{"id":63640,"date":"2014-11-12T13:06:12","date_gmt":"2014-11-12T11:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63640"},"modified":"2014-11-12T13:06:12","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:12","slug":"viii-r-18-11-gewerbliche-berufstaetigkeit-eines-politikberaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-18-11-gewerbliche-berufstaetigkeit-eines-politikberaters\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;18\/11 &#8211; Gewerbliche Berufst&auml;tigkeit eines Politikberaters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 18\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbliche Berufst&auml;tigkeit eines Politikberaters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Liegt der Schwerpunkt der Berufst&auml;tigkeit eines Steuerpflichtigen in der umfangreichen Informationsbeschaffung rund um spezielle aktuelle Gesetzgebungsvorhaben und der diesbez&uuml;glichen Berichterstattung gegen&uuml;ber seinen Auftraggebern, erzielt er damit Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Er &uuml;bt weder eine schriftstellerische noch eine wissenschaftliche oder eine journalisten&auml;hnliche T&auml;tigkeit aus.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten darum, ob die vom Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) in den Streitjahren (1998 bis 2002) erzielten Eink&uuml;nfte aus Beratungsleistungen der Gewerbesteuer unterliegen oder solche aus freiberuflicher T&auml;tigkeit sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium und der Ausbildung zum Agrarfachwirt schloss der Kl&auml;ger ein Magisterstudium in den F&auml;chern Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und neuere Geschichte ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er war zun&auml;chst u.a. politischer Referent beim &#8230; sodann Assistent des Vorstands beim &#8230; In dieser Eigenschaft arbeitete er als Pressereferent und Redakteur des &#8230;blattes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 1986 machte sich der Kl&auml;ger unter der Bezeichnung &quot;Politikberater f&uuml;r Gesetzgebung&quot; selbst&auml;ndig. Seine daraus bezogenen Eink&uuml;nfte lagen in den Streitjahren zwischen ca. 247.000&nbsp;DM und 303.000&nbsp;DM, die Einnahmen jeweils rund 30.000&nbsp;DM bis 60.000&nbsp;DM h&ouml;her (f&uuml;r 2002 hier umgerechnet von EUR in&nbsp;DM). Mehr als die H&auml;lfte dieser Einnahmen stammte aus einer Vereinbarung des Kl&auml;gers mit X, etwa ein weiteres Viertel aus seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r Y. Die restlichen Einnahmen bezog er von einzelnen Anwaltskanzleien und einem Wirtschaftskonzern. Den Gesch&auml;ftsbeziehungen mit X und Y lagen schriftliche Vereinbarungen zu Grunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Besitz eines Presseausweises, der es ihm erm&ouml;glichte, wie ein Parlamentsjournalist an den &ouml;ffentlichen Gremiensitzungen und an Pressekonferenzen teilzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzamt &#8230; erlie&szlig; am 4.&nbsp;Mai 2006 Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Streitjahre. Den hiergegen eingelegten Einspruch wies der Beklagte und Revisionsbeklagte, das danach zust&auml;ndig gewordene Finanzamt &#8230; (FA), zur&uuml;ck. Auch die dagegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Er macht geltend, selbst&auml;ndig schriftstellerisch und wissenschaftlich t&auml;tig gewesen zu sein und einen &auml;hnlichen Beruf zu dem eines Journalisten i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG ausge&uuml;bt zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgehend von seiner Vorbildung und der anschlie&szlig;enden T&auml;tigkeit als Abgeordnetenassistent und Referent habe er sich vor dem Hintergrund seines umfangreichen Wissens &uuml;ber die Abl&auml;ufe des Gesetzgebungsverfahrens und auf dem Gebiet der Pressearbeit im Jahr 1986 selbst&auml;ndig gemacht, zuerst unter der Bezeichnung &quot;Politikberater f&uuml;r Gesetzgebung&quot;. Diese