{"id":63387,"date":"2014-09-11T11:10:27","date_gmt":"2014-09-11T09:10:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63387"},"modified":"2014-09-11T11:10:45","modified_gmt":"2014-09-11T09:10:45","slug":"vi-r-28-13-regelungsgehalt-einer-lohnsteueranrufungsauskunft-kein-anspruch-auf-bestimmten-rechtmaessigen-inhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-28-13-regelungsgehalt-einer-lohnsteueranrufungsauskunft-kein-anspruch-auf-bestimmten-rechtmaessigen-inhalt\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;28\/13 &#8211; Regelungsgehalt einer Lohnsteueranrufungsauskunft &#8211; kein Anspruch auf bestimmten rechtm&auml;&szlig;igen Inhalt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2014, VI R 28\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelungsgehalt einer Lohnsteueranrufungsauskunft &#8211; kein Anspruch auf bestimmten rechtm&auml;&szlig;igen Inhalt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Lohnsteueranrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;42e des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ersuchte den Beklagten und Revisionsbeklagten (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Schreiben vom 12.&nbsp;Oktober 2010 um Auskunft &uuml;ber die lohnsteuerliche Behandlung eines Angebots im Rahmen eines &quot;Demografieprojekts&quot;, das sie ihren Mitarbeitern anbot. Unter anderem wurde ein einw&ouml;chiges Einf&uuml;hrungsseminar zur Vermittlung grundlegender Erkenntnisse &uuml;ber einen gesunden Lebensstil angeboten (sog. Sensibilisierungswoche). Die Kl&auml;gerin machte geltend, das Seminar diene dazu, Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit, Leistungsf&auml;higkeit und Motivation der aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmend alternden Belegschaft zu erhalten. Sie vertrat die Auffassung, es fehle bereits am Entlohnungscharakter, weil die angebotene Ma&szlig;nahme im ganz &uuml;berwiegenden Interesse der Kl&auml;gerin liege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erteilte unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) mit Bescheid vom 25.&nbsp;Januar 2011 die Auskunft, die Teilnahme an der Sensibilisierungswoche stelle Arbeitslohn dar, der lediglich in H&ouml;he von maximal 500&nbsp;EUR pro Jahr steuerfrei sei. Der Einspruch blieb ohne Erfolg. Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts und Verfahrensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und entsprechend &sect;&nbsp;42e EStG festzustellen, dass die von der Kl&auml;gerin getragenen Kosten der sog. Sensibilisierungswoche keinen Arbeitslohn darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Kl&auml;gerin hat keinen Anspruch auf Erteilung einer Lohnsteueranrufungsauskunft mit dem von ihr begehrten Inhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;42e EStG hat das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt auf Anfrage eines Beteiligten dar&uuml;ber Auskunft zu geben, ob und inwieweit im einzelnen Fall die Vorschriften &uuml;ber die Lohnsteuer anzuwenden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anfragende, vorliegend der Arbeitgeber, hat danach einen &#8211;auch gerichtlich durchsetzbaren&#8211; Anspruch auf Erteilung der Auskunft &uuml;ber die Anwendung lohnsteuerrechtlicher Vorschriften. Dieser Anspruch bezieht sich nicht nur darauf, dass der Arbeitgeber f&ouml;rmlich zu bescheiden ist. &sect;&nbsp;42e EStG vermittelt vielmehr einen Anspruch darauf, dass die Anrufungsauskunft inhaltlich richtig ist. Die Vorschrift r&auml;umt nicht nur das Recht ein, die Auffassung des FA zu erfahren, sondern auch Sicherheit &uuml;ber die zutreffende Rechtslage zu erlangen und lohnsteuerliche Rechte und Pflichten in einem besonderen Verfahren im Voraus (ggf. gerichtlich) verbindlich feststellen zu lassen. Auf diese Weise wird dem Zweck der Anrufungsauskunft hinreichend entsprochen, pr&auml;ventiv Konflikte zwischen dem Betriebsst&auml;ttenfinanzamt und