{"id":63690,"date":"2014-11-12T14:22:26","date_gmt":"2014-11-12T12:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63690"},"modified":"2014-11-12T14:22:26","modified_gmt":"2014-11-12T12:22:26","slug":"viii-r-53-12-nachtraegliche-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-nach-veraeusserung-einer-beteiligung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-53-12-nachtraegliche-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-nach-veraeusserung-einer-beteiligung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;53\/12 &#8211; Nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen nach Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.7.2014, VIII R 53\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen nach Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Schuldzinsen f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeitr&auml;ume nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung entfallen, k&ouml;nnen ab dem Veranlagungszeitraum 2009 nicht als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden. Der Werbungskostenabzug ist gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 9 Satz 1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 ausgeschlossen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 52a Abs. 10 Satz 10 EStG 2009 steht dem nicht entgegen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um den Abzug von Schuldzinsen als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 2009 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger hielt ab 1999 am Stammkapital der T-GmbH (insgesamt 100.000&nbsp;DM) einen Anteil von 15.000&nbsp;DM. Im September 2001 ver&auml;u&szlig;erten der Kl&auml;ger und sein Mitgesellschafter ihre Gesch&auml;ftsanteile zu einem Kaufpreis von je 1&nbsp;DM. Zudem verzichtete der Kl&auml;ger u.a. auf die R&uuml;ckzahlung eines Gesellschafterdarlehens zum Nennwert von 200.000&nbsp;DM, welches er bei einer Bank refinanziert hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;36\/07 (BFH\/NV 2010, 1795) erkannte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die auf die Finanzierung des Gesellschafterdarlehens entfallenden Schuldzinsen zwar f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2005 bis 2008 als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen an. F&uuml;r das Streitjahr 2009 versagte das FA indes den in H&ouml;he von 1.248&nbsp;EUR geltend gemachten Werbungskostenabzug bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 926 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 14.&nbsp;November&nbsp;2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;3893\/11&nbsp;E statt. Zur Begr&uuml;ndung verwies das FG darauf, &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 (UntStRefG 2008) vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) &#8211;EStG&#8211;, wonach der Abzug der tats&auml;chlichen Werbungskosten ausgeschlossen sei, komme aufgrund der Regelung in &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG 2009 nicht zur Anwendung. Danach sei &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge anzuwenden, d.h. entscheidend sei allein, in welchem Jahr Kapitaleinnahmen zuflie&szlig;en bzw. zuflie&szlig;en k&ouml;nnten; auf das Jahr des Abflusses von damit zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen komme es nicht an. Im Streitfall habe der Kl&auml;ger seine Beteiligung bereits 2001 ver&auml;u&szlig;ert, die von ihm geltend gemachten Schuldzinsen st&auml;nden daher nicht im Zusammenhang mit Kapitalertr&auml;gen, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG und &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz 10 EStG 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Auffassung des FG, die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Schuldzinsen seien im Streitjahr als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;ger aus Kapitalverm&ouml;gen abzuziehen, h&auml;lt der rechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Allerdings hat der BFH seine bisherige Rechtsprechung zum Abzug von Schuldzinsen im Zusammenhang mit der Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Kapitalanlage &#8211;darunter fallen auch Beteiligungen i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG&#8211; mit Urteilen vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;20\/08 (BFHE 229, 151, BStBl II 2010, 787), in BFH\/NV 2010, 1795 sowie vom 29.