T&auml;tigkeit habe jedoch erst im Laufe der Zeit eine eindeutige Struktur erlangt und lasse sich als &quot;begleitender Berichterstatter zum Gesetzgebungsverfahren&quot; oder als eine Art &quot;wissenschaftlicher Parlamentskorrespondent&quot; bezeichnen. Dabei berichte er im Rahmen fortlaufender regelm&auml;&szlig;iger Mitteilungen oder Berichte &uuml;ber rechtspolitische Entwicklungen und deren Hintergr&uuml;nde. Um diese Entwicklungen zu erkennen, beschaffe und analysiere er die Informationen aus dem Gesetzgebungsprozess und arbeite sie sodann in der Form von kurzen Vermerken oder in sich geschlossenen Artikeln f&uuml;r seine Auftraggeber auf. Durch seine T&auml;tigkeit konstituiere sich f&uuml;r seine Klienten das Recht im Ineinandergreifen von Gesetzestext, amtlicher Begr&uuml;ndung, f&ouml;rmlichem &quot;und sprachlichem&quot; Beschlussverfahren des Gesetzgebers, Verk&uuml;ndung und Rezeption. Die Ausarbeitungen seien von den Rechtsanwaltskanzleien und Y f&uuml;r deren T&auml;tigkeit verwertet worden und u.a. Grundlage f&uuml;r deren Fachver&ouml;ffentlichungen gewesen. Bei X seien die Berichte den jeweiligen Entscheidungstr&auml;gern &uuml;bermittelt und von dort weiterkommuniziert worden. Au&szlig;erdem habe der Kl&auml;ger regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r die Verbandszeitschrift des Y geschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese berufliche T&auml;tigkeit sei als schriftstellerische und wissenschaftliche i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG zu werten. Dar&uuml;ber hinaus sei die Arbeit des Kl&auml;gers auch dem Katalogberuf des Journalisten &auml;hnlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des Finanzgerichts (FG) Berlin-Brandenburg vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;15227\/08 und die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;August 2008 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht hat das FG eine freiberufliche wissenschaftliche, schriftstellerische und eine der Berufsaus&uuml;bung eines Journalisten &auml;hnliche T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in den Streitjahren verneint und die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Gewerbesteuermessbescheide best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden und mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffenen Feststellungen des FG &uuml;bte der Kl&auml;ger in den Streitjahren (1998 bis 2002) keine wissenschaftliche T&auml;tigkeit i.S. von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG aus. Dabei ist das FG von zutreffenden rechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff der &quot;Wissenschaftlichkeit&quot; ist im vorliegenden Zusammenhang ein rein steuerrechtlicher (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;April 1993 IV&nbsp;R&nbsp;61\/92, BFH\/NV 1994, 89; vom 8.&nbsp;Oktober 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;74\/05, BFHE 223, 261, BStBl II 2009, 238), der Erfordernisse an die inhaltliche Qualit&auml;t wie auch an die &auml;u&szlig;ere Form der Arbeit stellt. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH setzt die Annahme einer wissenschaftlichen T&auml;tigkeit i.S. von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG voraus, dass eine anspruchsvolle, besonders qualifizierte Arbeit ausge&uuml;bt wird, die geeignet ist, grunds&auml;tzliche Fragen oder konkrete Vorg&auml;nge methodisch nach streng objektiven und sachlichen Gesichtspunkten in ihren Ursachen zu erforschen, zu begr&uuml;nden und in einen Verst&auml;ndniszusammenhang zu bringen (vgl. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;September 2002 IV&nbsp;R&nbsp;74\/00, BFHE 200, 326, BStBl II 2003, 27; vom 9.