{"id":63707,"date":"2014-11-12T16:32:36","date_gmt":"2014-11-12T14:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63707"},"modified":"2014-11-12T16:32:36","modified_gmt":"2014-11-12T14:32:36","slug":"x-r-15-10-feststellung-der-nichtigkeit-eines-verwaltungsakts-durch-die-finanzbehoerde-aenderung-des-folgebescheids-bei-feststellung-der-nichtigkeit-eines-grundlagenbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-15-10-feststellung-der-nichtigkeit-eines-verwaltungsakts-durch-die-finanzbehoerde-aenderung-des-folgebescheids-bei-feststellung-der-nichtigkeit-eines-grundlagenbescheids\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;15\/10 &#8211; Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts durch die Finanzbeh&ouml;rde; &Auml;nderung des Folgebescheids bei Feststellung der Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2014, X R 15\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts durch die Finanzbeh&ouml;rde; &Auml;nderung des Folgebescheids bei Feststellung der Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch die Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts durch die Finanzbeh&ouml;rde (&sect; 125 Abs. 5 AO) kann Regelungswirkung haben und daher ihrerseits einen der Bestandskraft f&auml;higen Verwaltungsakt darstellen (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Stellt die Finanzbeh&ouml;rde durch Verwaltungsakt die Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids fest, ist der Folgebescheid gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO zu &auml;ndern. Zugleich bewirkt die Nichtigkeitsfeststellung die Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist f&uuml;r den Folgebescheid (&sect; 171 Abs. 10 AO).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wenden sich gegen die Anpassung ihres Einkommensteuerbescheids 1994 nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO), die auf die Feststellung der Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids gest&uuml;tzt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war ausweislich der am 19.&nbsp;Juni 1995 abgegebenen Feststellungserkl&auml;rung im Jahr 1993 als Kommanditist in die A-GmbH &#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG (KG) eingetreten und im November 1993 oder M&auml;rz 1994 (das genaue Datum ist streitig) wieder ausgetreten. Das Verm&ouml;gen der KG ging mit Vertrag vom 27.&nbsp;Juni 1994 auf die Komplement&auml;r-GmbH (GmbH) &uuml;ber. Das Erl&ouml;schen der KG wurde am 28.&nbsp;Februar 1995 in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Bescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1997 stellte das Finanzamt B (Betriebs-FA) im Wege der gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellung f&uuml;r das Jahr 1994 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; f&uuml;r den Kl&auml;ger einen laufenden Gewinn von 0&nbsp;DM und einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von &#8230;&nbsp;DM aus der &Uuml;bertragung des Kommanditanteils auf die GmbH fest. In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1994 hatte der Kl&auml;ger diesen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ebenfalls erkl&auml;rt. Mit Einkommensteuerbescheiden vom 19.&nbsp;April 1996 und zuletzt vom 21.&nbsp;Juli 2000 veranlagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;ger entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zuge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der GmbH, die auch die steuerlichen Verh&auml;ltnisse der KG umfasste, vertrat der Pr&uuml;fer die Auffassung, der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn sei bereits im Jahr 1993 und die Verzinsung des Kaufpreises als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen im Jahr 1994 zu erfassen. Mit Feststellungsbescheid vom 20.&nbsp;Dezember 2001 setzte das Betriebs-FA den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn im Jahr 1993 an. Ferner hob es mit Bescheid vom 17.&nbsp;Januar 2002, der an die GmbH als Rechtsnachfolgerin der KG mit Wirkung f&uuml;r und gegen alle Feststellungsbeteiligten gerichtet war, den Feststellungsbescheid 1994 vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1997 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.&nbsp;Januar 2002 legte der Kl&auml;ger beim Betriebs-FA Einspruch gegen den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid f&uuml;r das Jahr 1993 vom 20.&nbsp;Dezember 2001 ein. Er wandte sich im Wesentlichen gegen die Aufhebung des Feststellungsbescheids f&uuml;r das Jahr 1994 und den Ansatz des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnes im Jahr 1993.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit Schreiben vom 18.&nbsp;Dezember 2001 hatte das Betriebs-FA dem FA mitgeteilt, der Feststellungsbescheid 1994 vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1997 sei ersatzlos aufgehoben worden. Dem Kl&auml;ger seien jedoch im Jahr 1994 Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen aus der Verzinsung des Kaufpreises der Beteiligung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zugeflossen. Mit Bescheid vom 6.&nbsp;Februar 2002 &auml;nderte das FA den Einkommensteuerbescheid 1994 entsprechend und ber&uuml;cksichtigte keinen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn mehr, daf&uuml;r aber die &#8211;betragsm&auml;&szlig;ig erheblich geringeren&#8211; Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen. Der Kl&auml;ger legte im Hinblick auf die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen auch gegen diesen Bescheid Einspruch ein, nahm diesen aber am 18.&nbsp;M&auml;rz 2003 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.\/24.