{"id":63480,"date":"2014-09-18T11:46:59","date_gmt":"2014-09-18T09:46:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63480"},"modified":"2014-09-18T11:46:59","modified_gmt":"2014-09-18T09:46:59","slug":"x-r-7-12-beruecksichtigung-von-sanierungsaufwendungen-beim-erlass-eines-folgebescheides-vor-dem-erlass-eines-grundlagenbescheides-der-denkmalschutzbehoerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-7-12-beruecksichtigung-von-sanierungsaufwendungen-beim-erlass-eines-folgebescheides-vor-dem-erlass-eines-grundlagenbescheides-der-denkmalschutzbehoerde\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;7\/12 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Sanierungsaufwendungen beim Erlass eines Folgebescheides vor dem Erlass eines Grundlagenbescheides der Denkmalschutzbeh&ouml;rde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, X R 7\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Ber&uuml;cksichtigung von Sanierungsaufwendungen beim Erlass eines Folgebescheides vor dem Erlass eines Grundlagenbescheides der Denkmalschutzbeh&ouml;rde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Finanzbeh&ouml;rde muss eine Ermessensentscheidung treffen, ob sie auch ohne den Grundlagenbescheid der Denkmalschutzbeh&ouml;rde gem&auml;&szlig; &sect; 7i Abs. 2 EStG einen Einkommensteuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 2 AO erl&auml;sst sowie ob und in welcher H&ouml;he der gem&auml;&szlig; &sect; 10f Abs. 1 EStG geltend gemachte Abzugsbetrag gem&auml;&szlig; &sect; 162 Abs. 5 AO zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Weicht sie von der Steuererkl&auml;rung des Steuerpflichtigen ab, muss sie &uuml;berpr&uuml;fbar darlegen, aus welchen Gr&uuml;nden sie die geltend gemachten Sanierungsaufwendungen nicht (vorl&auml;ufig) ansetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie erwarben mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 18.&nbsp;Juli 2007 zwei unsanierte Eigentumswohnungen in L, die im Rahmen der Sanierung durch eine innenliegende Treppe zusammengelegt wurden. Der Kaufpreis von 545.000&nbsp;EUR wurde so aufgeteilt, dass auf das Grundst&uuml;ck 84.749&nbsp;EUR, auf die Altbausubstanz 67.799&nbsp;EUR und auf die Sanierungskosten 392.452&nbsp;EUR entfielen. Die Kl&auml;ger bezogen im Dezember 2008 die sanierte Wohnung. Aus der dem Vertrag beigef&uuml;gten Anlage&nbsp;3 ergibt sich, dass im Dachbereich ein Atrium statt einer Dachterrasse erstellt werden sollte. Mit Eingangsbest&auml;tigung vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2009 teilte das Amt f&uuml;r Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt L (Denkmalbeh&ouml;rde) mit, ein Antrag der Kl&auml;ger auf Ausstellung einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;7i, 10f und 11b des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr 2008 geltenden Fassung (EStG) sei am 25.&nbsp;M&auml;rz 2009 eingegangen. Die Antragssumme f&uuml;r die zu bescheinigenden Aufwendungen f&uuml;r Bauma&szlig;nahmen an einem denkmalgesch&uuml;tzten Geb&auml;ude belaufe sich auf 392.452&nbsp;EUR. Au&szlig;erdem enth&auml;lt die Eingangsbest&auml;tigung den Hinweis, eine Best&auml;tigung der unteren Denkmalbeh&ouml;rde liege vor, nach der das erforderliche Abstimmungsverfahren eingehalten worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machten im Streitjahr 2008 Aufwendungen in H&ouml;he von 35.321&nbsp;EUR als Sonderausgaben f&uuml;r selbstgenutztes Wohneigentum gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;1 EStG geltend. Sie sind der Auffassung, diese Aufwendungen seien auch ohne Vorlage der erforderlichen Bescheinigung im Wege der Sch&auml;tzung zum Sonderausgabenabzug zuzulassen. Aufgrund des Kaufvertrages k&ouml;nne der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ohne Weiteres die H&ouml;he der von den Kl&auml;gern aufgewendeten Sanierungskosten ermitteln. Die Einsichtnahme in die Denkmalliste zeige, dass die Wohnung in einem denkmalgesch&uuml;tzten Geb&auml;ude liege. Es bestehe f&uuml;r das FA auch die M&ouml;glichkeit, in die Unterlagen der Denkmalbeh&ouml;rde Einsicht zu nehmen. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Erwerb zu einem Zeitpunkt erfolgt sei, in dem die Sanierung schon teilweise oder gar vollst&auml;ndig abgeschlossen gewesen sei, l&auml;gen nicht vor. Es sei ihnen, den Kl&auml;gern, nicht zuzumuten, wegen einer mehrere Jahre dauernden Bearbeitung ihres Antrags durch die Denkmalbeh&ouml;rde auf den Sonderausgabenabzug in dieser Zeit zu verzichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den geltend gemachten Sonderausgabenabzug sowohl bei der Einkommensteuerveranlagung als auch im Einspruchsverfahren ab. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;7i EStG gesetzlich vorgeschriebene Bescheinigung der zust&auml;ndigen Denkmalbeh&ouml;rde sei unter Ber&uuml;cksichtigung des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22.&nbsp;September 2005 IX&nbsp;R&nbsp;13\/04 (BFHE 215, 158, BStBl II 2007, 373) eine materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Steuerverg&uuml;nstigung. Soweit der BFH meine, die Finanzbeh&ouml;rde m&uuml;sse gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung (AO) von ihrem Ermessen Gebrauch machen und pr&uuml;fen, ob und gegebenenfalls in welcher H&ouml;he ein Abzugsbetrag vorl&auml;ufig zu ber&uuml;cksichtigen sei, habe die Ermessensaus&uuml;bung im vorliegenden Fall zu dem Ergebnis gef&uuml;hrt, dass eine vorl&auml;ufige Ber&uuml;cksichtigung der Sanierungsaufwendungen nicht in Betracht komme. Ihm, dem FA, sei zwar bekannt gewesen, dass ein Antrag auf Erteilung der Bescheinigung gestellt worden sei und sich aus dem Kaufvertrag Sanierungskosten in H&ouml;he von 392.452&nbsp;EUR erg&auml;ben. Es k&ouml;nne aber nicht erkennen, welche konkreten Bauma&szlig;nahmen hiervon betroffen seien und wie sich die Kosten hierauf im Einzelnen verteilten. Auch k&ouml;nne aufgrund der fehlenden Sachkunde nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den beantragten Aufwendungen um nicht beg&uuml;nstigte Sanierungskosten handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1001 ver&ouml;ffentlichten Urteil &uuml;berwiegend statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision begr&uuml;ndet das FA mit der Verletzung des &sect;&nbsp;7i EStG i.V.m. &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO. Das FG habe nicht erkannt, dass das FA im Streitfall keine Sch&auml;tzungsbefugnis gehabt habe. Ressortfremde Grundlagenbescheide fielen nicht in den Anwendungsbereich der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 und 162 Abs.