{"id":63327,"date":"2014-09-03T18:56:20","date_gmt":"2014-09-03T16:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63327"},"modified":"2014-09-03T18:56:20","modified_gmt":"2014-09-03T16:56:20","slug":"i-r-85-12-entgelte-fuer-sog-dauerschulden-bei-freistellungsverpflichtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-85-12-entgelte-fuer-sog-dauerschulden-bei-freistellungsverpflichtung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;85\/12 &#8211; Entgelte f&uuml;r sog. Dauerschulden bei Freistellungsverpflichtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2014, I R 85\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Entgelte f&uuml;r sog. Dauerschulden bei Freistellungsverpflichtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine Hinzurechnung von sog. Dauerschuldentgelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 1999\/2002) in den Streitjahren (1999 bis 2003) erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, erwarb im Jahr 1999 Wirtschaftsg&uuml;ter von der A-KG, um einen Gesch&auml;ftsbetrieb zu er&ouml;ffnen. Diesem Erwerb (&quot;Asset Deal&quot;) lagen Vereinbarungen vom 28.&nbsp;September 1999 und vom 25.&nbsp;November 1999 zugrunde. Als Gegenleistung vereinbarten die Parteien einen Barkaufpreis in H&ouml;he von &#8230; Britischen Pfund, eine &Uuml;bernahme von Passiva der A-KG im Nennwert von ca. &#8230;&nbsp;DM und eine Verpflichtung der Kl&auml;gerin, die A-KG hinsichtlich der von ihr zu leistenden Aufwendungen aus (dort verbleibenden) Pensionsverpflichtungen gegen&uuml;ber Pension&auml;ren und ausgeschiedenen Mitarbeitern &quot;schadlos zu halten&quot; (Freistellung im Innenverh&auml;ltnis zwischen der A-KG und der Kl&auml;gerin).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A-KG bilanzierte die mit der Freistellungsverpflichtung verbundenen Pensionsr&uuml;ckstellungen in den Streitjahren nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;6a des Einkommensteuergesetzes 1997\/2002. In den Bilanzen der Kl&auml;gerin erfolgte der Ausweis der Freistellungsverpflichtung als sonstige R&uuml;ckstellung f&uuml;r der H&ouml;he nach ungewisse Verbindlichkeiten mit einem Wert entsprechend dem bei der A-KG angesetzten Wert der Pensionsr&uuml;ckstellung (d.h. ebenfalls unter Ansatz eines Zinssatzes von 6&nbsp;% und unter Ber&uuml;cksichtigung von biometrischen Ausscheideursachen): &#8230;&nbsp;DM (31.&nbsp;Dezember 1999), &#8230;&nbsp;DM (31.&nbsp;Dezember 2000), &#8230;&nbsp;DM (31.&nbsp;Dezember 2001), &#8230;&nbsp;EUR (31.&nbsp;Dezember 2002) und &#8230;&nbsp;EUR (31.&nbsp;Dezember 2003). Die monatlichen &quot;Ausgleichszahlungen&quot; leistete die Kl&auml;gerin an die A-KG jeweils nach Erhalt der entsprechenden Zahlungsbenachrichtigungen (&#8230;&nbsp;DM in 1999, &#8230;&nbsp;DM in 2000, &#8230;&nbsp;DM in 2001, &#8230;&nbsp;EUR in 2002 und &#8230;&nbsp;EUR in 2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah die Zahlungen der Kl&auml;gerin an die A-KG (in den Streitjahren 2000 bis 2003 abz&uuml;glich der jeweiligen stichtagsbezogenen R&uuml;ckstellungsminderung) als Entgelt i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 an und rechnete zur Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags 50&nbsp;% dem Gewerbeertrag hinzu (Hinzurechnungen: &#8230;&nbsp;DM in 1999, &#8230;&nbsp;DM in 2000, &#8230;&nbsp;DM in 2001, &#8230;&nbsp;EUR in 2002, &#8230;&nbsp;EUR in 2003). Die Klage gegen die ge&auml;nderten Festsetzungen der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge hatte Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf, Urteil vom 15.