassung und setzte mit an die Zweigniederlassung gerichteten &Auml;nderungsbescheiden die Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 2008 und 2009 sowie f&uuml;r das erste Quartal 2010 auf jeweils 0&nbsp;EUR fest. Mit Bescheid vom 11.&nbsp;November 2010 setzte das FA auch die Umsatzsteuer f&uuml;r das zweite Quartal 2010 auf 0&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem hiergegen gerichteten Einspruch trug die Zweigniederlassung im Wesentlichen vor, dass sie nicht rechtlich selbst&auml;ndig sei; sie sei ein unselbst&auml;ndiger Teil der Hauptniederlassung, k&ouml;nne nicht am Rechtsverkehr teilnehmen und folglich auch nicht Unternehmerin sein. Die Hauptniederlassung sei Unternehmerin i.S. von &sect;&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Die Hauptniederlassung werde in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) durch sie, die Zweigniederlassung, t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Februar 2011 wies das FA die zur gemeinsamen Entscheidung verbundenen Einspr&uuml;che als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Zweigniederlassung sei als unselbst&auml;ndige Zweigstelle keine Unternehmerin i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG. Sie nehme nicht selbst&auml;ndig am Rechtsverkehr in Deutschland teil, trage kein Unternehmerrisiko und habe zudem kein eigenes Konto. Sie habe vielmehr nur die Funktion eines Repr&auml;sentationsb&uuml;ros in Deutschland; s&auml;mtliche Ums&auml;tze seien somit der Hauptniederlassung zuzuordnen. Da es sich dabei um ein im Ausland ans&auml;ssiges Unternehmen handele, sei f&uuml;r eine Vorsteuerverg&uuml;tung das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern unter den Voraussetzungen der &sect;&sect;&nbsp;59 bis 61 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) zust&auml;ndig. Eine Vorsteuererstattung nach den allgemeinen Vorschriften k&ouml;nne nicht beansprucht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage wiederholte die Zweigniederlassung ihr Vorbringen aus dem Einspruchsverfahren. Wenn das B&uuml;ro in Deutschland als Zweigniederlassung eingetragen sei, m&uuml;ssten die damit zusammenh&auml;ngenden Vorsteuern im Wege des Veranlagungsverfahrens und nicht im Wege des Verg&uuml;tungsverfahrens erstattet werden. Die Hauptniederlassung sei wegen der inl&auml;ndischen Zweigniederlassung keine ausl&auml;ndische Unternehmerin. Im &Uuml;brigen sei es durchaus beabsichtigt gewesen, in Deutschland Ums&auml;tze zu erzielen. Sie, die Kl&auml;gerin, habe in geringem Umfang ertragsteuerliche Erl&ouml;se erzielt, weil sie von der Hauptniederlassung einen 5&nbsp;%igen Aufschlag beim Kostenersatz erhalten habe. Bei der Beurteilung ihrer Unternehmereigenschaft sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass eine eigenst&auml;ndige Organisation mit Mitarbeitern vorhanden gewesen sei und Innenums&auml;tze get&auml;tigt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung seines in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2013, 218 ver&ouml;ffentlichten Urteils f&uuml;hrte das FG im Wesentlichen aus, Kl&auml;gerin sei die Zweigniederlassung. Diese sei aber keine Unternehmerin i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG und k&ouml;nne daher auch keinen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, mit der sie Verletzung materiellen Rechts geltend macht. Sie vertritt die Auffassung, eine Zweigniederlassung k&ouml;nne in keinem Fall Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;2 UStG sein. F&uuml;r einen ausl&auml;ndischen Unternehmer gebe es zwei M&ouml;glichkeiten, Vorsteuerbetr&auml;ge erstattet zu bekommen: das Regelverfahren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG und das Verg&uuml;tungsverfahren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG. Voraussetzung des Verg&uuml;tungsverfahrens sei aber, dass es sich um einen ausl&auml;ndischen Unternehmer handele. Das setze gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;59 UStDV aber voraus, dass der Unternehmer im Inland keinen Wohnsitz, keinen Sitz, keine Gesch&auml;ftsleitung und keine Betriebsst&auml;tte habe. Wegen des Bestehens einer Zweigniederlassung in H seien die Voraussetzungen des Verg&uuml;tungsverfahrens im vorliegenden Fall nicht erf&uuml;llt. Um einen Versto&szlig; gegen das System der Mehrwertsteuer zu vermeiden, m&uuml;sse der Vorsteuerabzug daher im Regelbesteuerungsverfahren gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Umsatzsteuerbescheide 2008 und 2009 sowie die Bescheide &uuml;ber die Festsetzung der Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r das I.