&nbsp;5 AO. Sinn und Zweck dieser Regelungen sei die Erleichterung und Beschleunigung des Steuerfestsetzungsverfahrens gewesen. Um dies zu erreichen, sei davon auszugehen, dass die Begriffe &quot;Festsetzungs- und Feststellungsverfahren&quot; nur die Verfahren der Finanzbeh&ouml;rde meinten, aus denen sich numerische Besteuerungsgrundlagen erg&auml;ben, die von dem Veranlagungsbeamten nur noch &uuml;bernommen werden m&uuml;ssten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die mit der Bescheinigung der Denkmaleigenschaft eines Geb&auml;udes verbundene Pr&uuml;fung obliege origin&auml;r den Denkmalschutzbeh&ouml;rden. Ob ein Geb&auml;ude oder einzelne Geb&auml;udeteile diese Merkmale aufwiesen und welche der get&auml;tigten Aufwendungen beg&uuml;nstigt seien, k&ouml;nne von einem Steuerbeamten nicht fehlerfrei beantwortet werden. In jedem Fall sei es sehr zeitaufw&auml;ndig, sich mit den Aufgaben anderer Fachbeh&ouml;rden zu befassen und zu einer eigenen Entscheidung zu gelangen. Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen, &uuml;ber die abschlie&szlig;end in Grundlagenbescheiden ressortfremder Beh&ouml;rden entschieden werde, stehe daher im Widerspruch zu dem in der Gesetzesbegr&uuml;ndung zum Ausdruck gekommenen Zweck der neu eingef&uuml;gten Vorschriften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die verfahrensrechtliche Situation bei der Gewerbesteuer sei insoweit vergleichbar. Solange die Verwaltungsbefugnis hinsichtlich des Messbetragsverfahrens ihnen nicht &uuml;bertragen worden sei, d&uuml;rften die Gemeinden die Bemessungsgrundlagen auch nicht sch&auml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren beigetreten und unterst&uuml;tzt das Vorbringen des FA. Das FG habe dem Umstand, dass die nach &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG f&uuml;r die Gew&auml;hrung erh&ouml;hter Abschreibungen erforderliche Bescheinigung materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung sei, bei seiner Entscheidung nicht hinreichend Rechnung getragen. Den Finanzbeh&ouml;rden sei es mangels eigener Sachkunde nicht m&ouml;glich zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob die Ma&szlig;nahmen gem&auml;&szlig; der &sect;&sect;&nbsp;7h und 7i EStG durchgef&uuml;hrt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 AO entst&auml;nden Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis, wenn der Tatbestand verwirklicht sei, an den das Gesetz die Leistungspflicht kn&uuml;pfe. Liege die tatbestandlich erforderliche Bescheinigung (noch) nicht vor, sei folglich auch (noch) kein Anspruch auf die Steuerverg&uuml;nstigung entstanden. Diese fehlende Tatbestandsvoraussetzung k&ouml;nne nicht gesch&auml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG berufe sich zwar auf den Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Juli 2010 X&nbsp;B&nbsp;70\/10 (BFH\/NV 2010, 2007), nach dem auch qualitative Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO dem Grunde nach gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnten. Gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnten aber nur messbare Sachverhalte und Vorg&auml;nge; Besteuerungsvorg&auml;nge also nur insoweit, als sie Quantit&auml;ten zum Gegenstand h&auml;tten. Ob nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften ein Baudenkmal vorliege, lasse sich durch die Finanzbeh&ouml;rden nicht sch&auml;tzen; allenfalls sei die H&ouml;he der Aufwendungen sch&auml;tzbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die systematischen Erw&auml;gungen des FG &uuml;berzeugten nicht, um die Sch&auml;tzungsbefugnis nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO auch auf materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzungen auszudehnen. Es sei anerkannt, dass nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO nur quantitative Gr&ouml;&szlig;en, nicht aber qualitative Merkmale gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnten. Wenn als Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine Ausdehnung der Sch&auml;tzungsbefugnis auf die Besteuerungsgrundlagen geltend gemacht werde, die Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO sei &quot;endg&uuml;ltig&quot;, w&auml;hrend die Sch&auml;tzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO lediglich &quot;vorl&auml;ufig&quot; erfolge (so Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;87), k&ouml;nne dieser Ansatz insbesondere in diesem Falle nicht &uuml;berzeugen. Sollte n&auml;mlich die zust&auml;ndige Denkmalbeh&ouml;rde &uuml;berhaupt nicht entscheiden oder den Antrag ablehnen, sei fraglich, ob und wann die Finanzbeh&ouml;rde davon erfahre. H&auml;tte in einem solchen Fall die Finanzbeh&ouml;rde die Sanierungskosten bereits gesch&auml;tzt und bliebe das FA in Unkenntnis der Ablehnung des Antrags, best&uuml;nde die Gefahr, dass die steuerbeg&uuml;nstigende Sch&auml;tzung der Tatbestandsvoraussetzungen zu Unrecht fortbestehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Folge man der Vorinstanz und dem Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 2007, bleibe es der Finanzverwaltung verwehrt, in eigener Zust&auml;ndigkeit eine Sch&auml;tzung von Tatbestandsmerkmalen vorzunehmen, w&auml;hrend sie im fachfremden Bereich qualitative Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzen m&uuml;sse, obgleich der Gesetzgeber bewusst die Expertise anderer besonders sachkundiger Beh&ouml;rden vorsehe. Es sei damit sachwidrig, in dieser Situation der Finanzverwaltung eine besondere Sch&auml;tzungskompetenz zuzubilligen. Dies zeigten auch andere Beispiele aus dem Einkommensteuerrecht. So sei unumstritten, dass die Pauschbetr&auml;ge f&uuml;r behinderte Menschen nach &sect;&nbsp;33b EStG nur dann gew&auml;hrt werden d&uuml;rften, wenn die nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;7 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;65 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung vorgeschriebenen Nachweise erbracht w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bescheinigung der zust&auml;ndigen Denkmalbeh&ouml;rde, auf deren G&uuml;ltigkeit weitgehend gebaut werden k&ouml;nne, werde im Funktionsgebilde des &sect;&nbsp;7i EStG eine &uuml;berragende Bedeutung beigemessen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 24.