{"id":63665,"date":"2014-11-12T14:22:25","date_gmt":"2014-11-12T12:22:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63665"},"modified":"2014-11-12T14:22:25","modified_gmt":"2014-11-12T12:22:25","slug":"iii-r-6-13-entscheidung-ueber-kindergeldantrag-durch-befristete-festsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-6-13-entscheidung-ueber-kindergeldantrag-durch-befristete-festsetzung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;6\/13 &#8211; Entscheidung &uuml;ber Kindergeldantrag durch befristete Festsetzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2014, III R 6\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Entscheidung &uuml;ber Kindergeldantrag durch befristete Festsetzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Erl&auml;sst die Familienkasse auf einen zeitlich nicht konkretisierten Kindergeldantrag einen Festsetzungsbescheid, der eine Befristung bis zu einem in der Zukunft liegenden Monat enth&auml;lt, so hat sie damit &uuml;ber den Antrag in vollem Umfang und nicht nur zum Teil entschieden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter der beiden S&ouml;hne A und B, die im M&auml;rz 1980 bzw. im Juni 1982 geboren sind. Sie war bis Juli 2003 im &ouml;ffentlichen Dienst des Landes &#8230; besch&auml;ftigt, danach schied sie aus dem Staatsdienst aus. Der Arbeitgeber der Kl&auml;gerin hatte durch Bescheide vom 4.&nbsp;April 2001 und vom 19.&nbsp;April 2000 Kindergeld f&uuml;r die beiden S&ouml;hne festgesetzt. A befand sich in Ausbildung, B ist behindert. Im Bescheid f&uuml;r A vom 4.&nbsp;April 2001 war die Festsetzung bis einschlie&szlig;lich September 2004 befristet, im Bescheid f&uuml;r B vom 19.&nbsp;April 2000 bis Juni 2003. Die Kindergeldakte des Arbeitgebers der Kl&auml;gerin wurde nach deren Ausscheiden aus dem Staatsdienst vernichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 21.&nbsp;Dezember 2010 machte die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r A und B f&uuml;r die Zeit ab August 2003 geltend. Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) lehnte eine Festsetzung durch Bescheid vom 10.&nbsp;Januar 2011 ab, der dagegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Mai 2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren trug die Kl&auml;gerin vor, sie habe keine befristeten Kindergeldantr&auml;ge gestellt, so dass &uuml;ber ihre urspr&uuml;nglichen Antr&auml;ge, soweit sie die Zeit nach der Befristung betr&auml;fen, noch nicht entschieden worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab, mit welcher die Familienkasse verpflichtet werden sollte, Kindergeld f&uuml;r A von August 2003 bis September 2005 und f&uuml;r B von August 2003 &quot;bis laufend&quot; zu zahlen (Urteil vom 3.&nbsp;Juli 2012&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;121\/11, Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 793). Es war der Ansicht, durch die beiden Bescheide vom 19.&nbsp;April 2000 und vom 4.&nbsp;April 2001 sei &uuml;ber die urspr&uuml;nglichen Kindergeldantr&auml;ge vollst&auml;ndig entschieden worden. Die Kl&auml;gerin habe innerhalb der Festsetzungsfrist keine neuen Antr&auml;ge gestellt. Anspr&uuml;che f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor 2006 seien verj&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin im Wesentlichen vor, das FG sei der Meinung, die urspr&uuml;nglichen Kindergeldantr&auml;ge seien abschlie&szlig;end beschieden worden. Es habe die &#8211;nicht mehr vorhandenen&#8211; Kindergeldantr&auml;ge dahin ausgelegt, dass sie sich von vornherein nur auf die Zeitr&auml;ume bezogen h&auml;tten, auf welche sie sp&auml;ter befristet worden seien. Diese Auslegung sei unzutreffend. Die Auslegung der Kindergeldantr&auml;ge durch das FG verletze anerkannte Auslegungsregeln und auch das rechtliche Geh&ouml;r. Ein Kindergeldantrag ohne ausdr&uuml;ckliche zeitliche Beschr&auml;nkung sei dahin auszulegen, dass die maximale Festsetzung von Kindergeld angestrebt werde. Die urspr&uuml;nglichen Antr&auml;ge seien daher unbefristet zu verstehen gewesen und hinsichtlich der im finanzgerichtlichen Verfahren streitigen Zeitr&auml;ume nicht beschieden worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil, den Bescheid vom 10.