{"id":63482,"date":"2014-09-18T11:47:00","date_gmt":"2014-09-18T09:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63482"},"modified":"2014-09-18T11:47:00","modified_gmt":"2014-09-18T09:47:00","slug":"vii-r-46-13-keine-haftung-wegen-firmenfortfuehrung-bei-uebernahme-einer-etablissementbezeichnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-46-13-keine-haftung-wegen-firmenfortfuehrung-bei-uebernahme-einer-etablissementbezeichnung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;46\/13 &#8211; Keine Haftung wegen Firmenfortf&uuml;hrung bei &Uuml;bernahme einer Etablissementbezeichnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2014, VII R 46\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Haftung wegen Firmenfortf&uuml;hrung bei &Uuml;bernahme einer Etablissementbezeichnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wesentliche Voraussetzung f&uuml;r eine Nachfolgehaftung gem&auml;&szlig; &sect; 25 HGB ist &#8211;neben der Gesch&auml;ftsfortf&uuml;hrung&#8211; die Fortf&uuml;hrung der bisherigen Firma.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Entscheidendes Merkmal einer Firma ist, dass dieser Name geeignet ist, den Gesch&auml;ftsinhaber im Rechtsverkehr zu individualisieren.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine Gesch&auml;fts- oder Etablissementbezeichnung, die das Gesch&auml;ftslokal oder den Betrieb allgemein, nicht aber den Gesch&auml;ftsinhaber kennzeichnet, ist keine Firma, es sei denn, dass sie im ma&szlig;geblichen Rechtsverkehr, in Vertr&auml;gen, auf Gesch&auml;ftsbriefen u.&auml;. &quot;firmenm&auml;&szlig;ig&quot; verwendet wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wendet sich mit der Revision gegen die Aufhebung eines auf &sect;&nbsp;191 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect;&nbsp;25 des Handelsgesetzbuchs (HGB) gest&uuml;tzten Haftungsbescheids wegen Abgabenr&uuml;ckst&auml;nden aus den Jahren 2004 bis 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Frau A betrieb in diesen Jahren &#8211;und dar&uuml;ber hinaus bis 2008&#8211; als Vollkauffrau, aber ohne Eintragung ins Handelsregister, das Restaurant &quot;XYZ&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen&uuml;ber ihrem Steuerberater, dem FA, dem Gewerbeamt, der Brauerei und der Verp&auml;chterin trat Frau&nbsp;A unter ihrem Namen auf. Die Lieferanten adressierten ihre Rechnungen an &quot;Ausl&auml;ndisches Restaurant XYZ Inh. A&quot;, &quot;XYZ A X-Land Restaurant&quot; u.&auml;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Gesellschaftsvertrag vom 8.&nbsp;April 2008 wurde die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) gegr&uuml;ndet und am 15.&nbsp;Oktober 2008 mit der Firma &quot;B Speise GmbH&quot; ins Handelsregister eingetragen. Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war Herr&nbsp;B. Mit Vertrag vom 20.&nbsp;April 2008 pachtete dieser die R&auml;umlichkeiten des Restaurants samt Inventar und verpachtete sie am 25.&nbsp;April 2008 an die Kl&auml;gerin in Gr&uuml;ndung (i.Gr.) weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.&nbsp;Juli 2008 meldete die Kl&auml;gerin i.Gr. beim Gewerbeamt ein ausl&auml;ndisches Restaurant an. Mit Kaufvertrag vom 31.&nbsp;Juli 2008 erwarb die Kl&auml;gerin i.Gr., vertreten durch den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer B, von Frau A Inventar, Vorr&auml;te etc. Die Kl&auml;gerin i.Gr. besch&auml;ftigte ab August 2008 &#8211;mit einer Ausnahme&#8211; alle vorhandenen Angestellten weiter, ebenso Frau A. Ein Hinweis auf die Firma &quot;B Speise GmbH&quot; fand sich in der Werbung und auf den Speisekarten nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Liefervertr&auml;ge f&uuml;r das Restaurant wurden von der Kl&auml;gerin neu abgeschlossen. Die Lieferanten von Speisen und Getr&auml;nken, Gas und Heiz&ouml;l stellten ihre Rechnungen ab August 2008 an die &quot;B Speise GmbH&quot;. Einzelne Lieferanten nutzten auch folgende Bezeichnungen: &quot;YZ Speise GmbH&quot;, &quot;YZ X-Land Restaurant&quot; oder &quot;Ausl&auml;ndisches Rest. XYZ&quot; u.a.