&nbsp;Juni 2009 X&nbsp;R&nbsp;8\/08, BFHE 225, 431, BStBl II 2009, 960). Auch vor diesem Hintergrund k&ouml;nne die Bescheinigung nicht mit der Folge ersetzt werden, dass die Finanzbeh&ouml;rde verpflichtet werde, sich im Wege der Sch&auml;tzung denkmalschutzrechtlichen Fragen zu widmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Kl&auml;gern obliege es, den tatbestandlich in &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG festgeschriebenen Nachweis zu erbringen. Auch eine Verteilung der Beweislast nach Sph&auml;ren f&uuml;hre zu diesem Ergebnis, denn es liege in den H&auml;nden des Steuerpflichtigen, die erforderliche Bescheinigung zu erwirken. Hierdurch komme es auch nicht zu unsachgem&auml;&szlig;en Ergebnissen. Denn sobald die erforderliche Bescheinigung vorliege, k&ouml;nne &uuml;ber &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO auch ein bereits bestandskr&auml;ftiger Steuerbescheid ge&auml;ndert werden. Den Kl&auml;gern drohe also kein endg&uuml;ltiger Verlust ihres Anspruchs auf erh&ouml;hte Absetzungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verfahren ist nicht auszusetzen (dazu unter&nbsp;1.). Die Voraussetzungen zum Abzug der von den Kl&auml;gern geltend gemachten Sanierungsaufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;1 EStG lagen im Zeitpunkt des finanzgerichtlichen Urteils (noch) nicht vor (unter&nbsp;2.), so dass das FA vor Ablehnung der Ber&uuml;cksichtigung der Sanierungsaufwendungen im Rahmen seines pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessens zu pr&uuml;fen hatte, ob und in welcher H&ouml;he der Abzugsbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO bereits vor dem Erlass der Bescheinigung der Denkmalbeh&ouml;rde anzusetzen war (unter&nbsp;3.). Die Entscheidung des FA, im Streitfall die Sanierungsaufwendungen nicht bereits gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO zu ber&uuml;cksichtigen, ist ermessensgerecht (unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Verfahren war nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO auszusetzen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist es regelm&auml;&szlig;ig geboten und zweckm&auml;&szlig;ig, dass das Gericht den Streit um die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Folgebescheides aussetzt, solange noch unklar ist, ob und wie der angegriffene Grundlagenbescheid ge&auml;ndert wird. Das gilt auch, wenn die Finanzbeh&ouml;rde zun&auml;chst einen Folgebescheid erlassen hat und der Grundlagenbescheid noch nachgeholt werden soll (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;November 1996 IV&nbsp;R&nbsp;72\/95, BFH\/NV 1997, 574). Nur in seltenen Ausnahmef&auml;llen kann deshalb trotz ausstehender Entscheidung &uuml;ber einen Grundlagenbescheid eine Fortf&uuml;hrung des Verfahrens ermessensgerecht sein (vgl. BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;August 2000 III&nbsp;B&nbsp;179\/96, BFHE 192, 255, BStBl II 2001, 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Ausnahmekonstellation ist nach Ansicht des erkennenden Senats im Streitfall gegeben. Das Kernproblem liegt in den &#8211;kontrovers diskutierten&#8211; Fragen, ob die Finanzbeh&ouml;rde ohne weitere Pr&uuml;fung den Ansatz von Sanierungsaufwendungen im Einkommensteuerbescheid verweigern kann, wenn der Steuerpflichtige Sanierungsaufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;10f, 7i EStG geltend macht, ohne die erforderliche Bescheinigung der Denkmalbeh&ouml;rde zu erbringen, oder ob sie nicht vielmehr verpflichtet ist, eine Ermessensentscheidung zu treffen und &#8211;falls dies zu bejahen sein sollte&#8211; ob sie ihr Ermessen im Einzelfall auch pflichtgem&auml;&szlig; ausge&uuml;bt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Notwendigkeit und die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Ermessensaus&uuml;bung k&ouml;nnen nur in einem Verfahren gegen den gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO erlassenen Folgebescheid gerichtlich &uuml;berpr&uuml;ft werden; in einem Verfahren gegen den Grundlagenbescheid stellen sich diese Fragen &uuml;berhaupt nicht. M&uuml;sste das Gericht das Verfahren gegen den Folgebescheid aussetzen, best&uuml;nde die Gefahr, dass die genannten Streitfragen niemals einer gerichtlichen Entscheidung in einem Hauptsacheverfahren zugef&uuml;hrt w&uuml;rden (zur M&ouml;glichkeit des vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes s. BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;Februar 2000 IV&nbsp;B&nbsp;138\/98, BFH\/NV 2000, 713; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;69 Rz&nbsp;55, Stichwort Folgebescheid; s. auch Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 2007).