&nbsp;und II. Kalendervierteljahr 2010, jeweils vom 11.&nbsp;November 2010, sowie die Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Februar 2011 und das Urteil des FG aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA macht sich im Wesentlichen die Begr&uuml;ndung des FG-Urteils zu eigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie ist daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG erweist sich aus anderen als den in den Entscheidungsgr&uuml;nden dargelegten Gr&uuml;nden als zutreffend. Die Kl&auml;gerin kann den Vorsteuerabzug nicht im Besteuerungsverfahren nach &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG beanspruchen; sie muss Vorsteuerabzugsbetr&auml;ge vielmehr im besonderen Verg&uuml;tungsverfahren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. UStDV geltend machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Bezeichnung der Kl&auml;gerin in der Vorentscheidung ist unrichtig. Das FG bezeichnet im Rubrum zu Unrecht als Kl&auml;gerin die &quot;AD als Zweigniederlassung der A&nbsp;A\/S, vertreten durch deren Vorstand MS&quot;. Kl&auml;gerin ist aber nicht die Zweigniederlassung, sondern die &quot;A&nbsp;A\/S&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auslegung der Klageschrift und der weiteren Schrifts&auml;tze der Prozessbevollm&auml;chtigten, die der Senat selbst vornehmen kann (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.&nbsp;April 2012 V&nbsp;R&nbsp;2\/11, BFHE&nbsp;237, 286, BStBl II 2012, 634; vom 14.&nbsp;November 1986 III&nbsp;R&nbsp;12\/81, BFHE 148, 212, BStBl II 1987, 178, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs; vgl. auch BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Dezember 2008 I&nbsp;B&nbsp;81\/08, BFH\/NV 2009, 948), f&uuml;hrt zu dem Ergebnis, dass Kl&auml;gerin von Anfang an die &quot;A&nbsp;A\/S&quot; war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Prozessuale und au&szlig;erprozessuale Rechtsbehelfe sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH in entsprechender Anwendung von &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs auszulegen, wenn eine eindeutige und zweifelsfreie Erkl&auml;rung fehlt (z.B. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;237, 286,&nbsp;BStBl II&nbsp;2012, 634). Ma&szlig;geblich ist, welcher Sinn der von der klagenden Partei in der Klageschrift gew&auml;hlten Parteibezeichnung bei objektiver W&uuml;rdigung des Erkl&auml;rungsinhalts beizulegen ist. Auch bei scheinbar eindeutiger Erkl&auml;rung h&auml;ngt die Bestimmung des Kl&auml;gers von allen dem FA und dem FG als den Empf&auml;ngern der Klageschrift bekannten oder erkennbaren Umst&auml;nden tats&auml;chlicher oder rechtlicher Art ab; dabei ist auch der im weiteren Verfahren erfolgte Tatsachenvortrag mit einzubeziehen (z.B. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;237, 286,&nbsp;BStBl II&nbsp;2012, 634; BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Oktober 2009 VII&nbsp;B&nbsp;26\/09, BFH\/NV 2010, 441; vom 26.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;B&nbsp;215\/08, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R683; BFH-Urteil in BFHE 148, 212, BStBl II 1987, 178).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ist die &quot;A&nbsp;A\/S&quot; Kl&auml;gerin. In der Klageschrift wird die Ansicht vertreten, dass die Zweigniederlassung keine Unternehmerin sei und umsatzsteuerrechtlich auch nicht sein k&ouml;nne. Wenn die Zweigniederlassung aber nicht als Unternehmerin angesehen wird, dann kann sie den geltend gemachten Vorsteueranspruch auch nicht erhalten, weil &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG die Unternehmereigenschaft des Leistungsempf&auml;ngers voraussetzt. Die Klageschrift kann dann nur dahin verstanden werden, dass sie von demjenigen erhoben werden soll, der die Grundvoraussetzung des geltend gemachten Anspruchs, die Unternehmereigenschaft, erf&uuml;llt; und das ist die &quot;A&nbsp;A\/S&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin kann den ihr als Unternehmerin grunds&auml;tzlich zustehenden Vorsteueranspruch aus &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG nicht im Besteuerungsverfahren nach &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG geltend machen. Da die Kl&auml;gerin eine im Ausland ans&auml;ssige Unternehmerin