&nbsp;Juli 2003 teilte das Betriebs-FA dem Kl&auml;ger zum Feststellungsbescheid 1993 u.a. Folgendes mit:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;&#8230; hiermit stelle ich hinsichtlich des aufgrund der bei Ihnen durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangenen Bescheides vom 20.12.2001 &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 1993 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;5 AO zur Beseitigung des durch ihn hervorgerufenen Rechtsscheins die Nichtigkeit dieses Bescheides fest.<br \/>Begr&uuml;ndung:<br \/>Der Bescheid bezeichnet einen falschen Inhaltsadressaten. Dies f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; Tz.&nbsp;4.1 des AEAO zu &sect;&nbsp;122 AO i.V.m. &sect;&nbsp;157 S.&nbsp;2 AO zur Nichtigkeit.<br \/>Hierdurch erledigt sich Ihr Einspruch vom 18.01.2002.<br \/>Der Erlass eines neuen Bescheides wird derzeit noch gepr&uuml;ft.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Betriebs-FA gelangte im weiteren Verfahren zu dem Ergebnis, der Feststellungsbescheid f&uuml;r 1994 vom 17.&nbsp;Januar 2002 sei (ebenfalls) an den falschen Inhaltsadressaten und au&szlig;erdem nicht korrekt bekannt gegeben worden. Es richtete an den Kl&auml;ger unter dem 14.&nbsp;Juli 2004 das folgende Schreiben, dem keine Rechtsbehelfsbelehrung beigef&uuml;gt war:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Dieser Bescheid ergeht an Sie als ehemaligen Gesellschafter (Kommanditist) der nicht mehr bestehenden &#8230; KG, &#8230; <strong>gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen 1994 f&uuml;r die&#8230; KG<\/strong><br \/>&#8230;<br \/>hiermit stelle ich zur Beseitigung des durch ihn hervorgerufenen Rechtsscheins, die Nichtigkeit des Bescheides 1994 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte vom 17.01.2002 (bekanntgegeben an die &#8230; GmbH mit Wirkung f&uuml;r und gegen alle Feststellungsbeteiligten) fest.<br \/>Der Bescheid vom 17.01.2002 ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO nichtig und folglich unwirksam (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;3 AO).<br \/>Begr&uuml;ndung:<br \/>&#8230;<br \/>Hinweis:<br \/>Durch die Feststellung der Nichtigkeit des Bescheides vom 17.01.2002 lebt der Ihnen bekanntgegebene Feststellungsbescheid vom 26.03.1997 wieder auf.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Betriebs-FA informierte zeitgleich das FA. Dieses ber&uuml;cksichtigte mit dem &#8211;im vorliegenden Verfahren streitgegenst&auml;ndlichen&#8211; &Auml;nderungsbescheid vom 26.&nbsp;August 2004 bei der Einkommensteuer 1994 wieder den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM. Am 20.&nbsp;September 2004 legten die Kl&auml;ger hiergegen Einspruch ein. Ihr zugleich gestellter Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) blieb beim FA und Finanzgericht (FG) erfolglos. Auf die Beschwerde der Kl&auml;ger gew&auml;hrte der erkennende Senat AdV gegen Sicherheitsleistung (Beschluss vom 21.&nbsp;Juni 2005 X&nbsp;B&nbsp;72\/05, BFH\/NV 2005, 1490).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im weiteren Verlauf des Einspruchsverfahrens machten die Kl&auml;ger geltend, nach Auffassung des erkennenden Senats erm&ouml;gliche der Wortlaut des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO die Anpassung des Folgebescheids offenbar nicht. Andernfalls h&auml;tte der Bundesfinanzhof (BFH) keine AdV gew&auml;hrt. Eine analoge Anwendung der Bestimmung komme im Rahmen der Eingriffsverwaltung nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss vom 14.&nbsp;August 1996&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR 2088\/93, Neue Juristische Wochenschrift 1996, 3146) und des BFH (Urteil vom 18.&nbsp;Februar 1977 VI&nbsp;R&nbsp;177\/75, BFHE 121, 572, BStBl II 1977, 524) nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das angefochtene Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 1950 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision machen die Kl&auml;ger im Wesentlichen unter Berufung auf den AdV-Beschluss des Senats in BFH\/NV 2005, 1490 geltend, die Mitteilung des Betriebs-FA &uuml;ber die Unwirksamkeit des Bescheids habe nur deklaratorischen Charakter. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (BFH-Entscheidungen vom 17.&nbsp;Oktober 1985 VII&nbsp;R&nbsp;185\/83, BFH\/NV 1986, 720; vom 15.&nbsp;November 1991 VI&nbsp;R&nbsp;81\/89, BFHE 165, 566, BStBl II 1992, 224; in BFH\/NV 2005, 1490, und vom 22.&nbsp;August 2007 II&nbsp;R&nbsp;44\/05, BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754) sei die Nichtigkeitsfeststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO kein Verwaltungsakt. Im Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;R&nbsp;36\/06 (BFHE 220, 208, BStBl II 2008, 686) habe der BFH diese Frage nicht bejaht, sondern lediglich offen gelassen. Das Bundessozialgericht (BSG) &auml;u&szlig;ere seine gegenteilige Auffassung im Urteil vom 23.