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;1 EStG in der im Streitjahr 2008 geltenden Fassung kann der Steuerpflichtige bei einem im Inland gelegenen Geb&auml;ude, das nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften ein Baudenkmal ist, abweichend von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 und 5 EStG im Kalenderjahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu 9&nbsp;% und in den folgenden vier Jahren bis zu 7&nbsp;% der Herstellungskosten f&uuml;r Bauma&szlig;nahmen, die nach Art und Umfang zur Erhaltung des Geb&auml;udes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind, absetzen. Die erh&ouml;hten Absetzungen k&ouml;nnen jedoch nur in Anspruch genommen werden, wenn der Steuerpflichtige die Voraussetzungen des Absatzes 1 f&uuml;r das Geb&auml;ude und die Erforderlichkeit der Aufwendungen durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde nachweist (&sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Bei der Bescheinigung nach &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG handelt es sich um einen Grundlagenbescheid, dessen verbindliche Feststellungen sich auf die Tatbest&auml;nde des zum Landesrecht geh&ouml;renden Denkmalrechts beschr&auml;nken, n&auml;mlich die Denkmaleigenschaft des Geb&auml;udes, sowie darauf, ob die Aufwendungen nach Art und Umfang zur Erhaltung des Geb&auml;udes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, s. z.B. Urteil in BFHE 225, 431, BStBl II 2009, 960, unter II.3.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall konnten die Kl&auml;ger lediglich eine Eingangsbest&auml;tigung der Denkmalbeh&ouml;rde vorlegen, in der best&auml;tigt wurde, dass ein Antrag der Kl&auml;ger auf Ausstellung einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;7i, 10f und 11b EStG eingegangen sei, die Antragssumme f&uuml;r die zu bescheinigenden Aufwendungen f&uuml;r Bauma&szlig;nahmen an einem denkmalgesch&uuml;tzten Geb&auml;ude sich auf 392.452&nbsp;EUR belaufe und eine Best&auml;tigung der unteren Denkmalbeh&ouml;rde vorliege, nach der das erforderliche Abstimmungsverfahren eingehalten worden sei. Dies ist keine Bescheinigung i.S. von &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG, da es an einer Entscheidung mit verbindlichem Charakter zur H&ouml;he der ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higen Aufwendungen fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FA hatte folglich eine Ermessensentscheidung zu treffen, ob auch ohne die notwendige Bescheinigung nach &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG der Einkommensteuerbescheid 2008 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO zu erlassen sowie ob und in welcher H&ouml;he der geltend gemachte Abzugsbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO zu ber&uuml;cksichtigen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO kann ein Steuerbescheid auch dann erteilt werden, wenn ein Grundlagenbescheid noch nicht erlassen wurde. Macht das FA von dieser M&ouml;glichkeit im Rahmen seines Ermessens (so FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 24.&nbsp;September 1980&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;166\/80, EFG 1981, 2; Schuster in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;155 AO Rz&nbsp;44; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;47; Klein\/R&uuml;sken, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;39; Frotscher in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;46; v.&nbsp;Wedelst&auml;dt in: K&uuml;hn\/v.Wedelst&auml;dt, 20.&nbsp;Aufl., AO, &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;18; Forchhammer in Leopold\/Madle\/Rader AO, &sect;&nbsp;155, Rz&nbsp;24) Gebrauch und erl&auml;sst vor Ergehen des Grundlagenbescheides &#8211;wie im Streitfall&#8211; einen Einkommensteuerbescheid, muss es alle betroffenen Besteuerungsgrundlagen (also auch alle Sonderausgaben) ber&uuml;cksichtigen und selbst &uuml;berpr&uuml;fen (s. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Februar 1981 VIII&nbsp;B&nbsp;14\/78, BFHE 132, 402, BStBl II 1981, 416; Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;41). Dies folgt aus dem Untersuchungsgrundsatz des &sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;2 AO, wonach die Finanzbeh&ouml;rde alle f&uuml;r den Einzelfall bedeutsamen, auch die f&uuml;r die Beteiligten g&uuml;nstigen Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen hat (BFH-Beschluss in BFHE 132, 402, BStBl II 1981, 416, unter 2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Lassen sich die Besteuerungsgrundlagen nicht ohne Weiteres ermitteln, k&ouml;nnen die feststellungsbed&uuml;rftigen Voraussetzungen nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO gesch&auml;tzt werden. Die Ermessensaus&uuml;bung der Finanzbeh&ouml;rde bezieht sich damit zum einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO auf den Zeitpunkt, zum anderen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO auch auf den Inhalt der Steuerfestsetzung (so auch Schuster in HHSp, &sect;&nbsp;155 Rz&nbsp;44). Die Frage, ob gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO ein Folgebescheid zu erlassen ist und &#8211;wenn ja&#8211; in welcher H&ouml;he die noch nicht durch einen Grundlagenbescheid festgestellten (positiven oder negativen) Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO anzusetzen sind, kann nur einheitlich beantwortet werden, so dass insgesamt nur eine Ermessensentscheidung vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Befugnis zur Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO hat damit einen anderen rechtlichen Hintergrund als die Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO. W&auml;hrend die letztgenannte Sch&auml;tzung notwendig wird, wenn sich die Finanzbeh&ouml;rde oder das Gericht nicht in der Lage sehen, bestimmte Besteuerungsgrundlagen konkret und pr&auml;zise zu ermitteln, ist die Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO die Antwort auf die Frage, wie zu verfahren ist, wenn die Finanzbeh&ouml;rde ihr Ermessen in dem Sinne aus&uuml;bt, dass sie bereits nach &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO einen Folgebescheid erl&auml;sst, obwohl ein Grundlagenbescheid noch aussteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO nur quantitative Gr&ouml;&szlig;en, nicht aber qualitative Besteuerungsmerkmale gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnen, umfasst die Sch&auml;tzungsbefugnis nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO alle in einem Grundlagenbescheid festzustellenden Besteuerungsgrundlagen. Sie kn&uuml;pft damit in systematischer Hinsicht nicht an die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO an. Deshalb k&ouml;nnen die Besteuerungsgrundlagen nicht nur der H&ouml;he, sondern auch dem Grunde nach gesch&auml;tzt werden (so die Senatsbeschl&uuml;sse in BFH\/NV 2010, 2007; vom 18.