ist und die &uuml;brigen Voraussetzungen des Verg&uuml;tungsverfahrens nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. UStDV erf&uuml;llt sind, k&ouml;nnen die Vorsteuerbetr&auml;ge nur in diesem besonderen Verg&uuml;tungsverfahren verg&uuml;tet werden (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;April 1988 V&nbsp;R&nbsp;95, 96\/83, BFHE 153, 247, BStBl II 1988, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 UStG kann das Bundesministerium der Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens durch Rechtsverordnung die Verg&uuml;tung der Vorsteuerbetr&auml;ge (&sect;&nbsp;15 UStG) an im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer, abweichend von &sect;&nbsp;16 und von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG, in einem besonderen Verfahren regeln. Von dieser Erm&auml;chtigung hat der Verordnungsgeber in &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. UStDV Gebrauch gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;59 UStDV in der bis 31.&nbsp;Dezember 2009 geltenden Fassung ist die &quot;&#8230; Verg&uuml;tung der abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge (&sect;&nbsp;15 des Gesetzes) an im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer (&sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 des Gesetzes) &#8230; abweichend von &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 des Gesetzes nach den &sect;&sect;&nbsp;60 und 61 durchzuf&uuml;hren, wenn der Unternehmer im Verg&uuml;tungszeitraum&quot; die in Nr.&nbsp;1 bis 4 n&auml;her bezeichneten &#8211;hier vorliegenden&#8211; Voraussetzungen erf&uuml;llt. &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 UStG definiert als einen im Ausland ans&auml;ssigen Unternehmer einen Unternehmer, &quot;&#8230; der weder im Inland noch auf der Insel Helgoland oder in einem der in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 UStG bezeichneten Gebiete einen Wohnsitz, seinen Sitz, seine Gesch&auml;ftsleitung oder eine Zweigniederlassung hat&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In &sect;&nbsp;59 UStDV in der ab 1.&nbsp;Januar 2010 geltenden Fassung durch das Jahressteuergesetz 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) ist an Stelle der Verweisung auf &sect;&nbsp;13b UStG die Regelung in &sect;&nbsp;59 Satz&nbsp;2 UStDV getreten, wonach ein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer ein Unternehmer ist, &quot;&#8230; der weder im Inland noch auf der Insel Helgoland oder in einem der in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 des Gesetzes bezeichneten Gebiete einen Wohnsitz, seinen Sitz, seine Gesch&auml;ftsleitung oder eine Betriebsst&auml;tte hat; ma&szlig;gebend hierf&uuml;r ist der Zeitpunkt, in dem die jeweilige Leistung an den Unternehmer ausgef&uuml;hrt wird&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Da die weiteren Voraussetzungen des &sect;&nbsp;59 UStDV erf&uuml;llt sind, beantwortet sich die Frage, ob die Kl&auml;gerin ein ausl&auml;ndischer Unternehmer ist, der den Vorsteuerabzug im Verg&uuml;tungsverfahren geltend machen muss, nach &sect;&nbsp;59 UStDV in der bis 31.&nbsp;Dezember 2009 geltenden Fassung danach, ob sie im Inland eine Zweigniederlassung und in der ab 1.&nbsp;Januar 2010 geltenden Fassung danach, ob sie im Inland eine Betriebsst&auml;tte hat. F&uuml;r die Streitjahre 2008 und 2009 ist diese Frage schon deshalb zu bejahen, weil die Zweigniederlassung der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 HGB in das Handelsregister des Amtsgerichts X eingetragen war. F&uuml;r das Streitjahr 2010 gilt nichts anderes, weil nicht ersichtlich ist, dass durch die Ersetzung des Begriffes der Zweigniederlassung durch den der Betriebsst&auml;tte inhaltlich eine Rechts&auml;nderung eingetreten sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin ist dennoch eine im Ausland ans&auml;ssige Unternehmerin, weil die unionsrechtlichen Voraussetzungen einer Ans&auml;ssigkeit im Inland nicht erf&uuml;llt sind, der deutsche Verordnungsgeber mit der in &sect;&nbsp;59 UStDV getroffenen Regelung das Unionsrecht nicht zutreffend umgesetzt hat und &sect;&nbsp;59 UStDV richtlinienkonform unter Einbeziehung der unionsrechtlichen Ans&auml;ssigkeitserfordernisse auszulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der gebotenen richtlinienkonformen Auslegung (II.3.) des &sect;&nbsp;59 UStDV setzt sowohl der Begriff der Zweigniederlassung als auch der der Betriebsst&auml;tte