dem Arbeitgeber zu vermeiden und auftretende lohnsteuerrechtliche Fragen, die h&auml;ufig auch die Kostenkalkulation des Arbeitgebers ber&uuml;hren, zeitnah einer Kl&auml;rung zuzuf&uuml;hren. Denn es w&auml;re mit den Grunds&auml;tzen eines fairen Verfahrens schwerlich vereinbar, dem vom Fiskus in die Pflicht genommenen Arbeitgeber, der mit dem Inhalt einer Anrufungsauskunft nicht einverstanden ist, anheim zu stellen, die Lohnsteuer zun&auml;chst (rechtswidrig) einzubehalten und abzuf&uuml;hren, den einschl&auml;gigen Rechtsschutz jedoch erst sp&auml;ter durch Anfechtung entsprechender Lohnsteuer- bzw. Haftungsbescheide zu suchen (Senatsurteil vom 30.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;54\/07, BFHE 225, 50, BStBl II 2010, 996).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Arbeitgeber kann daher eine erteilte Anrufungsauskunft nach den allgemeinen Regeln anfechten und Verpflichtungsklage erheben, um eine Auskunft dar&uuml;ber zu erlangen, ob und inwieweit im Einzelfall Vorschriften &uuml;ber die Lohnsteuer anzuwenden sind. Das FG entscheidet dann auch &uuml;ber den Inhalt der Auskunft. Allerdings beschr&auml;nkt sich die inhaltliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer Lohnsteueranrufungsauskunft durch das FG nur darauf, ob die gegenw&auml;rtige rechtliche Einordnung des &#8211;zutreffend erfassten&#8211; zur Pr&uuml;fung gestellten Sachverhalts in sich schl&uuml;ssig und nicht evident rechtsfehlerhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn die gerichtliche Kontrolldichte eines angefochtenen Verwaltungsaktes h&auml;ngt wesentlich von dessen Regelungsaussage ab (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;11\/11, BFHE 237, 9, BStBl II 2012, 651 zur verbindlichen Auskunft). Diese ersch&ouml;pft sich bei einer Lohnsteueranrufungsauskunft darin, wie die Finanzbeh&ouml;rde einen ihr zur Pr&uuml;fung gestellten typischerweise hypothetischen Sachverhalt im Hinblick auf die Verpflichtung zum Lohnsteuerabzug gegenw&auml;rtig beurteilt. Die Lohnsteueranrufungsauskunft entscheidet weder &uuml;ber den Einkommensteueranspruch noch setzt sie die Einkommensteuerschuld des Arbeitnehmers fest (Senatsurteile vom 13.&nbsp;November 1959 VI&nbsp;124\/59&nbsp;U, BFHE 70, 290, BStBl III 1960, 108; vom 9.&nbsp;Oktober 1992 VI&nbsp;R&nbsp;97\/90, BFHE 169, 202, BStBl II 1993, 166; Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;Mai 2007 VI&nbsp;B&nbsp;143\/06, BFH\/NV 2007, 1658). Denn das Lohnsteuerabzugsverfahren ist nur ein Vorauszahlungsverfahren (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10.&nbsp;April 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;77\/92, BVerfGE 96, 1) mit vorl&auml;ufigem Charakter. Seine Besonderheiten und Regelungen wirken nicht in das Veranlagungsverfahren hinein (Trzaskalik, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;38 Rz&nbsp;A&nbsp;7). Auch wird der Arbeitgeber nicht verpflichtet, die Lohnsteuer entsprechend der ihm erteilten Auskunft zu berechnen und abzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Trifft die Lohnsteueranrufungsauskunft aber keine Entscheidung &uuml;ber den materiellen Einkommensteueranspruch, bedarf es keiner umfassenden gerichtlichen Kontrolle, welche lohn- und einkommensteuerrechtlichen Folgen der Sachverhalt tats&auml;chlich zeitigen wird, sollte er &#8211;wie in der Anfrage angek&uuml;ndigt&#8211; verwirklicht werden. Vielmehr ist aufgrund des vorl&auml;ufigen Charakters des Lohnsteuerabzugsverfahrens nur zu untersuchen, ob das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt mit der Mitteilung &uuml;ber die gegenw&auml;rtige Einsch&auml;tzung der Rechtslage den Anforderungen an ein faires Verwaltungsverfahren gen&uuml;gt hat (ebenso f&uuml;r die verbindliche Auskunft BFH-Urteil in BFHE 237, 9, BStBl II 2012, 651). So hat die Finanzbeh&ouml;rde den ihr im Rahmen einer Lohnsteueranrufungsauskunft zur Pr&uuml;fung gestellten Sachverhalt