{"id":63656,"date":"2014-11-12T13:06:21","date_gmt":"2014-11-12T11:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63656"},"modified":"2014-11-12T13:06:21","modified_gmt":"2014-11-12T11:06:21","slug":"vi-r-92-13-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-562014-vi-r-90-13-anrufungsauskunft-anspruch-nach-par-15-abs-4-5-vermbg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-92-13-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-562014-vi-r-90-13-anrufungsauskunft-anspruch-nach-par-15-abs-4-5-vermbg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;92\/13 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 5.6.2014 VI R 90\/13 &#8211; Anrufungsauskunft: Anspruch nach &sect; 15 Abs 4 5. VermBG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, VI R 92\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 5.6.2014 VI R 90\/13 &#8211; Anrufungsauskunft: Anspruch nach &sect; 15 Abs 4 5. VermBG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 des F&uuml;nften Verm&ouml;gensbildungsgesetzes (5.&nbsp;VermBG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds, der aus zehn&nbsp;Doppelhaush&auml;lften, zwei&nbsp;Reihenh&auml;usern und einer Wohnanlage gebildet wird. Die 5300&nbsp;Anleger bilden untereinander eine Bruchteilsgemeinschaft und erbringen ihre Beteiligungssumme von jeweils 2.500&nbsp;EUR zuz&uuml;glich 4&nbsp;% Abwicklungsgeb&uuml;hr nicht in einem Betrag, sondern in 84&nbsp;gleichm&auml;&szlig;igen Monatsraten zu jeweils 40&nbsp;EUR. Der Fonds wirbt damit, dass die Leistungen vom Arbeitgeber der Anleger im Rahmen der F&ouml;rderung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a 5.&nbsp;VermBG f&uuml;r den Erwerb von Wohngeb&auml;uden erbracht werden k&ouml;nnen und damit verm&ouml;genswirksame Leistungen darstellen. Die Anleger schlie&szlig;en verpflichtend einen Treuhandvertrag mit einer &#8211;den Weisungen der Anleger unterworfenen&#8211; Treuhandgesellschaft (X-GmbH) ab. Die X-GmbH erwirbt im Au&szlig;enverh&auml;ltnis Eigentum an den im Fonds gehaltenen Immobilien und verwaltet das treuh&auml;nderisch gehaltene Grundverm&ouml;gen. Zugunsten der Anlegergemeinschaft ist eine Vormerkung seit dem Jahr 2008 eingetragen. Jeder Anleger ist nach Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist und der Grundbucheintragung des Treuh&auml;nders berechtigt, die &Uuml;bertragung des jeweiligen Miteigentumsanteils an den erworbenen Grundst&uuml;cken zu verlangen. Die Aufhebung der Bruchteilsgemeinschaft unter den Anlegern kann nur aus wichtigem Grund verlangt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 6.&nbsp;Mai 2010 beantragte die Kl&auml;gerin beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Erteilung einer Auskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG. Das Auskunftsersuchen war darauf gerichtet, dass die Einzahlungen als verm&ouml;genswirksame Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a 5.&nbsp;VermBG anzuerkennen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erteilte daraufhin mit Schreiben vom 18.&nbsp;Juni 2010 die Auskunft, dass gem&auml;&szlig; dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 4.&nbsp;Februar 2010 (BStBl I 2010, 195) jedenfalls die nach dem 28.&nbsp;Februar 2010 von den Anlegern gezahlten Aufwendungen keine solchen beg&uuml;nstigten verm&ouml;genswirksamen Leistungen seien, da mehr als 15&nbsp;Arbeitnehmer Miteigent&uuml;mer der Wohngeb&auml;ude werden sollten. Dar&uuml;ber hinaus widerspreche die Art der Anlage der Intention des Verm&ouml;gensbildungsgesetzes, da es im Rahmen des Fonds zu keiner echten Verm&ouml;gensbildung komme. Es fehle am Anlegerschutz, da die Verwertung der Anteile praktisch unm&ouml;glich sei. Letztlich handele es sich mehr um eine Kapitalanlage als um die Bildung von Wohneigentum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>das Urteil des FG und den Verwaltungsakt des FA vom 18.&nbsp;Juni 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;Januar 2012 aufzuheben und das FA zu verpflichten, der Kl&auml;gerin eine Auskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG in dem Sinne zu erteilen, dass die Aufwendungen, die im Rahmen der Fondsgestaltung der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb von Immobilienobjekten anfallen, f&uuml;r die Anleger der Kl&auml;gerin weiterhin &#8211;auch noch ab dem 1.&nbsp;M&auml;rz 2010&#8211; verm&ouml;genswirksame Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a 5.&nbsp;VermBG darstellen, hilfsweise,<br \/>das Urteil des FG und den Verwaltungsakt des FA vom 18.