&nbsp;Februar 1989&nbsp;&nbsp;11\/7&nbsp;RAr&nbsp;103\/87 (Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1989, 902) nur im Rahmen eines obiter dictum, das es zudem nicht nachvollziehbar begr&uuml;ndet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtigkeitsfeststellung erf&uuml;lle nicht die Voraussetzungen der gesetzlichen Definition des Verwaltungsakts, denn es fehle an einer Regelung, die unmittelbare Rechtswirkungen zeitige. Die Unwirksamkeit des Verwaltungsakts ergebe sich bereits ipso iure (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn es sich um einen Verwaltungsakt handeln sollte, sei die Anpassung des Folgebescheids nicht m&ouml;glich. Der Feststellung der Nichtigkeit fehle die gesetzlich angeordnete Bindungswirkung f&uuml;r das Folgebescheidsverfahren, da sich die Bindungswirkung nicht in dem &#8211;ggf. vorhandenen&#8211; Regelungsinhalt des Verwaltungsakts ersch&ouml;pfen d&uuml;rfe. Sie stehe auch der Aufhebung eines Grundlagenbescheids mit Bindungswirkung nicht gleich. Eine analoge Anwendung von &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sei insbesondere in Bezug auf die Tatbest&auml;nde des &sect;&nbsp;171 AO nach allgemeiner Auffassung unzul&auml;ssig und stelle einen Versto&szlig; gegen den verfassungsrechtlich verankerten Gesetzesvorbehalt dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich sei Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, da die Nichtigkeitsfeststellung au&szlig;erhalb der Festsetzungsfrist sowohl des Grundlagenbescheids- als auch des Folgebescheidsverfahrens ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des Schleswig-Holsteinischen FG vom 18.&nbsp;Mai 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;146\/06 sowie den Einkommensteuerbescheid 1994 vom 26.&nbsp;August 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Juli 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht erkannt, dass die Feststellung der Nichtigkeit des Gewinnfeststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO den Erlass des angefochtenen Einkommensteuerbescheids als Folgebescheid erm&ouml;glicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzbeh&ouml;rde hat grunds&auml;tzlich die M&ouml;glichkeit, die Nichtigkeit eines Verwaltungsakts in der (Handlungs-)Form eines Verwaltungsakts festzustellen (dazu unten&nbsp;1.). Ob im jeweiligen Einzelfall ein Verwaltungsakt gegeben ist, ist durch Auslegung zu ermitteln; vorliegend stellte die Nichtigkeitsfeststellung vom 14.&nbsp;Juli 2004 einen Verwaltungsakt dar (dazu unten&nbsp;2.). Da die Nichtigkeitsfeststellung im Streitfall als Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO anzusehen ist, war der Einkommensteuerbescheid nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO zu &auml;ndern (dazu unten&nbsp;3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Auffassung des erkennenden Senats ist es grunds&auml;tzlich m&ouml;glich, die in &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO vorgesehene Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts im Wege des Erlasses eines Verwaltungsakts zu treffen. Zwar ist diese Frage innerhalb der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung umstritten (dazu unten a); der erkennende Senat schlie&szlig;t sich jedoch der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) und des BSG an (dazu unten b). Die Einwendungen der Kl&auml;ger stehen dem nicht entgegen (dazu unten c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Innerhalb der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ist die Frage, ob die von einer Beh&ouml;rde vorgenommene Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts ihrerseits einen Verwaltungsakt darstellt oder aber &#8211;mangels Regelungsgehalt&#8211; lediglich deklaratorischen Charakter hat, bisher nicht einheitlich beurteilt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die einzelnen Senate des BFH haben in der Vergangenheit mehrheitlich die Auffassung vertreten, die Nichtigkeitsfeststellung durch eine Finanzbeh&ouml;rde sei deklaratorisch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil in BFH\/NV 1986, 720 hat der VII.&nbsp;Senat des BFH &uuml;ber eine Klage auf Feststellung der Nichtigkeit (&sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) eines Haftungsbescheids entschieden. Er hat ausgef&uuml;hrt, eine solche Klage sei zul&auml;ssig, ohne dass zuvor ein Verfahren nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;sse. Die Feststellung der Nichtigkeit enthalte ebenso wie ihre Ablehnung durch eine Verwaltungsbeh&ouml;rde (&sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO) lediglich den Rechtscharakter einer Auskunft dar&uuml;ber, ob die Beh&ouml;rde den Verwaltungsakt f&uuml;r wirksam halte. Eine dar&uuml;ber hinausgehende Verbindlichkeit sei der von der Beh&ouml;rde getroffenen Entscheidung nicht beizumessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der VI.&nbsp;Senat des BFH hat mit Urteil in BFHE 165, 566, BStBl II 1992, 224 &#8211;im Wesentlichen unter Bezugnahme auf die Entscheidung des VII.&nbsp;Senats in BFH\/NV 1986, 720&#8211; die Auffassung vertreten, eine Mitteilung &uuml;ber die Nichtigkeit habe nur deklaratorischen Charakter und sei lediglich als &Auml;u&szlig;erung einer Rechtsansicht zu verstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In gleicher Weise hat der II.&nbsp;Senat des BFH mit Urteil in BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754 unter Bezugnahme auf das Urteil in BFH\/NV 1986, 720 sowie den AdV-Beschluss des erkennenden Senats in BFH\/NV 2005, 1490 Stellung bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der VIII.&nbsp;Senat des BFH konnte in seinem Urteil vom 7.&nbsp;Oktober 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/96 (BFH\/NV 1998, 1195, dort unter II.1.) die Frage, ob &uuml;ber einen Antrag nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO durch Verwaltungsakt entschieden werden k&ouml;nne, ausdr&uuml;cklich offenlassen. Dem dortigen Schreiben der Beh&ouml;rde habe bereits der Regelungswille &#8211;als wesentliches Element eines jeden Verwaltungsakts&#8211; gefehlt. &Auml;hnlich hat der II.&nbsp;Senat im Beschluss vom 29.&nbsp;Juli 1998 II&nbsp;R&nbsp;64\/95 (BFH\/NV 1998, 1455) entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hat der V.