&nbsp;Oktober 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/11 (BFHE 243, 346, BStBl II 2014, 251) ge&auml;ndert. Schuldzinsen f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeitr&auml;ume nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung oder Aufl&ouml;sung der Gesellschaft entfallen, k&ouml;nnen danach wie nachtr&auml;gliche Betriebsausgaben als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG geltend gemacht werden. So lag die Situation im Streitfall. Der Kl&auml;ger war ab 1999 mit 15&nbsp;% an der T-GmbH beteiligt. Damit ist die f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;17 EStG erforderliche Voraussetzung einer Mindestbeteiligung von 10&nbsp;% erf&uuml;llt. Die nach Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung im Herbst 2001 in sp&auml;teren Jahren anfallenden Schuldzinsen stehen nach wie vor in wirtschaftlichem Zusammenhang mit der Beteiligung und sind demgem&auml;&szlig; vom FA zutreffend f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2008 als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen ber&uuml;cksichtigt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gleichwohl k&ouml;nnen die Kl&auml;ger im Streitjahr 2009 die ihnen tats&auml;chlich entstandenen Schuldzinsen nicht mehr als Werbungskosten im Rahmen des &sect;&nbsp;20 EStG geltend machen. Denn mit der Einf&uuml;hrung einer Abgeltungsteuer f&uuml;r private Kapitalertr&auml;ge hat der Gesetzgeber ein umfassendes Abzugsverbot f&uuml;r Werbungskosten angeordnet: Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG k&ouml;nnen Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen ab dem Veranlagungszeitraum 2009 grunds&auml;tzlich nicht mehr abgezogen werden. Abziehbar ist lediglich ein Sparer-Pauschbetrag in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR, der bei Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, auf 1.602&nbsp;EUR verdoppelt wird (Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;206; von&nbsp;Beckerath in Kirchhof, EStG, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;186; Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;457&nbsp;f.; Moritz\/Strohm in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;43&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) An der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit dieser Regelung hat der Senat keine Zweifel. Zwar k&ouml;nnte das Abzugsverbot f&uuml;r Werbungskosten i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG unter Umst&auml;nden einen Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit beinhalten. Mit der Gew&auml;hrung des Sparer-Pauschbetrags in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR hat der Gesetzgeber jedoch eine verfassungsrechtlich grunds&auml;tzlich anzuerkennende Typisierung der Werbungskosten bei den Beziehern niedriger Kapitaleink&uuml;nfte sowie mit der Senkung des Steuertarifs von bisher bis zu 45&nbsp;% auf nunmehr 25&nbsp;% zugleich eine verfassungsrechtlich anzuerkennende Typisierung der Werbungskosten bei den Beziehern h&ouml;herer Kapitaleink&uuml;nfte vorgenommen (vgl. dazu Moritz\/Strohm in Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;44&nbsp;f., m.w.N.; ebenso Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;206).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) ist der Gesetzgeber grunds&auml;tzlich berechtigt, generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu treffen, ohne wegen der damit im Einzelfall verbundenen H&auml;rten gegen die Belastungsgleichheit zu versto&szlig;en (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Oktober 1991&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;50\/86, BVerfGE 84, 348; vom 11.&nbsp;November 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;10\/95, BVerfGE 99, 280, BStBl II 1999, 502; vom 21.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/99, BVerfGE 116, 164, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;4, 481). Zus&auml;tzliche Typisierungsspielr&auml;ume k&ouml;nnen sich aus der Verfolgung verfassungsrechtlich anzuerkennender und von der gesetzgeberischen Entscheidung umfasster wirtschaftspolitischer F&ouml;rderungs- und Lenkungsziele ergeben (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 116, 164, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;4, 481). Dabei ist auch zu gewichten, dass das BVerfG bereits in seiner Entscheidung zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Zinsbesteuerung gerade die M&ouml;glichkeit der Typisierung der Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen durch die Einr&auml;umung eines Freibetrags und die Senkung des Steuertarifs anerkannt hat (BVerfG-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1493\/89, BVerfGE 84, 239, BStBl II 1991, 654; mittelbar best&auml;tigt durch BVerfG-Urteil vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;17\/02, BVerfGE 110, 94, BStBl II 2005, 56, BFH\/NV 2004, Beilage&nbsp;3, 293).