{"id":63595,"date":"2014-10-06T11:17:40","date_gmt":"2014-10-06T09:17:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63595"},"modified":"2014-10-06T11:17:40","modified_gmt":"2014-10-06T09:17:40","slug":"vii-r-38-13-rueckforderung-von-durch-einen-verheirateten-finanzamts-sachbearbeiter-manipulierten-rechtsgrundlos-auf-das-oder-konto-der-ehegatten-ausgezahlten-steuererstattungen-kein-verstoss-gegen-tre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-38-13-rueckforderung-von-durch-einen-verheirateten-finanzamts-sachbearbeiter-manipulierten-rechtsgrundlos-auf-das-oder-konto-der-ehegatten-ausgezahlten-steuererstattungen-kein-verstoss-gegen-tre\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;38\/13 &#8211; R&uuml;ckforderung von durch einen verheirateten Finanzamts-Sachbearbeiter manipulierten, rechtsgrundlos auf das Oder-Konto der Ehegatten ausgezahlten Steuererstattungen &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Treu und Glauben wegen m&ouml;glichen Mitverschuldens des Finanzamts &#8211; Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.7.2014, VII R 38\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckforderung von durch einen verheirateten Finanzamts-Sachbearbeiter manipulierten, rechtsgrundlos auf das Oder-Konto der Ehegatten ausgezahlten Steuererstattungen &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Treu und Glauben wegen m&ouml;glichen Mitverschuldens des Finanzamts &#8211; Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war mit einem beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) t&auml;tigen Finanzbeamten (F) verheiratet und f&uuml;hrte mit ihm gemeinschaftlich ein Girokonto. Mit Urteil des Landgerichts L wurde F wegen Steuerhinterziehung in &#8230; F&auml;llen verurteilt. Dem lag zu Grunde, dass F als f&uuml;r die Bearbeitung von Einkommensteuererkl&auml;rungen und f&uuml;r die Wartung von Grundinformationsdaten zust&auml;ndiger Sachbearbeiter beim FA durch Manipulationen im EDV-System Steuererstattungen und Festsetzungen von Eigenheimzulage fingiert und die Auszahlungen auf das eheliche Gemeinschaftskonto in H&ouml;he von insgesamt &#8230; EUR bewirkt hatte. Die Zahlungen verwendete er unter anderem f&uuml;r den Bau zweier Winterg&auml;rten, Einbau eines Kamins und Errichtung eines Swimmingpools im gemeinsam mit den Schwiegereltern bewohnten Haus, sowie f&uuml;r Verm&ouml;gensanlagen zu Gunsten der Tochter, eines Depots f&uuml;r den Sohn und zur Errichtung eines Geldmarktkontos. S&auml;mtliche Vertr&auml;ge hatte die Kl&auml;gerin mitunterzeichnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund dieser Feststellungen erlie&szlig; das FA einen R&uuml;ckforderungsbescheid nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) sowohl gegen die Kl&auml;gerin als auch gegen ihren Ehemann F und forderte die in den Jahren 1999 und 2001 bis 2008 zu Unrecht auf das Gemeinschaftskonto geleisteten Zahlungen zur&uuml;ck. Einspruch und Klage der Kl&auml;gerin blieben bis auf einen im Revisionsverfahren nicht mehr streitigen, nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) zahlungsverj&auml;hrten Betrag erfolglos. Das FA sei berechtigt gewesen, den ohne Rechtsgrund auf das Gemeinschaftskonto der Eheleute erstatteten Betrag mit R&uuml;ckforderungsbescheid geltend zu machen, da es sich auch bei einer Steuererstattung, die auf fingierten Steuerbescheiden beruht, um eine Steuerverg&uuml;tung und bei deren R&uuml;ckforderung um einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Anspruch i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO handele. Dem k&ouml;nne nicht entgegengehalten werden, dass der auf der Anfechtung einer an das FA geleisteten Lohnsteuerzahlung beruhende R&uuml;ckgew&auml;hranspruch des Insolvenzverwalters nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung vom Bundesfinanzhof (BFH) als zivilrechtlicher, vor den ordentlichen Gerichten zu verfolgender Anspruch gew&uuml;rdigt worden sei. Die Kl&auml;gerin sei auch Leistungsempf&auml;ngerin, da sie als Mitinhaberin des Gemeinschaftskontos die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Gutschrift der veruntreuten Geldbetr&auml;ge erlangt habe. Dies gelte unabh&auml;ngig davon, ob das FA mit dieser Leistung eine tats&auml;chliche oder vermeintliche Verpflichtung habe erf&uuml;llen wollen. Die Bestimmung des Leistungsempf&auml;ngers richte sich nicht nach dem inneren Willen des Leistenden, sondern ergebe sich aus einer objektiven Betrachtungsweise aus Sicht des Zahlungsempf&auml;ngers. Ermessensfehler seien bei der Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin &#8211;neben ihrem Ehemann F&#8211; nicht festzustellen. Auf die Einrede der Entreicherung k&ouml;nne sich die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber dem &ouml;ffentlich-rechtlichen R&uuml;ckzahlungsanspruch nicht berufen. Treu und Glauben stehe der R&uuml;ckforderung nicht entgegen. Illoyale Rechtsaus&uuml;bung k&ouml;nne dem FA nicht vorgeworfen werden. Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich nicht auf Unkenntnis hinsichtlich der Geldeing&auml;nge auf dem Gemeinschaftskonto berufen, zumal sie nach eigenem Vorbringen jegliche Kontrolle des Gemeinschaftskontos unterlassen habe, obwohl diese angesichts der erheblichen Ausgaben und Verm&ouml;gensanlagen der Eheleute unter Belastung dieses Kontos angezeigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die R&uuml;ckforderung des FA durch einen auf &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzten Bescheid sei rechtswidrig. Bei den unterschlagenen Geldmitteln handele es sich nicht um eine &quot;Steuer&quot;, die durch Bescheid zur&uuml;ckgefordert werden k&ouml;nne. Nach der Senatsentscheidung vom 27.&nbsp;September 2012 VII&nbsp;B&nbsp;190\/11 (BFHE 238, 526, BStBl II 2013, 109) sei der Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr in anfechtbarer Weise geleisteter Steuern kein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis, sondern ein b&uuml;rgerlich-rechtlicher Anspruch. Auch sei sie nicht Leistungsempf&auml;ngerin im Sinne der Vorschrift, da sie auf das Konto keinen eigenen Zugriff gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG insoweit aufzuheben als es den R&uuml;ckforderungsbescheid des FA in Gestalt der Einspruchsentscheidung lediglich gemindert und nicht in voller H&ouml;he aufgehoben hat, und den R&uuml;ckforderungsbescheid des FA in Gestalt der Einspruchsentscheidung in voller H&ouml;he aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zutreffend erkannt, dass es sich bei dem R&uuml;ckzahlungsanspruch des FA um einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Anspruch aus &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift werden Leistungen r&uuml;ckabgewickelt, die auf &#8211;im Ergebnis nicht vorliegenden&#8211; steuerlichen Rechtsgr&uuml;nden beruhen. So liegt es auch im Streitfall. Denn der Ehemann hat durch seine Manipulationen als Sachbearbeiter des FA Steuer&auml;nderungs- und -festsetzungsbescheide generiert, in welchen durch Anwendung steuerlicher Regelungen ein Steuerverg&uuml;tungsanspruch bzw. ein diesem gleichgestellter Anspruch auf Eigenheimzulage (vgl. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Eigenheimzulagengesetzes) ausgewiesen wurde. Unbeachtlich ist dabei, welche tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse den Bescheiden zugrunde liegen. Leistungen aufgrund fingierter Anspr&uuml;che werden steuerrechtlich ebenso behandelt wie solche, die aus anderen Gr&uuml;nden zur&uuml;ckgefordert werden; entscheidend ist, ob die zur&uuml;ckgeforderte Auszahlung ausschlie&szlig;lich auf steuerrechtlichen Regelungen beruht (vgl. auch Senatsurteil vom 25.&nbsp;Oktober 2005 VII&nbsp;R&nbsp;10\/04, BFHE 211, 19, BStBl II 2006, 356; zur Abgrenzung Betrug\/Steuerhinterziehung Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1994&nbsp;&nbsp;5&nbsp;StR&nbsp;91\/94, BGHSt 40, 109, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1994, 736, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kommt auch nicht darauf an, ob der R&uuml;ckzahlungsanspruch sich als &quot;umgekehrter Erstattungsanspruch&quot; aus einem &#8211;im Streitfall nicht bestehenden, nur fingierten&#8211; Steuerrechtsverh&auml;ltnis ergibt (so f&uuml;r den R&uuml;ckzahlungsanspruch gegen den Zessionar Senatsurteil vom 27.&nbsp;Oktober 1992 VII&nbsp;R&nbsp;44\/91, BFH\/NV 1993, 344, m.w.N.). Denn der Anspruch aus &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO ist Ausdruck eines &uuml;bergeordneten und allgemein herrschenden Prinzips, dass derjenige, der vom Staat ohne Rechtsgrund etwas erhalten hat, grunds&auml;tzlich verpflichtet ist, das Erhaltene zur&uuml;ckzuzahlen (st&auml;ndige Rechtsprechung, Senatsurteil vom 31.