{"id":63333,"date":"2014-09-03T18:56:55","date_gmt":"2014-09-03T16:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63333"},"modified":"2014-09-03T18:56:55","modified_gmt":"2014-09-03T16:56:55","slug":"x-b-215-13-anforderungen-an-die-unterzeichnung-eines-bestimmenden-schriftsatzes-eigenhaendige-unterschrift-steuerermaessigung-nach-par-35-estg-keine-revisionszulassung-im-folgeverfahren-wegen-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-215-13-anforderungen-an-die-unterzeichnung-eines-bestimmenden-schriftsatzes-eigenhaendige-unterschrift-steuerermaessigung-nach-par-35-estg-keine-revisionszulassung-im-folgeverfahren-wegen-moeglich\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;215\/13 &#8211; Anforderungen an die Unterzeichnung eines bestimmenden Schriftsatzes &#8211; Eigenh&auml;ndige Unterschrift &#8211; Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35 EStG: Keine Revisionszulassung im Folgeverfahren wegen m&ouml;glicherweise fehlerhaftem Grundlagenbescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.6.2014, X B 215\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Unterzeichnung eines bestimmenden Schriftsatzes &#8211; Eigenh&auml;ndige Unterschrift &#8211; Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35 EStG: Keine Revisionszulassung im Folgeverfahren wegen m&ouml;glicherweise fehlerhaftem Grundlagenbescheid<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) werden im Streitjahr 2002 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr an einer KG beteiligt und bezog aus dieser Beteiligung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Auf die Mitteilung des Finanzamts X vom 18.&nbsp;Oktober 2010 &uuml;ber die f&uuml;r den Kl&auml;ger festgestellten Anteile f&uuml;r 2002 (anteiliger Gewinn aus Gewerbebetrieb 943.360&nbsp;EUR, davon Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne &#8211;einschlie&szlig;lich steuerfreier Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne&#8211; 943.371&nbsp;EUR, anteiliger Gewerbesteuermessbetrag 21.847,43&nbsp;EUR) wurde der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2002 mit Bescheid vom 11.&nbsp;Januar 2011 entsprechend ge&auml;ndert (Eink&uuml;nfte aus Beteiligungen nunmehr insgesamt .\/. 326.312&nbsp;EUR und Eink&uuml;nfte aus Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen insgesamt 2.150.413&nbsp;EUR). Eine Steuererm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gew&auml;hrte der Beklagte und Revisionsf&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit folgender Begr&uuml;ndung nicht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Da die Summe der im zu versteuernden Einkommen enthaltenen gewerblichen Eink&uuml;nfte nicht gr&ouml;&szlig;er als Null ist, entf&auml;llt eine Steuererm&auml;&szlig;igung gem. &sect;&nbsp;35 EStG.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren machten die Kl&auml;ger geltend, der vom Finanzamt X festgestellte anteilige Gewerbesteuer-Messbetrag sei im Einkommensteuerbescheid nicht steuermindernd ber&uuml;cksichtigt worden. Die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb seien insgesamt positiv, so dass eine Anrechnung erfolgen m&uuml;sse. Das FA wies den Einspruch zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;R&nbsp;5\/08 (BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912) sei zweifelsfrei zu entnehmen, dass zu den Eink&uuml;nften aus gewerblichen Unternehmen (&sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) sowie aus Gewerbebetrieb als Mitunternehmer (&sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG) auch (dem Grunde nach) gewerbesteuerbelastete Ver&auml;u&szlig;erungs- und Aufgabegewinne nach &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;2 Nrn. 1 und 2 des Gewerbesteuergesetzes geh&ouml;rten. Denn f&uuml;r die Frage, ob mit Gewerbesteuer belastete Eink&uuml;nfte i.S. von &sect;&nbsp;35 EStG vorl&auml;gen, komme es nicht darauf an, wer bzw. welcher Mitunternehmer die Gewerbesteuerpflicht ausgel&ouml;st habe. Denn Steuersubjekt bzw. Steuerschuldner der Gewerbesteuer sei die Gesellschaft. Der einzelne Gesellschafter sei kein Steuersubjekt. Daher d&uuml;rfe auch nicht unterschieden werden, ob die Gewerbesteuer durch den einen oder anderen Mitunternehmer ausgel&ouml;st worden sei. Dementsprechend habe jeder