&nbsp;Senat des BFH im Urteil in BFHE 220, 208, BStBl II 2008, 686 (dort unter II.2.a) ge&auml;u&szlig;ert, er neige dazu, gegen die bisherige Rechtsprechung des BFH in einer Nichtigkeitsfeststellung nicht nur eine unverbindliche, deklaratorische Wissenserkl&auml;rung zu sehen, sondern mit dem BSG und der &quot;herrschenden Meinung der Rechtslehre&quot; von einem die Beh&ouml;rde bindenden, feststellenden Verwaltungsakt auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die finanzgerichtliche Rechtsprechung ist nicht einheitlich. Neben dem Schleswig-Holsteinischen FG im Streitfall hat auch das FG Rheinland-Pfalz die Verwaltungsaktsqualit&auml;t der Nichtigkeitsfeststellung nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO bejaht (Urteil vom 22.&nbsp;November 1995&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1802\/95, EFG 1996, 203, als Vorinstanz zur Entscheidung des VIII.&nbsp;Senats in BFH\/NV 1998, 1195). Das Nieders&auml;chsische FG hatte im Urteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;16&nbsp;K&nbsp;359\/05 (EFG 2007, 139, Vorinstanz zur Entscheidung des V.&nbsp;Senats in BFHE 220, 208, BStBl II 2008, 686) die Frage nicht entschieden. Weitere Gerichte haben die Aussagen des VII.&nbsp;Senats &uuml;bernommen (FG D&uuml;sseldorf, Entscheidungen vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1989&nbsp;&nbsp;15&nbsp;V&nbsp;280\/88&nbsp;A&nbsp;(F), EFG 1989, 385, und vom 11.&nbsp;Oktober 1996&nbsp;&nbsp;18&nbsp;K&nbsp;2021\/93&nbsp;F, EFG 1998, 2; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 24.&nbsp;April 1996&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;2685\/92, EFG 1996, 960; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteile vom 3.&nbsp;November 1998&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;93\/94, EFG 2000, 981, sowie vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1562\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht; FG K&ouml;ln, Urteil vom 7.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;7227\/99, EFG 2004, 1184).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das BVerwG und das BSG vertreten zu den gleichlautenden Bestimmungen der anderen Verfahrensgesetze (diese unterscheiden sich von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO nur insoweit, als dort anstelle der &quot;Finanzbeh&ouml;rde&quot; die &quot;Beh&ouml;rde&quot; genannt ist) die Auffassung, eine Nichtigkeitsfeststellung sei ein Verwaltungsakt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So l&auml;sst das BVerwG die Anfechtungsklage gegen eine auf &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) gest&uuml;tzte beh&ouml;rdliche Nichtigkeitsfeststellung zu (Urteil vom 30.&nbsp;Januar 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;C&nbsp;26\/87, BVerwGE 84, 314). Dies setzt denknotwendig die Qualifikation einer solchen Feststellung als Verwaltungsakt voraus. Das BSG h&auml;lt die Nichtigkeitsfeststellung nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;5 des Zehnten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;X) explizit ebenfalls f&uuml;r einen (deklaratorischen) Verwaltungsakt (Urteil vom 23.&nbsp;Februar 1989&nbsp;&nbsp;11\/7&nbsp;RAr&nbsp;103\/87, Deutsches Verwaltungsblatt 1990, 210). Allerdings war diese Aussage f&uuml;r das angef&uuml;hrte Urteil nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die steuerrechtliche Literatur ist uneinheitlich (die Eigenschaft als Verwaltungsakt bejahend Rozek in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;125 AO Rz&nbsp;106, unter ausdr&uuml;cklichem Verweis auf die anerkannte Rechtslage bei &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;5 VwVfG und &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;5 SGB&nbsp;X; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;124 AO Rz&nbsp;25; Pahlke\/Koenig\/Pahlke, Abgabenordnung, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;125 Rz&nbsp;40; einen Verwaltungsakt verneinend Brockmeyer\/Ratschow in Klein, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;125 Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat schlie&szlig;t sich der Rechtsprechung des BVerwG und des BSG sowie der vom V.&nbsp;Senat des BFH ge&auml;u&szlig;erten Auffassung an. Die Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts durch eine Beh&ouml;rde kann ihrerseits alle in &sect;&nbsp;118 AO genannten Begriffsmerkmale eines Verwaltungsakts erf&uuml;llen. Insbesondere ist eine derartige Feststellung dem Grunde nach f&auml;hig und geeignet, unmittelbare Rechtswirkungen nach au&szlig;en zu zeitigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar &auml;ndert sich an der objektiven Nichtigkeit des vorangegangenen Verwaltungsakts durch eine sp&auml;tere Nichtigkeitsfeststellung nichts. Gleichwohl beseitigt diese Feststellung zum einen den durch den vorangegangenen nichtigen Verwaltungsakt erzeugten Rechtsschein (dazu unten aa) und trifft zum anderen eine verbindliche, abschlie&szlig;ende sowie der Bestandskraft f&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Nichtigkeit (unten bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bereits die Beseitigung des bestehenden Rechtsscheins ist als Rechtswirkung anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar mag es auf den ersten Blick widerspr&uuml;chlich anmuten, in der Beseitigung eines Rechtsscheins Rechtswirkungen zu sehen, da es gerade Wesenselement eines nichtigen Verwaltungsakts zu sein scheint, keine Rechtswirkungen zu zeitigen. In dieser Allgemeinheit ist das jedoch unzutreffend. Der Rechtsschein selbst &#8211;und damit folgerichtig auch seine Beseitigung&#8211; ist eine Rechtswirkung i.S. des &sect;&nbsp;118 AO. Er begr&uuml;ndet das &#8211;irrige&#8211; Vertrauen