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Anwendung dieser Ma&szlig;st&auml;be h&auml;lt der Ausschluss des Werbungskostenabzugs bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG verfassungsrechtlichen Anforderungen stand. Zum einen ist eine hinreichend realit&auml;tsgerechte Regelung zu bejahen, da bei der &uuml;berwiegenden Zahl der Kleinanleger i.d.R. nicht mehr als 801&nbsp;EUR an Werbungskosten im Kalenderjahr anfallen (so auch Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;206; Wernsmann in Brandt, Deutscher Finanzgerichtstag 2008, 107, 108; Philipowski, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR- 2009, 353, 356; Eckhoff, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2007, 989, 997&nbsp;f.; Musil, FR 2010, 149, 154; a.A. Englisch, Steuer und Wirtschaft &#8211;StuW&#8211; 2007, 221, 239; Wenzel, DStR 2009, 1182, 1183&nbsp;f.); zum andern d&uuml;rften bei der kleinen Gruppe der Spitzeninvestoren die Auswirkungen des Abzugsverbots f&uuml;r Werbungskosten durch die Senkung des Steuertarifs von bisher bis zu 45&nbsp;% auf nunmehr 25&nbsp;% hinreichend ausgeglichen sein (ebenso Moritz\/ Strohm in Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;45; Schmidt\/ Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;206; Wernsmann in Brandt, Deutscher Finanzgerichtstag 2008, 107, 108; Philipowski, DStR 2009, 353, 356; Axer, Die Steuerberatung &#8211;Stbg&#8211; 2007, 201, 202; Strunk, Stbg 2007, 101, 103; a.A. Eckhoff, FR 2007, 989, 998; Roser\/Will\/Mendel, FR 2008, 953, 956&nbsp;f.). Nicht au&szlig;er Acht zu lassen ist ferner, dass insbesondere die Fremdfinanzierung von Kapitalanlagen (im Streitfall: Beteiligung des Kl&auml;gers i.S. des &sect;&nbsp;17 EStG und damit in Zusammenhang stehende Darlehen), welche zu erheblichen Werbungskosten f&uuml;hren kann, weder im unteren noch im oberen Einkommensbereich mit einer derartigen H&auml;ufigkeit vorkommt, dass sie als geradezu typischer Fall betrachtet werden m&uuml;sste, der bei einer Typisierung der Werbungskosten stets in Rechnung zu stellen w&auml;re (so auch Eckhoff, FR 2007, 989, 998; Englisch, StuW 2007, 221, 227&nbsp;f.; Musil, FR 2010, 149, 154; Moritz\/Strohm in Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insgesamt betrachtet ist das Abzugsverbot f&uuml;r Werbungskosten i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen danach verfassungsgem&auml;&szlig; (gl.A. von Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;14; Wernsmann in Brandt, Deutscher Finanzgerichtstag 2008, 107, 108&nbsp;ff.; Eckhoff, FR 2007, 989, 997&nbsp;f.; Musil, FR 2010, 149, 152&nbsp;ff.; Weber-Grellet, Neue Juristische Wochenschrift 2008, 545, 548&nbsp;f.; s. auch BVerfG-Urteil in BVerfGE 84, 239, BStBl II 1991, 654; mittelbar best&auml;tigt durch BVerfG-Urteil in BVerfGE 110, 94, BStBl II 2005, 56, BFH\/NV 2004, Beilage&nbsp;3, 293; a.A. Englisch, StuW 2007, 221, 238&nbsp;f.; Jochum, Deutsche Steuer-Zeitung 2010, 309, 312&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Damit sind Schuldzinsen, die nach der Ver&auml;u&szlig;erung oder der Aufgabe einer wesentlichen Beteiligung i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG anfallen, ab dem Veranlagungszeitraum 2009 grunds&auml;tzlich nicht mehr als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem Ausschluss des Abzugs der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG steht &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG 2009 nicht entgegen. Danach ist &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge anwendbar (vgl. FG M&uuml;nchen, Urteil vom 23.&nbsp;September 2013&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;3206\/12, EFG 2013, 1915; Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;K&nbsp;38 und K&nbsp;77; Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 12.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;316\/10, juris). Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass in F&auml;llen fremdfinanzierter Kapitalanlagen bzw. Beteiligungen oder damit in Zusammenhang stehender Aufwendungen, die ebenfalls kreditfinanziert sind, die damit zusammenh&auml;ngenden Schuldzinsen unabh&auml;ngig von der Regelung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG stets vollst&auml;ndig als Werbungskosten abziehbar sind, sofern aus der Kapitalanlage &#8211;jedenfalls nach 2009&#8211; keine Ertr&auml;ge flie&szlig;en. Eine solche einschr&auml;nkende Betrachtung auf den Zufluss von Kapitalertr&auml;gen erst nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 w&uuml;rde weder dem Wortlaut der Regelung noch den Besonderheiten der Abgeltungsteuer gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG 2009 ist &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge anzuwenden. Zu Fallkonstellationen, in denen nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 &#8211;wie auch im Streitfall&#8211; keine Kapitalertr&auml;ge zuflie&szlig;en, trifft die Regelung indes keine Aussage. F&uuml;r diese Konstellationen gilt folglich die gesetzliche Grundregelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG. Danach stellt bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften &#8211;wie z.B. bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen&#8211; der &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten die Eink&uuml;nfte dar. F&uuml;r Kapitaleink&uuml;nfte wird der Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten mit &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG indes ausgeschlossen, wenn es dort hei&szlig;t: &quot;Bei Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen tritt &sect;&nbsp;20 Absatz&nbsp;9 vorbehaltlich der Regelung in &sect;&nbsp;32d Absatz&nbsp;2 an die Stelle der &sect;&sect;&nbsp;9 und 9a.