&nbsp;Januar 2011 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Mai 2011 teilweise aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r B f&uuml;r die Zeit von August 2003 bis Dezember 2004 und f&uuml;r A f&uuml;r die Zeit von Oktober 2004 bis Dezember 2004 in gesetzlicher H&ouml;he festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist der Ansicht, die Kindergeldantr&auml;ge seien abschlie&szlig;end beschieden worden. Mit Ablauf der Befristung habe die Festsetzung geendet. F&uuml;r eine sp&auml;tere Festsetzung h&auml;tte es weiterer Kindergeldantr&auml;ge bedurft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse &#8230; der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzverwaltungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff.) im Wege des gesetzlichen Parteiwechsels in die Beteiligtenstellung der Agentur f&uuml;r Arbeit &#8230; &#8211;Familienkasse&#8211; eingetreten (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 V&nbsp;B&nbsp;17\/10, BFH\/NV 2011, 1105).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Familienkasse hat durch die Bescheide vom 4.&nbsp;April 2001 und vom 19.&nbsp;April 2000, in denen die Festsetzung von Kindergeld bis einschlie&szlig;lich September 2004 bzw. bis Juni 2003 befristet wurde, zur G&auml;nze und nicht nur zum Teil &uuml;ber die urspr&uuml;nglichen Kindergeldantr&auml;ge entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beantragt ein Kindergeldberechtigter Kindergeld, ohne eine zeitliche Bestimmung des Zeitraums zu treffen, f&uuml;r den der Antrag gestellt wird, so ist zwar grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass er damit eine Pr&uuml;fung der Anspruchsberechtigung in weitgehendem Umfang begehrt. Allerdings kann nur f&uuml;r vergangene Zeitr&auml;ume vollst&auml;ndig gepr&uuml;ft werden, ob die f&uuml;r den Kindergeldanspruch ma&szlig;geblichen Tatbestandsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind. Insoweit ist es gerechtfertigt, einen Kindergeldantrag, der sich auf die Vergangenheit bezieht, in der Regel dahingehend auszulegen, dass der Kindergeldanspruch umfassend und ohne zeitliche Beschr&auml;nkung durch die Familienkassen gepr&uuml;ft werden soll (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Januar 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/03, BFH\/NV 2004, 786; vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;45\/10, BFHE 236, 413, BStBl II 2013, 1028, und vom 20.&nbsp;Juni 2012 V&nbsp;R&nbsp;56\/10, BFH\/NV 2012, 1775).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dagegen kann bei einer in die Zukunft reichenden Festsetzung von Kindergeld zun&auml;chst nur unterstellt werden, dass die gegenw&auml;rtig erf&uuml;llten Voraussetzungen weiterhin vorliegen werden. Eine abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung ist f&uuml;r k&uuml;nftige Zeitr&auml;ume nicht m&ouml;glich. Ein Kindergeldberechtigter, der einen Kindergeldantrag ohne zeitliche Einschr&auml;nkungen stellt, kann nicht erwarten, dass die Familienkasse die Anspruchsberechtigung f&uuml;r alle k&uuml;nftig auch nur theoretisch in Betracht kommenden Zeitr&auml;ume unterstellt. Es liegt deshalb die Annahme nahe, dass ein Kindergeldberechtigter mit einem zeitlich unbestimmten, in die Zukunft reichenden Kindergeldantrag die zeitliche Konkretisierung der nachfolgenden Kindergeldfestsetzung der Familienkasse &uuml;berl&auml;sst. Erh&auml;lt er auf einen solchen Antrag hin einen Festsetzungsbescheid, der eine zeitliche Begrenzung bis zu einem in der Zukunft liegenden Monat vorsieht, so hat die Familienkasse damit in der Regel in vollem Umfang zu seinen Gunsten entschieden. Da der Anspruch auf Kindergeld monatlich mit der Verwirklichung des gesetzlichen Tatbestandes entsteht (s. Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;20), liegt eine Befristung der Festsetzung noch nicht entstandener Anspr&uuml;che in k&uuml;nftigen Zeitr&auml;umen im Ermessen der Familienkasse (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aber auch dann, wenn ein Kindergeldberechtigter bewusst und erkennbar eine in die Zukunft reichende Festsetzung ohne zeitliche Begrenzung beantragt haben sollte, w&uuml;rde eine nachfolgende befristete Kindergeldfestsetzung nicht bedeuten, dass die Familienkasse damit nur eine Teilentscheidung getroffen h&auml;tte und nach Ablauf der Befristung eine weitere Entscheidung &uuml;ber den urspr&uuml;nglichen Antrag treffen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vielmehr wird in einem derartigen Fall der auf eine unbefristete Festsetzung gerichtete Kindergeldantrag durch eine Festsetzung, die als Nebenbestimmung eine Befristung enth&auml;lt, zum Teil abgelehnt. Eine endg&uuml;ltige Ablehnung der Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den nachfolgenden Zeitraum ist darin aller-dings nicht zu sehen, da eine Kindergeldfestsetzung nur bis zu dem Monat abgelehnt werden kann, in dem die letzte Verwaltungsentscheidung bekannt gegeben worden ist (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;164\/98, BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; Senatsurteil vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 203, BStBl II 2013, 380).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist ein Kindergeldberechtigter mit einer in der Zukunft liegenden Befristung nicht einverstanden, weil er eine unbefristete Festsetzung begehrt, so muss er mit Einspruch geltend machen, die Befristung sei ermessenswidrig. Unterl&auml;sst er dies, so erw&auml;chst die befristete Festsetzung in Bestandskraft. Begehrt er Kindergeld f&uuml;r Zeiten nach der Befristung, so muss er einen neuen Antrag stellen. Der urspr&uuml;ngliche Kindergeldantrag entfaltet f&uuml;r den &uuml;ber die Befristung hinausreichenden Zeitraum keine Wirkung mehr, er ist vielmehr &quot;verbraucht&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. W&auml;re die Ansicht der Kl&auml;gerin zur Fortwirkung der urspr&uuml;nglichen Antr&auml;ge zutreffend, so k&ouml;nnte ein unbefristeter, in die Zukunft reichender Kindergeldantrag nicht nur bei einer nachfolgenden Befristung fortwirkende Rechtswirkungen entfalten, sondern auch dann, wenn die Familienkasse auf einen solchen Antrag hin das Kindergeld ab einem bestimmten Monat zun&auml;chst ohne zeitliche Beschr&auml;nkung festsetzt und die Festsetzung in der Folgezeit ab einem sp&auml;teren Monat wieder aufhebt. Auch in diesem Fall k&ouml;nnte ein Kindergeldberechtigter geltend machen, die Familienkasse habe auf einen unbefristeten Antrag hin nur bis zum Monat der Bekanntgabe des Aufhebungsbescheids bzw. der Einspruchsentscheidung eine verbindliche Entscheidung getroffen, so dass &uuml;ber den urspr&uuml;nglichen Antrag nicht vollst&auml;ndig entschieden worden sei. Ein solches Verst&auml;ndnis w&uuml;rde zu einem &quot;unendlichen&quot; Verwaltungsverfahren f&uuml;hren, weil die Familienkasse nach Ablauf der Befristung oder nach einer Aufhebung der Festsetzung von sich aus neu die Anspruchsvoraussetzungen pr&uuml;fen m&uuml;sste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Soweit die