Mitunternehmer, f&uuml;r den ein anteiliger Gewerbesteuermessbetrag festgestellt bzw. festgesetzt worden sei, gewerbesteuerbelastete Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die vom FA erhobene Nichtzulassungsbeschwerde. Das FA r&uuml;gt, das Finanzgericht (FG) habe konkludent den Rechtssatz aufgestellt, das Wohnsitzfinanzamt sei an die Feststellungen des Betriebsst&auml;ttenfinanzamts nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 EStG nicht gebunden. Im Urteil in BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912 habe der BFH hingegen den Rechtssatz aufgestellt, &uuml;ber die Frage, ob Teile des festgesetzten Gewerbesteuermessbetrags von der Einkommensteuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 EStG 2001 ausgeschlossen seien, sei im Feststellungsverfahren nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 EStG 2001 zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger treten der Beschwerde entgegen und r&uuml;gen, die Beschwerdebegr&uuml;ndung wahre die Schriftform nicht. Aus dem Namenszug des Vertreters des Beklagten lasse sich kein Buchstabe erkennen. Die Unterzeichnung stelle sich damit nicht als Wiedergabe eines Namens, sondern vielmehr als blo&szlig;es Namenszeichen (Paraphe) dar. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung sei folglich nicht mit einem Namen versehen, aus dem auf die Identit&auml;t des Verantwortlichen des Schriftsatzes zu schlie&szlig;en sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht r&uuml;gen die Kl&auml;ger, die Schriftform der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift sei nicht gewahrt, weil sich aus dem Namenszug des Vertreters des FA kein Buchstabe erkennen lasse. Die Unterzeichnung sei keine Wiedergabe eines Namens, sondern vielmehr ein blo&szlig;es Namenszeichen (Paraphe). Aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung k&ouml;nne folglich nicht auf die Identit&auml;t des Verantwortlichen des Schriftsatzes geschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH ist bei bestimmenden Schrifts&auml;tzen die eigenh&auml;ndige Unterschrift des Ausstellers erforderlich, um diesen unzweifelhaft identifizieren zu k&ouml;nnen. Was unter einer Unterschrift zu verstehen ist, ergibt sich aus dem Sprachgebrauch und dem Zweck der Formvorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich, aber auch gen&uuml;gend ist danach das Vorliegen eines die Identit&auml;t des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnenden Schriftzugs, der individuelle und entsprechend charakteristische Merkmale aufweist, die die Nachahmung erschweren, sich als Wiedergabe eines Namens darstellt und die Absicht einer vollen Unterschriftsleistung erkennen l&auml;sst, selbst wenn er nur fl&uuml;chtig niedergelegt und von einem starken Abschleifungsprozess gekennzeichnet ist (Beschl&uuml;sse des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211;&nbsp;&nbsp;vom 9.&nbsp;Februar 2010 VIII&nbsp;ZB&nbsp;71\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht; vom 26.&nbsp;Februar 1997 XII&nbsp;ZB&nbsp;17\/97, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 1997, 737; Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1993 V&nbsp;ZR&nbsp;112\/92, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1994, 55, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter diesen Voraussetzungen kann selbst ein vereinfachter und nicht lesbarer Namenszug als Unterschrift anzuerkennen sein, wobei insbesondere von Bedeutung ist, ob der Unterzeichner auch sonst in gleicher oder &auml;hnlicher Weise unterschreibt (BGH-Beschluss in FamRZ 1997, 737). Nicht die Lesbarkeit oder die &Auml;hnlichkeit des handschriftlichen Gebildes mit den Namensbuchstaben ist entscheidend, sondern es kommt darauf an, ob der Name vollst&auml;ndig, wenn auch nicht unbedingt lesbar, wiedergegeben wird (BGH-Beschluss vom 21.&nbsp;Februar 2008 V&nbsp;ZB&nbsp;96\/07, Grundeigentum 2008, 539). Ein Schriftzug, der nach seinem &auml;u&szlig;eren Erscheinungsbild eine bewusste und gewollte Namensabk&uuml;rzung (Handzeichen, Paraphe) darstellt, gen&uuml;gt hingegen den an eine eigenh&auml;ndige Unterschrift zu stellenden Anforderungen nicht (BGH-Beschluss vom 28.&nbsp;September 1998 II&nbsp;ZB&nbsp;19\/98, NJW 1999, 60).