{"id":63174,"date":"2014-08-13T18:06:27","date_gmt":"2014-08-13T16:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63174"},"modified":"2014-08-13T18:06:27","modified_gmt":"2014-08-13T16:06:27","slug":"ii-r-45-12-steuerbefreiung-fuer-letztwillige-zuwendung-eines-wohnungsrechts-an-familienwohnung-an-laengerlebenden-ehegatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-45-12-steuerbefreiung-fuer-letztwillige-zuwendung-eines-wohnungsrechts-an-familienwohnung-an-laengerlebenden-ehegatten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;45\/12 &#8211; Steuerbefreiung f&uuml;r letztwillige Zuwendung eines Wohnungsrechts an Familienwohnung an l&auml;ngerlebenden Ehegatten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.6.2014, II R 45\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerbefreiung f&uuml;r letztwillige Zuwendung eines Wohnungsrechts an Familienwohnung an l&auml;ngerlebenden Ehegatten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein steuerbeg&uuml;nstigter Erwerb eines Familienheims i.S. des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 4b Satz 1 ErbStG liegt nur vor, wenn der l&auml;ngerlebende Ehegatte von Todes wegen endg&uuml;ltig zivilrechtlich Eigentum oder Miteigentum an einer als Familienheim beg&uuml;nstigten Immobilie des vorverstorbenen Ehegatten erwirbt und diese zu eigenen Wohnzwecken selbst nutzt. Die von Todes wegen erfolgende Zuwendung eines dinglichen Wohnungsrechts an dem Familienheim erf&uuml;llt nicht die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist zu 1\/3 Miterbin ihres im August 2009 verstorbenen Ehemanns (E). Weitere Miterben sind die beiden Kinder des E.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Nachlass geh&ouml;rte u.a. ein mit einem Zweifamilienhaus bebautes Grundst&uuml;ck. Entsprechend den testamentarischen Verf&uuml;gungen des E wurde das Eigentum an diesem Grundst&uuml;ck jeweils zur H&auml;lfte an die beiden Kinder &uuml;bertragen und der Kl&auml;gerin unentgeltlich ein lebenslanges, dinglich gesichertes Wohnungs- und Mitbenutzungsrecht an der in dem Haus befindlichen Wohnung einger&auml;umt, die die Kl&auml;gerin und E bis zu dessen Tod gemeinsam bewohnt hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat die Auffassung, die Steuerbefreiung f&uuml;r Familienheime gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) sei auf den Erwerb von blo&szlig;en Wohnungsrechten nicht anwendbar, und bezog daher den Kapitalwert des der Kl&auml;gerin einger&auml;umten Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts in die Ermittlung von deren steuerpflichtigem Erwerb ein. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b ErbStG sei auf den Erwerb eines blo&szlig;en Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts weder dem Wortlaut nach noch entsprechend anwendbar. Die Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung auf den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum an einem Familienheim sei verfassungsgem&auml;&szlig;. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2220 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision wendet sich die Kl&auml;gerin gegen diese Auffassung. In verfahrensrechtlicher Hinsicht regt sie an, das Verfahren bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) &uuml;ber den Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27.&nbsp;September 2012 II&nbsp;R&nbsp;9\/11 (BFHE 238, 241, BStBl II 2012, 899) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch den w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangenen &Auml;nderungsbescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2012 erkl&auml;rte das FA die Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;r vorl&auml;ufig hinsichtlich der Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass der steuerpflichtige Erwerb ohne Ber&uuml;cksichtigung des Kapitalwerts des ihr einger&auml;umten Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts an der Familienwohnung ermittelt und die Erbschaftsteuer entsprechend herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision f&uuml;hrt aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung, weil sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 FGO). An die Stelle des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids vom 1.&nbsp;August 2012, &uuml;ber den das FG entschieden hat, ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Bescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2012 getreten und nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Verfahrens geworden. Diese Vorschriften gelten auch, wenn ein angefochtener Bescheid lediglich um einen Vorl&auml;ufigkeitsvermerk erg&auml;nzt wird (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;65\/11, BFHE 240, 404, BStBl II 2013, 633). Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos und aufzuheben (BFH-Urteile vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;R&nbsp;5\/09, BFH\/NV 2011, 1147, und vom 17.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;12\/11, BFHE 241, 386, BStBl II 2013, 740, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einer Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG nach &sect;&nbsp;127 FGO bedarf es jedoch nicht, da sich aufgrund des &Auml;nderungsbescheids an den zwischen den Beteiligten streitigen Punkten nichts ge&auml;ndert hat (BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Dezember 2010 II&nbsp;R&nbsp;45\/08, BFHE 232, 218, BStBl II 2012, 292, und vom 12.&nbsp;Januar 2011 II&nbsp;R&nbsp;30\/09, BFH\/NV 2011, 755). Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des BFH; sie fallen durch die Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils nicht weg, da das finanzgerichtliche Urteil nicht an einem Verfahrensmangel leidet (BFH-Urteile in BFHE 240, 404, BStBl II 2013, 633, und in BFHE 241, 386, BStBl II 2013, 740).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">III. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist unbegr&uuml;ndet und war daher abzuweisen. Der angefochtene Erbschaftsteuerbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig und verletzt die Kl&auml;gerin nicht in ihren Rechten. Die Zuwendung des Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts an die Kl&auml;gerin unterliegt als Erwerb von Todes wegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG der Erbschaftsteuer. Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG steht der Kl&auml;gerin nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG bleibt u.a. der Erwerb von Todes wegen des Eigentums oder Miteigentums an einem im Inland belegenen bebauten Grundst&uuml;ck i.S. des &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 5 des Bewertungsgesetzes durch den &uuml;berlebenden Ehegatten steuerfrei, soweit der Erblasser darin bis zum Erbfall eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat und die beim Erwerber unverz&uuml;glich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt ist (Familienheim). Der Erwerber kann die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;2 ErbStG jedoch nicht in Anspruch nehmen, soweit er das beg&uuml;nstigte Verm&ouml;gen aufgrund einer letztwilligen oder rechtsgesch&auml;ftlichen Verf&uuml;gung des Erblassers auf einen Dritten &uuml;bertragen muss. Dritter in diesem Sinn kann auch ein Miterbe sein (a.A. f&uuml;r die vorliegende Fallgestaltung J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;68). Erf&uuml;llt der Dritte die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4c ErbStG, steht ihm die Steuerbefreiung nach dieser Vorschrift zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von Todes wegen erfolgte Zuwendung eines dinglichen Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts an einer vom Erblasser bis zum Eintritt des Erbfalls zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung an den &uuml;berlebenden Ehegatten erf&uuml;llt nicht die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach ihrem Wortlaut setzt die Vorschrift ausdr&uuml;cklich den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum an einem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten voraus. Die Begriffe &quot;Eigentum&quot; und &quot;Miteigentum&quot; sind dabei im zivilrechtlichen Sinn zu verstehen. Wie sich auch aus dem systematischen Zusammenhang zu den S&auml;tzen 2 und 3 der Vorschrift ergibt, liegt ein Erwerb i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG nur vor, wenn der Erblasser zivilrechtlicher Eigent&uuml;mer oder Miteigent&uuml;mer (&sect;&nbsp;1008 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) des Familienheims war und der &uuml;berlebende Ehegatte das zivilrechtliche Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim von Todes wegen erwirbt (Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;39.7; Kien-H&uuml;mbert in Moench\/Weinmann, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;35; Kobor in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/Wachter, ErbStG, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;36; Jochum in Wilms\/Jochum, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;84; J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;68). Die Einr&auml;umung