{"id":63641,"date":"2014-11-12T13:06:10","date_gmt":"2014-11-12T11:06:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63641"},"modified":"2014-11-12T13:06:10","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:10","slug":"iii-r-21-12-kindergeld-wohnsitz-einer-natuerlichen-person-is-des-par-62-abs-1-nr-1-estg-ivm-par-8-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-21-12-kindergeld-wohnsitz-einer-natuerlichen-person-is-des-par-62-abs-1-nr-1-estg-ivm-par-8-ao\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;21\/12 &#8211; Kindergeld &#8211; Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.5.2014, III R 21\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein angemietetes Zimmer kann nur dann der Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO sein, wenn es sich hierbei um eine auf Dauer zum Bewohnen geeignete R&auml;umlichkeit handelt, die der Betreffende &#8211;wenn auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit tats&auml;chlich zu Wohnzwecken nutzt. Ob diese Voraussetzungen bei einem Gewerbetreibenden vorliegen, l&auml;sst sich im Allgemeinen nicht aus der H&ouml;he der im Inland erzielten Eink&uuml;nfte folgern.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Es ist streitig, ob dem Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger), einem polnischen Staatsangeh&ouml;rigen, deutsches Kindergeld f&uuml;r seine beiden minderj&auml;hrigen Kinder (nachfolgend P und K) f&uuml;r den Zeitraum September 2007 bis M&auml;rz 2008 (Streitzeitraum) in voller H&ouml;he zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kindsmutter von P ist Frau L, die Kindsmutter von K die Ehefrau (E) des Kl&auml;gers. Beide Kinder leben bei E in Polen. Der Kl&auml;ger erhielt f&uuml;r P und K polnische Familienleistungen f&uuml;r den Zeitraum Juni 2006 bis Mai 2007. Die f&uuml;r den Zeitraum Februar 2007 bis Mai 2007 bezogenen polnischen Familienleistungen zahlte er sp&auml;ter zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger meldete im Juni 2006 einen Wohnsitz und ein Gewerbe in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) in der Gemeinde B an. Im Februar 2007 meldete er dieses Gewerbe ab und im Juli 2007 wieder ein Gewerbe f&uuml;r eine GbR in der Gemeinde B an. Nach den vorgelegten Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r 2006 und f&uuml;r 2007 erzielte der Kl&auml;ger im Jahr 2006 ein zu versteuerndes Einkommen in H&ouml;he von 10.271&nbsp;EUR und im Jahr 2007 in H&ouml;he von 13.379&nbsp;EUR. Laut dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2008 erzielte er im Jahr 2008 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 12.968,63&nbsp;EUR. Ausweislich dieses Bescheids waren an der Gesellschaft eine Vielzahl von Personen &#8211;u.a. der Kl&auml;ger mit der laufenden Nr.&nbsp;19&#8211; beteiligt. Der Kl&auml;ger legte einen von Herrn&nbsp;A (Untervermieter) und ihm (Untermieter) unterzeichneten &#8211;inhaltlich kurz gefassten&#8211; Untermietvertrag vom 1.&nbsp;Juni 2006 vor, der mit den Worten &quot;Mietvertrag &uuml;ber das Zimmer und Betriebsst&auml;tte&quot; &uuml;berschrieben war. Zudem legte er einen von Frau&nbsp;O (Vermieterin) und Herrn&nbsp;A unterzeichneten Hauptmietvertrag vom 25.&nbsp;April 2005 sowie eine von einer weiteren Person (nicht der Vermieterin) &#8211;im Auftrag&#8211; unterzeichnete Erkl&auml;rung vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2006 vor, mit welcher Herrn&nbsp;A die Untervermietung des von ihm angemieteten Einfamilienhauses gestattet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war in den Jahren 2006 bis 2008 weder in der polnischen noch in der deutschen Sozialversicherung erfasst. Seit 31.&nbsp;Oktober 2008 lebt der Kl&auml;ger wieder in Polen und erh&auml;lt dort seit M&auml;rz 2009 wieder polnische Familienleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im April 2007 beantragte der Kl&auml;ger bei der Beklagten und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) Kindergeld f&uuml;r P und K. Er gab an, in Deutschland nicht sozialversichert zu sein. Weder er noch seine Ehefrau h&auml;tten in den letzten f&uuml;nf Jahren Familienleistungen f&uuml;r die Kinder beantragt oder erhalten. Nach Auskunft des polnischen Leistungstr&auml;gers &uuml;bte E seit 1.