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3626\/10&nbsp;G, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2013, 467).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage ist abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Zahlungen der Kl&auml;gerin (bzw. die in den Streitjahren 2000 bis 2003 streitgegenst&auml;ndlichen Salden aus Zahlungen und R&uuml;ckstellungsminderungen) sind dem jeweiligen Gewinn aus Gewerbebetrieb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 zur H&auml;lfte wieder hinzuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 wird die H&auml;lfte der Entgelte f&uuml;r Schulden, die wirtschaftlich mit der Gr&uuml;ndung oder dem Erwerb des Betriebs (Teilbetriebs) oder eines Anteils am Betrieb oder mit einer Erweiterung oder Verbesserung des Betriebs zusammenh&auml;ngen oder der nicht nur vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals dienen, dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (&sect;&nbsp;7 GewStG 1999\/2002) bei der Ermittlung des Gewerbeertrags hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt. Die Zahlungen der Kl&auml;gerin an die A-KG sind Entgelte f&uuml;r Schulden, die nicht nur der vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals dienen (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 GewStG 1999\/2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgelt &quot;f&uuml;r&quot; Schulden ist die Gegenleistung f&uuml;r die Zurverf&uuml;gungstellung von Fremdkapital (Senatsurteile vom 9.&nbsp;August 2000 I&nbsp;R&nbsp;92\/99, BFHE 193, 141, BStBl II 2001, 609; vom 30.&nbsp;April 2003 I&nbsp;R&nbsp;19\/02, BFHE 202, 357, BStBl II 2004, 192; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IV&nbsp;R&nbsp;55\/05, BFHE 217, 103, BStBl II 2007, 655). Dazu geh&ouml;ren in erster Linie die laufenden Zinsen im Sinne des b&uuml;rgerlichen Rechts. Der Begriff des Entgelts umfasst aber auch andere Leistungen, die der Kreditnehmer f&uuml;r die Nutzung des Fremdkapitals an den Kreditgeber zu erbringen hat. Dies ergibt sich daraus, dass der Begriff &quot;Entgelte&quot; durch das Steuerreformgesetz 1990 vom 25.&nbsp;Juli 1988 (BGBl I 1988, 1093, BStBl I 1988, 224) an Stelle des Begriffs &quot;Zinsen&quot; in &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1984 eingef&uuml;gt worden ist. Nach der Begr&uuml;ndung zum Gesetzentwurf war Anlass f&uuml;r die &Auml;nderung, dass auch gewinnabh&auml;ngige Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Nutzung von Fremdkapital zur Hinzurechnung f&uuml;hren sollten, was unter der Geltung des fr&uuml;heren Wortlauts nach der Rechtsprechung des BFH nicht m&ouml;glich war (vgl. Senatsurteil vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1984 I&nbsp;R&nbsp;31\/80, BFHE 141, 158, BStBl II 1984, 623). Zudem wurde es als sachgerecht angesehen, &quot;auch solche Entgelte f&uuml;r die langfristige Nutzung von Fremdkapital in die Bemessungsgrundlage Gewerbeertrag einzubeziehen, die zwar nicht als Zinsen bezeichnet werden, aber Zinscharakter haben, wie z.B. das Damnum&quot;, das eine Zinskorrekturfunktion habe (BTDrucks 11\/2157, S.