der Beteiligten in die Wirksamkeit der beh&ouml;rdlichen Ma&szlig;nahmen und damit in den Rechtsschein. Die Wirkungen, die ein &#8211;insbesondere unerkannt&#8211; nichtiger Verwaltungsakt entfaltet, beruhen gerade auf diesem Vertrauen. Dieses kann zu tats&auml;chlichen Handlungen, aber auch zu Rechtshandlungen erheblichen Umfangs f&uuml;hren, die ihrerseits (rechts)wirksam sein k&ouml;nnen. Beispielsweise ist ein Folgebescheid, der auf einem nichtigen Grundlagenbescheid beruht, zwar rechtswidrig, jedoch nicht nichtig. Damit ist auch dieses Vertrauen ein rechtlich relevanter Umstand. Vor diesem Hintergrund bewegen sich die Erzeugung wie auch die Beseitigung des Rechtsscheins nicht im rechtsfreien Raum, sondern sind Ma&szlig;nahmen mit Wirkung im Rechtsverkehr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen Wirkungen eines nichtigen Verwaltungsakts ergibt sich im Einzelfall gerade das &#8211;in &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO und &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO vom Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich ber&uuml;cksichtigte&#8211; berechtigte Interesse an der Feststellung der Nichtigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Wirkung der Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts besteht vor allem darin, eine endg&uuml;ltige und der Bestandskraft f&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Frage der Nichtigkeit zu treffen und die m&ouml;glicherweise streitige Frage, ob der Verwaltungsakt nichtig war, mit Wirkung f&uuml;r und gegen alle Beteiligten zu beantworten. Diese Bestandskraftwirkung ist eine Rechtswirkung, die &uuml;ber die in der Beseitigung des Rechtsscheins liegende Rechtswirkung noch deutlich hinausgeht und zwingend die Annahme einer Regelungswirkung &#8211;und damit eines Verwaltungsakts&#8211; zur Folge hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>K&ouml;nnte eine Nichtigkeitsfeststellung hingegen nicht in Bestandskraft erwachsen, entst&uuml;nde ein Widerspruch zu den Grunds&auml;tzen der Rechtskraft entsprechender Feststellungsurteile. Verfahrensrechtlich schl&uuml;ssig ist das Nebeneinander der beh&ouml;rdlichen Nichtigkeitsfeststellung nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO und der Nichtigkeitsfeststellungsklage nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO nur, wenn die Nichtigkeitsfeststellung nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO die gleichen Rechtswirkungen zeitigen kann wie die Nichtigkeitsfeststellungsklage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 FGO binden rechtskr&auml;ftige Urteile, soweit &uuml;ber den Streitgegenstand entschieden worden ist, u.a. die Beteiligten und ihre Rechtsnachfolger. Das gilt auch f&uuml;r Feststellungsurteile nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO, folglich auch f&uuml;r Urteile, in denen die Nichtigkeit eines Verwaltungsakts festgestellt wird. Es gibt keinen Anlass, &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 FGO nicht auf Urteile anzuwenden, mit denen die Nichtigkeit eines Verwaltungsakts festgestellt oder dies abgelehnt wird (vgl. auch Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;R&nbsp;54\/06, BFHE 228, 111, BStBl II 2010, 732).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die Rechtskraftwirkung ist hinsichtlich des tenorierten Inhalts des Urteils &#8211;vorbehaltlich der M&ouml;glichkeiten eines Restitutions- oder Wiederaufnahmeverfahrens&#8211; &uuml;ber den Streitgegenstand abschlie&szlig;end entschieden. Diese Frage kann im justizf&ouml;rmigen Verfahren nicht mehr neu aufgerollt werden. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, wie die Frage richtigerweise zu entscheiden gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn aber eine durch Urteil ausgesprochene Nichtigkeitsfeststellung die dargestellte Wirkung entfaltet, w&auml;re es widerspr&uuml;chlich, einem inhaltsgleichen Ausspruch der Verwaltung nicht dieselbe Rechtsfolge beizumessen. Ansonsten w&auml;re der Steuerpflichtige, der nach Rechtssicherheit hinsichtlich der Nichtigkeitsfrage strebt, zur Klage gezwungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;re die Nichtigkeitsfeststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO kein Verwaltungsakt, der in Bestandskraft erwachsen kann, stellte sich nicht zuletzt die Frage, welche Funktion die Vorschrift &uuml;berhaupt haben soll. F&uuml;r die Befugnis der Finanzbeh&ouml;rde, unverbindlich Rechtsansichten zu &auml;u&szlig;ern, bed&uuml;rfte es keiner Rechtsgrundlage. Dem steht nicht entgegen, dass diese Rechtswirkung einer Nichtigkeitsfeststellung lediglich verfahrensrechtlicher Art ist. Auch das Verfahrensrecht hat (weitreichende) Rechtswirkungen. Die bestandskr&auml;ftige Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts bewirkt, dass dessen Nichtigkeit nicht mehr in Frage zu stellen ist. Dies gilt auch f&uuml;r den Fall einer inhaltlich unzutreffenden Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Einwendungen der Kl&auml;ger stehen der Auffassung des erkennenden Senats nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Nichtigkeitsfeststellung selbst kann niemals &#8211;wie die Kl&auml;ger meinen&#8211; auf etwas Unm&ouml;gliches gerichtet sein, weil sie auch dann, wenn sie unzutreffend w&auml;re, lediglich einen tats&auml;chlich nicht nichtigen Verwaltungsakt beseitigte. Sie ist insofern vergleichbar mit einer bestandskr&auml;ftig werdenden Aufhebung eines vermeintlich rechtswidrigen, in Wahrheit aber rechtm&auml;&szlig;igen Bescheids im Einspruchs- oder Klageverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar kann die Frage, ob