{"id":63644,"date":"2014-11-12T13:06:13","date_gmt":"2014-11-12T11:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63644"},"modified":"2014-11-12T13:06:13","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:13","slug":"viii-r-25-11-gewinnrealisierung-bei-abschlagszahlungen-nach-par-8-abs-2-hoai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-25-11-gewinnrealisierung-bei-abschlagszahlungen-nach-par-8-abs-2-hoai\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;25\/11 &#8211; Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 25\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Gewinnrealisierung tritt bei Planungsleistungen eines Ingenieurs nicht erst mit der Abnahme oder Stellung der Honorarschlussrechnung ein, sondern bereits dann, wenn der Anspruch auf Abschlagszahlung nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI entstanden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Abschlagszahlungen nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI sind nicht wie Anzahlungen auf schwebende Gesch&auml;fte zu bilanzieren.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine KG, betreibt ein Ingenieurb&uuml;ro f&uuml;r Bautechnik. Sie ermittelt ihren Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). In ihrer Bilanz auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 aktivierte sie &quot;unfertige Leistungen&quot; in H&ouml;he von 8.481.829,85&nbsp;DM und passivierte &quot;erhaltene Anzahlungen&quot; in H&ouml;he von 11.041.615,56&nbsp;DM als Verbindlichkeiten, da sie davon ausging, dass insoweit eine Gewinnrealisierung noch nicht eingetreten sei. Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, dass ein wesentlicher Teil der Leistungen, die die Kl&auml;gerin in ihrer Bilanz als unfertige Leistungen ausgewiesen hatte, bereits wirtschaftlich erf&uuml;llt und der Gewinn auch insoweit realisiert sei. F&uuml;r m&ouml;gliche Belastungen durch Restarbeiten und Planungsfehler setzte es eine R&uuml;ckstellung in H&ouml;he der Differenz zwischen den Honorarforderungen und den erhaltenen Anzahlungen an und erh&ouml;hte in dem ge&auml;nderten Feststellungsbescheid f&uuml;r 2000 vom 4.&nbsp;November 2005 den Gesamthandsgewinn der Kl&auml;gerin auf 3.984.378&nbsp;DM. Nach Abzug der Sonderbetriebsausgaben beliefen sich die festgestellten Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit auf 3.959.445&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren hat das Finanzgericht (FG) der Klage in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 816 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 12.&nbsp;April 2011&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;3413\/07&nbsp;F teilweise stattgegeben. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, dass der Gewinn nur insoweit realisiert worden sei, als die Planungsleistungen der Kl&auml;gerin (fiktiv oder konkludent) abgenommen worden seien. Der Gewinnfeststellungsbescheid sei insoweit rechtswidrig, als in dem festgestellten Gewinn Abschlagszahlungen f&uuml;r Projekte erfasst worden seien, die am Bilanzstichtag noch nicht abgenommen worden seien. Das FG setzte den Gesamthandsgewinn der Kl&auml;gerin auf 2.132.062&nbsp;DM herab und &uuml;bertrug die Aufteilung des Gewinns auf die Gesellschafter dem FA. W&auml;hrend des Revisionsverfahrens erlie&szlig; das FA f&uuml;r das Streitjahr ge&auml;nderte Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 15.&nbsp;Juni 2011 und 20.&nbsp;Juli 2011 (letzteren nur wegen erneut ge&auml;nderter Gewinnverteilung), in denen es den Gesamthandsgewinn nach Ma&szlig;gabe des FG-Urteils erneut feststellte und auf die Gesellschafter verteilte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin im Wesentlichen geltend, die Erh&ouml;hung des Gesamthandsgewinns sei rechtswidrig. Eine Gewinnrealisierung sei nicht eingetreten, da weder Honorarschlussrechnungen gestellt noch die Planungsleistungen abgenommen worden seien. Entgegen der Auffassung des FG k&ouml;nne eine Teilabnahme nicht fingiert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 12.&nbsp;April 2011&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;3413\/07&nbsp;F, die Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;August 2007 sowie die ge&auml;nderten Bescheide zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2000 vom 4.&nbsp;November 2005, vom 15.&nbsp;Juni 2011 und vom 20.&nbsp;Juli 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen sowie die Klage gegen die &Auml;nderungsbescheide vom 15.&nbsp;Juni 2011 und 20.