{"id":63598,"date":"2014-10-06T11:17:35","date_gmt":"2014-10-06T09:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63598"},"modified":"2014-10-06T11:17:35","modified_gmt":"2014-10-06T09:17:35","slug":"vii-b-158-13-steuerberaterpruefung-pruefungsschema-und-ueberdenkungsverfahren-verletzung-des-anspruchs-auf-rechtliches-gehoer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-158-13-steuerberaterpruefung-pruefungsschema-und-ueberdenkungsverfahren-verletzung-des-anspruchs-auf-rechtliches-gehoer\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;158\/13 &#8211; Steuerberaterpr&uuml;fung: Pr&uuml;fungsschema und &Uuml;berdenkungsverfahren, Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.7.2014, VII B 158\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerberaterpr&uuml;fung: Pr&uuml;fungsschema und &Uuml;berdenkungsverfahren, Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) nahm an der Steuerberaterpr&uuml;fung 2012 teil, die sie aufgrund der erzielten Gesamtnote 4,66 nicht bestanden hat. In der Aufsichtsarbeit Buchf&uuml;hrung und Bilanzwesen, die mit der Note 5 bewertet wurde, vergaben sowohl der Erstkorrektor als auch der Zweitkorrektor 37 Punkte. Im &Uuml;berdenkungsverfahren erh&ouml;hte ein Pr&uuml;fer seine Bewertung um einen Punkt. Im &Uuml;brigen hielten die Pr&uuml;fer an der Benotung fest. Daraufhin erhob die Kl&auml;gerin mit der Begr&uuml;ndung Klage, ihre in der Klausur Buchf&uuml;hrung und Bilanzwesen erbrachte Pr&uuml;fungsleistung h&auml;tte mit der Note 4,5 bewertet werden m&uuml;ssen. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Es f&uuml;hrte aus, die Aufsichtsarbeit Buchf&uuml;hrung und Bilanzwesen sei zu Recht mit der Note&nbsp;5 bewertet worden. Im Ergebnis mache die Kl&auml;gerin nur den Beurteilungsspielraum der Pr&uuml;fer betreffende Einwendungen geltend, die nicht gerichtlich nachpr&uuml;fbar seien. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin sei die Anbringung ausf&uuml;hrlicher Bemerkungen und Begr&uuml;ndungen am Rand der Klausur oder auf dem Korrekturbogen nicht erforderlich. Ausreichend sei es, wenn sich die Bewertung aus dem Korrekturbogen ergebe. Im &Uuml;brigen h&auml;tten die Pr&uuml;fer in ihren Begr&uuml;ndungen zum Ausdruck gebracht, dass sie insgesamt die Leistung der Kl&auml;gerin f&uuml;r ungen&uuml;gend erachteten. Den ihnen zustehenden Beurteilungsspielraum h&auml;tten sie nicht verkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehrt die Kl&auml;gerin die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) und wegen des Verfahrensmangels der Geh&ouml;rsverletzung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Von grunds&auml;tzlicher Bedeutung sei die Frage, ob der Pr&uuml;fer im Fall der Verwendung eines Bewertungsschemas berechtigt sei, im Rahmen des &Uuml;berdenkungsverfahrens den Punkteabzug mit Kritikpunkten zu rechtfertigen, die sich nicht schon aus einer Verfehlung der im Bewertungsschema niedergelegten Anforderungen ergeben und nicht bereits in der urspr&uuml;nglichen Begr&uuml;ndung der Bewertung angelegt gewesen seien, so dass von einem unzul&auml;ssigen Nachschieben von Kritikpunkten aufgrund einer &Auml;nderung des Bewertungssystems zum Nachteil des Pr&uuml;flings auszugehen sei. Zur Frage, woran eine solche &Auml;nderung des Bewertungsschemas im Einzelfall abstrakt festgemacht werden k&ouml;nne, habe sich das FG nicht ge&auml;u&szlig;ert, weshalb eine Kl&auml;rung durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten sei. Dar&uuml;ber hinaus sei die Frage grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob eine unzul&auml;ssige &Auml;nderung des Bewertungssystems bzw. ein unzul&auml;ssiges Nachschieben beliebiger Gr&uuml;nde ausgeschlossen werden k&ouml;nne, wenn solche Gr&uuml;nde aus einer Musterl&ouml;sung folgten, die nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung als unverbindlich anzusehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem erscheine die Entscheidung des FG objektiv willk&uuml;rlich bzw. greifbar gesetzwidrig, weshalb der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung vorliege. Der Rechtsstandpunkt des FG, nach dem eine Erl&auml;uterung der Punktevergabe &uuml;berhaupt nicht erforderlich sei, sei mit dem Gew&auml;hrleistungsgehalt des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes (GG) offenkundig unvereinbar, so dass von einer Willk&uuml;rentscheidung ausgegangen werden m&uuml;sse. Schlie&szlig;lich habe das FG den Geh&ouml;rsanspruch aus Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG verletzt. Mit ihrem Vorbringen, die Pr&uuml;fer h&auml;tten die Punktevergabe in unzul&auml;ssiger Weise mit nachgeschobenen Kritikpunkten gerechtfertigt, habe sich das FG ebenso wenig auseinandergesetzt wie mit den speziellen Einwendungen in Bezug auf die Bewertung bei einzelnen Bewertungspunkten. Auch sei keine Auseinandersetzung mit dem Hinweis erfolgt, die Bewertung des Erstpr&uuml;fers sei inkonsistent und die Ausf&uuml;hrungen des Zweitkorrektors lasse eine abstrakte Fehlgewichtung ma&szlig;geblicher Abw&auml;gungsgesichtspunkte erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzministerium) ist der Beschwerde entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt, wie es &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO erfordert, liegen aber jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r die nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 3 FGO zu fordernde Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) und der Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) muss der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formulieren und auf ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen. Erforderlich ist dar&uuml;ber hinaus der substantiierte Vortrag, warum im Einzelnen die Kl&auml;rung der aufgeworfenen Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Ferner muss die aufgeworfene Frage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Streitfall auch kl&auml;rungsf&auml;hig sein (vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Oktober 2003 VII&nbsp;B&nbsp;196\/03, BFH\/NV 2004, 232, und vom 2.&nbsp;Dezember 2002 VII&nbsp;B&nbsp;203\/02, BFH\/NV 2003, 527, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Frage, ob der Pr&uuml;fer im Fall der Verwendung eines Bewertungsschemas berechtigt ist, im Rahmen des &Uuml;berdenkungsverfahrens den Punkteabzug in Abweichung vom Pr&uuml;fungsschema mit Kritikpunkten zu rechtfertigen, die nicht bereits in der urspr&uuml;nglichen Begr&uuml;ndung der Bewertung angelegt waren, kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, denn sie w&auml;re in dem von der Kl&auml;gerin angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. In seiner Entscheidung hat das FG nicht festgestellt, dass die Pr&uuml;fer im Rahmen des &Uuml;berdenkungsverfahrens das Bewertungssystem zum Nachteil der Kl&auml;gerin ge&auml;ndert und Kritikpunkte nachgeschoben haben. In Bezug auf den Teil &quot;Grundst&uuml;ck Hafenstra&szlig;e&quot; der streitgegenst&auml;ndlichen Aufsichtsarbeit hat das FG ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass ein unzul&auml;ssiges Nachschieben von Gr&uuml;nden nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen ist die Bereitstellung eines Bewertungsschemas, das eine sinnvolle Hilfestellung f&uuml;r den nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung der Vorschriften &uuml;ber Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte und Steuerberatungsgesellschaften berufenen Pr&uuml;fer ist, rechtlich nicht zu beanstanden (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Juli 2013 VII&nbsp;B&nbsp;194\/12, BFH\/NV 