&nbsp;Februar 2006 IV&nbsp;R&nbsp;27\/05, BFH\/NV 2006, 1270; in BFHE 223, 261, BStBl II 2009, 238). Sie erfordert wissenschaftliche Kenntnisse und Methodik im Rahmen einer sch&ouml;pferischen oder forschenden T&auml;tigkeit (sog. reine Wissenschaft) oder einer Anwendung von Forschungserkenntnissen auf konkrete Vorg&auml;nge (angewandte Wissenschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hingegen wird eine wissenschaftliche T&auml;tigkeit verneint, wenn sie in einer praxisorientierten Kenntnisvermittlung oder Beratung besteht. So erf&uuml;llt die &uuml;bliche praktische Aus&uuml;bung eines Berufs auf wissenschaftlicher Ausbildungsgrundlage &#8211;z.B. als Rechtsanwalt, Wirtschaftspr&uuml;fer oder Arzt&#8211; nicht ohne weiteres den Anspruch an eine wissenschaftliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG, auch wenn sie im Einzelfall hoch qualifiziert ist (vgl. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Dezember 1956 IV&nbsp;171\/55&nbsp;U, BFHE 64, 338, BStBl III 1957, 129; vom 22.&nbsp;September 1976 IV&nbsp;R&nbsp;20\/76, BFHE 120, 204, BStBl II 1977, 31; vom 27.&nbsp;Februar 1992 IV&nbsp;R&nbsp;27\/90, BFHE 168, 59, BStBl II 1992, 826; in BFHE 223, 261, BStBl II 2009, 238). Denn die ausdr&uuml;ckliche Aufnahme der wissenschaftlich gepr&auml;gten Berufe in den Katalog der freien Berufe w&auml;re systematisch &uuml;berfl&uuml;ssig, wenn die Berufsaus&uuml;bung bereits wegen der Berufsausbildung als wissenschaftlich zu beurteilen w&auml;re (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;November 1992 IV&nbsp;R&nbsp;109\/90, BFHE 170, 88, BStBl II 1993, 235; vom 30.&nbsp;M&auml;rz 1994 I&nbsp;R&nbsp;54\/93, BFHE 175, 40, BStBl II 1994, 864; in BFHE 223, 261, BStBl II 2009, 238).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vor diesem Hintergrund ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers nicht als wissenschaftlich beurteilt hat. Das FG hat den berichtenden Ausarbeitungen f&uuml;r die Auftraggeber attestiert, dass diese gut gegliedert und &uuml;bersichtlich gewesen seien und eine innere Struktur aufwiesen, sodass sie in formaler Hinsicht zu einem Teil durchaus wissenschaftlichen Ausarbeitungen entsprochen h&auml;tten. Zu Recht hat das FG aber darauf abgestellt, dass diese Arbeiten sich inhaltlich im Wesentlichen auf eine Zusammenfassung bestimmter Vorg&auml;nge bezogen und dass die durch die Auswahl relevanter Themen vorgenommenen eigenen Bewertungen nicht die Qualit&auml;t einer wissenschaftlichen Arbeit erreichten. Denn nach den Feststellungen des FG hat der Kl&auml;ger bei seiner Berufst&auml;tigkeit keine eigenen Fragestellungen erforscht oder grunds&auml;tzliche Fragen gekl&auml;rt, die das (wissenschaftliche) Qualit&auml;tsniveau wie in einem Hochschulstudium erreicht h&auml;tten. Dem entspricht es, dass der Kl&auml;ger selbst im Verfahren vor dem FG die &quot;Informationsbeschaffung&quot; als &quot;absoluten Schwerpunkt der inhaltlichen T&auml;tigkeit&quot; f&uuml;r X benannt und seine berufliche T&auml;tigkeit in der m&uuml;ndlichen Verhandlung als &quot;schwerpunktm&auml;&szlig;ig berichtend&quot; gekennzeichnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision ist auch nicht deshalb begr&uuml;ndet, weil von einer schriftstellerischen Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in den Streitjahren auszugehen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Schriftstellerisch t&auml;tig wird nach der Rechtsprechung des BFH derjenige Steuerpflichtige, der eigene Gedanken mit den Mitteln der Sprache schriftlich f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit niederlegt (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;April 2002 IV&nbsp;R&nbsp;4\/01, BFHE 199, 176, BStBl II 2002, 475; in BFHE 200, 326, BStBl II 2003, 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat sich damit im angefochtenen Urteil offenbar deshalb nicht befasst, weil der Kl&auml;ger hierzu im erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen hat. Die Feststellungen des FG reichen indes aus, um in der Revisionsinstanz die Voraussetzungen einer schriftstellerischen T&auml;tigkeit zu pr&uuml;fen. Dabei kann der Senat dahingestellt bleiben lassen, ob der Vortrag des Kl&auml;gers in seinem &#8211;nach Ablauf der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist eingereichten&#8211; Schriftsatz vom 13.