&nbsp;Juli 2011 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die Revision der Kl&auml;gerin ist das angefochtene Urteil aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Sie hat jedoch in der Sache keinen Erfolg, sodass die Klage gegen die &Auml;nderungsbescheide abzuweisen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Das FG hat &uuml;ber den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2000 vom 4.&nbsp;November 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;August 2007 entschieden. Das FA hat sich nicht darauf beschr&auml;nkt, nach Ma&szlig;gabe des FG-Urteils das Ergebnis der Neuaufteilung des Gesamthandsgewinns festzustellen, sondern hat in den ge&auml;nderten Bescheiden &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2000 vom 15.&nbsp;Juni 2011 und 20.&nbsp;Juli 2011 auch den Gesamthandsgewinn festgestellt. Die Bescheide sind an die Stelle des urspr&uuml;nglich mit der Klage angefochtenen Bescheides getreten, sodass dem Urteil des FG ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde liegt und es deshalb keinen Bestand haben kann (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;31\/02, BFHE 204, 166, BStBl II 2006, 7, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ge&auml;nderten Feststellungsbescheide vom 15.&nbsp;Juni 2011 und 20.&nbsp;Juli 2011 sind nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Revisionsverfahrens geworden. Da sich hinsichtlich der streitigen Punkte keine &Auml;nderungen ergeben haben und die Kl&auml;gerin auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt hat, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Das finanzgerichtliche Verfahren leidet nicht an einem Verfahrensmangel, sodass die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen durch die Aufhebung des Urteils nicht weggefallen sind; sie bilden daher nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Januar 2003 IV&nbsp;R&nbsp;71\/00, BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aufgrund seiner Befugnis aus den &sect;&sect;&nbsp;121 und 100 FGO entscheidet der Senat in der Sache selbst. Die Klage ist unbegr&uuml;ndet und deshalb abzuweisen. Der zuletzt ergangene Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2000 vom 20.&nbsp;Juli 2011, der die vorangegangenen Bescheide in sich aufnimmt, ist rechtm&auml;&szlig;ig und verletzt die Kl&auml;gerin nicht in ihren Rechten, da der festgestellte Gewinn zum Abschlussstichtag bereits in voller H&ouml;he realisiert worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Zeitpunkt der Aktivierung von Forderungen bestimmt sich auch bei der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung &#8211;GoB&#8211; (BFH-Urteile vom 10.&nbsp;September 1998 IV&nbsp;R&nbsp;80\/96, BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21; vom 6.&nbsp;Dezember 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;110\/79, BFHE 140, 74, BStBl II 1984, 227; Schmidt\/ Heinicke, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;44). Zu diesen GoB geh&ouml;rt das in &sect;&nbsp;252 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz des Handelsgesetzbuchs geregelte Realisationsprinzip, demzufolge Gewinne nur dann zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFH\/NV 2010, 2033). Bei Lieferungen und anderen Leistungen wird Gewinn realisiert, wenn der Leistungsverpflichtete die von ihm geschuldeten Erf&uuml;llungshandlungen &quot;wirtschaftlich erf&uuml;llt&quot; hat und ihm die Forderung auf die Gegenleistung (die Zahlung) &#8211;von den mit jeder Forderung verbundenen Risiken abgesehen&#8211; so gut wie sicher ist (vgl. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2013 X&nbsp;R&nbsp;15\/11, BFH\/NV 2013, 1548; vom 3.&nbsp;August 2005 I&nbsp;R&nbsp;94\/03, BFHE 210, 398, BStBl II 2006, 20; vom 12.&nbsp;Mai 1993 XI&nbsp;R&nbsp;1\/93, BFHE 171, 448, BStBl II 1993, 786; vom 28.&nbsp;Januar 1960 IV 226\/58&nbsp;S, BFHE 71, 111, BStBl III 1960, 291, jeweils m.w.N.). In diesem Fall reduziert sich das Zahlungsrisiko des Leistenden darauf, dass der Empf&auml;nger Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;che geltend macht oder sich als zahlungsunf&auml;hig erweist. Ohne Bedeutung ist hingegen, ob am Bilanzstichtag die Rechnung bereits erteilt ist, ob die geltend gemachten Anspr&uuml;che noch abgerechnet werden m&uuml;ssen oder ob die Forderung erst nach dem Bilanzstichtag f&auml;llig wird (vgl. BFH-Urteil in BFHE 210, 398, BStBl II 2006, 20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Dienst- oder Werkleistung ist &quot;wirtschaftlich erf&uuml;llt&quot;, wenn sie &#8211;abgesehen von unwesentlichen Nebenleistungen&#8211; erbracht worden ist (vgl. BFH-Urteile in BFHE 71, 111, BStBl III 1960, 291). Zwar bedarf es bei Werkvertr&auml;gen i.S. des &sect;&nbsp;631 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) grunds&auml;tzlich der &Uuml;bergabe und der Abnahme des Werks durch den Besteller (&sect;&nbsp;640 BGB), um die handels- und steuerrechtliche Gewinnrealisierung herbeizuf&uuml;hren (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Januar 2008 IV&nbsp;R&nbsp;87\/06, BFHE 220, 385, BStBl II 2008, 428; vom 8.