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA nahm die Kl&auml;gerin wegen der Betriebs&uuml;bernahme mit Bescheid vom 15.&nbsp;April 2009 f&uuml;r Abgaber&uuml;ckst&auml;nde der Jahre 2004 bis 2008 in Haftung. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren hat die Kl&auml;gerin Klage erhoben. W&auml;hrend des Klageverfahrens beschr&auml;nkte das FA den Haftungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;25 HGB mit &Auml;nderungsbescheid vom 26.&nbsp;Oktober 2011 auf die r&uuml;ckst&auml;ndige Umsatzsteuer der Frau A der Jahre 2004, 2005 und 2006 nebst Zinsen und S&auml;umniszuschl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob den Haftungsbescheid in Gestalt des &Auml;nderungsbescheides vom 26.&nbsp;Oktober 2011 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das FA geltend, die Kl&auml;gerin sei zu Recht nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB i.V.m. &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 AO f&uuml;r betriebliche Steuerschulden der Frau A in Anspruch genommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von einer Unternehmensfortf&uuml;hrung gehe der ma&szlig;gebliche Verkehr aus, wenn ein Betrieb von einem neuen Inhaber in seinem wesentlichen Bestand unver&auml;ndert weitergef&uuml;hrt werde, der T&auml;tigkeitsbereich, die innere Organisation und die R&auml;umlichkeiten ebenso wie Kunden- und Lieferantenbeziehungen jedenfalls im Kern beibehalten und\/oder Teile des Personals &uuml;bernommen w&uuml;rden. F&uuml;r eine Haftung nach &sect;&nbsp;25 HGB hinzukommen m&uuml;sse die Fortf&uuml;hrung der Firma. Aus der &#8211;ma&szlig;gebenden&#8211; Sicht der beteiligten Verkehrskreise sei eine Firmenfortf&uuml;hrung anzunehmen, wenn die vom bisherigen Gesch&auml;ftsinhaber tats&auml;chlich gef&uuml;hrte und von dem Erwerber weitergef&uuml;hrte Firma eine derart pr&auml;gende Kraft besitze, dass der Verkehr sie mit dem Unternehmen gleichsetze und in dem Verhalten des Erwerbers eine Fortf&uuml;hrung der bisherigen Firma sehe. Dabei gen&uuml;ge es, dass der pr&auml;gende Teil der alten Firma in der neuen beibehalten werde. Die firmenrechtliche Zul&auml;ssigkeit oder Unzul&auml;ssigkeit der alten oder der neuen Firma sei irrelevant. Da &sect;&nbsp;25 HGB nicht ausdr&uuml;cklich die bisherige Firma als &quot;erlaubte&quot; Firma i.S. des &sect;&nbsp;19 HGB bezeichne, umfasse der Firmenbegriff des &sect;&nbsp;25 HGB i.V.m. &sect;&nbsp;18 HGB i.d.F. des Handelsrechtsreformgesetzes vom 22.&nbsp;Juni 1998 (BGBl I 1998, 1474) auch &quot;unerlaubte&quot; und &quot;Phantasiefirmen&quot; sowie Gesch&auml;fts- bzw. Etablissementbezeichnungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall habe die Kl&auml;gerin die Firma, unter der Frau A aufgetreten sei, gegen&uuml;ber den Essensg&auml;sten fortgef&uuml;hrt. Diese machten den qualitativ und quantitativ ma&szlig;geblichen Verkehrskreis aus, denn dieser Personenkreis entscheide &uuml;ber den Unternehmenserfolg. Es sei offensichtlich das Bestreben der Kl&auml;gerin gewesen, ihrer Kundschaft das Bild eines unver&auml;nderten Restaurants zu vermitteln, um z.B. Stammkunden zu behalten. Irrelevant sei es, dass die Ver&auml;u&szlig;erin gegen&uuml;ber