eines dinglichen Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts gew&auml;hrt dem Rechtsinhaber demgegen&uuml;ber nur ein Nutzungsrecht (&sect;&nbsp;1093 BGB), l&auml;sst aber die zivilrechtlichen Eigentumsverh&auml;ltnisse unber&uuml;hrt und gen&uuml;gt daher nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG (Reimann, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge 2010, 174, 178). Davon abgesehen begr&uuml;ndet ein solches Recht entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin auch kein wirtschaftliches Eigentum des Berechtigten i.S. des &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IX&nbsp;R&nbsp;14\/06, BFH\/NV 2007, 1471, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Zweck des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG rechtfertigt ebenfalls nicht die Anwendung der Vorschrift auf den Erwerb eines dinglichen Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts durch den &uuml;berlebenden Ehegatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Auslegung gegen den eindeutigen Wortlaut eines Gesetzes kommt nur in Betracht, wenn die wortgetreue Gesetzesanwendung offensichtlich dem Willen des Gesetzgebers widerspricht und zu einem offenbar sinnwidrigen Ergebnis f&uuml;hrt, das durch die beabsichtigte Auslegung vermieden oder jedenfalls entscheidend gemindert w&uuml;rde, ohne andere Wertungswiderspr&uuml;che hervorzurufen (vgl. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;August 1974 IV&nbsp;R&nbsp;120\/70, BFHE 113, 357, BStBl II 1975, 12; vom 28.&nbsp;Oktober 1983 III&nbsp;R&nbsp;129\/79, BFHE 139, 416, BStBl II 1984, 91, und vom 11.&nbsp;Juni 2013 II&nbsp;R&nbsp;4\/12, BFHE 241, 392, BStBl II 2013, 742).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Zusammenhang nicht erf&uuml;llt. Die Beschr&auml;nkung des Anwendungsbereichs des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG auf den Erwerb des Eigentums oder Miteigentums an einem Familienheim ist nicht sinnwidrig. Sie entspricht vielmehr der Absicht des Gesetzgebers, die Gew&auml;hrung einer Steuerbefreiung auf den Erwerb von Wohneigentum durch den &uuml;berlebenden Ehegatten zu begrenzen. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung (Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks&nbsp;16\/11107, S.&nbsp;8) dient die Regelung &uuml;ber die Steuerfreistellung von Wohneigentum f&uuml;r Ehegatten und Lebenspartner &quot;neben dem Schutz des gemeinsamen famili&auml;ren Lebensraums dem Ziel der Lenkung in Grundverm&ouml;gen schon zu Lebzeiten des Erblassers&quot; und der krisenfesten Erhaltung des besonders gesch&uuml;tzten Familiengebrauchsverm&ouml;gens in Gestalt des Familienheims von Ehegatten und Lebenspartnern. Das mit der Vorschrift verfolgte Ziel, die Substanz des beg&uuml;nstigten Immobilienverm&ouml;gens innerhalb der ehelichen Lebensgemeinschaft zu erhalten, kommt auch in den Regelungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b S&auml;tze&nbsp;2 und 3 ErbStG zum Ausdruck. Durch den darin normierten Wegfall der Steuerbefreiung f&uuml;r den Fall, dass der &uuml;berlebende Ehegatte das Familienheim aufgrund einer letztwilligen oder rechtsgesch&auml;ftlichen Verf&uuml;gung des Erblassers auf einen Dritten &uuml;bertr&auml;gt oder im Rahmen der Nachlassteilung auf einen Miterben &uuml;bertr&auml;gt, soll sichergestellt werden, dass nur demjenigen eine Steuerbefreiung gew&auml;hrt wird, der endg&uuml;ltig das Eigentum an dem Familienheim erh&auml;lt (Jochum in Wilms\/Jochum, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;84) und dieses selbst zu eigenen Wohnzwecken nutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus diesen Gr&uuml;nden scheidet auch eine analoge Anwendung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG aus. Eine f&uuml;r eine Analogie erforderliche planwidrige Regelungsl&uuml;cke liegt nur vor, wenn das Gesetz, gemessen an seiner eigenen Absicht und der ihm immanenten Teleologie, unvollst&auml;ndig und somit erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und seine Erg&auml;nzung nicht einer gesetzlich gewollten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;5\/07, BFHE 236, 137, BStBl II 2012, 678, und vom 29.