&nbsp;Oktober 2011 aus revisionsrechtlichen Gr&uuml;nden &uuml;berhaupt ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig w&auml;re. Eine schriftstellerische T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in den Streitjahren kommt jedenfalls deshalb nicht in Betracht, weil er sich mit seinen Ausarbeitungen an bestimmte Auftraggeber, nicht aber an die &Ouml;ffentlichkeit gewandt hat. Insoweit kann auf die Ausf&uuml;hrungen im Zusammenhang mit der Pr&uuml;fung einer journalisten&auml;hnlichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers verwiesen werden (unten II.1.c&nbsp;dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch wenn die Ausarbeitungen von den Auftraggebern im Konzernkreis oder an Verbandsmitglieder weitergegeben worden sind, betraf dies jeweils einen grunds&auml;tzlich geschlossenen Adressatenkreis, ebenso wie bei den wenigen Rechtsanwaltskanzleien, an die der Kl&auml;ger Mitteilungen versandt hat. Der Streitfall bietet weder nach den Feststellungen des FG noch nach dem Akteninhalt Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass sich der Kl&auml;ger in den Streitjahren dar&uuml;ber hinaus an ein breiteres Publikum gewandt oder auch nur diesbez&uuml;gliche Versuche der weiteren Verbreitung seiner Ausarbeitungen unternommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Ausf&uuml;hrungen des FG, mit denen es die &Auml;hnlichkeit der Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers mit der eines Journalisten verneint hat, halten revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist weder als Journalist noch einem Journalisten &auml;hnlich t&auml;tig geworden, weil seine T&auml;tigkeit nicht auf die &Ouml;ffentlichkeit ausgerichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Geht es darum, ob eine Berufst&auml;tigkeit der eines Katalogberufs &auml;hnlich ist, ist zu beachten, dass nach der Rechtsprechung eine sogenannte Gruppen&auml;hnlichkeit anhand gleicher charakteristischer Merkmale, wie sie den Katalogberufen insgesamt oder &uuml;berwiegend gemeinsam sind (wie etwa eine akademische oder eine andere besonders anspruchsvolle und zeitaufw&auml;ndige Ausbildung oder ein mit der Berufsaus&uuml;bung nach allgemeiner Anschauung verbundener sozialer Status), hierf&uuml;r nicht gen&uuml;gt, weil der Gesetzgeber die Katalogberufe abschlie&szlig;end aufgez&auml;hlt hat und die &auml;hnlichen Berufe speziell einem dieser Katalogberufe &auml;hnlich sein m&uuml;ssen (BFH-Urteil in BFHE 200, 326, BStBl II 2003, 27, m.w.N.). Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat diese Rechtsprechung verfassungsrechtlich nicht beanstandet (s. die Nachweise im BFH-Urteil in BFHE 200, 326, BStBl II 2003, 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein gesetzlich normiertes Berufsbild des Journalisten gibt es nicht; ebenso wenig ist geregelt, wer die Berufsbezeichnung Journalist tragen darf (Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;149). Nach der Rechtsprechung des BFH ist die Berufst&auml;tigkeit des Journalisten auf Informationen &uuml;ber gegenwartsbezogene Geschehnisse ausgerichtet; die Sammlung und Verarbeitung von Informationen des Tagesgeschehens, die kritische Auseinandersetzung mit diesen Informationen und die Stellungnahme zu den Ereignissen auf politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet machen das Berufsbild aus. Im Streitfall kann offenbleiben, ob diese Definition eine zu enge Beschr&auml;nkung der journalistischen Bet&auml;tigung auf gegenwartsbezogene Themen enth&auml;lt. Jedenfalls geh&ouml;rt es zum Wesen der selbst&auml;ndig ausge&uuml;bten journalistischen T&auml;tigkeit, dass der Journalist sich mit den Ergebnissen seiner Arbeit unmittelbar oder mittelbar &uuml;ber ein Medium (Zeitung, Zeitschrift, Film, Rundfunk, Fernsehen oder Internet) schriftlich oder m&uuml;ndlich an die &Ouml;ffentlichkeit wendet (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;September 1998 IV&nbsp;R&nbsp;16\/98, BFH\/NV 1999, 602; vom 25.