zutreffend zu erfassen. Das Gebot der Durchf&uuml;hrung eines fairen Verwaltungsverfahrens fordert auch, dass die Beh&ouml;rde keine Auskunft erteilt, die offensichtlich nicht mit dem Gesetz oder der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung &#8211;soweit sie von der Finanzverwaltung angewandt wird, d.h. kein Nichtanwendungserlass besteht&#8211; in Einklang steht. Anhand dieses Ma&szlig;stabs hat das FG die sachliche Richtigkeit einer erteilten Auskunft zu pr&uuml;fen. Einer umfassenden inhaltlichen &Uuml;berpr&uuml;fung durch das FG bedarf es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen w&uuml;rden dadurch Streitigkeiten &#8211;insbesondere aus dem Haftungsverfahren&#8211; in das Anrufungsverfahren verlagert. Es ist jedoch nicht dessen Aufgabe, ungekl&auml;rte Rechtsfragen (auch f&uuml;r das Veranlagungsverfahren des Arbeitnehmers) abschlie&szlig;end zu beantworten oder die &Uuml;bereinstimmung von Verwaltungsanweisungen mit dem Gesetz zu &uuml;berpr&uuml;fen. Denn gemessen an der Regelungsaussage dient die Lohnsteueranrufungsauskunft vornehmlich der Vermeidung des Haftungsrisikos des Arbeitgebers, soweit er ihren Inhalt den von ihm einzureichenden Lohnsteuer-Anmeldungen zugrunde legt. Sie bezweckt hingegen nicht, ihm das Prozessrisiko abzunehmen, falls er nicht nach dem Inhalt der Auskunft verfahren will. In diesem Fall muss er vielmehr seine Rechtsauffassung im Wege des Steueranmeldungs- bzw. Haftungsverfahrens durchsetzen. Dabei verkennt der Senat nicht, dass der Arbeitgeber als Entrichtungspflichtiger f&uuml;r Lohnsteuerzwecke vom Fiskus in Anspruch genommen wird (zu den einschl&auml;gigen Arbeitgeberpflichten vgl. auch Dr&uuml;en, Finanz-Rundschau 2004, 1134&nbsp;ff.) und damit ein latentes Zahlungs- und Haftungsrisiko tr&auml;gt und dass er ferner in F&auml;llen, in denen streitig ist, ob er &uuml;berhaupt Arbeitnehmer (oder Selbst&auml;ndige) besch&auml;ftigt, zun&auml;chst durch eine entsprechende Infrastruktur belastet ist. Diese Lasten verlangen jedoch f&uuml;r den Arbeitgeber im Bereich des &sect;&nbsp;42e EStG nicht eine in vollem Umfang inhaltlich &uuml;berpr&uuml;fbare Lohnsteueranrufungsauskunft, sondern lediglich einen Rechtsschutz, der nicht schw&auml;cher ausf&auml;llt als der im Rahmen einer verbindlichen Auskunft nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (Senatsurteil in BFHE 225, 50, BStBl II 2010, 996). Dem ist vorliegend nicht zuletzt zur Vermeidung von Wertungswiderspr&uuml;chen Rechnung zu tragen. Denn das FG pr&uuml;ft auch den Inhalt einer erteilten verbindlichen Auskunft nur darauf, ob die gegenw&auml;rtige rechtliche Einordnung des &#8211;zutreffend erfassten&#8211; zur Pr&uuml;fung gestellten Sachverhalts in sich schl&uuml;ssig und nicht evident rechtsfehlerhaft ist (BFH-Urteil in BFHE 237, 9, BStBl II 2012, 651).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich tr&auml;gt dieses Verst&auml;ndnis der Lohnsteueranrufungsauskunft auch dem Grundsatz der Gewaltenteilung in besonderer Weise Rechnung. Es entspricht dem Wesen einer Auskunft, dass sie die Rechtsauffassung der sie erteilenden Stelle, mithin der Finanzbeh&ouml;rde, beinhaltet. W&uuml;rde bereits in diesem Stadium des Steuererhebungsverfahrens eine vollumf&auml;ngliche inhaltliche &Uuml;berpr&uuml;fung der von der Beh&ouml;rde ge&auml;u&szlig;erten rechtlichen Beurteilung erfolgen, so w&uuml;rde die Finanzbeh&ouml;rde im Wege der Anrufungsauskunft durch das FG verpflichtet, eine beh&ouml;rdliche Auskunft zu erteilen, die nicht ihrer Rechtsauffassung entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach den angef&uuml;hrten Rechtsgrunds&auml;tzen hatte die Kl&auml;gerin vorliegend keinen Anspruch auf die Erteilung einer Auskunft mit dem von ihr begehrten Inhalt. Im Streitfall hat die Finanzbeh&ouml;rde auf der Grundlage des ihr in der Anrufungsauskunft zur Pr&uuml;fung vorgelegten Sachverhalts unter Hinweis auf die Rechtsprechung des BFH (z.B. Senatsurteile vom 30.