&nbsp;Februar 2007 (Vordruck E&nbsp;411 vom 24.&nbsp;Juli 2007) bzw. seit 1.&nbsp;Juni 2006 (Vordruck E&nbsp;411 vom 16.&nbsp;November 2009) und die Kindsmutter von P, mit der die Beh&ouml;rde keinen Kontakt hatte, ebenfalls seit 1.&nbsp;Juni 2006 (Vordruck E&nbsp;411 vom 16.&nbsp;November 2009) keine berufliche T&auml;tigkeit aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse entsprach dem Kindergeldantrag nur teilweise. Sie setzte mit Bescheid vom 8.&nbsp;November 2007 deutsches Kindergeld f&uuml;r P und K ab Juni 2006 in jeweils h&auml;lftiger H&ouml;he (77&nbsp;EUR pro Kind und Monat) fest. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte die Familienkasse aus, dass zwar die nationalen Anspr&uuml;che zweier Staaten aufeinandertreffen w&uuml;rden, aber ein gesamter Ausschluss des deutschen Kindergeldanspruchs nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG) nicht gerechtfertigt sei. In Anwendung des Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung (VO Nr.&nbsp;1408\/71) und des Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 der Verordnung (EWG)&nbsp;Nr.&nbsp;574\/72 des Rates vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1972 &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 &uuml;ber die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung (VO Nr.&nbsp;574\/72), sei Kindergeld in h&auml;lftiger H&ouml;he zu gew&auml;hren. Der Einspruch, mit dem der Kl&auml;ger Kindergeld in voller H&ouml;he begehrte, blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Kl&auml;ger im erstinstanzlichen Verfahren die Klage f&uuml;r den Zeitraum Juni 2006 bis August 2007 zur&uuml;ckgenommen hatte, war vor dem Finanzgericht (FG) nur noch streitig, ob der Kl&auml;ger das Kindergeld f&uuml;r P und K f&uuml;r den Streitzeitraum in voller H&ouml;he beanspruchen kann. Die Klage hatte mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1943 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG im Wesentlichen aus, dass im Streitfall der pers&ouml;nliche Anwendungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht er&ouml;ffnet sei. Die Rechtslage beurteile sich daher allein nach den &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG. Dabei best&uuml;nden &#8211;anders als die Familienkasse meine&#8211; keine Bedenken, einen inl&auml;ndischen Wohnsitz des Kl&auml;gers zu bejahen. Der dem Kl&auml;ger zustehende Kindergeldanspruch sei nicht nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG ausgeschlossen, weil nach dem einschl&auml;gigen polnischen Gesetz &uuml;ber Familienleistungen vom 28.&nbsp;November 2003 (FamLstgG-PL) kein Anspruch auf polnische Familienleistungen bestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Familienkasse eine unzutreffende Auslegung des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG geltend. Nach dieser Vorschrift werde kein Kindergeld f&uuml;r ein Kind gezahlt, f&uuml;r welches im Ausland Leistungen gezahlt werden oder bei entsprechender Antragstellung zu zahlen w&auml;ren, die dem Kindergeld vergleichbar seien. Indem das FG eigenst&auml;ndig die polnischen Rechtsvorschriften gepr&uuml;ft und unter Zugrundelegung der Steuerbescheide des Kl&auml;gers einen Anspruch auf polnische Familienleistungen verneint habe, habe es gegen den Regelungsinhalt des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG versto&szlig;en. Zur Feststellung eines Anspruchs auf polnische Familienleistungen seien verschiedene Vorschriften des FamLstgG-PL zu pr&uuml;fen. Hiernach sei fraglich, ob der Kl&auml;ger die einzige Person sei, die zur Erzielung des Familieneinkommens beitrage. Weiter stelle sich die Frage, ob nicht auch Sozialversicherungs- oder Krankenversicherungsbeitr&auml;ge anderer Familienmitglieder vom Einkommen des Kl&auml;gers abzuziehen seien. Au&szlig;erdem erscheine es nicht ausgeschlossen, dass der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der &#8211;von ihm getrennt lebenden&#8211; Mutter des P unterhaltspflichtig