Beh&ouml;rden, dem Steuerberater, Lieferanten und anderen Vertragspartnern mit ihrem Namen &quot;A&quot; und die Kl&auml;gerin als &quot;B Speise GmbH&quot; aufgetreten seien. Die Benutzung des Namens &quot;(X) YZ &#8211; ausl&auml;ndisches Restaurant&quot; f&uuml;r ein in denselben R&auml;umlichkeiten mit fast identischem Personal und unver&auml;ndertem Konzept betriebenes Restaurant sei als Firmenfortf&uuml;hrung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;25 HGB zu werten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor, das FG habe zutreffend entschieden, dass im Streitfall eine Haftung nach &sect;&nbsp;191 AO i.V.m. &sect;&nbsp;25 HGB nicht in Betracht komme. Sie (die Kl&auml;gerin) sei im Rechtsverkehr unter ihrer in das Handelsregister eingetragen Firma &#8211;B Speise GmbH&#8211; aufgetreten. Diese Firma weise keinerlei &Auml;hnlichkeit zu der Firma der Frau A auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Haftungsinanspruchnahme nach &sect;&nbsp;191 AO i.V.m. &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 HGB im Streitfall nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 HGB haftet derjenige, der ein unter Lebenden erworbenes Handelsgesch&auml;ft unter der bisherigen Firma fortf&uuml;hrt, f&uuml;r alle im Betrieb des Gesch&auml;fts begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten des fr&uuml;heren Inhabers. Wesentliche Voraussetzung f&uuml;r diese Nachfolgehaftung ist nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut &#8211;neben der Gesch&auml;ftsfortf&uuml;hrung&#8211; die Fortf&uuml;hrung des Handelsgesch&auml;fts unter der &quot;bisherigen Firma&quot; (&sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 HGB) bzw. die &quot;Fortf&uuml;hrung der Firma&quot; (vgl. &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 HGB ist die Firma eines Kaufmanns der Name, unter dem er seine Gesch&auml;fte betreibt und die Unterschrift abgibt. Entscheidendes Merkmal einer Firma ist, dass dieser Name geeignet ist, den Gesch&auml;ftsinhaber &#8211;den Schuldner der Verbindlichkeit&#8211; im Rechtsverkehr zu individualisieren. Eine Gesch&auml;fts- oder Etablissementbezeichnung, die lediglich das Gesch&auml;ftslokal oder den Betrieb allgemein, nicht aber den Gesch&auml;ftsinhaber kennzeichnet, ist keine Firma (vgl. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Juni 2012 VII&nbsp;B&nbsp;198\/11, BFH\/NV 2012, 1572, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin die Firma der fr&uuml;heren Inhaberin nicht fortgef&uuml;hrt hat. Frau A hat unter ihrem Namen und die Kl&auml;gerin unter der Firma &quot;B Speise GmbH&quot; firmiert. Bei der Bezeichnung &quot;Ausl&auml;ndisches Restaurant (X) YZ&quot; handelte es sich im vorliegenden Fall um eine reine Gesch&auml;fts- oder Etablissementbezeichnung, deren Fortf&uuml;hrung keine Firmenfortf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;25 HGB ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen&uuml;ber Beh&ouml;rden, Lieferanten, der Verp&auml;chterin etc. trat die urspr&uuml;ngliche Gesch&auml;ftsinhaberin, Frau A, unter ihrem Namen auf. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Kl&auml;gerin, die mit der Firma, mit der sie ins Handelsregister eingetragen war, tats&auml;chlich auch im Rechtsverkehr auftrat (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28.&nbsp;November 2005 II&nbsp;ZR&nbsp;355\/03, Neue Juristische Wochenschrift 2006, 1002; Baumbach\/Hopt, HGB, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;25 Rz&nbsp;7). Soweit einzelne Rechnungen an das Restaurant adressiert waren, handelt es sich ersichtlich um Ungenauigkeiten der Rechnungssteller.