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;S&nbsp;19\/12, BFH\/NV 2012, 2008, und vom 29.&nbsp;August 2012 X&nbsp;R&nbsp;5\/12, BFH\/NV 2013, 53; FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 26.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;723\/12, EFG 2013, 100; FG M&uuml;nster, Urteil vom 29.&nbsp;August 2012&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;977\/12&nbsp;E, EFG 2012, 2194; S&auml;chsisches FG, Entscheidungen vom 11.&nbsp;Januar 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1416\/11, EFG 2012, 1633; vom 14.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;4&nbsp;V&nbsp;989\/11, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2012, 530, und vom 5.&nbsp;Juni 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;V&nbsp;262\/12, EFG 2012, 1883; Seer, a.a.O., &sect;&nbsp;155 AO Rz&nbsp;29 und &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;87; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;278; C&ouml;ster, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;92; R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;55; wohl auch Forchhammer, &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;51; a.A. Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;8 und&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die vorstehenden Grunds&auml;tze gelten auch im Rahmen der &sect;&sect;&nbsp;10f, 7i EStG, so dass die Finanzbeh&ouml;rde bei noch fehlender Bescheinigung der Denkmalschutzbeh&ouml;rde im Rahmen ihres Ermessens zu entscheiden hat, ob und in welcher H&ouml;he sie die geltend gemachten Sanierungsaufwendungen bereits in ihrem Folgebescheid ber&uuml;cksichtigt (so Senatsbeschl&uuml;sse in BFH\/NV 2010, 2007; in BFH\/NV 2012, 2008, und in BFH\/NV 2013, 53; FG N&uuml;rnberg in EFG 2013, 100; FG M&uuml;nster in EFG 2010, 2194; S&auml;chsisches FG in EFG 2012, 1633, und in EFG 2012, 1883; Schmidt\/Kulosa, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7i Rz&nbsp;7; Kaligin in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;7i EStG Rz&nbsp;45a; Kleeberg, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;7i Rz&nbsp;C&nbsp;6; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7i Rz&nbsp;6; Kratzsch in Frotscher, EStG, &sect;&nbsp;7i Rz&nbsp;43; Bartone in Korn, &sect;&nbsp;7i EStG Rz&nbsp;15; Bl&uuml;mich\/Erhard, &sect;&nbsp;7i EStG Rz&nbsp;44; a.A. Finanzverwaltung, vgl. z.B. Landesamt f&uuml;r Steuern Bayern, Verf&uuml;gung vom 22.&nbsp;Juli 2011 &#8211;&nbsp;S&nbsp;2198&nbsp;b.2.1&nbsp;&#8211; 9\/9&nbsp;St&nbsp;32, Deutsches Steuerrecht 2011, 1761; v. Wedelst&auml;dt, AO-Steuerberater 2014, 150).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das bedeutet aber nicht, dass die Finanzbeh&ouml;rde trotz fehlenden Grundlagenbescheides (im Streitfall Bescheinigung der Denkmalschutzbeh&ouml;rde) die Aufwendungen &#8211;vorl&auml;ufig&#8211; ansetzen muss: Sie hat lediglich ihr Ermessen auszu&uuml;ben, ob sie &uuml;berhaupt einen Folgebescheid bereits erlassen will sowie ob und in welcher H&ouml;he sie die noch fehlenden Grundlagen &uuml;bernehmen will bzw. aus welchen Gr&uuml;nden sie davon absieht. Falls die Finanzbeh&ouml;rde von der Steuererkl&auml;rung des Steuerpflichtigen abweichen will, muss sie &uuml;berpr&uuml;fbar darlegen, aus welchem Grund die Anerkennung versagt werden soll (so bereits Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 2007, unter II.2.c&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die vom FA und BMF hiergegen geltend gemachten Gr&uuml;nde &uuml;berzeugen den erkennenden Senat nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Weder dem Wortlaut des &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO noch dem des &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO ist eine Eingrenzung des Anwendungsbereichs auf die Grundlagenbescheide, die von der Finanzverwaltung erlassen werden, zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO k&ouml;nnen die &quot;in einem Grundlagenbescheid festzustellenden Besteuerungsgrundlagen&quot; gesch&auml;tzt werden. Davon sind alle in einem Grundlagenbescheid feststellbaren Besteuerungsgrundlagen umfasst. Dies sind nicht nur quantitative Feststellungen, sondern insbesondere bei ressortfremden Grundlagenbescheiden auch qualitative Feststellungen. Das zeigt eindr&uuml;cklich der im Streitfall relevante Grundlagenbescheid nach &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG, dessen verbindliche Feststellungen sich auf die Tatbest&auml;nde des zum Landesrecht geh&ouml;renden Denkmalrechts beschr&auml;nken, n&auml;mlich die Denkmaleigenschaft des Geb&auml;udes, sowie darauf, ob die Aufwendungen nach Art und Umfang zur Erhaltung des Geb&auml;udes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind (vgl. Senatsurteil in BFHE 225, 431, BStBl II 2009, 960, unter II.3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die Entstehungsgeschichte beider Vorschriften l&auml;sst keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf eine Eingrenzung der Sch&auml;tzungsbefugnis auf quantitative Besteuerungsgrundlagen und die Ausgrenzung ressortfremder Grundlagenbescheide zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelungen wurden auf Vorschlag des Bundesrates durch das Gesetz zur &Auml;nderung des Einkommensteuergesetzes, des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes und anderer Gesetze vom 20.&nbsp;August 1980 (BGBl I 1980, 1545) in die Abgabenordnung eingef&uuml;gt. Grund war, dass die Finanz&auml;mter in der damaligen Praxis beim Erlass von Folgebescheiden h&auml;ufig mit gesch&auml;tzten Werten gearbeitet hatten, wenn ein an sich erforderlicher Grundlagenbescheid (z.B. &uuml;ber Verlustanteile, Einheitswerte usw.) noch nicht vorlag. An der Zul&auml;ssigkeit dieses Verfahrens hatte der BFH jedoch in dem Urteil vom 17.