sei. Aufgrund dieser Komplexit&auml;t des polnischen Rechts sei es den Familienkassen nicht m&ouml;glich, die &#8211;nach polnischem Recht&#8211; erforderliche Einkommensberechnung durchzuf&uuml;hren. Eine solche Verpflichtung lasse sich weder dem &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG entnehmen noch w&auml;re sie umsetzbar. Vielmehr sei es Aufgabe des Kl&auml;gers durch geeignete Mittel (z.B. durch den Vordruck E&nbsp;411) nachzuweisen, dass im Ausland kein Anspruch auf vergleichbare Leistungen bestehe. Diese Vordrucke und die Zusammenarbeit mit ausl&auml;ndischen Staaten w&auml;ren &uuml;berfl&uuml;ssig, wenn die Pr&uuml;fung von m&ouml;glichen ausl&auml;ndischen Anspr&uuml;chen durch die Familienkasse selbst erfolgen m&uuml;sse. Im &Uuml;brigen h&auml;tten auch bereits verschiedene FG entschieden, dass in solchen F&auml;llen den Kl&auml;ger eine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) treffe. Danach sei es weder Aufgabe der Familienkasse noch des FG festzustellen, ob bei entsprechender Antragstellung Leistungen im Ausland zu zahlen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Familienkasse &#8230; der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzverwaltungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff.) im Wege des gesetzlichen Parteiwechsels in die Beteiligtenstellung der Agentur f&uuml;r Arbeit &#8230; &#8211;Familienkasse&#8211; eingetreten (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;August 2007 X&nbsp;R&nbsp;2\/04, BFHE 218, 533, BStBl II 2008, 109, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG-Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen, ob der Kl&auml;ger im Streitzeitraum nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG anspruchsberechtigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ist anspruchsberechtigt, wer im Inland einen Wohnsitz oder seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt hat. Das FG hat entschieden, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber einen inl&auml;ndischen Wohnsitz verf&uuml;gt hat. Diese Annahme h&auml;lt einer revisionsrechtlichen Nachpr&uuml;fung nicht stand, weil es hierf&uuml;r an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Seinen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umst&auml;nden innehat, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass er die Wohnung beibehalten oder benutzen wird (&sect;&nbsp;8 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiernach setzt ein Wohnsitz eine Wohnung, d.h. eine station&auml;re R&auml;umlichkeit voraus, die auf Dauer zum Bewohnen geeignet ist. Dies wiederum erfordert eine den pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen des Inhabers entsprechende Bleibe (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1997 I&nbsp;R&nbsp;69\/96, BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447). Eine nur vor&uuml;bergehende oder notd&uuml;rftige Unterbringungsm&ouml;glichkeit reicht allerdings nicht aus (Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;16), ebenso nicht eine blo&szlig;e Schlafstelle in Betriebsr&auml;umen (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Februar 1985 I&nbsp;R&nbsp;23\/82, BFHE 143, 217, BStBl II 1985, 331). Innehaben der Wohnung bedeutet, dass der Anspruchsteller tats&auml;chlich &uuml;ber sie verf&uuml;gen kann und sie als Bleibe entweder st&auml;ndig benutzt oder sie doch mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit &#8211;wenn auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; aufsucht (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;November 2000 VI&nbsp;R&nbsp;107\/99, BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294). Die Nutzung muss zu Wohnzwecken erfolgen; eine Nutzung zu ausschlie&szlig;lich beruflichen oder gesch&auml;ftlichen Zwecken reicht nicht aus (Buciek in Beermann\/Gosch, a.a.O., AO &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;27), ebenso nicht ein nur gelegentliches Verweilen w&auml;hrend unregelm&auml;&szlig;ig aufeinander folgender kurzer Zeitr&auml;ume zu Erholungszwecken (BFH-Urteil in BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294). Schlie&szlig;lich muss das Innehaben der Wohnung unter Umst&auml;nden erfolgen, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass die Person die Wohnung beibehalten wird. Hierin kommt u.a. ein Zeitmoment zum Ausdruck. Dabei kann im Rahmen des &sect;&nbsp;8 AO zur Bestimmung des Zeitmoments als Anhaltspunkt auf die in &sect;&nbsp;9 Satz&nbsp;2 AO normierte Sechsmonatsfrist zur&uuml;ckgegriffen werden (Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 2007 III&nbsp;R&nbsp;89\/06, BFH\/NV 2008, 351).