{"id":63645,"date":"2014-11-12T13:06:15","date_gmt":"2014-11-12T11:06:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63645"},"modified":"2014-11-12T13:06:15","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:15","slug":"viii-r-37-12-beurteilung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-hinsichtlich-einzelner-konkret-angestrebter-kapitalanlagen-kein-nachtraegliche-schuldzinsenabzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-12-beurteilung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-hinsichtlich-einzelner-konkret-angestrebter-kapitalanlagen-kein-nachtraegliche-schuldzinsenabzug\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;37\/12 &#8211; Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen hinsichtlich einzelner, konkret angestrebter Kapitalanlagen &#8211; Kein nachtr&auml;gliche Schuldzinsenabzug"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 37\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen hinsichtlich einzelner, konkret angestrebter Kapitalanlagen &#8211; Kein nachtr&auml;gliche Schuldzinsenabzug<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen aus Darlehensvertr&auml;gen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie ver&auml;u&szlig;erten im Jahr 2004 ein teilweise fremdfinanziertes und zur Vermietung genutztes Mehrfamilienhaus zu einem Kaufpreis von &#8230; EUR. Die zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden beiden Bankdarlehen mit einer vertraglichen Laufzeit bis zum 30.&nbsp;Juli 2007 und einem Sollzinssatz von 5,95&nbsp;% valutierten (bei Ver&auml;u&szlig;erung) mit &#8230; EUR. Zur Sicherung der Darlehen verpf&auml;ndeten die Kl&auml;ger den Kaufpreis am 11.&nbsp;Dezember 2004 in H&ouml;he von &#8230; EUR an die darlehensgew&auml;hrende Bank (B) und legten den Betrag in der Zeit vom 3.&nbsp;Februar 2005 bis 15.&nbsp;Juli 2005 auf einem Tagesgeldkonto bei der A mit einer Verzinsung von 2,5&nbsp;% an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger gaben in ihrer Selbstauskunft vom 31.&nbsp;Januar 2005 gegen&uuml;ber der A die Kredittilgung per 30.&nbsp;Juni 2005 in H&ouml;he von &#8230; EUR als besonderes Ziel an. Zum 15.&nbsp;Juli 2005 wurden die Darlehen in H&ouml;he von &#8230; EUR inklusive einer Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digung in H&ouml;he von &#8230; EUR und Zinsen f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;Januar 2005 bis 15.&nbsp;Juli 2005 in H&ouml;he von &#8230; EUR bei B getilgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;ger zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter Ansatz eines Werbungskosten&uuml;berschusses bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zur Einkommensteuer veranlagt hatte, lehnte er dessen Ber&uuml;cksichtigung aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung mit Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ab, weil es wegen der H&ouml;he der Schuldzinsen von &#8230; EUR sowie der demgegen&uuml;ber niedrigeren Zinseinnahmen von &#8230; EUR an der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2199 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision tragen die Kl&auml;ger vor, sie h&auml;tten beabsichtigt, mit den f&uuml;r das Mehrfamilienhaus aufgenommenen Krediten nach Ver&auml;u&szlig;erung des Hauses zumindest bis zum Ablauf der Zinsbindungsfrist (30.&nbsp;Juli 2007) eine Kapitalanlage zu erwerben, die einen h&ouml;heren Zinssatz als den f&uuml;r die Kredite zu zahlenden Zinssatz erzielt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe bei Pr&uuml;fung der entscheidungserheblichen Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht verkannt, dass die Anlage auf dem Festgeldkonto nur der Vorbereitung einer sp&auml;teren weiteren Geldanlage gedient habe. Sie habe lediglich den Zeitraum &uuml;berbr&uuml;cken sollen, der f&uuml;r die darlehensrechtlichen oder bankrechtlichen Voraussetzungen dieser weiteren Geldanlage einschlie&szlig;lich der Zustimmung der Bank zu dem angestrebten Sicherheitstausch (Wertpapiere statt Kaufpreisverpf&auml;ndung) erforderlich gewesen sei. Die zwischenzeitliche Anlage auf einem Tagesgeldkonto sei &uuml;blich und zweckm&auml;&szlig;ig und im Zusammenhang mit der abschlie&szlig;enden Geldanlage zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, das angefochtene Urteil aufzuheben sowie die Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2005 unter &Auml;nderung des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides vom 11.