&nbsp;August 2012 II&nbsp;R&nbsp;49\/11, BFHE 238, 499, BStBl II 2013, 104, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An einer solchen planwidrigen Gesetzesl&uuml;cke fehlt es vorliegend. Angesichts der mit der Steuerfreistellung verfolgten Ziele und der in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b S&auml;tze&nbsp;2 und 3 ErbStG getroffenen Regelungen zum Wegfall der Steuerbefreiung bei Weitergabe des Wohneigentums ist davon auszugehen, dass sich der Gesetzgeber bewusst daf&uuml;r entschieden hat, nur die &Uuml;bertragung des Wohneigentums auf den &uuml;berlebenden Ehegatten und nicht auch die Einr&auml;umung eines dinglichen Wohnungs- und Mitbenutzungsrechts am Familienheim zu beg&uuml;nstigen. An diese gesetzgeberische Entscheidung sind die Finanzverwaltung und die Rechtsprechung nach Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG) gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG zu gew&auml;hren w&auml;re, wenn der &uuml;berlebende Ehegatte das ihm letztwillig zugewendete Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim unter Vorbehalt eines Wohnungsrechts auf einen Dritten &uuml;bertr&auml;gt, ohne hierzu verpflichtet zu sein, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden. Denn der Ehegatte h&auml;tte in einem solchen Fall &#8211;anders als in der Streitsache&#8211; jedenfalls unbeschr&auml;nktes Eigentum erworben, &uuml;ber das er frei verf&uuml;gen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Besteuerung vereinbar, dass die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG nur eingreift, wenn der &uuml;berlebende Ehegatte das Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim erwirbt, ohne es aufgrund einer letztwilligen oder rechtsgesch&auml;ftlichen Verf&uuml;gung des Erblassers auf einen Dritten &uuml;bertragen zu m&uuml;ssen, nicht aber, wenn ihm lediglich ein dingliches Wohnungsrecht an der Familienwohnung zugewendet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Weder der durch Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG gebotene Schutz der Ehe noch die Gew&auml;hrleistung des Erbrechts durch Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG fordern die in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG vorgesehene Steuerbefreiung oder deren Ausdehnung auf weitere Fallgruppen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat nach der Rechtsprechung des BVerfG (vgl. Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Juni 1995&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;552\/91, BVerfGE 93, 165, BStBl II 1995, 671; vom 28.&nbsp;Oktober 1997&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1644\/94, BVerfGE 97, 1, und vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;611\/07, 1&nbsp;BvR&nbsp;2464\/07, BVerfGE 126, 400) aufgrund dieser grundrechtlichen Bindungen die famili&auml;re Verbundenheit der n&auml;chsten Angeh&ouml;rigen zum Erblasser auch erbschaftsteuerrechtlich zu ber&uuml;cksichtigen. Das im Verfassungsrecht verankerte Familienprinzip gibt dem Erbschaftsteuerrecht Ma&szlig; und Richtung (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 400, unter B.I.3.a cc). Der steuerliche Zugriff ist danach bei nahen Familienangeh&ouml;rigen, also insbesondere Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern und Kindern, derart zu m&auml;&szlig;igen, dass diesen der jeweils &uuml;berkommene Nachlass zumindest zum deutlich &uuml;berwiegenden Teil oder, bei kleineren Verm&ouml;gen, v&ouml;llig steuerfrei zugute kommt (Beschl&uuml;sse in BVerfGE 93, 165, BStBl II 1995, 671, unter C.I.2.b aa, und in BVerfGE 126, 400, unter B.I.3.a cc (1)). Eine vollst&auml;ndige Steuerbefreiung des von Todes wegen erfolgenden Erwerbs vom verstorbenen Ehegatten ist hingegen verfassungsrechtlich nicht geboten (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 97, 1, unter B.I.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die verfassungsrechtlich gebotene Ber&uuml;cksichtigung des Familienprinzips geschieht regelm&auml;&szlig;ig durch die Gew&auml;hrung der Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG und die Abstufung des Steuertarifs nach dem Grad der verwandtschaftlichen Beziehungen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;15, 19 ErbStG (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 400, unter B.I.3.a cc (1); BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juli 2013 II&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFHE 242, 153, BStBl II 2013, 1051, Rz&nbsp;11, 20). Der dem &uuml;berlebenden Ehegatten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG zustehende Freibetrag von 500.000&nbsp;EUR erm&ouml;glicht ihm, ein durchschnittliches Einfamilienhaus vom Erblasser von Todes wegen steuerfrei zu erwerben, und gen&uuml;gt somit den verfassungsrechtlichen Anforderungen (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 93, 165, BStBl II 1995, 671, unter C.I.2.b aa i.V.m. BVerfG-Beschluss vom 22.