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 AO ist nach den objektiv erkennbaren Umst&auml;nden zu beurteilen (Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 2007 III&nbsp;R&nbsp;89\/06, BFH\/NV 2008, 351, m.w.N.). Ob der Anspruchsteller i.S. des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG im Inland einen Wohnsitz hat, m&uuml;ssen die Familienkasse und das FG ohne Bindung an die im Einkommensteuerfestsetzungsverfahren vom zust&auml;ndigen FA getroffenen Feststellungen selbst&auml;ndig entscheiden (Senatsurteile vom 20.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFH\/NV 2009, 564, unter II.1.c; vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 243, 170, Rz&nbsp;19). Im Finanzgerichtsverfahren obliegt die W&uuml;rdigung derjenigen tats&auml;chlichen Umst&auml;nde, die im Einzelfall f&uuml;r das Bestehen oder Nichtbestehen eines Wohnsitzes sprechen, dem FG (vgl. Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Dezember 2010 III&nbsp;B&nbsp;141\/10, BFH\/NV 2011, 576). Dies gilt namentlich f&uuml;r die Abw&auml;gung der Faktoren, die f&uuml;r und gegen ein Innehaben der Wohnung und die Absicht der weiteren Benutzung sprechen (Buciek in Beermann\/Gosch, a.a.O., AO &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;11). Das FG hat die gesamten Umst&auml;nde des Einzelfalls zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) An diese Tatsachenw&uuml;rdigung ist der BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden, soweit keine zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen erhoben wurden. Im &Uuml;brigen kann das Revisionsgericht die W&uuml;rdigung des FG nur auf Rechtsfehler bzw. nur auf Verst&ouml;&szlig;e gegen die Denkgesetze oder gegen Erfahrungss&auml;tze hin &uuml;berpr&uuml;fen (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 1989 I&nbsp;R&nbsp;215\/85, BFHE 158, 118, BStBl II 1989, 956).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom FG im Streitfall vorgenommene W&uuml;rdigung ist auch unter Ber&uuml;cksichtigung dieses eingeschr&auml;nkten Pr&uuml;fungsma&szlig;stabs zu beanstanden. Das FG-Urteil enth&auml;lt keine tragf&auml;hige Tatsachengrundlage f&uuml;r die Annahme eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes des Kl&auml;gers (zum Fehlen einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Mai 2009 VII&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFHE 225, 543; Senatsurteil vom 2.&nbsp;Dezember 2004 III&nbsp;R&nbsp;49\/03, BFHE 208, 531, BStBl II 2005, 483). Hierin liegt ein Rechtsfehler, den der erkennende Senat auch ohne R&uuml;ge von Amts wegen zu beachten hat (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Mai 1988 I&nbsp;R&nbsp;225\/82, BFHE 154, 7, BStBl II 1988, 944). Das FG hat die Annahme eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes aus den vom Kl&auml;ger vorgelegten Mietvertr&auml;gen, aus seiner Meldung beim Einwohnermeldeamt, aus den von ihm im Zeitraum von 2006 bis 2008 in Deutschland in nicht unerheblicher H&ouml;he erzielten Eink&uuml;nften und aus dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2007 abgeleitet, dem zu entnehmen sei, dass der Kl&auml;ger im Jahr 2007 unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese tats&auml;chlichen Umst&auml;nde sind aber weder einzeln noch in ihrer Zusammenschau geeignet, nachvollziehbar einen inl&auml;ndischen Wohnsitz des Kl&auml;gers zu begr&uuml;nden. So bleibt bereits unklar, ob das vom Kl&auml;ger mit Untermietvertrag vom 1.