{"id":63642,"date":"2014-11-12T13:06:17","date_gmt":"2014-11-12T11:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63642"},"modified":"2014-11-12T13:06:17","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:17","slug":"i-r-41-13-gewerbesteuerliche-hinzurechnung-der-gewinnanteile-eines-stillen-gesellschafters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-13-gewerbesteuerliche-hinzurechnung-der-gewinnanteile-eines-stillen-gesellschafters\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;41\/13 &#8211; Gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2014, I R 41\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Beteiligungsentgelte einer stillen Gesellschafterin dem Gewinn aus Gewerbebetrieb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 des Gewerbesteuergesetzes 1999 und des Gewerbesteuergesetzes 2002 i.d.F. vor dem Inkrafttreten des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) &#8211;GewStG 1999\/2002 a.F.&#8211; hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, schloss im Jahr 2000 mit der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;24 GewStG 1999\/2002 a.F. von der Gewerbesteuer befreiten M-GmbH einen &quot;Beteiligungsvertrag &#8230; &uuml;ber die Gr&uuml;ndung einer typisch stillen Gesellschaft&quot;. Danach beteiligte sich die M-GmbH an der Kl&auml;gerin als stille Gesellschafterin mit einer Bareinlage von &#8230; DM. Die M-GmbH sollte ein festes Entgelt (7,4&nbsp;% der Einlage pro Jahr), ein gewinnabh&auml;ngiges Entgelt (2,0&nbsp;% der Einlage, h&ouml;chstens in H&ouml;he des Gewinns; bei fehlendem oder zu geringem Gewinn sollte sich der Anspruch im n&auml;chsten oder in den nachfolgenden Jahren entsprechend erh&ouml;hen), eine Bearbeitungsgeb&uuml;hr (einmalig 1&nbsp;% der Einlage) und eine Risikopr&auml;mie (einmalig 1&nbsp;% der Einlage) erhalten. Weiter war vorgesehen, dass die M-GmbH mit ihrer Einlage am laufenden Verlust der Kl&auml;gerin nicht teilnimmt. Die Bearbeitungsgeb&uuml;hr war f&uuml;r die Pr&uuml;fung und Bearbeitung des Antrages, die Risikopr&auml;mie f&uuml;r das im Eigenobligo von der M-GmbH &uuml;bernommene Risiko zu zahlen. In H&ouml;he von 80&nbsp;% &uuml;bernahm eine B&uuml;rgschaftsbank eine Ausfallgarantie f&uuml;r die Zahlung der Entgelte und die R&uuml;ckzahlung der Beteiligung. Der Kl&auml;gerin stand das Recht zu, die Beteiligung unter Einhaltung einer Frist ganz oder teilweise zu k&uuml;ndigen. Der M-GmbH wurde ein solches ordentliches K&uuml;ndigungsrecht ausdr&uuml;cklich nicht einger&auml;umt. Ihr Recht zur fristlosen K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund sollte davon unber&uuml;hrt bleiben. Die Risikopr&auml;mie und die Bearbeitungsgeb&uuml;hr wurden dem Vertrag entsprechend unmittelbar bei der Auszahlung der Einlage im Jahr 2000 von der M-GmbH einbehalten. Es war nicht vorgesehen, dass diese Betr&auml;ge bei einer vorzeitigen Beendigung der Gesellschaft an die Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuerstatten waren. Im Jahr 2003 kam ein zweiter Beteiligungsvertrag &uuml;ber eine Einlage von &#8230; EUR zu im Wesentlichen gleichen Konditionen zustande.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, die in den Streitjahren 2000 bis 2003 jeweils Gewinne aus Gewerbebetrieb in siebenstelliger H&ouml;he erzielte, leistete die vertraglich geschuldeten Zahlungen an die M-GmbH. In ihren Gewerbesteuererkl&auml;rungen rechnete sie allerdings lediglich das gewinnabh&auml;ngige Entgelt dem Gewerbeertrag nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 GewStG 1999\/2002 a.F. hinzu. Dem folgte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht. Im Gewerbesteuermessbescheid 2000 erfasste er daher das Bearbeitungsentgelt und die Risikopr&auml;mie, in den Bescheiden f&uuml;r 2001 und 2002 das Festentgelt und im Bescheid f&uuml;r 2003 das Festentgelt und die Einmalleistungen aus dem zweiten Beteiligungsvertrag. Das daraufhin angerufene Finanzgericht (FG) schloss sich der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin an. Es ging davon aus, dass der Gesetzeswortlaut &quot;Gewinnanteil&quot; eindeutig sei und eine vom Vorhandensein eines Gewinns unabh&auml;ngige feste Verzinsung nicht erfasst werde (Urteil des S&auml;chsischen FG vom 24.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1668\/09, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1949).