&nbsp;Juni 1995&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;37\/91, BVerfGE 93, 121, BStBl II 1995, 655, unter C.II.5.a; BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;September 2004 II&nbsp;B&nbsp;35\/03, BFH\/NV 2005, 210). Eine zus&auml;tzliche Steuerbefreiung des Erwerbs eines Familienheims oder eines Wohnungsrechts daran durch den &uuml;berlebenden Ehegatten ist verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Einf&uuml;hrung der in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG vorgesehenen Steuerbefreiung verpflichtet den Gesetzgeber auch nicht unter dem Gesichtspunkt des allgemeinen Gleichheitssatzes (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) dazu, die Steuerbefreiung auf den Erwerb eines dinglichen Wohnungsrechts an der Ehewohnung durch den &uuml;berlebenden Ehegatten zu erstrecken. Der Gesetzgeber durfte vielmehr die in der Steuerbefreiung liegende Ausnahme von der Besteuerung des gesamten Erwerbs aus den oben unter III.2. genannten Gr&uuml;nden auf den Erwerb des Eigentums oder Miteigentums an einem Familienheim beschr&auml;nken, ohne den ihm zustehenden weiten Gestaltungsspielraum zu &uuml;berschreiten. Es handelt sich dabei um sachlich einleuchtende Gr&uuml;nde f&uuml;r die gesetzliche Differenzierung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG vorgesehene Steuerbefreiung ihrerseits erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken unterliegt. Die vom Senat im Urteil in BFHE 242, 153, BStBl II 2013, 1051, Rz&nbsp;11, zu &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a ErbStG a.F. erhobenen verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen im vorliegenden Zusammenhang gleicherma&szlig;en (vgl. H.-U.&nbsp;Viskorf in Viskorf\/Knobel\/Schuck\/W&auml;lzholz, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;49; Kien-H&uuml;mbert in Moench\/Weinmann, a.a.O., &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;35; Birk\/Desens\/Tappe, Steuerrecht, 16.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;1601). Wie das BVerfG im Beschluss in BVerfGE 93, 121, BStBl II 1995, 655, unter C.II.5.a ausgef&uuml;hrt hat, muss der Gesetzgeber bei der Steuerfreistellung des zur individuellen Lebensgestaltung bestimmten Verm&ouml;gens Grundeigent&uuml;mer und Inhaber anderer Verm&ouml;genswerte in einem gleichen Individualbedarf steuerlich gleichbehandeln. Es erscheint zweifelhaft, ob &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG mit diesem Gleichbehandlungsgebot vereinbar ist. Eine Anwendung dieser Vorschrift &uuml;ber ihren Wortlaut hinaus w&auml;re jedenfalls verfassungsrechtlich noch bedenklicher und ist somit ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Steuerfestsetzung durch den &Auml;nderungsbescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2012 hinsichtlich der Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des ErbStG f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rt wurde, braucht das Verfahren nicht bis zur Entscheidung des BVerfG &uuml;ber den Vorlagebeschluss des BFH in BFHE 238, 241, BStBl II 2012, 899 ausgesetzt zu werden. Aufgrund der Vorl&auml;ufigkeit der Steuerfestsetzung droht der Kl&auml;gerin kein Rechtsverlust (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;September 2007 IX&nbsp;R&nbsp;42\/05, BFHE 219, 81, BStBl II 2008, 26, und vom 30.&nbsp;September 2010 III&nbsp;R&nbsp;39\/08, BFHE 231, 7, BStBl II 2011, 11, Rz&nbsp;51, jeweils m.w.N.). Sollte aufgrund einer Entscheidung des BVerfG die Steuerfestsetzung wegen Verfassungswidrigkeit des ErbStG aufzuheben sein, ist diese Aufhebung aufgrund des Vorl&auml;ufigkeitsvermerks von Amts wegen vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.6.2014, II R 45\/12 Steuerbefreiung f&uuml;r letztwillige Zuwendung eines Wohnungsrechts an Familienwohnung an l&auml;ngerlebenden Ehegatten Leits&auml;tze Ein steuerbeg&uuml;nstigter Erwerb eines Familienheims i.S. des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 4b Satz 1 ErbStG liegt nur vor, wenn der l&auml;ngerlebende Ehegatte von Todes wegen endg&uuml;ltig zivilrechtlich Eigentum oder Miteigentum an einer als Familienheim beg&uuml;nstigten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-45-12-steuerbefreiung-fuer-letztwillige-zuwendung-eines-wohnungsrechts-an-familienwohnung-an-laengerlebenden-ehegatten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;45\/12 &#8211; Steuerbefreiung f&uuml;r letztwillige Zuwendung eines Wohnungsrechts an Familienwohnung an l&auml;ngerlebenden Ehegatten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63174\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}