&nbsp;Juni 2006 angemietete Zimmer &uuml;berhaupt eine zu Wohnzwecken geeignete Bleibe dargestellt hat. Der &#8211;inhaltlich sehr knappe&#8211; Untermietvertrag enth&auml;lt keine Angaben zur Ausstattung des Zimmers. Sonstige diesbez&uuml;gliche Feststellungen enth&auml;lt das FG-Urteil nicht. Daneben hat das FG keine Feststellungen dazu getroffen, f&uuml;r welche Zwecke das angemietete Zimmer tats&auml;chlich genutzt wurde. Anlass hierzu h&auml;tte gerade auch deshalb bestanden, weil der genannte Untermietvertrag als &quot;Mietvertrag &uuml;ber das Zimmer und Betriebsst&auml;tte&quot; &uuml;berschrieben ist und es im ersten Satz hei&szlig;t, es werde &quot;ein Zimmer f&uuml;r Wohnen und f&uuml;r Erledigung von anfallende B&uuml;ro&#8211; und Gesch&auml;ftsbedingte Arbeiten&quot; vermietet. Weiter bleibt im Verborgenen, in welcher H&auml;ufigkeit und &uuml;ber welche Dauer der Kl&auml;ger das angemietete Zimmer tats&auml;chlich bewohnt hat; Feststellungen hierzu fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Zeitraum September 2007 bis Dezember 2007 ergibt sich ein inl&auml;ndischer Wohnsitz des Kl&auml;gers auch nicht aus dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2007. Selbst wenn das Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung f&uuml;r 2007 von einer unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG ausgegangen sein sollte, ergibt sich hieraus keine Bindung f&uuml;r die Familienkasse (vgl. Senatsurteile in BFH\/NV 2009, 564, unter II.1.c; in BFHE 243, 170, Rz&nbsp;19). Eine solche Bindung lie&szlig;e sich f&uuml;r den Zeitraum Januar 2008 bis M&auml;rz 2008 auch nicht aus dem Bescheid f&uuml;r 2008 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen ableiten. Einem solchen Grundlagenbescheid kommt f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung &#8211;anders als f&uuml;r die Einkommensteuerfestsetzung (vgl. &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10, &sect;&nbsp;182 AO)&#8211; keine Bindungswirkung zu. Ebenso l&auml;sst sich die Annahme eines Wohnsitzes nicht darauf st&uuml;tzen, dass der Kl&auml;ger &#8211;wie vom FG ausgef&uuml;hrt&#8211; beim Einwohnermeldeamt gemeldet war. F&uuml;r die Annahme eines Wohnsitzes ist es ohne Bedeutung, wo jemand polizeilich gemeldet ist (z.B. Senatsurteil vom 27.&nbsp;April 1995 III&nbsp;R&nbsp;57\/93, BFH\/NV 1995, 967). Schlie&szlig;lich l&auml;sst sich ein Wohnsitz des Kl&auml;gers auch nicht auf die im Juli 2007 erfolgte Gewerbeanmeldung st&uuml;tzen. Die Anzeige eines Gewerbes nach &sect;&nbsp;14 der Gewerbeordnung ist eine einseitige, empfangsbed&uuml;rftige Willenserkl&auml;rung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 14.&nbsp;Juli 2003&nbsp;&nbsp;6&nbsp;C&nbsp;10\/03, Gewerbearchiv 2003, 482), die als solche nicht geeignet ist, eine nach den tats&auml;chlichen Umst&auml;nden zu beurteilende Wohnsitzbegr&uuml;ndung i.S. des &sect;&nbsp;8 AO zu ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem bleibt im Ergebnis offen, ob der Kl&auml;ger &#8211;ggf. auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; eine auf Dauer zum Bewohnen geeignete R&auml;umlichkeit mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit tats&auml;chlich zu Wohnzwecken genutzt hat. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen l&auml;sst sich im Allgemeinen auch nicht aus der H&ouml;he der vom Kl&auml;ger im Inland erzielten Eink&uuml;nfte folgern. Insbesondere ergibt sich hieraus nicht, in welcher H&auml;ufigkeit und &uuml;ber welche Dauer der Kl&auml;ger die R&auml;umlichkeit genutzt hat. Insoweit erschiene es bei einem Gewerbetreibenden n&auml;her liegend, auf die den Eink&uuml;nften zugrundeliegenden Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle abzustellen. So k&ouml;nnten sich aus Art und Dauer der Auftr&auml;ge Hinweise auf die Verweildauer und H&auml;ufigkeit der Nutzung ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die fehlenden tats&auml;chlichen Feststellungen zum Vorliegen eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Au&szlig;erdem weist der erkennende Senat f&uuml;r den zweiten Rechtsgang auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sollte sich ein inl&auml;ndischer Wohnsitz des Kl&auml;gers nicht feststellen lassen, bleibt zu pr&uuml;fen, ob der Kl&auml;ger w&auml;hrend des Streitzeitraums seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt i.S. des &sect;&nbsp;9 AO im Inland hatte. Dabei hat derjenige, der mehr als sechs Monate zusammenh&auml;ngend im Inland arbeitet und seinen Inlandsaufenthalt jeweils nur kurzfristig f&uuml;r Heimfahrten nach Polen unterbricht, seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland (vgl. Senatsurteil vom 7.