voraus, dass von dort aus Ums&auml;tze bewirkt wurden. Das ist ausweislich der von der Zweigniederlassung f&uuml;r die Kl&auml;gerin eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rungen aber nicht der Fall. Ob Ums&auml;tze beabsichtigt worden sind, ist insoweit ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">bb) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;170 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Mehrwertsteuersystem-Richtlinie &#8211;MwStSystRL&#8211;) hat jeder Steuerpflichtige, &quot;&#8230; der im Sinne des Artikels&nbsp;1 der Richtlinie 79\/1072\/EWG, des Artikels&nbsp;1 der Richtlinie 86\/560\/EWG (ab 1.1.2010 des Artikels&nbsp;1 der Richtlinie 86\/560\/EWG, des Artikels&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und des Artikels 3 der Richtlinie 2008\/9\/EG) und des Art.&nbsp;171 der vorliegenden Richtlinie nicht in dem Mitgliedstaat ans&auml;ssig ist, in dem er die Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen erwirbt oder mit der Mehrwertsteuer belastete Gegenst&auml;nde einf&uuml;hrt, &#8230; Anspruch auf Erstattung dieser Mehrwertsteuer, soweit die Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r die Zwecke folgender Ums&auml;tze verwendet werden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a) die in Artikel 169 genannten Ums&auml;tze<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">b) die Ums&auml;tze, bei denen die Steuer nach den Artikeln 194 bis 197 und 199 lediglich vom Empf&auml;nger geschuldet wird&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;171 Abs.&nbsp;1 der MwStSystRL erfolgt die Erstattung der Mehrwertsteuer an Steuerpflichtige, die nicht in dem Mitgliedstaat, in dem sie die Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen erwerben oder mit der Mehrwertsteuer belastete Gegenst&auml;nde einf&uuml;hren, sondern in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssig sind, nach dem in der Richtlinie 79\/1072\/EWG (ab 1.&nbsp;Januar 2010: Richtlinie 2008\/9\/EG) vorgesehenen Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach Art.&nbsp;1 der bis 31.&nbsp;Dezember 2009 geltenden Richtlinie 79\/1072\/EWG gilt als nicht im Inland ans&auml;ssiger Steuerpflichtiger, wer in diesem Land weder den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit noch eine feste Niederlassung, von wo aus die Ums&auml;tze bewirkt worden sind, noch &#8211;in Ermangelung eines solchen Sitzes oder einer festen Niederlassung&#8211; seinen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthaltsort gehabt hat und im Inland keine Gegenst&auml;nde geliefert oder Dienstleistungen erbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(2) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 der ab 1.&nbsp;Januar 2010 geltenden Richtlinie 2008\/9\/EG gilt diese Richtlinie f&uuml;r jeden nicht im Mitgliedstaat der Erstattung ans&auml;ssigen Steuerpflichtigen, der<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">im Mitgliedstaat der Erstattung weder den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit noch eine feste Niederlassung, von der aus Ums&auml;tze bewirkt wurden, noch &#8211;in Ermangelung eines solchen Sitzes oder einer solchen festen Niederlassung&#8211; dort seinen Wohnsitz oder seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthaltsort hat und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">keine Gegenst&auml;nde geliefert oder Dienstleistungen erbracht hat, die als im Mitgliedstaat der Erstattung bewirkt gelten [mit Ausnahme bestimmter Bef&ouml;rderungsleistungen und der Erbringung bestimmter anderer Dienstleistungen].<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2008\/9 gilt diese Richtlinie f&uuml;r Erstattungsantr&auml;ge, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2009 gestellt werden, und gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2008\/9 wird die Richtlinie 79\/1072\/EWG mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2010 aufgehoben, wobei sie jedoch f&uuml;r Erstattungsantr&auml;ge, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2010 gestellt werden, weiter gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Sowohl Art.&nbsp;1 der bis 31.&nbsp;Dezember 2009 geltenden Richtlinie 79\/1072\/EWG als auch Art.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a der ab 1.