&nbsp;Mai 2001 VI&nbsp;R&nbsp;177\/99, BFHE 195, 373, BStBl II 2001, 671; vom 11.&nbsp;April 2006 VI&nbsp;R&nbsp;60\/02, BFHE 212, 574, BStBl II 2006, 691; vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2010 VI&nbsp;R&nbsp;7\/08, BFHE 228, 505, BStBl II 2010, 763) die Auffassung vertreten, im Streitfall liege Arbeitslohn vor, weil die Teilnahme an der Sensibilisierungswoche nicht im ganz &uuml;berwiegenden Interesse der Kl&auml;gerin gelegen habe. Denn das Programm der Sensibilisierungswoche ziele darauf ab, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Hingegen dienten die Ma&szlig;nahmen nicht dazu, drohenden berufsspezifisch bedingten gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigungen entgegenzuwirken. Diese W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Streitfalls widerspricht weder ersichtlich dem Gesetz noch der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 228, 505, BStBl II 2010, 763). Entsprechend ist die Lohnsteueranrufungsauskunft jedenfalls nicht evident rechtswidrig. Da die erteilte Auskunft danach den Anforderungen an eine Lohnsteueranrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;42e EStG entsprach, konnte eine Verpflichtungsklage auf Erteilung der begehrten f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstigen Lohnsteueranrufungsauskunft keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vorentscheidung leidet auch nicht an einem Verfahrensfehler. Das FG hat nicht gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Das FG muss danach neben dem Ergebnis der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch den gesamten Akteninhalt und das Ergebnis von Beweiserhebungen jeglicher Art ber&uuml;cksichtigen (vgl. Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;96 Rz&nbsp;11, m.w.N.). Ein Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO liegt allerdings nicht schon dann vor, wenn das FG den festgestellten Sachverhalt unter Einbeziehung des ihm vorliegenden Akteninhalts nicht entsprechend den Vorstellungen eines der Beteiligten gew&uuml;rdigt hat (z.B. Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2013 VI&nbsp;R&nbsp;9\/12, BFHE 240, 507). Daran gemessen hat das FG nicht gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO versto&szlig;en. Das FG hat den &quot;modifizierten&quot; Vortrag der Kl&auml;gerin im Einspruchsverfahren zur Kenntnis genommen (vgl. unter 2.d der Gr&uuml;nde der Vorentscheidung), hat das nachgeschobene Vorbringen jedoch aus formalen wie auch aus inhaltlichen Gr&uuml;nden nicht f&uuml;r geeignet erachtet, im Streitfall das Vorliegen von Arbeitslohn zu verneinen. Zieht das FG aus dem Vortrag eines Beteiligten nicht die von diesem f&uuml;r zutreffend erachteten Folgerungen und w&uuml;rdigt es den Vortrag nicht im Sinne des Beteiligten, so begr&uuml;ndet dies keinen Verfahrensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2014, VI R 28\/13 Regelungsgehalt einer Lohnsteueranrufungsauskunft &#8211; kein Anspruch auf bestimmten rechtm&auml;&szlig;igen Inhalt Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Lohnsteueranrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;42e des Einkommensteuergesetzes (EStG). 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ersuchte den Beklagten und Revisionsbeklagten (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Schreiben vom 12.&nbsp;Oktober 2010 um Auskunft &uuml;ber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-28-13-regelungsgehalt-einer-lohnsteueranrufungsauskunft-kein-anspruch-auf-bestimmten-rechtmaessigen-inhalt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;28\/13 &#8211; Regelungsgehalt einer Lohnsteueranrufungsauskunft &#8211; kein Anspruch auf bestimmten rechtm&auml;&szlig;igen Inhalt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63387","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63387\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}