&nbsp;Mai 1978 I&nbsp;R&nbsp;50\/77 (BFHE 125, 423, BStBl II 1978, 579) Zweifel ge&auml;u&szlig;ert, so dass von Seiten des Bundesrates bef&uuml;rchtet wurde, die allgemeine Best&auml;tigung dieser Zweifel w&uuml;rde zu erheblichen Verz&ouml;gerungen bei der Steuerfestsetzung f&uuml;hren. Dies h&auml;tte &#8211;laut Bundesrat&#8211; einerseits schwerwiegende Verz&ouml;gerungen im Steuereingang und damit vor&uuml;bergehende Einnahmeausf&auml;lle zur Folge gehabt. Andererseits weist der Bundesrat aber auch ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass in vielen F&auml;llen Steuerpflichtige mit Anspruch auf Abschreibungen nach &sect;&nbsp;7b EStG a.F. nicht mehr zur Einkommensteuer veranlagt werden k&ouml;nnten, bevor nicht der Einheitswert des Geb&auml;udes festgestellt worden sei. Dies w&uuml;rde zu steuerpolitisch nicht vertretbaren Verz&ouml;gerungen im Erstattungsverfahren f&uuml;hren (vgl. BTDrucks 8\/3648, 35). Zur Behebung der bestehenden Rechtsunsicherheiten werde durch &Auml;nderungen des &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO klargestellt, dass ein Steuerbescheid auch dann erteilt werden k&ouml;nne, wenn in einem Grundlagenbescheid gesondert festzustellende Besteuerungsgrundlagen noch nicht festgestellt seien. Korrespondierend damit habe in &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;3 AO (jetzt &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO) auch klarstellend geregelt werden m&uuml;ssen, dass die Finanzbeh&ouml;rde &#8211;wie bisher in der Praxis&#8211; diese Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzen k&ouml;nne (BTDrucks 8\/3648, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gesetzgebungsmaterialien nennen zwar nur Grundlagenbescheide, die von anderen Finanzbeh&ouml;rden festgestellt werden, schlie&szlig;en aber ressortfremde Grundlagenbescheide nicht aus. Das in der Gesetzesbegr&uuml;ndung aufgef&uuml;hrte Beispiel zeigt zudem, dass die nunmehr gesetzliche Normierung der Sch&auml;tzungsbefugnis nicht nur der schnelleren Steuererhebung dienen, sondern ebenfalls dadurch zugunsten des Steuerpflichtigen wirken sollte, dass dieser zeitnah Abschreibungsm&ouml;glichkeiten nutzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die vom BMF vorgebrachten systematischen Gr&uuml;nde erfordern keine Eingrenzung des Anwendungsbereichs der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO auf Grundlagenbescheide der Finanzbeh&ouml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das BMF &auml;u&szlig;ert zun&auml;chst Bedenken, dass es der Finanzverwaltung bei Zugrundelegung der Senatsrechtsprechung verwehrt sei, in eigener Zust&auml;ndigkeit nicht numerische Tatbestandsmerkmale zu sch&auml;tzen, w&auml;hrend sie im fachfremden Bereich qualitative Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzen m&uuml;sse. Das BMF &uuml;bersieht dabei jedoch, dass sich die &#8211;auch die qualitative Merkmale umfassende&#8211; Sch&auml;tzungsbefugnis gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO unterschiedslos auf alle Grundlagenbescheide bezieht. Eine Ungleichbehandlung von ressortfremden Grundlagenbescheiden mit denen anderer Finanzbeh&ouml;rden ist damit nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die &Uuml;berlegung des BMF, die Sch&auml;tzung nach &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO sei nicht in allen F&auml;llen als lediglich vorl&auml;ufig anzusehen, sondern k&ouml;nne auch zur Folge haben, dass die steuerbeg&uuml;nstigende Sch&auml;tzung der Tatbestandsvoraussetzungen zu Unrecht fortbestehe, wenn n&auml;mlich die zust&auml;ndige (ressortfremde) Beh&ouml;rde &uuml;berhaupt nicht entscheide oder den Antrag ablehne und die Finanzbeh&ouml;rde davon nicht oder versp&auml;tet erfahre, kann im Ergebnis nicht zur Versagung der Sch&auml;tzungsbefugnis f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen ist darauf zu verweisen, dass dieses &#8211;nicht w&uuml;nschenswerte&#8211; Ergebnis die m&ouml;gliche Folge der Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO, 162 Abs.&nbsp;5 AO ist. Zum anderen kann die Finanzverwaltung den nicht mehr &auml;nderbaren Ansatz von materiell unrichtigen Besteuerungsgrundlagen dadurch vermeiden, dass sie von der M&ouml;glichkeit Gebrauch macht, den auf &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO gest&uuml;tzten Steuerbescheid im Hinblick auf die gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO f&uuml;r vorl&auml;ufig zu erkl&auml;ren. Damit kann die Finanzbeh&ouml;rde dann, wenn der Grundlagenbescheid nicht erlassen wird, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO die im &quot;vorauseilenden Folgebescheid&quot; (Buciek, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;282) erfolgte Sch&auml;tzung korrigieren und die gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen, hier die Sanierungsaufwendungen, wieder au&szlig;er Ansatz lassen (vgl. auch Buciek, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;282 und &sect;&nbsp;165 Rz&nbsp;22). Die durch &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO erm&ouml;glichte anderweitige Festsetzung setzt nicht den Wegfall der Ungewissheit voraus, sondern ergeht im Regelfall unter Fortbestand der tats&auml;chlichen Ungewissheit (vgl. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juli 2004 XI&nbsp;B&nbsp;189\/03, BFH\/NV 2005, 206, unter 2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Es spricht ebenfalls nicht gegen die Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO, dass in diesem Verfahrensstadium eine andere Beh&ouml;rde als die gesetzlich vorgesehene eine Besteuerungsgrundlage (vorl&auml;ufig) sch&auml;tzt. Auch dies ist die Konsequenz der gesetzlich vorgesehenen M&ouml;glichkeit, nach &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO &quot;vorauseilende Folgebescheide&quot; zu erlassen. Dass es in Ausnahmef&auml;llen, wie bei der Gewerbesteuer gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes, nicht m&ouml;glich ist, von &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO Gebrauch zu machen, &auml;ndert nichts an dem grunds&auml;tzlichen Befund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Es bedarf keiner teleologischen Reduktion der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO dergestalt, dass ressortfremde Grundlagenbescheide nicht in den Anwendungsbereich dieser Vorschriften fallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FA und dem BMF ist zwar zuzugeben, dass sich der Gesetzgeber bewusst dazu entschieden hat, die Kompetenz von Fachbeh&ouml;rden au&szlig;erhalb der Finanzverwaltung in die Beurteilung von bestimmten Sachverhalten einzubeziehen, um sowohl der Finanzverwaltung die Handhabung zu erleichtern als auch sie f&uuml;r den Steuerpflichtigen berechenbar auszugestalten (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Februar 2013 V&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFHE 240, 487, BStBl II 2013, 529, unter Rz&nbsp;32). Eine Sch&auml;tzung der &quot;ressortfremden&quot; Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO erfordert daher eine nicht unerhebliche Anstrengung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist jedoch zu bedenken, dass der Erlass des Folgebescheides vor dem Ergehen des Grundlagenbescheides verbunden mit der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;5 AO m&ouml;glichen Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen eine Ermessenentscheidung der Finanzbeh&ouml;rde ist. Bei der Aus&uuml;bung dieses Ermessens, n&auml;mlich der Entscheidung, ob und wie sie ihr Ermessen aus&uuml;bt, kann und muss die Finanzbeh&ouml;rde ber&uuml;cksichtigen, dass die Sch&auml;tzung von nichtsteuerlichen Sachverhalten mangels Sachkenntnis schwierig sein kann. Diese Schwierigkeiten allein k&ouml;nnen indes nicht dazu f&uuml;hren, es der Finanzbeh&ouml;rde generell zu verwehren, auf eine Steuerveranlagung vor dem Erlass des ressortfremden Grundlagenbescheides zu verzichten bzw. es ihr zu gestatten, die ressortfremden Besteuerungsgrundlagen bei einer &quot;vorauseilenden Veranlagung&quot; von vornherein &uuml;berhaupt nicht anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Eine teleologische Reduzierung der &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO ist auch nicht insoweit vorzunehmen, dass diese Vorschriften in den F&auml;llen nicht anwendbar sind, in denen durch das Grundlagenverfahren selbst Nachweise geschaffen werden, die ihrerseits materiell-rechtliche Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerverg&uuml;nstigung sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar weisen das FA und das BMF insoweit zu Recht auf &sect;&nbsp;38 AO hin und darauf, dass bei dem (Noch-)Nichtvorliegen einer tatbestandlich erforderlichen Bescheinigung (noch) kein Anspruch auf die Steuerverg&uuml;nstigung entstanden ist (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;August 1994 II&nbsp;R&nbsp;103\/93, BFHE 175, 288, BStBl II 1994, 951; vgl. auch zu den bei &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO unbestrittenen Sch&auml;tzungsverboten Buciek, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;90; C&ouml;ster, a.a.O., &sect;&nbsp;162, Rz&nbsp;95&nbsp;f.; Seer, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;90&nbsp;f.). Auf der anderen Seite erm&ouml;glicht es aber &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2 AO, einen Folgebescheid vor dem Ergehen eines Grundlagenbescheides zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit stehen sich in der Konstellation, in dem die Bescheinigung ein Grundlagenbescheid ist, zwei Rechtspositionen gegen&uuml;ber, die es gegeneinander abzuw&auml;gen gilt. Auf der einen Seite ist die Verfahrensvereinfachung f&uuml;r die Finanzbeh&ouml;rde zu bedenken, die lediglich das Vorhandensein der entsprechenden Bescheinigung einer sachn&auml;heren Beh&ouml;rde zu pr&uuml;fen hat. Auf der anderen Seite muss der berechtigte Anspruch des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden, bei Vorlage aller erforderlichen Belege die beantragte Steuerverg&uuml;nstigung auch zeitnah in der Steuerveranlagung ber&uuml;cksichtigt zu wissen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des erkennenden Senats kann diese Interessenkollision nicht dazu f&uuml;hren, dass f&uuml;r die Finanzverwaltung &uuml;berhaupt keine M&ouml;glichkeit besteht, einen &quot;vorauseilenden Folgebescheid&quot; mit einer (vorl&auml;ufigen) Ber&uuml;cksichtigung der noch nicht nachgewiesenen Besteuerungsgrundlage zu erlassen. Wie bereits dargestellt, kann die Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen ihres Ermessens die unterschiedlichen Interessenlagen (z.B. Schwierigkeit der Ermittlung, Bedeutung der Bescheinigung f&uuml;r den Steuerpflichtigen, Verhalten der anderen Beh&ouml;rde u.&auml;.) im Einzelfall abw&auml;gen und auch zu dem Ergebnis kommen, dass sie mangels Nachweises die angestrebte Steuerverg&uuml;nstigung bis zum Erlass eines Grundlagenbescheides vorl&auml;ufig nicht ber&uuml;cksichtigen will. Sie hat dies lediglich nachvollziehbar darzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das vom Senat gefundene Abw&auml;gungsergebnis spricht zudem, dass ein Steuerpflichtiger &#8211;falls &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO in einer solchen Konstellation nicht anwendbar w&auml;ren&#8211; dadurch schlechter gestellt w&auml;re, dass die Sachverhaltsmerkmale, die zu einer Steuerverg&uuml;nstigung f&uuml;hren, in einem separaten Verfahren einer ressortfremden Beh&ouml;rde gepr&uuml;ft werden und er auf deren Grundlagenbescheid (ggf. lange) zu warten hat. W&uuml;rde der betreffende steuerlich relevante Umstand nicht durch einen Grundlagenbescheid, sondern im Veranlagungsverfahren selbst gepr&uuml;ft, m&uuml;sste das FA bereits bei der Steuerfestsetzung die Entscheidung &uuml;ber die Erf&uuml;llung der Voraussetzungen einer Steuerverg&uuml;nstigung treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der erkennende Senat teilt jedoch nicht die Auffassung des FG, das FA habe im Streitfall rechtsfehlerhaft keine Ermessensentscheidung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) W&auml;hrend die Auslegung von Vertr&auml;gen zu der dem FG obliegenden Feststellung der Tatsachen geh&ouml;rt, die der BFH lediglich daraufhin &uuml;berpr&uuml;fen kann, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln (&sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs), die Denkgesetze und die Erfahrungss&auml;tze zutreffend angewandt worden sind (vgl. z.B. Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFH\/NV 2010, 860, unter II.3.b), ist die Auslegung des Inhalts von Verwaltungsakten durch das FG im Revisionsverfahren in vollem Umfang nachpr&uuml;fbar (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;November 2009 III&nbsp;R&nbsp;93\/07, BFH\/NV 2010, 856).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der dem erkennenden Senat im Streitfall obliegenden Auslegung ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass eine Ermessensentscheidung der Finanzverwaltung (&sect;&nbsp;5 AO) von den Gerichten nur in den von &sect;&nbsp;102 FGO &#8211;ggf. i.V.m. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO&#8211; gezogenen Grenzen &uuml;berpr&uuml;ft werden kann (Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB 3\/70, BFHE 105, 101, BStBl II 1972, 603). Nach dieser Vorschrift ist die gerichtliche Pr&uuml;fung darauf beschr&auml;nkt, ob die Beh&ouml;rde bei ihrer Entscheidung die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten oder von dem ihr einger&auml;umten Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht hat (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Dezember 2013 X&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFH\/NV 2014, 670, Rz&nbsp;13). Ebenfalls liegt ein Ermessensfehler &#8211;in Form der Ermessensunterschreitung&#8211; vor, wenn die Beh&ouml;rde das Ermessen, das ihr nach dem Gesetz einger&auml;umt ist, &uuml;berhaupt nicht aus&uuml;bt. Auch insoweit unterliegt die nach Ermessen zu treffende Entscheidung der gerichtlichen Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;102 FGO (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;November 1994 VII&nbsp;R&nbsp;94\/93, BFH\/NV 1995, 754). Wegen der Befugnis und Verpflichtung des Gerichts zur &Uuml;berpr&uuml;fung beh&ouml;rdlicher Ermessensentscheidungen m&uuml;ssen die bei der Aus&uuml;bung des Verwaltungsermessens angestellten Erw&auml;gungen aus der Entscheidung erkennbar sein (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;September 2010 VI&nbsp;R&nbsp;3\/09, BFHE 230, 500, BStBl II 2011, 233, unter II.2.c, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze hat das FA nach Ansicht des erkennenden Senats in der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Dezember 2011 sein Ermessen ordnungsgem&auml;&szlig; ausge&uuml;bt. Zwar hat es zun&auml;chst ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass es im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh&ouml;rden des Bundes und der L&auml;nder der Auffassung sei, eine Ber&uuml;cksichtigung der Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;10f EStG komme im Rahmen einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen ohne Vorlage der gesetzlich geforderten Bescheinigung &#8211;entgegen der Senatsrechtsprechung&#8211; nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem weiteren Begr&uuml;ndungsstrang hat das FA aber &#8211;insoweit der Senatsrechtsprechung folgend&#8211; Ermessens&uuml;berlegungen angestellt und begr&uuml;ndet, warum es im Streitfall insbesondere unter Hinweis auf die von den Kl&auml;gern vorgelegten Unterlagen, die keine Informationen dar&uuml;ber enthielten, auf welche einzelnen Bauma&szlig;nahmen sich die in dem Antrag genannten Sanierungskosten in H&ouml;he von 392.452&nbsp;EUR konkret bezogen, nicht habe ausschlie&szlig;en k&ouml;nnen, dass es sich um Aufwendungen gehandelt habe, die nicht gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;10f, 7i EStG beg&uuml;nstigt seien. Unter Ber&uuml;cksichtigung der fehlenden eigenen Sachkunde, der Tatsache, dass der erforderliche Grundlagenbescheid auch im Rechtsbehelfsverfahren noch nicht vorgelegt werden konnte, sowie der Gefahr von ungerechtfertigten Steuerverg&uuml;tungen hat das FA entschieden, die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;10f EStG im Streitfall erst bei Vorlage der Bescheinigung des Denkmalamtes zu gew&auml;hren. Der erkennende Senat sieht diese Begr&uuml;ndung als nachvollziehbar und ausreichend an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Damit kommt es nicht mehr darauf an, dass das FG zu Unrecht von einer eigenen Sch&auml;tzungsbefugnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO ausgegangen ist. Bei einer Ermessensentscheidung der Finanzverwaltung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;2, 162 Abs.&nbsp;5 AO ist f&uuml;r eine finanzgerichtliche Sch&auml;tzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO kein Raum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, X R 7\/12 Ber&uuml;cksichtigung von Sanierungsaufwendungen beim Erlass eines Folgebescheides vor dem Erlass eines Grundlagenbescheides der Denkmalschutzbeh&ouml;rde Leits&auml;tze 1. Die Finanzbeh&ouml;rde muss eine Ermessensentscheidung treffen, ob sie auch ohne den Grundlagenbescheid der Denkmalschutzbeh&ouml;rde gem&auml;&szlig; &sect; 7i Abs. 2 EStG einen Einkommensteuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 2 AO erl&auml;sst sowie ob und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-7-12-beruecksichtigung-von-sanierungsaufwendungen-beim-erlass-eines-folgebescheides-vor-dem-erlass-eines-grundlagenbescheides-der-denkmalschutzbehoerde\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;7\/12 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Sanierungsaufwendungen beim Erlass eines Folgebescheides vor dem Erlass eines Grundlagenbescheides der Denkmalschutzbeh&ouml;rde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63480","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63480\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}