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Die streitige Hinzurechnungsvorschrift erfasse auch gewinnunabh&auml;ngige Mindestverg&uuml;tungen, Bearbeitungsgeb&uuml;hren und Risikopr&auml;mien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat sich im Revisionsverfahren nicht zur Sache ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt hinsichtlich der Streitjahre 2001 bis 2003 zur Aufhebung des FG-Urteils und zur weitgehenden Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das in diesen Jahren von der Kl&auml;gerin geleistete Festentgelt unterliegt der Hinzurechnung, die im Jahr 2003 geleisteten Einmalbetr&auml;ge (Risikopr&auml;mie und Bearbeitungsgeb&uuml;hr) aber nicht. Im &Uuml;brigen ist die Revision unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO), dass es f&uuml;r die im Jahr 2000 allein streitige Hinzurechnung der Bearbeitungsgeb&uuml;hr und der Risikopr&auml;mie keine Rechtsgrundlage gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 GewStG 1999\/2002 a.F. sind dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (&sect;&nbsp;7 GewStG 1999\/2002 a.F.) die Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters hinzuzurechnen, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind und wenn sie beim Empf&auml;nger nicht zur Steuer nach dem Gewerbeertrag heranzuziehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff &quot;Gewinnanteile des stillen Gesellschafters&quot; umfasst alle gewinnabh&auml;ngigen Bez&uuml;ge des stillen Gesellschafters, die nach den Vorstellungen der Beteiligten den Charakter einer Gegenleistung f&uuml;r die vom stillen Gesellschafter in Erf&uuml;llung des Gesellschaftsverh&auml;ltnisses erbrachten Leistungen haben (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1.&nbsp;Juni 1978 IV&nbsp;R&nbsp;139\/73, BFHE 125, 386, BStBl II 1978, 570). Er setzt indes nicht notwendig einen tats&auml;chlich erwirtschafteten Gewinn voraus, sondern erfasst auch Mindestbetr&auml;ge, die in H&ouml;he eines bestimmten Prozentsatzes der Verm&ouml;genseinlage in Verlustjahren an den stillen Gesellschafter zu zahlen sind. Die Hinzurechnung ist in einem solchen Fall vorzunehmen, weil der Mindestbetrag ein Entgelt f&uuml;r die Bereitstellung von Fremdkapital darstellt und deshalb die gewerbesteuerrechtliche Gleichbehandlung mit Darlehenszinsen geboten ist (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Februar 1972 IV&nbsp;R&nbsp;40\/68, BFHE 105, 391, BStBl II 1972, 586, unter Buchst.&nbsp;a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Rechtsgrunds&auml;tzen entspricht die Entscheidung der Vorinstanz nur teilweise. Das FG geht zu Unrecht von einer &#8211;keine Auslegungsm&ouml;glichkeit mehr zulassenden&#8211; Eindeutigkeit des Begriffs &quot;Gewinnanteil&quot; aus, sieht deshalb nur solche Verg&uuml;tungsbestandteile des stillen Gesellschafters als hinzurechenbar an, die streng vom Vorhandensein und der H&ouml;he des jeweiligen laufenden Gewinns eines einzelnen Jahres abh&auml;ngen, und hat deshalb zu Unrecht die vom FA vorgenommene Hinzurechnung des festen Entgelts beanstandet. Im Hinblick auf die geleisteten Einmalbetr&auml;ge liegt das FG hingegen im Ergebnis richtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die im Wesentlichen auf tatrichterlichem Gebiet liegende W&uuml;rdigung des FG, dass im Streitfall jeweils eine stille Gesellschaft und kein partiarisches Darlehensverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet wurde, ist m&ouml;glich, verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze und ist deshalb aus revisionsrichterlicher Sicht nicht zu beanstanden (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;Oktober 2005 I&nbsp;R&nbsp;48\/04, BFHE 211, 524, BStBl II 2006, 334). Im &Uuml;brigen teilen die Beteiligten diese Einsch&auml;tzung der Vorinstanz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das feste Entgelt und das gewinnabh&auml;ngige Entgelt stellen Gewinnanteile i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 GewStG 1999\/2002 a.F. dar. Im Streitfall erh&auml;lt die stille Gesellschafterin in Gewinnjahren f&uuml;r ihre Beteiligung ein Gesamtentgelt von 9,4&nbsp;% p.a. (bzw. 9,5&nbsp;% nach dem zweiten Beteiligungsvertrag) der Einlage, in Verlustjahren reduziert sich dieses auf einen Mindestbetrag von 7,4&nbsp;% bzw. 7,5&nbsp;% der Einlage. Dieser Mindestbetrag ist nach den oben dargestellten Ma&szlig;st&auml;ben als Gewinnanteil des stillen Gesellschafters vom Hinzurechnungstatbestand erfasst. In den verschiedenen Entgelth&ouml;hen zeigt sich, dass die f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung geschuldete Verg&uuml;tung vom gesch&auml;ftlichen Erfolg des Unternehmens abh&auml;ngt. Darin liegt auch der Unterschied zum Sachverhalt, der dem vom FG zur St&uuml;tzung seiner Rechtsauffassung herangezogenen Urteil des Reichsgerichts (RG) zugrunde lag (RG-Urteil vom 6.