&quot; Diese Regelung, welche gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;2 EStG 2009 erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2009 anzuwenden ist, schlie&szlig;t damit f&uuml;r das Jahr 2009 (Streitjahr) den Werbungskostenabzug f&uuml;r die vom Kl&auml;ger geltend gemachten nachtr&auml;glichen Schuldzinsen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen geht mit dem Ausschluss des Abzugs der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten nicht nur das Verbot einher, Verluste aus Kapitalverm&ouml;gen mit Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten auszugleichen (vgl. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG) bzw. nach &sect;&nbsp;10d EStG abzuziehen. Vielmehr hat der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen auch einen gesonderten Steuertarif von nur 25&nbsp;% angeordnet, w&auml;hrend die Eink&uuml;nfte aus anderen Einkunftsarten wie bisher dem allgemeinen progressiven Tarif in H&ouml;he von bis zu 45&nbsp;% unterliegen (vgl. &sect;&nbsp;32a EStG). Ausweislich der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs zum UntStRefG 2008 wollte der Gesetzgeber mit dem relativ niedrigen Proportionalsteuersatz von 25&nbsp;% die Werbungskosten in den oberen Einkommensgruppen mit abgelten und gleichzeitig f&uuml;r die unteren Einkommensgruppen eine Typisierung der H&ouml;he der Werbungskosten vornehmen (vgl. BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;57). Diese &Uuml;berlegungen machen nicht nur deutlich, dass der Gesetzgeber mit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen insgesamt neu beurteilen wollte. Vielmehr verfolgte er mit &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG vor allem auch das Ziel, den Abzug von in Zusammenhang mit Kapitaleinnahmen stehenden und im jeweiligen Veranlagungszeitraum abgeflossenen Aufwendungen &#8211;anders als bisher bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften &uuml;blich&#8211; neu zu regeln. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG sich nicht auf zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge bezieht, sondern bestimmt, dass angefallene, d.h. <em>abgeflossene Werbungskosten<\/em> &#8211;abgesehen vom Sparer-Pauschbetrag&#8211; bei Ermittlung der Kapitaleink&uuml;nfte nicht abgezogen werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit der vorstehenden Beurteilung ist die Auffassung des FG, im Hinblick auf den Wortlaut des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG 2009 seien Werbungskosten, die nicht in Zusammenhang mit Einnahmen stehen, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;en, auch bei einem Abfluss nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 weiterhin in tats&auml;chlich angefallener H&ouml;he steuermindernd zu ber&uuml;cksichtigen, nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Au&szlig;erdem f&uuml;hrte eine solche Auffassung zu Ungleichbehandlungen und Systembr&uuml;chen. Steuerpflichtige z.B., welche vor Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer eine fremdfinanzierte Kapitalanlage erworben und behalten haben, m&uuml;ssen nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer die Ertr&auml;ge in vollem Umfang versteuern und sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG vom Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten ausgeschlossen. Steuerpflichtige, welche die n&auml;mliche Kapitalanlage vor Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer mit Verlust ver&auml;u&szlig;ert haben und bei denen der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht ausgereicht hat, die Finanzierungskosten abzul&ouml;sen, k&ouml;nnten indes nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 weiterhin den vollen Werbungskostenabzug beanspruchen; n&auml;mliches w&uuml;rde f&uuml;r den Anfang 2009 erfolgten Verkauf einer fremdfinanzierten Kapitalanlage gelten, sofern diese f&uuml;r 2009 keine Ertr&auml;ge mehr abgeworfen h&auml;tte. Derartige Verkomplizierungen w&auml;ren mit der mit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer bezweckten Vereinfachung indes unvereinbar (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 9.