&nbsp;August 1993 VII&nbsp;R&nbsp;69\/91, BFHE 173, 1, BStBl II 1995, 846, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r ihre gegenteilige Rechtsauffassung kann sich die Kl&auml;gerin nicht auf den Beschluss in BFHE 238, 526, BStBl II 2013, 109 berufen. Schon aus dem Leitsatz des Beschlusses &#8211;&quot;Der Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr <span style=\"text-decoration:underline\">in anfechtbarer Weise geleisteter Steuern nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO<\/span> ist kein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 AO, sondern ein b&uuml;rgerlich-rechtlicher Anspruch&quot;&#8211; ergibt sich offensichtlich, dass sich die Entscheidung allein auf die Besonderheiten der R&uuml;ckforderung des Insolvenzverwalters nach Insolvenzanfechtung bezieht. Auf den vorliegenden Fall sind die dortigen Ausf&uuml;hrungen nicht &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch die weiteren im Klageverfahren vorgetragenen Einw&auml;nde der Kl&auml;gerin hat das FG frei von Rechtsfehlern zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als Mitinhaberin des Kontos, auf welches der Ehemann die erschlichenen &Uuml;berweisungen geleitet hat, ist die Kl&auml;gerin Leistungsempf&auml;ngerin. Das hat das FG in zutreffender Anwendung der Rechtsprechung des Senats entschieden. Ob die Zahlung in der irrigen Annahme einer Zahlungsverpflichtung des FA gegen&uuml;ber dem Zahlungsempf&auml;nger geschehen ist, ist danach f&uuml;r die Frage, wer Leistungsempf&auml;nger ist, unbeachtlich. Denn auf die inneren Vorstellungen der Beteiligten dar&uuml;ber, welche Leistung mit der Zahlung erbracht worden ist, kommt es regelm&auml;&szlig;ig nicht an, sondern es gilt eine objektive Betrachtungsweise aus der Sicht des Zuwendungsempf&auml;ngers; ma&szlig;gebend ist mithin der objektive Empf&auml;ngerhorizont (Senatsurteile vom 9.&nbsp;Dezember 2010 VII&nbsp;R&nbsp;20\/10, BFH\/NV 2011, 875, und vom 30.&nbsp;August 2005 VII&nbsp;R&nbsp;64\/04, BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353, m.w.N.). Die der Tatsacheninstanz vorbehaltene W&uuml;rdigung des FG, die Kl&auml;gerin habe &#8211;bei objektiver Beurteilung&#8211; die Zahlungseing&auml;nge auf dem gemeinschaftlichen Konto nicht anders denn als Leistungen des FA zu Gunsten dieses Kontos verstehen k&ouml;nnen, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, zumal die Kl&auml;gerin keinerlei Anhaltspunkte f&uuml;r eine andere Betrachtungsweise geliefert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Einrede der Entreicherung hat das FG bei der Anwendung des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO zu Recht nicht in Erw&auml;gung gezogen (vgl. Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;November 2010 VII&nbsp;B&nbsp;120\/10, BFH\/NV 2011, 405).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Als einen Versto&szlig; gegen Treu und Glauben wegen eines m&ouml;glichen Mitverschuldens des FA an den Manipulationen des Ehemanns infolge eventueller Organisationsm&auml;ngel hat das FG die Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin nicht angesehen, weil sie die gebotene Kontrolle des Kontos unterlassen habe, obwohl diese angesichts der festgestellten erheblichen Ausgaben und Verm&ouml;gensanlagen unter Belastung dieses Kontos angezeigt gewesen sei. Dem ist revisionsrechtlich nichts zu entgegnen. Die Ausf&uuml;hrungen beruhen ersichtlich auf der zu f&uuml;r F&auml;lle der R&uuml;ckforderung gegen&uuml;ber einem Leistungsempf&auml;nger vergleichbaren Rechtsprechung des BFH, wonach selbst bei Annahme eines mitwirkenden Verschuldens des FA die Inanspruchnahme eines (Haftungs-) Schuldners nur dann ein Ermessensfehlgebrauch ist, wenn dessen eigenes Verschulden gering ist (vgl. z.B. Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juni 1997 VII&nbsp;R&nbsp;96\/96, BFH\/NV 1998, 4, m.w.N.). Das FG ist davon ausgegangen, die Kl&auml;gerin habe von den &uuml;ber neun Jahre geflossenen erheblichen Geldbetr&auml;gen, insbesondere im Hinblick auf deren Verwendung f&uuml;r die Modernisierung der Wohnung und f&uuml;r Geldanlagen auf Konten der minderj&auml;hrigen Kinder, gewusst. Angesichts dieser den Senat bindenden Feststellungen ist die grunds&auml;tzlich dem Tatsachengericht vorbehaltene W&uuml;rdigung des FG, die Heranziehung der Kl&auml;gerin zur R&uuml;ckerstattung der (auch) an sie geleisteten Betr&auml;ge lasse keinen Ermessensfehlgebrauch erkennen, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Angesichts ihrer Kenntnis von den Zahlungseing&auml;ngen und ihrer Verwendung ist es fernliegend und nach Treu und Glauben jedenfalls nicht geboten, die R&uuml;ckforderung der vereinnahmten Betr&auml;ge an einem m&ouml;glicherweise vorliegenden Organisationsverschulden des FA scheitern zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.7.2014, VII R 38\/13 R&uuml;ckforderung von durch einen verheirateten Finanzamts-Sachbearbeiter manipulierten, rechtsgrundlos auf das Oder-Konto der Ehegatten ausgezahlten Steuererstattungen &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Treu und Glauben wegen m&ouml;glichen Mitverschuldens des Finanzamts &#8211; Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis Tatbestand 1&nbsp; I. 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