&nbsp;175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die im Zuge der &Uuml;bertragung der Wirtschaftsg&uuml;ter eingegangene Freistellungsverpflichtung f&uuml;hrt zu einer das Betriebskapital der Kl&auml;gerin dauerhaft verst&auml;rkenden Verbindlichkeit gegen&uuml;ber der A-KG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Beteiligten gehen &uuml;bereinstimmend davon aus, dass die Kl&auml;gerin im Zuge der Vereinbarung mit der A-KG einen (internen) Schuldbeitritt zur (fortbestehenden) Verpflichtung der A-KG aus den Pensionszusagen erkl&auml;rt hat. Dem ist beizupflichten. Damit ist die Kl&auml;gerin im Verh&auml;ltnis zur A-KG verpflichtet, jene von der gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigern (den Versorgungsberechtigten) weiterbestehenden Zahlungspflicht freizustellen (wirtschaftliche Schuldbefreiung als Erf&uuml;llungs&uuml;bernahme i.S. von &sect;&nbsp;329 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs), ohne dass eine Gesamtschuldnerschaft begr&uuml;ndet werden sollte (zur Abgrenzung s. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 2012 IV&nbsp;R&nbsp;43\/09, BFHE 237, 215; FG K&ouml;ln, Urteil vom 3.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;1158\/10, EFG 2013, 1427). Die entsprechende Freistellungsverpflichtung ist von der Kl&auml;gerin sowohl in der Handels- als auch in der Steuerbilanz passivisch auszuweisen (s. allgemein Senatsurteile vom 16.&nbsp;Dezember 2009 I&nbsp;R&nbsp;102\/08, BFHE 227, 478, BStBl II 2011, 566; vom 14.&nbsp;Dezember 2011 I&nbsp;R&nbsp;72\/10, BFHE 236, 101).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In H&ouml;he der auf den gemeinen Wert der Freistellungsverpflichtung entfallenden anteiligen Anschaffungskosten der Wirtschaftsg&uuml;ter liegt als Folge der Vereinbarung nunmehr Fremdkapital bei der Kl&auml;gerin (als Erwerberin) vor. Zwar handelt es sich hierbei in formaler Hinsicht nicht um eine Kapital&uuml;berlassung durch die A-KG. Der Wert der Freistellungsverpflichtung ist aber &#8211;als Teil der Vereinbarung zur Tilgung des Kaupreises&#8211; als Anschaffungskosten in die Bewertung der erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter eingeflossen (z.B. Senatsurteil in BFHE 227, 478, BStBl II 2011, 566). Das Eingehen einer Freistellungsverpflichtung ist f&uuml;r den Erwerber im Vergleich zu einem fremdfinanzierten Erwerb oder einer befreienden Schuld&uuml;bernahme (s. insoweit Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 1990 I&nbsp;R&nbsp;178\/86, BFHE 162, 361, BStBl II 1991, 469) nur ein alternatives Finanzierungsinstrument der Anschaffung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FG ist zwar darin zuzustimmen, dass die kaufvertragliche Gegenleistung im Streitfall mit der Barzahlung, der &Uuml;bernahme bestimmter Verbindlichkeiten und der rechtlich bindenden Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin, die A-KG hinsichtlich ihrer Aufwendungen f&uuml;r Pensionsverpflichtungen &quot;schadlos&quot; zu halten, vollst&auml;ndig erbracht worden ist. Die monatlichen Zahlungen der Kl&auml;gerin an die A-KG dienen damit nicht der Abwicklung oder Erf&uuml;llung des Kaufvertrags; gezahlt wird auf den eigenst&auml;ndigen Rechtsgrund der Freistellungsverpflichtung, und zwar unabh&auml;ngig davon, in welcher H&ouml;he die Kl&auml;gerin auf diese Verpflichtung Zahlungen an die A-KG tats&auml;chlich leisten wird. Dies betrifft sowohl die Situation, dass die Kl&auml;gerin ihre Zahlungen einstellt (z.B. wegen Insolvenz) oder eine Zahlungspflicht endet (z.B. bei Insolvenz der A-KG oder der Erf&uuml;llung aller Pensionsanspr&uuml;che, wenn damit dort keine Zahlungen mehr geleistet werden), als auch die Situation einer &quot;Mehrzahlung&quot; &uuml;ber den von den Parteien