&nbsp;Januar 2010 geltenden Richtlinie 2008\/9\/EG enthalten damit zwei Voraussetzungen, die gleichzeitig erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, n&auml;mlich zum einen, dass eine &quot;feste Niederlassung&quot; besteht, und zum anderen, dass von dort aus &quot;Ums&auml;tze&quot; bewirkt wurden (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 25.&nbsp;Oktober 2012 C-318, 319\/11, Daimler und Widex, Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 932 Rdnr.&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zwar obliegt die verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen an das nationale Steuerrecht mangels einer einschl&auml;gigen Unionsregelung autonom den einzelnen Mitgliedstaaten (z.B. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;30\/10, BFH\/NV 2012, 1105; vom 19.&nbsp;Dezember 2013 V&nbsp;R&nbsp;5\/12, juris; EuGH-Urteile vom 30.&nbsp;Juni 2011 C-262\/09, Meilicke u.a., BFH\/NV 2011, 1467, Rdnr.&nbsp;55; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 C-35\/05, Reemtsma, Slg. 2007, I-2425, Rdnr.&nbsp;40, jeweils m.w.N.). Das Verfahrensrecht als solches ist aus diesem Grund grunds&auml;tzlich einer richtlinienkonformen Auslegung nicht zug&auml;nglich. Demgegen&uuml;ber ist der Begriff der Ans&auml;ssigkeit ausdr&uuml;cklich in Art.&nbsp;1 der bis 31.&nbsp;Dezember 2009 geltenden Richtlinie 79\/1072\/EWG und in Art.&nbsp;3 der ab 1.&nbsp;Januar 2010 geltenden Richtlinie 2008\/9\/EG geregelt. Folglich ist der Begriff der Ans&auml;ssigkeit richtlinienkonform auszulegen (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Mai 2003 V&nbsp;R&nbsp;97\/01, BFHE&nbsp;203, 193, BStBl II&nbsp;2003, 819; vom 10.&nbsp;Februar 2005 V&nbsp;R&nbsp;56\/03, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208). Von der &quot;Zweigniederlassung&quot; oder der &quot;Betriebsst&auml;tte&quot; (&sect;&nbsp;59 UStDV) aus m&uuml;ssen in richtlinienkonformer Auslegung &quot;Ums&auml;tze&quot; bewirkt worden sein. Da von der Zweigniederlassung der Kl&auml;gerin aus keine Ums&auml;tze bewirkt wurden, ist die Kl&auml;gerin ungeachtet ihrer Zweigniederlassung in H ein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer und kann den von ihr beanspruchten Vorsteuerabzug nur im Verg&uuml;tungsverfahren geltend machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ob der Kl&auml;gerin der Vorsteuerabzug im Billigkeitsverfahren nach &sect;&sect;&nbsp;163, 227 der Abgabenordnung zu gew&auml;hren sein k&ouml;nnte, kann der Senat im Festsetzungsverfahren nicht entscheiden, weil Steuerfestsetzung und Billigkeitsentscheidung zwei unterschiedliche Verwaltungsakte sind (BFH-Beschl&uuml;sse vom 12.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;B&nbsp;70\/12, BFH\/NV 2013, 515; vom 12.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;B&nbsp;134\/09, BFH\/NV 2011, 326). In einem Billigkeitsverfahren k&ouml;nnte zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass der deutsche Verordnungsgeber nach Unionsrecht zwingende Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer Ans&auml;ssigkeit im Inland bzw. f&uuml;r die Verneinung einer Ans&auml;ssigkeit im Ausland nicht &uuml;bernommen hat. Die Kl&auml;gerin konnte auf der Grundlage des Wortlautes des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;59 UStDV davon ausgehen, dass sie unabh&auml;ngig von der Ausf&uuml;hrung von Ums&auml;tzen allein durch ihre Zweigniederlassung in H kein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer ist, der Vorsteuerbetr&auml;ge im Verg&uuml;tungsverfahren geltend machen muss. Es ist f&uuml;r die Kl&auml;gerin kaum vorhersehbar gewesen, dass das deutsche Recht das Unionsrecht unzutreffend umgesetzt hat und im Wege der richtlinienkonformen Auslegung korrigiert werden muss. Dass die Voraussetzungen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des von der Kl&auml;gerin zu beschreitenden Verg&uuml;tungsverfahrens mittlerweile nicht mehr zu erf&uuml;llen sein d&uuml;rften, k&ouml;nnte eine H&auml;rte darstellen, &uuml;ber deren Unbilligkeit angesichts der Vers&auml;umnis des deutschen Verordnungsgebers, das Unionsrecht zutreffend umzusetzen, gegebenenfalls noch zu entscheiden sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, V R 50\/13 Voraussetzungen des Umsatzsteuer-Verg&uuml;tungsverfahrens; Unionsrecht und innerstaatliches Verfahrensrecht; Auslegung von Rechtsbehelfen Leits&auml;tze 1. Prozessuale und au&szlig;erprozessuale Rechtsbehelfe sind gem&auml;&szlig; &sect; 133 BGB auszulegen, wenn eine eindeutige und zweifelsfreie Erkl&auml;rung fehlt. 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