Kl&auml;gerin auf die Korrekturm&ouml;glichkeiten nach &sect;&nbsp;70 des Einkommensteuergesetzes (EStG) verweist, vermag der Senat darin kein Argument gegen den Verbrauch des Antrags zu sehen. Vielmehr sollen &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;3 EStG das Korrektursystem nach &sect;&sect;&nbsp;172 ff. AO, das nicht auf Dauerverwaltungsakte zugeschnitten ist, erg&auml;nzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Familienkassen nur mit diesen Instrumentarien auf m&ouml;gliche k&uuml;nftige &Auml;nderungen der Verh&auml;ltnisse reagieren k&ouml;nnten. Gerade die Begrenzung des in die Zukunft reichenden Bewilligungszeitraums erm&ouml;glicht das Funktionieren der Verwaltung und nimmt den Kindergeldberechtigten in die Pflicht, bei einem Fortbestehen der Anspruchsvoraussetzungen durch die Stellung eines erneuten Kindergeldantrags die Fortzahlung des Kindergelds zu erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das Ergebnis steht im Einklang mit der Rechtsprechung zum zeitlichen Regelungsumfang eines Kindergeld-Ablehnungsbescheids (BFH-Urteil in BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; Senatsurteil in BFHE 235, 203, BStBl II 2013, 380). Diese Rechtsprechung geht davon aus, dass ein Bescheid, durch den die Festsetzung von Kindergeld auf einen unbestimmten, in die Zukunft gerichteten Antrag hin abgelehnt wird, den Antrag in vollem Umfang aussch&ouml;pft und nicht lediglich eine Teilentscheidung trifft, die bis zu dem Monat reicht, in dem der ablehnende Verwaltungsakt bekannt gegeben worden ist. Nur ausnahmsweise kann ein noch nicht beschiedener, au&szlig;erhalb des Klageverfahrens liegender Kindergeldantrag anzunehmen sein, wenn ein Kindergeldberechtigter in einem finanzgerichtlichen Verfahren gegen einen noch nicht bestandskr&auml;ftigen Ablehnungsbescheid zum Ausdruck bringt, dass er auch f&uuml;r Zeitr&auml;ume, die nach der Einspruchsentscheidung liegen, Kindergeld begehrt (Senatsurteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 236, 144, BStBl II 2012, 681, sowie BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juli 2012 V&nbsp;R&nbsp;58\/10, BFH\/NV 2012, 1953). Ein solcher Fall liegt hier jedoch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Im Streitfall enthielten die urspr&uuml;nglichen Kindergeldantr&auml;ge nach der &uuml;bereinstimmenden Ansicht der Verfahrensbeteiligten keine zeitliche Einschr&auml;nkung. Dies ist auch naheliegend, da in den von den Familienkassen verwendeten Vordrucken &uuml;blicherweise keine Eintragungen f&uuml;r eine zeitliche Begrenzung vorgesehen sind. Die auf die urspr&uuml;nglichen Antr&auml;ge hin ergangenen Festsetzungen waren nach den dargelegten Grunds&auml;tzen keine Teilentscheidungen. Der Umstand, dass die Kindergeldakten des fr&uuml;heren Arbeitgebers der Kl&auml;gerin &#8211;m&ouml;glicherweise unter Versto&szlig; gegen Aufbewahrungspflichten&#8211; vernichtet wurden, ist f&uuml;r den Ausgang des Verfahrens nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Verfahrensr&uuml;ge, wonach das FG das rechtliche Geh&ouml;r der Kl&auml;gerin verletzt habe (&sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO), greift nicht durch. Insoweit r&uuml;gt die Kl&auml;gerin letztlich die unzutreffende Rechtsanwendung durch das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2014, III R 6\/13 Entscheidung &uuml;ber Kindergeldantrag durch befristete Festsetzung Leits&auml;tze Erl&auml;sst die Familienkasse auf einen zeitlich nicht konkretisierten Kindergeldantrag einen Festsetzungsbescheid, der eine Befristung bis zu einem in der Zukunft liegenden Monat enth&auml;lt, so hat sie damit &uuml;ber den Antrag in vollem Umfang und nicht nur zum Teil entschieden. 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