&nbsp;April 1978 VIII&nbsp;R&nbsp;149\/74, BFHE 125, 369, BStBl II 1978, 565).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Berufst&auml;tigkeit des Journalisten erfordert keine bestimmte Vorbildung (Hochschulstudium, Journalistenschule o.&Auml;.). Die Vorbildung kann nur als Beweisanzeichen gewertet werden (vgl. Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;149). Der Senat hat keinen Zweifel daran, dass die Sachkunde, die der Kl&auml;ger durch seine konkrete akademische Vorbildung erlangt hat, insoweit als Grundlage journalistischer Berufst&auml;tigkeit gen&uuml;gen w&uuml;rde. Auch eine thematisch auf aktuelle Gesetze und Gesetzesvorhaben spezialisierte Berichterstattung st&uuml;nde der Qualifikation als journalistische T&auml;tigkeit nicht entgegen. Die vom Kl&auml;ger kritisierte Einengung der Definition der journalistischen T&auml;tigkeit in der Rechtsprechung auf zeitbezogene Themen (vgl. insoweit auch kritisch Schmidt\/Wacker, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;120; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;203; offengelassen im BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 602) bleibt deshalb f&uuml;r die vorliegende Entscheidung ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ausgehend von der Definition der Rechtsprechung hat das FG aber zu Recht erkannt, dass der Kl&auml;ger keine journalistische T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt hat, weil er sich mit seinen Ausarbeitungen und Berichten nicht an die &Ouml;ffentlichkeit gewendet hat. Nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden und mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffenen Feststellungen des FG erfolgten die Ausarbeitungen und Berichte auftragsgem&auml;&szlig; f&uuml;r die jeweiligen n&auml;her bestimmten Auftraggeber. Insbesondere f&uuml;r die Hauptauftraggeber X und Y stellte der Kl&auml;ger danach Berichte zusammen, die sich in erster Linie an den Vorstand bzw. die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer richteten. Daraus hat das FG zu Recht abgeleitet, dass die Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers sich nicht (stattdessen) an die &Ouml;ffentlichkeit (als einen grunds&auml;tzlich nicht von vornherein begrenzten und nach Zahl und Personen nicht bestimmbaren Adressatenkreis) wendete. Ein Schreiben f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit ist gegeben, wenn die geschaffenen Texte zur Ver&ouml;ffentlichung in &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Medien bestimmt sind (HHR\/Brandt, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;113, m.w.N.). Zutreffend ist in diesem Zusammenhang die rechtliche W&uuml;rdigung des FG, dass die &#8211;im &Uuml;brigen hinsichtlich Art und Umfang nicht festgestellte&#8211; Weitergabe von Berichten des Kl&auml;gers durch seine Auftraggeber bzw. die dortigen Adressaten nach deren Wertung im Konzern bzw. im Verband nicht einer Verbreitung &uuml;ber die Medien wie Presse, Fernsehen oder Internet vergleichbar ist, die Journalisten regelm&auml;&szlig;ig zur Verbreitung ihrer Berichte einsetzen, und er sich selbst deshalb mit seiner T&auml;tigkeit (nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Rechtsprechung) auch nicht mittelbar an die &Ouml;ffentlichkeit gewandt hat. Eine andere Beurteilung folgt auch nicht daraus, dass die Auftraggeber des Kl&auml;gers, wie er in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vorgetragen hat, als Entscheidungstr&auml;ger &quot;in der Verantwortung standen&quot;. Dies &auml;ndert nichts daran, dass es sich bei ihnen um einen grunds&auml;tzlich begrenzten Adressatenkreis gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berichte und Mitteilungen an seine Auftraggeber sind zudem nach der &Uuml;berzeugung des Senats ihrer Art nach nicht geeignet, an die &Ouml;ffentlichkeit gerichtet zu werden. Soweit es sich nicht