&nbsp;Mai 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung durch Ber&uuml;cksichtigung des Werbungskosten&uuml;berschusses bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von &#8230; EUR auf &#8230; EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angefochtene Entscheidung verletzt weder Verfahrensrecht noch materielles Recht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Materiell-rechtlich hat das FG zu Recht den streitigen Werbungskosten&uuml;berschuss bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;ger aus Kapitalverm&ouml;gen au&szlig;er Ansatz gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die streitigen Zinsaufwendungen k&auml;men allerdings &#8211;wenn &uuml;berhaupt&#8211; nur als Erwerbsaufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;9 des Einkommensteuergesetzes bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in Betracht, weil ein Abzug als nachtr&auml;gliche Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung &#8211;im Zusammenhang mit der fr&uuml;heren Vermietung des ver&auml;u&szlig;erten (fremdfinanzierten) Hauses&#8211; nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) wegen der m&ouml;glichen Tilgung der Darlehen aus dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s im Streitfall ausscheidet (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;67\/10, BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der streitige Werbungskosten&uuml;berschuss bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;ger aus Kapitalverm&ouml;gen ist indessen zu Recht in der angefochtenen Entscheidung unber&uuml;cksichtigt geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn man zugunsten der Kl&auml;ger davon ausgeht, dass die den Schuldzinsen zugrundeliegenden Darlehensvertr&auml;ge nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie durch die Verpf&auml;ndung des Verkaufserl&ouml;ses an die darlehensgew&auml;hrende Bank in der erforderlichen Eindeutigkeit aus dem fr&uuml;heren Zusammenhang mit den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung gel&ouml;st wurden (obwohl die Verwendung des Verkaufserl&ouml;ses zur Tilgung der Darlehensverbindlichkeiten noch m&ouml;glich war und sp&auml;ter auch tats&auml;chlich stattfand; vgl. zur notwendigen Eindeutigkeit der Umwidmung durch L&ouml;sung des Zusammenhangs mit einer fr&uuml;heren Einkunftsart Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4.&nbsp;Juli 1990 GrS&nbsp;2-3\/88, BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817; BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2001 VIII&nbsp;B&nbsp;124\/00, BFH\/NV 2001, 907, jeweils m.w.N., sowie zum Veranlassungszusammenhang zwischen Schuldzinsen und dem Surrogat eines fremdfinanzierten Objekts nach dessen Ver&auml;u&szlig;erung BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2009 IX&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFH\/NV 2009, 1255), kann der Werbungskosten&uuml;berschuss wegen fehlender Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zu Recht geht das FG im Einklang mit der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung davon aus, dass die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen f&uuml;r jede einzelne Kapitalanlage getrennt zu beurteilen ist (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1982 VIII&nbsp;R&nbsp;132\/80, BFHE 135, 320, BStBl II 1982, 463; vom 27.&nbsp;Juni 1989 VIII&nbsp;R&nbsp;30\/88, BFHE 157, 541, BStBl II 1989, 934; BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Januar 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;161\/05, BFH\/NV 2007, 889; vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2013 VIII&nbsp;B&nbsp;85\/12, BFH\/NV 2013, 931).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ebenso geht das FG zu Recht davon aus, dass f&uuml;r diese auf einzelne Anlagen bezogene Pr&uuml;fung grunds&auml;tzlich nur der tats&auml;chlich verwirklichte Sachverhalt zugrunde zu legen ist. Denn die Besteuerung kn&uuml;pft grunds&auml;tzlich nur an die effektiv verwirklichten, nicht hingegen an hypothetische, zwar realisierbare, aber tats&auml;chlich nicht verwirklichte Sachverhalte und Gestaltungen an (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2001, 907 unter Bezugnahme auf BFH-Urteile vom 17.