der Grundlagenbescheid Bindungswirkung hat, also wirksam geworden ist, auch im Verfahren gegen den Folgebescheid gepr&uuml;ft werden (allgemeine Auffassung, vgl. S&ouml;hn in HHSp, &sect;&nbsp;182 AO Rz&nbsp;61). Dies schlie&szlig;t es jedoch nicht aus, die Nichtigkeit bereits im Grundlagenverfahren verbindlich festzustellen. Anders als die Kl&auml;ger meinen, erm&ouml;glicht dies auch nicht, Bescheide au&szlig;erhalb der gesetzlichen Vorgaben zu &auml;ndern. Die Einordnung einer bestimmten beh&ouml;rdlichen Handlung als Verwaltungsakt kann zwar Voraussetzung f&uuml;r die Anwendung der &Auml;nderungsvorschriften sein, schafft aber keine neue Rechtsgrundlage f&uuml;r eine &Auml;nderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die Annahme der Kl&auml;ger, eine Nichtigkeitsfeststellung k&ouml;nne nur die Finanzbeh&ouml;rde, nicht jedoch den Adressaten binden, gibt es keine gesetzliche Grundlage. Aus dem als nichtig festgestellten Verwaltungsakt darf weder das FA noch der Steuerpflichtige Rechtsfolgen ableiten. Der durch einen nichtigen Verwaltungsakt verursachte Rechtsschein kann im &Uuml;brigen &#8211;anders als die Kl&auml;ger zu unterstellen scheinen&#8211; auch zu einer ungerechtfertigten Beg&uuml;nstigung des Adressaten gef&uuml;hrt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Soweit die Kl&auml;ger einwenden, eine bestandskr&auml;ftig gewordene Nichtigkeitsfeststellung durch eine Beh&ouml;rde st&uuml;nde einem gerichtlichen Verfahren nach &sect;&nbsp;41 FGO entgegen, f&uuml;hrt dies zu keinem anderen Ergebnis. Auch Anfechtungs- und Verpflichtungsklagen sind nur zul&auml;ssig, soweit noch keine Bestandskraft eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Aus der Vorschrift des &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;3 AO, wonach ein nichtiger Verwaltungsakt unwirksam ist, ohne dass er &#8211;wie sich hieraus mittelbar ergibt&#8211; angefochten oder anderweit aufgehoben werden m&uuml;sste, folgt kein Argument gegen die Annahme, die Feststellung der Nichtigkeit sei der Bestandskraft f&auml;hig. Vielmehr betrifft diese Norm lediglich die Frage, welche Wirkungen &#8211;ipso iure&#8211; von einem nichtigen Verwaltungsakt ausgehen. Sie regelt aber nicht, in welcher Weise und mit welcher Folge im finanzbeh&ouml;rdlichen oder finanzgerichtlichen Verfahren die Nichtigkeit zu kl&auml;ren ist. Insbesondere schlie&szlig;t sie nicht aus, in diesen Verfahren eine Entscheidung dar&uuml;ber zu treffen, ob die in &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;3 AO angeordnete Rechtsfolge ipso iure eingetreten ist. Vielmehr sieht &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO eine Entscheidung &uuml;ber genau diese Frage im gerichtlichen Verfahren gerade vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Unsch&auml;dlich ist ebenso, dass die Nichtigkeitsfeststellung im Verh&auml;ltnis zu dem nichtigen Verwaltungsakt kein actus contrarius ist. Sie ist keine vollst&auml;ndige Umkehrung des nichtigen Verwaltungsakts, regelt aber doch dessen Unwirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch wenn sich damit die Finanzbeh&ouml;rde f&uuml;r die auf &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO gest&uuml;tzte Feststellung der Nichtigkeit grunds&auml;tzlich der Handlungsform des Verwaltungsakts bedienen kann, bleibt stets zu pr&uuml;fen, ob sie im jeweiligen Einzelfall tats&auml;chlich einen Verwaltungsakt erlassen oder aber &#8211;wie in dem Fall, der der Entscheidung in BFH\/NV 1998, 1195 zugrunde lag&#8211; nur unverbindlich ihre Rechtsmeinung zur Wirksamkeit eines Bescheids ge&auml;u&szlig;ert hat. Insbesondere muss die Finanzbeh&ouml;rde mit entsprechendem Regelungswillen gehandelt haben. Dies ist durch Auslegung der entsprechenden finanzbeh&ouml;rdlichen &Auml;u&szlig;erung zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend handelt es sich bei dem Schreiben des Betriebs-FA vom 14.&nbsp;Juli 2004 um eine Nichtigkeitsfeststellung mit entsprechendem Regelungswillen. Es stellt daher einen Verwaltungsakt dar. Das Betriebs-FA hat dieses Schreiben selbst als &quot;Bescheid&quot; bezeichnet und damit seinen Regelungswillen deutlich gemacht. Der Bescheid enth&auml;lt die regelungstypische Zweiteilung in Tenor und Begr&uuml;ndung. Zwar fehlt eine Rechtsbehelfsbelehrung. Dies &auml;ndert jedoch nichts am Regelungswillen, da sich in derartigen F&auml;llen lediglich die Frist f&uuml;r die Einlegung des Einspruchs verl&auml;ngert (&sect;&nbsp;356 Abs.&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen war das FA im Streitfall zum Erlass des angefochtenen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheids vom 26.&nbsp;August 2004 berechtigt. Die Nichtigkeitsfeststellung vom 14.&nbsp;Juli 2004 ist ein Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO (dazu unten&nbsp;a). Auf seinen Erlass hin war die Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO zu &auml;ndern (unten&nbsp;b). Festsetzungsverj&auml;hrung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetreten (unten&nbsp;c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 AO ist Grundlagenbescheid ein Feststellungsbescheid, Steuermessbescheid oder anderer Verwaltungsakt, der f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer bindend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Herk&ouml;mmlicherweise werden unter &quot;Feststellungsbescheiden&quot; i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 AO lediglich die in den &sect;&sect;&nbsp;179&nbsp;ff. AO genannten Bescheide verstanden (vgl. Banniza in HHSp, &sect;&nbsp;171 AO Rz&nbsp;202). Ob ein Bescheid &uuml;ber die Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts allein deshalb als Feststellungsbescheid nach &sect;&sect;&nbsp;179&nbsp;ff. AO &#8211;dann unproblematisch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO mit Bindungswirkung&#8211; anzusehen ist, weil er sich auf einen solchen Gewinnfeststellungsbescheid nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO bezieht, k&ouml;nnte zweifelhaft sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Letztlich kann diese Frage aber dahinstehen, weil die Nichtigkeitsfeststellung in jedem Falle einen &quot;anderen Verwaltungsakt&quot; i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 AO darstellt. Da die Vorschrift insoweit nicht eingrenzt, kann prinzipiell jeder Verwaltungsakt einer Beh&ouml;rde, der f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer bindend ist, ein Grundlagenbescheid sein. Die Bindungswirkung der Nichtigkeitsfeststellung folgt aus der Bindungswirkung des zuletzt ergangenen wirksamen Feststellungsbescheids nach &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO &#8211;oder deren Fehlen&#8211; in Verbindung mit der aus &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO folgenden Feststellungswirkung der Nichtigkeitserkl&auml;rung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtigkeitsfeststellung trifft eine Entscheidung dar&uuml;ber, ob der Verwaltungsakt, auf den sie sich bezieht, nichtig ist. Bezieht sie sich auf einen seinerseits mit Bindungswirkung nach &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO versehenen Grundlagenbescheid, entscheidet sie dar&uuml;ber, ob dieser f&uuml;r den Folgebescheid bindend war und ist und ob deshalb die entsprechenden Folgerungen gezogen werden durften und d&uuml;rfen. Damit hat sie selbst Bindungswirkung f&uuml;r das Folgebescheidsverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Kl&auml;ger meinen, ist daher eine &#8211;ggf. unzul&auml;ssige&#8211; Analogie nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ist ein Steuerbescheid zu erlassen, aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit ein Grundlagenbescheid (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10), dem Bindungswirkung f&uuml;r diesen Steuerbescheid zukommt, erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Die Nichtigkeitsfeststellung stellt den Erlass eines Grundlagenbescheides im Sinne dieser Vorschrift dar. Daher war der Einkommensteuerbescheid 1994 zu &auml;ndern. Ob die Nichtigkeitsfeststellung m&ouml;glicherweise au&szlig;erdem der Aufhebung des f&uuml;r nichtig befundenen Verwaltungsakts gleichzustellen ist &#8211;wogegen sich die Kl&auml;ger wehren&#8211;, kann dahinstehen, da &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO den Erlass, die Aufhebung und die &Auml;nderung von Grundlagenbescheiden gleichrangig nebeneinander stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Nichtigkeitsfeststellung ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO &quot;jederzeit&quot; und damit auch nach Ablauf der Feststellungsfrist m&ouml;glich. Da sie Grundlagenbescheid ist, erm&ouml;glicht sie nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO binnen zwei Jahren die Folge&auml;nderung. Diese Frist ist gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine &Auml;nderung ist infolgedessen grunds&auml;tzlich zeitlich unbeschr&auml;nkt m&ouml;glich. Es verh&auml;lt sich im Ergebnis allerdings nicht anders, als wenn die Besteuerungsgrundlage nicht gesondert festgestellt worden w&auml;re, sondern unmittelbar Eingang in einen nichtigen Steuerbescheid gefunden h&auml;tte. Auch dessen Nichtigkeit w&auml;re &#8211;mit den entsprechenden Folgen im Erhebungsverfahren&#8211; grunds&auml;tzlich zeitlich unbeschr&auml;nkt festzustellen. Angesichts der dienenden Funktion der gesonderten Feststellung gegen&uuml;ber der Steuerfestsetzung sowie des Umstandes, dass es h&auml;ufig von Zuf&auml;lligkeiten (Belegenheit des Betriebes, Beteiligung mehrerer an Eink&uuml;nften) abh&auml;ngt, ob Besteuerungsgrundlagen gesondert festgestellt werden, w&auml;re es unter Gleichheitsgesichtspunkten nicht zu rechtfertigen, Nichtigkeitsfolgen unterschiedlich zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen Gr&uuml;nden ist eine Nichtigkeitsfeststellung im gesonderten Feststellungsverfahren mit der Konstellation, die dem BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Februar 2013 V&nbsp;R&nbsp;27\/11 (BFHE&nbsp;240, 487, BStBl II&nbsp;2013, 529) zugrunde lag, nicht zu vergleichen. In jener Entscheidung wurde &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO teleologisch dahingehend reduziert, dass bei Grundlagenbescheiden von aus Sicht der AO ressortfremden Beh&ouml;rden &#8211;anders als bei Grundlagenbescheiden i.S. der &sect;&sect;&nbsp;179&nbsp;ff. AO von Finanzbeh&ouml;rden (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 AO)&#8211; die von dieser Vorschrift angeordnete Ablaufhemmung voraussetzt, dass der Grundlagenbescheid noch vor dem Ablauf der Festsetzungsfrist f&uuml;r die Steuer, f&uuml;r die der Grundlagenbescheid bindend ist, bekanntgegeben wird. Nach dem Regelungssystem der AO seien Grundlagenbescheide, soweit eine ausdr&uuml;ckliche von der Festsetzungsfrist des betreffenden Steuerbescheides (Folgebescheides) abweichende Regelung zur Feststellungsfrist f&uuml;r den Grundlagenbescheid fehle, steuerrechtlich nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie innerhalb der Festsetzungsfrist f&uuml;r den betreffenden (Folge-)Steuerbescheid erlassen worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall bedarf es keiner teleologischen Reduktion des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO. Das Betriebs-FA