ohnehin nur um Begleitschreiben zu &uuml;bersandten Unterlagen handelt, befassen sie sich jeweils nur ausschnittsweise mit Aspekten laufender, thematisch eingegrenzter Gesetz- oder Verordnungsgebungsverfahren und setzen offenkundig ein hohes Ma&szlig; an fachlicher Vorinformiertheit eines speziell interessierten Adressatenkreises voraus, um &uuml;berhaupt in einen Verst&auml;ndniszusammenhang gebracht werden zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts dessen l&auml;sst auch der weder nach Art noch Umfang n&auml;her konkretisierte und von der Person des Kl&auml;gers abstrahierte Vortrag in der Revisionsbegr&uuml;ndung zu einer nachfolgenden Verwertung der von ihm f&uuml;r die Auftraggeber erstellten Mitteilungen und Rundschreiben in einem &quot;zweiten Schritt&quot;, durch den diese Informationen &quot;f&uuml;r weiterreichende Ver&ouml;ffentlichungen genutzt werden&quot; sollten, keine Rechtsfehler des FG bei der Beurteilung der Frage erkennen, ob der Kl&auml;ger selbst eine journalisten&auml;hnliche T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt, d.h. sich mit selbst geschaffenen Texten an die &Ouml;ffentlichkeit gewandt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ausrichtung der journalistischen T&auml;tigkeit auf die Information der &Ouml;ffentlichkeit ist ein wesentliches Merkmal und zeichnet das Berufsbild gerade aus, sodass ein Beruf, dem es an dieser Ausrichtung fehlt, bei dem gebotenen wertenden Vergleich dem des Journalisten nicht i.S. von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG &auml;hnlich ist. Ob bei Anlegung dieses Ma&szlig;stabs ein im Sinne des Gesetzes &auml;hnlicher Beruf zu dem des Journalisten von vornherein ausgeschlossen ist, wie der Kl&auml;ger offenbar meint, kann hier dahingestellt bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Es kommt deshalb im Streitfall nicht mehr darauf an, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers sich tats&auml;chlich auch auf Ma&szlig;nahmen erstreckte, die ihrer Art nach von vornherein journalistischer Berufst&auml;tigkeit fremd sind. Einem Journalisten berufsfremd w&auml;re etwa die vertraglich vorgesehene Beratung des Y in berufspolitischen und verbandspolitischen Fragen oder die Ausarbeitung komplexer Verbandsaktionen f&uuml;r die Verbandsf&uuml;hrung und die anschlie&szlig;ende Begleitung des &ouml;ffentlichen Auftritts. In gleicher Weise gilt dies f&uuml;r die Beratung des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber X, die der damalige Berichtsempf&auml;nger Z in einem vom Kl&auml;ger vorgelegten Schreiben ausdr&uuml;cklich best&auml;tigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Da der Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers aus den genannten Gr&uuml;nden ein dem Beruf des Journalisten wesentliches Merkmal fehlte, ist es unerheblich, dass der Kl&auml;ger im Besitz eines Presseausweises war und sich seine Informationen wie ein Journalist beschaffte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>gg) Eine Berufst&auml;tigkeit wird auch nicht etwa deshalb freiberuflich ausge&uuml;bt, weil sie gewisse Ber&uuml;hrungspunkte mit einem oder mehreren der in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG aufgef&uuml;hrten Katalogberufe (oder der ihnen im Gesetzessinne &auml;hnlichen Berufe) aufweist, ohne jedoch als solche darunter subsumiert werden zu k&ouml;nnen. In diesem Sinne hat der Senat entschieden, dass ein Steuerpflichtiger mit Berufserfahrung als Rundfunkmoderator, der Sendeanstalten u.a. bei der Programmgestaltung beriet (Rundfunkberater), kein Freiberufler war, weil er dabei selbst keine rundfunkjournalistische T&auml;tigkeit mehr aus&uuml;bte und als Berater nicht die fachliche Bildung eines beratenden Betriebswirtes besa&szlig; (Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;April 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;103\/10, BFH\/NV 2011, 1133). F&uuml;r den Streitfall hei&szlig;t dies, dass Teilaspekte der Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers, wie Textverfassung und Informationsbeschaffung, nicht gen&uuml;gen, um im Gesetzessinne die &Auml;hnlichkeit seiner T&auml;tigkeit zum Beruf des Journalisten zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>hh) Eine journalistische T&auml;tigkeit kann auch nicht hinsichtlich einzelner Zeitschriftenbeitr&auml;ge des Kl&auml;gers angenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die vom Kl&auml;ger verfassten einzelnen Beitr&auml;ge in Zeitschriften f&uuml;hren nicht zu gesonderten freiberuflichen Eink&uuml;nften, weil er weder nach seinem eigenen Vorbringen noch nach den Feststellungen des FG f&uuml;r diese &#8211;im Vergleich zur &uuml;brigen (gewerblichen) T&auml;tigkeit geringf&uuml;gigen&#8211; T&auml;tigkeiten ein abgrenzbares Entgelt bezogen hat. Vielmehr waren die Zeitschriftenbeitr&auml;ge ersichtlich durch die mit den Hauptauftraggebern (X, Y) vereinbarten Pauschalhonorare f&uuml;r die Gesamtt&auml;tigkeit abgegolten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht begr&uuml;ndet in Ansehung der Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zur verfassungskonformen Gesetzesauslegung. Er r&uuml;gt eine verfassungsrechtlich nicht zu rechtfertigende Ungleichbehandlung f&uuml;r den Fall, dass seine Freiberuflichkeit nicht anerkannt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der auch vom Kl&auml;ger zitierten Entscheidung vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;2\/04 (BVerfGE 120, 1) hat das BVerfG die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Gewerbesteuer best&auml;tigt wie auch die steuerrechtliche Unterscheidung zwischen Gewerbetreibenden und freien Berufen. Danach darf der Gesetzgeber an der &uuml;ber einen langen Zeitraum tradierten Differenzierung solange festhalten, bis offen zu Tage tritt, dass im Hinblick auf den Steuergegenstand und die wesentlichen Besteuerungsmerkmale keine tragf&auml;higen Unterschiede mehr zwischen diesen Berufsgruppen bestehen. Das BVerfG f&uuml;hrt in seiner Entscheidung in BVerfGE 120, 1 aus: &quot;Hierbei kommt es nicht auf Entwicklungen und Ver&auml;nderungen bei einzelnen Berufsbildern oder zunehmende Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen bestimmten freien Berufen und insbesondere neuartigen Berufen steuerpflichtiger Gewerbetreibender an, sondern darauf, ob der Typus des freien Berufs sich dem der &uuml;brigen Gewerbetreibenden so angen&auml;hert hat und damit die traditionellen Unterschiede so weit eingeebnet sind, dass sich die unterschiedliche steuerliche Behandlung als willk&uuml;rlich erweist. Dies ist indes nicht der Fall&quot; (wird weiter ausgef&uuml;hrt). Bez&uuml;glich der Rechtsfolgenseite weist das BVerfG darauf hin, dass das Gewicht der Belastungsunterschiede (&quot;Ungleichbehandlung&quot;) zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern durch Anrechnungs- bzw. Kompensationsbestimmungen betr&auml;chtlich gemindert wurde und damit die Annahme einer willk&uuml;rlichen Differenzierung ausgeschlossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund verst&ouml;&szlig;t die vom FG unter Beachtung der BFH-Rechtsprechung vorgenommene Anwendung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG nicht gegen den Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 des Grundgesetzes, sondern grenzt die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers methodisch zutreffend von dem gesetzgeberisch vorgegebenen Typusbegriff des freien Berufs ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 18\/11 Gewerbliche Berufst&auml;tigkeit eines Politikberaters Leits&auml;tze Liegt der Schwerpunkt der Berufst&auml;tigkeit eines Steuerpflichtigen in der umfangreichen Informationsbeschaffung rund um spezielle aktuelle Gesetzgebungsvorhaben und der diesbez&uuml;glichen Berichterstattung gegen&uuml;ber seinen Auftraggebern, erzielt er damit Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. 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