&nbsp;September 2005 IV&nbsp;R&nbsp;40\/04, BFHE 211, 206, BStBl II 2006, 26, jeweils m.w.N.). Dies kann uneingeschr&auml;nkt jedoch nur dann gelten, wenn die Wirkungen der Abnahme f&uuml;r das Entstehen des Entgeltanspruchs des Unternehmers nicht durch Sonderregelungen, wie etwa eine Geb&uuml;hrenordnung, modifiziert werden (vgl. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 1979 IV&nbsp;R&nbsp;69\/74, BFHE 129, 380, BStBl II 1980, 239).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dies ist bei den von der Kl&auml;gerin erbrachten Planungsleistungen der Fall, da f&uuml;r deren Abrechnung die Bestimmungen der Honorarordnung f&uuml;r Architekten und Ingenieure (HOAI) gelten. Nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 HOAI in der im Streitjahr geltenden Fassung vom 21.&nbsp;September 1995 (BGBl I 1995, 1174) hat der Werkunternehmer in angemessenen zeitlichen Abst&auml;nden f&uuml;r bereits nachgewiesene Leistungen einen Anspruch auf Abschlagszahlungen. Dieser setzt weder voraus, dass eine Teilabnahme vereinbart worden ist, noch, dass eine solche tats&auml;chlich erfolgt ist. Erforderlich ist lediglich, dass der Auftragnehmer die (Teil-)Leistung abnahmef&auml;hig erbracht und eine pr&uuml;fbare Rechnung wie bei der Schlussrechnung vorgelegt hat. Zweck der Regelung ist es, dem Auftragnehmer die Nachteile der bestehenden Vorleistungspflicht zu nehmen, da es sachlich nicht gerechtfertigt ist, dem Auftragnehmer einen betr&auml;chtlichen Teil des Honorars f&uuml;r eine l&auml;ngere Zeit vorzuenthalten, wenn die zu verg&uuml;tende Leistung bereits erbracht worden ist (Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 22.&nbsp;Dezember 2005 VII&nbsp;ZB&nbsp;84\/05, BGHZ 165, 332, m.w.N.; Korbion\/Mantscheff\/Vygen, HOAI, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;22, 54; Locher\/Koeble\/Frik, Kommentar zur HOAI, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;58&nbsp;ff.; Pott\/Dahlhoff, HOAI, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da weder die Abnahme der Planungsleistung noch die Stellung einer Honorarschlussrechnung f&uuml;r die Entstehung des Honoraranspruchs nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 HOAI von Bedeutung sind, ist mit der auftragsgem&auml;&szlig;en Erbringung der Planungsleistung die Abschlagszahlung bereits verdient (vgl. BFH-Urteile in BFHE 129, 390, BStBl II 1980, 239; vom 29.&nbsp;November 2007 IV&nbsp;R&nbsp;62\/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557; in BFHE 71, 111, BStBl III 1960, 291). Sie ist dem Leistenden auch &quot;so gut wie sicher&quot;, da eine R&uuml;ckforderung geleisteter Abschlagszahlungen ausgeschlossen ist, wenn der Auftragnehmer durch &Uuml;berreichung einer pr&uuml;fbaren Honorarschlussrechnung nachweist, dass der Honoraranspruch in der bereits abgerechneten H&ouml;he entstanden ist (BGH-Urteil vom 22.&nbsp;November 2007 VII&nbsp;ZR&nbsp;130\/06, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2008, 328, m.w.N.; Korbion\/Mantscheff\/Vygen, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;61). Der Auftragnehmer hat es danach &#8211;unabh&auml;ngig von der Abnahme des Werkes&#8211; selbst in der Hand, ob er das bereits verdiente Entgelt behalten kann. Es besteht somit kein Grund, Abschlagszahlungen nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 HOAI wie Anzahlungen auf schwebende Gesch&auml;fte zu bilanzieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grunds&auml;tzen ergibt sich ein h&ouml;herer als der vom FA im Bescheid vom 20.&nbsp;Juli 2011 festgestellte Gewinn, da in diesem nicht alle von der Kl&auml;gerin bis zum 31.&nbsp;Dezember 2000 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 HOAI vereinnahmten Abschlagszahlungen mit gewinnrealisierender Wirkung erfasst worden sind. Das Verbot der reformatio in peius schlie&szlig;t indessen die Feststellung eines h&ouml;heren Gewinns aus (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Februar 1989 IV&nbsp;R&nbsp;64\/87, BFHE 157, 44, BStBl II 1989, 708). Die Klage ist daher abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 25\/11 Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI Leits&auml;tze 1. Die Gewinnrealisierung tritt bei Planungsleistungen eines Ingenieurs nicht erst mit der Abnahme oder Stellung der Honorarschlussrechnung ein, sondern bereits dann, wenn der Anspruch auf Abschlagszahlung nach &sect; 8 Abs. 2 HOAI entstanden ist. 2. 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