ist keine ressortfremde Beh&ouml;rde, sondern erl&auml;sst Grundlagenbescheide im Anwendungsbereich der AO. Auf die Frage, ob die Nichtigkeitsfeststellung selbst ein Grundlagenbescheid i.S. der &sect;&sect;&nbsp;179&nbsp;ff. AO ist, kommt es auch in diesem Zusammenhang nicht an, da ihr Regelungsgehalt sich jedenfalls auf einen Grundlagenbescheid i.S. der &sect;&sect;&nbsp;179&nbsp;ff. AO bezieht. Sie ist zudem von der Zielrichtung der einschr&auml;nkenden Auslegung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO nicht erfasst, da sie dem Regelungssystem der AO entspricht. Die Verkn&uuml;pfung des &#8211;steuerlich noch zu ber&uuml;cksichtigenden&#8211; Grundlagenbescheids mit der Festsetzungsfrist des Folgebescheids steht auch nach der Entscheidung in BFHE&nbsp;240, 487, BStBl II&nbsp;2013, 529 unter dem Vorbehalt, dass eine ausdr&uuml;ckliche abweichende Regelung zur Feststellungsfrist f&uuml;r den Grundlagenbescheid fehlt. Mit der Formulierung in &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO, die Finanzbeh&ouml;rde k&ouml;nne die Nichtigkeit &quot;jederzeit von Amts wegen feststellen&quot;, hat die AO selbst die Nichtigkeitsfeststellung ausdr&uuml;cklich au&szlig;erhalb aller Fristen f&uuml;r die Festsetzungs- und Feststellungsverj&auml;hrung erm&ouml;glicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat verkennt nicht, dass es mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen nicht vereinbar w&auml;re, Abgaben zeitlich unbegrenzt (nach)erheben zu k&ouml;nnen (vgl. dazu Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2457\/08, BVerfGE&nbsp;133, 143, BGBl I&nbsp;2013, 820). Eine n&auml;here Auseinandersetzung mit der Frage, ab wann dies dem Erlass einer Nichtigkeitsfeststellung entgegenstehen k&ouml;nnte, ist im Streitfall indes nicht veranlasst. Diese Frage betrifft die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Nichtigkeitsfeststellung als Grundlagenbescheid, &uuml;ber die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 AO im vorliegenden Verfahren &#8211;betreffend den Folgebescheid&#8211; nicht zu befinden ist. F&uuml;r eine Nichtigkeit der Nichtigkeitsfeststellung ihrerseits, die auch im vorliegenden Folgebescheidsverfahren zu pr&uuml;fen und zu beachten w&auml;re, bestehen keine Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r verfassungsrechtlich unbedenklich, dass &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;5 AO die Nichtigkeitsfeststellung dem Grunde nach zeitlich unbegrenzt erm&ouml;glicht. F&uuml;r die Beachtung etwa rechtsstaatlich erforderlich werdender Korrektive &#8211;in zeitlicher Hinsicht, aber auch mit R&uuml;cksicht auf alle anderen Umst&auml;nde des Einzelfalls, die ein etwaiges schutzw&uuml;rdiges Vertrauen des Steuerpflichtigen in den Bestand eines nichtigen Verwaltungsakts begr&uuml;nden k&ouml;nnten&#8211; bietet das der Beh&ouml;rde einger&auml;umte Ermessen den erforderlichen, geeigneten, aber auch hinreichenden Spielraum. Da bereits bei der Entscheidung &uuml;ber die Frage, ob eine Nichtigkeitsfeststellung auszusprechen ist, der Zeit- und Vertrauensschutzfaktor ber&uuml;cksichtigt werden muss, unterscheidet sie sich ma&szlig;gebend von den Grundlagenbescheiden ressortfremder Beh&ouml;rden. Das beh&ouml;rdliche Ermessen stellt den Steuerpflichtigen nicht rechtsschutzlos. Eine Ermessensentscheidung steht nicht im Belieben der Verwaltung, sondern unterliegt der &Uuml;berpr&uuml;fung durch ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Rechtsbehelfsverfahren sowie der gerichtlichen Kontrolle. Sie vermag so in ausreichender Weise den berechtigten Belangen des Betroffenen Rechnung zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da dem Steuerpflichtigen eine umfassende Rechtm&auml;&szlig;igkeitskontrolle der Nichtigkeitsfeststellung zur Verf&uuml;gung steht, bedarf es zur effektiven Wahrung der verfassungsm&auml;&szlig;igen Rechte des Steuerpflichtigen keines Durchgriffs auf das Folgebescheidsverfahren unter Durchbrechung der verfahrensrechtlichen Trennung zwischen Grundlagenbescheid und Folgebescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann im vorliegenden Verfahren dahinstehen, ob im Einzelfall entgegen diesen Grunds&auml;tzen aufgrund besonders ungl&uuml;cklich gelagerter Umst&auml;nde ein derartiger Durchgriff auf das Folgebescheidsverfahren m&ouml;glich und erforderlich sein sollte. Die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse des Streitfalls verlangen dies in der Sache nicht. Der nichtige Feststellungsbescheid f&uuml;r 1994 war am 17.&nbsp;Januar 2002 erlassen worden; das Betriebs-FA hat seine Nichtigkeit am 14.&nbsp;Juli 2004 festgestellt. Der darin liegende zeitliche Abstand von weniger als zweieinhalb Jahren gebietet es nicht, die dem FA einger&auml;umte M&ouml;glichkeit zur &quot;jederzeitigen&quot; Feststellung der Nichtigkeit einzuschr&auml;nken, zumal vorliegend auch der betroffene Folgebescheid erst durch R&uuml;cknahme des urspr&uuml;nglich eingelegten Einspruchs am 18.&nbsp;M&auml;rz 2003 bestandskr&auml;ftig geworden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mit dieser Entscheidung weicht der Senat von den unter 1.a&nbsp;aa genannten Entscheidungen des II., VI. und VII.&nbsp;Senats des BFH ab. Die betroffenen Senate haben auf Anfrage mitgeteilt, dass sie der Abweichung zustimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2014, X R 15\/10 Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts durch die Finanzbeh&ouml;rde; &Auml;nderung des Folgebescheids bei Feststellung der Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids Leits&auml;tze 1. 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