2013, 1821). Wiederholt hat der BFH geurteilt, dass durch ein solches Bewertungsschema die Freiheit des einzelnen Pr&uuml;fers nicht eingeschr&auml;nkt wird, sich ein eigenes Urteil &uuml;ber die pr&uuml;fungsspezifische Bewertung der einzelnen Bearbeitungsschritte und der Pr&uuml;fungsleistung im Ganzen zu bilden. Im Rahmen des ihm zustehenden Beurteilungsspielraums kann er von der angebotenen L&ouml;sungsskizze abweichen. Dabei muss er seine pr&uuml;fungsspezifischen Erw&auml;gungen &#8211;etwa durch Randbemerkungen oder auf dem Bewertungsbogen&#8211; nicht ersch&ouml;pfend oder jedenfalls nachvollziehbar darlegen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Februar 2000 VII&nbsp;R&nbsp;52\/99, BFH\/NV 2000, 755; vom 19.&nbsp;April 2005 VII&nbsp;B&nbsp;199\/04, BFH\/NV 2005, 1388, und vom 19.&nbsp;April 2005 VII&nbsp;B&nbsp;200\/04, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;). Im Rahmen eines &Uuml;berdenkungsverfahrens kann es dem Pr&uuml;fer nicht verwehrt sein, seine Bewertung und seine damaligen &Uuml;berlegungen zu erl&auml;utern und dabei Gesichtspunkte zur Sprache zu bringen, die sich seiner urspr&uuml;nglichen Bewertung nicht entnehmen lassen. Dabei l&auml;sst sich die Grenze zwischen der Erl&auml;uterung der bereits vorgenommenen Bewertung und einem Nachschieben bzw. Austausch von Gr&uuml;nden unter Heranziehung eines ge&auml;nderten Bewertungssystems nicht f&uuml;r s&auml;mtliche F&auml;lle genau festlegen. Vielmehr kann die Zul&auml;ssigkeit nachtr&auml;glich angebrachter Kritikpunkte nur unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls beurteilt werden. Aus diesem Grund ist die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Frage, woran eine unzul&auml;ssige &Auml;nderung des Bewertungsschemas im Einzelfall abstrakt festgemacht werden kann, einer allgemeing&uuml;ltigen Kl&auml;rung nicht f&auml;hig, so dass eine Zulassung der Revision nicht in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung der Beschwerde ist das Urteil des FG keine unzul&auml;ssige Willk&uuml;rentscheidung. Die Einheitlichkeit der Rechtsprechung ist i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO nur dann betroffen, wenn dem FG bei der Auslegung und Anwendung des Rechts Fehler unterlaufen sind, die von so erheblichem Gewicht sind, dass sie, w&uuml;rden sie von einem Rechtsmittelgericht nicht korrigiert, geeignet w&auml;ren, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen, etwa weil Verfahrensgrundrechte verletzt worden sind oder das aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG und Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG abzuleitende Recht eines Beteiligten auf eine willk&uuml;rfreie gerichtliche Entscheidung durch das Urteil des FG nicht befriedigt wird (Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;Februar 2002 VII&nbsp;B&nbsp;141\/01, BFH\/NV 2002, 798, m.w.N.). Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor. Das FG hat nachvollziehbar und mit gut vertretbaren rechtlichen Argumenten seine Entscheidung begr&uuml;ndet. Dabei hat es die von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tze beachtet. Nicht nachvollziehbar ist die Behauptung der Kl&auml;gerin, die Ausf&uuml;hrungen des FG zur Entbehrlichkeit der Erl&auml;uterung einer Punktevergabe seien v&ouml;llig aus der Luft gegriffen. Soweit die Beschwerde in diesem Zusammenhang das Senatsurteil vom 21.&nbsp;Januar 1999 VII&nbsp;R&nbsp;35\/98 (BFHE 187, 373, BStBl II 1999, 242) in Bezug nimmt, l&auml;sst sich auch aus diesem Vorbringen eine Verletzung des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG nicht entnehmen. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass sich die Aussage, der Pr&uuml;fling habe einen Anspruch auf die Bekanntgabe der wesentlichen tragenden Gr&uuml;nde, mit denen die Pr&uuml;fer zu einer bestimmten Bewertung der Pr&uuml;fungsleistung gelangt sind, nicht auf die Angaben im Bewertungsbogen bezieht. Vielmehr betraf die Entscheidung die Bewertung einer m&uuml;ndlichen Pr&uuml;fungsleistung, bei der ein Informationsanspruch des Pr&uuml;flings nur in eingeschr&auml;nktem Ma&szlig; besteht. Auch die Gesamtbewertung einer Klausur m&uuml;ssen die Pr&uuml;fer nicht mit s&auml;mtlichen tragenden Gr&uuml;nden im Rahmen der Erstbewertung dokumentieren. Nachvollziehbare und substantiierte Einwendungen des Pr&uuml;flings sind jedoch im &Uuml;berdenkungsverfahren hinreichend zu w&uuml;rdigen (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;April 2005 VII&nbsp;B&nbsp;200\/04, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung der Beschwerde l&auml;sst sich aus dem Umstand, dass das FG der Argumentation der Kl&auml;gerin nicht gefolgt ist, nicht auf eine Geh&ouml;rsverletzung schlie&szlig;en. Grunds&auml;tzlich ist davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Vorbringen eines Beteiligten auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat, zumal es nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG nicht verpflichtet ist, sich mit jedem Vorbringen in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich zu befassen. Der Umstand allein, dass sich die Entscheidungsgr&uuml;nde mit einem bestimmten Gesichtspunkt nicht ausdr&uuml;cklich auseinandersetzen, rechtfertigt grunds&auml;tzlich nicht die Annahme, das Gericht habe den Gesichtspunkt unter Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r &uuml;bergangen. Vielmehr liegt eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs nur dann vor, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des einzelnen Falls deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2007 II&nbsp;S&nbsp;1\/07, BFH\/NV 2007, 1094, m.w.N.). Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor. Entgegen der Behauptung der Kl&auml;gerin hat sich das FG mit ihren Einwendungen gegen die Beurteilung der Pr&uuml;fungsleistungen und auch mit der R&uuml;ge auseinandergesetzt, die Pr&uuml;fer h&auml;tten in unzul&auml;ssiger Weise Kritikpunkte nachgeschoben. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, hat das FG in Bezug auf den Teil &quot;Grundst&uuml;ck Hafenstra&szlig;e&quot; der streitgegenst&auml;ndlichen Aufsichtsarbeit ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass ein unzul&auml;ssiges Nachschieben von Gr&uuml;nden nicht vorliegt. In Bezug auf den Wertungspunkt 31 wird das Vorbringen der Kl&auml;gerin, nach denen die entsprechenden &#8211;und in der Klausur vermeintlich mit einem H&auml;kchen versehenen&#8211; Ausf&uuml;hrungen vorhanden seien, im Sachverhalt des Urteils ausdr&uuml;cklich wiedergegeben, so dass davon auszugehen ist, dass das FG die Einwendungen auch zur Kenntnis genommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit die Beschwerde kritisiert, das FG habe die Vergabe der mit der Klage bezeichneten Wertungspunkte unzutreffend gew&uuml;rdigt und dem Wertungspunkt 31 keine streitentscheidende Bedeutung beigemessen, wendet sie sich gegen die materielle Richtigkeit der Entscheidung des FG, was jedoch nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren kann, weil damit kein Zulassungsgrund gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO dargelegt wird (BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;B&nbsp;169\/01, BFH\/NV 2002, 1476, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.7.2014, VII B 158\/13 Steuerberaterpr&uuml;fung: Pr&uuml;fungsschema und &Uuml;berdenkungsverfahren, Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) nahm an der Steuerberaterpr&uuml;fung 2012 teil, die sie aufgrund der erzielten Gesamtnote 4,66 nicht bestanden hat. 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