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Revision meint, ist nicht davon auszugehen, dass im Streitfall der Gastst&auml;ttenname &quot;(Ausl&auml;ndisches Restaurant) XYZ&quot; aus G&auml;stesicht die Firma der jeweiligen Inhaberin war. Bei Gastst&auml;tten sind Etablissementbezeichnungen weit verbreitet, die oft &uuml;ber lange Zeit unabh&auml;ngig von der Person des Inhabers oder P&auml;chters verwendet werden. Da Speisen und Getr&auml;nke regelm&auml;&szlig;ig als Vorleistung gereicht und in Gastst&auml;tten meist auch sog. &quot;Bargesch&auml;fte des t&auml;glichen Lebens&quot; abgeschlossen werden, sind f&uuml;r Restaurantbesucher die F&auml;higkeiten des Kochs von gr&ouml;&szlig;erer Bedeutung als die im Rechtsverkehr verwendete Firma des Inhabers. Deshalb sehen sie oft &uuml;ber das Fehlen von Angaben zur Firma hinweg. Im konkreten Fall handelte es sich bei &quot;XYZ&quot; um den Namen einer bekannten historischen Person, so dass es f&uuml;r Restaurantg&auml;ste fernlag anzunehmen, der Inhaber der Gastst&auml;tte trage diesen Namen. Auch wenn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 HGB n.F. sog. &quot;Phantasiefirmen&quot; zul&auml;ssig sind, wurde der Restaurantname jedoch im Streitfall nicht als Firma gef&uuml;hrt. Entscheidend ist, dass sowohl die fr&uuml;here Inhaberin des Restaurants als auch die Kl&auml;gerin die Bezeichnung &quot;(ausl&auml;ndisches Restaurant) (X) YZ&quot; im rechtsgesch&auml;ftlichen Verkehr, in Gesch&auml;ftsbriefen oder Vertr&auml;gen und bei Unterschriften nicht als ihren Namen, d.h. nicht &quot;firmenm&auml;&szlig;ig&quot; verwendet haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angaben in der Werbung k&ouml;nnen im Einzelfall zwar Indizien sowohl bei der Frage nach der Gesch&auml;fts&uuml;bernahme als auch der Firmenfortf&uuml;hrung sein. Da Werbeschriften, Anzeigen oder Schilder in der Au&szlig;enwerbung nicht im Rechtsverkehr verwendet werden und insbesondere keine Gesch&auml;ftsbriefe sind, f&uuml;hrt jedoch allein der werbende Hinweis auf das &quot;Restaurant (X) YZ&quot; sowie der fehlende Hinweis auf den jeweiligen Inhaber nicht dazu, dass aus der Etablissementbezeichnung eine Firma wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &uuml;brigen vom FA angef&uuml;hrten Umst&auml;nde &#8211;gleichbleibende Gesch&auml;ftsadresse und Telefonnummer, unver&auml;ndertes Personal und Betriebskonzept etc.&#8211; sind Ausdruck der im Streitfall unstreitig gegebenen Fortf&uuml;hrung eines vollkaufm&auml;nnischen Gewerbebetriebs, nicht aber der f&uuml;r den Tatbestand des &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 HGB gleichfalls erforderlichen Firmenfortf&uuml;hrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2014, VII R 46\/13 Keine Haftung wegen Firmenfortf&uuml;hrung bei &Uuml;bernahme einer Etablissementbezeichnung Leits&auml;tze 1. Wesentliche Voraussetzung f&uuml;r eine Nachfolgehaftung gem&auml;&szlig; &sect; 25 HGB ist &#8211;neben der Gesch&auml;ftsfortf&uuml;hrung&#8211; die Fortf&uuml;hrung der bisherigen Firma. 2. Entscheidendes Merkmal einer Firma ist, dass dieser Name geeignet ist, den Gesch&auml;ftsinhaber im Rechtsverkehr zu individualisieren. 3. Eine Gesch&auml;fts- &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-46-13-keine-haftung-wegen-firmenfortfuehrung-bei-uebernahme-einer-etablissementbezeichnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;46\/13 &#8211; Keine Haftung wegen Firmenfortf&uuml;hrung bei &Uuml;bernahme einer Etablissementbezeichnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63482\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}