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;C&nbsp;1&nbsp;&#8211;&nbsp;S&nbsp;2252\/10\/10013, BStBl I 2012, 953, Rz&nbsp;322; Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;K&nbsp;38 und K&nbsp;77; &auml;hnlich Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 12.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;316\/10, juris; offengelassen FG M&uuml;nchen, Urteil in EFG 2013, 1915; a.A. FG K&ouml;ln, Urteil vom 17.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;244\/12, EFG 2013, 1328).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im &Uuml;brigen w&uuml;rde ein solches Ergebnis &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG widerstreiten. Danach gilt der gesonderte Steuertarif f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen von lediglich 25&nbsp;% auf Antrag f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 2 EStG aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nicht, wenn der Steuerpflichtige im Veranlagungszeitraum, f&uuml;r den der Antrag erstmals gestellt wird, unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 25&nbsp;% an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist oder zu mindestens 1&nbsp;% an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich f&uuml;r diese t&auml;tig ist. Gem&auml;&szlig; Satz&nbsp;2 der Vorschrift finden &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 und Abs.&nbsp;9 EStG keine Anwendung. F&uuml;r sog. unternehmerische Beteiligungen er&ouml;ffnet der Gesetzgeber Steuerpflichtigen damit die M&ouml;glichkeit, zwischen dem gesonderten Steuertarif mit pauschalem Werbungskostenabzug (Steuer 25&nbsp;%, abzugsf&auml;hig nur der Sparer-Pauschbetrag) und der Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens (progressiver Tarif verbunden mit der M&ouml;glichkeit, Finanzierungsaufwendungen in voller H&ouml;he auch oberhalb des Sparer-Pauschbetrags geltend zu machen) zu w&auml;hlen (vgl. dazu Moritz\/Strohm, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2012, 3107, m.w.N.). Diese Regelung gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;15 EStG 2009 erstmals f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009. Mit ihr wollte der Gesetzgeber die Gefahr abwenden, dass das Werbungskostenabzugsverbot i.R. der Abgeltungsteuer bei aus unternehmerischen Motiven erworbenen Anteilen an einer Kapitalgesellschaft zu einer &Uuml;berma&szlig;besteuerung f&uuml;hrt (Storg in Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;37, m.w.N.). Dass der Gesetzgeber diese Regelung an das Vorhandensein einer Beteiligung kn&uuml;pft, macht indes deutlich, dass er bei nicht mehr existenter Beteiligung und nachlaufenden Schuldzinsen keine Option zur Anwendung des progressiven Tarifs bewilligen will, sondern an den allgemeinen Regeln der Abgeltungsteuer und damit auch am Ausschluss des Abzugs der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten festzuhalten gedenkt (vgl. Moritz\/Strohm, BB 2012, 3107). Sofern eine Beteiligung i.S. des &sect;&nbsp;17 EStG f&uuml;nf Jahre nach Antragstellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG nicht mehr vorhanden ist, kann demnach ein erneuter Antrag auf Option zur progressiven Besteuerung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG nicht mehr gestellt werden, sodass ein Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten ausscheidet (Moritz\/Strohm, BB 2012, 3107).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem kommt im Streitfall ein Abzug der vom Kl&auml;ger geltend gemachten tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten nicht in Betracht. Da durch den Sparer-Pauschbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG keine negativen Eink&uuml;nfte entstehen d&uuml;rfen (vgl. von&nbsp;Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;188), steht den Kl&auml;gern &uuml;ber den ihnen bereits bewilligten Teil hinaus kein weiterer Anteil am Sparer-Pauschbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Vorentscheidung auf einer abweichenden Rechtsauffassung beruht, ist sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.7.2014, VIII R 53\/12 Nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen nach Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung Leits&auml;tze 1. Schuldzinsen f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeitr&auml;ume nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung entfallen, k&ouml;nnen ab dem Veranlagungszeitraum 2009 nicht als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-53-12-nachtraegliche-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-nach-veraeusserung-einer-beteiligung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;53\/12 &#8211; Nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen nach Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63690","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63690\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}