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schriftform soll sicherstellen, dass ein Schriftsatz vom Absender stammt und es sich um keinen blo&szlig;en Entwurf handelt (Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;November 1995 X&nbsp;B&nbsp;56\/95, BFHE 179, 233, BStBl II 1996, 140). Dieses Erfordernis ist im Streitfall gew&auml;hrleistet. Der vom Vertreter des FA verwendete Namenszug ist &auml;u&szlig;erst individuell ausgestaltet, wenn auch einzelne Buchstaben nicht unbedingt identifizierbar sind. Um ein Handzeichen, eine Paraphe, wie im BFH-Urteil vom 2.&nbsp;August 2002 IV&nbsp;R&nbsp;14\/01 (BFH\/NV 2002, 1604) handelt es sich eindeutig nicht. Hinzu kommt, dass auch von den Kl&auml;gern an der Autorenschaft des Vertreters des FA keine Zweifel angemeldet worden sind. Schon deshalb ist eine gro&szlig;z&uuml;gigere Betrachtungsweise geboten (BGH-Beschluss vom 27.&nbsp;September 2005 VIII&nbsp;ZB&nbsp;105\/04, NJW 2005, 3775). Die Urheberschaft des Vertreters des FA wird best&auml;tigt durch die maschinenschriftliche Namenswiedergabe und durch den Umstand, dass im vorliegenden Verfahren auch die Unterschrift auf der Beschwerdeschrift dem Namenszug auf der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift &auml;hnelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist jedoch unbegr&uuml;ndet. Insbesondere weicht das Urteil des FG nicht von der Entscheidung des BFH in BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union, der BFH, das Bundesverfassungsgericht, der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes, ein anderes oberstes Bundesgericht oder ein anderes FG. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung deutlich erkennbar zu machen (vgl. Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Mai 2012 X&nbsp;B&nbsp;57\/11, BFH\/NV 2012, 1307, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FA zwar die vermeintliche Divergenzentscheidung genau bezeichnet und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil und der Entscheidung des BFH herausgearbeitet. Allein, die vom FA behauptete Abweichung liegt nicht vor. Zutreffend geht das FA zwar davon aus, dem BFH-Urteil in BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912 liege der Rechtssatz zugrunde, dass &uuml;ber die Frage, ob Teile des festgesetzten Gewerbesteuermessbetrags von der Einkommensteuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 EStG 2001 ausgeschlossen sind, im Feststellungsverfahren nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 EStG 2001 zu entscheiden ist. Das FG hat im angefochtenen Urteil jedoch weder ausdr&uuml;cklich noch konkludent den Rechtssatz aufgestellt, das Wohnsitzfinanzamt sei an die Feststellungen des Betriebsst&auml;ttenfinanzamts nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 EStG nicht gebunden. Vielmehr ging das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der Entscheidung des BFH in BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912 davon aus, dass die Feststellung des Anteils des Beteiligten an dem festzusetzenden Gewerbesteuermessbetrag ein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Ermittlung der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 EStG ist. Dementsprechend hat es erkannt, dass der vom Betriebsst&auml;ttenfinanzamt festgestellte <strong>anteilige <\/strong>Gewerbesteuermessbetrag des Kl&auml;gers bei der Berechnung des Steuererm&auml;&szlig;igungsbetrags nach &sect;&nbsp;35 EStG zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine andere Frage ist, ob das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt den auf den Kl&auml;ger entfallenden anteiligen Gewerbesteuermessbetrag zutreffend berechnet hat. Zwar hegt der beschlie&szlig;ende Senat insoweit Zweifel. Ein m&ouml;glicher Fehler des Betriebsst&auml;ttenfinanzamts im Feststellungsverfahren kann jedoch die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil im Folgeverfahren nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.6.2014, X B 215\/13 Anforderungen an die Unterzeichnung eines bestimmenden Schriftsatzes &#8211; Eigenh&auml;ndige Unterschrift &#8211; Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35 EStG: Keine Revisionszulassung im Folgeverfahren wegen m&ouml;glicherweise fehlerhaftem Grundlagenbescheid Tatbestand 1&nbsp; I. 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