bei der Bewertung dieses Kaufpreisbestandteils kalkulierten Wert hinaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese rechtliche Struktur kann aber von dem wirtschaftlichen Hintergrund, der die Kl&auml;gerin dazu veranlasst hat, die Verpflichtung einzugehen, nicht losgel&ouml;st werden (so auch G&uuml;roff in Glanegger\/G&uuml;roff, GewStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1a Rz&nbsp;4 und &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1a (1&nbsp;aF) Rz&nbsp;38). Solange Zahlungen auf die Freistellungsverpflichtung zu leisten sind, wird wirtschaftlich die Anschaffung der Wirtschaftsg&uuml;ter entgolten. Dies steht einer ratenweisen Tilgung einer noch offenen Kaufpreisverbindlichkeit durch den K&auml;ufer (s. insoweit BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 1975 VIII&nbsp;R&nbsp;19\/70, BFHE 115, 514, BStBl II 1975, 647) gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Zahlungen an die A-KG enthalten auch einen Zinsanteil, der von der Kl&auml;gerin f&uuml;r eine Fremdkapital&uuml;berlassung der A-KG als Entgelt geschuldet wird und der der Hinzurechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Parteien des Betriebserwerbs werden im Zuge der Bemessung des Kaufpreises &#8211;auf der Grundlage einer kaufm&auml;nnischen Bewertung der zu erwerbenden Wirtschaftsg&uuml;ter&#8211; den Wert der den wesentlichen Teil des Kaufentgelts ausmachenden Freistellungsverpflichtung ermittelt (jedenfalls gesch&auml;tzt) haben; jene Bewertung wird bei Vertragsschluss in die Bemessung der &uuml;brigen Kaufpreiskomponenten eingeflossen sein. Eine bilanzsteuerrechtliche Bewertung der Wirtschaftsg&uuml;ter bei der Kl&auml;gerin erfolgt nach den Anschaffungskosten. Soweit die Freistellungsverpflichtung Kaufpreiskomponente ist, kommt der Barwert der Verpflichtung zum Ansatz. Dieser Wert ist nach der &uuml;bereinstimmenden Einsch&auml;tzung der Beteiligten und der Vorinstanz f&uuml;r den Anschaffungszeitpunkt durch den Ansatz in der H&ouml;he, die den Ansatz bei der A-KG entspricht, zutreffend ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Vorteil f&uuml;r die Kl&auml;gerin, den (anteiligen) Wert der erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter nicht zum Erwerbszeitpunkt aufbringen zu m&uuml;ssen, d&uuml;rfte &uuml;blicherweise Gegenstand einer Zinsvereinbarung sein. Nach den Feststellungen des FG ist eine solche Abrede zwar nicht Gegenstand der vertraglichen Vereinbarungen. Allerdings bringt die Bewertung der angeschafften Wirtschaftsg&uuml;ter und der Verpflichtung mit einem abgezinsten Betrag zum Ausdruck, dass die Kl&auml;gerin der A-KG bis zur vollst&auml;ndigen Erf&uuml;llung dieser Verpflichtung einen Zins als Gegenleistung f&uuml;r eine Kapital&uuml;berlassung schuldet (gl.A. G&uuml;roff in Glanegger\/G&uuml;roff, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1a Rz&nbsp;6b). Es geht damit im Streitfall nicht lediglich um (isolierte) bilanzielle Bewertungs- bzw. Wertberichtigungsma&szlig;nahmen im Schuldnerverm&ouml;gen (so aber im Ergebnis G&uuml;nkel, Jahrbuch der Fachanw&auml;lte f&uuml;r Steuerrecht 2009\/2010, 735, 773 f.; zustimmend Buciek, ebenda, 776), die den Entgeltbegriff des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 nicht ausf&uuml;llen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2014, I R 85\/12 Entgelte f&uuml;r sog. Dauerschulden bei Freistellungsverpflichtung Tatbestand 1&nbsp; I. 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