&nbsp;Juni 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;Januar 2012 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die Kl&auml;gerin unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu verbescheiden, hilfsweise,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zwar ist das FG unzutreffend davon ausgegangen, dass es eine vollumf&auml;ngliche &Uuml;berpr&uuml;fungsm&ouml;glichkeit der durch das FA erteilten Auskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG habe. Aber die erteilte Auskunft entsprach den Anforderungen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG, so dass eine Verpflichtungsklage auf Erteilung der von der Kl&auml;gerin begehrten g&uuml;nstigen Anrufungsauskunft keinen Erfolg hat. Die Entscheidung, die Klage abzuweisen, stellt sich deshalb aus anderen Gr&uuml;nden als im Ergebnis richtig dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die auf Erlass eines Verwaltungsaktes gerichtete Verpflichtungsklage (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 FGO) hat das FG zu Recht als zul&auml;ssig erachtet, weil die Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG ein Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat bereits f&uuml;r die Lohnsteueranrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;42e des Einkommensteuergesetzes (EStG) entschieden, dass es sich um einen feststellenden Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO handelt (Urteil vom 30.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;54\/07, BFHE 225, 50, BStBl II 2010, 996), der sich nicht in einer blo&szlig;en Wissenserkl&auml;rung ersch&ouml;pft. Die mit dem erforderlichen Bindungswillen versehene Erkl&auml;rung des FA geht dar&uuml;ber hinaus und ist zus&auml;tzlich auf die Selbstbindung seines zuk&uuml;nftigen Handelns gerichtet. Das FA bindet sich gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber in der Weise, Lohnsteuer weder im Wege eines Nachforderungs- noch eines Haftungsbescheides nachzuerheben, wenn sich dieser entsprechend der Anrufungsauskunft verh&auml;lt. Diese Selbstbindung ergibt sich unmittelbar aus &sect;&nbsp;42e EStG. Zwar besteht nur eine einseitige Bindung des Betriebsst&auml;tten-Finanzamts an die Anrufungsauskunft. Allein deshalb fehlt es jedoch nicht an einer &quot;Regelung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO. Insoweit gilt nichts anderes als f&uuml;r verbindliche Ausk&uuml;nfte und Zusagen i.S. des &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;2 AO und des &sect;&nbsp;204 AO, die ebenfalls lediglich einseitig die Verwaltung binden und Verwaltungsakte sind (Senatsurteil in BFHE 225, 50, BStBl II 2010, 996, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Grunds&auml;tze gelten f&uuml;r die Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG entsprechend. Denn auch die Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5. VermBG ersch&ouml;pft sich nicht in einer blo&szlig;en Wissenserkl&auml;rung, sondern dient der Vermeidung oder Minderung der Haftungsrisiken (Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;15&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG Rz&nbsp;41). Deshalb hat der Antragsteller nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG einen Anspruch auf Auskunftserteilung &uuml;ber die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber verm&ouml;genswirksame Leistungen und bindet mit erteilter Auskunft das FA in gleicher Weise wie im Fall der Lohnsteueranrufungsauskunft (Senatsurteil vom 27.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 244, 572).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis zutreffend die Auskunft des FA nicht beanstandet. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG in der f&uuml;r das Streitjahr 2010 geltenden Fassung hat das Finanzamt, das f&uuml;r die Besteuerung der in Absatz 3 Genannten zust&auml;ndig ist, auf deren Anfrage Auskunft dar&uuml;ber zu erteilen, wie im einzelnen Fall die Vorschriften &uuml;ber verm&ouml;genswirksame Leistungen anzuwenden sind, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 5, Abs.&nbsp;2 bis 4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG angelegt werden. Diesen Anforderungen entsprach die vom FA erteilte Auskunft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Antragsteller hat einen &#8211;auch gerichtlich durchsetzbaren&#8211; Anspruch auf Erteilung der Auskunft &uuml;ber die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber die verm&ouml;genswirksamen Leistungen. Dieser Anspruch bezieht sich nicht nur darauf, dass der Antragsteller f&ouml;rmlich zu bescheiden ist. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG vermittelt vielmehr einen Anspruch darauf, dass die Anrufungsauskunft inhaltlich richtig ist. Die Vorschrift r&auml;umt nicht nur das Recht ein, die Auffassung des FA zu erfahren, sondern auch Sicherheit &uuml;ber die zutreffende Rechtslage zu erlangen und Rechte und Pflichten nach dem Verm&ouml;gensbildungsgesetz in einem besonderen Verfahren im Voraus (ggf. gerichtlich) verbindlich feststellen zu lassen. Auf diese Weise wird &#8211;wie der Senat bereits zur Lohnsteueranrufungsauskunft entschieden hat (Urteile in BFHE 225, 50, BStBl II 2010, 996; in BFHE 244, 572; jeweils m.w.N.)&#8211; dem Zweck der Anrufungsauskunft hinreichend entsprochen, pr&auml;ventiv Konflikte zwischen dem FA und dem Antragsteller zu vermeiden und auftretende Fragen zu der Anwendung der Vorschriften &uuml;ber verm&ouml;genswirksame Leistungen zeitnah einer Kl&auml;rung zuzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Antragsteller kann daher eine erteilte Anrufungsauskunft nach den allgemeinen Regeln anfechten und Verpflichtungsklage erheben, um eine Auskunft dar&uuml;ber zu erlangen, wie im Einzelfall die Vorschriften &uuml;ber verm&ouml;genswirksame Leistungen anzuwenden sind, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 5, Abs.&nbsp;2 bis 4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG angelegt werden. Das FG entscheidet dann auch &uuml;ber den Inhalt der Auskunft. Allerdings beschr&auml;nkt sich die inhaltliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG durch das FG nicht anders als bei einer Lohnsteueranrufungsauskunft (Senatsurteil in BFHE 244, 572) nur darauf, ob die gegenw&auml;rtige rechtliche Einordnung des &#8211;zutreffend erfassten&#8211; zur Pr&uuml;fung gestellten Sachverhalts in sich schl&uuml;ssig und nicht evident rechtsfehlerhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Denn die gerichtliche Kontrolldichte eines angefochtenen Verwaltungsaktes h&auml;ngt wesentlich von dessen Regelungsaussage ab (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;11\/11, BFHE 237, 9, BStBl II 2012, 651 zur verbindlichen Auskunft; Senatsurteil in BFHE 244, 572 zur Lohnsteueranrufungsauskunft). Diese ersch&ouml;pft sich bei der Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG darin, wie die Finanzbeh&ouml;rde einen ihr zur Pr&uuml;fung gestellten typischerweise hypothetischen Sachverhalt im Hinblick auf die Rechte und Pflichten nach dem F&uuml;nften Verm&ouml;gensbildungsgesetz gegenw&auml;rtig beurteilt. Die Anrufungsauskunft entscheidet weder &uuml;ber den Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage, noch setzt sie die Arbeitnehmer-Sparzulage des Arbeitnehmers fest. Denn die Arbeitnehmer-Sparzulage wird nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 und 4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG in einem eigenst&auml;ndigen Verwaltungsverfahren erst auf Antrag des Arbeitnehmers durch das f&uuml;r die Besteuerung des Arbeitnehmers nach dem Einkommen zust&auml;ndige Finanzamt festgesetzt (Bl&uuml;mich\/ Treiber, &sect;&nbsp;14&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG Rz&nbsp;15). Der Arbeitnehmer muss die Arbeitnehmer-Sparzulage dabei regelm&auml;&szlig;ig mit der Einkommensteuererkl&auml;rung beantragen (Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;14&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG Rz&nbsp;20), also erst nach Verwirklichung des Sachverhalts. Damit wirken die Besonderheiten und Regelungen der Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG nicht in das Festsetzungsverfahren der Arbeitnehmer-Sparzulage hinein. Auch wird der Antragsteller nicht verpflichtet, die Bescheinigung entsprechend der ihm erteilten Auskunft auszustellen bzw. nicht auszustellen (Altehoefer in Th&uuml;sing, 5.&nbsp;VermBG, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;34). Vielmehr dient das Anrufungsverfahren lediglich dazu, Haftungsrisiken des Antragstellers nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG zu vermeiden (Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;15&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG Rz&nbsp;41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Trifft die Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG aber keine Entscheidung &uuml;ber den materiellen Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 und 2&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG, bedarf es keiner umfassenden gerichtlichen Kontrolle, welche Folgen nach dem Verm&ouml;gensbildungsgesetz der Sachverhalt tats&auml;chlich zeitigt. Vielmehr ist nur zu untersuchen, ob das Betriebsst&auml;tten-Finanzamt mit der Mitteilung &uuml;ber die gegenw&auml;rtige Einsch&auml;tzung der Rechtslage den Anforderungen an ein faires Verwaltungsverfahren gen&uuml;gt und den ihm im Rahmen einer Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG zur Pr&uuml;fung gestellten Sachverhalt zutreffend erfasst hat (ebenso f&uuml;r die verbindliche Auskunft BFH-Urteil in BFHE 237, 9, BStBl II 2012, 651, und f&uuml;r die Lohnsteueranrufungsauskunft Senatsurteil in BFHE 244, 572). Das Gebot der Durchf&uuml;hrung eines fairen Verwaltungsverfahrens fordert auch, dass die Beh&ouml;rde keine Auskunft erteilt, die offensichtlich nicht mit dem Gesetz oder der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung &#8211;soweit sie von der Finanzverwaltung angewandt wird, d.h. kein Nichtanwendungserlass besteht&#8211; in Einklang steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Lediglich anhand dieses Ma&szlig;stabs hat das FG die sachliche Richtigkeit einer erteilten Auskunft zu pr&uuml;fen; einer umfassenden inhaltlichen &Uuml;berpr&uuml;fung durch das FG bedarf es nicht (ebenso f&uuml;r die Lohnsteueranrufungsauskunft Senatsurteil in BFHE 244, 572). Ansonsten w&uuml;rden dadurch Streitigkeiten &#8211;insbesondere aus dem Haftungsverfahren&#8211; in das Anrufungsverfahren verlagert. Es ist jedoch nicht dessen Aufgabe, ungekl&auml;rte Rechtsfragen abschlie&szlig;end zu beantworten oder die &Uuml;bereinstimmung von Verwaltungsanweisungen mit dem Gesetz zu &uuml;berpr&uuml;fen. Denn gemessen an der Regelungsaussage dient die Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG vornehmlich der Vermeidung des Haftungsrisikos des Antragstellers, soweit er ihren Inhalt der Beurteilung der ihm ggf. obliegenden Bescheinigungspflicht nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG zugrunde legt. Sie bezweckt hingegen nicht, ihm das Prozessrisiko abzunehmen, falls er nicht nach dem Inhalt der Auskunft verfahren will. In diesem Fall muss er vielmehr seine Rechtsauffassung im Wege der Anfechtung eines eventuellen Haftungsbescheides durchsetzen (ebenso f&uuml;r die Lohnsteueranrufungsauskunft Senatsurteil in BFHE 244, 572).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich tr&auml;gt dieses Verst&auml;ndnis der Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG auch dem Grundsatz der Gewaltenteilung in besonderer Weise Rechnung. Es entspricht dem Wesen einer Auskunft, dass sie die Rechtsauffassung der sie erteilenden Stelle, mithin der Finanzbeh&ouml;rde, beinhaltet. W&uuml;rde bereits in diesem Stadium des Steuererhebungsverfahrens die von der Beh&ouml;rde ge&auml;u&szlig;erte rechtliche Beurteilung vollumf&auml;nglich inhaltlich &uuml;berpr&uuml;ft, so w&uuml;rde die Finanzbeh&ouml;rde im Wege der Anrufungsauskunft durch das FG verpflichtet, eine beh&ouml;rdliche Auskunft zu erteilen, die nicht ihrer Rechtsauffassung entspricht (ebenso f&uuml;r die Lohnsteueranrufungsauskunft Senatsurteil in BFHE 244, 572).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach den angef&uuml;hrten Rechtsgrunds&auml;tzen ist die Auskunft des FA nicht zu beanstanden. Im Streitfall hatte die Finanzbeh&ouml;rde auf der Grundlage des ihr in der Anrufungsauskunft zur Pr&uuml;fung vorgelegten Sachverhalts eine Auskunft zu erteilen, die eine bisher von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung noch nicht gekl&auml;rte Rechtsfrage betrifft. Die Beh&ouml;rde hat sich zur Begr&uuml;ndung ihrer Auffassung auf die Verwaltungsanweisung im BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 195 gest&uuml;tzt. Sie hat auf der Grundlage des vorgetragenen Sachverhalts eine Auffassung &uuml;ber die Rechte und Pflichten der Kl&auml;gerin nach dem F&uuml;nften Verm&ouml;gensbildungsgesetz vertreten, die weder ersichtlich dem Gesetz noch der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung widerspricht. Da die erteilte Auskunft danach den Anforderungen an eine Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15&nbsp;Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG entsprach, konnte eine Verpflichtungsklage auf Erteilung der begehrten f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstigen Anrufungsauskunft keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.6.2014, VI R 92\/13 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 5.6.2014 VI R 90\/13 &#8211; Anrufungsauskunft: Anspruch nach &sect; 15 Abs 4 5. VermBG Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 des F&uuml;nften Verm&ouml;gensbildungsgesetzes (5.&nbsp;VermBG). 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds, der aus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-92-13-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-562014-vi-r-90-13-anrufungsauskunft-anspruch-nach-par-15-abs-4-5-vermbg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;92\/13 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 5.6.2014 VI R 90\/13 &#8211; Anrufungsauskunft: Anspruch nach &sect; 15 Abs 4 5. 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