&nbsp;Dezember 1928 IV&nbsp;93\/28, RGZ 122, 387). Dort war zwischen den Vertragsschlie&szlig;enden ausschlie&szlig;lich eine vierprozentige Verzinsung der Einlage, also eine &quot;feste, von den wechselnden Gesch&auml;ftsergebnissen unabh&auml;ngige Verg&uuml;tung ausgemacht&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dagegen unterliegen die Bearbeitungsgeb&uuml;hr und die Risikopr&auml;mie nicht der Hinzurechnung. Diese Entgeltbestandteile k&ouml;nnen nicht als Gegenleistung f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung qualifiziert werden. Soweit dem Senatsurteil in BFHE 211, 524, BStBl II 2006, 334 Gegenteiliges zu entnehmen sein sollte, wird daran nicht festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die Beantwortung der Frage, ob geleistete Einmalzahlungen bei wirtschaftlicher Betrachtung als Gegenleistung f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung anzusehen sind, kommt es nach neuerer Senatsrechtsprechung ma&szlig;geblich darauf an, inwiefern eine zu Vertragsbeginn geleistete Zahlung im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Vertragsverh&auml;ltnisses vom Kapitalempf&auml;nger anteilig zur&uuml;ckgefordert werden kann. Ist das nicht der Fall, liegt keine Gegenleistung f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung vor, es sei denn, das Vertragsverh&auml;ltnis kann nur aus wichtigem Grund gek&uuml;ndigt werden und die Beteiligten haben eine solche K&uuml;ndigung bei Vertragsschluss nur als theoretische M&ouml;glichkeit angesehen (vgl. im Einzelnen Senatsurteile vom 22.&nbsp;Juni 2011 I&nbsp;R&nbsp;7\/10, BFHE 234, 168, BStBl II 2011, 870; vom 27.&nbsp;Juli 2011 I&nbsp;R&nbsp;77\/10, BFHE 234, 301, BStBl II 2012, 284). Diese Rechtsprechung ist zur Rechnungsabgrenzung bei Darlehensvertr&auml;gen ergangen. Sie befasst sich allerdings mit der grunds&auml;tzlichen Frage, welche Leistungen in einem Gegenseitigkeitsverh&auml;ltnis zur darlehensweisen Kapital&uuml;berlassung stehen, und ist folglich auf die vergleichbare Konstellation der Kapital&uuml;berlassung durch einen stillen Gesellschafter &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da im Streitfall der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 der Vertr&auml;ge ein ordentliches K&uuml;ndigungsrecht zustand und eine anteilige R&uuml;ckerstattung der geleisteten Risikopr&auml;mie und der Bearbeitungsgeb&uuml;hr f&uuml;r den Fall der K&uuml;ndigung vertraglich nicht vorgesehen war (vgl. &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;2 und 3 der Vertr&auml;ge), k&ouml;nnen diese Entgeltbestandteile nicht als Gegenleistung f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung der M-GmbH betrachtet werden. Die ausdr&uuml;cklich getroffene Regelung f&uuml;r den Erlass der halben Risikopr&auml;mie und der Bearbeitungsgeb&uuml;hr &#8211;nur&#8211; bei nicht fristgerechtem Abruf der Einlage (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 der Vertr&auml;ge) l&auml;sst auch keinen Raum f&uuml;r eine Vertragsauslegung entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Anspruch auf anteilige R&uuml;ckerstattung eines einbehaltenen Disagios (BGH-Urteil vom 29.&nbsp;Mai 1990 XI ZR 231\/89, BGHZ 111, 287), die ohnehin nur bei auf dem allgemeinen Markt aufgenommenen Krediten und nicht bei &ouml;ffentlich gef&ouml;rderten Darlehen zum Tragen kommt (zur Abgrenzung vgl. BGH-Urteile vom 12.&nbsp;Mai 1992 XI&nbsp;ZR&nbsp;258\/91, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 1992, 1305, und vom 19.&nbsp;Oktober 1993 XI&nbsp;ZR&nbsp;49\/93, BB 1994, 28; Senatsurteil in BFHE 234, 168, BStBl II 2011, 870).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2014, I R 41\/13 Gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob Beteiligungsentgelte einer stillen Gesellschafterin dem Gewinn aus Gewerbebetrieb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 des Gewerbesteuergesetzes 1999 und des Gewerbesteuergesetzes 2002 i.d.F. vor dem Inkrafttreten des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-13-gewerbesteuerliche-hinzurechnung-der-gewinnanteile-eines-stillen-gesellschafters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;41\/13 &#8211; Gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63642","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63642\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}