&nbsp;April 2011 III&nbsp;R&nbsp;89\/08, BFH\/NV 2011, 1324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit sich keine Anspruchsberechtigung des Kl&auml;gers aus &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ergeben sollte, muss gepr&uuml;ft werden, ob eine Anspruchsberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG besteht (vgl. dazu z.B. Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;59\/11, BFHE 242, 228).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sollte der Kl&auml;ger nach den &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG anspruchsberechtigt sein, bleibt schlie&szlig;lich zu pr&uuml;fen, wie eine Konkurrenz des Kindergeldanspruchs nach dem EStG zu etwaigen Anspr&uuml;chen des Kl&auml;gers oder Dritter auf polnische Familienleistungen aufzul&ouml;sen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Insoweit ist das FG im ersten Rechtsgang in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise davon ausgegangen, dass im Streitfall der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht er&ouml;ffnet ist. Es hat festgestellt, dass der Kl&auml;ger weder in Deutschland noch in Polen in einem Zweig der sozialen Sicherheit versichert war. Im &Uuml;brigen bestehen keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der pers&ouml;nliche Geltungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 &uuml;ber den anderen Elternteil von P oder K er&ouml;ffnet sein k&ouml;nnte. Danach greifen vorliegend &#8211;wie vom FG zutreffend entschieden&#8211; nicht die gemeinschaftsrechtlichen Antikumulierungsvorschriften (Art.&nbsp;76 der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71, Art.&nbsp;10 der VO&nbsp;Nr. 574\/72), sondern die nationale Konkurrenzvorschrift des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dabei hat das FG &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG zu Recht so ausgelegt, dass es im Grundsatz verpflichtet ist, eigenst&auml;ndig zu pr&uuml;fen, ob dem Kl&auml;ger oder einem Dritten nach ausl&auml;ndischem (hier polnischem) Recht ein Anspruch auf Gew&auml;hrung dem Kindergeld vergleichbarer Leistungen f&uuml;r P und K zusteht. Im Streitfall sind auch keine Anhaltspunkte daf&uuml;r gegeben, dass eine das FG ggf. bindende &#8211;den Streitzeitraum betreffende&#8211; (positive oder negative) Entscheidung\/Bescheinigung einer polnischen Beh&ouml;rde &uuml;ber einen Anspruch auf polnische Familienleistungen vorliegt. Wegen der bei Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG zu beachtenden Grunds&auml;tze verweist der erkennende Senat auf seine Urteile vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;R&nbsp;10\/11 (BFHE 241, 562) und III&nbsp;R&nbsp;63\/11 (BFHE 242, 34). Sollte hiernach kein Anspruch auf polnische Familienleistungen bestehen, ist das deutsche Kindergeld gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger in voller H&ouml;he festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.5.2014, III R 21\/12 Kindergeld &#8211; Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO Leits&auml;tze Ein angemietetes Zimmer kann nur dann der Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO sein, wenn es sich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-21-12-kindergeld-wohnsitz-einer-natuerlichen-person-is-des-par-62-abs-1-nr-1-estg-ivm-par-8-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;21\/12 &#8211; Kindergeld &#8211; Wohnsitz einer nat&uuml;rlichen Person i.S. des &sect; 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. &sect; 8 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63641\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}