&nbsp;April 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/95, BFH\/NV 1998, 20, m.w.N.; vom 24.&nbsp;April 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/95, BFH\/NV 1998, 290; vom 12.&nbsp;November 1997 XI&nbsp;R&nbsp;98\/96, BFHE 184, 502, BStBl II 1998, 144; vom 7.&nbsp;Juli 1998 VIII&nbsp;R&nbsp;57\/96, BFH\/NV 1999, 594). Dies gilt in besonderer Weise f&uuml;r den Streitfall, in dem die Kl&auml;ger andere Kapitalanlagen tats&auml;chlich nicht erworben oder konkrete Ma&szlig;nahmen zu ihrem Erwerb unternommen, sondern den auf dem Festgeldkonto angelegten Betrag zur Tilgung der f&uuml;r das fr&uuml;here Vermietungsobjekt eingegangenen Darlehensverbindlichkeiten verwendet haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die &#8211;im Streitfall vom FG verneinte&#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen setzt nach der bis einschlie&szlig;lich 2008 geltenden Gesetzeslage die Absicht voraus, auf Dauer gesehen einen &Uuml;berschuss zu erzielen, sofern die Absicht, steuerfreie Wertsteigerungen zu realisieren, nur miturs&auml;chlich f&uuml;r die Anschaffung der ertragbringenden Kapitalanlage ist (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Juli 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;128\/76, BFHE 134, 119, BStBl II 1982, 36; vom 21.&nbsp;Juli 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;154\/76, BFHE 134, 113, BStBl II 1982, 37; in BFHE 135, 320, BStBl II 1982, 463; vom 4.&nbsp;Mai 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;7\/91, BFHE 171, 495, BStBl II 1993, 832; vom 4.&nbsp;Mai 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;89\/90, BFH\/NV 1994, 225; vom 7.&nbsp;Dezember 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/98, BFH\/NV 2000, 825; vom 8.&nbsp;Juli 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;43\/01, BFHE 203, 65, BStBl II 2003, 937).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Nach den f&uuml;r den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG war ein solcher Einnahme&uuml;berschuss in dem ma&szlig;geblichen Anlagezeitraum f&uuml;r das Festgeldkonto nicht zu erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger beruht die angefochtene Entscheidung des FG auch nicht auf Verfahrensfehlern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf der Grundlage der ma&szlig;geblichen materiell-rechtlichen Auffassung des FG, dass f&uuml;r die Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nur auf die verwirklichten Kapitalanlagegesch&auml;fte abzustellen ist, kam es ersichtlich auf die von den Kl&auml;gern vermisste Sachaufkl&auml;rung des Gerichts zu Art und Umfang ggf. beabsichtigter, aber nicht realisierter Kapitalanlagegesch&auml;fte nicht an, sodass die Entscheidung nicht auf einem Mangel unzureichender Sachaufkl&auml;rung i.S. des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das Gericht auf seine vorbezeichnete Rechtsauffassung selbst nach Darstellung der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hingewiesen hat, fehlen insoweit auch Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme einer Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs (&sect;&nbsp;96 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2014, VIII R 37\/12 Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen hinsichtlich einzelner, konkret angestrebter Kapitalanlagen &#8211; Kein nachtr&auml;gliche Schuldzinsenabzug Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen aus Darlehensvertr&auml;gen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und werden zusammen zur Einkommensteuer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-12-beurteilung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-hinsichtlich-einzelner-konkret-angestrebter-kapitalanlagen-kein-nachtraegliche-schuldzinsenabzug\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;37\/12 &#8211; Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen hinsichtlich einzelner, konkret angestrebter Kapitalanlagen &#8211; Kein nachtr&auml;gliche Schuldzinsenabzug<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63645\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}